11.6.1979 (ST)

Es ist geschafft:
Die Oldesloer Handballmädchen sind Deutscher Meister

"Wegen seiner überragenden Leistung in der ersten Halbzeit ist der VfL Oldesloe ein verdienter und würdiger Deutscher Meister und wegen des furiosen Endspurts in der zweiten Halbzeit trotz eines deprimierenden Rückstandes ist der VfL Pfullingen ein nicht weniger würdiger Vizemeister".

Mit diesen Sätzen traf der Spielwart des DHB, Heinz Jacobsen aus Kiel, der die Siegerehrung vornahm, den Nagel auf den Kopf. In der mit gut 800 Zuschauern restlos ausverkauften Stormarnhalle gewann die weibliche Jugend A des VfL Oldesloe auch das zweite Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den Südmeister VfL Pfullingen mit 13:9 (9:2) Toren und holte nach dem 16:15 im Hinspiel sicherer als erwartet den Deutschen Meistertitel an die Trave.

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel natürlich keine Grenzen mehr. Die prächtige Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg krönte mit diesem Erfolg ihre tolle Siegesserie. Sie hatte sich den Titel mit phantastischen Leistungen redlich verdient.

Gegen 10 Uhr ging für die immer noch anströmenden Handballfans nichts mehr. In die Stormarnhalle passte nun keine Maus mehr hinein. Viele der Spätankommer wussten aber einen Ausweg. Sie stellten sich an die Glasfront außerhalb der Halle und konnten so, wie sie uns versicherten, doch das Spiel in allen Einzelheiten verfolgen. Zum Anpfiff des Spiels konnte man mit Fug und Recht von 1000 Zuschauern sprechen, die Augenzeuge eines begeisternden Handballspiels wurden.

Doch nun zum Spiel selbst. Dem VfL Oldesloe gelang ein Start nach Maß. Der erste Angriff wurde mit einem Treffer von Jeanette Müller zum 1:0 abgeschlossen. Das gab ihnen mächtig Auftrieb und vor allen Dingen Jeanette Müller, die in den letzten Spielen als Torschützin ein wenig glücklos geblieben war, wusste sich glänzend in Szene zu setzen.

Die Pfullingerinnen dagegen fanden einfach nicht zu ihrem Spiel. Die Oldesloerinnen ließen sich auch nicht durch einen verworfenen 7m aus der Ruhe bringen. Renate Warncke erhöhte in der 4. Minute zum 2:0, dann war es wieder Jeanette Müller, die mit zwei Treffern innerhalb von 60 Sekunden den Vorsprung bis zur 7. Minute auf 4:0 ausbaute. Als Andrea Güldenpfennig das 5:0 erzielte, konnte man getrost von einer Vorentscheidung sprechen.

Aber die VfL-Mädchen ließen es damit noch lange nicht genug sein. Erwähnung verdient allerdings nicht nur ihr zügiges und temporeiches Angriffsspiel, auch die Abwehrarbeit klappte vorzüglich. Angefangen bei Torhüterin Gudrun Noack, die im Gegensatz zum Hinspiel sofort voll im Bilde war, erwies sich die Oldesloer Deckung als ein dichter Sperrriegel, durch den es für die Süddeutsachen kein Durchkommen gab. Sie hatten ihr Spiel allerdings zu sehr auf ihre beste Spielerin Marion Schnurnberger ausgerichtet, so dass sie vergleichsweise gut auszurechnen waren.

Das 6:0 erzielte Andrea Güldenpfennig, ehe in der 14.ten Minute der VfL Pfullingen das erste Tor erzielen konnte. Sieben Minuten wogte das Spiel hin und her. Die Pfullinger hatten sich jetzt besser auf den Angriffswirbel eingestellt, ihr eigener Angriff wurde auch weiterhin erfolgreich abgeblockt. Über 7:1 durch Jeanette Müller in der 22. Minute konnte man auf 8:2 durch Andrea Güldenpfennig und unmittelbar vor der Pause durch Antje Schütt auf 9:2 davonziehen.

Pfullingen bewies Moral. Bis zur 31. Minute konnte man das Ergebnis beim 10:5 etwas anschaulicher gestalten. Der VfL Oldesloe musste dem hohen tempo etwas Tribut zollen, ernsthaft in Gefahr geriet das Team aber nie. Ein weiterer Treffer in der 38. Minute durch Antje Schütt machte das deutlich, auch wenn Pfullingen bis zur 45. Minute drei Tore in Folge erzielen konnte. Bei nur noch drei Toren Vorsprung hätte es für die letzten fünf Minuten vielleicht doch noch einmal spannend werden können, aber Anja Müllers Treffer zum 13:9 beruhigte die Gemüter dann doch wieder.

In der Schlussphase fiel dann auf beiden Seiten kein Treffer mehr. In der 47. Minute musste Marion Schnurnberger, die von allen Spielerinnen die wohl größte physische Leistung vollbracht hatte, für ein eher harmlos Foul auf die Strafbank, worüber man auf Pfullinger Seite zu Recht ein wenig erbost war, aber spielentscheidend war diese Szene nicht mehr.

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Siegerehrung lief diszipliniert ab. Man kann sich den vielen Glückwünschen nur anschließen. Die Mannschaft mit

  • Gudrun Noack
  • Susanne Paetz
  • Renate Warncke
  • Martina Ivens
  • Andrea Hasenberg
  • Anja Müller
  • Andrea Güldenpfennig
  • Jeanette Müller
  • Christine Buck
  • Antje Schütt
  • Martina Pusch
  • Andrea Struppeck


hat sich diesen Triumph wahrlich redlich verdient. Der VfL Oldesloe und die Stadt Bad Oldesloe können, und dies wurde auf einem Empfang von Bürgermeister Gottfried Baethge und dem VfL-Vorsitzenden Walter Busch unmittelbar nach dem Spiel hervorgehoben, stolz auf diese prächtige Truppe sein.

Stolz dürfen aber auch die Pfullingerinnen auf ihre Mannschaft sein. Die Art und Weise, wie die Mannschaft in Bad Oldesloe aufgetreten ist und mit welch prächtiger Moral sie in der zweiten Halbzeit trotz des aussichtslosen Rückstands gekämpft hat, hat mächtig imponiert. Auch sie, daran kann kein Zweifel bestehen, wären ein würdiger Deutscher Meister geworden.

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