Sonntag, 29. April 1979

Jetzt ist das Halbfinale dem VfL fast sicher
Fünf-Tore-Vorsprung sollte für das Rückspiel reichen

Die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe weiter schwimmt auf einer Erfolgswelle. Im ersten Qualifikationsspiel um die Teilnahme am Halbfinale der Deutschen Meisterschaft gewann der frischgebackene Norddeutsche Meister bei den Reinickendorfer Füchsen (Meister des Berliner Verbandes) in überzeugender Manier mit 14:9, nachdem es zur Halbzeit noch 4:4 gestanden hatte.

Die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer, die begleitet von 14 treuen Fans schon am Sonnabend in die frühere deutsche Hauptstadt gefahren war, um sich in aller Ruhe auf das wichtige Spiel vorbereiten zu können, erwischte in dem Spiel den besseren Start und ging durch Tore von Andrea Hasenberg und Andrea Güldenpfennig mit 2:0 in Führung.

Noch aber hatte man sich nicht richtig auf den bis dahin unbekannten Gegner eingestellt. Die Berlinerinnen konnten zum 2:2 ausgleichen und auch die erneuten Führungstreffer der Stormarnerinnen, die jeweils von Andrea GüIdenpfennig herausgeworfen wurden, wurden noch bis zum Halbzeitpfiff egalisiert.

Bis zu diesem Zeitpunkt aber hatte Trainer Ulli Meyer beim Gegner aber doch einige Schwachstellen ausgemacht, so daß er sein Team besser eingestellt für die zweite Hälfte auf das Parkett schicken konnte. Die Mannschaft um Spielführerin Andrea Hasenberg wurde nun immer konzentrierter und nutzte konsequent jede Torchance aus.

Über 10:5, wo erstmalig ein Fünf-Tore-Vorsprung herausgeholt wurde, zog die Oldesloer Mannschaft schließlich zum 14:9-Endstand davon. Andrea Güldenpfennig, die ihren drei Treffern aus der ersten Spielhälfte drei weitere Tore hinzufügte, Antje Schütt, die in diesem Spielabschnitt gleich viermal erfolgreich war, Andrea Hasenberg, Renate Warncke und Antje Müller besorgten in der zweiten Halbzeit die Oldesloer Tore.

Gudrun Noack, Anke Petersen, Christiane Buck, Jeanette Müller, Andrea Struppek, Martina Ivens und Susanne Paetz vervollständigten die Mannschaft, ohne wegen der fehlenden Torerfolge etwa geringeren Anteil am tollen Sieg zu haben.

Mit dem herausgeholten Fünf-Tore-Vorsprung kann der VfL natürlich beruhigt in das Rückspiel gehen, das am 13. Mai um 14.45 Uhr in der Stormarnhalle in Bad Oldesloe angepfiffen wird. Es müßte schon arg schlimm für den VfL kommen, wenn er sich mit dieser Ausgangsbasis im Rücken den Weg in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft noch verbauen wollte.

Wir jedenfalls können uns einen solchen Rückschlag bei dem ungeheuren Engagement, das Spielerinnen und Trainer ihrem Sport entgegenbringen, nicht vorstellen, auch wenn wir damit etwaigem Übermut natürlich nicht das Wort reden wollen.

Bezeichnend für den Einsatzwillen aller Beteiligten war eine Episode am Rande des Berliner Spiels. Andrea Güldenpfennig hatte mit ihrer Schulklasse am Sonnabend eigentlich eine Klassenreise antreten müssen. Sie war für das Spiel in Berlin nur unter der Vorbedingung freigegeben worden, daß sie noch am Sonnabend zu ihren Klassenkameraden nachreisen könnte.

Trainer Ulli Meyer fuhr deswegen nach Berlin nicht mit dem Mannschaftsbus mit, sondern er benutzte seinen privaten Pkw. Gleich nach dem Spiel lud er dann Andrea in den Wagen und lieferte sie am späten Abend in Berchtesgaden ab. Den Montag hatte er sich freigenommen, um die gut 1000 Kilometer von Berchtesgaden nach Bad Oldesloe zurück zu bewältigen. Wenn das kein beispielhafter Einsatz ist! Wie wir den Ulli im übrigen kennen, waren ihm die sechs Tore von Andrea in Berlin Rechtfertigung – und Lohn – für die außergewöhnliche Strapaze genug.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1979

 

Sonnabend, 5. Mai 1979

Begegnung im Alltag
Alles kein Problem

mth. – Da sage noch einer, der Sport – insbesondere der Spitzensport – sei total kommerzialisiert und kenne keine Idealisten mehr! Ulli Meyer, der Trainer, der erfolgreichen weiblichen A-Jugend-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, die sich anschickt, nach dem Gewinn der Schleswig-Holsteinischen Landesmeisterschaft und der Norddeutschen Meisterschaft nun auch bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft für Furore zu sorgen, ist der schlagende Beweis dafür, daß dieser Satz zumindest nicht verallgemeinert werden kann.

Bezeichnend für die Einstellung Meyers – im übrigen ein echter Oldesloer Junge, der am 2. April 1953 hier geboren wurde, die Realschule absolvierte und seither beim Finanzamt Bad Oldesloe, wo er es in fast zehnjähriger Tätigkeit zum Steuerobersekretär gebracht hat, beschäftigt ist – zu seinem Sport ist eine Episode um das erste Qualifikationsspiel zum Halbfinale der Deutschen Meisterschaft am letzten Sonntag gegen die Reinickendorfer Füchse aus Berlin.

Wegen einer Klassenreise mußte er um den Einsatz seiner wohl besten Spielerin, Andrea Güldenpfennig, bangen. In mühsamen Verhandlungen erreichte Ulli Meyer es, daß sein Schützling doch an dieser wichtigen Begegnung teilnehmen konnte, unter der Bedingung allerdings, daß Andrea noch am Sonntag zum Ziel der Klassenreise – Berchtesgaden – nachreisen würde.

Für den Ulli stellte diese Bedingung kein überwindliches Problem da. Er machte die Reise nach Berlin statt im Mannschaftsbus in seinem privaten Pkw mit, lud unmittelbar nach Spielschluß – die Begegnung war nicht zuletzt durch sechs Tore von Andrea Güldenpfennig mit 14:9 für die Oldesloerinnen gewonnen worden – seine Spielerin in seinen Wagen und machte sich auf den Weg in Deutschlands Süden.

Nachts um 1.30 Uhr am Ziel wohlbehalten angekommen, war dann die folgende Nachtruhe nicht übermäßig üppig, denn schließlich galt es noch, die mehr als 1000 Kilometer lange Rückreise nach Bad Oldesloe zu bewältigen. Endlich nach Hause zurückgekehrt, zeigte sein Tachometer 2000 Kilometer mehr an als vor dem Wochenende.

Daß es für ihn dafür vom Verein – die VfL-Handballer sind schließlich keine Krösusse – keine Entschädigung gab, ist für Ulli Meyer nicht einen Moment der Rede wert gewesen. Die Hauptsache war, seine Mannschaft hatte keine Schwächung hinnehmen müssen.

So gesehen ist es natürlich kaum noch verwunderlich, daß der Handballbesessene ohne mit der Wimper zu zucken, auch seinen schon gebuchten Griechenland-Urlaub wird „sausen“ lassen, wenn seine Mannschaft in der Deutschen Meisterschaft noch weiter vorankommt – und wer wollte das nach dem hohen Sieg in Berlin noch ernsthaft bezweifeln? Wir können vor soviel Idealismus nur den Hut ziehen und drücken ihm beide Daumen, daß seine Arbeit auch weiterhin so viele

Früchte tragen möge.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.5.1979

 

Freitag, 11. Mai 1979

Vor dem Rückspiel in der Stormarnhalle:
Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer sind gelassen und zuversichtlichFünf-Tore-Vorsprung sollte den VfL-Handballmädchen reichen

mth. – Mit Zuversicht und der nötigen Gelassenheit geht die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe am Sonntag in das Rückspiel um die Qualifikation zum Halbfinale der Deutschen Meisterschaft in der Stormarnhalle gegen den Berliner Meister Reinickendorfer Füchse. Diese Zuversicht beim norddeutschen Titelträger gründet sich natürlich in erster Linie auf den Fünf-Tore-Vorsprung, der vor 14 Tagen beim Hinspiel in Berlin herausgeholt wurde. 14:9 hatten die Oldesloer Mädchen dieses Spiel nach einer wirklich glänzenden Leistung gewonnen.

Natürlich ist man sich im Oldesloer Lager darüber im klaren, daß man auch das Rückspiel gegen die Berliner Meister nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, aber ernsthaft denkt bei den Stormarnern natürlich niemand mehr an ein Ausscheiden. Selbst eine Niederlage mit vier Toren Differenz – im Extremfall, wenn die Berlinerinnen nur 13 oder weniger Tore erzielen, darf, weil darin die „Europapokal-Regelung“ mit den Auswärtstoren einsetzt, die Differenz sogar fünf Tore betragen – würde für die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg noch für ein Weiterkommen genügen.

Da der VfL-Trainer UIli Meyer aber alle Spielerinnen seines Aufgebots zur Verfügung hat, rechnen wir allerdings keineswegs mit einer Niederlage der Oldesloerinnen. Im Gegenteil: Der klare Vorsprung müßte nach unserer Ansicht auf die VfL-Spielerinnen doch sehr beruhigend wirken, daß sie auch in eigener Halle endlich einmal ohne jede Nervenbelastung und die daraus resultierenden Fehler auftrumpft.

Zwei Spielerinnen, Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, haben in der kurzen Pause zwischen Hin- und Rückspiel gegen die Reinickendorfer Füchse noch weiteren sportlichen Ruhm an ihre Fahnen geheftet. Beim Endkampf des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ am letzten Wochenende in Berlin mischten sie kräftig in der Mannschaft der Handelsschule Lübeck mit und hatten erheblichen Anteil an der Vizemeisterschaft dieses Teams.

Das Zuschauerinteresse für das Spiel am Sonntag – es beginnt bereits um 10 Uhr und nicht wie ursprünglich angesetzt um 14.45 Uhr – ist, wie man uns vom VfL versichert, riesengroß. Da es einen Kartenvorverkauf nicht gibt, können wir allen Interessenten nur raten, rechtzeitig zur Stormarnhalle zu kommen. Viel mehr als 350 Plätze wie beim Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft gegen den TSV Sasel, werden, wenn man vom Spiel etwas mitbekommen möchte. nicht zur Verfügung stehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.5.1979

 

Sonnabend, 12. Mai 1979

Hein Büttelbars und die VfL-Sternen-Mädchen

Büttelbars hat jüngst geschwitzt,

als er da beim Handball sitzt,

zu dem unsre jungen Damen

eigens selbst nach Hamburg kamen.

Antje Schütt, ein Girl von Rasse,

war im „Greifen“ große Klasse –

nicht nach Sternen. Hier im Fall

ging es um den Lederball.

Manchmal war Nervosität,

ohne die es wohl nicht geht,

dann jedoch mit einem Zuck

traf ins Tor Christiane Buck.

Ach, ihr „Sternenmädchen" alle,

wenn ihr in der Stormarnhalle

morgen hier bei uns im Städtchen

gegen die Berliner Mädchen

wieder greifet nach den Sternen

in den himmelweiten Fernen,

denkt daran auf jeden Fall:

erstmal greifet nach dem BaIl!

Hein Büttelbars.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1979

 

Sonntag, 13. Mai 1979

VfL-Mädchen gerieten nie in Gefahr
Nach dem 11:9-Erfolg über den Berliner Meister im Halbfinale nun gegen RSV Mühlheim

mth. – Mit annähernd 400 Zuschauern war die Stormarnhalle beim Rückspiel um die Qualifikation für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend zwischen dem VfL Oldesloe und den Reinickendorfer Füchsen aus Berlin wieder bis zum Bersten gefüllt. Und die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer enttäuschten ihre vielen Fans nicht. Ohne irgendwann einmal in Gefahr zu geraten, das Spiel zu verlieren oder gar den Fünf-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel einzubüßen, siegten die Oldesloerinnen weit klarer als es das 11:9 (5:2)-Endergebnis ausdrückt, Die VfL-Mädchen haben sich damit ganz eindeutig für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und man darf wirklich gespannt sein, wohin der Weg dieser prächtigen Truppe in diesem Jahr noch führt,

Der Spielverlauf ist in wenigen Sätzen geschildert. Die Oldesloerinnen gingen sehr konzentriert in die Begegnung und zeigten ihren Berliner Gästen sehr schnell, daß sie sich auch in eigener Halle nicht die Butter vom Brot nehmen lassen würden. Die Reinickendorfer Füchse boten zwar ein sehr gefälliges Kornbinationsspiel, aber ihre Angriffe hatten einfach nicht den nötigen Druck, um die sattelfeste Abwehr der Stormarnerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in Gefahr zu bringen. Die VfLerinnen konnte sehr schnell die Führung an sich reißen, die sie bis zum Seitenwechsel auf 5:2 ausbauten.

Auch nach der Pause hielt die eindeutige Überlegenheit der Oldesloer Mädchen lange Zeit an, auch wenn Trainer Ulli Meyer nun schon nicht mehr ständig seine Stammformation auf das Feld schickte. Bis zehn Minuten vor dem Abpfiff baute der VfL seinen Vorsprung fast nach Belieben aus und hatte bei 11:4 den höchsten Vorsprung erreicht. Erst dann, als die Gastgeberinnen fast sämtliche Auswechselspielerinnen auf einmal einsetzten, kamen die Berlinerinnen, die lobenswerterweise nie aufsteckten und immer um eine Resultatsverbesserung bemüht waren, besser ins Spiel. Das Angriffsspiel des VfL wurde nun auch zerfahrener und auch in der Abwehr der Stormarnerinnen, die bis dahin fast fehlerfrei gearbeitet hatte. ergaben sich nun große Lücken. Durch fünf Treffer hintereinander konnte der Berliner Meister das Endresultat dann noch erheblich freundlicher gestalten, aber der VfL, dessen Qualifikation für das Halbfinale ja schon feststand, konnte diese Entwicklung mit großer Gelassenheit betrachten.

Auf den VfL Oldesloe, der in Antje Schütt (4). Andrea Güldenpfennig (2), Andrea Hasenberg. Jeanette Müller, Andrea Struppek, Anja Müller und Martina Ivens seine Torschützen hatte, warten nun an den beiden kommenden Wochenenden neue große Aufgaben. Gegner im Halbfinale, das ebenfalls in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird, ist der Westmeister RSV Mühlheim. Die Mühlheimerinnen sicherten sich den Westtitel durch einen 10:6-Sieg bei VfR Köln 99, nachdem die Kölnerinnen das Hinspiel in Mühlheim noch mit 12:9 gewonnen hatten.

Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer müssen das erste Spiel am nächsten Sonntag in Mühlheim austragen. Spielbeginn wird voraussichtlich um 11 Uhr sein. Eine Woche später steigt dann in der Stormarnhalle (der genaue Spielbeginn steht noch nicht fest) das Rückspiel, in dem die endgültige Entscheidung fällt, welche der beiden Mannschaften das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Der zweite Endspielteilnehmer wird zu den gleichen Terminen zwischen dem Süd- und dem Südwestmeister ermittelt.

Nach dem Spiel am Sonntag können die Oldesloerinnen auch in diese große Aufgabe mit Ruhe und Selbstvertrauen hineingehen. Die Mannschaft ist, das haben beide Spiele gegen die Reinickendorferinnen klar gezeigt, in Topform und braucht sich vor keinem Gegner zu verstecken. Daß sich Trainer Ulli Meyer dabei vor allem auf seine Stammformation wird verlassen müssen, wurde im Rückspiel am Sonntag noch einmal klar unter Beweis gestellt. Der zweite Anzug ist bei allem Eifer und Ehrgeiz noch nicht so weit.

Zum Spiel in Mühlheim wird der VfL wie schon nach Berlin mit einem Reisebus fahren. Für Schlachtenbummler sind da noch einige Plätze frei. Interessenten können sich bei Ulli Meyer melden. Die Abfahrt wird am Sonnabend gegen 14 Uhr erfolgen, mit der Rückkehr nach Bad Oldesloe ist am Sonntag gegen 20 Uhr zu rechnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.5.1979

 

Freitag, 18. Mai 1979

Vor dem ersten Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft:
Nach dem „Spiel ohne Grenzen“ will der VfL RSV Mühiheim in seine Grenzen weisen
Die VfL-Handballmädchen fahren in Bestbesetzung In den Westen

Auf nach Mühlheim, heißt es für die weibliche A-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe an diesem Wochenende. Im ersten Halbfinale um die deutsche Meisterschaft trifft der Nordmeister nach erfolgreich überstandener Qualifikation gegen den Berliner Meister Reinickendorfer Füchse auf den RSV Mühlheim, der sichdurch einen Sieg über VfR Köln 99 die Meisterschaft im Regionalverband West sicherte.

Die Truppe von Trainer Ulli Meyer tritt die Reise in den Westen in bester Besetzung und – natürlich – in bester Stimmung an. Nach den tollen Erfolgen in den letzten Wochen und Monaten hat die Mannschaft nichts zu verlieren, sondern nur noch alles zu gewinnen. Niemand kann von der Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg nun auch in Zukunft lauter Wunderdinge verlangen und erwarten, die Siegesserie würde bis in alle Ewigkeit fortgesetzt.

Womit wir allerdings keineswegs ausschließen wollen, daß die prächtigen Oldesloer Mädchen auch die Mühlheimer Hürde überwinden. Uns ist über die Spielstärke der Westdeutschen nichts bekannt und wir befinden uns damit in absoluter Übereinstimmung mit VfL-Trainer Ulli Meyer. Das gleiche Handicap haben im übrigen die Mühlheimer Mädchen zu tragen, wodurch der sportliche Verlauf der Partie, die am Sonntag um 11 Uhr in der Sporthalle am Schulzentrum Boverstraße/Nordstraße angepfiffen wird, natürlich völlig offen ist.

Für VfL-Trainer Ulli Meyer ist die Marschroute dennoch völlig klar. Er wird sich nach Möglichkeit ganz auf seine Stammformation verlassen – die letzten Minuten des Spiels gegen die Reinickendorfer Füchse haben gezeigt. daß sein „zweiter Anzug“ noch nicht ganz paßt – und hofft auf eine ähnlich konzentrierte Leistung seiner Schützlinge wie in den Spielen gegen den Berliner Meister.

Wunschtraum ist natürlich ein Erfolg in der Halle des Gegners, aber auch mit einem Unentschieden wäre man im Lager der Oldesloerinnen schon sehr zufrieden. Sollte sich aber eine Niederlage nicht vermeiden lassen, auch diese Möglichkeit ist ja nicht auszuschließen, hofft man heim VfL, den Rückstand möglichst knapp halten zu können, um mit guten Chancen in das Rückspiel, das eine Woche später um 10.30 Uhr in der Stormarnhalle steigt, gehen zu können. Drücken wir den Oldesloerinnen die Daumen, daß sich ihre Hoffnungen erfüllen mögen.

Die Truppe von Trainer Ulli Meyer nimmt für die Anreise nach Mühlheim einen Umweg in Kauf. Da Antje Schütt dazu ausersehen wurde, beim Fernsehwettstreit „Spiel ohne Grenzen“ am Sonnabend ab 14.15 Uhr in Bad Segeberg die einheimische Mannschaft zu verstärken, fährt die Oldesloer „Karawane“ zunächst in die Nachbar-Kreisstadt. Sie wurde von der Stadt Segeberg eingeladen, als Zuschauer an diesem Spektakel teilzunehmen. Nach Abschluß der Fernsehsendung wird man sich von Bad Segeberg dann direkt auf den Weg in die Stadt an der Ruhr begeben.

Für Schlachtenbummler besteht nach wie vor die Gelegenheit, die Fahrt nach Mülheim im Mannschaftsbus mitzumachen. Interessenten können sich bei Ulli Meyer melden. Abfahrt ist am Sonnabend um 13 Uhr an der Jugendherberge im Bürgerpark, mit der Rückkehr nach Bad Oldesloe wird am Sonntag gegen 20 Uhr gerechnet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.5.1979

 

Sonntag, 20. Mai 1979

Endspiel ist jetzt greifbar nahe
Der RSV Mühlheim klammerte alles, was sich bewegte – Dennoch gelang ein 8:8
Die VfL-Mädchen fühlten sich verschaukelt und brennen auf das Rückspiel

Mit einem 8:8-(4:4)-Unentschieden verschaffte sich die weibliche A-.Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Bad Oldesloe beim Westmeister RSV Mühlheim im Hinspiel um das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am nächsten Sonntag in der Stormarnhalle. Die Aussichten der Oldesloer Mädchen, nun auch noch den Einzug in das Finale zu schaffen, sind damit riesengroß. Schon ein Sieg mit nur einem einzigen Tor Vorsprung würde jetzt für die Truppe von Ulli Meyer reichen.

Das Spiel in Mühlheim begann für den VfL insofern mit einer Überraschung, als Antje Schütt von den Gastgeberinnen sofort mit einer engen und harten Manndeckung bedacht wurde. Der Trainer der Westdeutschen hatte beim Spiel gegen die Reinickendorfer Füchse in der Stormarnhalle – ohne daß man im Oldesloer Lager davon etwas wußte – „spioniert“ und glaubte, so das Spiel der Stormarnerinnen am besten stören zu können.

Und in der Tat fand sich der VfL mit dieser Variante nicht gut zurecht und kam eigentlich in keiner Phase des Spiels zum gewohnten Rhythmus. So gingen die Mühlheimerinnen dann auch mit 1:0 in Führung. Als VfL-Torhüterin Gudrun Noack bei diesem Spielstand dann aber einen Siebenmeter der Gastgeberinnen abwehren konnte, bekam aber der Nordmeister dann Auftrieb.

Mit zwei verwandelten Siebenmetern und einem Feldtor trotz der Manndeckung brachte Antje Schütt bis zur 15. Spielminute den VfL bei nur einem Gegentor mit drei Treffern seinerseits in Führung, und Andrea Güldenpfennig konnte wenig später den Vorsprung sogar auf 4:2 ausbauen.

In den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel aber stellte sich bei den Schützlingen von Trainer Ulli Meyer wieder die schon abgelegt geglaubte Siebenmeter-Misere ein. Nacheinander scheiterten Antje Schütt, Andrea Güldenpfennig und Renate Warncke mit ihren Strafwürfen, und so war es nicht verwunderlich, daß die Mühlheimerinnen bis zur Pause wieder auf 4:4 ausgeglichen hatten.

In der Halbzeitpause drehte sich in der VfL-Kabine das Gespräch dann auch in erster Linie um diese verworfenen Siebenmeter und Trainer Ulli Meyer war höchst zufrieden, daß sich Andrea Struppek auf seine Rundfrage spontan für nervenstark genug erklärte, etwaige noch folgende Exekutionen ausführen zu können.

Zunächst aber wurde im zweiten Spielabschnitt Andrea Struppek in diesem Sinne noch nicht gefordert. Dennoch gelang es dem VfL, die Führung wieder an sich zu reißen. Renate Warncke, an diesem Tag eine der stärksten Oldesloer Spielerinnen, konnte sich zwei Mal mit feinen Einzelaktionen am Kreis durchsetzen und brachte ihre Mannschaft damit mit 6:4 in Front.

Als den Mühlheimerinnen anschließend dann wieder der Ausgleich gelang, kam dann aber doch noch die große Zelt von Andrea Struppek. Sie hatte sich nicht zuviel zugemutet und verwandelte nacheinander zwei Siebenmeter zur erneuten 8:6-Führung für die Oldesloerinnen.

In der folgenden sehr hektischen Schlußphase des Spiels haderten die Stormarnerinnen dann sehr mit dem Schiedsrichtergespann. Die Mühlheimerinnen, die schon vorher äußerst aggressiv und unfair zu Werke gegangen waren – sie klammerten rücksichtslos alles was sich bewegte – steigerten ihren körperlichen Einsatz nun noch, ohne daß die Unparteiischen, die bei den Oldesloerinnen jede Kleinigkeit abpfiffen, energisch durchgriffen.

So konnten die Gastgeberinnen auf 7:8 verkürzen und in der Schlußminute fiel dann der 8:8-Ausgleich. Damit aber noch nicht genug. Als im folgenden – letzten- Gegenangriff VfL-Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ein völlig reguläres Tor erzielte, gaben sie diesen Treffer aus unerfindlichen Gründen nicht.

So kam es, daß die Oldesloer Truppe beim Schlußpfiff trotz der günstigen Ausgangsposition, die sie sich erspielt hatten, nicht gerade in bester Stimmung waren. Entsprechend „geladen“ werden sie am kommenden Sonntag in das Rückspiel gehen. Sie und ihr Trainer hoffen darauf, daß es den Mühlheimerinnen nicht noch einmal gelingt – oder gestattet wird – jegliche Spielansätze mit übertriebenem körperlichen Einsatz zu ersticken.

Mit gleichem Kampfgeist wie in Mühlheim, alle eingesetzten Spielerinnen kämpften förmlich bis zum Umfallen, sind die Aussichten des VfL, die tolle Erfolgsserie mit dem Einzug in das Endspiel zu krönen, sicherlich riesengroß.

Unterstützung erhofft sich Trainer Ulli Meyer dann auch von den sicherlich wieder sehr zahlreichen Zuschauern. In Mühlheim jedenfalls war die kleine Gruppe Oldesloer Schlachtenbummler eine wertvolle Unterstützung für den VfL. Bleibt zu hoffen, daß die Bereitschaft der Oldesloer Zuschauer, die in den letzten Spielen immer äußerst zurückhaltend waren, die eigene Mannschaft lautstark zu unterstützen, auch in heimischer Halle einmal groß genug ist, um der eigenen Mannschaft echt den Rücken zu stärken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.5.1979

 

Freitag, 25. Mai 1979

Bei Sieg im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft:
Die VfL-Handballmädchen wollen ihren vielen Erfolgen die Krone aufsetzen
Anpfiff zum Rückspiel gegen RSV Mühlheim am Sonntag in der Stormarnhalle

mth. – Am Sonntag um 10.30 Uhr ist es wieder soweit. Dann wird sich entscheiden, ob die weibliche A-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe ihren bisher schon imponierenden Erfolgen die Krone aufsetzen kann und in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einzieht. Gegner der Oldesloerinnen ist wie am letzten Sonntag der Westmeister RSV Mühlheim. Das Hinspiel war mit einem 9:8-Unentschieden ausgegangen, so daß die Partie in der Stormarnhalle alles entscheiden muß.

Im Lager der Oldesloerinnen herrscht vor dem Rückspiel Zuversicht vor. Die Mannschaft hat am Dienstag und Mittwoch dieser Woche noch intensiv trainiert und geht nach Auskunft von Trainer Ulli Meyer in bester körperlicher Verfassung in die wichtige Begegnung. Die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg brennen im übrigen darauf, den Mühlheimerinnen zu zeigen, daß sie weit besser Handball spielen können, als ihnen in Mühlheim möglich war.

Durch die unglaublich harte Gangart des Westmeisters, die nach Ansieht der Oldesloerinnen bei weitem nicht streng genug von den Schiedsrichtern geahndet wurde, war in Mühlheim nämlich jeglicher spielerischer Ansatz im Keim erstickt worden. Nun haben die VfL-Mädchen weiß Gott nichts gegen aggressive und harte Deckungsarbeit – sie selbst sind in dieser Hinsicht ja auch keine Waisenkinder –‚ nur wollen sie dabei gewisse Grenzen nicht überschritten sehen, und eben das machen sie ihrem Gegner vom Hinspiel zum Vorwurf.

Wenn die Oldesloer Mädchen deshalb auf Revanche sinnen, wollen sie das keineswegs in dem Sinne verstanden wissen, daß sie im Rückspiel vor eigener Kulisse nun mit gleicher Münze zurückzahlen. Sie bauen vielmehr darauf, daß den Mühlheimerinnen eine derartige Gangart nicht noch einmal ungestraft erlaubt wird, sondern daß das technische Spiel besser zum Tragen kommt. In dieser Hinsicht, da sind sie sich nach dem Hinspiel sicher, brauchen sie sich vor ihrem Gegner nicht zu verstecken.

Ein anderes Handicap, mit dem die Truppe von Trainer Ulli Meyer im Hinspiel nicht zurecht kam – die überraschende „Manndeckung“ von Antje Schütt –, hofft man durch taktische Manöver ausgleichen zu können. Der Oldesloer Coach hat mit seinen Schützlingen Gegenmaßnahmen gegen solche Varianten intensiv durchgesprochen und hofft natürlich, daß seine Rechnungen aufgehen. Wie diese taktischen Maßnahmen im einzelnen aussehen werden, wollte Ulli Meyer aus verständlichen Gründen natürlich noch nicht preisgeben. Ein paar Überraschungsmomente sollen schließlich auch für den Gegner noch übrigbleiben.

Bei der Handballabteilung des VfL Oldesloe rechnet man für dieses Spiel natürlich wieder mit einem vollen Haus. Vorsichtige Schätzungen gehen von rund 500 Zuschauern aus. Um allen gute Sichtmöglichkeiten zu gewährleisten, wird man vorsorglich in der Halle noch einige Stuhlreihen aufstellen.

Hinsichtlich der Zuschauer hat das Oldesloer Team den Wunsch, daß ihnen endlich einmal auch in eigener Halle lautstarke Unterstützung zuteil wird. In den bisherigen Spielen gegen TuS Bergen, TSV Sasel und die Reinickendorfer Füchse waren die Oldesloer Zuschauer immer höchst zurückhaltend und ließen sich nicht selten von kleinen Schlachtenbummlergruppen der Gäste übertönen.

Solches sollte sich, wenn man der prächtigen Oldesloer Truppe gut gesonnen ist, nicht wiederholen. Schließlich ist nicht erst seit den Europapokalerfolgen des VfL Gummersbach bekannt – ohne daß wir in umziemliche Vergleiche einsteigen wollen –‚ daß eine massive Zuschauerunterstützung für die Heimmannschaft ein paar Tore wert sein kann.

Und noch ein Hinweis für die Zuschauer: Da es auch für dieses Spiel keinen Vorverkauf gibt, empfiehlt sich wieder rechtzeitiges Erscheinen in der Stormarnhalle. Zu langweilen brauchen sich Frühankommer im übrigen nicht, denn ab 8.45 Uhr bestreiten die männlichen A-Jugendmannschaften des VfL und des RSV Mühlheim ein interessantes Vorspiel.

Der Endspielpartner des Siegers der Partie in der Oldesloer Stormarnhalle wird schon am Sonnabend in Pfullingen (Baden-Württemberg, südlich von Stuttgart) ermittelt. Dort trifft der Südmeister VfL Pfullingen auf den Südwestmeister TG Niederroden. Das erste Spiel am letzten Sonntag gewann der Südwestmeister knapp mit 12:11, so daß auch in dieser Begegnung – wie im Oldesloer Spiel – noch alles offen ist.

Die beiden Endspiele – auch das Finale wird mit Hin- und Rückspiel ausgetragen – steigen dann schon an den beiden nächsten Wochenenden. Der VfL Oldesloe, vorausgesetzt, er erreicht sein großes Ziel, wozu wir ihm alle verfügbaren Daumen drücken, hätte dann wiederum zunächst auswärts anzutreten und dadurch den Vorteil, in 14 Tagen in eigener Halle die letzte Chance nutzen zu können. Aber das ist selbstverständlich noch alles Zukunftsmusik. Erst einmal gilt es, das Spiel gegen den RSV Mühlheim unbeschadet zu überstehen!

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.5.1979

 

Sonntag, 27. Mai 1979

Es ist geschafft! Die VfL-Mädchen sind im Endspiel
Nach einem Nervenkitzel ohnegleichen schlug die Truppe von Trainer Ulli Meyer RSV Mühlheim vor 700 Zuschauern mit 13:11

mth. – Nach 44 von 50 Spielminuten schien beim Rückspiel des Halbfinales der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend zwischen dem VfL Oldesloe und dem Westmeister RSV Mülheim alles gelaufen zu sein. Durch einen von Andrea Struppek eiskalt verwandelten Siebenmeter waren die Oldesloerinnen gerade mit 12:7 in Führung gegangen. Das 8:8 Unentschieden aus dem Hinspiel in Mühlheim eine Woche zuvor mit eingerechnet konnte man als Beobachter, der auf einen VfL-Sieg hoffte und rechnete, den restlichen sechs Minuten eigentlich mit Ruhe und Gelassenheit entgegensehen.

Fünf Tore Vorsprung, so war man sicher, würde sich die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in einem so kurzen Zeitraum nicht mehr entreißen lassen, zumal man besonders im zweiten Spielabschnitt den Gegner über weite Strecken fest im Griff gehabt hatte.

Aber es sollte dann doch alles ganz anders kommen. Jetzt hinterher – nach gerade doch noch glücklichem Ausgang – mag man es so interpretieren, als wollten die Oldesloerinnen den vielen Zuschauern – die Stormarnhalle war mit 700 Zuschauern brechend voll – für das Eintrittsgeld doch noch ein wenig Nervenkitzel bieten.

Jedenfalls klappte das Spiel der Truppe von Trainer Ulli Meyer urplötzlich völlig zusammen. Im Angriff häuften sich die unüberlegten Anspiele und überhasteten Torwürfe, die natürlich zu Ballverlusten führten, und auch in der Abwehr des VfL, die zuvor ein festes Bollwerk gewesen war, klafften nun riesige Lücken. Insbesondere auf den Außenpositionen wurde nun kaum noch gedeckt, so daß der Westmeister innerhalb von nur drei Minuten – zwischen der 45. und 49. Minute – vier Treffer aufholen konnte.

Für die Stormarnerinnen war beim Spielstand von 12:11 damit die Lage für die letzten 120 Sekunden oberkritisch. Noch einen weiteren Gegentreffer durften sie sich unter keinen Umständen erlauben, denn bei einem ausgeglichenen Spielausgang hätten die auswärts mehr erzielten Tore den Ausschlag für Mühlheim gegeben.

Aber wer sollte beim VfL nun noch die brechenden Deiche wieder zuschütten? Gewiß, Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, die routiniertesten Spielerinnen, hatten auch in dieser Spielphase noch vergleichsweise kühlen Kopf bewahrt, aber es waren doch Zweifel angebracht, ob sie allein die nun wie aufgedreht spielenden Westdeutschen würden bremsen können.

Immerhin wurde der nächste Angriff der Gäste abgefangen und dem VfL bot sich mit Ballbesitz eine neue Chance. Mehrfach schlugen nun Versuche fehl, eine günstige Wurfposition zu erlangen, aber die Freiwürfe, die sie erbrachten, hatten ja auch ihr Gutes, denn sie gaben Zeitgewinn und beließen den Ball in den Reihen des VfL. Endlich, exakt 50 Sekunden vor Spielschluß, löste sich dann die Spannung. Renate Warncke, bis dahin noch ohne Torerfolg, aber schon mit einigen Fehlversuchen belastet, faßte sich ein Herz, ging energisch zum Kreis durch und warf das alles entscheidende Tor zum 13:11.

Damit war die Entscheidung gefallen! Die Truppe von Trainer Ulli Meyer hatte ihren vielen Erfolgen die Krone aufgesetzt. Durch den Erfolg über den Westmeister war das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft war erreicht. Gegner der Oldesloerinnen ist an den beiden nächsten Wochenenden in Hin- und Rückspiel der Südmeister VfL Pfullingen, der Sonnabend den Südwestmeister TG Niederroden durch einen 8:7-Erfolg (Hinspiel 11:12) ausgeschaltet hatte. Der VfL muß zunächst wieder auswärts antreten und hat dann in 14 Tagen in der Stormarnhalle Gelegenheit, vor eigenem Publikum alles zu entscheiden.

Und hier noch kurz der Spielbericht bis zur oben geschilderten dramatischen Zuspitzung. Die Mühlheimerinnen waren schon nach knapp 30 Sekunden mit 1:0 in Führung gegangen, aber diese Führung sollte für sie die einzige des ganzen Spiels sein. Jeanette Müller und Andrea Struppek, die einen Siebenmeter verwandelte, machten daraus bis zur 6. Minute einen 2:2-Vorsprung. Der folgende Ausgleich war für die Gäste dann gleichzeitig der letztmalige Gleichstand in diesem Spiel, denn anschließend brachten Andrea Struppek, Antje Schütt (beide verwandelten sie einen Siebenmeter) und Jeanette Müller ihr Team beruhigend mit 5:2 in Front.

Bis zum Seitenwechsel änderte sich dann am Ergebnis nicht mehr sehr viel. Die Gäste erzielten noch zwei Treffer, denen Andrea Güldenpfennig den sechsten Oldesloer Treffer entgegensetzte. Zwischenzeitlich gab es auf beiden Seiten verworfene Siebenmeter zu registrieren. Die Gäste scheiterten dabei gleich zweimal und auch Antje Schütt hatte mit ihrem zweiten Versuch kein Glück.

Nach der Pause hatte der VfL dann seine beste Phase. Durch Tore von Andrea Hasenberg (3), Andrea Güldenpfennig und Jeanette Müller schraubten sie das Ergebnis bis zur 42. Minute auf 11:6 und mit dem prompten Gegentreffer der Westdeutschen ließ, wie oben schon erwähnt, Andrea Struppek mit ihrem dritten verwandelten Siebenmeter postwendend das 12:7 folgen.

Der Truppe von Trainer Ulli Meyer kann man für eine große kämpferische Leistung nur ein riesiges Kompliment machen. Spielerisch waren gewiß einige Schwächen zu erkennen, aber wer will den Mädchen angesichts der großen Nervenbelastung die aufgetretenen Fehler anlasten. Neben den schon erwähnten Spielerinnen kamen beim VfL noch Torhüterin Gudrun Noack, die bei zwei, drei Gegentoren nicht besonders glücklich aussah, dafür aber eine Reihe schwerster Würfe parierte, Anja Müller und Christiane Buck zum Einsatz.

Die Gäste aus Mühlheim wurden in Bad Oldesloe ihrem Ruf als überaus harte Mannschaft voll gerecht. Auch der VfL ist gewiß nicht zimperlich – drei Zeitstrafen von Jeanette Müller, Andrea Struppek und Renate Warncke zeigen dieses deutlich – aber was einige Mühlheimerinnen, allen voran Monika Fenten (Nr. 8) und Helga Koslowski (Nr. 11), zeigten, hatte mit Sport nicht mehr viel zu tun. Dabei hatten die Westdeutschen eine solche Gangart nicht nötig, denn auch spielerisch hatten sie einiges zu bieten. Mit etwas mehr Glück hätten sie die Partie in Oldesloe sogar gewinnen können und das nicht nur in der dramatischen Schlußphase, wofür nicht weniger als sechs „Holztreffer“ – die Oldesloer hatten nur zwei – sprechen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.5.1979

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