Dienstag, 11. Mai 1982

Aufstiegsrunde beginnt

TSV Kremperheide ist erster Gegner der VfL-Damen

(mth) Für die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe beginnt morgen die Aufstiegsrunde zur schleswig-holsteinischen Oberliga. Neben dem VfL, der sich nach anfänglich hartem Zweikampf mit dem Möllner SV überlegen den Meistertitel im Bezirk Süd gesichert hatte, nehmen an dieser Aufstiegsrunde der TSV Kremperheide (Bezirk West). der TSV Kronshagen (Bezirk Ost) und Flensburg 08 (Bezirk Nord) an dieser Aufstiegsrunde teil.

Gespielt wird in einer Doppelrunde, die bis Ende des Monats abgeschlossen wird. Am Ende schaffen die beiden erstplacierten Mannschaften den Sprung in das schleswig-holsteinische „Oberhaus“.

Erster Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist morgen um 20.15 Uhr in der Stormarnhalle der TSV Kremperheide. Die Mannschaft aus dem Kreis Steinburg hat ihr erstes Aufstiegsspiel schon hinter sich und verzeichnete dabei mit einem 16:10-Erfolg bei Flensburg 08 einen guten Start.

Der VfL wird also gut daran tun, sich gleich im ersten Spiel mächtig anzustrengen, um sich gleich ein kleines Polster für die dann noch folgenden schweren Aufgaben anzuschaffen. Trainer Ulli Meyer hat seine Truppe für die Aufstiegsrunde neu formiert. Aus der erfolgreichen A-Jugend-Oberliga-Mannschaft sind Martina Pusch (Torhüterin), Katja Schoppenhauer (Kreisläuferin) und Meike Schäfer (Linkshänderin) als Verstärkung neu in die Mannschaft gekommen.

In zwei Vorbereitungsspielen gegen Oberliga-Meister TS KaItenkirchen (21:20) und den Regionalligisten Lübecker Turnerschaft (12:10) zeigte die Mannschaft in dieser neuen Formation gute Leistungen, so daß wir der Mannschaft um Jungnationalspielerin Andrea Güldenpfennig auch in der Aufstiegsrunde einiges zutrauen.

Bereits am Freitag dieser Woche müssen die VfL-Damen dann erneut ran. Im zweiten Heimspiel ist dann um 20 Uhr in der Dr. Heinrich-Vogler-Halle der TSV Kronshagen Gegner der Stormarnerinnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.5.1982

 

Mittwoch, 12. Mai 1982

Hein Büttelbars und die VfL-Damen

Ulli Meyer‘s Handball-Damen

wieder siegreich voran kamen,

kürzlich glänzten ihre Taten

über Lübecks Hanseaten.

Oberligahandballmeister,

TS Kaltenkirchen heißt er,

wacker streitend zwangen sie

schon vor Wochen in die Kniee.

Silke, Petra und Jeanette,

die ich hier zu nennen hätte,

sind ein Teil der Damenpracht,

die sich so verdient gemacht.

Büttelbars in diesem Blatt

Spaß daran zu lesen hat,

wie sich diese wack're Schar

aufwärts handballt dieses Jahr.

Ich drück Daumen, steigt so weiter

siegreich auf der Handballleiter,

daß des Trainings Fleiß und Schweiß

weiter werdet Euch zum Preis.

Hein Büttelbars

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1982

 

Mittwoch, 12. Mai 1982

Erfolgreicher Aufstiegsrundenauftakt

VfL-Damen „putzten“ Kremperheide mit 25:14

(mth) Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe startete außerordentlich erfolgreich in die Aufstiegsrunde zur schleswig-holsteinischen Oberliga. Gegen den Meister des Bezirkes West, den TSV Kremperheide, landete die Truppe von Trainer Ulli Meyer einen 25:14 (11:9)-Erfolg in der mit rund 300 Zuschauern ausgezeichnet besetzten Stormarnhalle.

Die Oldesloer Truppe, die sich streckenweise in prächtiger Verfassung vorstellte, hat sich damit eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Landes verschafft. Immerhin steigen zwei der vier an der Aufstiegsrunde beteiligten Mannschaften auf und daß der TSV Kremperheide nicht zu den schlechtesten Teams der Runde zählt, hatte er mit einem 16:10-Erfolg über Nordmeister Flensburg 08 schon bewiesen.

Freitag müssen die Oldesloer Damen erneut ran. Um 20 Uhr ist der Meister des Bezirkes Ost, der TSV Kronshagen, Gegner der Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in der Dr. Heinrich-Vogler-Halle.

In der Begegnung am Abend gingen die Gäste in der Anfangsminute zunächst durch ihre beste Spielerin, Silke Hanke, mit 1:0 in Führung, dann aber übernahm der VfL schnell das Kommando. Nach Toren von Susanne Paetz (2), Wiebke Rickert und Jeanette Müller gingen die Oldesloerinnen beim 4:2 erstmalig mit zwei Treffern in Führung und darauf aufbauend wurde das Spiel des VfL immer sicherer.

Über 7:3 wurde die Führung bis acht Minuten vor dem Seitenwechsel auf 11:6 ausgebaut. Erst als Trainer Ulli Meyer dann die auch an diesem Tag überragende Andrea Güldenpfennig auswechselte, um auch ihr eine Pause zu gönnen – schließlich wird von den Damen in drei „englischen Wochen“ hintereinander allerlei verlangt –, kamen die Kremperheider etwas auf und konnten den Rückstand bis zur Pause auf 9:11 verkürzen.

Andrea Güldenpfennig nahm auch nach der Pause zunächst noch wieder auf der Auswechselbank Platz, aber als nach einem zwischenzeitlichen 13:10 der Gast beim 13:11 wieder bis auf zwei Tore herangekommen war und sich Sand in das Getriebe des VfL-Spiels eingeschlichen hatte, kehrte Andrea wieder auf das Parkett zurück.

Der Erfolg stellte sich dabei nicht sofort ein, denn durch zwei Zeitstrafen von Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig hatte der VfL zunächst noch ein paar bange Minuten zu überstehen und mußte den Gegner sogar auf 13:12 herankommen lassen, aber mit dem 14:12, das Susanne Paetz mit einem Siebenmeter erzielte, war dann der Bann gebrochen.

Der VfL spielte von nun an großartig auf und ließ dem Gegner keine Chance mehr. Über 16:12 und 20:13 wurde der Vorsprung bis zum Schlußpfiff auf 25:14 ausgebaut.

Mit neun Treffern war Andrea Güldenpfennig einmal mehr erfolgreichste Torwerferin des VfL. Ihr am nächsten kam Susanne Paetz mit sechs Treffern, gefolgt von Jeanette Müller (4) und Katja Schoppenhauer (2). Andrea Hasenberg, Wiebke Rickert, Petra Payka und Meike Schäfer zeichneten für die restlichen Treffer verantwortlich. Außerdem kamen noch Margret Richter und Silke Lauschke im Feld zum Einsatz. Im Tor erfüllten Gudrun Noack und Martina Pusch je eine Halbzeit lang die in sie gesetzten Erwartungen.

Mit diesem Sieg habend die VfL-Damen zugleich die Tabellenführung in der Aufstiegsrunde übernommen. Punktgleich mit ihnen ist der nächste Gegner, der TSV Kronshagen, der im zweiten Mittwochspiel die Vertretung von Flensburg 08 mit 12:10 schlug. Die Aussichten der Flensburgerinnen, bei denen der VfL am kommenden Mittwoch antreten muß, sind bei 0:4 Punkten schon nicht mehr besonders rosig.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.5.1982

 

Freitag, 14. Mai 1982

14:15-Niederlage gegen Kronshagen

Bei den Oldesloer Handball-Damen riß ganz plötzlich der Faden

(mth) Für die Damen der Handballabteilung des VfL Oldesloe begann das Aufstiegsspiel in der Dr. Heinrich-Vogler-Halle gegen den TSV Kronshagen recht gut. Sie führten schnell 2:0. Linksaußen Wiebke Rickert war glänzend aufgelegt und erhöhte für den VfL auf 5:1. Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg erzielte mit einem Freiwurf das 6:2. Kronshagen machte es den Oldesloerinnen durch ihre sehr langsame Spielweise sehr schwer. Sie „lullten“ den VfL immer wieder ein und schlugen immer wieder urplötzlich zu. Bis auf 6:5 kamen sie heran, ehe der VfL dann bis zur Pause den Vorsprung auf 9:6 ausbauen konnte.

Nach der Pause erhöhte Katja Schoppenhauer auf 10:6. Durch zwei Treffer von Andrea Güldenpfennig erzielte der VfL mit dem 12:7 die größte Tordifferenz in diesem Spiel.

Doch dann ging es bergab. Zwei umstrittene Siebenmeter nutzte Kronshagen zum 9:12. Andrea Hasenberg erzielte das vorläufig letzte Tor zum 13:9 mit einem Fallwurf vorm Kreis. Fünf Tore in Folge brachten Kronshagen zwei Minuten vor dem Spielende mit 14:13 in Front. Per Siebenmeter konnte Andrea Güldenpfennig den Ausgleich erzielen. Es langte aber nicht mehr. Im Gegenzug bekamen die Gäste den siebenten Siebenmeter zugesprochen. Die 14:15-Niederlage war perfekt.

Die Tore für die Truppe um Trainer Ulli Meyer erzielten: Andrea Hasenberg (5), Andrea Güldenpfennig (3/2), Susanne Paetz (2), Wiebke Rickert (2), Jeanette Müller (1/1) und Katja Schoppenhauer (1).

Am Mittwoch spielen die VfL-Damen bei Flensburg 08. Schlachtenbummler können mitreisen. Der Bus startet um 17.15 Uhr ab Stormarnhalle. Interessenten sollten sich dort vor Abfahrt einfinden.

Im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde schlug der TSV Kremperheide Flensburg 08 mit 17:9.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.5.1982

 

Mittwoch, 19. Mai 1982

VfL-Damen mußten zittern

Erst in letzter Sekunde gelang der Ausgleich

(mth) Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe tut sich in der Aufstiegsrunde zur schleswig-holsteinischen Oberliga unerwartet schwer. Nach der 14:15-Heimniederlage am letzten Freitag gegen den TSV Kronshagen mußte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer nun bei Nordmeister Flensburg 08 mit einem 13:13-Unentschieden begnügen.

Und die Oldesloerinnen konnten mit diesem Punktgewinn bei den zuvor noch punktlosen Flensburgerinnen dem Spielverlauf nach noch sehr zufrieden sein. Lange Zeit hatte es nämlich nicht auch nur nach einem Teilerfolg für die Stormarnerinnen ausgesehen. Der VfL ging zwar in den Anfangsminuten mit 1:0 und 2:1 in Führung, hielt dann noch bis zum 4:4 mit und mußte von da an ständig einem Rückstand hinterherlaufen.

Kurz vor Halbzeit führten die Flensburgerinnen sogar schon mit 7:4, ehe Jeanette Müller mit einem verwandelten Siebenmeter den Pausenrückstand noch auf 5:7 verringern konnte Aber es sollte für die Stormarnerinnen noch schlimmer kommen. Bis zur 40. Minute wuchs der Rückstand auf 6:11 an und eigentlich gab keiner mehr einen Pfifferling auf die erfolgsverwöhnten Oldesloerinnen.

In den letzten zwanzig Minuten aber machte der VfL dann pausenlos Tempo und nun kam die ganz große Zeit von Susanne Paetz. Mit vier Treffern hintereinander konnte sie bis zwei Minuten vor Spielende auf 12:12 ausgleichen. Als dann Flensburg 08 erneut mit 13:12 in Führung ging, schaltete der VfL in den letzten 90 Sekunden auf Manndeckung um. Jeanette Müller war es dann vorbehalten, mit einem verwandelten Siebenmeter den Oldesloerinnen wenigstens noch einen Punkt zu sichern.

Dabei waren Siebenmeter eigentlich nicht gerade eine Stärke des VfL in diesem Spiel. Susanne Paetz, mit sechs Toren erfolgreichste Oldesloer Werferin, konnte zwar vier Siebenmeter sicher verwandeln, aber Andrea Güldenpfennig scheiterte gleich zweimal an der gegnerischen Torhüterin und auch Jeanette Müller konnte von drei Siebenmetern einen nicht verwandeln.

Mit je drei Toren kamen Andrea Güldenpfennig und Jeanette Müller Susanne Paetz aber dennoch am nächsten. Den 13. Treffer erzielte Wiebke Richter. Außerdem setzte der VfL noch Gudrun Noack, Martina Pusch, Margret Richter, Andrea Hasenberg, Katja Schoppenhauer, Petra Payka ein. Auf die verletzten Meike Schäfer und Silke Lauschke konnte Trainer Ulli Meyer in diesem Spiel nicht zurückgreifen.

Am Sonnabend müssen die VfL-Damen um 16 Uhr beim TSV Kremperheide antreten. Dieses Spiel müssen die Stormarnerinnen unbedingt gewinnen, um auch weiterhin Aussichten auf den Oberligaaufstieg zu behalten. Die Mannschaft fährt um 13.30 Uhr mit dem Bus von der Stormarnhalle ab. Schlachtenbummler können die Fahrt mitmachen. Sie sollten sich vor Abfahrt des Busses an der Stormarnhalle einfinden.

Die zweite Begegnung der Aufstiegsrunde entschied am Mittwoch der TSV Kremperheide mit 16:14 beim TSV Kronshagen für sich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1982

 

Sonnabend, 22. Mai 1982

15:11-Sieg in Kremperheide

Die Aufstiegschancen der VfL-Damen wieder gestiegen

(mth) Die Chancen der Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, den Aufstieg in die schleswig-holsteinische Oberliga zu schaffen, sind wieder erheblich gestiegen. Beim TSV Kremperheide, gegen den man schon das Hinspiel sicher mit 25:14 gewonnen hatte, siegten die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer auch im Rückspiel mit 15:11.

Mit nun 5:3 Punkten ist die Ausgangsposition für die Oldesloerinnen vor den beiden letzten Aufstiegsspielen – am Mittwoch in eigener Halle gegen Flensburg 08 und am Sonnabend beim TSV Kronshagen –, einen der beiden ersten Plätze zu erreichen, recht günstig. Große Ausrutscher allerdings darf sich der VfL nicht mehr erlauben.

Im Spiel in Kremperheide gingen in der vollbesetzten Sporthalle zunächst die Gastgeberinnen in Führung (1:0 und 3:2), dann aber kam vor allem der VfL-Rückraum (Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig brachten es auf je sechs Treffer) immer besser zur Geltung und bis zur Pause hatte der VfL mit einer 8:4-Führung schon deutlich das Kommando übernommen.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte geriet der VfL zunächst einmal wieder gehörig unter Druck und die Kremperheider Damen konnten auf 6:8 verkürzen. Als dann aber beim 10:6 der alte Abstand wieder hergestellt war, kamen die Oldesloerinnen so richtig in Schwung. Sie erhöhten nun den Vorsprung rasch auf 15:8 und hatten damit den doppelten Punktgewinn in der Tasche.

In den Schlußminuten mußten die Oldesloerinnen dann noch zusätzlich gegen die beiden Schiedsrichter spielen, die reihenweise Fehlentscheidungen trafen. Ein starker Rückhalt war in diesem Spielabschnitt Torhüterin Martina Pusch, die zuvor schon zwei Siebenmeter abgewehrt hatte. Sie hielt nun sogar noch einen dritten Strafwurf und sorgte mit ihren großartigen Paraden dafür, daß die Gastgeberinnen nur noch auf 11:15 herankamen.

Außer Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig waren für den VfL noch Katja Schoppenhauer (2) und Andrea Hasenberg erfolgreich. Außerdem setzte Trainer Ulli Meyer noch Wiebke Rickert, Petra Payka, Susanne Paetz und Heinke Juds ein.

Im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde kam der TSV Kronshagen zu einem 11:9- Erfolg bei Flensburg 08, Die Flensburgerinnen haben damit die letzte Chance auf den Aufstieg verspielt.

Das letzte Heimspiel der Oldesloer Damen gegen Flensburg 08 beginnt am Mittwoch um 20.30 Uhr in der Stormarnhalle. Die Damen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg hoffen dabei auf große Unterstützung ihrer Fans. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.5.1982

 

Mittwoch, 26. Mai 1982

Aufstieg ist perfekt

27:11-Erfolg – VfL-Damen sind in der Oberliga

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat ihr Ziel erreicht. Mit einem jederzeit ungefährdeten 27:11 (16:4)-Erfolg über den Meister des Bezirkes Nord, Flensburg 08, der schon vor der Begegnung ohne jede Aufstiegschance war, sicherte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer in der fast leeren Stormarnhalle – die Anhänger hatten offensichtlich die parallel laufende Fernsehübertragung des Fußball-Europapokalendspiels vorgezogen – vorzeitig den Aufstieg in die schleswig-holsteinische Oberliga.

Das letzte Spiel in der Aufstiegsrunde des VfL am Sonnabend beim TSV Kronshagen ist bedeutungslos geworden, da die Kronshagenerinnen beim TSV Kremperheide mit 14:9 gewannen. Die Kieler Vorstädterinnen (8:2 Punkte) und die Stormarnerinnen (7:3 Punkte) sind von dem TSV Kremperheide, der seine Spiele schon abgeschlossen hat und 6:6 Punkte aufweist, nun nicht mehr einzuholen.

Unverständlich blieb eigentlich allen Betrachtern, wieso der VfL gegen diesen Gegner im Hinspiel eine Woche zuvor nur mit Mühe ein 13:13-Unentschieden erreicht hatte. Der VfL nämlich war seinem Gegner haushoch überlegen und bestimmte das Spielgeschehen nach Belieben.

Die Frage nach dem Sieger in diesem Spiel war spätestens nach zehn Minuten beantwortet. Erst nach dieser Zeitspanne nämlich riskierten die Flensburgerinnen den ersten Torwurf. Erfolglos im übrigen, was aber im zweiten Anlauf korrigiert wurde.

Aber dieses Gegentor, das einzige Feldtor der Flensburgerinnen im ersten Spielabschnitt, konnte den VfL in keiner Weise schocken, denn er hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon eine 7:0-Führung vorgelegt. Die Oldesloer Deckung hatte bis dahin optimal gearbeitet und die Torausbeute war fast maximal. Mit der aggressiven 5:1-Deckung – Andrea Güldenpfennig spielte vorgezogen – kam der Gegner aus der Grenzstadt nie zurecht und mußte so, vor allem durch erfolgreiche Tempogegenstöße, einen Treffer nach dem anderen einstecken.

Und das muntere „Scheibenschießen“ dauerte bis zum Seitenwechsel an. Ohne jemals auf ernsthafte Gegenwehr zu treffen, wurde der Vorsprung bis zur Pause auf 16:4 ausgebaut.

In der zweiten Halbzeit ließ der VfL die Angelegenheit dann zunächst ein weinig ruhiger angehen. Andrea Güldenpfennig, die mit sieben Treffern im ersten Spielabschnitt ihren Torhunger weitestgehend schon gestillt hatte, hielt sich nun merklich zurück und versuchte sich einmal gar mit einer Einlage nach Art der Haarlem Globetrotters, als sie einen Tempogegenstoß mit einem plötzlichen Rückhandwurf abschloß, der allerdings an das Lattenkreuz prallte.

Trotz der nun deutlicher werdenden Zurückhaltung aber geriet den Oldesloerinnen das Spiel nie aus der Hand. Man war jederzeit in der Lage, das Tempo wieder anzuziehen und baute den Vorsprung kontinuierlich weiter aus. Den höchsten Vorsprung hatte man eine Minute vor Spielschluß mit 27:9 erreicht, ehe den Flensburgerinnen in der Schlußminute noch zwei Treffer zur Resultatsverbesserung gelangen.

Trotz ihrer Zurückhaltung in der zweiten Halbzeit war Andrea Güldenpfennig mit neun Treffern einmal mehr die herausragende Torwerferin. Aber auch alle anderen eingesetzten Feldspielerinnen konnten sich in die Torschützenliste eintragen. Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Meike Schäfer (je 3), Susanne Paetz, Heinke Juds, Katja Schoppenhauer und Wiebke Rickert (je 2) und Petra Payka erzielten die restlichen Tore. Im Tor wechselten sich Martina Pusch und Gudrun Noack je eine Halbzeit lang ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.5.1982

 

Sonnabend, 29. Mai 1982

Die Revanche gelang

Die VfL-Damen noch Erster in der Aufstiegsrunde

(mth) Eigentlich hätte die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe am Pfingstsonnabend die Fahrt zum letzten Aufstiegsspiel zur schleswig-holsteinischen Oberliga beim TSV Kronshagen zu einer gemütlichen Ausflugsfahrt umfunktionieren können. Durch den glatten Sieg am letzten Mittwoch über Flensburg 08 und den gleichzeitigen Erfolg des TSV Kronshagen beim TSV Kremperheide war der Aufstieg der Oldesloer Damen ins schleswig-holsteinische „Oberhaus“ schon beschlossene Sache und niemand hätte es ihnen verübeln können, wenn sie nun nach langer anstrengender Saison sich kein Bein mehr ausgerissen hätten.

Aber die Truppe von Trainer Ulli Meyer dachte nicht daran, sich auf die faule Haut zu legen. Die 15:16-Hinspielniederlage gegen den TSV Kronshagen, die man im VfL-Lager als ausgesprochen überflüssig empfand und die Andrea Hasenberg und Co. ganz unverhofft in Schwierigkeiten gebracht hatte, war ihnen ein Dorn im Auge und dafür wollte man, ganz im sportlichen Sinne versteht sich, Revanche nehmen.

Und dieses Vorhaben glückte den Stormarnerinnen. Am Ende hatten sie das Spiel in der Kieler Vorstadt sicher mit 22:14 gewonnen und mit 9:3 Punkten verdrängten sie die Kronshagenerinnen (8:4 Punkte) noch vom ersten Platz in der Aufstiegsrunde. Die „Hackordnung“, wie sie von Kennern der Szene schon vor Beginn der Aufstiegsrunde erwartet worden war, war damit nach dem letzten Spiel wieder hergestellt.

Das Spiel in Kronshagen stand nur etwa bis zur Mitte der ersten Halbzeit auf des Messer Schneide. Der VfL, für den Jeanette Müller die ersten drei Treffer erzielte, geriet zwar nie in Rückstand, konnte aber auch seinerseits nie mit mehr als einem Treffer in Führung bleiben. Eine Vorentscheidung fiel dann aber, als die Stormarnerinnen nach dem 5:5-Gleichstand vier Treffer hintereinander erzielen konnten und mit 9:5 in Front gingen. Dieser Vorsprung wurde bis zum Halbzeitpfiff dann auf 13:7 ausgebaut.

Nach dem Seitenwechsel drehte dann Andrea Güldenpfennig, die im ersten Spielabschnitt mit vier Treffern noch hinter Jeanette Müller (fünf Tore) hatte zurückstehen müssen, auf. Sie erzielte die nächsten sechs Treffer für den VfL ganz alleine und avancierte mit zehn Toren einmal mehr zur erfolgreichsten Werferin ihrer Mannschaft.

Besonders bemerkenswert war in der zweiten Halbzeit ein fünfminütiger Spielabschnitt, als der VfL durch Zeitstrafen nach Wechselfehlern mit vier Feldspielerinnen auskommen mußte, das Resultat aber dennoch von 16:8 auf 18:9 verbessern konnte. Den höchsten Vorsprung erreichten die Oldesloerinnen kurz vor Spielschluß mit 20:9, den sie sich bis zum Schlußpiff aber noch auf 22:14 reduzieren lassen mußten.

Neben Andrea Güldenpfennig (10) und Jeanette Müller (5) waren für den VfL noch Susanne Paetz, Meike Schäfer (je 2), Heinke Juds, Margret Richter und Andrea Hasenberg in Kronshagen erfolgreich. Außerdem kamen noch die beiden Torhüterinnen Gudrun Noack und Martina Pusch, Katja Schoppenhauer, Wiebke Rickert und Petra Payka zum Einsatz.

Nicht vergessen werden sollen bei der Erreichung des Saisonzieles aber auch Andrea Struppek, Silke Lauschke, Petra Butschkau, Kerstin Henning und Birgit Horn, die sich nach dem Massenaustritt kurz nach Saisonbeginn in der Bezirksliga selbstlos für die Mannschaft zur Verfügung stellten und ihre Scherflein zum Gesamterfolg beitrugen, auch wenn sie in der Aufstiegsrunde, als Spielerinnen aus der weiblichen A-Jugend-Oberliga-Mannschaft zur Verstärkung herangezogen wurden, nur noch sporadisch oder gar nicht mehr zum Einsatz kamen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.6.1982

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