Pokalsaison 1982 - 83

Freitag, 12. November 1982
VfL-Damen wollen auch im Pokal hoch hinaus.

(mth) … Während die weibliche A-Jugend in der schleswig-holsteinischen Oberliga am Wochenende gänzlich spielfrei ist, ist die ebenfalls punktspielfreie VfL-Damenmannschaft im Pokaleinsatz. Am Sonnabend um 19.30 Uhr trifft die Truppe von Trainer Ulli Meyer in der Stormarnhalle auf die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel. Die Kielerinnen spielen wie der VfL in der schleswig-holsteinischen Oberliga.

Zu Saisonbeginn erreichte der VfL in Kiel im Punktspiel ein 17:17-Unentschieden. Dieses möchte man morgen natürlich zu gerne in einen Sieg umwandeln, aber den VfL-Coach bedrängen doch einige Aufstellungsprobleme. Außer auf Katja Schoppenhauer wird Ulli Meyer auch auf Jeanette Müller verzichten müssen, die sich bei der Begegnung in Neustadt eine Gehirnerschütterung und eine Schulterprellung zuzog. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.11.1982

 

Sonnabend, 13. November 1982
Damen im Pokal weiter.

(mth) Die Oldesloer Damen besiegten am Sonnabend in der Stormarnhalle im Pokalwettbewerb die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel sicher mit 19:11 und zog damit in die dritte Runde auf Landesebene ein.

Die Oldesloer Damen ließen gegen die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel, gegen die sie zu Beginn der Punktspielserie in der Landeshauptstadt nur zu einem 17:17-Unentschieden gekommen waren, trotz des Fehlens der verletzten Jeanette Müller und Katja Schoppenhauer eigentlich nie einen Zweifel am späteren Sieger aufkommen. Der VfL ging von Anbeginn an in Führung, ließ lediglich zu Beginn beim 1:1, 2:2 und 3:3 Gleichstände für den Gast zu und hatte das Heft stets in der Hand.

Bis zu einem Stand von 8:6 kurz nach der Halbzeit konnten die Kielerinnen zwar noch einigermaßen mithalten, dann aber hatten sie ihr Pulver verschossen und der VfL, angetrieben von der wieder einmal überragenden Andrea Güldenpfennig, baute seinen Vorsprung kontinuierlich auf den 19:11-Endstand aus.

Mit sieben Treffern war Andrea Güldenpfennig erneut auch beste Torwerferin der Oldesloerinnen. Martina Scheel, Susanne Paetz (je 3), Andrea Hasenberg, Anja Müller und Wiebke Rickert (je 2) warfen die weiteren Tore. Im Tor zeigten Gudrun Fandrey und Martina Pusch einmal mehr, daß Trainer Ulli Meyer gleich auf zwei zuverlässige Torhüterinnen zurückgreifen kann. Außerdem kamen noch Petra Payka und Hannelore Tresemer zum Einsatz. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.11.1982

 

Freitag, 26. November 1982
Hohe Pokalhürden für die Damen- und Herrenteams des VfL Oldesloe.

(mth) Pokalspiele stehen am Wochenende im Mittelpunkt des Handballgeschehens der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Die erste Damenmannschaft des VfL tritt am Sonnabend um 19.30 Uhr bei der Bezirksliga-Mannschaft des TSV Jörl an.

Trainer Ulli Meyer muß auch für diese Begegnung der dritten DHB-Pokal-Runde auf Landesebene noch auf die beiden verletzten Spielerinnen Jeanette Müller und Katja Schoppenhauer verzichten. Außerdem wird auch Petra Payka nicht mit von der Partie sein. Dennoch wollen die Oldesloerinnen natürlich alles versuchen, um die Runde der letzten Vier zu erreichen.

Auf die leichte Schulter allerdings darf der Gegner aus der Nähe von Flensburg – das Spiel findet in Tarp statt – nicht unterschätzen. Ein wenig konzentrierter und entschlossener als am letzten Wochenende bei der überflüssigen Niederlage gegen TS Bar Bramstedt werden Andrea Güldenpfennig und Co. schon auftrumpfen müssen, wenn die Hürde genommen werden soll. Da die VfL-Damen nach Niederlagen beziehungsweise Punktverlusten immer besonders motiviert auftraten, rechnen wir aber dennoch mit einem Erfolg der Stormarnerinnen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1982

 

Sonnabend, 27. November 1982
VfL-Damen mußten ihren Pokalsieg beim TSV Jörl teuer bezahlen.

(mth) Mit einem Sieg der Damen und einer Niederlage der Herren endeten am letzten Wochenende die Pokalspiele der beiden ranghöchsten Mannschaften der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Die VfL-Damen siegten heim TSV Jörl sicher mit 24:15 und die Oldesloer Herren hatten bei ihrer 11:20-Niederlage bei der Turnerschaft Einfeld keine Chance.

Die Oldesloer Damen mußten ihren Sieg beim TSV Jörl, mit dem sie in die letzte Pokalrunde auf Landeschene einzogen, teuer bezahlen Nach zehn Spielminuten, der VfL hatte gerade einen 0:2-Rückstand aufgeholt, zog sich Martina Scheel bei einem Sprungwurf aus dem Rückraum einen Sehnenabriß im Ringfinger zu. Sie mußte sofort in ein Flensburger Krankenhaus eingeliefert werden und wird ihrer Mannschaft mit Sicherheit ein paar Monate nicht zur Verfügung sieben. Da auch Jeanette Müller und Katja Schuppenhauer mindestens noch bis zum Jahresende mit Verletzungen ausfallen, kommen auf Trainer Ulli Meyer für die kommenden Aufgaben große Aufstellungssorgen zu.

Das Spiel in Tarp hatte der VfL rotz dieses Mißgeschicks sicher im Griff. Die Mannschaft, die nach der Verletzung von Martina Scheel nur noch sechs Feldspielerinnen zur Verfügung hatte, nahm das Tempo völlig aus dem Spiel und ließ so die Gastgeberinnen, die in der Runde zuvor immerhin den Oberliga-Spitzenreiter TSV Breiholz ausgeschaltet hatten, nie zur Entfaltung kommen.

Mit neun Treffern war Susanne Paetz diesmal erfolgreichste VfL-Werferin. Ihr folgte Andrea Güldenpfennig mit acht Treffern. Andrea Hasenberg (4), Anja Müller (2) und Wiebke Rickert waren außerdem noch erfolgreich. Außerdem kamen nach die beiden Torhüterinnen Gudrun Fandrey und Martina Pusch (sie hielt wieder einmal einen Siebenmeter) und Hannelore Tresemer zum Einsatz. In der nächsten Pokalrunde trifft der VfL nun auf den Sieger der Begegnung SV Oldenburg gegen FT Neumünster. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.12.1982

 

Freitag, 17. Dezember 1982
Im Pokal wollen die VfL-Damen Revanche nehmen.

(mth) Die Handball-Damen des VfL Oldesloe haben am Wochenende Gelegenheit zu einer schnellen Revanche. In der vierten – und damit letzten – Pokalrunde auf Landesebene muß die Truppe von Trainer Ulli Meyer am Sonntag beim Tabellenletzten der schleswig-holsteinischen Oberliga, FT Neumünster, antreten, bei dem sie am letzten Wochenende mit 16:18 unterlagen.

Die personelle Situation hat sich beim VfL gegenüber dem letzten Wochenende noch nicht gebessert. Jeanette Müller, Katja Schoppenhauer und Martina Scheel stehen wegen ihrer Verletzungen noch immer nicht zur Verfügung. Anders als beim letzten Spiel aber wird Trainer Ulli Meyer am Sonntag zusätzlich zum verbliebenen Stamm auch auf Spielerinnen der zweiten Mannschaft zurückgreifen, um seine Schützlinge konditionell nicht zu überfordern.

Eine erfolgreiche Revanche und damit der Einzug in die erste Pokalrunde auf Regionalebene wird den Oldesloerinnen um Andrea Güldenpfennig nur dann gelingen, wenn sie ihre vor allem im Rückraumspiel gezeigten Schwachen ablegen können. Das Spiel in der KSV-Sporthalle in Neumünster beginnt am Sonntag um 11 Uhr. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.12.1982

 

Sonntag, 19. Dezember 1982
Die VfL-Damen nahmen in Neumünster Revanche für Punktspielniederlage.

(mth) Der Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe glückte eine erfolgreiche Revanche, Eine Woche nachdem die Truppe von Trainer Ulli Meyer im Punktspiel der schleswig-holsteinischen Oberliga beim Schlußlicht dieser Klasse, FT Neumünster, eine empfindliche Niederlage bezogen hatte, gelang es nun in der letzten Pokalrunde auf Landesebene den Spieß umzudrehen. Der VfL gewann mit 17:14 und zog damit in die erste Pokalrunde auf Regionalebene ein. Diese wird am 22. Januar ausgetragen. Wer dann Gegner der Oldesloerinnen ist, steht noch nicht fest. …

Das Damen-Pokalspiel in Neumünster verlief in der ersten Halbzeit außerordentlich spannend. Stets wechselte die Führung zwischen beiden Mannschaften hin und her und nur ein einziges Mal (beim Stande von 7:5 für den VfL) ging ein Team mit mehr als einem Treffer Vorsprung in Führung. Der 8:8-Halbzeitstand drückte dann auch die Ausgeglichenheit beider Mannschaften aus. Nach dem Seitenwechsel ging dieses muntere Wechselspiel dann aber nur noch ein paar Minuten bis zum 11:10 für den VfL weiter. Anschließend warfen die Oldesloerinnen fünf Tore hintereinander und beim Stande von 16:10 war die Partie dann entschieden. Der Gastgeber konnte diesen Rückstand im Endspurt zwar noch ein wenig verkürzen, aber zu einer Wende reichte es nicht mehr.

Für den VfL, der weiterhin auf Jeanette Müller, Martina Scheel und Katja Schoppenhauer (alle verletzt) verzichten mußte, anders als im Punktspiel aber auf Spielerinnen der zweiten Mannschaft zurückgriff, war Andrea Güldenpfennig mit neun Toren herausragende Werferin. Susanne Paetz (3), Wiebke Rickert (2), Andrea Hasenberg, Anja Müller und Petra Payka erzielten die restlichen Treffer. Außerdem kamen noch die Torhüterinnen Martina Pusch und Gudrun Fandrey, die beide ausgezeichnet hielten, Andrea Stuppek, Hannelore Tresemer, Iris Stäcker und Kerstin Henning zum Einsatz. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.12.1982

 

Freitag, 21. Januar 1983
Pokalknüller der Damen.

(mth) … Die VfL-Damen müssen zwei Spiele bestreiten. Am Sonnabend treffen sie um 18.45 Uhr zunächst im Punktspiel auf den MTV Heide. Wollen die Oldesloerinnen weiterhin im Verfolgerfeld von Spitzenreiter Kronshagen, der sich mit 22:4 Punkten schon recht deutlich von der Konkurrenz abgesetzt hat, mitmischen, müssen sie dieses Spiel unbedingt gewinnen.

Zur Zeit rangiert der VfL mit 13:9 Zählern auf dem fünften Platz, nur zwei Minuspunkte getrennt vom TSV Neustadt (19:7) und nur je einen von TSV Breiholz und TS Bad Bramstedt (je 18:8). Leicht wird die Aufgabe für die Oldesloerinnen aber gewiß nicht, denn die Heiderinnen sitzen ihnen mit 13:13 Punkten dicht auf dem Pelz.

Einen ausgesprochenen Leckerbissen gibt es dann am Sonntag ab 14.45 Uhr ebenfalls in der Stormarnhalle zu sehen. In der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Regionalebene treffen die VfL-Damen dann auf den Regionalligavierten SV Friedrichsort. Die Kielerinnen, die sich noch Hoffnungen auf den Meistertitel in ihrer Klasse machen können, sind für die Partie natürlich eindeutig in der Favoritenrolle, nicht zuletzt auch, weil sie den VfL im September letzten Jahres bei einem Turnier klar bezwangen, aber die Oldesloer Handballfreunde erinnern sich noch lebhaft an das Pokalspiel im letzten Jahr gegen den TSV Nord-Harrislee (ebenfalls Regionalliga), als die Truppe von Trainer Ulli Meyer nach tollem Spiel erst in letzter Sekunde verlor.

Auch wenn der VfL mit Sicherheit noch auf Martina Scheel verzichten muß und auch der Einsatz von Jeanette Müller noch nicht ganz sicher ist, hoffen die Fans natürlich auf eine Wiederholung einer solchen Leistung. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1983

Sonntag, 23. Januar 1983
Toller 14:12-Erfolg der VfL-Damen über Friedrichsort.

(mth) … Die VfL-Damen schafften in der ersten Pokalrunde auf Regionalebene eine ausgesprochene Sensation. Gegen den Tabellenvierten der Regionalliga, den SV Friedrichsort, wuchsen die Oldesloer Damen förmlich über sich hinaus und siegten nach hochdramatischer Partie mit 14:12. …

Wie immer gegen starke Gegner waren die Oldesloerinnen hoch motiviert und von vornherein konzentriert bei der Sache. Gegenüber dem Vortag steigerte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer um mehr als 100 Prozent. Das Ergebnis war ein hochklassiges und hochdramatisches Spiel, denn auch die Friedrichsorterinnen nahmen das Spiel von Anbeginn an ernst und gingen voll zur Sache.

Sie gingen in der dritten Minute auch mit 1:0 in Führung und niemand konnte ahnen, daß dieses die vorletzte Führung für die Gäste aus der Landeshauptstadt in der gesamten Begegnung war. Andrea Güldenpfennig, in großartiger Form, erzielte anschließend den Ausgleich und auch die 2:1. Führung.

 

Wichtig war dann, daß Martina Pusch einen Siebenmeter der Kielerinnen halten kannte. Das entnervte die Gäste doch sehr, denn ihr nächster Treffer ließ bis zur 15. Minute auf sich warten. Bis dahin führte der VfL durch Tore von Petra Payka und Andrea Güldenpfennig (Siebenmeter) aber schon mit 4:1.

Anschließend nahmen die Friedrichsorterinnen Andrea Güldenpfennig in kurze Deckung und der VfL hatte doch ein wenig Mühe, um sich daran zu gewöhnen. Bis zur 19. Minute hatten die Kielerinnen auf 4:4 ausgeglichen. zumal Jeanette Müller inzwischen mit einem Siebenmeter gescheitert war.

In der 23. Minute gelang Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg zwar die erneute Führung (6:5), aber innerhalb von 60 Sekunden drehten die Gäste den Spieß um, und führten durch zwei Treffer mit 6:5. Aber der VfL ließ in seinem Einsatz nie nach. Anja Müller glich zum 6:6 aus (26. Minute) und nachdem zunächst Katja Schoppenhauer einen Siebenmeter verwarf und anschließend Martina Pusch einen zweiten Strafwurf hielt, brachte Andrea Güldenpfennig in den Schlußsekunden der ersten Halbzeit mit einem Kreistor – dorthin war sie wegen der kurzen Deckung ausgewichen – ihre Mannschaft mit 7:6 in Front.

Die Dramatik ließ in der zweiten Halbzeit zu keinem Augenblick nach. Zunächst war Wiebke Riekert zum 8:6 erfolgreich, dann verkürzten die Gäste auf 7:8, Andrea Güldenpfennig traf mit einem Siebenmeter nur den Pfosten, doch Jeanette Müller hatte in der 37. Minute bei einem Strafwurf wieder mehr Glück und erhöhte auf 9:7. Dem 9:8 in der 42. Minute ließ Susanne Paetz in der 44. Minute das 10:8 folgen, womit ihre Negativserie aus der ersten Halbzeit, als ihre Würfe schlecht getimt waren, endlich beendet war.

 

Das sollte sich für den weiteren Verlauf noch als wichtig erweisen. Zunächst aber kamen für den VfL wieder Rückschläge. In der 47. Minute verwarf der VfL durch Jeanette Müller schon den vierten Siebenmeter in diesem Spiet und prompt kamen die Gäste durch zwei Treffer in kurzer Folge bis zur 48. Minute auf den 10:10-Gleichstand, aber schon 60 Sekunden später brachte eben Susanne Paetz mit herrlichem Wurf unter der Deckung durch ihre Mannschaft wieder in Führung.

Das Pendel aber schlug weiter gleichmäßig hin und her. Dem 11:11-Ausgleich in der 50. Minute ließ Anja Müller das 12:11 folgen. Wieder nur eine Minute später kam dann eine Schlüsselszene. Beim ersten und einzigen Siebenmeter der Gäste in der zweiten Halbzeit wechselte Trainer Ulli Meyer wieder Martina Pusch, die im ersten Spielabschnitt ja schon zwei Strafwürfe abgewehrt hatte, ein, obwohl sich auch Gudrun Fandrey großartig geschlagen hatte. Und Martina Pusch rechtfertigte das in sie gesetzte Vertrauen und parierte auch diesen Siebenmeter.

In den nächsten vier Minuten fiel dann kein Treffer mehr, bis dann Susanne Paetz's Treffer in der 57. Minute zum 13:11 eine Vorentscheidung brachte. Aber es sollte in den Schlußminuten noch dramatischer werden. In der 58. Minute verkürzten die Gäste auf 12:13 und anschließend mußte Gudrun Fandrey noch zweimal großartig reagieren, um den Ausgleich zu vermeiden.

Den dramatischen Schlußpunkt setzte dann wieder Andrea Güldenpfennig. 45 Sekunden vor dem Abpfiff wurde der vermeintlich letzte VfL-Angriff wegen Zeitspiels – eine richtige Entscheidung – unterbunden, den hastig ausgeführten Freiwurf der Gäste aber fing Andrea Güldenpfennig gedankenschnell ab. Sie ging mit dem Ball auf und davon, und ihr Treffer zum 14:12 beendete dann auch die Spannung bei den gut 300 Zuschauern und löste riesengroßen Jubel aus. In der VfL-Truppe, die man für ihre tolle Leistung wirklich nur loben kann, kam außer den schon erwähnten Spielerinnen noch Hannelore Tresemer zum Einsatz. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1983

Freitag, 4. Februar 1983
Wieder ein Pokalknüller. Die VfL-Damen sind auch in Bremen nicht ohne Chance.

(mth) Ein volles Programm haben am Wochenende die Handballmannschaften des VfL Oldesloe zu erledigen. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei wieder einmal die Damenmannschaft, die in der zweiten Runde des Pokalwettbewerbs beim Regionalligisten TuS Bremen-Walle anzutreten hat. Überspringt die Truppe von Trainer Ulli Meyer auch diese Hürde, qualifiziert sie sich erstmals in der Vereinsgeschichte sogar für die erste Pokalrunde auf Bundesebene und dann könnte, hei etwas Losglück, sogar eine Bundesligamannschaft nächster Gegner des VfL sein.

Der Gegner der VfL-Damen, TuS Bremen-Walle, nimmt in der Regionalliga zur Zeit den letzten Platz ein, ist also spielerisch sicherlich nicht so stark einzuschätzen wie der letzte Pokalgegner SV Friedrichsort, der in der gleichen Klasse in der Spitzengruppe mitmischt.

Die Mannschaft tritt die Reise nach Bremen am Sonnabend um 13.15 Uhr von der Stormarnhalle aus an. Schlachtenbummler können nach telefonischer Rücksprache mit Ulli Meyer mitreisen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1983

 

Sonnabend, 5. Februar 1983
Die VfL-Damen spielten in Bremen zeitweise wie im Rausch.

(mth) Die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe errang am Wochenende ihren bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Mit einem tollen 22:16-Erfolg beim Regionalligisten TuS Bremen-Walle zogen sie in die erste Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene ein. …

Die höchste Hürde hatten die Oldesloer Damen bei der Anfahrt nach Bremen zu bewältigen, als sie sich mit ihrem Bus mehr als drei Stunden über schnee- und eisglatte Straßen quälen mußten. Im Spiel dann aber war der VfL sofort hellwach und schon nach fünf Minuten führte er mit 4:0. Erst als dann Susanne Paetz eine Zeitstrafe absitzen mußte, kamen die Gastgeberinnen zu ihrem ersten Gegentreffer. Davon aber ließen sich die Oldesloerinnen aber nicht beeindrucken. Über 6:1 und 9:4 zogen sie auf 12:4 davon, ehe Andrea Hasenberg nach einem Rückhandanspiel aus dem Sprung von Andrea Güldenpfennig mit dem schönsten Tor des Tages der 13:4-Halbzeitstand gelang. Zwischenzeitlich hatte Torhüterin Martina Pusch zwei Siebenmeter hintereinander abgewehrt.

 

In der zweiten Spielhälfte ließ es der VfL dann wesentlich ruhiger angehen. Die Gastgeberinnen wurden nun gelegentlich mit Tempospiel auch etwas gefährlicher, aber sie machten einfach zu viele technische Fehler, um noch einmal bedrohlich an den VfL heranzukommen. Die größte Tordifferenz holte der VfL eine Viertelstunde vor Schluß mit 20:10 heraus, ehe die Bremerinnen dann in der Schlußphase das Ergebnis noch etwas erträglicher für sich gestalten konnten.

 

Mit sechs Treffern war diesmal Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg die erfolgreichste Werferin beim VfL. Andrea Güldenpfennig (5), Wiebke Rickert (4), Susanne Paetz, Petra Payka (je 2), Jeanette Müller, Anja Müller und Katja Schoppenhauer warfen die restlichen Tore, so daß von den eingesetzten Feldspielerinnen nur Hannelore Tresemer leer ausging. Im Tor wechselten sich wie gewohnt Martina Pusch und Gudrun Fandrey ab. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.2.1983

 

Freitag, 25. Februar 1983
VfL-Damen in Oyten: Im Pokal noch weiter voran?

(mth) Am Wochenende ist für die Handballmannschaften des VfL Oldesloe wieder Großkampftag. Die reizvollste Aufgabe kommt dabei wieder einmal auf die VfL-Damen zu, die in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene beim TV Oyten antritt.

Über diese Auslosung ist man im Lager der Oldesloer nicht sonderlich glücklich gewesen. Die Mannschaft aus der Bremer Vorstadt ist der einzig noch im Wettbewerb verbliebene Verbandsligist und schon allein deshalb kam ihm automatisch das Heimrecht zu. Dem VfL wäre es sicherlich lieber gewesen, einen stärkeren Gegner zugelost zu bekommen, dafür dann aber in eigener Halle spielen zu dürfen.

Womit aber keineswegs gesagt sein soll, daß es sich beim TV Oyten um einen schwachen Gegner handelt. Im Gegenteil: Die Mannschaft führt in der Bremer Verbandsliga ohne Punktverlust die Tabelle an und hat den Aufstieg in die gemeinsame Oberliga Niedersachsen/Bremen schon so gut wie in der Tasche. Die Pokalerfolge der jungen Mannschaft sprechen dazu noch für sich. Drei Oberligisten haben die Oytenerinnen zunächst nacheinander ausgeschaltet und in der letzten Runde mußte mit dem TSV Nord Harrislee, der mit 17:15 geschlagen wurde, sogar eine Spitzenmannschaft der Regionalliga dran glauben.

Aber auch die VfL-Damen haben zuletzt ja nichts mehr anbrennen lassen, und wenn die Mannschaft an ihre besten Spiele aus jüngster Vergangenheit anknüpfen kann, trauen wir ihr auch in dem Spiel in Oyten das am Sonntag um 17.30 Uhr beginnt, einiges zu. Die Mannschaft, in der Jeanette Müller und eventuell auch Andrea Hasenberg wieder mitwirken werden – dafür muß aber auf Wiebke Rickert verzichtet werden –; tritt die Reise am Sonntag um 14.30 Uhr mit einem Reisebus von der Stormarnhalle aus an. Für einige wenige Schlachtenbummler sind noch Plätze frei. Interessenten sollten sich möglichst umgehend mit Trainer Ulli Meyer in Verbindung setzen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1983

 

Sonntag, 27. Februar 1983
Sieg erst in der Verlängerung. 25:18-Sieg in Oyten nach hochdramatischem Spiel.

(mth) Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe erwies sich wieder einmal als Pokalschreck. Nach einem hochdramatischen Spiel setzte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer in der ersten Hauptrunde auf Bundesebene beim Bremer Verbandsligisten TV Oyten mit 25:18 durch und zog damit in die zweite Hauptrunde ein. In dieser Runde greifen auch die Bundesligamannschaften in das Pokalgeschehen ein und mit ein wenig Losglück kann der VfL dann in der Stormarnhalle einen ausgesprochenen Leckerbissen servieren.

 

Das klare Endergebnis des Spiels täuscht mit Sicherheit über den hochdramatischen Verlauf hinweg. Der VfL nämlich sah nach einer Halbzeit schon wie der sichere Verlierer aus, raffte sich In der zweiten Halbzeit dann aber zu einer großartigen Energieleistung auf und schaffte bis zum Ende der regulären Spielzeit ein 18:18-Unentschieden. In der dadurch notwendigen Verlängerung über zweimal fünf Minuten waren die konditionsstarken Oldesloerinnen von dem tapferen Bremer Verbandsligisten, der rangniedrigsten verbliebenen Mannschaft im Wettbewerb, dann nicht mehr zu stoppen. Der VfL spielte nun traumhaft sicher auf, erzielte noch sieben Treffer und ließ keinen Gegentreffer mehr zu, so daß am Ende doch noch ein deutlicher Sieg heraussprang.

Das Spiel in Oyten in einer mit fast 400 Zuschauern, darunter eine lautstarke Schlachtenbummlergruppe aus Bad Oldesloe, restlos gefüllten Sporthalle begann für den VfL, der außer auf die noch immer verletzte Martina Scheel auch auf Wiebke Rickert verzichten mußte, dafür aber Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg wieder einsetzen konnte, wenig glücklich.

Schon in der ersten Minute traf Katja Schoppenhauer mit einem Wurf von der Außenposition nur den Pfosten. Augenblicke später bekam sie durch einen krassen Fehlpaß der Oytenerinnen erneut eine Chance, aber bei ihrem Wurf frei vom Kreis stand mit der Querlatte erneut Holz einem Treffer entgegen.



Von diesem doppelten Pech erholte sich der VfL eine ganze Halbzeit lang nicht mehr. Allerdings war es in der Folgezeit kaum noch Wurfpech, was die Stormarnerinnen in ihrer Entwicklung hemmte. Die Mannschaft war, wie es so schön heißt, gänzlich von der Rolle. Serienweise gab es nun Fehlpässe zu sehen, die technischen Fehler häuften sich, und auch aus den besten Chancen wußte man kein Kapital zu schlagen.

So war es kein Wunder, daß der Gastgeber ständig in Führung lag. Über 4:1 (11. Minute) und 6:3 (21. Minute) wurde dieser Vorsprung bis zur 30. Minute auf 9:4 ausgebaut, ehe Jeanette Müller mit einem verwandelten Siebenmeter in der Schlußsekunde der ersten Halbzeit noch auf 5:9 verkürzen konnte. Ganze zwei Feldtore hatte der VfL bis zu diesem Zeitpunkt zustande gebracht und eigentlich war angesichts dieser Leistung schon Hopfen und Malz verloren.

Aber der VfL warf noch lange nicht das Handtuch. In der Halbzeitpause schwor sich die Mannschaft, allen Widrigkeiten zum Trotz bis zur letzten Minute zu kämpfen, und diese vorbildliche Einstellung sollte sehr schnell Früchte tragen. Wie verwandelt kamen die Oldesloerinnen aus der Kabine heraus und schon nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit hatte man den Spieß herumgedreht.

Fünf Tore hintereinander erzielten nun die Oldesloerinnen ohne ein Gegentor zu kassieren, und aus dem 5:9-Rückstand war bis zur 40. Minute ein 11:9-Vorsprung geworden. Großen Anteil an diesem Umschwung hatte Torhüterin Gudrun Fandrey, die zur Pause die gewiß nicht schlechte Martina Pusch ablöste und sich in eine prächtige Form steigerte.

Aber auch die Oytenerinnen gaben sich, nun erstmals in Rückstand geraten, noch lange nicht geschlagen. Schnell hatten sie wieder ausgeglichen und bis zum 13:13 in der 48. Minute wogte das Spiel hin und her. Als der VfL dann in den folgenden sechs Minuten auf 17:14 davonziehen konnte, schien die Partie endgültig für den schleswig-holsteinischen Oberligisten gelaufen zu sein.

Aber wieder hielt der TV Oyten, eine junge Mannschaft mit guter Zukunftsperspektive, dagegen. Bis zur 57. Minute hatten sie wieder zum 17:17 ausgeglichen und auch dem neuerlichen VfL-Führungstreffer durch Jeanette Müller (58. Minute) setzten sie in der Schlußminute den 18:18-Ausgleich entgegen.

Damit war eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten notwendig geworden, die den Spielerinnen, die sich ohnehin schon bis zur Erschöpfung ausgegeben hatten, noch einmal alles abverlangte. Immerhin drei Minuten dauerte es, bis dann Andrea Güldenpfennig mit dem ersten Treffer in der Verlängerung den Bann brach. Und durch dieses Tor brachen dann alle Dämme.

Der VfL spielte nun traumhaft sicher auf und die Widerstandskraft der Oytenerinnen brach förmlich zusammen. Fast nach Belieben warfen die Oldesloerinnen nun Tor um Tor, ohne daß der Gastgeber noch etwas entgegenzusetzen hätte. Mit sieben Toren Vorsprung schließlich fiel der Erfolg für den VfL dann noch überaus deutlich aus. Ein verdienter Lohn ganz sicher für eine großartige kämpferische Leistung, auch wenn der TV Oyten am Ende sicherlich ein wenig unter Wert geschlagen wurde.

Mit neun Treffern war in Oyten Jeanette Müller die herausragende Torwerferin beim VfL. Beeindruckend war dabei die Sicherheit, mit der sie nicht weniger als sieben Siebenmeter eiskalt verwandelte. Dichtauf lag mit sieben Treffern Andrea Güldenpfennig, die dabei drei Siebenmeter verwandelte, mit einem weiteren Strafwurf aber einmal nur den Pfosten traf. Andrea Hasenberg, die trotz kaum überstandener Fußverletzung glänzend durchhielt mit drei Toren, Anja Müller und Petra Payka mit je zwei Treffern, Katja Schoppenhauer und Iris Stäcker mit je einem Tor waren für die restliche Trefferausbeute verantwortlich. Außerdem kamen noch die beiden Torhüterinnen, Martina Pusch und die überragende Gudrun Fandrey, sowie Hannelore Tresemer und Susanne Paetz zum Einsatz.

Wir sind einmal auf den weiteren Weg der VfL-Damen im Pokalwettbewerb gespannt. Mit der großartigen Einstellung kann die Mannschaft es ganz sicherlich noch weit bringen!

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1983

 

Donnerstag, 3. März 1983
(mth) Ein tolles Pokallos.

… Für den Hauptgesprächsstoff bei den VfL-Handballerinnen sorgte gestern nicht das Spiel gegen den TSV Breiholz sondern die am Vorabend erfolgte Auslosung der zweiten Pokalrunde auf Bundesebene. Für den VfL kam dabei ein „Traumlos“ heraus. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist am 12. März in der Stormarnhalle der Hamburger Bundesligist SC Union, jene Mannschaft also, in der mit Andrea Hasenberg, Martina Scheel und Jeanette Müller drei Oldesloerinnen für mehr oder weniger lange Zeit mitwirkten. Wir sind uns sicher, daß die Stormarnhalle zu diesem Tag bis zum Bersten gefüllt sein wird und so ganz chancenlos wird der VfL auch gegen diese zwei Klassen höher spielende Mannschaft sicherlich nicht sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1983

 

Freitag, 11. März 1983
Handball-Knüller in der Stormarnhalle. Gegen den Bundesligisten Union Hamburg hat der VfL morgen nichts zu verlieren.

(mth) Bis zum Bersten wird am Sonnabendnachmittag ganz sicher die Stormarnhalle gefüllt sein, wenn um 17.15 Uhr die Damenhandballmannschaft des VfL Oldesloe in der zweiten Hauptrunde auf Bundesebene auf den Bundesligisten SC Union 03 Hamburg trifft. Die sensationelle Erfolgsserie der Oldesloer Damen, am Ende der letzten Saison erst von der Bezirksliga in die Oberliga aufgestiegen, findet damit ihren vorläufigen Höhepunkt.

Sieben Gegner hat die Truppe von Trainer Ulli Meyer im laufenden Wettbewerb schon ausgeschaltet. Auf Landesebene mußten zunächst der MTV Itzehoe, KSV Holstein Kiel II, der TSV Jörl und FT Neumünster „dran glauben“, anschließend wurden dann mit dem SV Friedrichsort und TuS Bremen-Walle zwei Regionalligisten aus dem Rennen geworfen, und noch ganz frisch in Erinnerung ist den Oldesloer Handballfreunden der dramatische 25:18-Sieg nach Verlängerung beim Bremer Verbandsligisten TV Oyten.

Aber es sind nicht ausschließlich gute Erinnerungen, die der VfL mit dem Pokalwettbewerb verbindet. Bei dem Spiel in Jörl Ende November 1982 zog sich Martina Scheel einen Sehnen-abriß im rechten Ringfinger zu, und seither stand sie ihrer Mannschaft weder in Punkt- noch in Pokalspielen zur Verfügung.

Aber vielleicht schließt für Martina Scheel diese Misere gerade morgen mit einem Happy-End ab. Seit Beginn dieser Woche nämlich kann sie endlich wieder am Training ihrer Mannschaft teilnehmen und Trainer Ulli Meyer schließt nicht aus, sie für das Pokalspiel schon wieder ins Aufgebot zu nehmen. Gerade gegen SC Union 03 Hamburg würde Martina Scheel natürlich überaus gerne mit von der Partie sein, hat sie doch vier Jahre lang in der Bundesligacrew der Hamburger mitgemischt.

Und Martina Scheel ist nicht die einzige Spielerin in der VfL-Mannschaft, die den Gegner aus eigener Erfahrung kennt. Andrea Hasenberg (zwei Jahre) und Jeanette Müller (ein Jahr) waren nach dem ersten Gewinn einer Deutschen Meisterschaft für die VfL-A-Jugend beim SC Union 03 aktiv und schnupperten dort Bundesligaluft. Auch sie gehen natürlich mit ganz besonderem Ehrgeiz in das morgige Schlagerspiel, aber an der nötigen Motivation wird es ohnehin allen Oldesloer Spielerinnen ohnehin ganz gewiß nicht fehlen.

Und die Ausgangsposition für den VfL für dieses Spiel ist denkbar gut. Die Mannschaft hat nichts, aber auch gar nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Schon jetzt hat sie im Pokalwettbewerb weit mehr erreicht, als man je von ihr verlangen konnte. Niemand würde ihr böse sein können, wenn sie nun die Segel streichen muß, zumal es gegen einen Bundesligisten geht.

Die Hamburgerinnen liegen in der höchsten deutschen Spielklasse zur Zeit auf dem letzten Platz, aber diese Ausgangsposition ist ihnen nicht ganz neu. Stets hat die Mannschaft in den letzten Jahren in Abstiegsnot gesteckt, aber stets ist letztendlich doch der Klassenerhalt noch geschafft worden. Auch in diesem Jahr rechnet man sich, da noch einige Heimspiele gegen vermeintlich schwächere Mannschaften auf dem Programm stehen, noch gute Chancen aus.

Ein Ausscheiden im Pokal, zumal gegen einen um zwei Klassen tiefer spielenden Gegner wie den VfL, wollen sie sich um keine Preis leisten, schon allein, um das Selbstvertrauen der Mannschaft nicht anknacksen zu lassen. Die Oldesloer Truppe kann sich also auf einen Gegner gefaßt machen, der kein Pardon geben wird.

Aber im Lager des VfL ist man keineswegs gewillt, nun etwa vor Ehrfurcht zu erstarren. Auch der Hamburger Bundesligist kocht nur mit Wasser und wenn die Mannschaft, wie schon so oft in der Vergangenheit, wieder einmal über sich hinauswächst, ist uns um ein ehrenvolles Abschneiden des VfL nicht bange. Zu verlieren, wie gesagt, hat die Mannschaft nichts, aber wir stehen mit unserer Meinung sicherlich nicht alleine, wenn wir meinen, daß vor Ablauf des Spiels noch nichts verloren ist, ja, hei entsprechender Unterstützung durch das eigene Publikum sogar eine neue Sensation nicht ausgeschlossen ist.

Da es keinen Kartenvorverkauf gibt, sollten sich die Fans rechtzeitig auf den Weg in die Stormarnhalle machen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1983

 

Sonnabend, 12. März 1983
Mehr als 700 Zuschauer waren begeistert. Die VfL-Handballdamen wuchsen wieder einmal über sich hinaus und schlugen SC Union 03 22:20.

(mth) Die Stimmung in der Oldesloer Stormarnhalle am späten Sonnabendnachmittag beim Spiel in der zweiten Pokalrunde auf Bundesebene zwischen dem Handball-Oberligadamen des VfL und dem Bundesligisten SC Union 03 Hamburg glich der der beiden Endspiele um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend vor drei und vier Jahren.

 

Und wie bei den beiden Finalspielen, die der VfL ja gegen VfL Pfullingen (1979) und die Reinickendorfer Füchse (1980) für sich entscheiden konnte, schlug auch am Sonnabend die stimulierende Anfeuerung der mehr als 700 Zuschauer am Ende des Spiels in schier grenzenlosen Jubel um. Die VfL-Damen hatten die Sensation perfekt gemacht und den Bundesligisten nach einer tollen spielerischen und kämpferischen Leistung mit einem hochverdienten 22:20 (11:7)-Erfolg aus dem Rennen geworfen.

Und der Parallelen zu den beiden Triumpfen der Vergangenheit der VfL-Handballabteilung damit nicht genug. Nicht weniger als acht Spielerinnen standen am Sonnabend im Oldesloer Team, die auch an den Erfolgen der A-Jugend entscheidenden Anteil hatten. Andrea Güldenpfennig, Susanne Paetz und Martina Pusch waren an beiden Meistertiteln mitbeteiligt, Gudrun Fandrey (damals Noak), Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Anja Müller trugen zum ersten Titelgewinn mit bei und Wiebke Rickert war bei der zweiten Meisterschaft mit von der Partie. Und, last not least, schließlich stand auch Ulli Meyer, damals Trainer und Betreuer der Mädchen, jetzt Trainer und Betreuer der Damen, wieder im Mittelpunkt von unbeschreiblichen Jubelstürmen.

Aber diese Aufzählung für den tollen Pokaltriumpf am Sonnabend, die ganz gewiß einen Höhepunkt in der Handballgeschichte des VfL beschreibt – und dieses muß nicht der letzte gewesen sein –, ist natürlich unvollständig, wiewohl sie ein guter Fingerzeig für die gesunde Entwicklung zu dieser Leistungsexplosion der VfL-Handballdamen ist. Natürlich gehören gleichrangig jene vier Spielerinnen erwähnt, die nicht in den Meistermannschaften der A-Jugend mitgewirkt haben, jetzt aber unverzichtbar mit zum Gesicht der Damenmannschaft gehören. Martina Scheel, Petra Payka, Katja Schoppenhauer und Hannelore Tresemer brauchen sich hinter ihren Mannschaftskameradinnen weiß Gott nicht zu verstecken und hatten an dem Erfolg über Union Hamburg gleichwertigen Anteil.

Zum Spielverlauf selbst: der erste Angriff des Hamburger Bundesligisten wurde mit einem Siebenmeterpfiff des Schiedsrichtergespanns Beeck (Schleswig)/Schaak (Rendsburg) abgeschlossen, aber die stämmige Kreisläuferin Thiele scheiterte am Lattenkreuz, und von da an wurde der SC Union förmlich überlaufen. Andrea Güldenpfennig eröffnete in der zweiten Minute den Torreigen für den VfL, und obwohl sie von da an bis zum Schlußpfiff kurz gedeckt wurde, kam das VfL-Spiel niemand mehr ernsthaft ins Stocken.

 

Bis zur zehnten Minute hatten Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig (die beiden letztgenannten mit verwandelten Siebenmetern) auf 4:0 erhöht, ehe den Hamburgerinnen der erste Gegentreffer gelang. Aber davon ließ sich der VfL nicht beeindrucken. Mit konsequentem Tempospiel und sicherem Zupacken in der Abwehrrunde wurde der Vorsprung bis zur 15. Minute auf 8:2 ausgebaut. Jeanette Müller mit zwei Treffern (davon erneut ein verwandelter Siebenmeter), Andrea Hasenberg und Petra Payka hatten dazu die weiteren VfL-Treffer beigetragen.

Diesen Sechs-Tore-Vorsprung hielt der VfL bis zur 28. Minute bei einem Spielstand von 11:5, für den auf VfL-Seite Susanne Paetz, Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, die auch ihren dritten Siebenmeter sicher verwandelte, die Treffer beisteuerten. Erst in den Schlußsekunden der ersten Halbzeit kamen die Hamburgerinnen zu zwei weiteren Treffern.

Der zweite Spielabschnitt begann für den VfL wieder nach Maß, denn schon nach knapp 15 Sekunden hatte Petra Payka auf 12:7 erhöht. Dann aber trat für eine Weile „Funkstille“ beim VfL ein, und bis zur 35. Minute hatte Union auf 10:12 verkürzt. In diesem einzigen kritischen Moment des ganzen Spiels für den VfL, in dem das Spiel durchaus noch hätte „kippen“ können, aber bewies wieder einmal Andrea Güldenpfennig ihren unschätzbaren Wert für die Mannschaft. Innerhalb von 60 Sekunden setzte sie sich zweimal trotz Manndeckung energisch auf dem linken Flügel durch und erzielte aus spitzem Winkel trotz unfairer Behinderung zwei sagenhafte Treffer, und weil's so schön war, fügte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg unmittelbar danach noch ein herrliches Kreistor zum 15:10 hinzu.

Damit war die Partie für den VfL dann so gut wie gelaufen. Über 17:12 (Tore von Andrea Hasenberg und Anja Müller) und 19:13 (zwei Tore von Andrea Güldenpfennig, davon ein Siebenmeter) in der 48 Minute hielt der VfL den zwei Klassen höher spielenden Gegner bis zum 22:18 in der 57. Minute immer sicher auf Abstand.

Dem 20:15 von Anja Müller ließ Martina Scheel, kaum 20 Sekunden nach ihrer monatelangen Verletzung erstmals im Spiel, in der 53. Minute das 21:15 folgen, und den Schlußpunkt setzte Andrea Güldenpfennig in der 57. Minute mit einem verwandelten Siebenmeter zum 22:18. Langsam hatten den VfL inzwischen ein wenig die Kräfte verlassen – was Wunder bei dem tollen Einsatz und den vielen „englischen Wochen“, die hinter der Mannschaft liegen –, aber in Gefahr gerie der großartige Erfolg deshalb nicht mehr.

Nicht zuletzt auch, weil Gudrun Fandrey in der 58. Minute einen Siebenmeter von Grünfeld abwehren konnte. Überhaupt ist der Anteil der beiden Torhüterinnen, Martina Pusch und Gudrun Fandrey, die je eine Halbzeit lang zwischen den Pfosten standen, nicht hoch genug einzuschätzen. Durch zwei Treffer in den Schlußminuten, ähnlich wie vor der Pause, konnte Union zwar noch das Ergebnis etwas verbessern, ohne aber den vor VfL am Triumpf hindern zu können.

Der VfL, der gegen den SC Union Hamburg wirklich eine tadelsfreie Leistung bot, ist nun in die dritte Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene vorgedrungen. 16 Mannschaften sind nun noch mit von der Partie, wobei auch noch die nächste Runde in zwei Gruppen – einmal Bereich Bundesliga Nord, einmal Bereich Bundesliga Süd – ausgelost wird. Diese Auslosung wird am Dienstag in der Zentrale des Deutschen Handball-Bundes in Dortmund vorgenommen.

Die Oldesloe hoffen dabei natürlich auf ein attraktives Spiel, wenn möglich in eigener Halle.

Automatisch Heimrecht bekommt der VfL als klassentiefste Mannschaft in dieser Runde nicht mehr. Aber egal, wie der kommende Gegner auch heißt und wo gespielt wird: Wir sind uns sicher, daß die tolle Oldesloer Mannschaft sich auch weiterhin im Pokalwettbewerb teuer verkaufen wird. Übermütig wird in der Mannschaft nach den tollen Erfolgen sicherlich niemand, aber Furcht hat der VfL auch von niemandem.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1983

 

Dienstag, 15. März 1983

(mth) …

Die Damenmannschaft des VfL hat wenig Zeit, sich auf den Lorbeeren des großartigen Pokalerfolgs gegen den Bundesligisten Union Hamburg auszuruhen. Bereits morgen hat sie das Oberligapunktspiel gegen den TSV Neustadt nachzuholen, das eben wegen des Pokalspiels verschoben werden mußte. Die VfL-Damen konzentrieren sich, da in der Oberliga der Meisterschaftszug ohne sie abgefahren ist, zur Zeit natürlich hauptsächlich auf den Pokalwettbewerb, aber einen guten Platz visieren sie natürlich auch noch in der höchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse an. Ob sie das Spiel, das morgen um 20 Uhr in der Stormarnhalle beginnt, für sich entscheiden können, wird sicherlich nicht zuletzt davon abhängen, wie sie den hohen Kraftaufwand des Pokalspiels verdaut haben. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1983

 

Mittwoch, 16. März 1983
Wieder „Traumlos“ für die VfL—Damen. Mit VfL Engelskirchen kommt Deutschlands zweitbeste Mannschaft in die Stormarnhalle.

(mth) Der Wunsch der Handballdamen des VfL Oldesloe, nach dem Sensationssieg am letzten Wochenende über SC Union 03 Hamburg auch für die dritte Runde des Pokalwettbewerbs einen attraktiven Gegner zugelost zu bekommen, ist gestern bei der Auslosung in Dortmund in Erfüllung gegangen und auch das erhoffte Heimrecht ist den Oldesloerinnen beschert worden. Gegner des VfL ist am 9. oder 10. April in der Stormarnhalle – der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest – ist der VfL Engelskirchen.

Die Westdeutschen gelten zur Zeit hinter Meister Bayer 04 Leverkusen als zweitbeste Damen-Handballmannschaft in Deutschland. In der Tabelle der Bundesliga Nord rangieren sie zur Zeit mit 20:4 Punkten hinter Leverkusen (24:0 Punkte) auf dem zweiten Platz. Zusammen mit Leverkusen stellen sie auch das Gerippe der Nationalmannschaft.

Herausragende Spielerinnen sind die frühere Herzhornerin Kerstin Jönßson, die mit 77 erzielten Toren zur Zeit die Bundesliga-Torschützenliste vor ihrer Mannschaftskameradin Dagmar Stelberg (76 Treffer) anführt, Dagmar Stelberg und Sigrid Bierbaum, die alle drei Stammspielerinnen in der Nationalmannschaft sind.

Engelskirchen, im letzten Jahr Pokalfinalist gegen Leverkusen und trotz der Endspielniederlage Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger, da Leverkusen den Wettbewerb der Meister vorzog, zog durch einen 20:9-Erfolg über den Bundesligasiebenten, TV Stemmer, in diese Pokalrunde ein.

Wie hoch sie einzuschätzen sind, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, daß sie ihr letztes Bundesligaspiel bei SC Union Hamburg, dem Gegner des VfL am letzten Sonntag, vor 14 Tagen mit 28:10 gewannen. Für die Truppe von Trainer Ulli Meyer gibt es gegen einen solch attraktiven Gegner natürlich nur eine minimale Außenseiterchance. Die Stormarnhalle, da sind wir uns ganz sicher, wird wieder bis zum Bersten gefüllt sein, und alle Stormarner Handballfans können sich schon jetzt wieder auf einen tollen Leckerbissen freuen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1983

Freitag, 8. April 1983

Morgen steigt der große Handball-Knüller. Mit VfL Engelskirchen kommt eine der besten deutschen Handball-Teams zum Pokalspiel zu den VfL-Damen.

(mth) Die großartige Saison der Handballdamen des VfL Oldesloe, die ihr in der ersten Saison in der schleswig-holsteinischen Oberliga einen hervorragenden Spitzenplatz – im Moment den dritten, wird aus dem Nachholspiel am 16. April gegen den MTV Itzehoe noch ein Punkt geholt, sogar den zweiten Platz – bescherte und die ihr vor allem im Pokalwettbewerb sensationelle Erfolge brachte, findet morgen um 18 Uhr in der Stormarnhalle ihren Höhepunkt.

Im Achtelfinale des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene ist dann mit dem VfL Engelskirchen eine der besten deutschen Mannschaften Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer. Der VfL Engelskirchen belegt in der Bundesliga Nord zur Zeit hinter Abonnementsmeister Bayer Leverkusen (20:0-Punkte) mit 26:4-Punkten und 334:221 Toren den zweiten Platz.

Dieser Rang, der zur Teilnahme an der Endrunde der deutschen Meisterschaft berechtigt, ist den Engelskirchenerinnen allerdings noch nicht ganz sicher, denn der VfL Oldenburg weist nur zwei Punkte weniger auf. Drei Punkte aus den Spielen bei Südwest Berlin und zu Hause gegen Spitzenreiter Leverkusen benötigt die Mannschaft noch, um ihr vordringliches Ziel in dieser Saison zu erreichen.

Sie ist dafür bestens gerüstet, wie ihre letzten Bundesligasiege – 29:13 gegen TSV Jarplund-Weding, 28:10 gegen SV Union 03 Hamburg, 30:15 gegen TV Greven 09 und 16:10 gegen KSV Holstein Kiel – deutlich zeigten.

 

Aber auch für den Pokalwettbewerb hat die Mannschaft noch großen Ehrgeiz. Im letzten Jahr drang sie in diesem Wettbewerb bis ins Finale vor und qualifizierte sich auch für den Europapokalwettbewerb, da Leverkusen das „Double“ – Gewinn von Meisterschaft und Pokal – schaffte und nur an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen konnte.

Herausragender Mannschaftsteil der Engelskirchenerinnen ist der Rückraum, der durchweg mit aktuellen Nationalspielerinnen besetzt ist. An der Spitze Dagmar Stelberg, die 1982 zur Handballerin des Jahres gewählt wurde. Sie belegt In der Bundesliga-Torschützenrangliste mit 83 Treffern zur Zeit den zweiten Rang.

Übertroffen wird sie nur noch von ihrer Mannschaftskameradin Kerstin Jönßon, die es schon auf 86 Treffer gebracht hat. Die gebürtige Herzhornerin ist auch in Bad Oldesloe kein unbeschriebenes Blatt. Sie kreuzte als A-Jugendspielerin ihres Stammvereins (MTV Herzhorn) mehrfach mit früheren VfL-Mannschaften die Klingen und zusammen mit VfL-Spielmacherin Andrea Güldenpfennig war sie in Auswahlmannschaften bis hin zur deutschen Jugend-Nationalmannschaft. Auch sie ist inzwischen Stammspielerin in der Damen-Nationalmannschaft.

Dritte feste Größe im Engelskirchener Team ist Sigrid Bierbaum. Auch sie Nationalspielerin und Rückraumwerferin und auch sie ist in der Rangliste der erfolgreichsten Torschützinnen unter den ersten Zehn zu finden.

Wenn man dann noch weiß, daß der VfL Engelskirchen eine Mannschaft ist, die ein hohes Tempo zu gehen pflegt und spezialisiert ist auf Tempogegenstöße, kann man ermessen, was morgen auf den VfL zukommt.

Im Lager der Oldesloerinnen gibt man sich dann auch keinen Illusionen hin. Siegchancen kann man sich gegen diesen nun wirklich übermächtigen Gegner wahrlich nicht ausrechnen. Aber die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg geht dennoch mit großem Ehrgeiz in das morgige Spiel. Sie hat sich fest vorgenommen, auch diesem Bundesligisten das Leben so schwer wie möglich zu machen. Trainer Ulli Meyer wird für das morgige Spiel alle Stammspielerinnen zur Verfügung haben. Auch Andrea Güldenpfennig ist fit und bei besten Kräften aus dem Urlaub zur Mannschaft zurückgekehrt und steht wieder zur Verfügung.

Ziel des VfL ist es, nicht so hoch gegen den Bundesligazweiten „einzugehen“ wie zuletzt die meisten Bundesligisten. Um noch einmal die Maßstäbe zurechtzurücken: Schon eine Niederlage mit nur zehn Treffern Differenz wäre für die Oldesloerinnen ein riesiger Erfolg, sollte es noch knapper kommen, käme es einer Sensation gleich.

Ganz besonders schwere Prüfungen werden bestimmt auf die beiden Torhüterinnen Gudrun Fandrey und Martina Pusch zukommen, aber gerade sie haben sich in jüngster Vergangenheit ja in glänzender Form präsentiert, so daß uns um ein ehrenvolles Abschneiden des VfL eigentlich nicht bange ist. Ganz besonders dann nicht, wenn die Zuschauer in der Stormarnhalle die Mannschaft wieder so unterstützen wie beim letzten Spiel gegen Union Hamburg.

Die Stormarnhalle wird mit Sicherheit wieder bis zum Bersten gefüllt sein. Vorverkaufsmöglichkeiten gibt es auch für dieses Spiel nicht. Rechtzeitiges Kommen sichert, wie bei den VfL-Handballern gewohnt, die besten Plätze. Im Vorprogramm ist im übrigen für Kurzweil gesorgt. Um 15 Uhr trifft die zweite Damenmannschaft des VfL zu einem Pokalspiel auf Kreisebene auf TuS Aumühle und ab 16.45 Uhr bestreiten die Mini-Minis vom VfL und vom SV Preußen Reinfeld ein Vorspiel. Unmittelbar vor dem großen Pokalspiel wird dann noch die Vizelandesmeisterschaft der VfL-A-Jugend vom Verein geehrt.

Angesagt haben sich für das große Spiel neben zahlreichen Prominenten auch ein Fernsehteam des NDR, das von dem Spiel in der Regional-Sportschau am Montag ab 18.05 Uhr berichten wird und ein NDR-Hörfunkteam.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.4.1983

 

Sonnabend, 9. April 1983

Im Achtelfinale kam erwartungsgemäß das Aus. 16:28 gegen VfL Engelskirchen, aber die Oldesloer Handballdamen hielten auch gegen das Bundesliga-Spitzenteam lange prächtig mit.

(mth) Die großartige Erfolgsserie der Handballdamen des VfL Oldesloe im deutschen Pokalwettbewerb fand in der mit gut 700 Zuschauern bis zum Bersten gefüllten Stormarnhalle im Achtelfinale erwartungsgemäß ihr Ende. Gegen die deutsche Spitzenmannschaft VfL Engelskirchen verlor die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 16:28.

Aber die Mannschaft um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg hat wirklich nicht den geringsten Grund, sich ihrer Niederlage zu schämen. Im Gegenteil: Gegen den vorjährigen Vizepokalsieger und derzeitigen Tabellenzweiten der Bundesliga Nord haben sich die Oldesloerinnen ganz prächtig aus der Affäre gezogen. Mehr als eine Halbzeit lang – nach einem Halbzeitstand von 8:11 und einem Zwischenstand von 10:13 nach knapp 40 Minuten – behielt man Tuchfühlung zu dem übermächtigen Gegner (eine Leistung, zu der Zweidrittel der Bundesligisten nicht in der Lage sind), und erst dann wurde der Bundesligist dank seiner überragenden Kondition und seines unglaublich starken Rückraumes, der identisch ist mit dem der deutschen Nationalmannschaft, so stark, daß er den Vorsprung fast noch nach Belieben ausbauen konnte.

 

Allen voran setzte sich dabei Nationalspielerin Dagmar Stelberg in Szene. Die „Handballerin des Jahres 1982“, die vor dem Spiel von VfL-Trainer Ulli Meyer als Anerkennung dieser hohen Auszeichnung einen Pokal überreicht bekam, war mit ihrem rasanten Antritt, ihren unglaublich geschickten Körpertäuschungen und ihrem gewaltigen Sprung- und Wurfvermögen von den tapfer bis zum Abpfiff kämpfenden Stormarnerinnen überhaupt nicht mehr in den Griff zu bekommen. Sie allein warf ein Dutzend herrlichster Treffer, am Ende also gerade so viele Tore, die im Endergebnis den Unterschied zwischen dem schleswig-holsteinischen Oberligisten und der Bundesliga-Spitzenmannschaft ausmachten.

Der eine Wunsch des VfL, die ja schon vorher einkalkulierte Niederlage auf einen Rückstand von zehn oder weniger Treffer Differenz zu begrenzen, war in der Schlußphase doch noch knapp verpaßt worden, das Vorhaben aber, gegen VfL Engelskirchen besser abzuschneiden als das Schlußquartett der Bundesliga – TV Stemmer, MTV Herzhorn, SC Greven 09 und SC Union 03 Hamburg –, das gegen diesen Gegner stets mit Rückständen von 15 oder mehr Treffern Differenz „eingeht“, wurde verwirklicht.

Und das nicht etwa, weil der Bundesligist etwa versucht hätte, den VfL „mit links“ und quasi im Vorübergehen aus dem Pokalwettbewerb zu eliminieren. Nein, der VfL Engelskirchen ging 60 Minuten „volle Pulle“, was auch vier Zeitstrafen (keine für die Stormarnerinnen) und zahlreiche gelbe Karten zeigten, war zwischenzeitlich allerdings ein wenig konsterniert, weil die Oldesloerinnen gar nicht daran dachten, „klein beizugeben“. Das Erstaunen der Westdeutschen über den erbitterten Widerstand des VfL ging sogar so weit, daß man sich Mitte der ersten Halbzeit genötigt sah, bis zum Ende des ersten Spielabschnittes Andres Güldenpfennig in kurze Deckung zu nehmen, weil gerade sie mit einer tollen Leistung einer frühzeitigen Weichenstellung zugunsten der Engelskirchenerinnen entgegenstand.

Andrea Güldenpfennig, die auch in kurzer Deckung nicht ganz auszuschalten war, unterstrich gerade in diesem Spiet wieder einmal ihr überragendes Talent. Einmal abgesehen von Dagmar Stelberg, die eine Klasse für sich darstellt, braucht sie sich selbst vor den anderen Nationalspielerinnen wie Kerstin Jönßon und Sigrid Bierbaum weiß Gott nicht zu verstecken. Bei diesen beiden mag zwar die konditionelle Basis ausgeprägter sein, und da sie sich mehr auf spezielle Aufgaben konzentrieren können als Andrea, die beim VfL „Mädchen für alles“ – Spielmacherin, Torjägerin, Abläuferin von Tempogegenstößen und auch im Abwehrblock fester Bestandteil – ist, ist auch ihre prozentuale Trefferausbeute im Verhältnis zu den Wurfversuchen höher, spielerisch und technisch aber kann Andrea Güldenpfennig ihnen allemal das Wasser reichen, Daß sie mit sieben Torerfolgen hinter Dagmar Stelberg erfolgreichste Werferin des Spiels war, kam sicher nicht von ungefähr.

Aber so sehr auch die tolle Leistung von Andrea Güldenpfennig herausgehoben verdient, so soll damit in keiner Weise der Einsatz und die Leistung aller anderen VfL-Spielerinnen geschmälert werden., Alle, von der ersten bis zur letzten Spielerin, wuchsen wieder einmal über sich hinaus und imponierten mit großartigem kämpferischen Einsatz. Bezeichnend dafür, daß bis auf Anja Müller und Katja Schoppenhauer, die beide mehrfach nur knapp an der ausgezeichneten Gästetorhüterin Bockemühl scheiterten, alle VfL-Feldspielerinnen wenigstens einen Treffer erzielten. Von den beiden Oldesloer Torhüterinnen unterstrich Martina Pusch in der ersten Halbzeit, als sie nicht weniger als neun zum Teil schwerste Würfe abwehrte, ihr großes Talent. Gudrun Fandrey, in der letzten Zeit wenigstens ebenso stark, hatte in der zweiten Halbzeit einen undankbaren Part. Auch sie wußte sich anfangs ein paarmal gut in Szene zusetzen, aber als dann in den letzten 20 Minuten die „Schleusen“ geöffnet waren, pfiffen ihr die Würfe von Dagmar Stelberg und Co. nur so um die Ohren, so daß sie keine Möglichkeit mehr fand, sich auszuzeichnen.

 

Nun aber zum Verlauf der Begegnung, die wahrlich zu einer Werbung für den Damenhandball wurde. Die Stimmung In der Stormarnhalle war schon vor dem Anpfiff des Schiedsrichtergespanns Hünecke/Hünecke aus Achim und Oyten, die im wesentlichen das Spiel gut im Griff hatten, prächtig und sie sollte es bis zum Schlußpfiff bleiben, auch als im Laufe der zweiten Halbzeit der Vorsprung der Gäste immer größer wurde. Der kämpferische Einsatz der Oldesloerinnen wurde stets mit großem Beifall bedacht, der sich bei besonders gelungenen Aktionen zum Orkan steigerte.

Obwohl die Gäste Anwurf hatten, war es dem VfL Oldesloe vorbehalten, schon in der ersten Minute mit 1:0 in Führung zu gehen. Jeanette Müller verwandelte einen Siebenmeter mit der von ihr in letzter Zeit gewohnten Sicherheit.

Und diese Führung sollte für die Stormarnerinnen nicht die einzige im Spiel bleiben. Kerstin Jönßon und Dagmar Stelberg warfen zwar zunächst den Gast programmgemäß in Führung, aber Andrea Güldenpfennig erzwang den 2:2-Ausgleich und nach der erneuten Gästeführung durch Kerstin Jönßon – wieder mit einem Gewaltwurf, der manchen männlichen Handballer neidisch machen mußte – erzielte Jeanette Müller mit einem weiteren Siebenmeter den umjubelten 3:3-Ausgleich, und nach zwei tollen Paraden von Martina Pusch war es dann Susanne Paetz, die die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 4:3 ein zweites Mal in Führung brachte.

Zuvor hatte es einen bedauerlichen Zusammenprall zwischen Andrea Güldenpfennig und Kerstin Jönßon gegeben,als beide bei einem Versuch von Andrea zum Tempogegenstoß mit den Köpfen zusammenprallten. Beide blieben für Minuten benommen auf dem Hallenboden liegen, aber gottlob konnten beide dann das Spiel doch fortsetzen, wobei Andrea Güldenpfennig – wie auch Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg – voll von der ersten bis zur letzten Minute durchspielte, während der Engelskirchener Trainer Kerstin Jönßon dann doch etwas sporadischer einsetzte.

Als nach zwei weiteren Treffern der Gäste Petra Payka in der 19. Minute erneut zum 5:5 ausgleichen konnte, wurden die Engelskirchenerinnen langsam doch nervös. Wie angemerkt, verpaßten sie Andrea Güldenpfennlg nun eine kurze Deckung, mit dem Erfolg, daß sie auf 9:5 davonziehen konnten. Aber der VfL gab noch lange nicht klein bei. Wiebke Rickert (mit tollem Heber von der Außenposition), Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig – je mit verwandeltem Siebenmeter – verkürzten bei zwei weiteren Gegentreffern bis zur Halbzeit auf 8:11.

Bei etwas mehr Glück – alleine drei Holztreffer hatte der VfL zu verzeichnen – hätte dieses mehr als ehrenhafte Halbzeitergebnis sogar noch knapper ausfallen können. Diesen Drei-Tore-Rückstand hielt der VfL dann auch noch rund acht Minuten In der zweiten Halbzeit bis zum 10:13, wobei Andrea Güldenpfennig mit zwei Treffern nachdrücklich unterstrich, daß auch sie mit Distanzwürfen aus dem Rückraum zu treffen versteht.

Dann aber kam die ganz große Zeit von Dagmar Stelberg. Von den sieben Treffern innerhalb der nächsten zwölf Minuten für ihre Mannschaft bis zum Spielstand von 20:11 erzielte sie nicht weniger als sechs Tore, Der VfL, bei dem die Kräfte durch das hohe Tempo der Gäste nun doch nachließen, konnte dem nur einen verwandelten Siebenmeter durch Andrea Güldenpfennig entgegensetzten. Zwei weitere Treffer verpaßte Andrea Güldenpfennig nur knapp, als sie einen weiteren Siebenmeter knapp neben das Tor setzte, und einen Heber nach einem Tempogegenstoß auf die Torlatte setzte.

Durch Tore von Hannelore Tresemer, Martina Scheel (Siebenmeter) und natürlich Andrea Güldenpfennig, als sie mit einem Dribbling, das jedem Basketballspieler zur Ehre gereicht hätte, die gesamte Engelskirchener Deckung düpierte, ließen den VfL noch einmal auf 14:21 herankommen, so daß sechs Minuten vor Spielschluß noch berechtigte Hoffnung auf eine Niederlage mit weniger als zehn Toren Differenz bestand, aber dann zogen vor allem Kerstin Jönßon und Doris Blumberg (mit vier Treffern hinter dem Nationalspielerinnentrio einzige torgefährliche Werferin) noch einmal an und schraubten das Ergebnis noch auf 28:16. Die beiden letzten Oldesloer Tore warfen dabei Andrea Hasenberg (15:22), die es in der Kreismitte gegen die kompakte Engelskirchener Abwehr besonders schwer hatte, und Andrea GüIdenpfennig (16:26).

Für den VfL, für den für seinen tollen Weg im Pokalwettbewerb wirklich kein Lob zu hoch ist,kamen Andrea Güldenpfennig (7 Tore), Jeanette Müller (3), Andrea Hasenberg, Wiebke Rickert, Martina Scheel, Hannelore Tresemer, Petra Payka, Susanne Paetz (je 1), Anja Müller, Katja Schoppenhauer und die beiden Torhüterinnen Martina Pusch und Gudrun Fandrey zum Einsatz.

Wir sprechen der Mannschaft dafür unsere uneingeschränkte Anerkennung aus und drücken ihr die Daumen, daß sie auch ihre erste Punktspielrunde in der schleswig-holsteinischen Oberliga erfolgreich abschließen kann. Holt sie am kommenden Sonnabend im Nachholspiel gegen den MTV Itzehoe auch nur einen Punkt, ist sie hinter dem TSV Kronshagen Vizelandesmeister. Ein Titel, den die weibliche A-Jugend des Vereins ja schon in der Tasche hat. Sie wurde dafür vor dem Pokalknüller vom Verein vor großer Kulisse geehrt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1983

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