Hallenzeitung Stormarnhalle


Das Ziel ist für die Damen-Oberligamannschaft des VfL Oldesloe schon erreicht, bevor die Meisterschaftssaison mit dem letzten Spiel gegen den TSV Neustadt on ihre letzte Runde geht. Nach zwei Vizemeisterschaften in den letzten Jahren - 1983 hinter dem TSV Kronshagen, 1984 hinter dem TSV Altenholz - ist die Mannschaft nun Meister der schleswig-holsteinischen Oberliga geworden und steigt in die Regionalliga Nord auf.

Der VfL wird dabei Opfer und Nutznießer der Neuregelung des "Oberhauses" im Damenhandball - eine einteilige erste Bundesliga wird eingeführt, darunter eine zweigeteilte zweite Bundesliga neu geschaffen - zugleich. Nutznießer, weil der Mannschaft eine nervenaufreibende Aufstiegsrunde, in der das Saisonziel noch einmal auf dem Spiel gestanden hätte, erspart bleibt, Opfer, weil man - sieht man die Dinge formal - "drittklassig" bleibt.

Aber es kann, bei Licht besehen, natürlich kein Zweifel daran bestehen, dass der Regionalligaaufstieg ein riesiger Erfolg und "Aufstieg" in jedem Sinn des Wortes ist. Ganze 30 Mannschaften - 10 in der 1. Bundesliga, 20 in den zweiten Ligen - sind in Zukunft im gesamten Bundesgebiet von höherem "Status", nachdem es für den Oberligisten VfL Oldesloe noch mehr als die doppelt Anzahl von Teams waren, die als von Haus aus "höherklassig" eingestuft wurden.

Natürlich wird die neue Spielklasse für den VfL auch neue Verpflichtungen und neue Anstrengungen erfordern, aber bis es soweit ist, gehen ja noch ein paar Monate ins Land. Erst einmal ist es für die Mannschaft, Betreuer und Fans noch Zeit, sich über das Erreichte zu freuen. Man soll die Feste ja bekanntlich feiern, wie sie fallen, und beim VfL hat man allen Grund, das auszukosten.

Die Serie, die die Spielerinnen hingelegt haben, sucht seinesgleichen. Natürlich hat es dabei nicht nur gute Spiele für die Mannschaft gegeben, aber gerade die Tatsache, dass sie auch ihre schlechten Spiele noch aus dem Feuer gerissen hat, spricht für die großartige Kampfmoral der Truppe. Diese Kampfmoral kommt natürlich nicht von ungefähr. Auch Sie, liebe Handballfreunde, haben großen Anteil daran.

Die Unterstützung, die der Mannschaft von ihren Fans in dieser Saison zugewachsen ist, ist von unschätzbarem Wert. Gerade auch in den letzten Auswärtsspielen, als die Meisterschaft nach dem grandiosen Sieg im vorentscheidenden Duell gegen TS Kaltenkirchen in "Pflichtspielen" endgültig unter "Dach und Fach" gebracht werden musste, waren es nicht zuletzt die Anfeuerungsrufe der mitgereisten Fans, die die Mannschaft über Durststrecken hinweghalfen.

"Manfred Thomsen"

Aus Handball-Echo - Ausgabe 13 vom 30.3.1985

 

Optimistisch in die neue Spielzeit


Mit einigem Optimismus geht Regionalliga-Aufsteiger VfL Oldesloe in die Spielzeit 1985/86. " Unser Ziel in der Regionalliga ist es sicher nicht, nur die Klasse zu halten; wir wollen die Meisterschaft mitentscheiden!", gab der Trainer als Devise aus. Was den jungen Oldesloerinnen an Erfahrung fehlt (die älteste Spielerin ist 24), wollen sie durch Spielstärke und die hervorragende Unterstützung durch ihre treue Anhängerschaft wettmachen.

Diese Anhänger waren es auch, die ganz wesentlichen Anteil am Erfolg des VfL in dieser Saison hatten. Nicht nur in den Pokalspielen (hier kamen im Schnitt 600 Zuschauer), sondern auch in jedem Punktspiel musste die Mannschaft mehrere hundert Fans hinter sich; und zu den letzten 4 Auswärtsspielen reisten jeweils 60 bis 70 Anhänger in einem extra gecharterten Bus mit.

Ein weiterer Garant des Erfolges war die ausgeglichene Besetzung des 13 Mann starken Kaders um die Hauptleistungsträgerin Andrea Güldenpfennig. So konnten auch zahlreiche Verletzungen ( 2x Payka, Timm und Schopenhauer) immer aufgefangen werden, es gab keine Einbrüche; überhaupt verloren die VfL-Damen ja nur drei Punkte, jeweils erst in der Endphase, beim 20:18 in Kaltenkirchen sowie beim bedeutungslosen Remis in Itzehoe.

Nach optimaler Vorbereitung (viel Freilufttraining) reichte die Kraft für die ganze Saison. Meilensteine des Erfolges waren das 22:19 gegen Kaltenkirchen im Rückspiel, der Erfolg in Heide sowie auch die Kantersiege mit 17 bzw. 20 Treffern Differenz gegen Neumünster. Vor allem der Angriff des VfL, der mit knapp 500 Toren in der Oberliga seinesgleichen sucht, riss immer wieder alles heraus.

Und wie soll es nun weitergehen? "Zunächst kommt eine Fahrt nach Bad Homburg über Ostern, danach steht mit dem Brühler TV eine schwierige Aufgabe auf dem Programm. Über Pfingsten nehmen wir am Westerland-Turnier teil; ich hoffe, dass der Aufstieg für Andrea Güldenpfennig einen Motivationsschub bedeutet. Katja Schopenhauer geht zurück nach Bargteheide, aber mit Steffi Bernecker und Dörte Knickrehm kommen zwei starke Jungmädchen hoch", umriss ein Betreuer die Situation.

Sport Aktuell vom 1.4.1985

 

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