Die späte Einsicht des Herrn Meyer

 

(Bild-Zeitung)
Spitze! Oldesloer Torfabrik will in die 2.Liga

Mein Geheimfavorit ist Wandsbek 72, meinte der Oldesloer Handball-Trainer Meyer vor dem Start in die Regionalliga. Und verlor auch prompt 16:24 gegen die Hamburgerinnen. Es war dann auch der letzte Ausrutscher: Der VfL Oldesloe ist Spitzenreiter (9:3 Punkte) und schielt in Richtung 2. Bundesliga.

Meisterschaft, Aufstiegsrunde, ein langer Weg, weiß Meyer. Die Konkurrenz ist bärenstark Er traut Alstertal (9:3) und Buxtehude (8:4) auch den Titel zu. Betont aber vor dem Heimspiel gegen Kronshagen: Die 2. Bundesliga ist zu schaffen, die Voraussetzungen sind bestens. Geld ist genug da. Zu den Heimspielen der Mädchen kommen im Schnitt 450 Fans, davon träumen viele Erstliga-Clubs. Im DHB-Pokal war der VfL dreimal unter den letzten acht, die Stormarnhalle immer ausverkauft.

Sportlich stimmt's auch. Die Mannschaft hat ein Durchschnittsalter von 20 Jahren, den besten Angriff. Und mit Maren Schröder (27), Stefanie Bernecker (18) und Andrea Güldenpfennig drei Spielerinnen, die in jeder Bundesliga - Mannschaft spielen könnte.

(Ahrensburger Zeitung 27.3.86)


Trainer am Scheideweg: Veränderungen gefordert

Mit 18 Jahren übernahm der 33 jährige Finanzbeamte zum ersten mal die 1. Damenmannschaft des VfL, mit der er in der vor einem Jahr in die Regionalliga aufstieg und in der laufenden Saison nur denkbar knapp den Aufstieg in die 2. Liga verpaßte. Das Flair des Erfolgtrainers umgibt Mayer in Bad Oldesloe! Trotzdem sagt er, so geht es nicht mehr! Diese Mannschaft werde ich sicher nicht weiter betreuen.

Meyer weiß gleichwohl einen Großteil der Mannschaft hinter sich. Er fordert personelle Veränderungen, denn sonst "sehe ich keine Basis mehr. Entweder einige Mädchen verlassen den Verein oder der Trainer verlängert seinen Vertrag mit dem VfL nicht mehr".

(Ahrensburger Zeitung 86)


Hier haben sich unglaubliche Dinge abgespielt
Eklat bei den Oldesloer Handballerinnen

...Tatsache ist, innerhalb der Mannschaft gibt es erhebliche Differenzen. Einige Spielerinnen, allen voran Mannschaftsführerin Anja Müller, stehen in offener Opposition zu Trainer Meyer. Das nach außen hin homogene Team ist in Wahrheit eine zerstrittene Truppe. Es haben sich unglaublich üble Dinge abgespielt, die gar nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind, deutet Meyer nur an.

 

Heute abend kommt es zu einer Aussprache im Mannschaftskreis, zu der der Trainer nicht eingeladen wurde. Eingeweihte wissen, eine Kraftprobe zwischen den beiden Teilen des Teams.

Eingeschaltet hat sich auch schon der Vereinsvorsitzende Walter Busch. Der steht hinter Meyer und bemüht sich um eine vernünftige Lösung.Doch für den Trainer gibt es nur eine Möglichkeit: einige Spielerinnen müssen gehen! Schon vor Jahren hatte es im VfL ein ähnliche Situation gegeben. Damals waren 10 Spielerinnen aus dem Verein ausgetreten. Das Pikante: Anja Müller gehörte auch damals zu den Rebellen. Ihr aber verzieh Meyer, holte sie ins Team zurück und machte sie zur Mannschaftsführerin.

(Stormarner Tageblatt 7.4.86)

8.4.1986
Hier haben sich unglaubliche Dinge abgespielt

Die 20 Fans, die die Handball-Damen des VfL Oldesloe zu ihrem letzten Regionalliga-Punktspiel bei der SG Schortens begleiteten, wurden, ohne es zu ahnen, Zeugen einer Abschiedsvostellung. Denn die Oldesloer Mannschaft, die mit ihrem 21:17-Erfolg den dritten Platz in der dritthöchsten deutschen Spielklasse erreichte, wird in dieser Besetzung nie wieder zusammenspielen. Schon in dieser Woche werden voraussichtlich Entscheidungen fallen, die das Bild beim VfL grundlegend verändern.

Für Trainer Uli Meyer, der das Team im ersten Regionalligajahr auf Anhieb in die Spitzengruppe führte, steht fest: „In dieser Form gibt es keine Basis mehr. Es muß sich einiges ändern." Tatsache ist: Innerhalb der Mannschaft gibt es erhebliche Differenzen. Einige Spielerinnen, allen voran Mannschaftsführerin Anja Müller, stehen in offener Opposition zu Trainer Meyer. Das nach außen homogen wirkende Team ist in Wahrheit eine zerstrittene Gruppe: „Es haben sich unglaublich üble Dinge abgespielt, die gar nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind", deutet Uli Meyer nur an.

Heute abend kommt es zu einer ersten Aussprache im Mannschaftskreis, zu der der Trainer nicht eingeladen wurde. Eingeweihte wissen: Eine Kraftprobe zwischen dem Teil des Teams, der hinter dem Trainer steht, und den Unzufriedenen steht an. Noch in dieser Woche soll es dann auch zu einer Besprechung zwischen Mannschaft, Trainer und Offiziellen kommen, die endgültige Klarheit über die Zukunft des VfL-Teams bringen soll.

 

Der sogenannte Erfolgscoach Meyer
mit Kampfgericht Werener Schenk

Eingeschaltet hat sich mittlerweile nämlich auch schon Vereinsvorsitzender Walter Busch. Er steht hinter Uli Meyer und will sich um eine vernünftige Lösung bemühen. Doch für den Trainer gibt es nur eine Möglichkeit: „Einige Spielerinnen müssen gehen, sonst verlasse ich den Verein." Schon vor vier Jahren hatte es im VfL eine ähnliche Situation gegeben. Damals waren zehn Spielerinnen aus dem Verein ausgetreten. Das Pikante: Anja Müller gehörte auch damals zu den Rebellen. Ihr aber verzieh Meyer, holte sie ins Team zurück und machte sie zur Mannschaftsführerin. Nun ist Anja wiederum die Wortführerin des Protestes.

Nach dem 21:17-Sieg über Sehortens belegen die Oldesloer Damen den dritten Rang in der Regionalliga-Endtabelle. Ein Blick aufs Torverhältnis verdeutlicht, warum es in der ersten Saison in dieser Klasse nicht zu mehr gereicht hat: Die VfL-Mädchen stellen zwar den zweitbesten Angriff der Regio-nalliga, haben aber auch die schlechteste Abwehr der Klasse. „Da wird man in der nächsten Serie ansetzen müssen", sagt Uli Meyer. Ob er dann noch Trainer ist, entscheidet sich noch in dieser Woche...

Hamburger Abendblatt


VfL-Damen setzten Schlußpunkt unter eine erfolgreiche Saison
Über ihre Zukunft herrscht aber noch Ungewißheit

Ende gut alles gut? Da ist man sich noch nicht so sicher. Natürlich fällt das sportliche Fazit überaus positiv aus. Die Mannschaft hat in ihrer ersten Saison weit mehr geleistet, als man ihr vorher zutrauen durfte, und auch bei weitem mehr, als man von ihr verlangen konnte. Sie hat im Herbst des vergangenen Jahres eine begeisternde Siegesserie hingelegt und wurde mit drei Punkten Vorsprung vor der verblüfften Konkurrenz, Herbstmeister der Regionalliga und hat sich auch in der Rückrunde, obwohl nun die eigentlich viel früher zu erwartenden Rückschläge häufiger in Kauf genommen werden mußten, achtbar aus der Affäre gezogen.

Lange Zeit blieb man ein Anwärter auf den Gewinn des Meistertitels und ein toller Platz in der Spitzengruppe, wie er am Ende auch heraussprang, war nie ernsthaft in Gefahr. Das alles verdient umsomehr Beachtung, als die Mannschaft im Verlauf der Saison doch mit reichlich Schwierigkeiten auf personellem Sektor zu kämpfen hatte.

 

Antje Schütt

Zahlreiche Ausfälle durch Verletzungen, wobei die Langzeitverletzung von Antje Schütt, die schon nach dem ersten Saisonviertel ganz ausfiel und Stefanie Bernecker, die im gesamten Schlußdrittel nicht mehr zur Verfügung stand, besonders ins Gewicht fielen, zehrten an der Substanz der Mannschaft. Dazu wurde die Integration der beiden Neuzugänge aus Altenholz, die vor der Saison als große Verstärkung gefeiert wurden, mehr und mehr zu einem Problem. Das Gastspiel von Sonja Taut, die verspätet in die Saison einstieg und dann sang- und klanglos schon zur Rückrunde wieder verschwand, war nicht mehr als ein Intermezzo. Maren Schröder war zwar über viele Wochen die erhoffte Verstärkung, aber in den letzten Wochen und Monaten konnte (wollte?) sie kaum noch am gemeinsamen Training teilnehmen und auch zu den Spielen stand sie unregelmäßig zur Verfügung. So fehlte sie auch bei der letzten Begegnung in Schortens, ohne daß jemand davon unterrichtet war.

Das alles ist an der Mannschaft nicht spurlos vorbeigegangen. Es ist dabei zu Spannungen gekommen, die nun in nächster Zukunft zu Klärungen und Konsequenzen führen werden........

( Stormarner Tageblatt 10.4.86)

Donnerstag, 10. April 1986

Heute werden die Würfel fallen

Das Aushängeschild des VfL, die Handballdamen. steht vor einer nichtsportlichen Zerreißprobe

(mth) Wie von uns nach dem letzten Spiel der ersten Regionalliga-Saison am letzten Wochenende in Schortens angekündigt, tun sich bei der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe noch in dieser Woche entscheidende Dinge. Die Weichen werden dabei wohl endgültig heute auf einer Mannschaftsversammlung gestellt.

Der überwiegende Teil der Mannschaft – zehn (elf) Spielerinnen – wird dabei Trainer Ulli Meyer bitten, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. Die Damen wehren sich dabei entschieden gegen den Vorwurf, der schon öffentlich erhoben worden ist, sie hätten eine Verschwörung ausgebrütet und wollten eine Meuterei anzetteln.

Gerade um diesen Eindruck zu vermeiden, hätten sie das Ende der Saison abgewartet und auf Aktionen vorher verzichtet, obwohl sie Spannungen und Differenzen schon vorher ausgemacht hatten. Um auch der Öffentlichkeit, in der sie in Bad Oldesloe und Umgebung ja eine Menge Anhänger haben, die sie nicht verprellen wollen – schon weil sie (fast) alle weiter für den VfL erfolgreich Handball spielen wollen und damit auch für die Zukunft Unterstützung brauchen – Aufschluß über ihren immerhin ja Aufsehen erregenden Schritt zu geben und nicht im falschen Licht dazustehen, haben sie einen Brief an ihren Trainer, der auch dem VfL-Vereinsvorstand und der Handballabteilungsleitung vor der heutigen Versammlung zugegangen ist, zu einem offenen Brief deklariert.

Der hat den folgenden Wortlaut:

„Wir möchten Dich auf der Mannschaftsversammlung, die diese Saison abschließen wird, ganz offiziell bitten, Deinen Posten als Trainer der ersten Damenmannschaft zur Verfügung zu stellen.

Wir, die Unterzeichnenden, sind der Meinung, daß unsere langjährige Zusammenarbeit leider nicht den Gesetzen der Zeit standgehalten hat, und nun schwere Abnutzungserscheinungen aufweist. Dies äußert sich vor allem in krassen Motivationsdefiziten sowohl auf unserer als auch auf Deiner Seite und in gegenseitigem Nicht-Ernstnehmen. Man kennt sich einfach zu gut. Für eine effektive sportliche Zusammenarbeit reicht die Autorität eines Trainers, die bloß künstlich gegen offene Widersprüche von seiten der Mannschaft aufrecht erhalten wird, nicht aus. Um es noch einmal zu betonen: Der Verlust Deiner Autorität hängt weder mit plötzlichem Mangel Deiner trainerischen Qualitäten noch mit zu geringem sportlichen Erfolg, noch mit plötzlicher Meuterstimmung unter uns zusammen, es ist beinahe natürlich, daß man sich nach so langer Zeit „auf den Geist geht“.

Wir haben als Mannschaft durchaus unseren Leistungswillen und wollen nach unserem Aufstieg in die Regionalliga, den wir nicht zuletzt Dir zu verdanken haben, unser Leistungsvermögen als Mannschaft noch ein wenig unter Beweis stellen, vor allem für uns selbst. Wir brauchen neue Impulse, um weiterhin mit Spaß und Erfolg Handball spielen zu können.

Wir wissen, daß eine Trennung zu diesem Zeitpunkt für Dich wie für uns erhebliche Schwierigkeiten verschiedener Natur aufwerfen wird. Laß uns einander darin unterstützen, mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden, indem wir vor der Öffentlichkeit und vor dem Verein weiterhin zueinander und zu unserer Arbeit der vergangenen Jahre stehen. Gerade der Erfolg legt Einsicht noch zur rechten Zeit nahe! Uns verbindet auch dann, wenn Du eine andere Mannschaft trainierst, und wir einen anderen Trainer haben, sehr viel. Laß uns im Bewußtsein dessen auseinandergehen!“

Unterzeichnet haben diesen Brief: Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg, Antje Schütt, Kirstin Timm, Wiebke Rickert, Elsbeth Hein, Anke Petersen, Maren Schröder und Anja Müller. Andrea Güldenpfennig hat den Brief so nicht unterschrieben mit der Begründung, sie würde in der nächsten Saison wahrscheinlich nicht mehr für den VfL Handball spielen und hätte deswegen kein Recht, an Entscheidungen für die Zukunft mitzuwirken. Hinzugefügt hat sie diesem Unterschriftsverzicht aber die Bemerkung, daß auch sie es für richtig und notwendig hält, sich für einen neuen Trainer auszusprechen, wenn weiter in der Regionalliga erfolgreich Handball gespielt werden soll.

 

Andrea Güldenpfennig

VfL-Trainer Ulli Meyer sieht der heutigen Mannschaftsversammlung mit großer Gelassenheit entgegen: „Eine Entscheidung wird und muß heute fallen. So oder so! Sicher ist schon jetzt, daß die Mannschaft in der Zusammensetzung der gerade beendeten Saison nicht mehr geben wird. Die Spielerinnen nämlich, die den Brief an mich nicht unterzeichnet haben, sehen die für eine Mannschaft notwendige Vertrauensbasis als nicht mehr gegeben an. Sie wollen deshalb in keinem Fall weiter mit einem Großteil der Mannschaft zusammenspielen.“

Wie er sich auf der heutigen Sitzung zu der an ihn herangetragenen Forderung verhalten wird, ließ er offen. Er ist sich aber sicher, daß es keine langatmigen Diskussionen mehr geben wird, denn „Die Fronten sind abgesteckt, da kann es nur noch knallharte Entscheidungen geben!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1986

 

Freitag, 11. April 1986

Bei den VfL-Damen noch keine Entscheidung

(mth) Als zu vorschnell erwies sich die von Ulli Meyer, Trainer der Damen-Regionalligadamen der Handballabteilung des VfL Oldesloe, geäußerte und von uns veröffentlichte Vermutung, die Würfel über Zukunft und Zusammensetzung der Renommiermannschaft des VfL würden noch in dieser Woche fallen. Die gestrige Mannschaftssitzung, an der auch Mitglieder des Vereinsvorstandes teilnahmen, brachte noch keine endgültigen Beschlüsse. Die wurden nun für die kommende Woche – nach einer Sitzung des Vereinsvorstandes – angekündigt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1986


Das Aushängeschild des VfL, die Handballdamen, steht vor einer nichtsportlichen Zerreißprobe

... Der überwiegende Teil der Mannschaft, zehn (elf) Spielerinnen, wird dabei Trainer Meyer bitten, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. Die Damen wehren sich dabei entschieden gegen den Vorwurf, der schon öffentlich erhoben worden ist, sie hätten eine Verschwörung ausgebrütet und wollten eine Meuterei anzetteln. Gerade um diesen Eindruck zu vermeiden, hätten sie das Ende der Saison abgewartet und auf Aktionen vorher verzichtet, obwohl sie Spannungen und Differenzen schon vorher ausgemacht hatten. Um auch der Öffentlichkeit, in der sie ja in Bad Oldesloe und Umgebung eine Menge Anhänger haben, die sie nicht verprellen wollen - schon weil sie (fast) alle weiter für den VfL erfolgreich Handball spielen wollen und damit auch für die Zukunft Unterstützung gebrauchen - Aufschluß über ihren immerhin ja Aufsehen erregenden Schritt zu geben und nicht im falschen Licht dazustehen, haben sie einen Brief an ihren Trainer, der auch der Handball - Abteilungsleitung vor der heutigen Versammlung zugegangen ist, zu einem offenen Brief deklariert.

Der hat den folgenden Wortlaut:

 

"Wir möchten Dich auf der Mannschaftsversammlung, die diese Saison abschließen wird, ganz offiziell bitten, Deinen Posten als Trainer der ersten Damenmannschaft zur Verfügung zu stellen. Wir, die Unterzeichnenden, sind der Meinung, daß unsere langjährige Zusammenarbeit leider nicht den Gesetzen der Zeit standgehalten hat, und nun schwere Abnutzungserscheinungen aufweist. Dies äußert sich vor allem in krassen Motivationsdefiziten, sowohl auf unserer als auch auf Deiner Seite und in gegenseitigem Nicht-Ernstnehmen.

 

Man kennt sich einfach zu gut. Für eine effektive sportliche Zusammenarbeit reicht die Autorität eines Trainers, die bloß künstlich gegen offene Widersprüche von Seiten der Mannschaft aufrecht erhalten wird, nicht aus. Um es noch einmal zu betonen.: Der Verlust Deiner Autorität hängt weder mit plötzlichem Mangel Deiner trainerischen Qualitäten noch mit zu geringem sportlichen Erfolg noch mit plötzlicher Meuterstimmung unter uns zusammen - es ist beinahe natürlich, daß man sich nach so langer Zeit "auf den Geist geht".

 

Wir haben als Mannschaft durchaus unseren Leistungswillen und wollen nach unserem Aufstieg in die Regionalliga, den wir nicht zuletzt Dir zu verdanken haben, unser Leistungsvermögen als Mannschaft noch ein wenig unter Beweis stellen, vor allem für uns selbst. Wir brauchen neue Impulse, um weiterhin mit Spaß und Erfolg Handball spielen zu können.

 

Wir wissen, daß eine Trennung zu diesem Zeitpunkt für Dich wie für uns erhebliche Schwierigkeiten verschiedener Natur aufwerfen wird. Laß uns einander darin unterstützen, mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden, indem wir vor der Öffentlichkeit und vor dem Verein weiterhin zueinander und zu unserer Arbeit der vergangenen Jahre stehen. Gerade der Erfolg legt Einsicht noch zur rechten Zeit nahe! Uns verbindet auch dann, wenn Du eine andere Mannschaft trainierst, und wir einen anderen Trainer haben, sehr viel. Laß uns im Bewußtsein dessen auseinandergehen!"

 

Unterzeichnet haben diesen Brief: Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg, Antje Schütt, Kirstin Timm, Wiebke Rickert, Elsbeth Hein, Anke Petersen, Maren Schröder und Anja Müller. Andrea Güldenpfennig hat den Brief so nicht unterschrieben mit der Begründung, sie würde in der nächsten Saison wahrscheinlich nicht mehr für den VfL Handball spielen und hätte deswegen kein Recht, an Entscheidungen für die Zukunft mitzuwirken. Hinzugefügt hat sie diesem Unterschriftsverzicht aber die Bemerkung, daß auch sie es für richtig und nötig hält, sich für einen neuen Trainer auszusprechen, wenn weiter in der Regionalliga erfolgreich Handball gespielt werden soll.

 

VfL-Trainer Meyer sieht der heutigen Versammlung mit großer Gelassenheit entgegen: "Eine Entscheidung wird und muß heute fallen. So oder so! Sicher ist schon jetzt, daß die Mannschaft in dieser Zusammensetzung der gerade beendeten Saison nicht mehr geben wird. Die Spielerinnen nämlich, die den Brief an mich nicht unterzeichnet haben, sehen die für eine Mannschaft notwendige Vertrauensbasis als nicht mehr gegeben an. Sie wollen deshalb in keinem Fall weiter mit einem Großteil der Mannschaft zusammenspielen".

 

Wie er sich auf der heutigen Sitzung zu der an ihn herangetragenen Forderung verhalten wird, ließ er offen. Er ist sich aber sicher, daß es keine langatmigen Diskussionen mehr geben wird, denn:" Die Fronten sind abgesteckt - da kann es nur noch knallharte Entscheidungen geben!

 

(Sport-Magazin - Sonja Taut)


Abstimmung 3:11 gegen Ulli Meyer

"Ich will weitermachen", gibt es für Meyer überhaupt keine Zweifel, wie er sich seine Zukunft beim VfL vorstellt. Die Mannschaft hingegen, nicht erst seit gestern mit der Arbeit des Coach unzufrieden, ist da jedoch ganz anderer Ansicht. Denn kurz zuvor zeigt sie sich vor den Augen des Trainers und des Vorstandes überraschend einig. Mit 11:3 Stimmen entschieden sich die Spielerinnen gegen Meyer.

Der Vorstand, wahrscheinlich das Zünglein an der Waage, bekundete unter dem Vorsitz von Walter Busch, ob dieser Vorgänge dem engagierten Trainer dennoch sein Vertrauen. Die Lage schien eindeutig, aber über die Köpfe der Spielerinnen entschieden. Doch die, die gegen Meyer votierten, zogen den Austritt aus dem Verein einer weiteren Zusammenarbeit vor. Eine Situation, die Busch immerhin zu der Aussage hinreißen ließ," vielleicht handelten wir zu voreilig, wir werden noch einmal darüber nachdenken" und vertagte die Hängepartie auf kommenden Dienstag.

 

Die Fronten sind also klar: Der Trainer will, die Spielerinnen nicht, der Vorstand ist sich nicht sicher und steht damit zwischen den Fronten. Für Meyer selbst kann die Unzufriedenheit seiner Truppe nicht überraschend kommen, wandte er sich doch in eigener Sache an eine Lokalzeitung, um den Boykott einiger Spielerinnen anzuprangern. Das große Engagement spricht für Meyer, mangelnde Motivationsfähigkeit, Fehler auf der Bank und unzureichendes Training ließen die Mannschaft gegen ihn zu Wort kommen.

( Stormarner Tageblatt)

Abstimmung 3:11 gegen Ulli Meyer

Für die Damenmannschaft des VFL Oldesloe, Handball-Regionalligist und Tabellen-Dritter der erst am Samstag abgelaufenen Saison, schlägt in diesen Tagen die Stunde der Wahrheit. Wie so oft geht es um die leidige Trainerfrage und in diesem Fall um Ulli Meyer.

„Ich will weitermachen!" gibt es für Meyer überhaupt keine Zweifel, wie er sich seine Zukunft beim VfL vorstellt. Die Mannschaft hingegen — nicht erst seit gestern mit der Arbeit des Coaches unzufrieden — ist da jedoch ganz anderer Ansicht. Denn kurz zuvor zeigte sie sich vor den Augen des Trainers und Vorstandes überraschend einig, daß sie unter Meyer nicht gewillt ist, auch in der kommenden Saison zu arbeiten. Mit 11:3 Stimmen Mehrheit entschieden sich die Spielerinnen und schließlich Betroffenen gegen Ulli Meyer.

Der Vorstand, vermutlich das Zünglein an der Waage, bekundete unter dem Vorsitz von Walter Busch, ob dieser Vorgänge dem engagierten Trainer dennoch sein Vertrauen: „Wir halten an Ulli Meyer fest." Die Lage schien eindeutig, aber über die Köpfe der Spielerinnen entschieden. Doch die, die gegen Meyer votierten, zogen den Austritt aus dem Verein einer weiteren Zusammenarbeit mit Meyer vor. Eine Situation, die Busch immerhin zu der Aussage hinreißen ließ: „Vielleicht handelten wir zu voreilig, wir werden noch einmal darüber nachdenken", und vertagte die endgültige Entscheidung dieser Hängepartie auf kommenden Dienstag.

Die Fronten sind also klar: Der Trainer will, die Spielerinnen nicht, der Vorstand ist sich nicht sicher und steht damit zwischen den Fronten. Für Meyer selbst kann die Unzufriedenheit seiner eigenen Truppe nicht überraschend kommen, wandte er sich doch in eigener Sache an eine Lokalzeitung, um den „Boykott einiger Spielerinnen anzuprangern.

Das große Engagement ist es, was nach den Jahren seiner Oldesloer Tätigkeit für Meyer spricht, mangelnde Motivationsfähigkeit, Fehler auf der Bank und unzureichendes Training ließen die Mannschaft in der nun verdienten Handballpause gegen ihn zu Wort kommen. Die Chance also jetzt für den Verantwortlichen Vorstand, dem dankbaren Oldesloer Publikum auch in der nächsten Serie die Mannschaft zu bieten, die schon in der Vergangenheit für eine volle Halle und sportliche Furore sorgte.

Sonja Taut


Ulli Meyer stellt Amt zur Verfügung

Ulli Meyer hat die Konsequenzen gezogen. Nachdem am letzten Donnerstag auf einer Sitzung, auf der die Mannschaft, die Abteilungsleitung und der Vorstand des VfL vertreten waren, eine Entscheidung entgegen den Hoffnungen und Erwartungen von Ulli Meyer vertagt worden war - sie war vom VfL-Vorstand für Dienstagabend nach einer Sitzung des höchsten VfL-Gremiums angekündigt worden, hat er sich nun entschlossen, sein Amt aus freien Stücken zur Verfügung zu stellen. Ulli Meyer scheidet nicht ohne Groll aus dieser Verantwortung. "Entgegen der Behauptung der elf Spielerinnen, es handele sich bei ihrer Bitte um keine Verschwörung, bin ich der festen Überzeugung, "mein Abschuß" ist schon seit Monaten von Kräften, die auch außerhalb von Mannschaft und Verein zu suchen sind, vorbereitet worden", meint Meyer zu seinem Abschied.

(LN)

Montag, 14. April 1986

Ulli Meyer stellt Amt zur Verfügung

(mth) Ulli Meyer, der Trainer der Oldesloer Handballdamen, hat aus den Auseinandersetzungen um seine Person – elf seiner Spielerinnen hatten ihn in der letzten Woche in einem offenen Brief, sein Amt zur Verfügung zu stellen –‚ die Konsequenzen gezogen. Nachdem am letzten Donnerstag auf einer Sitzung, auf der die Mannschaft, die Abteilungsleitung und der Vorstand des VfL vertreten waren, eine Entscheidung entgegen den Hoffnungen und Erwartungen von Ulli Meyer vertagt worden war – sie war vom VfL-Vorstand für Dienstagabend nach einer Sitzung des höchsten VfL-Gremiums angekündigt worden –‚ hat er sich nun entschlossen, sein Amt aus freien Stücken zur Verfügung zu stellen.

Ulli Meyer scheidet dabei nach vielen erfolgreichen Jahren nicht ohne Groll aus der Verantwortung für die zur Zeit wohl populärste Stormarner Sportmannschaft.

„Entgegen der Behauptung der elf Spielerinnen, es handele sich bei ihrer Bitte um keine Verschwörung, bin ich der festen Überzeugung, mein „Abschuß“ ist schon seit Monaten von Kräften, die auch außerhalb von Mannschaft und Verein zu suchen sind, vorbereitet worden“, meint Meyer zu seinem Abschied.

STORMARNER TAGEBLSATT vom 14.4.1986


Ulli Meyer wirft das Handtuch

..Auch die Zukunft des "voller Enttäuschung über einen Vorstand, der sich von der Mannschaft hat erpressen lassen" (Meyer) scheidenden Trainers ist unklar. Wie soll denn nur die Zukunft aussehen?

- sportliche Zukunft

Die Spielerinnen, die Ulli Meyer das Vertrauen entzogen haben, wollen weiterspielen. Torfrau Fandrey will ihren Austritt erklären. "Ich finde die Art und Weise, wie mit Ulli Meyer umgesprungen worden ist, unmöglich." Der gleichen Meinung sind Petra Payka und Susanne Paetz, die ab sofort nur noch in der 2. Mannschaft spielen wollen.

 

Susanne Paetz und Gudrun Fandrey

- Trainerfrage

Die Abteilungsleitung ist von der Angelegenheit überrascht und hat noch keine entsprechenden Schritte unternommen.

- das Umfeld

Meyer war nicht nur Trainer, er kümmerte sich auch um die organisatorischen Fragen. Er schrieb und klebte Plakate, beaufsichtigte den Ordnungsdienst in der Stormarnhalle, war für die Kasse verantwortlich. Zur Seite stand ihm Manfred Fandrey, der sein Amt ebenfalls niederlegte, weil er das Vertrauensverhältnis zu den Spielerinnen zerstört sah.

Weniger ist manchmal mehr - gilt für beide Herren!!!

Bleiben wird Abteilungsleiter Dorn: "Für die 1. Damen kann ich nur den Bruchteil meiner Zeit opfern. Ich kann doch für eine Mannschaft nicht alles stehen und liegen lassen!"


Dörte Knickrehm eingeladen

Freitag, 6. Juni 1986

(st) … Bei den Handballern des VfL Oldesloe ist in den letzten Wochen einiges in Bewegung geraten. Nach sorgfältiger Suche ist ein neuer Trainer für die Damen-Regionalligamannschaft gefunden worden. Claus Schilk, der zuletzt bei Eintracht Lüneburg tätig war und Erfahrung aus der Oberliga und Regionalliga bei Damen und bei der weiblichen A-Jugend mitbringt, wird die Nachfolge von Ulli Meyer antreten. Schilk wohnt in Trittau, ist also Stormarner, und sieht es als reizvolle Aufgabe an, der Mannschaft neue Impulse zu geben um mit ihr eine erfolgreiche zweite Regionalliga-Saison anzustreben.

Nicht mehr zum Kader der-VfL-Damen wird dann Torhüterin Gudrun Fandrey gehören. Sie hat, nachdem sie 14 Jahre im VfL Handball gespielt und sich am Saisonende im Gegensatz zu der überwiegenden Mehrheit ihrer bisherigen Mannschaftskameradinnen für eine Weiterverpflichtung von Trainer Ulli Meyer ausgesprochen hat, den VfL inzwischen verlassen und sich dem Zweitbundesligisten TH Eilbek angeschlossen. Sie hat damit den Aufstieg, den die Mannschaft ja nur knapp verpaßt hatte, für sich persönlich nun doch noch geschafft.

Eine neue Mannschaft hat inzwischen auch Ulli Meyer gefunden. Er wird in der kommenden Saison die Herrenmannschaft des SV Großhansdorf trainieren, die in der 4. Division des Hamburger Handballverbandes spielt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.6.1986

 

Freitag, 20. Juni 1986

Seine Arbeit aufgenommen hat inzwischen der neue Trainer der Damen-Regionalmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, der Trittauer Claus Schilk. Bis zum Beginn der neuen Saison Anfang September, die Oldesloerinnen werden dann auf Eintracht Lüneburg treffen, jenen Verein also, bei dem Schilk zuletzt tätig war, wird die Mannschaft hart und intensiv arbeiten müssen. Bedingt durch Trainerwechsel und Trainersuche nämlich sind die Oldesloerinnen gegenüber der Konkurrenz in gezielter Saisonvorbereitung in Rückstand und den gilt es natürlich aufzuholen, wenn auch die zweite Regionalligasaison so erfolgreich wie die erste verlaufen soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1986

 

Freitag, 20. Juni 1986

Stadionfest des VfL Oldesloe

(gg) Bereits zum dritten Mal veranstaltet der Platzwart im Travestadion des VfL Oldesloe, Horst Strauß, zusammen mit der Fußballabteilung des VfL ein Saisonabschlußfest im Travestadion. Diesmal als besonderer Gag: Ab 18.30 Uhr am Freitag spielen die Handballdamen und die Fußballherren des VfL gegeneinander – eine Halbzeit Handball, die andere Fußball. Anschließend gibt es Musik von den Alster-Trave-Kanal-Jazzmen und bei der Disco am Abend mit Udo „Ede“ Lorenz. Bei Tanz, Musik, Gegrilltem und Faßbier können sich die VfLer und alle Freunde des VfL vom Saisonstreß erholen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1986

 

Freitag, 20. Juni 1986

Wettergott Petrus hielt sich leider etwas zurück

200 kamen ins Travestadion

(gg) Von Fair-play hat Wettergott Petrus ganz offensichtlich noch nicht viel gehört. Während er am Mittwoch, Donnerstag und auch am Wochenende alle Feste, Feiern und Veranstaltungen mit reichlich Sonne versah, hatte er das Stadionfest des VfL Oldesloe am Freitag diesbezüglich nicht berücksichtigt.

Zwar war das Wetter beim Stadionfest, das nun schon zum drittenmal stattfand und wieder von Platzwart Horst Strauß und dessen Familie organisiert und ausgerichtet wurde, nicht gerade schlecht. Doch die Sonne schien nicht, und am Ende wurde es sogar richtig kühl.

Vielleicht war das der Grund, daß zum dritten Stadionfest nur etwa 200 Oldesloer kamen. Im Vorjahr waren es noch rund 350. Dabei hatte sich Horst Strauß zusammen mit den Fußballern und Handballern des VfL etwas ganz originelles ausgedacht: Die Handballdamen maßen sich mit den Fußballherren erst im Fußball und dann im Handball.

Nach dem Fußballspiel lagen die Herren erwartungsgemäß mit 5:2 in Front, mußten aber bald einsehen, daß sie beim Handball trotz größter Mühen gegen die Damen keine Chance hatten. Mit größtem Vergnügen betrachtete Claus Schilk, der ja die Trainer-Nachfolge von Ulli Meyer antritt, wie „seine“ Damen die robusten Kicker ausspielten und am Ende mit dem Ergebnis aus dem Fußballspiel zusammen mit 15:7 gewannen.

Mit einiger Skepsis beobachtete Platzwart Horst Strauß jedoch, daß neben Mitgliedern der Handball-, Fußball- und Leichtathletiksparte kaum Vertreter aus den anderen Sportarten des VfL zum Stadionfest kamen. „Vielleicht müssen wir das nächste Mal auch andere Sparten wie zum Beispiel Judo mit ins Programm einbeziehen.“

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von den Alster-Trave-Kanal-Jazzmen und auch von Udo „Ede“ Lorenz mit seiner Disco, der erst um halb drei Uhr morgens seine Anlage wieder einpacken konnte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.6.1986

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