Die Saison 1985/86 - Hinrunde

 

Hallenzeitung Stormarnhalle


Die VfL-Damenmannschaft wird sich in der Saison 85/86 in einem ganz neuen Gewand darstellen. Erfolgreiche Spielerinnen haben den Verein verlassen. Katja Schopenhauer wechselte zu ihrem Heimatverein TSV Bargteheide,wo sie mit einer jungen Mannschaft das Ziel Bezirksklasse angepeilt hat. Susanne Kirschning (besser bekannt als "Pommi"), von der wir gerade in den letzten Pokalspielen so herrliche Tore gesehen haben, beendete für alle überraschend aus persönlichen Gründen ihre Karriere.

Susanne Paetz und Wiebke Rickert gehören weiter zum Kader, werden aber überwiegend die 2. Damenmannschaft verstärken. Als fünftes bekanntes Gesicht werden die Zuschauer Elsbeth Hein (geb. Fahrenkrog) vermissen. Aber sie will nach einer Babypause wiederkommen, der Trainer wird das Baby schon schaukeln.

Acht Spielerinnen der im letzten Jahr so erfolgreichen Mannschaft bilden auch in diesem Jahr das Gerippe der Mannschaft. Wie schon in den Jahren zuvor werden auch in dieser Saison zwei starke Spielerinnen der wJA in das Team eingebaut. Die Landesauswahlspielerinnen Dörte Knickrehm (Kreis) und Steffi Bernecker (Rückraum) werden für Belebung im Spiel des VfL sorgen, das zeigte sich schon in den letzten Spielen des VfL.

Besonders herzlich heißen wir zwei ganz neue Gesichter in der Mannschaft willkommen. Vom TSV Altenholz kamen Sonja Taut und Maren Schröder zum VfL. Handballkennern sind sie aus verschiedenen Spielen gegen den TSV Altenholz bekannt. Sie werden nach wenigen Spielen nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken sein.

Ach ja, der Trainer. Auch in diesem Jahr heißt er wieder Ulli Meyer. Trotz aller Gerüchte, die als so genanntes Sommertheater in Bad Oldesloe kursierten, er ist dem VfL treu geblieben.

Aus Handball-Echo VfL Oldesloe vom 7.9.1985

Freitag, 6. September 1985

Die Wartezeit hat endlich ein Ende
Mit dem TSV Altenholz haben die VfL-Damen gleich zum Start einen attraktiven Gegner

(mth) Fünf Monate ist es ziemlich genau her, als die Stormarnhalle zuletzt bei einem Hallenhandballspiel einem Hexenkessel glich. Die Damenmannschaft des VfL Oldesloe krönte damals in der zweiten Runde des DHB-Pokals auf Bundesebene eine überaus erfolgreiche Saison. Erst nach großem Kampf gab sie sich der damaligen Regionalliga-Spitzenmannschaft – dem heutigen Zweitbundesligisten – TV Brühl geschlagen, nachdem sie zuvor Begeisterungsstürme bei ihren vielen Anhängern ausgelöst hatte.

In dieser Begeisterung schwang mit die Erinnerung an die bislang erfolgreichste Serie der VfL-Damen in ihrer Geschichte. Nach zwei vergeblichen Anläufen, bei denen sie jeweils nur knapp gescheitert war, hatte sich die Mannschaft endlich den Meistertitel in der schleswig-holsteinischen Oberliga geholt und damit den Aufstieg in die Regionalliga perfekt gemacht. Hinzu waren wieder – wie schon in den Jahren zuvor – tolle Pokalspiele gekommen, in denen höherklassige Mannschaften gleich serienweise ausgeschaltet wurden.

Diese Erfolge haben natürlich hungrig „auf mehr“ gemacht- Mannschaft und Anhänger. Und so hat man dann in Oldesloe in den letzten Monaten und Wochen noch schon ungeduldig dem Start in die neue Saison entgegengefiebert. Morgen (Sonnabend) um 17.30 Uhr in der Stormarnhalle ist es endlich soweit! Im ersten Regionalliga-Punktspiel haben die Oldesloerinnen dabei mit dem TSV Altenholz einen „alten Bekannten“ bei sich zu Gast.

In der Saison 1983/84 lieferten sich die beiden Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Oberliga einen heißen Zweikampf an der Tabellenspitze, den schließlich die Kieler Vorstädterinnen knapp für sich entschieden. Vor allem, weil sie in beiden Direktvergleichen die Oberhand behielten. Eine dritte Begegnung in jener Saison entschied übrigens der VfL für sich, aber das war im Pokal, wo der VfL ja schon immer besonders aufzutrumpfen wußte.

Der TSV Altenholz stieg nach dem gewonnenen Duell gegen den VfL in die Regionalliga auf, die Oldesloerinnen dagegen mußten – siehe oben noch ein Jahr länger auf die Erfüllung eines Traumes warten. Seither haben sich die beiden Mannschaften erheblich verändert Der TSV Altenholz, der in sei-nem ersten Regionalligajahr eine ganz beachtliche Rolle spielte, ist nicht nur gegenüber seiner Oberligazeit, sondern auch gegenüber der letzten Saison kaum noch wiederzuerkennen. Zahlreiche Spielerinnen halten den Verein verlassen und pikanter Weise sind zwei der Besten, Maren Schröder und Sonja Taut, zum VfL Oldesloe gekommen.

Das gibt der morgigen Partie natürlich noch einen besonderen Reiz. Aber auch beim VfL hat sich einiges getan. Aus der letztjährigen Meistermannschaft sind Susanne Pommerening (hat ihre Laufbahn beendet), Katja Schoppenhauer (zurück zum TSV Bargteheide, von dem sie einst als Jugendliche zum VfL gekommen war), Elsbeth Fahrenkrog (sieht Mutterfreuden entgegen) und Susanne Paetz (geht in die zweite Damenmannschaft, steht allerdings, wenn sie gebraucht wird, noch zur Verfügung) nicht mehr dabei.

Neben den beiden früheren Altenholzerinnen, von denen Sonja Taut zum Saisonstart noch nicht zur Verfügung steht – sie weilt bis Ende September zu einem Studienaufenthalt in Kiew –. die, sind sie erst voll integriert, sicher eine Verstärkung für den VfL bedeuten, kommen mit Dörte Knickrehm und Stefanie Bernecker zwei Riesentalente aus der eigenen A-Jugend ins VfL-Team. Auch sie versprechen die Mannschaft zu verstärken.

In der Vorbereitungszeit lief es für den VfL nicht immer nach Wunsch. Das Zusammenspiel und das Deckungsverhalten muß, soviel ist sicher, noch verbessert werden. Aber die Oldesloer Mannschaft, die weiter von Ulli Meyer trainiert wird, hat sich, wenn es denn ernst wird, ja eigentlich immer noch steigern können und sie kann dem Saisonstart sicher zuversichtlich entgegensehen.

Ganz gewiß rechnen wir damit, daß die Stormarnhalle in den nächsten Wochen und Monaten wieder wie ein Magnet die Handballfans anziehen wird. Und mit der Unterstützung der Fans, die ihn in der Vergangenheit zu manchem Erfolg getragen haben, wird der VfL sich auch in der Regionalliga achtbar behaupten können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.9.1985

 

Sonnabend, 7. September 1985

VfL Oldesloe – TSV Altenholz 20:17 (11:5)

10:17-Sieg im ersten Spiel in der Regionalliga
VfL-Damen zeigten gegen Altenholz nur eine Halbzeit ein starkes Spiel, aber es reichte auch so

(mth) Die Damenmannschaft der Handballer des VfL Oldesloe hat ihre ersten beiden Punkte in der Regionalliga unter Dach und Fach. Gegen den TSV Altenholz kam die Mannschaft in der Stormarnhalle vor gut 350 Zuschauern zu einem 20:17-Erfolg. Dabei wußten die Oldesloerinnen vor allem in der ersten Halbzeit, als sie den Gegner fast nach Belieben beherrschten, ihr Publikum zu begeistern.

Im zweiten Spielabschnitt wurde dann deutlich, daß der VfL noch eine Menge wird arbeiten müssen, wenn er die erhoffte aktive Rolle in der neuen Spielklasse einnehmen will. Als der TSV Altenholz nämlich verdächtig warm geworden war, kam der VfL ziemlich von der Strecke und offenbarte streckenweise erschreckende technische Fehler.

Und obwohl dann später auch noch eine gehörige Portion Nervosität beim VfL hinzukam, geriet der Erfolg nie ernsthaft in Gefahr. Immer behielten die Oldesloerinnen mindestens drei Tore Vorsprung und genau die Anzahl brachten sie ja schließlich auch ins Ziel.

In der Partie, in der die Oldesloerinnen erstmals ihre schmucken neuen Trikots vorführten, war eine erste Vorentscheidung praktisch schon nach sechs Minuten gefallen. Bis zu diesem Zeitpunkt nämlich führte der VfL schon mit 3:0 und den Gegner mußte dabei besonders die Premieren, daß Oldesloes Torhüterin Gudrun Fandrey bis dahin schon einen Siebenmeter glänzend pariert hatte, und das 3:0 zu einem Zeitpunkt viel, als der VfL in Unterzahl operierte, denn Dörte Knickrehm hatte eine Zwei-Minuten-Strafe bekommen.

Aber so leicht wollte der TSV Altenholz dann doch nicht „klein beigeben“, und da der VfL nun eine Serie von acht Minuten ohne Torerfolg hinlegte, kam der Gast auf 2:3 heran. Als der VfL dann erneut in Unterzahl – Zeitstrafe Anja Müller – das Spiel beherrschte und den Vorsprung auf 5:2 erhöhte, war der Widerstand der Altenholzerinnen für die erste Halbzeit gebrochen.

Nun beherrschen die Oldesloerinnen die Szenerie wie sie wollten, und das Pausenergebnis von 11:5 für den VfL schmeichelte noch sehr den Gästen. Leicht hätte der Vorsprung von Andrea Güldenpfennig und Co. noch deutlicher ausfallen können, denn für die Altenholzerinnen bahnte sich ein Debakel an.

Das schien in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs auch seinen Lauf zu nehmen, denn innerhalb von 100 Sekunden erhöhten Petra Payka und Andrea Güldenpfennig auf 13:5. Dann aber kam plötzlich Sand in das Getriebe des Oldesloer Spiels. Im Angriff häuften sich die technischen Fehler und Mißverständnisse und auch die Abwehrarbeit funktionierte alles andere als reibungslos.

Anke Petersen, die nach der Halbzeit für Gudrun Fandrey ins Tor gekommen war und die sich mit prächtigen Paraden gut eingeführt hatte, konnte einem bisweilen leid tun, denn ihre Vorderleute bekamen die hoch aufgeschlossene Rückraumschützin Kirsten Weimar mehr richtig unter Kontrolle und ließen auch sonst große Lücken, so daß „Schlappi“ die Bälle nur so um die Ohren pfiffen.

Bis zur 48. Minute hatte Altenholz dann auf 13:16 verkürzt und einigen VfL-Anhängern wurde es schon etwas mulmig. Aber dann setzte der VfL nach und bewahrte Distanz zum Gegner. Bis zur 58. Minute führte der VfL wieder mit 20:15, wobei es ab der 55. Minute turbulent und hektisch wurde. Zeitstrafen hüben und drüben häuften sich nun – Carmen Becker (Altenholz) bekam wegen dreier „Auszeiten“ sogar die rote Karte – und es wurde übersichtlich auf dem Feld, weil sich streckenweise nur neun Feldspielerinnen auf dem Parkett befanden.

Die beiden letzten Minuten nutzten die Altenholzerinnen, nachdem Antje Schütt zuvor einen Siebenmeter verworfen hatte – zuvor hatten Dörte Knickrehm, Maren Schröder (je 4) und Andrea Güldenpfennig (1) neun Siebenmeter sicher verwandelt –, dann noch zu einer Resultatsverbesserung. Fast wäre ihnen auch noch das 18:20 geglückt, aber Gudrun Fandrey, die in den Schlußminuten zwischen den Pfosten zurückgekehrt war, parierte Sekunden vor dem Abpfiff noch einen weiteren Siebenmeter.

Der VfL hatte damit seinen ersten Regionalligasieg errungen und allein das zählte am Ende. Natürlich muß sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer noch erheblich steigern, denn viele Gegner werden noch wesentlich stärker als der TSV Altenholz sein, aber wir sind uns sicher, daß die Mannschaft, zieht sie aus den gemachten Fehlern die richtigen Konsequenzen, sich in der Tat noch erheblich steigern kann. Mit sieben Treffern. darunter einem verwandelten Siebenmeter, war Andrea Güldenpfennig auch beim Regionalligaauftakt erfolgreichste VfL-Spielerin. Je fünf Treffer, darunter je vier verwandelte Sie-benmeter, verbuchten die Neuzugänge Dörte Knickrehm (aus der eigenen A-Jugend) und Maren Schröder. Je einen Treffer hatten Andrea Hasenberg, Anja Müller und Petra Payka zu verzeichnen. Stefanie Bernecker, Kirsten Timm, Wiebke Rickert und Antje Schütt. wurden außerdem noch im Feld eingesetzt. Im Tor setzte Ulli Meyer – wie erwähnt – Gudrun Fandrey und Anke Petersen, die beide schon gut in Form sind, ein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.9.1985

 

Freitag, 13. September 1985

Aufsteiger Lüneburg zweiter Gegner der VfL-Damen

(mth) Bereits ihr zweites Heimspiel kann am morgigen Sonnabend die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe austragen. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist um 16.45 Uhr in der Stormarnhalle die Mannschaft von Eintracht Lüneburg, die, wie der VfL, Aufsteiger in der dritthöchsten Liga ist.

Für die Oldesloerinnen hat der Saisonstart – zumindestens was das Ergebnis angeht – ja hervorragend geklappt. Allerdings war nicht alles Gold, was da beim 20:17-Erfolg gegen den TSV Altenholz glänzte. Insbesondere in der zweiten Halbzeit des Spiels unterliefen dem VfL unglaublich viele Fehler, die es schnellstens abzustellen gilt, wenn man die erhoffte Rolle in der neuen Klasse spielen will.

Trainer Ulli Meyer geht nicht ganz ohne personelle Sorgen in die morgige Partie, denn außer Neuzugang Sonja Taut, die noch immer zu einem Studienaufenthalt in Kiew weilt und der Mannschaft erst im übernächsten Spiel zur Verfügung steht, ist auch Mannschaftsführerin Anja Müller (Urlaub) nicht mit dabei. Kann die Mannschaft um Andrea Güldenpfennig, die sich trotz eines Trainingsrückstandes im ersten Spiel schon in guter Verfassung vorstellte, aber an die erfreuliche Leistung der ersten Halbzeit des Altenholz-Spieles anknüpfen, müßte auch gegen Eintracht Lüneburg ein achtbares Ergebnis herausspringen.

Die Lüneburgerinnen, im letzten Jahr Niedersachsen-Meister, hatten einen weniger erfolgreichen Saisonstart. Sie verloren gegen TuS Alstertal mit 16:22 und zieren unverhofft das Tabellenende. Aber die Mannschaft um die Ex-Nationalspielerin Sigrid Berndt (früher Bayer Leverkusen) hat dabei nicht ihr wahres Können gezeigt. Der VfL muß sich auf jeden Fall auf einen erbittert kämpfenden Gegner einstellen, der nicht gleich zu Saisonbeginn den Anschluß verlieren will.

Wir erwarten auch zu diesem Spiel wieder eine stattliche Zuschauerzahl in der Stormarnhalle. Die Zuschauerkapazität ist durch die Abbruch- und Reparaturarbeiten an der Verbindungsmauer zum Foyer ja nicht beeinträchtigt, und auch dem Spiel steht dadurch nichts im Wege.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.9.1985

 

Sonnabend, 14. September 1985

VfL Oldesloe- Eintracht Lüneburg 20:17 (10:11)

Die VfL-Damen mußten bis zum Schluß verbissen kämpfen
20:17-Erfolg auch im zweiten Heimspiel gegen Mitaufsteiger Eintracht Lüneburg
Der „Traumstart“ des VfL ist perfekt

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe scheint sich in der Regionalliga auf 20:17-Siege spezialisieren zu wollen. Mit exakt dem gleichen Ergebnis wie vor einer Woche im Eröffnungsspiel gegen den TSV Altenholz siegte die Truppe von Trainer Ulli Meyer nämlich auch im zweiten Heimspiel in der Stormarnhalle gegen Mitaufsteiger SV Eintracht Lüneburg.

Außer dem Endergebnis aber glichen sich die beiden Partien der Oldesloer Damen kaum. War die Partie gegen Altenholz, als der VfL schon mit 11:5 (beim Seitenwechsel) und später gar mit 13:5 führte, schon frühzeitig entschieden, so stand die Begegnung der beiden Aufsteiger gut 50 Minuten lang auf des Messers Schneide, und auch später wurde es, obwohl der VfL zwischenzeitlich auf 19:14 davongezogen war, noch einmal spannend, denn als noch zweieinhalb Minuten zuspielen waren, hatte Eintracht Lüneburg auf 17:19 verkürzt, aber Maren „Buffy“ Schröder, der Neuzugang beim VfL vom TSV Altenholz, der in der Schlußphase zur spielentscheidenden Figur im VfL-Team wurde, machte mit dem 20:17 dann alles klar.

Mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten aus den ersten beiden Saisonspielen kann man beim VfL Oldesloe mit dem Regionalligastart natürlich außerordentlich zufrieden sein. Sicher, die Mannschaft hat noch keineswegs zu ihrer Bestform gefunden und wird in spielerischer Hinsicht noch viel arbeiten müssen, um die deutlichen Mängel im Zusammenspiel auszumerzen.

Aber die Mannschaft ist ja durchweg mit jungen, ehrgeizigen und entwicklungsfähigen Spielerinnen besetzt, so daß weitere Steigerungen im Verlauf der Saison nicht unwahrscheinlich sind. Zumal der VfL ja auch in den letzten erfolgreichen Jahren immer eine Anlaufzeit benötigte, um zur Bestform zu finden.

Außerdem bauen Mannschaft und Umfeld darauf, daß sich die Truppe, deren herausragende Tugend die Kampfkraft ist, an noch stärkeren Gegnern als den Lüneburgerinnen sicher noch steigern kann. Auch hierfür gab es in der Vergangenheit eine Fülle von Beispielen.

Mit dem letzten Gedanken soll aber keineswegs der Eindruck erweckt werden, mit SV Eintracht Lüneburg hätte sich ein schwacher Gegner in der Stormarnhalle vorgestellt. Im Gegenteil: Obwohl Ex-Nationalspielerin Sigrid Berndt in den Reihen des vorjährigen Niedersachsen-Meisters fehlte, hinterließ Eintracht Lüneburg in der Stormarnhalle einen hervorragenden Eindruck, der es im Nachhinein überraschend erscheinen läßt, wieso die Niedersachsen ihr Auftaktspiel gegen TuS Alstertal so glatt verloren. In Bad Oldesloe jedenfalls imponierte die Mannschaft in spielerischer und vor allem in kämpferischer Hinsicht. Trotz des Starts mit 0:4 Punkten hat die Mannschaft keinen Grund, sich aufzugeben, was sie in Oldesloe auch nie tat.

Womit wir beim Spielverlauf wären: Der, VfL hatte einen recht guten Start und als er nach sechs (3:1) und sieben Minuten (4:2) jeweils schon früh einmal mit zwei Treffern Vorsprung führte, schien einiges auf einen „glatten Gang“ hinzudeuten. Aber Eintracht Lüneburg hatte schnell begriffen, daß in dieser Phase beim VfL nur Andrea Güldenpfennig und Andrea Hasenberg torgefährlich waren, und darauf wußten sich die Niedersachsen einzustellen.

Im Rückraum insbesondere zeigten sich beim VfL Unsicherheiten. Kirstin Timm und Stefanie Bernecker trauten sich nicht genug zu und hatten mit ihren wenigen Würfen (Bernecker) keinen Erfolg. Dazu hatte auch Maren Schröder ihr Visier bei Würfen aus der zweiten Reihe – noch – falsch eingestellt.

So kam Eintracht Lüneburg schon beim 4:4 (8. Minute) wieder heran, und auch die folgenden Oldesloer Führungstreffer bis zum 7:6 (Andrea Hasenberg/16. Minute) wurden postwendend ausgeglichen. In der 20. Minute ging der Gast dann erstmalig sogar mit 8:7 in Führung. Beim 8:10 (25. Minute) und 9:11 (29. Minute) lag dann sogar Lüneburg mit zwei Toren in Front und das VfL-Spiel machte zu diesem Zeitpunkt nicht den Eindruck, als könne man dem Spiel so schnell noch eine Wende geben, auch wenn Kirstin Timm noch vor der Pause mit einem verwandelten Siebenmeter auf 10:11 verkürzen konnte.

In den ersten drei Minuten der zweiten Halbzeit konnte ein nun energischer fightender VfL den Spieß zwar zum 12:11 umdrehen, aber als dann in den folgenden zwei Minuten eine Überzahl nicht genutzt werden konnte – es unterliefen dabei haarsträubende ab Spielfehler und Ballverluste –, kam wieder Sand in das Getriebe des VfL-Spiels. Der Gast glich nicht nur zum 12:12 aus, sondern konnte auch das 13:12 (38. Minute) erzielen und erst in der 41. Minute gelang dem VfL wieder ein Treffer (Andrea Güldenpfennig, die mit sieben Toren erfolgreichste Werferin des Spiels war).

Dann aber ging es Schlag auf Schlag. Maren Schröder und Andrea Güldenpfennig nahmen nun die Sache in die Hand und zwischen der 43. und 54. Minute machten sie aus einem 13:13-Gleichstand eine 19:14-Führung, wobei sie natürlich auch von zuspielen ihrer Mannschaftskolleginnen (Petra Payka u.a.) profitierten. Damit war die Partie natürlich gelaufen, auch wenn sich Eintracht Lüneburg noch einmal aufbäumen, bis zur 58. Minute auf 17:19 herankam und damit noch einmal für Aufregung und Hektik sorgte. Mit dem 20:17 aber machte Maren Schröder dann alles klar, die gleiche Spielerin hatte in der Schlußminute mit zwei Holztreffern sogar noch Pech.

Mit sieben Feldtoren war Andrea Güldenpfennig, wie schon erwähnt, erfolgreichste Werferin. Mit vier Treffern kam ihr Maren Schröder am nächsten. Auf je drei Treffer brachten es Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm, die erneut Nervenstärke beim Siebenmeter unterstrich. Je ein Tor markierten Petra Payka, Stefanie Bernecker, Kirsten Timm, die einen Siebenmeter verwandelte, mit einem aber auch an der ausgezeichneten Lüneburger Torhüterin scheiterte.

Außerdem kamen beim VfL, der auf Mannschaftsführerin Anja Müller (Urlaub) und Neuzugang Sonja Taut (noch immer in der UdSSR) verzichten mußte, noch Anja Schütt und Wiebke Rickert zum Einsatz. Im Tor wechselten sich Gudrun Fandrey (erste Halbzeit) und Anke Petersen (zweite Halbzeit) ab, wobei Stammtorhüterin Gudrun Fandrey nicht ihren glücklichsten Tag hatte, während „Schlappi“ hervorragend in Form war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.9.1985

 

Freitag, 20. September 1985

Erste schwere Auswärtsaufgabe für die VfL-Damen bei SC Union 03 Hamburg

(mth) … Die Damen-Regionalligamannschaft trifft am Sonntag um 11.15 Uhr in der Sporthalle Steilshoop (Gropius-Ring) in Hamburg in ihrem ersten Auswärtsspiel auf den SC Union 03 Hamburg.

In Pokalspielen hat der VfL den Ex-Bundesligisten ja schon zweimal geschlagen – einmal sogar, als die Hamburgerinenn noch in der Bundesliga spielten – aber in den Spielen genossen die Stormarnerinnen ja jeweils Heimrecht und die Unterstützung von zahlreichen Zuschauern. Ob man nun auch in fremder Halle gegen die Hanseatinnen bestehen kann, muß abgewartet werden.

In die Saison sind beide Mannschaften gut gestartet. Die Hamburgerinnen brachten aus ihrem ersten Spiel einen 15:12-Erfolg bei Aufsteiger TV Oyten mit, und die Oldesloerinnen haben ja sogar schon zwei Siege zu Buche stehen, mit denen sie zur Zeit die Tabelle anführen.

Dort würde der VfL zu gerne natürlich auch nach dem Spiel in Hamburg noch stehen, aber er wird, wenn er in der Hansestadt erfolgreich bestehen will, Schwächen, die er in beiden Heimspielen trotz der Erfolge offenbarte, abbauen müssen. Insbesondere darf man sich mehr so viele unnötige Ballverluste und technische Fehler erlauben.

Personell kann Trainer Ulli Meyer sein Team kaum verändern, den Kreisläuferin Sonja Taut und Rückraumspielerin Anja Müller stehen auch am Wochenende noch nicht zur Verfügung. Sie werden beim nächsten Heimspiel am 28. September gegen TuS Alstertal erstmals wieder dabei sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1985

 

Sonntag, 22. September 1985

Union 03 Hamburg – VfL Oldesloe 20:24 (9:13)

Der Sieg der VfL-Damen geriet nie in Gefahr
Güldenpfennig und Co. können auch auswärts siegen
Mit 24:20-Sieg bei Union Hamburg die Spitze behauptet

(mth) Die Damen-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe kommt immer besser in Form. Auch ihr drittes Saisonspiel – ihr erstes in fremder Halle – konnten die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer siegreich gestalten. Mit 24:20 gewannen die Oldesloerinnen bei SC Union 03 Hamburg, wobei der Sieg sogar noch sicherer war, als es das Ergebnis ausdrückte.

Die Stormarnerinnen nämlich führten schon zur Pause mit 13:9 und, obwohl die zweite Halbzeit dann gemessen an den Toren ausgeglichen verlief (11:11), stellte der VfL stets die überlegene Mannschaft, die im Bedarfsfall auch noch hatte zulegen können. Der erste Auswärtssieg der VfL-Damen ist schon für sich gesehen natürlich ein toller Erfolg, zumal die Mannschaft mit nunmehr 6:0 Punkten weiter die Tabelle anführt, was für einen Klassenneuling ja nun wahrhaftig keine alltägliche Angelegenheit ist.

Aber während sich nach den beiden 20:17-Heimsiegen über TSV Altenholz und Eintracht Lüneburg in die berechtigte Freude auch Sorgen wegen vieler eigener Fehler eingeschlichen hatten, war die Freude über den Erfolg in Hamburg ganz ungetrübt. Die Truppe aus der Stormarner Kreisstadt nämlich hatte nicht nur gewonnen, sondern auch noch ihr bislang bei weitem bestes Saisonspiel geboten.

Die Anzahl der technischen Fehler – Fangfehler und Abspielfehler – die in den ersten beiden Spielen noch erschreckend hoch war, konnte auf ein Minimum reduziert werden und dazu glänzte die Mannschaft mit einer Reihe herrlicher Spielzüge. Konditionsmäßig war an den Oldesloerinnen ja auch in den letzten Spielen nichts auszusetzen gewesen, und so waren sie den Hamburgerinnen denn auch auf diesem Gebiet überlegen.

Der Erfolg über Union Hamburg, dem Ex-Bundesligisten, der allerdings nur noch ein matter Abglanz früherer Jahre ist, macht dem VfL natürlich Mut für die kommenden Aufgaben. Die Mannschaft ist, wie man so sagt, auf den Geschmack gekommen und würde nun natürlich gerne auch noch die beiden nächsten Hamburger Gegner – TuS Alstertal am kommenden Sonnabend (16.45 Uhr) in der Stormarnhalle, Wandsbek 72 eine Woche später danach wieder in der Hansestadt – „vernaschen“.

Die Fans sollten zwar auch jetzt nach den hervorragenden Anfangserfolgen die Erwartungen in die Mannschaft nicht zu hoch schrauben – sie wird sicher auch wieder einmal schwächere Tage haben, was man ihr nicht verübeln darf –‚ aber schon jetzt ist abzusehen, daß die aus den letzten Jahren erfolgsverwöhnte Truppe auch in der Regionalliga kein „Mauerblümchendasein“ führen muß.

Der VfL, der ein letztes Mal noch ohne Neuzugang Sonja Taut und Mannschaftsführerin Anja Müller auskommen mußte, geriet zwar schon nach 40 Sekunden mit 0:1 in Rückstand – Maren Schröder wurde „kalt erwischt“ und verursachte einen Siebenmeter –‚ aber schon sehr bald bekam er das Spiel in den Griff. Durch zwei Tore von Kirstin Timm und einen Treffer von Maren Schröder hatte der VfL schon nach sieben Minuten das Spiel schon mehr als umgedreht, und nur in zwei Fällen (2:3 und 3:4) kamen die Hamburgerinnen noch auf Tuchfühlung heran.

Ansonsten aber baute der VfL seinen Vorsprung immer weiter aus und der Vier-Tore-Vorsprung, der dann ja auch zur Halbzeit und schließlich gar zum Schluß Bestand hatte, war schon nach 16 Minuten (8:4) gegeben. Verkürzen konnten die Hamburgerinnen ihren Rückstand immer nur dann, wenn Antje Schütt beim VfL zum Einsatz kam. Sie war zwar, wie man sie kennt, hochmotiviert, spielte aber übernervös und produzierte eine Reihe unnötiger Fehler.

Ernsthaft in Gefahr aber geriet der Vorsprung des VfL deshalb nie, weil immer rechtzeitig Mannschaftskolleginnen zur Stelle waren, um zum rechten Zeitpunkt mit Toren den Vorsprung wieder auszubauen. Bei den Hamburgerinnen machten sich im übrigen schon im ersten Durchgang konditionelle Schwierigkeiten bemerkbar, die hauptsächlich auf das Tempospiel des VfL zurückzuführen waren. Insbesondere die baumlange Rückraumspielerin Katrin Fehrendt blieb deshalb weit unter ihren Möglichkeiten.

In der zweiten Halbzeit nahmen die Hamburgerinnen Andrea Güldenpfennig in enge Deckung, nachdem sie schon vorher aufmerksamer als ihre Mitspielerinnen beschattet worden war, aber dennoch vier Tore hatte erzielen können. Mit der neuen Formation hatte der VfL. nachdem er zunächst auf 14:9 davongezogen war, bis zum 14:11 in der 33. Minute ein paar kleine Schwierigkeiten, dann aber hatte er sich auch darauf eingestellt. Druck aus dem Rückraum wurde gegen die nun sehr offensive Union-Deckung immer stärker gemacht und die sich dadurch bietenden Lücken wurden konsequent ausgenutzt.

Der VfL konnte es sich sogar leisten, zwei Siebenmeter zu verwerfen, ohne dafür in Gefahr zu geraten. Nach Maren Schröders Fehlwurf allerdings war Andrea Güldenpfennig zur Stelle, um den Abpraller zu verwandeln. Andrea Gül-denpfennig dagegen konnte nach ihrem Fehlwurf niemand helfen, denn ihr Heber ging nicht nur über die Union-Torhüterin, sondern auch über das Tor.

Die beiden „Fehlschützinnen“ waren im übrigen die erfolgreichsten Torewerferinnen beim VfL. Andrea Güldenpfennig hatte sieben Feldtore zu verzeichnen, während unter den sechs Toren von Maren „Buffy“ Schröder auch zwei verwandelte Siebenmeter waren. Auf je drei Treffer brachten es Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehm, die wieder alle ihre Treffer mit Strafwürfen erzielte. Je zwei Treffer von Stefanie Bernecker und Kirstin Timm machen noch einmal die Stärke des VfL-Rückraums deutlich und einen Treffer schließlich – nach herrlicher Kombination durch die gesamte Mannschaft – erzielte auch Petra Payka.

Außerdem kamen noch Susanne Paetz (erstmals in dieser Saison), Wiebke Rickert und Antje Schütt zum Einsatz. Im Tor wechselten sich wieder Gudrun Fandrey (erste Halbzeit) und Anke Petersen (zweite Halbzeit) ab, die diesmal beide in guter Form waren.

In „Form“ kamen auch die rund 200 Zuschauer – darunter viele aus Bad Oldesloe –, die die gelungenen Aktionen der Oldesloerinnen immer wieder mit Beifall auf offener Szene bedachten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.9.1985

 

Freitag, 27. September 1985

TuS Alstertal wird für die VfL-Damen morgen ein ganz „dicker Brocken“

(mth) Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe kann am Wochenende bereits ihr drittes Heimspiel in der laufenden Saison austragen. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist der Hamburger Vertreter TuS Alstertal, der mit zwei Auswärtssiegen (in Lüneburg und in Oyten) wie der VfL hervorragend in die Saison gestartet ist.

Die Oldesloerinnen haben ja sogar schon drei Siege errungen und führen als Aufsteiger sensationell die Tabelle an. Wenn irgendmöglich will der VfL natürlich auch gegen TuS Alstertal die Spitzenposition behaupten, aber das wird am Sonnabend ab 16.45 Uhr in der Stormarnhalle sicher ganz schwer. Die Hamburgerinnen verfügen über eine kampfkräftige Mannschaft, die außerordentlich schnell Kontenangriffe spielen kann.

Mannschaften beider Vereine standen sich im übrigen schon 1980 und 1981 in Vorrundenspielen um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend gegenüber. 1980 entschied der VfL dabei das Rennen nach zwei spannenden Spielen für sich und wurde später Deutscher Meister, 1981 drehte TuS Alstertal den Spieß um und holte anschließend ebenfalls den Meistertitel auf Bundesebene.

Viele Spielerinnen – hüben wie drüben – stehen auch morgen in den Mannschaften, was in der gewiß spannenden Auseinandersetzung noch zusätzlichen Reiz bedeutet.

Beim VfL, der wieder mit vielen Zuschauern rechnet und auf entsprechende Unterstützung hofft, werden Mannschafts-führerin Anja Müller, die ihren Urlaub beendet hat, und erstmalig in dieser Saison auch Neuzugang Sonja Taut (vorher TSV Altenholz) die ja schon am letzten Sonntag beim Sieg über Union Hamburg überzeugende Mannschaft noch verstärken.

STORMARNER TAGEBLLATT vom 27.9.1985

 

Sonnabend, 28. September 1985

VfL Oldesloe – TuS Alstertal 18:17 (10:7)

Die VfL-Handballdamen bleiben an der Spitze
Beim 18:17-Erfolg über Alstertal mußte der VfL bis zur allerletzten Minute um den Erfolg bangen

(mth) Die Damen-Handhallmannschaft des VfL Oldesloe bleibt in der Regionalliga weiterhin ungeschlagen und führt mit nun 8:0 Punkten weiter die Tabelle an. Im vierten Saisonspiel – dem dritten in eigener Halle – schlug die Truppe von Trainer Ulli Meyer den TuS Alstertal, immerhin eine Spitzenmannschaft der Klasse, nach spannendem, teilweise sogar dramatischem Kampf mit 18:17 (10:7).

Die Oldesloerinnen, die über weite Strecken ihr bestes Heimspiel in dieser Saison zeigten, gerieten in der gesamten Partie zwar nur ein einziges Mal (11:12 in der 39.Minute) in Rückstand, mußten um den Erfolg aber dennoch bis zur letzten Sekunde bangen, Die sehr kompakte und kampfkräftige Mannschaft von TuS Alstertal ließ sich nämlich auch von klaren Rückständen in der ersten Halbzeit nicht aus dem Konzept bringen, kämpfte sich immer wieder heran und gab auch noch nicht nach, als der VfL dann in der letzten Viertelstunde noch zweimal um drei Tore davonzog.

Letztendlich bedurfte es dann einer überragenden Leistung von Torhüterin Gudrun Fandrey und der starken Nerven von Andrea Güldenpfennig, um den Sieg und damit die beiden Punkte über die Zeit zu retten.

Erstmals in dieser Saison konnte Trainer Ulli Meyer seine komplette Mannschaft aufbieten. Auch Mannschaftsführerin Anja Müller und Neuzugang Sonja Taut waren zur Stelle, und diese Tatsache schien die ganze Truppe zu beflügeln. Der Staat nämlich gelang den Oldesloerinnen ganz nach Wunsch. In der 2. Minute eröffnete Andrea Güldenpfennig den Torreigen. Eine Minute später war Maren Schröder mit einem unglaublichen Gewaltwurf zum 2:0 an der Reihe und wieder nur 60 Sekunden danach erhöhte erneut Andrea Güldenpfennig auf 3:0.

Die Gäste aus Hamburg benötigen dagegen die Unterstützung der Schiedsrichter, um in der 5. Minute zum ersten Gegentor (Antje Krüger) zu kommen, denn ihrem erfolgreichen Tempogegenstoß war ein Foul an Dörte Knickrehm in aussichtsreicher Position vorausgegangen, ohne daß es die Unparteiischen geahndet hätten.

Überhaupt konnte man mit dem Gespann Range/Korte, zwei Damen aus Osnabrück, nicht so recht zufrieden sein. Ihre Regelauslegung (Schritte, Stürmerfouls usw.) mutete bisweilen recht merkwürdig an, und auch bei der Zumessung von Zeitstrafen und Siebenmetern legten sie – hüben wie drüben – sehr unterschiedliche Maßstäbe an.

Aber zurück zum Spielverlauf: Vor dem ersten Gegentor ließ sich der VfL noch lange nicht stoppen. Maren „Buffy“ Schröder erhöhte in der 7. Minute auf 4:1 und als dann Dörte Knickrehm in der 10. Minute gar das 5:1 gelang – ihr erstes Feldtor in einem Punktspiel der VfL-Damenmannschaft, nachdem sie in den Spielen zuvor schon zehn Siebenmeter verwandelt hatte –, schien sich für die Alstertalerinnen ein Debakel anzubahnen.

Aber die Hamburgerinnen, durchweg drahtige Spielerinnen mit einer Vorliebe für hautnahe Zweikämpfe, ließen noch lange nicht locker, und beim VfL verlor man für kurze Zeit den Faden, nachdem Maren Schröder zweimal hintereinander nur den Pfosten des Alstertaler Tores traf und Dörte Knickrehm mit einem Siebenmeter an Erika Stüven scheiterte. So konnten die Gäste durch Antje Krüger und Maike Schlorf bis zur 14. Minute auf 3:5 herankommen.

Als dann die frühere Jugend-Nationalspielerin Nicola Plage aber eine Zwei-Minuten-Strafe zudiktiert bekam, erhöhten Andrea Güldenpfennig (mit Siebenmeter) und Maren Schröder innerhalb von 60 Sekunden auf 7:3. Dann aber herrschte beim VfL, der in der Anfangsphase vielleicht doch etwas über seine Verhältnisse gelebt hatte, für zehn Minuten „Funkstille“ und die Hamburgerinnen nutzen die Zeitspanne, um auf 5:7 – Tore wiederum durch Antje Krüger und Maike Schlorf – heranzukommen.

Durch Maren Schröder, die zwischendurch eine Atempause auf der Bank bekommen hatte, und Andrea Hasenberg aber konnte der VfL noch einmal einen Vier-Tore-Vorsprung herauswerfen, ehe dann im Wechsel Nicole Künzel (Alstertal), Andrea Güldenpfennig und Maike Schlorf in den beiden Schlußminuten der ersten Halbzeit den Pausenstand von 10:7 herauswarfen.

Obwohl der VfL zur zweiten Halbzeit dann Anwurf hatte, war der schöne Vorsprung bald dahin. Susanne Ladewig, Maike Schlorf und Nicola Plage erzielten bis zur 35. Minute drei Treffer in Folge zum 10:10 und als dann Andrea Güldenpfennig mit dem 11:10 (37. Minute) endlich das 1. Tor für den VfL nach dem Wechsel erzielte, konterten Brit Hofmann (38. Minute) und Maike Schlorf (39. Minute) zur erstmaligen Führung für die Hamburgerinnen. Anke Petersen, die nach der Halbzeit für Gudrun Fandrey ins VfL-Tor gekommen war, war an diesen schnellen fünf Gegentoren machtlos, hatte aber, weil jeder Wurf, der auf sie zukam, auch ein Treffer wurde, keine Chance, „warm“ zu werden. So wechselte Trainer Ulli Meyer Gudrun Fandrey zu diesem Zeitpunkt wieder ein und tat damit einen Glücksgriff. „Gudi“, schon in der ersten Halbzeit in bestechender Form, wuchs nun förmlich über sich hinaus und hatte großen Anteil daran, daß sich der VfL wieder fing.

Vier Tore – Maren Schröder mit zwei verwandelten Siebenmeter, Andrea Güldenpfennig und Stefanie Bernecker – erzielte der VfL nun bis zur 46. Minute in Folge und drehte das Spiel damit erneut um. Als dann Nicola Plage in der 47. Minute einen Siebenmeter verwarf und der VfL eine Zeitstrafe von Petra Payka ohne Schaden überstand, schien die Partie für den VfL endgültig gelaufen.

Aber noch immer gab TuS Alstertal nicht „klein bei“. Nicole Künzel und Brit Hofmann verkürzten in der 49. und 50. Minute auf 14:15 und dem VfL klebte zu diesem Zeitpunkt das Pech an den Händen, denn Sonja Taut und Andrea Güldenpfennig trafen nacheinander nur Pfosten und Latte.

Aber Andrea Güldenpfennig per Siebenmeter und Andrea Hasenberg schraubten dann erneut den Vorsprung auf 17:14.

Wieder schien alles für den VfL gelaufen, aber ein von Maren Schröder verworfene Siebenmeter war für TuS Alstertal noch einmal Signal zur Aufholjagd. Eine Zwei-Minuten-Strafe von Dörte Knickrehm konnte der VfL dann Gudrun Fandrey zwar nach ohne Nachteil überstehen, aber dann verkürzten Brit Hofmann und Nicole Künzel noch bis zur 57. Minute auf 16:17.

Jetzt wurde die Partie natürlich hektisch, aber Andrea Güldenpfennig bewies auch in dieser heißen Phase eiserne Nerven und vollendete einen Gegenstoß mit tollkühnen Heber zum 18:16. Gleich danach gab es dann zwar erneut eine – unverständliche – Zeitstrafe gegen Dörte Knickrehm, aber den Siebenmeter von Brit Hofmann im selben Zusammenhang hielt Gudrun Fandrey bravourös, so daß der Anschlußtreffer zum 17:18 (Antje Krüger) neun Sekunden vor Spielende dann zu spät kam, um den VfL noch einmal zu gefährden.

Außer den schon genannten Spielerinnen kamen beim VfL noch Anja Müller, Antje Schütt und Kirstin Timm zum Einsatz. Neuzugang Sonja Taut, die in der Schlußviertelstunde erstmals für den VfL in einem Punktspiel mitwirkte, war zwar mit ihren Torwürfen von Pech verfolgt, deutete aber an, daß sie – vor allem wegen ihres glänzenden Zusammenspiels mit Maren Schröder – für den VfL eine weitere Verstärkung zu werden verspricht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.9.1985

 

Freitag, 4. Oktober 1985

Die VfL-Handballdamen rechnen sich auch bei Wandsbek 72 gute Chancen aus

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat am Wochenende ein ganz schweres Auswärtsspiel zu bestreiten Gegner Wandsbek 72 war eigentlich vor Saisonbeginn als Meisterschaftsfavorit der Regionalliga angesehen worden Die Mannschaft hatte in der letzten Saison hinter dem TSV Nord Harrislee und Süd Braunschweig den dritten Platz belegt und damit nur um einen Rang den Aufstieg in die neugegründete 2. Bundesliga verpaßt.

Inzwischen aber haben die Hoffnungen der Hamburgerinnen, dieses in dieser Serie nachzuholen, gehörige Dämpfer erhalten. Schon drei unglückliche und knappe Niederlagen hat die Mannschaft aus dem Hamburger Stadtteil, der früher ja Sitz der Stormarner Kreisverwaltung war, hinnehmen müssen, und statt wie erwartet an der Tabellenspitze, findet man sich nun am Tabellenende wieder.

An der Spitze steht statt dessen der VfL Oldesloe, der sich als Aufsteiger großartig in der neuen Klasse zurechtfindet und schon vier Siege verbuchen konnte. Natürlich will die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer alles versuchen, auch ihre weiße Weste zu behaupten.

„Hamburger Luft“ bekommt der Mannschaft ja offensichtlich nicht schlecht, wie der Sieg bei SC Union 03 Hamburg vor zwei Wochen deutlich machte. Die Oldesloerinnen zeigten dabei ihre bislang beste Saisonleistung und begeisterten auch das Hamburger Publikum. Daran wollen die Stormarnerinnen auch morgen anknüpfen.

Trainer Ulli Meyer, der weiterhin auf alle Spielerinnen seines Kaders zurückgreifen kann, ist zwar optimistisch für das Spiel gegen Wandsbek 72, zumal man diesen Gegner im Frühjahr im Pokal ja schon einmal mit zwei Toren Differenz schlagen konnte (allerdings in der Stormarnhalle), warnt aber davor, die Hamburgerinnen wegen ihres zur Zeit desolaten Tabellenstandes zu unterschätzen. Angeschlagene Gegner, so weiß auch er, können doppelt gefährlich sein und so wird er seine Truppe um höchste Konzentration anhalten.

Für Fans der VfL-Damenmannschaft besteht im übrigen die Möglichkeit, die Mannschaft zu der Partie, die am Sonnabend um 19 Uhr in der Sporthalle Wandsbek in der Jenfelder Allee beginnt, zu begleiten. Die Abteilungsleitung hat einen Bus gechartert, der um 17 Uhr von der Stormarnhalle abfährt. Der Fahrpreis beträgt fünf Mark. Anmeldungen nimmt Betreuer Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 entgegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.10.1985

 

Sonntag, 6. Oktober 1985

Wandsbek 72 – VfL Oldesloe 24:16 (13:6)

Trotz der ersten Niederlage weiter an der Spitze
16:24 bei Wandsbek 72
VfL-Handballdamen mußten erstmals in der höheren Klasse Lehrgeld zahlen

(mth) Nach vier Erfolgen in den ersten vier Spielen in der Damen-Handball-Regionalliga mußte die Mannschaft des VfL Oldesloe erstmals in dieser Saison eine Niederlage einstecken. Bei Wandsbek 72 unterlag die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 16:24 (6:13). Der doppelte Punktverlust für die Oldesloerinnen kam dabei erwartungsgemäß und überraschend zugleich.

Erwartungsgemäß, weil mit Rückschlägen für den Klassenneuling ganz sicher gerechnet werden mußte. Niemand, auch nicht der größte Optimist, konnte davon ausgehen, daß die Stormarnerinnen ohne Niederlage und ohne Punktverlust durch die Serie gehen würden. Und eine Niederlage gegen einen etablierten Regionalligisten wie Wandsbek 72, der im letzten Jahr nur knapp den Einzug in die 2. Bundesliga verpaßt hatte, ist gewiß keine Schande.

Zumal man die Hamburgerinnen nicht an ihrem schlechten Tabellenstand – sie hatten die ersten drei Saisonspiele verloren – messen durfte. Sie waren schließlich als einer der Meisterschaftsfavoriten in die Saison gegangen und machten deutlich, daß sie diese Rolle trotz des Fehlstartes auch noch keineswegs aufgegeben haben.

Überraschend aber war die Niederlage für Andrea Güldenpfennig und Co. andererseits natürlich auch, denn nach den zuletzt so großartigen Spielen gegen SC Union 03 Hamburg und TuS Alstertal hatte man dem VfL auch gegen den dritten Gegner aus der Hansestadt hintereinander einiges zugetraut.

Und als überraschend, wenn nicht gar sensationell muß sicher die Höhe der Oldesloer Niederlage angesehen werden. Man kann nur hoffen, daß der hohe Torunterschied die Moral der Mannschaft nicht zu sehr getroffen hat. Steckt die Mannschaft aber die Niederlage gelassen und gefaßt weg, wobei sich Mannschaftsführung und die Spielerinnen natürlich schon Gedanken über die Ursachen des Debakels machen sollen, dann kann dieser doppelte Punktverlust aber durchaus auch positive Auswirkungen auf Mannschaft und Umfeld haben.

Die Erwartungen, die von außen an die Spielerinnen getragen werden, die aber natürlich auch selbst in der Mannschaft gewachsen waren, werden nun hoffentlich wieder auf ein normales Maß zurückgeschraubt. Das Gerede von einem „Durchmarsch“, den die Mannschaft angeblich in der Regionalliga würde machen können und von Meisterschaft und Aufstieg in die 2. Bundesliga, wird nun hoffentlich verstummen.

Wir sind noch immer der Meinung, daß VfL kann in dieser Saison eine aktive Rolle in der Regionalliga spielen und mit Glück und Geschick auch im oberen Tabellendrittel landen. Mehr zu erwarten aber ist nicht realistisch und mit der Vorgabe, ihr Abschneiden an zu hochgeschraubten Zielen zu messen, wird man der Mannschaft sicher nicht gerecht.

In Wandsbek war im Spiel von Beginn an der Wurm drin. Den ersten Führungstreffer der Hamburgerinnen durch Ilka Meyer konnte Andrea Hasenberg zwar noch in der gleichen Minute (beide Treffer fielen in der 4. Minute) ausgleichen, aber das war auch schon das letzte Mal in der gesamten Partie, daß der VfL mit dem Gegner gleichauf lag. Ansonsten hatte er stets einem Rückstand hinterher zu laufen.

Wandsbek zog bis zur 7. Minute durch Tore von Barit Schust und Nicole Zarse auf 3:1 davon. Dem konnte Andrea Güldenpfennig dann zwar mit herrlicher Einzelleistung das 2:3 (ebenfalls 7. Minute) entgegensetzen, aber schon zu diesem Zeitpunkt war Andrea Güldenpfennig viel zu sehr auf sich allein gestellt.

Die Wandsbeker Deckung ließ ansonsten nichts anbrennen – ihr Trainer Wolfgang Westphal, der den VfL vorher beobachtet hatte, hatte seine Schützlinge glänzend eingestellt – und Auswahltorhüterin Dagmar Rindelaub brachte mit ihrem Stellungsspiel und ihren Reaktionen den VfL schier zur Verzweiflung.

Die Oldesloer Deckung war dagegen gar nicht gut eingestellt, ließ sich von kurzen Wechseln immer wieder düpieren, und lag bis zur 17. Minute schon mit 2:7 durch Tore von Karin Buhmann (3) und Corinna Schöffler zurück, ehe Dörte Knickrehm mit verwandeltem Siebenmeter der nächste Gegentreffer gelang.

Trotz eines gehaltenen Siebenmeters (Schust) hinterließ auch VfL-Torhüterin Gudrun Fandrey, die allerdings durch eine Zerrung und eine Grippe geschwächt ins Spiel ging, nicht den besten und glücklichsten Eindruck zu diesem Zeitpunkt. Nach dem 3:8 in der 20. Minute durch Michelle Milewski in der 20. Minute, räumte „Gudi“ dann auch das Tor für Anke Petersen. Aber auch mit ihr und für „Schlappi“ lief es bis zur Pause nicht besser. Durch zwei Treffer von Andrea Güldenpfennig und den ersten Punktspieltreffer von Sonja Taut für den VfL in einem Punktspiel kam der VfL bis zur Pause noch zu drei Treffern, denen die Hamburgerinnen durch Meyer (2). Milewski (2) und Schust aber fünf Treffer entgegensetzen konnten.

6:13 lag der VfL zur Pause zurück und niemand der rund 150 Zuschauer, von denen der bei weitem größere Teil aus Bad Oldesloe kam, konnte behaupten, die Oldesloerinnen hätten ein besseres Ergebnis verdient gehabt.

Nach dem Seitenwechsel sah es fünf Minuten lang so aus, als würde das Debakel für den VfL weiter seinen Lauf nehmen, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte Wandsbek 72 auf 16:7 erhöht, wobei nur Maren Schröder den Toren von Zarse, Schust und Buhmann einen Treffer hatte entgegensetzen können. Der Treffer zum 16:7 fiel dabei sogar zu einem Zeitpunkt, als der VfL in Überzahl spielte.

Aber dann raffte sich die Oldesloer Truppe, von der man ja aus der Vergangenheit weiß, daß sie zu. kämpfen versteht, doch noch auf, Maren Schröder und Andrea Güldenpfennig drehten nun gehörig auf und Gudrun Fandrey, die nach der Pause wieder im Tor stand, wurde nun zu einem fast unüberwindlichen Bollwerk. Bis zur 40. Minute hatten Maren Schröder (3) und Andrea Güldenpfennig (2) bei Gegentoren von Meyer und Schust auf 12:18 verkürzt.

Buhmann erhöhte dann zwar per Siebenmeter auf 19:12, aber als dann Gudrun Fandrey einen weiteren Strafwurf der gleichen Spielerin hielt (42. Minute) und Meyer eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam, schien das Spiel noch einmal kippen zu können. Bis zur 51. Minute verkürzte der VfL nun durch Tore von Antje Schütt und Andrea Güldenpfennig (2) auf 15:19.

Daß dem VfL in dieser Zeitspanne nicht noch mehr Gegentreffer gelangen, war hauptsächlich drei Umständen zu verdanken. Zum einen hatte man reichlich Pech mit den Torwürfen, denn zwischen der 40. und 50. Minute waren sechsmal Pfosten und Latte VfL-Treffern im Weg.

Zum anderen meinten es die Schiedsrichter, die den Stormarnerinnen durchweg nicht wohlgesonnen waren, schlecht mit dem VfL, der an ein paar Fehlentscheidungen fast verzweifelte.

Zum dritten war ausgerechnet Mannschaftsführerin Anja Müller bei ihrem Kurzeinsatz gänzlich von der Rolle. Innerhalb weniger Minuten leistete sie sich durch drei völlig überhastete Würfe und eine krasse Fehlabgabe gleich vier unnötige Ballverluste, so daß dem nun reichlich nervösen Gegner immer wieder Atempausen vergönnt waren.

Bis zur 54. Minute konnte Gudrun Fandrey mit zum Teil glänzenden Paraden ihren Kasten dann sauber halten, aber als dann Schust das 20:15 erzielte, brachen alle Dämme und der Widerstand des VfL erlosch. Die ausgezeichnete Barit Schust mit noch zwei weiteren Treffern, Karin Buhmann und Corinna Schöffler schraubten dann das Ergebnis noch auf 24:15, ehe Stefanie Bernecker in der Schlußsekunde per Siebenmeter auf 16:24 verkürzen konnte.

Außer den genannten Spielerinnen kamen beim VfL noch Kirstin Timm und Petra Payka zum Einsatz. Mit sieben Treffern war Andrea Güldenpfennig auch in dieser Partie erfolgreichste VfL-Werferin. Vier Treffer verbuchte Maren Schröder und je einen hatten Andrea Hasenberg, Sonja Taut, Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm und Antje Schütt zu verzeichnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.10.1985

 

 

Freitag, 11. Oktober 1985

Gegen den VfL Bad Schwartau wollen sich die VfL-Damen rehabilitieren

(mth) Ihre erste Niederlage vom vergangenen Wochenende (16:24 bei Wandsbek 72) will am Sonnabend um 19 Uhr die Handball-Damen-Regionalligamannschaft im Heimspiel gegen den VfL Bad Schwartau wieder wettmachen. Die Moral der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist trotz der deftigen Niederlage in Wandsbek, bei der ja weniger die Tatsache einer Niederlage an sich, sondern vielmehr ihre Deutlichkeit schockierte, noch intakt.

Schließlich ist die Mannschaft ja trotz des doppelten Punktverlustes auf dem ersten Tabellenplatz geblieben und nun brennt sie darauf, den schlechten spielerischen Eindruck, den sie in Hamburg hinterließ, wieder wegzuwischen.

Leicht aber wird den VfL-Damen dieses Vorhaben sicherlich nicht fallen, Der VfL Bad Schwartau nämlich, früher Bundesligist und unbestritten die Nummer 1 im Bezirk IV des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes ist nach schwachem Saisonstart im Aufwind. Am letzten Wochenende gelang der Mannschaft gegen Aufsteiger TV Oyten der erste Saisonsieg, und der fiel mit 20:11 gleich sehr üppig aus.

Mit einem Sieg nun auch in Bad Oldesloe könnten die Schwartauerinnen ihr Punktekonto (zur Zeit 3:5) ausgleichen und in der Tabelle vom achten Platz ein gutes Stück vorrücken. Außerdem brennen die Schwartauerinnen noch auf Revanche gegen die Stormarnerinnen, schieden sie doch im Pokalwettbewerb der letzten Saison nach einem nervenaufreibendem Spiel in der Stormarnhalle aus.

Die Erinnerungen des VfL Oldesloe an dieses Pokalspiel allerdings sind auch noch frisch und trotz des damaligen Sieges nicht nur positiver Art. Der VfL Bad Schwartau nämlich spielte seinerzeit in der Stormarnhalle einen außerordentlich rauhen Handball und verscherzte sich bei den Gegnerinnen und bei den Zuschauern durch unfaire Aktionen alle Sympathien. Hoffen wir, daß das morgige Spiel in sportlich fairem Rahmen bleibt und Gefühle wie „Rache“ und „Revanche“ nicht die Oberhand gewinnen.

Der VfL kann im übrigen in die Partie nicht ganz in Bestbesetzung gehen, denn Antje Schütt verletzte sich beim Mittwoch-Training erheblich, so daß sie in jedem Fall für das Schwartau-Spiel, möglicherweise sogar noch länger, ausfallen wird. Dennoch setzt VfL-Trainer Ulli Meyer ganz auf Sieg.

Er hofft nicht zuletzt auch auf lautstarke Unterstützung seiner Truppe durch die Zuschauer. Die haben ja dem VfL-Team in der Vergangenheit schon über so manche Hürde geholfen, gerade in Spielen, die spannend und dramatisch verliefen, und in denen einiges auf dem Spiel stand. Und in diese Kategorie ist die morgige Partie mit Sicherheit einzuordnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.10.1985

 

Sonnabend, 12. Oktober 1985

VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau 21:20 (11:13)
Die Entscheidung fiel erst vier Sekunden vor Schluß
Die VfL-Handballdamen sahen lange wie sichere Verlierer aus, dann wendete man noch das Blatt

(mth) Nach einer Handballbegegnung, die an Spannung und Dramatik ihrers gleichen sucht – die Bezeichnung „Handball-Krimi“ scheint in diesem Zusammenhang nicht übertrieben –‚ schlug die Damen-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe in der mit fast 500 Zuschauern so gut wie noch nie in dieser Saison besetzten Stormarnhalle den VfL Bad Schwartau mit 21:20 (11:13).

Der entscheidende Treffer für die Stormarnerinnen fiel dabei exakt vier Sekunden vor dem Abpfiff durch Maren Schröder, die mit insgesamt acht Treffern auch beste Torwerferin des ganzen Spiels war. Der Jubel bei der Oldesloer Mannschaft und bei den Anhängern – die Stormarnhalle glich im letzten Viertel des Spiels wieder einmal einem „Hexenkessel“ – kannte nach dem Schlußpfiff des nicht immer überzeugenden Schiedsrichtergespanns Berger/Rickly (Kiel) keine Grenzen.

Man konnte meinen, der VfL habe sich einen Titel oder einen Aufstieg gesichert, so groß war die überschwängliche Freude. Dabei hatte es ja „nur“ einen Sieg über eine Mannschaft gegeben, die im Gegensatz zu den Oldesloerinnen nicht zur Spitzengruppe der Klasse zählt, und der Neuling hatte „nur“ die Tabellenspitze verteidigt.

Aber die Erleichterung und Begeisterung war wohl deshalb so groß, weil die Mannschaft in einem dramatischen Schlußspurt ein Spiel noch aus dem Feuer gerissen hatte, das sie vorher schon mehrfach unrettbar verloren zu haben schien. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer nämlich präsentierte sich über weite Strecken des Spiels keineswegs in bester Verfassung. Vielmehr war im Kombinationsspiel des VfL viel Sand im Getriebe. Im Abschluß – vor allem vom Kreis – gab es eklatante Schwächen, und auch die Abwehr wies eine Halbzeit lang auf den Außenpositionen riesige Löcher auf.

Aber der Kampfgeist der Truppe blieb diesen Schwächen zum Trotz ungebrochen. Und daß die Moral der Truppe auch nach der Niederlage in der Vorwoche in Wandsbek noch intakt ist, wurde gerade in kritischen Phasen, als die Stormarnerinnen, was in diesem Spiel mehrfach vorkam, beim Überzahlspiel nicht etwa Boden gutmachte, sondern sogar noch Terrain einbüßte, deutlich. Die Mannschaft resignierte auch dann nicht und setzte auch in schier aussichtslosen Lagen noch energisch nach.

Natürlich war der Sieg am Ende dann auch ein wenig glücklich, unverdient aber war er auf keinen Fall. Diese Einschätzung hängt auch mit der Art und Weise des Spiels der Schwartauerinnen zusammen. Sie ließen am Ende natürlich die Köpfe hängen und haderten mit ihrem Schicksal. Aber sie hatten allen Grund, die Ursachen für die Niederlage nach sicherer Führung bei sich selbst zu suchen.

Ganz so schlimm, wie beim Pokalspiel im letzten Jahr, gingen die Schwartauerinnen zwar nicht zur Sache, aber eine Augenweide war ihr Spiel deshalb noch lange nicht. Beinharte Attacken und üble Fouls, als deren Hauptzielscheibe sicher nicht von ungefähr Andrea Güldenpfennig ausersehen war, gab es von den Gästen wieder in großer Zahl zu sehen. Die Folge waren nicht weniger als sechs Zwei-Minuten-Strafen, wobei sich Elke Kallweit mit zwei Strafzeiten, wie schon im Pokalspiel besonders hervortat.

Der VfL dagegen kam ohne Zwei-Minuten-Strafe aus, lediglich Andrea Hasenberg bekam einmal eine gelbe Karte. Die Gäste überstanden die Zeiten in Unterzahl zwar für sich gesehen glänzend – nie mußten sie in dieser Zeit mehr Tore als die Oldesloerinnen hinnehmen, und zweimal konnten sie gar ihren Vorsprung bei dieser Konstellation noch ausbauen –‚ aber den erhöhten Kraftaufwand, der dafür nötig war, konnten sie nicht kompensieren. In der Schlußviertelstunde nämlich waren sie stehend k.o., kamen nur noch zu zwei Treffern (davon ein Siebenmeter) und mußten sich deshalb von den Oldesloerinnen noch die Butter vom Brot nehmen lassen.

Dazu brachten sie mit ihrer unschönen Spielweise das Publikum gegen sich auf. Das hatte, als dem VfL phasenweise gar nicht gelingen wollte, scheinbar schon resigniert, aber als sich dann die Fouls häuften, wurden die Anhänger wieder mobil und standen in der Schlußphase wie ein Mann hinter der Meyer-Truppe. Ohne die aufpeitschende und lautstarke Unterstützung, dieser Schluß ist kaum gewagt, hätte der VfL Oldesloe das Spiel sicherlich nicht mehr für sich entscheiden können.

Zum Spielverlauf: Schon nach 15 Sekunden gingen die Gäste durch einen von Sabine Leppin verwandelten Siebenmeter in Führung. Sonja Taut und Petra Payka aber hatten bis zur 3. Minuten den Spieß umgedreht und auch das 2:2 der flinken und gewandten Anja Paskowski konnte Andrea Hasenberg in der 6. Minute mit dem 3:2 beantworten.

Dann aber kam beim VfL Sand ins Getriebe. Erika Radmacher glich in der 7. Minute nach herrlicher Kombination aus und Elke Kallweit verwandelte in der 11. Minute einen Siebenmeter zum 4:3 für den Gast.

Andrea Güldenpfennig und Susanne Paetz konnten bis zur 14. Minute zwar zum 4:4 und 5:5 ausgleichen – zwischendurch hatte erneut Kallweit zugeschlagen – aber dann zogen die Schwartauerinnen erstmals auf zwei Tore (Kallweit, Sabine Will) davon.

Bis zum 9:10 in der 25. Minute durch Susanne Paetz konnte der VfL zwischenzeitlich immer mal wieder bis auf ein Tor aufschließen (Kirstin Timm, Maren Schröder und Anja Müller waren dabei erfolgreich), aber die Schwartauerinnen bauten ihre Führung durch Paskowski (2) und Radmacher immer wieder aus.

Ausgerechnet als Elke Kallweit dann ihre erste Zeitstrafe bekam (26. Minute) konnte der Gast durch Paskowski und Christine Anduleit sogar auf 12:9 davonziehen. Nach einem ganz besonders häßlichen Foul von Petra Brunow in der 29. Minute, das mit ebenfalls zwei Minuten kaum hart genug bestraft war, verkürzte Maren Schröder per Siebenmeter zwar auf 10:12, aber Sabine Will schaffte im Gegenzug noch das 10:13, ehe dann wieder Maren Schröder noch vor der Pause auf 11:13 verkürzte.

Der VfL hatte bis zu diesem Zeitpunkt Tore vor allem über die Außenpositionen hinnehmen müssen, wobei nicht nur die Deckungsspielerinnen – abgesehen vom Zentrum, in dem Andrea Hasenberg und Maren Schröder nichts anbrennen ließen – schlecht aussahen. Auch Torhüterin Gudrun Fandrey, die ansonsten gute Reaktionen zeigte, sah ein paar Mal nicht gut aus. Trainer Ulli Meyer beließ sie aber dennoch zwischen den Pfosten und er tat gut daran, denn im zweiten Durchgang war „Gudi“ richtig warm und wurde nun zu einem Rückhalt der Mannschaft.

Dennoch kam der VfL an die Schwartauerinnen einfach nicht heran. Das lag daran, weil die Gastgeberinnen trotz allen Einsatzes weiter beim Überzahlspiel versagten – besonders gravierend zeigte sich dieses, als zwischen der 36. und 38. Minute mit Leppin und Paskowski gleich zwei Schwartauerinnen auf der Strafbank saßen – und nun auch noch mit Siebenmetern scheiterten. Maren Schröder, Dörte Knickrehm und Susanne Paetz verwarfen insgesamt drei Siebenmeter, denen im ganzen Spiel nur drei verwandelte Siebenmeter (zweimal Maren Schröder, einmal Dörte Knickrehm) gegenüberstanden. Andrea Güldenpfennig fiel als Siebenmeterwerferin praktisch dadurch aus, weil fast immer sie es war, die gefoult wurde.

So konnte man nach dem 14:18 in der 45. Minute durch Leppin eigentlich keinen Pfifferling für den VfL mehr geben. Für Schwartau waren bis dahin noch Anduleit, Maren Radmacher und Kallweit (2) erfolgreich gewesen, während für den VfL Maren Schröder, Dörte Knickrehm und Andrea Güldenpfennig getroffen hatten.

Dann aber drehte der VfL, offensichtlich mit der besseren Kondition ausgestattet, das Spiel doch noch um. Andrea Güldenpfennig, Maren Schröder mit zwei Gewaltwürfen und Anja Müller hatten bis zur 52. Minute unter ohrenbetäubendem Jubel das 18:18 geschafft. Bemerkenswert dabei – neben den tollen Würfen von Maren Schröder und dem nie verzagenden Einsatz der arg gebeutelten Andrea Güldenpfennig – auch der Auftritt von Mannschaftsführerin Anja Müller.

Vor einer Woche noch mit deprimierend schlechtem Kurzauftritt in Wandsbek einer der „Sündenböcke“, spielte sie fehlerfrei ihren Part und schlug in entscheidender Sekunde mit ihrem zweiten Treffer in diesem Spiel zu.

Per verwandelten Siebenmeter konnte Kallweit in der 53. Minute ihre Mannschaft dann zwar noch einmal in Führung bringen, aber Maren Schröder erzielte in der 55. Minute (ebenfalls mit Siebenmeter), nachdem Susanne Paetz zuvor damit gescheitert war), den Ausgleich zum 19:19. Andrea Hasenberg brachte eine Minute später die Oldesloerinnen mit 20:19 dann sogar erstmals wieder in Führung.

Aber die Spannung hatte damit ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Der VfL Bad Schwartau überstand eine nachfolgende Zwei-Minuten-Strafe von Kallweit noch einmal unbeschadet und als dann 45 Sekunden vor Schluß Erika Radmacher das 20:20 erzielte, schien die Punkteteilung perfekt. Aber die in der Schlußphase überragende Maren Schröder hatte noch einen Pfeil im Köcher, den sie dann sage und schreibe vier Sekunden vor Spielschluß ins Ziel schoß.

Ein dramatisches Spiel hatte damit für den VfL doch noch ein glückliches Ende gefunden. Bei den Oldesloerinnen kam außer den schon genannten Spielerinnen noch Stefanie Bernecker zum Einsatz. Die zweite Torhüterin Anke Petersen wurde nicht eingewechselt, und Antje Schütt konnte wegen einer Verletzung nicht eingesetzt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.10.1985

Freitag, 25. Oktober 1985

Die VfL-Damen haben auch in Hasted Chancen, die Tabellenspitze zu behaupten

(mth) Nach der Pause am letzten Wochenende greift am Sonnabend auch die Damen-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe wieder in das Punktspielgeschehen ein. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer blieb trotz der Spielpause weiter an der Tabellenspitze, was unter anderem auch daran lag, daß in der ganzen Klasse nur zwei Spiele stattfanden.

TuS Alstertal, der das Hamburger Lokalderby bei SC Union 03 knapp mit 17:16 für sich entschied, ist aber inzwischen näher zu den Stormarnerinnen aufgerückt, so daß die Partie des VfL beim TSV Hastedt-Bremen schon allein deshalb von besonderem Interesse ist, weil es für den Neuling um die Verteidigung der Spitzenposition geht.

Aber nicht nur deshalb trägt die Partie den Charakter eines Spitzenspiels. Die Mannschaft aus dem Bremer Vorort belegt selbst den dritten Platz und möchte natürlich gerne mit einem Heimsieg näher an die Tabellenspitze heranrücken. Der VfL wird also seine Form gegenüber dem Spiel gegen den VfL Bad Schwartau vor 14 Tagen noch steigern müssen.

Dort war nämlich trotz des glücklichen Sieges weiß Gott nicht alles Gold, was im Spiel der Oldesloerinnen glänzte. Vielmehr benötigte die Truppe um Mannschaftsführerin Anja Müller eine gehörige Portion „Dusel“, um die Partie unbeschadet zu überstehen. Hoffen wir also, daß dem VfL die kleine Pause gut getan hat. Geht die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert zur Sache, müßte sie auch in der Begegnung in Bremen, die um 16.30 Uhr beginnen soll, eine gute Chance haben.

Eine Chance haben auch noch einige wenige Fans der VfL-Damen, die Reise nach Hastedt mitzumachen. In dem Bus, der um 13.30 Uhr von der Stormarnhalle abfährt, sind noch ein paar Plätze frei. Wer Interesse hat, mitzufahren sollte sich möglichst umgehend mit dem stellvertretenden Abteilungsleiter Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 in Verbindung setzen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.10.1985

 

Sonnabend, 26. Oktober 1985

Hastedter TSV – VfL Oldesloe 18:18 (9:13)
18:18-Unentschieden in Hastedt
Die VfL-Damen verschenkten sicher geglaubten Sieg

(mth) Mit einem 18:18-Unentschieden beim Hastedter TSV verteidigte die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe erfolgreich die Tabellenführung. Hätte man den Oldesloerinnen vor der Partie einen Punktgewinn vorhergesagt, so wäre man im VfL-Lager damit sicher zufrieden gewesen, denn immerhin gehört die Mannschaft aus dem Bremer Vorort auch zur Spitzengruppe der Regionalliga, und Punkte hängen dort hoch.

Nach dem Verlauf des Spiels aber war man bei den Stormarnerinnen weiß Gott nicht mit dem einen Punkt zufrieden. Die Mannschaft hatte das Spiel nämlich lange Zeit sicher beherrscht und gab einen schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand.

Nach einem Zwischenstand von 8:8 nach 20 Minuten konnten sich die Oldesloerinnen vom Gegner absetzen. Zur Pause führten sie schon mit 13:9 und als es nach 35 Minuten gar 15:10 für den VfL stand, schien einem klaren Erfolg des Spitzenreiters nichts mehr im Wege zu stehen. Aber im Gefühl des sicheren Sieges ließ beim Regionalliga-Neuling dann die Konzentration nach und der Gastgeber wußte sich kämpferisch prächtig zu steigern.

Sechs Tore erzielten die Hastedterinnen nun hintereinander und damit hatten sie den Spieß gründlich herumgedreht. Nach dem Ausgleich zum 16:16 konnte der VfL dann zwar bis zur 53. Minute noch einmal mit 18:16 in Führung gehen, aber in der turbulenten Schlußphase fehlte den Stormarnerinnen dann die Kraft, um diesen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Wir hätten auch über dieses Spiel der VfL-Handballdamen gerne einen Bericht im gewohnten Umfang gebracht. Aus personellen Gründen sind wir aber nicht in der Lage, alle Auswärtsspiele – insbesondere wenn sie mit weiten Reisen verbunden sind und mit anderen sportlichen Großereignissen im Kreis (zum Beispiel KSV-Sportschau) terminlich kollidieren – von der Redaktion aus zu besetzen. Wir sind dann auf Informanten angewiesen. Leider aber hat uns unser Informant für das Spiel in Hastedt im Stich gelassen, so daß wir für die heutige Ausgabe keine näheren Angaben mehr in Erfahrung bringen konnten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.10.1985

 

1.11.1985- Die Bild-Zeitung berichtet:

 

Dienstag, 29. Oktober 1985

(mth) … Der Punktgewinn oder Punktverlust, ganz wie man es sehen will, für die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe mit dem 18:18 beim TSV Hastedt (Bremen) veränderte die Situation an der Tabellenspitze der Regionalliga nicht. Die Oldesloerinnen blieben nicht nur auf dem ersten Platz, auch ihr Abstand zu den nächsten Verfolgern blieb gleich, denn außer dem VfL und Hastedt gab auch TuS Alstertal mit einem 15:15 gegen die SG Schortens einen Punkt ab.

Nachzutragen zu dem ja leider nur unvollständigen Bericht sind noch die Torschützen des VfL. Mit fünf Toren war Andrea Hasenberg am erfolgreichsten. Auf je vier Treffer brachten es Maren Schröder und Stefanie Bernecker. Dreimal war Susanne Paetz erfolgreich und die ebenso wie Maren Schröder scharf bewachte Andrea Güldenpfennig mußte sich diesmal mit zwei Treffern begnügen. Außerdem kamen noch Gudrun Fandrey, Anke Petersen, Kirstin Timm, Anja Müller, Dörte Knickrehm, Sonja Taut und Petra Payka zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1985

 

Freitag, 1. November 1985

VfL-Damen können gegen Kronshagen nicht in Bestbesetzung spielen

(mth) Nicht in Bestbesetzung kann die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL morgen ihr Heimspiel gegen den TSV Kronshagen austragen. Für die Begegnung, die in der Stormarnhalle um 16.45 Uhr beginnt, steht neben der ja schon seit geraumer Zeit verletzten Antje Schütt – ihre Knieverletzung ist so schwer, daß sie möglicherweise in dieser Saison überhaupt nicht mehr eingesetzt werden kann – auch die erkrankte Andrea Hasenberg nicht zur Verfügung.

Sie wird nicht nur im Angriffsspiel am Kreis eine empfindliche Lücke hinterlassen, sondern auch in der Abwehr, wo sie bislang stets eine entscheidende Rolle im Zentrum einnahm, nur schwer zu ersetzen sein.

Allein durch diese Ausfälle ist die Favoritenrolle, in der sich der VfL als Spitzenreiter gegen den vorletzten der Tabelle natürlich befindet, schon ein wenig angekratzt. Dazu darf sich die Mannschaft solche Phasen wie am letzten Wochenende in Bremen, als sie einen sicheren 15:10-Vorsprung aus der Hand gab und am Ende mit einem Unentschieden zufrieden sein mußte, nicht erneut erlauben, will sie gegen den Gast aus dem Kieler vor Ort nicht eine unangenehme Überraschung erleben.

Bei den Kronshagenerinnen stimmt in dieser Saison nicht sonderlich viel. Die Mannschaft hat schon einen Trainerwechsel hinter sich, der unter ziemlichem Getöse vor sich ging und auch noch den Rückzug mehrerer Spielerinnen nach sich zog. Unterschätzen aber darf der VfL den Gegner deshalb auf gar keinen Fall.

Gegen den TSV Kronshagen haben die Oldesloerinnen im übrigen aus der Vergangenheit noch einiges gutzumachen. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga vor dreieinhalb Jahren verloren die Oldesloerinnen zu Hause und auch in der Oberliga selbst reichte es daheim nur zu einem Unentschieden. Damals schnappte der TSV Kronshagen dem VfL knapp die Meisterschaft und damit den Regionalligaaufstieg weg. Dafür würde man beim VfL, der ja noch reichlich Spielerinnen aus der damaligen Mannschaft in seinen Reihen hat, nun morgen zu gerne Revanche nehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1985

 

Sonnabend, 2. November 1985

VfL Oldesloe – TSV Kronshagen 28:25 (13:14)
Vor der Pause sah es für den VfL nicht gut aus
Die VfL-Damen blieben in eigener Halle ohne Punktverlust und sind weiterhin Erster

(mth) Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe blieb auch in ihrem fünften Spiel dieser Saison in der Stormarnhalle ohne Punktverlust und verteidigte mit einem 28:25 (13:14)-Erfolg über den TSV Kronshagen die Tabellenführung.

Gegen die Mannschaft aus dem Kieler Vorort hatte sich der VfL in der Vergangenheit ziemlich schwer getan – vor dreieinhalb Jahren hätten die Kronshagenerinnen dem VfL fast den Oberligaaufstieg vermasselt und vor drei Jahren schnappten sie ihnen in der Oberliga dann knapp den Meistertitel weg –‚ so daß man in das Spiel mit ein wenig Skepsis hineinging, obwohl der Gegner „nur“ als Vorletzter der Tabelle anreiste.

Der VfL hatte mit dem TSV Kronshagen eine Halbzeit lang seine liebe Mühe und Not. Das lag allerdings weniger an der Stärke der Kronshagenerinnen, die spielten eher einen biederen Handball, als viel mehr an riesigen Lücken in der Oldesloer Deckung. Ohne die erkrankte Andrea Hasenberg, die ja gerade in der Abwehr von ungeheuer großem Wert für ihre Mannschaft ist, ließen sich die Oldesloerinnen in der eigenen Hälfte ein um das andere Mal anfängerhaft ausspielen und nach anfänglicher Führung des VfL – bis zum 9:8 in der 20. Minute – bestimmte plötzlich der Gegner das Geschehen.

Als Kronshagen gar mit 13:10 führte – die Stormarnerinnen hatten bis dahin nie mit mehr als einem Tor Vorsprung vorne gelegen – sah es für den VfL gar nicht gut aus und er konnte von Glück sagen, daß er bis zur Halbzeit schon wieder auf 13:14 herangekommen war.

Nach der Pause stand die VfL-Deckung dann aber erheblich besser und man merkte auch, daß Kronshagen kräftemäßig über seine Verhältnisse gelebt hatte. Es dauerte auch dann zwar noch sechs Minuten, ehe die Oldesloerinnen den Ausgleich zum 15:15 schafften, aber in den folgenden 60 Sekunden zog der VfL dann sogar auf 17:15 davon. Die Entscheidung fiel dann praktisch drei Minuten später.

Die Gäste waren inzwischen wieder auf 16:17 herangekommen, als sich Maren Schröder ein reichlich derbes Foul an Gesche Zöllkau leistete. Sie bekam dafür zurecht eine Zwei-Minuten-Strafe, aber den fälligen Siebenmeter konnte Anke Petersen abwehren, und schon im Gegenstoß leistete sich Gesche Zöllkau ein plumpes Revanchefoul an Andrea Güldenpfennig, für das sie natürlich ebenso auf die Strafbank mußte.

Statt in Überzahl auszugleichen und möglicherweise gar in Führung zu gehen, geriet der TSV Kronshagen bis zum Ende der Strafzeiten nun gar mit 16:19 in Rückstand und später konnte der VfL, als Andrea Güldenpfennig kurz gedeckt wurde, was besonders Susanne Paetz mit drei blitzsauberen Treffern zu nutzen wußte, sogar auf fünf Tore davonziehen (22:17, 23:18 und 24:19).

Von diesem sicheren Vorsprung gab der VfL zwischenzeitlich zwar noch wieder einiges preis, wobei es nach dem 26:24 in der 57. Minute sogar noch einmal kritisch hätte werden können, aber letztendlich geriet der Sieg dann doch nicht mehr in Gefahr.

Andrea Güldenpfennig, die in der Vorwoche in Hastedt als Torschützin ja etwas kürzer hatte treten müssen, war wieder einmal die herausragende Spielerin. Sie ließ sich auf der Linksaußenposition auch von kurzer Deckung nicht bremsen und war insgesamt neun Mal erfolgreich, wobei sie auch zwei Siebenmeter sicher verwandelte.

Als Torwerferin kam ihr Dörte Knickrehm, die sich in der Kreismitte sichtbar wohl fühlte, mit sechs Treffern (ebenfalls zwei verwandelte Siebenmeter) am nächsten. Auf je drei Treffer brachten es Sonja Taut, die eine gegenüber den letzten Spielen stark verbesserte Wurfausbeute hatte, Susanne Paetz und Maren Schröder. Letztere litt dabei vor allem in der ersten Halbzeit sichtbar unter einer Fingerverstauchung, die sie sich beim Einspielen zugezogen hatte.

Auf zwei herrliche Treffer von Rechtsaußen brachte es Petra Payka und je einen Treffer zum Sieg steuerten Stefanie Bernecker und Anja Müller bei. Kirstin Timm war wieder weit von ihrer Bestform entfernt und ging ebenso wie Wiebke Rickert leer aus.

Im Tor wechselten sich Gudrun Fandrey und Anke Petersen ab. Gudrun Fandrey mußte dabei in der ersten Halbzeit eine ganze Reihe unglücklicher Tore (abgefälschte Würfe) einstecken, während Anke Petersen – abgesehen von einem schweren Abwurffehler – mit ihrem Spiel hochzufrieden sein konnte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.11.1985

 

Briefe an das Stormarner Tageblatt
Doch nur ein VfL-Güldenpfennig?


Zu unseren Berichten von den Spielen der Handball-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe, erhielten wir den folgenden Leserbrief:

"Der Frauenhandball des VfL Oldesloe stellt sich seit einigen Jahren sehr erfolgreich dar. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass dies einer einzigen Spielerin zuzuschreiben ist, Andrea Güldenpfennig.

Ich stelle die Behauptung auf: Man nehme eine Güldenpfennig und eine Hasenberg und stelle beide in eine durchschnittliche Bezirksligagemeinschaft, der Erfolg wäre der gleiche gewesen. Mit einer Ausnahmespielerin wie Andrea Güldenpfennig würden sich vielleicht einige Trainer schwer tun, sie leistungsgerecht und mannschaftsdienlich einzusetzen.

Bis vor ca. 1 ½ Jahren konnte man die unorthodoxe Spielweise des VfL ja noch verstehen, weil eben - abgesehen von drei oder vier Spielerinnen - der Rest weder Oberliga-, geschweige denn Regionalligareife besaß. Alles, was auf der "Platte" passierte, trug die Handschrift von Andrea Güldenpfennig, egal wie der Trainer geheißen hätte. Ich habe jedenfalls in der Spielweise von Andrea Güldenpfennig keine taktischen Maßnahmen des Trainers gesehen. Alles war und ist individuelles Können einer Einzelnen. Selbst angesichts der Tatsache, dass sie keinen großen Trainingsfleiß besaß oder besitzt.

Seit der von mir genannten Zeit hat sich die Spielerqualität um ein hohes Maß positiv verändert. Es wäre eine Katastrophe für das restliche Mannschaftsgefüge, diese einseitige Spielweise beizubehalten.

Dieses System dient nicht Andrea, der Mannschaft oder dem VfL. Ein Beispiel? Das Trainingsspiel, wie immer man die Begegnung gegen den Zweitligisten gegen den Zweitligisten Holstein Kiel am 17.10 in der Vogler-Halle bezeichnen mag, war eine Offenbarung. Ohne Andrea Güldenpfennig und Antje Schütt (sonst in Bestbesetzung) wurden die VfL-Damen von den Hosteinern, die mit den beiden letzten A-Jugend-Jahrgängen antraten, demontiert. Hier spielte ein Bundesligist gegen eine Bezirksliga-Mannschaft. Ich will damit aufzeigen, dass es an der Zeit ist, Akzente zu setzen. Mir ist persönlich bekannt, dass sich einige Spielerinnen beim Trainer wegen zu geringem Spielanteil und falscher Positionen beschwert haben und andeuteten, den Verein oder die Mannschaft zu verlassen.

Diese Unruhe bei solch einem Punktestand und dem ersten Tabellenplatz, hätte man sich ersparen können, wenn bei Saisonbeginn ein offenes Wort gesprochen worden wäre. Im Sinne: Den Spielerkader auf 12 Mädchen zu beschränken, den Spielerinnen klar zu machen, dass es Leistungsunterschiede in der Mannschaft gibt, und von vornherein den Spielanteil der einzelnen klarzustellen. Mir ist bekannt, dass viele Spielerinnen das akzeptieren, andere aber den Verein verlassen hätten. Das wäre ehrlicher und fairer gewesen, als sich jetzt dem Druck der einen oder anderen auszusetzen und ständig Kompromisse machen zu müssen und dadurch einen Spielerwechsel in Kauf zu nehmen. Es ist unbequem, aber ich spreche es trotzdem aus: In der jetzigen ersten Mannschaft haben höchstens sieben Spielerinnen Regionalligaformat!

Für mich müsste das die erste Aufstellung sein, nach der sich alles andere orientiert. Dann wird es vielleicht einmal möglich sein, den Ball etwas länger durchzuspielen. Die Kreisläufer liefen Blocks für den Rückraum oder man versucht eine Außensperre, oder ein Spielverlagerung. Dies alles ist der Mannschaft völlig fremd.

Wie kann es angehen, dass eine Dörte Knickrehm, die früher immer am Kreis gespielt hat und meiner Meinung nach die beste Kreisspielerin in der Landesjuniorenauswahl ist, als Rückraumspielerin aufgebaut wird? Dörte Knickrehm wird nie so eine gute Rückraumspielerin, wie sie es als Kreisspielerin gewesen ist.

Das gleiche trifft auf Kirstin Timm zu. Dieses Mädchen spielte immer dann stark, wenn ihr Trikot klatschnass war. Obwohl ihr Trainer das wissen müsste, nimmt er sie schon weit vor ihrer Belastungsgrenze aus dem Spiel. Kirstin Timm hat einen viel zu geringen Spielanteil.

Dass Steffi Bernecker nicht das Selbstbewusstsein in Person ist, müsste auch bekannt sein. Es ist Aufgabe der Verantwortlichen, außer den handballtechnischen und theoretischen auch Führungsqualitäten zu zeigen.

Des Weiteren kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass einige, trotz Dementis, die Meisterschaft anpeilen, und so wird auch gespielt. Die Achse Andrea Güldenpfennig, "Hasi" und Maren Schröder steht im Mittelpunkt, alle anderen sind nur Statisten. Das kann nicht gut gehen! Wenn ja - wie und mit wem will man in der Zweiten Liga spielen, wenn schon eine "Mittelmaß-Mannschaft", wie Holstein Kiel, die Oldesloer zerpflückt.

Dieses Jahr hätte die Integration der Junioren-Landesauswahlspielerinnen Dörte Knickrehm, Kirstin Timm und Steffi Bernecker in die Mannschaft zum Ziel haben müssen. Mit den vorher genannten Spielerinnen Andrea Güldenpfennig, Andrea Hasenberg und Maren Schröder ein Bombenkern der Mannschaft. Auch die jetzige A-Jugend bietet neue Perspektiven.

Abschließend möchte ich sagen, und das ohne Hintergedanken: Ulli Meyer hat viel für den VfL geleistet. Ihm Verdienste abzusprechen, wäre unfair. Er hat sich um den VfL verdient gemacht. Von mir aus kann er Trainer bleiben, so lange er will, nur nehme ich mir das Recht als Zuschauer, auch meine Meinung zu sagen."

Von Viktor Bernecker
Stormarner Tageblatt vom 4.11.1985

 

Freitag, 15. November 1985

Die VfL-Damen werden vor dem Spiel in Buxtehude von Verletzungssorgen geplagt

(mth) Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe tritt die Reise zu ihrem nächsten Auswärtsspiel, das morgen um 19 Uhr in Buxtehude beginnt, nicht ohne personelle Sorgen an. Trainer Ulli Meyer muß auf jeden Fall auf Antje Schütt verzichten, deren Verletzung sich zwischenzeitlich als Kreuzbänder- und Meniskusanriß herausgestellt hat.

Sie ist inzwischen an ihrem lädierten Knie operiert worden und wird voraussichtlich in der nächsten Woche das Krankenhaus in Hamburg wieder verlassen können, an Handball aber ist für sie vorläufig noch nicht zu denken. Sie wird mutmaßlich in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden können.

Fehlen wird in Buxtehude auf den Fall auch Susanne Paetz, die in den letzten Wochen sich ja wieder prächtig in die Mannschaft hineingespielt hatte und ein Aktivposten war. Sie laboriert an einer Sprunggelenksverstauchung und wird vor-aussichtlich noch drei Wochen fehlen.

Verletzungen hatten zuletzt auch die Leistungsträgerinnen Andrea Güldenpfennig und Maren Schröder zu beklagen. Sie konnten in dieser Woche aber das Training wieder aufnehmen und werden in Buxtehude aller Voraussicht nach mitwirken können. Trainer Ulli Meyer hofft natürlich, daß beide gleich wieder in guter Form sind, denn der SV Buxtehude wird vom VfL, der natürlich seine Spitzenposition gerne verteidigen möchte, nur in guter Form in Schach zu halten sein.

Die Buxtehuderinnen, Neuling in der Regionalliga wie der VfL, liegen zur Zeit in der Tabelle auf dem vierten Rang. Zuletzt verlor die Mannschaft beim TV Oyten knapp mit 19:20, zeigte dabei aber vor den Augen des VfL-Trainers eine starke Leistung. Insbesondere imponierte die Kampfkraft des letztjährigen Hamburger Oberligameisters, der einen 12:17- Rückstand innerhalb weniger Minuten in einen 19:17-Vorsprung umwandelte, sich dabei allerdings wohl etwas verausgabte, und so noch in letzter Sekunde verlor.

Besonders gefährlich ist beim SV Buxtehude Rückraumschützin Jutta Dzikowski, die es im bisherigen Verlauf der Saison schon auf 50 Treffer gebracht hat. Genauso viele im übrigen wie beim VfL Andrea Güldenpfennig. Gelingt es den Oldesloerinnen sie zu neutralisieren, müßten sie auch in Buxtehude eine gute Erfolgschance haben.

An eine lautstarke Kulisse – der BSV rechnet mit rund 400 Besuchern, denn in Buxtehude ist die Begeisterung ähnlich groß wie in der Stormarner Kreisstadt – braucht sich der VfL ja nicht erst zu gewöhnen. Die kennt er aus der Stornarnhalle ja zur Genüge.

Die Mannschaft tritt die Reise am Sonnabend um 16.45 Uhr von der Stormarnhalle aus an. Im Bus sind noch ein paar Plätze für Schlachtenbummler frei. Interessenten sollten sich umgehend mit Betreuer Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 in Verbindung setzen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.11.1985

 

Sonnabend, 16. November 1985

Buxtehuder SV – VfL Oldesloe 24:28 (13:13)
Die VfL-Handballdamen sind weiter auf Erfolgskurs
In Buxtehude drohte der VfL überrollt zu werden, nach großer Steigerung aber ein 28:24-Erfolg

(mth) Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist weiter auf Erfolgskurs! Beim letztjährigen Hamburger Oberligameister SV Buxtehude kam die Truppe von Trainer Ulli Meyer zu einem schwer erkämpften 28:24 (13:13)-Erfolg. Dieser Erfolg ist kaum hoch genug einzuschätzen, denn die Buxtehuderinnen waren bislang in eigener Halle in dieser Saison noch unbesiegt und konnten sich, da sie auch in ihrem Aufstiegsjahr zu Hause nicht verloren hatten, an ihre letzte Heimniederlage kaum noch erinnern.

Mit dieser Niederlage sind die Buxtehuderinnen vorerst zwar aus der Spitzengruppe der Regionalliga ausgeschieden, sie werden aber auch in Zukunft ein beachtlicher Gegner für alle Teams der Klasse bleiben. Die Mannschaft hinterließ gegen Spitzenreiter VfL Oldesloe jedenfalls einen starken und harmonischen Eindruck. Unterlegen war sie schließlich nur, weil sie – wenigstens in diesem Spiel – über keine starke Torhüterin verfügt und in der Kreismitte im Angriffsspiel ungefährlich blieb.

Der VfL dagegen, der in Buxtehude erst nur schwer in Gang kam, hat nun, bei zwei noch ausstehenden Spielen in der Hinrunde (in 14 Tagen in Oyten und eine Woche später in eigener Halle gegen Schortens) alle Chancen, sich die Halbzeitmeisterschaft in der Regionalliga zu sichern. Das wäre für einen Neuling natürlich eine ganz tolle Angelegenheit.

Der Titel eines „Herbstmeisters“ ist zwar nur eine inoffizielle Auszeichnung, für die man sich nichts „kaufen“ kann und ohne Verbindlichkeit für die Rückrunde, aber einen Meilenstein im ja nun schon Jahre andauernden Höhenflug der VfL-Handballdamen könnte er schon darstellen. Wir halten es zwar immer noch für erheblich verfrüht, den VfL Oldesloe nun für den ersten Anwärter auf den Gewinn des Meistertitels gleich im ersten Regionalligajahr zu erklären, aber so ganz von der Hand läßt sich der Gedanke von einem „Durchmarsch“ der Truppe nicht mehr weisen.

Die Mannschaft zeigte auch in Buxtehude wieder deutlich ihre kämpferischen Qualitäten und langsam fragt man sich, welches Team in der Klasse denn gegen die Oldesloer „Torfabrik“ – weit über 20 Tore erzielt das Team bislang in dieser Serie pro Spiel – ankommen soll. Mit dieser Torflut nämlich werden auch die Schwächen in der Deckung, die auch in Buxtehude gelegentlich wieder zutage traten, leicht überdeckt.

Mit erheblichen Schwächen in der Deckung nämlich begannen die Stormarnerinnen auch in Buxtehude. Mit dem temporeichen Laufspiel vor der Deckung mit schnellen Wechseln und überraschenden Vorstößen des Gastgebers wußten die Oldesloerinnen zunächst nämlich überhaupt nichts anzufangen, und sie wurden förmlich überrollt.

Nach nur vier Minuten führte der Gastgeber, bei dem jeder Wurf ein Treffer war, mit 4:0, ehe Andrea Güldenpfennig der erste Gegentreffer gelang. Damit aber noch nicht genug. Bis zur 10. Minute kam der VfL durch Treffer von Sonja Taut und Andrea Güldenpfennig zwar auf 3:5 heran, als es aber in der 12. Minute dann 8:3 für die Buxtehuderinnen stand, kamen den VfL-Anhängern, die unter den gut 300 Zuschauern zwar in der Minderheit waren, an Lautstärke die Fans des Gastgebers aber deutlich übertrafen, Erinnerungen an das Debakel in Wandsbek, wo der VfL ja seine bislang einzige Saisonniederlage bezogen hatte.

Aber so langsam festigte sich dann die VfL-Abwehr, wozu mit beitrug, daß der Gastgeber bis zur 15. Minute schon zwei Siebenmeter verwarf, von denen Anke Petersen den zweiten glänzend parierte. Durch drei Treffer in Folge (Maren Schröder, die ansonsten nicht ihren besten Tag hatte, Andrea Güldenpfennig und Sonja Taut) sah es bis zur 18. Minute bei einem Spielstand von 8:6 für Buxtehude schon wieder wesentlich freundlicher für den VfL aus.

Dieser Zwei-Tore-Abstand hatte bis zur 27. Minute (12:10) – die weiteren Treffer für den VfL erzielten Dörte Knickrehm, Stefanie Bernecker, Sonja Taut und Andrea Hasenberg – Bestand, ehe dann die ohnehin schon schwachen Schiedsrichter fast für einen Eklat sorgten. VfL-Torhüterin Gudrun Fandrey ging bei einem Siebenmeter durch einen Volltreffer am Kopf k.o., die Unparteiischen aber ließen das Spiel weiterlaufen und erkannten den folgenden Treffer zum 13:10 in ein unbehütetes VfL-Tor an.

Sicherlich war es nicht zuletzt die Wut über diese unmögliche Entscheidung, die den VfL zu einem mächtigen Endspurt in der ersten Halbzeit anstachelte. Innerhalb von 120 Sekunden jedenfalls schafften Dörte Knickrehm, Stefanie Bernecker und Andrea Güldenpfennig bis zur Pause noch den 13:13-Gleichstand.

Damit war für den zweiten Durchgang natürlich wieder alles offen. Als kaum 60 Sekunden nach der Pause Dörte Knickrehm dann ihre zweite Zwei -Minuten-Strafe bekam, schien sich das Blatt wieder gegen den VfL zu wenden, aber der Schein trog. Vielmehr trumpfte der VfL nun gerade in Unterzahl auf, und das nicht nur bei der Strafzeit gegen Dörte Knickrehm, sondern auch bei Zwei-Minuten-Strafen gegen Kirstin Timm, Andrea Hasenberg und Anja Müller (zweimal) im späteren Verlauf des Spiels. Bis zur 35. Minute führte der VfL durch Tore der überragenden Andrea Güldenpfennig (2), Dörte Knickrehm und Sonja Taut mit 17:13 und war damit erstmals auf der Siegesstraße.

Die Buxtehuderinnen gaben zwar niemals auf und kamen zwischenzeitlich immer mal wieder dichter an den VfL heran, der in der 43. Minute mit dem 22:17 seine höchste Führung erreichte, aber immer wieder zog der VfL gerade in den entscheidenden Momenten davon. Neben Andrea Güldenpfennig, die mit zehn Treffern einmal mehr überragende Spielerin auf dem Parkett war, hatte daran auch Torhüterin Anke Petersen großen Anteil, die streckenweise über sich hinauswuchs und in der 51. Minute, als das Spiel beim Stand von 23:22 für den VfL noch einmal sehr auf der Kippe stand, noch einmal einen Siebenmeter bravourös abwehren konnte.

Von dem Schock erholten sich die Gastgeberinnen nicht mehr ganz, zumal Andrea Güldenpfennig und Maren Schröder in der folgenden Minute noch zwei VfL-Treffer markierten. Diesen Vorsprung „schaukelte“ der VfL dann sicher nach Hause.

Im VfL-Team war Andrea Güdenpfennig mit ihren zehn Treffern trotz zeitweiliger „Mann“-Deckung wieder einmal nicht zu bremsen. Mit sechs Treffern kam ihr Sonja Taut, die sich immer besser ins VfL-Spiel einfindet, als Torschützin am nächsten. Vier Treffer (alles verwandelte Siebenmeter) verbuchte Dörte Knickrehm. Je drei Tore erzielten Andrea Hasenberg, Stefanie Bernecker und die restlichen Treffer gingen auf das Konto von Maren Schröder. Außerdem kamen für den VfL noch Petra Payka, Anja Müller und Kirstin Timm zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.11.1985

 

Freitag, 29. November 1985

Mit einem Punkt können die VfL-Damen Herbstmeister werden

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat es am Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand, sich gleich in der ersten Saison in der Regionalliga den Herbstmeistertitel zu sichern. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer muß am Sonntag um 16 Uhr beim TV Oyten antreten und wenn sie dort auch nur einen Punkt holt, ist ihr die Halbzeitmeisterschaft nicht mehr zu nehmen.

Leicht allerdings wird es den Oldesloerinnen in dem Bremer Vorort nicht gemacht werden. denn der Mitaufsteiger ist gerade in eigener Halle eine nicht zu unterschätzende Größe. Zuletzt bewiesen die Oytenerinnen ihre Heimstärke mit einem 20:19-Erfolg gegen den SV Buxtehude, und daß die zu stärkeren Mannschaften der Klasse zu zählen ist, hat der VfL ja vor zwei Wochen bei seinem letzten Punktspiel erfahren.

Aber im übrigen brauchen die Oldesloerinnen Lehren über die Heimstärke des Gegners vorn Wochenende nicht aus Quervergleichen zu ziehen, sondern können auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Vor gut drei Jahren nämlich trat der VfL im Pokalwettbewerb schon einmal in Oyten an und kam dort erst nach einer dramatischen Partie nach Verlängerung zu einem Erfolg.

Im letzten Jahr hatte der VfL, wieder im Pokal, in eigener Halle dann zwar weniger Probleme, aber Auswärts- und Heimspiele sind halt „zwei Paar verschiedene Schuhe“.

Auf jeden' Fall wird der VfL gut daran tun, die Partie und den Gegner ernst zu nehmen. Kann die Mannschaft aber an ihre große kämpferische Leistung aus dem Spiel in Buxtehude anknüpfen, als sie nach fast schon aussichtslosem Rückstand eine gewiß nicht schwache Mannschaft noch niederkämpfte, so müßte sie auch in Oyten bestehen können.

Die Mannschaft wird gegenüber dem letzten Spiel personell kaum verändert werden. Antje Schütt nämlich steht nach einer Knieoperation noch lange nicht zur Debatte, und auch mit einem Einsatz von Susanne Paetz ist nach ihrer Verletzung noch nicht zu rechnen.

Auch an der Fahrt nach Oyten können sich im übrigen wieder Schlachtenbummler beteiligen. Im Mannschaftsbus sind noch einige Plätze frei. Anmeldungen dafür nimmt Betreuer Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 entgegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.11.1985

 

Sonntag, 1. Dezember 1985

TV Oyten – VfL Oldesloe ausgefallen

Die VfL-Damen konnten nicht anreisen

(mth) Zu den Opfern der widrigen Straßenverhältnisse zählte auch die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Als die Mannschaft sich in den Mittagsstunden an der Stormarnhalle zur Abreise nach Oyten versammelte, hatte das Chaos auf den Straßen schon begonnen. Unmöglich, eine Reise mit dem Bus nach Bremen auch nur in Erwägung zu ziehen.

So griff man kurzentschlossen zum Telefon und nach einigem Hin und Her nach Gesprächen mit Verantwortlichen vom TV Oyten und vom Handballverband war klar: Die Partie wurde abgesagt und wird zu einem späteren – noch nicht bekannten – Termin nachgeholt! Die Oldesloerinnen aber blieben trotz des Spielausfalls an der Tabellenspitze.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.12.1985

 

Freitag, 6. Dezember 1985

Herbstmeistertitel im letzten Spiel des Jahres für die VfL-Handballdamen?

(mth) Nach der durch den Spielausfall wegen des Glatteises unfreiwillig verlängerten Pause stellt sich die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe am Sonntag um 14.45 Uhr in der Stormarnhalle wieder einmal ihrem Heimpublikum vor. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist die SG Schortens.

Mit einem Sieg oder auch nur einem Unentschieden könnte sich der VfL die Herbstmeisterschaft sichern. Die Oldesloerinnen, die in eigener Halle in dieser Saison bislang noch keinen Punkt abgegeben haben, gehen als Spitzenreiter gegen den Tabellenelften natürlich als klarer Favorit ins Spiel.

An dieser Ausgangsposition kann auch nichts ändern, daß die Verletzungsserie bei den Stormarnerinnen immer länger wird. Nach Antje Schütt und Susanne Paetz, die mit Knie- und Fußverletzungen ja schon länger ausfallen, hat es nun auch Torhüterin Anke Petersen erwischt. Sie hat Reizungen an der Achillessehne und wird in diesem Jahr kaum noch einmal eingesetzt werden können.

Dennoch geht man bei den Oldesloerinnen zuversichtlich in die Partie. Die Ergebnisse in den letzten Wochen haben zwar gezeigt, daß in der Damen-Regionalliga fast jeder jeden schlagen kann, so daß keine Veranlassung besteht, irgendeinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, aber so kurz vor dem Ziel „Herbstmeisterschaft“ will man sich beim VfL die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen.

Man baut dabei nicht nur auf die eigene Spielstärke und die oft bewiesene Kampfkraft, sondern setzt auch wieder auf lautstarke Unterstützung vom Publikum. Denn auch zum letzten Heimspiel der VfL-Damen in diesem Jahr wird die Stormarnhalle gewiß wieder gut gefüllt sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1985

 

Sonntag, 8. Dezember 1985

VfL Oldesloe – SG Schortens 21:16 (9:7)
Auch mit einem Rumpfaufgebot siegte der VfL sicher
Die Handballdamen des VfL Oldesloe holten sich mit 21:16 über Schortens Herbstmeisterschaft

(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat ein großes Zwischenziel erreicht. Mit einem 21:16 (9:7)-Erfolg über die SG Schortens wurde die Truppe von Trainer Ulli Meyer vor gut 400 Zuschauern Herbstmeister in ihrer ersten Regionalligasaison. Ein Hinrundenspiel – die am letzten Sonntag ausgefallene Partie in Oyten, für die es noch keinen neuen Termin gibt – steht für den VfL zwar noch aus, aber der Vorsprung ist inzwischen so groß geworden, daß selbst eine Niederlage in diesem Spiel die Verfolger nur unwesentlich an den VfL heranbringen würde.

Der Gewinn eines Herbstmeistertitels ist für einen Klassenneuling, auch wenn es sich dabei nur um einen inoffiziellen Titel handelt, natürlich eine tolle Sache. Nach den vielen guten Leistungen und Siegen schon in den letzten Jahren in Pokalspielen gegen Mannschaften dieser Klasse hatte man dem VfL zwar allgemein zugetraut, eine ordentliche Rolle in der Regionalliga spielen zu können, und Super-Optimisten hatten auch davon gesprochen, die Truppe um Mannschaftsführerin Anja Müller könnte vielleicht in der Spitzengruppe mitspielen, aber daran, daß die Stormarnerinnen souverän vor dem Feld hermarschieren könnten, hatte gewiß niemand gedacht.

Natürlich haben die Oldesloerinnen auf ihrem Weg dorthin auch eine gehörige Portion Glück entwickelt, aber das hat auf die Dauer bekanntlich nur der Tüchtige. Sicher hat die Mannschaft auch eine ganze Reihe spielerisch nicht so berauschende Spiele gezeigt – diese Partie in der Stormarnhalle gehörte zweifellos dazu –‚ aber daß sie auch die Mehrzahl dieser Spiele für sich entscheiden konnte spricht für sie und hebt sie in dieser Saison bislang von der Konkurrenz ab.

Während die nämlich an ihren schlechten Tagen sich Einbrüche auch gegen Mannschaften aus dem untersten Tabellendrittel leistet, reißt der VfL mit seinem nie erlahmenden Kampfgeist solche „Zitterspiele“ oft noch aus dem Feuer. Resignation ist für die OldesIoer Handballdamen wirklich ein Fremdwort in jedem Sinne des Wortes. Gerade in für sie kritischen Situationen kann die Mannschaft sich gewaltig hochputschen – oft unterstützt von ihrem treuen Anhang – und so auch spielerisch überlegene Teams in die Knie zwingen. Der Gewinn der Herbstmeisterschaft ist, wenn man es so sieht, dann vor allem auch eine Willenssache,

Natürlich aber wird den Oldesloerinnen nun in der Rückrunde die Verteidigung des ersten Tabellenplatzes nicht in den Schoß fallen. Die Mannschaft wird nun von allen anderen Teams gejagt werden. Aber wenn sie dabei ihre physischen und psychischen Stärken behält, ist ihr durchaus zuzutrauen, daß sie allen Anfechtungen standhält.

Natürlich ist es vermessen, von der Mannschaft nun auch in der Rückrunde Siege am Fließband zu verlangen, aber so ganz von der Hand zu weisen ist die Möglichkeit, daß der VfL der Oberligameisterschaft vom Frühjahr diesen Jahres im nächsten Frühjahr eine Regionalligameisterschaft folgen läßt, nicht mehr.

Die Vorzeichen für das Spiel gegen die SG Schortens waren für die Stormarnerinnen wahrhaftig nicht gut. Außer den langfristig verletzten Spielerinnen Antje Schütt und Susanne Paetz, die ja schon wochen- und monatelang nicht mehr dabei sind und auch noch längere Zeit ausfallen, stand ja auch Torhüterin Anke Petersen wegen einer Verletzung für diese Partie nicht zur Verfügung, und kurzfristig mußte wegen beruflicher Verpflichtungen auch noch Sonja Taut ihre Mitwirkung absagen.

So stand Trainer Ulli Meyer dann in der Tat nur noch ein Rumpfangebot zur Verfügung und er hatte kaum Möglichkeiten auszuwechseln. Entsprechend schwer fanden die Oldesloerinnen dann auch zu ihrem Spiel. Tore blieben in den ersten zehn Minuten ausgesprochene Mangelware. 3:3 stand es nach zehn Minuten, wobei der VfL nur einmal (2:1 in der 8. Minute) in Führung gelegen hatte.

Beim 5:3 nach 13 Minuten hatte es zum ersten Mal den Anschein, als könnte der VfL dem eher harmlosen Gegner, der bemüht war, Tempo aus dem Spiel zu nehmen und seine Angriffe oft bis an den Rand des Zeitspiels ausreizte, davonziehen. Aber ein umstrittener vierter Treffer der Truppe aus Schortens – die Schiedsrichter hatten die Partie schon unterbunden, erkannten aber einen eindeutig nach dem Schiedsrichterpfiff erzielten Treffer doch an –‚ ein von Maren Schröder verworfener Siebenmeter (21. Minute) und eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe für Andrea Güldenpfennig (22. Minute) bescherten dem Gast noch einmal den Gleichstand zum 6:6, der bis zur 24. Minute Bestand hatte.

Dann zog der VfL bis zur 28. Minute – angetrieben von einer wieder einmal überragenden Andrea Güldenpfennig – auf 9:6 davon, aber beim 9:7-Halbzeitstand war der Sieg des VfL sicherlich noch nicht perfekt, auch wenn schon erkennbar war, daß Schortens schon bis zu diesem Zeitpunkt gegen einen nun wahrlich nicht überragenden VfL am Rande seiner physischen Möglichkeiten gespielt hatte und nicht mehr kräftemäßig würde zusetzen können.

Die Entscheidung in dieser Partie fiel dann auch sehr bald nach der Halbzeit. Bis zur 35. Minute hatten Andrea Güldenpfennig (2) und Dörte Knickrehm den Vorsprung auf 12:7 ausgebaut und diesen sicheren Vorsprung ließ sich der VfL nicht mehr abjagen.

Eine Schrecksekunde gab es für die Oldesloerinnen in der 38. Minute, als Andrea Güldenpfennig einen Tempogegenstoß, der zum 14:10 führte, so vehement durchzog, so daß sie mit einem hinter der Torauslinie positionierten Fotografen kollidierte und unsanft mit der Mauer dahinter in Berührung kam. Sie verletzte sich dabei an der Wurfhand, konnte aber gottlob nach kurzer Behandlung doch weiterspielen.

Der VfL hatte in dieser Partie außerordentlich viele Torchancen, war aber nicht konzentriert genug und wegen der engen Personalsituation auch kräftemaßig wohl überfordert, die in einen Rekordsieg umzuwandeln.

Dem stand dazu mit Martina Scharff auf der Gegenseite auch noch eine ausgezeichnete Torhüterin entgegen. Die war erstaunlich beweglich, was man ihr bei ziemlich bombastischer Leibesfülle gar nicht zutraute, verfügte über glänzende Reflexe und zeigte auch ein gutes Stellungsspiel.

Sie hatte schon in der ersten Halbzeit großen Anteil daran, daß ihre Mannschaft am VfL dran blieb und steigerte sich im zweiten Durchgang sogar noch. Bisweilen spielten sich geradezu groteske Szenen ab, als sie sich mehrfach wahren „Wurfhageln“ des VfL erfolgreich entgegenstemmte. Zu bezwingen war sie fast nur mit flachen Würfen, aber das merkten einige VfL-Spielerinnen offensichtlich nicht.

Den Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen aber reichte es für den VfL auch so allemal. Die knappsten Rückstände erreichte die SG Schortens beim 10:13 und 11:14, während der VfL seine deutlichen Führungen beim 19:13 und 21:15 zu verzeichnen hatte.

An der Trefferausbeute der Oldesloerinnen waren alle acht zur Verfügung stehenden Feldspielerinnen beteiligt. Mit zehn Toren verbuchte dabei Andrea Güldenpfennig wieder einmal den Löwenanteil für sich. Fünf ihrer Treffer erzielte sie dabei mit verwandelten Siebenmetern.

Auf je zwei Tore brachten es Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm und Stefanie Bernecker und Maren Schröder, die ansonsten nicht in Bestform war. Ihr merkte man deutlich an, daß sie in den letzten Wochen wegen Verletzungen kaum ernsthaft hatte trainieren können. Je einen Treffer erzielten Petra Payka, Kirstin Timm und Anja Müller.

Im Tor mußte Gudrun Fandrey diesmal von der ersten bis zur letzten Minute durchspielen, denn Martina Pusch, die schon lange nicht mehr im Training steht, saß nur profilaktisch als Ersatztorhüterin auf der Bank. Gudrun Fandrey aber befand sich in hervorragender Form, stand ihrem Gegenüber in nichts nach und konnte so auch unbedenklich voll durchspielen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.12.1985

 

Freitag, 20. Dezember 1985

Die VfL-Damen reisen heute mit großen Personalproblemen zum TSV Altenholz

(mth) Zum letzten Punktspiel des Jahres tritt die Damen-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe heute um 20.45 Uhr beim TSV Altenholz an. Ursprünglich hatte diese Partie erst am Sonntagvormittag stattfinden sollen. Da aber die Halle in Altenholz am Sonntag anderweitig benötigt wird, bat der TSV Altenholz um eine Verlegung des Spiels und der VfL kam diesem Wunsch nach.

Die ungewöhnliche Anwurfzeit aber ist es gewiß nicht, die den VfL die Reise in den Kieler Vorort mit ein wenig gemischten Gefühlen antreten läßt. Vielmehr ist es geballtes Verletzungspech, das Sorgen bei den Oldesloerinnen auslöst.

Nach Antje Schütt und Susanne Paetz, die ja schon länger ausfallen, auch heute nicht zur Verfügung stehen und deren Pause sich auch noch bis weit ins neue Jahr hineinziehen wird, fällt nun auch noch Kreisläuferin Sonja Taut aus. Sie mußte sich in der letzten Woche einer Blinddarmoperation unterziehen und wird deshalb mehrere Wochen nicht spielen können.

Für sie ist es natürlich besonders schmerzlich, in Altenholz nicht spielen zu können, denn sie stammt von dort und war – zusammen mit Maren Schröder –ja erst zu dieser Saison vom TSV Altenholz zum VfL gewechselt. Aus Studiengründen hatte sie schon das Hinspiel, das der VfL mit 20:17 für sich entschied, nicht mitmachen können und nun fehlt sie auch beim Rückspiel.

Torhüterin Anke Petersen wird erstmals nach ihrer Verletzung wieder zum Kader der Mannschaft stoßen, vermutlich aber nur im Notfall für Gudrun Fandrey eingesetzt werden. Damit wenigstens noch ein paar Möglichkeiten zum auswechseln bleiben, wird wieder Wiebke Rickert – wie ja schon mehrfach zu Saisonbeginn – zur VfL-Mannschaft stoßen.

Angesichts der dünnen Personaldecke wird es den Oldesloerinnen sicherlich nicht leicht fallen, die Punktspiele des Jahres mit einem Sieg abzuschließen. Tabellenführer bleibt die Mannschaft zwar in jedem Fall, aber recht wäre es der Mannschaft natürlich schon, wenn sie ihren derzeitigen Vier-Punkte-Vorsprung (bei den Minuspunkten) ins neue Jahr retten könnte.

Die Spielerinnen machen sich dabei heute auf einen besonders ehrgeizigen Gegner gefaßt, der dringend jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt benötigt und gegen den VfL wegen des Wechsels von Maren Schröder und Sonja Taut besonders motiviert ist. Aber der VfL will sich, Personalsorgen hin und her, auch in Altenholz nicht verstecken und voll auf Sieg spielen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1985

 

Freitag, 20. Dezember 1985

TSV Altenholz – VfL Oldesloe 22:21 (10:12)

Zum Jahresabschluß ein herber Rückschlag für die VfL-Damen

Die VfL-Damen sahen schon wie die sicheren Sieger aus, wurden vom TSV Altenholz dann aber noch niedergekämpft

(mth) Das ansonsten so erfolgreich verlaufene Jahr 1985 endete für die Damen-Regionalmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe mit einem etwas überraschenden Rückschlag. Beim TSV Altenholz verlor die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 21:22, nachdem sie zur Pause noch mit 12:10 geführt hatte.

Die Niederlage war, vor allem weil sie so knapp ausfiel, natürlich schmerzlich für die Oldesloerinnen, und sie war, betrachtet man sich den Spielverlauf – der VfL führte nach einer Viertelstunde mit 9:4 und sah schon zu diesem frühen Zeitpunkt wie der sichere Sieger aus –‚ sicherlich auch überflüssig und unnötig, aber, unverdient war letztendlich der Sieg der Altenholzerinnen auf gar keinen Fall.

Mit einer kämpferisch starken Leistung, vor allem in der zweiten Halbzeit, wuchsen die Damen aus der Kieler Vorstadt, die spielerisch sicher eines der schwächsten Regionalligateams stellen, über sich hinaus und sie verfügten mit Silke Schölermann über eine hervorragende Torhüterin, deren Anteil am Sieg gar nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Für den VfL aber ist die Niederlage, so bitter sie im ersten Moment auch schmeckte, sicher kein Beinbruch. Die Mannschaft beschließt ja trotzdem das Jahr als Regionalliga-Spitzenreiter, und das ist für einen Klassenneuling ja wirklich eine tolle Sache. Um Rückschläge wie in Altenholz wird die Mannschaft sicherlich auch in Zukunft nicht herumkommen. Dazu wurden in Altenholz die Grenzen der Mannschaft zu deutlich aufgezeigt, als daß man Wiederholungen in der Zukunft ausschließen könnte, Grenzen, die der Mannschaft vor allem in taktischer Hinsicht gesetzt sind.

Die Altenholzerinnen, die zunächst vom VfL förmlich überlaufen wurden, nämlich legten den Spitzenreiter mit einem vergleichsweise einfachen Schachzug lahm. Sie stellten auf eine offensive und aggressive 5:1-Deckung um und damit wußten die Stormarnerinnen bis zum Schluß beim besten Willen nichts anzufangen. Als Folge davon profitierten die Oldesloerinnen im Angriff technische und Abspielfehler im Dutzend, was letztendlich entscheidens für die Niederlage war.

Natürlich war der VfL auch durch seine Ausfälle – Antje Schütt, Susanne Paetz und Sonja Taut fehlten wegen Verletzungen – geschwächt, aber das soll für die Niederlage keine Entschuldigung sein. In gleicher Besetzung hat der VfL in anderen Spielen gegen wesentlich stärkere Gegner schließlich schon weit besser bestanden.

Schwerer wog für die Oldesloerinnen da schon, daß Andrea Güldenpfennig weit von ihrer Normalform entfernt war. Sie hatte – ebenfalls verletzungsbedingt – lange nicht trainieren können und das merkte man ihrem Spiel, obwohl sie auch sonst mit Training sehr „sparsam“ umgeht, deutlich an. Mit „nur“ drei Treffern blieb sie weit unter ihrer sonstigen Torquote. Aber es waren nicht allein die Tore von Andrea Güldenpfennig, die dem VfL fehlten, auch die Impulse, die sie ansonsten der Mannschaft gibt und geben kann waren schwächer als gewohnt.

Zum Spielverlauf: Der VfL ging bereits im ersten Angriff durch Maren Schröder, die gegen ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen natürlich besonders motiviert war, mit 1:0 in Führung und riß das Geschehen sofort an sich. Bis zur 10. Minute konnte der TSV Altenholz bei einem Spielstand von 4:3 für den VfL zwar noch recht ordentlich mithalten, aber als der Spitzenreiter dann innerhalb der nächsten fünf Minuten auf 9:4 davonzog, gab in der nur spärlich mit Zuschauern besetzten Halle niemand mehr einen Pfifferling für den Gastgeber.

Aber urplötzlich kippte das Spiel des VfL um, wozu auch beitrug, daß er zu viele Auswechslungen in kurzer Zeit vornahm, wodurch die vorher erfolgreiche Formation zu abrupt auseinandergerissen wurde. Die schon erwähnte Umstellung in der Altenholzer Deckung tat ein übriges, den VfL zu verwirren.

Zwölf Minuten lang blieb der Spitzenreiter nun ohne Tor und aus dem 9:4-Vorsprung wurde unversehens ein 9:10-Rückstand. So ganz konnte sich der VfL von dieser dramatischen Kehrtwendung nicht erholen in diesem Spiel, auch wenn es zunächst den Anschein hatte, als würde die Mannschaft das locker wegstecken.

Bis zum Seitenwechsel nämlich hatte der VfL den Spieß schon wieder umgedreht und war wieder mit 12:10 in Führung gegangen. Die Führung konnte der VfL dann bis zur 44. Minute verteidigen. In dieser Minute tat sich im übrigen allerlei. Zunächst konnte Dörte Knickrehm einen Siebenmeter gegen Silke Schölermann nicht verwandeln, dann glich der TSV Altenholz zum 15:15 aus und ebenfalls noch in der gleichen Minute schaffte Stefanie Bernecker mit ihrem vierten Treffer die letzte Führung für den VfL in dieser Partie.

Dann aber folgte eine zweite neunminütige Durststrecke für die Oldesloerinnen und die nutzte der TSV Altenholz zu fünf Treffern in Folge. Mit einem verwandelten Siebenmeter zum 20:17 leitete Maren Schröder dann zwar noch eine dramatische Aufholjagd des VfL in der Schlußphase ein, aber ganz reichte es für die Stormarnerinnen dann doch nicht mehr zum Punktgewinn. In der 56. Minute beim 19:20 und in der 58. Minute beim 20:21 kam der VfL zwar jeweils noch einmal bis auf ein Tor an den Gegner heran, aber die Altenholzerinnen konterten jeweils und das 22:21 in der Schlußminute, wiederum durch Maren Schröder mit verwandeltem Siebenmeter – sie war mit neun Treffern (davon sechs verwandelte Siebenmeter) erfolgreichste Torwerferin ihres Teams –‚ kam zu spät, um noch einmal auszugleichen

Für den VfL kamen in dieser Partie folgende Spielerinnen zum Einsatz: Gudrun Fandrey im Tor, die sich die Niederlage sicherlich am allerwenigsten zuzuschreiben hat, denn sie stand ihrem Gegenüber nicht nach, Andrea Hasenberg (1 Tor), Wiebke Rickert, Andrea Güldenpfennig (3), Anja Müller, Maren Schröder (9/6), Dörte Knickrehm (2/1), Stefanie Bernecker (4), Petra Payka (2) und Kirstin Timm. Torhüterin Anke Petersen, gerade von einer Verletzung genesen, wurde nicht eingesetzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.12.1985

 

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