Das zweite Jahr in der Regionalliga

Freitag, 12. September 1986

Klassenerhalt heißt in diesem Jahr das Ziel der VfL-Damen, die in Lüneburg beginnen

(mth) An diesem Wochenende greifen nun auch die beiden Aushängeschilder der Handballabteilung des VfL Oldesloe in das Punktspielgeschehen ein. Die Damen-Regionalliga-Mannschaft muß am Sonnabend um 17 Uhr bei Eintracht Lüneburg antreten, und auch die Oberliga-Mannschaft der weiblichen A-Jugend beginnt die Punktspielrunde, für die sie sich ja einiges ausrechnet, auswärts. Sie tritt am Sonntag in der Meesenhalle in Lübeck gegen TuS Lübeck 93 an.

Bei der Damen-Regionalliga-Mannschaft des VfL, die in ihrer ersten Saison in der Klasse ja glänzend abgeschnitten hatte und Vizemeister wurde, hat sich seit dem Ende der letzten Serie eine Menge ereignet. Gleich im Anschluß an die Saison trennten sich ja unter ziemlichem Getöse die Wege von Mannschaft und ihrem langjährigen Trainer Ulli Meyer.

Mit dieser Trennung, für die sich die überwiegende Mehrzahl der Spielerinnen ausgesprochen hatte, wurde bei den VfL-Damen aber nicht nur der Trainerposten vakant. Auch Torhüterin Gudrun Fandrey, Susanne Paetz und Petra Payka, die gerne mit dem alten Trainer weiter zusammengearbeitet hätten, nahmen ihren Abschied aus der Mannschaft.

Den hatte Leistungsträgerin Andrea Güldenpfennig zu dem Zeitpunkt schon lange angekündigt. Sie hat – zumindestens vorübergehend – ganz Abschied vom Handball genommen. Dabei ist noch ungewiß, oh sie nur eine schöpferische Pause einlegt und später – beim VfL oder anderswo – wieder aktiv wird, oder ob sie ihre Handballkarriere ganz und gar beendet.

Damit aber noch nicht genug: Auch Maren Schröder verließ noch ziemlich überraschend im Sommer den VfL in Richtung Weißenhäuser Strand. Elsbeth Hein steht der Mannschaft wegen erneuter Mutterfreuden nicht mehr zur Verfügung und auf Sonja Taut, die den VfL schon in der letzten Saison im Stich ließ, die für diese Saison aber erneut zusagte, dann aber nie zum Training erschien, verzichtet man heim VfL lieber.

Auf den neuen Trainer Claus Schilk, der in der letzten Saison bei Eintracht Lüneburg, dem ersten Gegner des VfL in der neuen Saison also, tätig war, kommt dementsprechend eine große und schwere Aufgabe zu. Zu beneiden ist er darum mit Sicherheit nicht, denn so spektakulär der Kader der letztjährigen Mannschaft zusammenschrumpfte, so wenig spektakulär ist der Zustrom an neuen Spielerinnen für die Mannschaft, Aus der A-Jugend-Oberligamannschaft sind Kerstin Brunthaler und Martina Gliewe zum Team gestoßen. Sie werden aber sicher noch einige Zeit benötigen, um sich bei den Damen in der höheren Spielklasse zu akklimatisieren.

Gleiches gilt für die reaktivierte Torhüterin Martina Pusch, die ja fast zwei Jahre mit dem Leistungssport ausgesetzt hatte. Auch die beiden einzigen Neuzugänge aus anderen Vereinen, Susann Müller (aus Bonn) und Petra Finnern (vom SV Todes-felde) haben eine lange Pause hinter sich und werden sich strecken müssen, um den Anschluß an das Regionalliga-Niveau zu finden.

Kein Wunder, daß unter diesen Vorzeichen die Zielsetzungen der VfL-Damen für diese Saison bescheiden ausfallen. Klassenerhalt ist das, was Trainer Claus Schilk mit seiner Truppe anstrebt. Wobei er bestenfalls ins Tabellenmittelfeld „schielt“, wenn dann alles günstig läuft und keineswegs in die Spitzengruppe.

Um überhaupt so weit zu kommen, wird die Mannschaft deren Kern Torhüterin Anke Petersen (neue Mannschaftsführerin), Andrea Hasenberg, Anja Müller, Antje Schütt, Dörte Knickrehm, Kirstin Timm und Stefanie Bernecker bilden, all ihre Tugenden aus vergangenen Jahren, insbesondere aber ihren nie erlahmenden Kampfgeist in die Waagschale werfen müssen,

Ein guter Start in Lüneburg – anschließend folgen dann drei Heimspiele hintereinander – wäre da schon eine gute Voraussetzung. Aber bei Eintracht Lüneburg wird ein Punktgewinn oder gar ein Sieg sehr schwerfallen, auch wenn der neue VfL-Trainer den Gegner natürlich bestens kennt, denn die Lüneburger Truppe um die frühere Nationalspielerin Sigrid Berndt ist komplett zusammengebliehen und bildet so ein eingespieltes Team, Das Spiel findet am Sonnabend um 17 Uhr in der Sporthalle Oedeme in Lüneburg statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.9.1986

 


Die Saison 1986-87

Nach fast halbjähriger Pause ist es heute endlich soweit. Die Damen-Regionalligamannschaft des VfL, die ja seit Jahren das Aushängeschild des Oldesloer Handballs ist, stellt sich ihrem eigenen Publikum wieder in einem Punktspiel vor. Seit dem Ende der ersten Regionalligasaison, die den VfL-Damen ja mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft einen großen Erfolg gebracht hat, hat sich in der Mannschaft und um sie herum eine Menge ereignet.

Am meisten Aufsehen erregte dabei der Wechsel auf dem Trainerposten, der nicht ohne "Begleitmusik" über die Bühne ging. Aber der Wechsel von Meyer zu Claus Schilk war bei weitem nicht die einzige Veränderung. Vielmehr ist der Kader des letzten Jahres um ein ganzes Stück geschrumpft, ohne dass man die Verluste zahlenmäßig und von der Qualität - wobei wir den Spielerinnen, die neu zum VfL gestoßen sind, keineswegs zu nahe treten wollen - her ausgleichen konnte.

Der schmerzlichste Verlust ist sicher durch den - einstweiligen (,) - Verzicht von Andrea Güldenpfennig auf eine Fortsetzung ihrer Karriere entstanden, aber auch Maren Schröder, Gudrun Fandrey, Susanne Paetz, Petra Payka, Elsbeth Hein und Sonja Taut haben ja das Gesicht der Truppe im letzten Jahr mitgeprägt und hinterlassen nun Lücken. ……….

Manfred Thomsen
Aus Handball-Echo, Ausgabe 1 vom 20.9.1986

 

Sonnabend, 13. September 1986

Eintracht Lüneburg – VfL Oldesloe 16:16 (11:8)

Einen Fünf-Tore-Rückstand noch aufgeholt

16:16 bei Eintracht Lüneburg

Dieser Auftakt läßt Handballdamen hoffen

(mth) Mit ein wenig gemischten Gefühlen war die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe zum ersten Punktspiel der neuen Saison zu Eintracht Lüneburg gefahren. Der Aderlaß, den die Mannschaft gegenüber der letzten Saison hat hinnehmen müssen, war ja doch reichlich happig gewesen, zumal unter anderem mit Andrea Güldenpfennig, Maren Schröder und Gudrun Fandrey wesentliche Leistungsträgerinnen, die am hervorragenden Abschneiden in der letzten Saison maßgeblichen Anteil hatten, der Mannschaft den Rücken gekehrt haben.

So wußte man auch sich selbst nicht hundertprozentig einzuschätzen, trotz vieler Spiele und Turniere – guten und weniger guten – in der Vorbereitungsphase. Der Erwartungsdruck, unter dem die Mannschaft nun steht, ist bei weitem zwar nicht mehr so groß wie über weite Strecken der letzten Saison, als sich die Mannschaft ja frühzeitig an die Tabellenspitze gesetzt hatte und von ihr immer wieder neue Glanzleistungen und Erfolge quasi abverlangt wurden, aber das neue Saisonziel „Klassenerhalt“ ist ja auch nicht ganz unproblematisch, schließt es doch einen Hauch von Abstiegsgefahr mit ein.

Das Spiel in Lüneburg, darüber war man sich im VfL-Lager klar, mußte eine erste Standortbestimmung mit sich bringen. Und die Truppe des neuen Trainers Claus Schilk hat diese erste Prüfung mit Bravour und Erfolg bestanden. Ein 16:16 (8:11)-Unentschieden holte die Mannschaft um Mannschaftsführerin Anke Petersen heraus, und die Art und Weise, in der sie das bewerkstelligte, läßt Hoffnungen für die Zukunft keimen.

Im Sinne der neuen, oben beschriebenen Ziele, um da keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, auch wenn ein Remis in Lüneburg exakt die Ausbeute ist, die die Mannschaft in der letzten Saison in ungleich bombastischerer Besetzung erreichte.

Der Punktgewinn für den VfL gewinnt noch an Bedeutung und verdient umso mehr Bewunderung, als er nach einem Fünf-Tore-Rückstand (8:13) nach 37 Minuten und bei doch erheblicher Benachteiligung durch das Schiedsrichtergespann errungen wurde. Und noch eine Tatsache verdient Erwähnung: Die Oldesloerinnen erkämpften sich diesen einen Punkt mit ihrer überlegenen Kondition, obwohl die Mannschaft in den 60 Minuten mit nur acht Spielerinnen, also nur einer Auswechselspielerin auskam.

Aber der Reihe nach: In den ersten 20 Minuten verlief die Partie absolut ausgeglichen. Bis zum 7:7 in der 22. Minute gelang es keiner Mannschaft, je mit zwei oder gar mehr Toren Vorsprung davonzuziehen. Immer wußte der Gegner, lag er erst einmal mit einem Treffer zurück, eine passende Antwort.

Als der VfL es dann aber in der Schlußphase der ersten Halbzeit mit aller Macht wissen wollte, machte er im Übereifer plötzlich Fehler und die Gastgeberin um die erfahrene Ex-Nationalspielerin Sigrid Berndt nutzte das eiskalt zu einem 11:8-Pausenvorsprung aus. Damit aber noch nicht genug. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit lief es noch einige Minuten beim VfL überhaupt nicht, und Lüneburg konnte auf 13:8 davonziehen.

Nun schien für den VfL Hopfen und Malz verloren, doch die Truppe zog sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Man deckte Sigrid Berndt (5 Tore) und Iris Klemm (3), die mit ihren Treffern aus der zweiten Reihe dem VfL mächtig zugesetzt hatten, nun kurz und ging im Angriff auf reines Tempospiel über. Über 10:13, 12:15 und 14:16 schaffte man schließlich bis zur 57. Minute den verdienten 16:16-Ausgleich und in den Schlußminuten hatte man sogar noch ein paar Siegchancen.

Allerdings auch ein wenig Glück, denn Eintracht Lüneburg setzte zwei Minuten vor Schluß einen Siebenmeter an die Querlatte. Der VfL allerdings hatte durch Dörte Knickrehin (2), Martina Gliewe und Anja Müller im Verlauf der Partie gleich vier Siebenmeter nicht im Tor unterbringen können, während den Lüneburgerinnen dieses Mißgeschick nur ein einziges Mal unterlief. Noch in einer anderen Statistik sah es für den VfL finster aus, denn während der Gastgeber nur zwei Zeitstrafen zudiktiert bekam, traf es den VfL gleich siebenmal, was mit der oben erwähnten Schiedsrichterleistung zusammenhing. Gut sechs Minuten mußte dabei der VfL in der zweiten Halbzeit mit nur vier Feldspielerinnen gegen einen kompletten Gegner ankämpfen, kassierte in dieser Zeit aber nur einen (!) Gegentreffer.

Auch das ist ein Indiz für die intakte Moral und Einsatzbereitschaft der Mannschaft, Tugenden, die die VfL-Handballdamen ja nicht erst seit heute auszeichnen. Da dürfen sich die Oldesloer Handballfreunde getrost auf spannende Spiele in der Stormarnhalle in dieser Saison freuen.

Die ersten drei Heimspiele hat der VfL beginnend am kommenden Sonnabend gegen HT 16 im übrigen jetzt ohne Unterbrechung. Die Tore für die Oldesloerinnen in Lüneburg warfen: Anja Müller. Dörte Knickrehm (je 4). Stefanie Bernecker (3), Andrea Hasenberg, Kirstin Timm (je 2) und Martina Gliewe.

Zum Einsatz kamen außerdem noch Torhüterin Anke Petersen (mit Licht und Schatten) und Antje Schütt. Martina Pusch, Kerstin Brunthaler und Petra Finnern, die ebenfalls zur Mannschaft zählen – für Susann Müller liegt die Spielberechtigung noch nicht vor –, wurden zum Auftakt noch nicht eingewechselt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.9.1986

 

Freitag, 19. September 1986

„Heimpremiere“ der VfL-Damen gegen HT 16

(mth) Ihre „Heimpremiere“ hat morgen um 16.45 Uhr in der Stormarnhalle die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VIL Oldesloe. Gegner der Oldesloerinnen ist die Hamburger Turnerschaft von 1816, die im letzten Jahr Hamburger Oberliga-Meister war und zusammen mit dem schleswig-holsteinischen Meister TS Kaltenkirchen den Sprung in die Regionalliga schaffte.

Die Hamburgerinnen sind für die Oldesloerinnen noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, auch wenn man gelegentlich schon auf Turnieren gegen sie angetreten ist. Aber Turniere und Punktspiele sind zwei ganz unterschiedliche Paar Stiefel.

Der Aufsteiger aus der Hansestadt hat die Saison mit einer 18:20-Niederlage gegen den Buxtehuder SV begonnen. Eine so knappe Niederlage ist sicherlich keine Schande, denn schließlich gehören die Buxtehuderinnen zum engeren Favoritenkreis in der Damen-Regionalliga.

Vielmehr zeigt die Tatsache, daß die HT 16 gegen einen so starken Gegner nur so knapp verlor, daß auch in ihr einiges steckt. Um nicht gleich ans Tabellenende abzurutschen, haben sich die Hamburgerinnen für die Partie in Oldesloe natürlich eine Menge vorgenommen und entsprechend ehrgeizig und motiviert werden sie in der Stormarnhalle zur Sache gehen.

Aber auch die VfL-Damen sind für ihren ersten Auftritt in der Stormarnhalle in der neuen Saison gut motiviert. Die Mannschaft ist schließlich in den letzten Jahren Publikumsliebling Nummer eins im Oldesloer Sportgeschehen gewesen und diese Position will man natürlich nach Möglichkeit auch mit veränderter Mannschaft verteidigen. Dabei weiß die Mannschaft, daß der Start außerordentlich wichtig ist, um die treuen Fans an sich zu binden.

Zwischen Fans und Mannschaft besteht ja durchaus eine Wechselbeziehung. Natürlich sind es in der Vergangenheit in erster Linie die tollen sportlichen Leistungen gewesen, die die Zuschauer mitgerissen und begeistert haben, aber auf der anderen Seite hat die laut starke Unterstützung durch das Publikum auch zu besonderen Leistungen auf dem Spielfeld angestachelt.

Jetzt, da bei den VfL-Damen mehrere Leistungsträgerinne aus der jüngsten Vergangenheit nicht mehr dabei sind, wobei eine Spielerin wie Andrea Güldenpfennig ja nicht nur ganz wesentlich das Spiel und die Erfolge der Mannschaft mitgeprägt hat, sondern ja auch Sympathieträgerin beim Publikum war, ist die Mannschaft noch mehr als in der Vergangenheit auf Unterstützung und Rückenstärkung von außen angewiesen.

Die Oldesloer Fans sind also gefordert, ihre Mannschaft so zahIreich wie in der Vergangenheit zu unterstützen und ihr den nötigen Rückhalt zu geben, damit die Stormarnhalle weiterhin eine fast uneinnehmbare Festung für alle auswärtigen Regionalliga-Mannschaften bleibt.

Natürlich muß auch die Mannschaft selbst das ihrige dazu beitragen. Aber davor braucht einem nach dem gelungenen Saisonauftakt vor einer Woche bei Eintracht Lüneburg eigentlich nicht bange zu sein Unter ihrem neuen Trainer Claus Schilk hat sich die neue Mannschaft schnell zu einer Einheit zusammengefunden, auch wenn die Personaldecke vielleicht ein wenig dünn ist.

Vor allem aber hat sich die Truppe ihren großartigen Kampfgeist, mit dem sie ja schon in den letzten Jahren begeisterte und mit dem sie so manches Mal Berge versetzte, bewahrt, was deutlich wurde, als sie in Lüneburg in der zweiten Halbzeit noch einen Fünf-Tore-Rückstand wettmachte.

Personell wird Claus Schilk gegenüber dem ersten Punktspiel keine Veränderungen vornehmen, da alle Spielerinnen unverletzt blieben. Der neue VfL-Coach ist im übrigen mit dem Leistungsstand seiner Mannschaft ganz zufrieden. Nur bedauert er, daß er seine beiden Trainingseinheiten an aufeinan-derfolgenden Tagen (Mittwoch und Donnerstag) durchführen muß. Ihm wäre es wesentlich lieber, er hätte zwischen den Trainingstagen eine Pause, weil er dann härter und effektiver mit seinen Schützlingen arbeiten könnte. Vielleicht Iäßt sich ja in diesem Sinne von Abteilungsleitung oder VfL-Vorstand noch etwas arrangieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.9.1986

 

Sonnabend, 20. September 1986

VfL Oldesloe – Hamburger TS 1816 18:16 (8:6)

18:16-Erfolg in letzter Minute

Die VfL-Damen gewannen ihr erstes Spiel in eigener Halle, spielten aber ohne Glanz

(mth) Die Damen-Regionalliga-Mannschaft des VfL Oldesloe hat ihre Heimpremiere in der Saison 1986/87 gegen die Hamburger Turnerschaft von 1816 mit einem glücklichen 18:16 (8:6)-Erfolg hinter sich gebracht Allerdings war das Endresultat auch mit Abstand das Erfreulichste, was den Oldesloer Handballfreunden, die bei weitem nicht so zahlreich wie zu eigentlich allen Spielen der letzten Saison erschienen waren – nur knapp 120 entrichteten Eintrittsgeld –, geboten wurde.

Ansonsten bekamen diese über weite Strecken eine äußerst zerfahrene und niveauarme Partie zu sehen. Die Oldesloerinnen konnten bei weitem nicht an ihre Leistungen vom Saisonauftakt in Lüneburg anknüpfen. Vielmehr machten sie durch eine unverständlich hohe Anzahl leichter und leichtfertiger Fehler die Begegnung unnötig spannend, ja in der Schlußphase gar dramatisch

Trotz der allerdings wenig berauschenden Leistungen in der Stormarnhalle aber besteht kein Grund, für die Zukunft der Mannschaft schwarz zu sehen. Die Truppe hat, auch wenn bei ihr nicht viel zusammenlief, immerhin großartig gekämpft. Die beiden Punkte jedenfalls kann man ihr nicht mehr wegnehmen, und die 3:1 Zähler, die die Mannschaft jetzt nach zwei Spielen hat, sind gemessen an den Erwartungen, die man realistischerweise in dieser Saison an sie stellen kann, ein „Traumstart“.

Sie werden den Schützlingen von Trainer Claus Schilk sicher auch Rückhalt und Selbstvertrauen für die Spiele geben. Dabei kann die Truppe ja ihre beiden nächsten Spiele erneut in der Stormarnhalle austragen (am kommenden Sonntag gegen VfL Oldenburg II, eine Woche später dann gegen TV Oyten. Sollte sie die auch ohne Niederlagen überstehen können, was nicht ausgeschlossen erscheint, auch wenn es sicher noch erheblicher Steigerungen in spielerischer Hinsicht bedarf, dann hätte man schon einen soliden Grundstock geschaffen, mit dem das Hauptziel der Saison, der Klassenerhalt, gut zu schaffen seine müßte. Darauf aufbauend könnte man dann das „Traumziel“ der Saison, ein Platz im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga, in Angriff nehmen. Mehr von der Mannschaft zu erwarten. hieße, ihre Möglichkeiten zu überschätzen und sie mit ungerechtfertigten Erwartungen unnötig unter Erfolgsdruck zu setzen.

Zum Spielverlauf: Gegen die blutjunge Aufsteigertruppe aus der Hansestadt erwischte die VfL-Mannschaft einen denkbar schlechten und unglücklichen Start. Dabei war das 0:1 gleich in der 2. Minute sicher noch zu verschmerzen, aber daß dann Dörte Knickrehm innerhalb von zwei Minuten mit zwei Siebenmetern zunächst am Innenpfosten und dann direkt am Pfosten scheiterte, erschütterte die Stormarnerinnen doch ziemlich, zumal auch Martina Gliewe in der 6. Minute nur das Gestänge des gegnerischen Tores traf, nachdem HT 16 inzwischen trotz Unterzahl auf 2:0 erhöht hatte.

Den Abpraller von Martina Gliewes Wurf konnten die Hamburgerinnen dann auch noch zu einem Tempogegenstoß nutzen, der – immer noch in Unterzahl – zur 3:0-Führung genutzt wurde. Davon zeigte sich der VfL, der erst in der 11. Minute durch Dörte Knickrehm zu einem ersten Treffer kam, doch ziemlich geschockt und dem Drei-Tore-Rückstand lief die Mannschaft immerhin bis zur 19. Minute bei einem Zwischenstand von 2:5 hinterher.

Zwischendurch allerdings hatte es beim VfL eine erfreuliche Wende auf einem Spezialgebiet gegeben. Zusammen mit vier Strafwürfen in Lüneburg nämlich hatte der VfL seine ersten sechs Siebenmeter in dieser Saison nicht im Tor unterbringen können, ehe dann Kirstin Timm beim siebenten Versuch in der 16. Minute zum 2:4 Erfolg hatte.

„Timmi“ verwandelte im Laufe des Spiels dann noch drei weitere Siebenmeter, was letztlich mit spielentscheidend wurde. Die Hamburgerinnen nämlich bekamen in der Partie fünf Siebenmeter zugesprochen, von denen sie nicht einen einzigen verwandeln konnten. Zwei ihrer Würfe landeten zwar im Netz, aber bei denen erkannten die Schiedsrichter jeweils auf Fußfehler der Schützinnen. Nicht zuletzt deshalb haderten die Hamburgerinnen am Ende auch mit den Unparteiischen Kerkhof/Meyer aus Hildesheim, aber die waren eigentlich von der ersten bis zur letzten Minute ihrer konsequenten Linie treu geblieben und benachteiligten keine Mannschaft entschei-dend.

Einen weiteren Siebenmeter warf HT 16 neben das VfL-Tor und zwei weitere konnte Martina Pusch in unnachahmlicher Manier halten. Womit wir neben Kirstin Timm bei der zweiten „Matchwinnerin“ des Spiels wären. Um „Puschi“ war es, nachdem sie ja an den beiden Deutschen Meisterschaften der-weiblichen A-Jugend großen Anteil hatte und später eine großen Saison in der Oberliga einschließlich einiger spektakulärer Pokalspiele – ihr letzter „großer“ Auftritt war im denkwürdigen Pokalspiel gegen VfL Engelskirchen im Frühjahr 1984 gewesen – in den letzten Jahren ruhig geworden.

Für diese Saison aber will sie es wieder wissen. Sie hat zwar noch immer einen Trainingsrückstand und muß hinter Anke Petersen, die immerhin ja schon ein Jahr Regionalliga-Erfahrung hat, in der Stammformation noch zurückstehen, aber als sie in der 25. und 30. Minute glänzend ihre beiden Siebenmeter parierte und in der Schlußminute der ersten Halbzeit auch noch eine weitere TH-Chance glänzend zunichte machte, fühlte sich Trainer Claus Schilk ermutigt, sie in der 45. Minute, als Anke Petersen, die nicht ihren besten Tag hatte, größere Fehler unterliefen, für die Schlußphase ganz einzuwechseln und sie rechtfertigte dieses Vertrauen mit ein paar ganz tollen Reaktionen.

Inzwischen stand das Spiel 12:12. Der VfL hatte zwischen der 19. und 27. Minute den Spieß umgedreht und aus dem 2:5 Rückstand eine 7:5-Führung gemacht. Dieser Zwei-Tore-Vorsprung hielt aber nur bis zur 39. Minute, als die Hamburgerinnen erstmals wieder gleichzogen, weil ihnen Fang- und Abspielfehler des VfL immer wieder zu Tempogegenstößen verhalfen.

Der Gleichstand dauerte dann bis zur dramatischen Schlußminute an. Zwischendurch hatte der VfL in der 55. Minute schon wie der Sieger ausgesehen, aber eine 15:13-Führung wurde bei einer folgenden Zeitstrafe für Andrea Hasenberg wieder ausgeglichen. Das 16:16 – zwischendurch war der VfL durch Antje Schütt wieder mit 16:15 in Führung gegangen – erzielte HT 16 50 Sekunden vor Schluß in Unterzahl, aber mit großem Einsatz schaffte Anja Müller 35 Sekunden später das 17:16, verletzte sich aber dabei (mutmaßlich eine schmerz hafte Prellung). Doch der VfL fing auch den letzten HT-Angriff noch ab und buchstäblich mit dem Schlußpfiff erzielte Andrea Hasenberg noch das 18:16.

Andrea Hasenberg war mit vier Feldtoren erfolgreichste VfL-Werferin, auch wenn sie in der Gesamtzahl der Treffer noch von Kirstin Timm übertroffen wurde, die ihren vier verwandelten Siebenmetern noch zwei Feldtore hinzufügte. Dreimal war Anja Müller erfolgreich, je zweimal Dörte Knickrehn und Stefanie Bernecker und einen Treffer erzielte Antje Schütt. Außerdem kamen noch Martina Gliewe und Susann Müller zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1986

Freitag, 26. September 1986

Zweites Heimspiel für VfL-Damen wieder gegen einen Aufsteiger

(mth) … Die Damenmannschaft, die mit 3:1 Punkten ja unerwartet erfolgreich in die Saison gestartet ist, hat erneut Heimrecht. Mit der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg (in Oldenburg) erwarten die Stormarner Kreisstädterinnen dabei nach der Hamburger Turnerschaft von 1816 am letzten Sonnabend erneut einen Aufsteiger in der Stormarnhalle.

Für die Truppe von Trainer Claus Schilk aber gibt es keinen Grund, diesen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Dazu war schon allein die Leistung der Oldesloerinnen am letzten Wochenende trotz des 18:16-Erfolges nicht gut genug. Die Mannschaft hat einfach zu viele Fehler produziert und insgesamt zerfahren gespielt. Nicht immer wird eine solche Fehlerquote so glimpflich ausgehen wie am letzten Wochenende, als in der Schlußminute mit zwei Treffern noch der Sieg gelang.

Deutlich wurde dabei im Spiel des VfL, wie dünn die Spielerdecke ist, die dem neuen VfL-Coach zur Verfügung steht. Der Leistungsabstand von der Stammformation, die ja natürlich auch schon nicht durchgehend fehlerfrei ist, zu den Spielerinnen auf der Bank ist doch zur Zeit noch ziemlich erheblich. Die Neuzugänge aus anderen Vereinen und aus der weiblichen A-Jugend des eigenen Vereins werden gewiß noch eine geraume Zeit benötigen, um sich an die rauhe Regionalliga-Luft zu gewöhnen.

Umso härter trifft es die Mannschaft, daß mit Anja Müller am Sonntag mutmaßlich eine Spielerin aus der Stammformation ausfällt. Die Auswechselmöglichkeiten für Trainer Claus Schilk werden dadurch noch weiter eingeschränkt. Aber mit ihrem unbändigen Kampfgeist, den die Mannschaft auch im Spiel gegen HT 16 trotz aller spielerischen Mängel zeigte, will die Mannschaft auch gegen den zweiten Aufsteiger bestehen.

Der rangiert nach zwei Spielen zwar nur auf dem drittletzten Tabellenplatz, bringt aber die Empfehlung eines 15:15-Unentschiedens beim Buxtehuder SV, immerhin der Meisterschaftsfavoriten in der Klasse, mit.

Bei ihrem Vorhaben, auch diese Hürde zu meistern, hoffen die VfL-Damen auch auf die Unterstützung ihrer Anhänger. Die war am letzten Wochenende doch ungewohnt dürftig, als zum ersten Heimspiel der Saison kaum mehr als 100 Zuschauer den Weg in die Stormarnhalle gefunden hatten. Am Sonntag ab 16.30 Uhr, so hoffen Mannschaft und Mannschaftsführung, werden wieder mehr Fans den Weg in die Halle finden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.9.1986

 

Sonntag, 28. September 1986

VfL Oldesloe – VfL Oldenburg II 14:17 (7:9)

14:17 gegen VfL Oldenburg II

Erste Niederlage für die Regionalliga-Damen des VfL

(mth) Im dritten Saisonspiel mußte die Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ihre erste Niederlage hinnehmen. Gegen die zweite Mannschaft des VfL Oldenburg verloren die Oldesloerinnen in der Stormarnhalle mit 14:17 (7:9).

Der Erfolg der Gäste aus Niedersachsen ging dabei letztendlich in Ordnung. Die Mannschaft verfügte über zehn etwa gleichstarke Spielerinnen und besaß dazu mit Martina Scharf eine glänzende Torhüterin, die die Stormarnerinnen mit ihrem guten Stellungsspiel, ihren hervorragenden Reflexen und ihrer „Bierruhe“ schier zur Verzweiflung brachte.

Die in jedem Sinne des Wortes „starke“ Dame war in Oldesloe ja keine Unbekannte mehr. Sie hat ja in der letzten Saison noch für den HTSV Bremen gespielt und dabei schon einmal den VfL, nachdem sie anfangs noch von den Oldesloer Zuschauern verlacht worden war, zur Verzweiflung gebracht. Damals hatte der VfL mit Andrea Güldenpfennig und Maren Schröder ja noch zwei ausgesprochene Scharfschützen in seinen Reihen, ohne deswegen gegen Martina Scharf etwas ausrichten zu können.

Gegen Oldenburg mußte VfL-Trainer Claus Schilk praktisch mit seinem letzten Aufgebot antreten, denn ihm standen die Geschwister Anja und Susann Müller nicht zur Verfügung. Bei der Personalmisere des VfL sind solche Ausfälle – wobei insbesondere der Ausfall von Anja Müller, die ja zur Stammelf zählt, schmerzte – von der Mannschaft einfach nicht zu verkraften.

Mit Andrea Hasenberg, Antje Schütt, Kirstin Timm, Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm und Martina Gliewe mußten gleich alle sechs Feldspielerinnen von der ersten bis zur letzten Minute durchspielen, denn Petra Finnern und Kerstin Brunthaler, die noch mit auf der Bank saßen, sind in ihrer Entwicklung noch nicht so weit, als daß sie in einem Regionalliga-Spiel, das von Anfang bis zum Ende auf des Messers Schneide stand, mithalten könnten.

So blieb Claus Schilk lediglich auf dem Torhüterposten eine echte Variationsmöglichkeit. Er setzte dann auch in der Schlußviertelstunde Martina Pusch für Anke Petersen ein, ohne damit allerdings eine Wende herbeiführen zu können. Das wäre allerdings auch fast paradox gewesen, denn an den Torhüterleistungen, abgesehen von der überragenden der Gäste-Keeperin Scharf, lag es in diesem Spiel wirklich nicht.

Beim VfL aber sollte man in der Abteilungsleitung und möglicherweise auch im Vereinsvorstand schleunigst überdenken, wie man der Damen-Regionalliga-Mannschaft, dem erklärten Aushängeschild des Vereins, unter die Arme greifen kann. Es kann auf Dauer nicht sein, daß die erste Damenmannschaft in der Regionalliga mit einem Minimalaufgebot auskommen muß, während es in den nachfolgenden Mannschaften volle Kader gibt. Im Interesse des Vereins müssen da Lücken nahtlos aufgefüllt werden, sonst wird sich ein Niedergang im Oldesloer Damenhandball kaum aufhalten lassen.

Daran war im übrigen offensichtlich auch dem Schiedsrichtergespann Distelberger/Gocks aus Hamburg nicht gelegen. Die nämlich pfiffen, vor allem in der ersten Halbzeit, reichlich merkwürdig und benachteiligten den VfL mitunter doch kraß.

Die Ursache für die Niederlage allerdings bei den Unparteiischen zu suchen, wäre gewiß verfehlt. Der Sieg der Oldenburgerinnen ging unbedingt in Ordnung, weil die Mannschaft einfach über mehr Variationsmöglichkeiten verfügte.

Der VfL braucht sich im übrigen der Niederlage nicht zu schämen. Die Mannschaft hat 60 Minuten lang wirklich aufopferungsvoll gekämpft und hätte sicherlich auch ein wenig mehr Zuspruch (126 Zuschauer zahlten Eintritt, also nur ein Bruchteil der in der letzten Saison in Oldesloe üblichen Zuschauerzahlen) und Unterstützung vom Publikum verdient.

Zum Spielverlauf: Die Stormarnerinnen schienen wie schon am Wochenende zuvor beim ersten Saisonheimspiel gegen HT 16 einen schlechten Start zu erwischen, denn Dörte Knick-rehm bekam schon nach zwei Minuten die erste Zeitstrafe aufgebrummt, und prompt konnte der Gast mit 1:0 in Führung gehen. Aber Andrea Hasenberg und Martina Gliewe drehten in der 5. Minute mit zwei Treffern in Folge den Spieß innerhalb von wenigen Sekunden um.

Danach ging der VfL dann aber nur noch ein einziges Mal in Führung, nämlich zwei Minuten später, als Andrea Hasenberg nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:2 traf. Danach bot sich der Truppe von Trainer Schilk die einzige Chance im Spiel, einmal deutlicher in Führung zu gehen, aber eine Überzahl konnte der VfL nicht in einen Erfolg ummünzen, wobei Dörte Knickrehm mit einem Pfostenwurf auch noch Pech entwickelte.

Ansonsten mußten die Oldesloerinnen stets einem Rückstand hinterherlaufen. Bis zum 6:6 in der 23. Minute gelang das auch mit Erfolg, aber dann zog der Gast innerhalb von vier Minuten auf 9:6 davon, ehe Kirstin Timm in der 30. Minute den Halbzeitstand mit einem verwandelten Siebenmeter noch ein wenig erträglicher gestalten konnte.

Die zweite Halbzeit begann für den VfL recht verheißungsvoll, denn Anke Petersen konnte in der 32. Minute einen Siebenmeter abwehren (sie schaffte später noch ein zweites Mal dieses Kunststück, mußte dabei dann allerdings den Nachwurf passieren lassen) und bis zur 36. Minute man beim 9:9 wieder der Gleichstand erreichte.

Die Entscheidung aber fiel dann praktisch in den nächsten acht Minuten, in denen Oldenburg auf 13:9 davonzog, wobei der VfL mehrfach ein Überzahlspiel nicht nur in Tore ummünzen konnte, sondern gar noch deutlicher in Rückstand geriet. Zu allem Überfluß vergab in dieser Zeit Dörte Knickrehm auch noch einen Siebenmeter.

Der VfL kämpfte zwar auch danach noch unverdrossen und verbissen weiter, und zwei Minuten vor Spielschluß kam bei einem Zwischenstand von 13:15 sogar noch einmal ein wenig Hoffnung auf, aber zu einer Wende reichte es dann doch nicht mehr ganz.

Die Tore für den VfL warfen Kirstin Timm und Stefanie Be-necken (je 4), Andrea Hasenberg, Martina Gliewe und Dörte Knickrehm (je 2).

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.9.1986

 

Freitag, 3. Oktober 1986

Morgen um 18 Uhr drittes Heimspiel in Folge

Gegen TV Oyten müssen die VfL-Damen siegen, um ein Polster für schwere Spiele zu haben

(mth) Ihr drittes Heimspiel in Folge bestreitet am Sonnabend ab 18 Uhr in der Stormarnhalle die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Gegner der Truppe von Trainer Claus Schilk ist der TV Oyten, der in dieser Saison noch sieglos ist und auf dem vorletzten Tabellenplatz rangiert.

Kein Grund allerdings für die Oldesloerinnen, diesen Gegner deswegen auf die leichte Schulter zu nehmen. Immerhin verbuchte die Truppe aus der Bremer Vorstadt am letzten Wochenende mit einem beachtlichen 19:19-Unentschieden gegen den SV Buxtehude, einem der Meisterschaftsfavoriten, den ersten Punktgewinn in dieser Saison und zum anderen ist beim VfL ja schon in den ersten Spielen deutlich geworden, mit welchen Problemen man in dieser Saison zu kämpfen haben wird.

Als entscheidendes Manko entpuppt sich dabei die außerordentlich dünne Personaldecke. Nominell steht Coach Claus Schilk zwar ein Kader von zwölf Spielerinnen zur Verfügung, also genau eine komplette Mannschaft für ein Spiel. Bei näherem Hinsehen aber sind aus dieser Truppe einschließlich der beiden Torhüterinnen nicht mehr als neun Spielerinnen „reif“ für die Regionalliga.

Die drei anderen, Susanne Müller, Kerstin Brunthaler und Petra Finnern, sind zwar auch mit Eifer bei der Sache, aber für ihre spielerische Entwicklung wäre es gewiß besser, sie würden erst in unteren Mannschaften Spielpraxis und Erfahrung sammeln, denn die Anforderungen in der Regionalliga sind für sie einfach noch zu hoch.

Entsprechend müßte in einem solchen Fall aber natürlich die erste VfL-Damenmannschaft aufgefüllt werden und zwar mit den besten Spielerinnen, die in den nachfolgenden Mannschaften zur Verfügung stehen. Zum Leidwesen von Trainer Claus Schilk aber besteht dazu offensichtlich keine Bereitschaft. Und das macht den engagierten Coach verständlicherweise „sauer“. Er fühlt sich von Abteilung und Verein allein gelassen, zumal auch seine Trainingszeiten nicht optimal gelöst sind.

„Mit Training an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Mittwoch und Donnerstag) wobei die Mittwochszeit noch ungünstig für Berufstätige liegt (Beginn schon 18.30 Uhr), kann ich meine Spielerinnen nur einmal in der Woche intensiv belasten. Mit so wenig effektivem Training arbeitet keiner unserer Gegner. Treten da nicht bald Änderungen ein, kann man dem Spitzenhandball in Oldesloe ade sagen“, ist sich Claus Schilk sicher.

Morgen zum Spiel gegen den TV Ovten steht ihm nach menschlichem Ermessen immerhin wieder sein komplettes Aufgebot zur Verfügung. Auch Anja Müller wird wieder mit von der Partie sein, so daß nicht wieder alle Feldspielerinnen 60 Minuten lang durchspielen müssen. Vielleicht gelingt ja so der zweite Heimsieg und man hätte dann ein kleines Polster mit fünf Pluspunkten für die kommenden schweren Wochen.

Denn darüber sollte sich niemand Illusionen machen: Die richtig schweren Aufgaben kommen auf den VfL erst dann zu, wenn die Partie gegen den TV Oyten hinter ihnen liegt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.10.1986

 

Hallenzeitung Stormarnhalle

Im heutigen Heimspiel gegen den TV Oyten wird sich der weitere Weg unserer Damen entscheiden. Bei einem Sieg wird der Anschluss an die Spitzengruppe gehalten, drücken wir der Mannschaft die Daumen. Die Zielsetzung ist in diesem Jahr ein Mittelplatz. Allerdings wird dieses bei der momentanen Trainingssituation für die 1. Damenmannschaft ein schwieriges Unterfangen. Die Trainingszeit am Mittwoch von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr entspricht nicht den Voraussetzungen einer Leistungsmannschaft in dieser Spielklasse.

Diese Zeit, die von den berufstätigen Frauen teilweise gar nicht, teilweise nur unter großem Stress einzuhalten ist, muss sich das "Aushängeschild" des VfL noch mit der 2. und 3. Damenmannschaft teilen: eine absolute Kuriosität in dieser Spielklasse. Fünf Spielerinnen sind am Mittwochabend in der Stormarnhalle keine Seltenheit.

Für Statistiker und Kommunalpolitiker sicherlich eine Superauslastung der Halle, für einen effektiven Trainingsabend eine totale Katastrophe. In den nächsten Wochen wird sich beim VfL auf Vorstandsseite entscheiden, ob man bereit ist, den Leistungssport zu fördern oder eine breitensportliche Auslastung der Stormarnhalle zu erzielen.

Die Zielsetzung der 1. Damenmannschaft und ihres Trainers lässt kaum Alternativen zu. Entweder Optimierung der Trainingsbedingungen oder es wird über Konsequenzen zu sprechen sein.

Claus Schilk
Aus Handball-Echo, Ausgabe 3 vom 4.10.1986

 

Sonnabend, 4. Oktober 1986

VfL Oldesloe – TV Oyten 16:16 (7:7)

Vor nur noch 80 Zuschauern in der Stormarnhalle

VfL-Handballdamen waren gegen TV Oyten mit dem 16:16-Unentschieden gut bedient

(mth) Zu ihrem zweiten Unentschieden in dieser Saison kam in der Stormarnhalle die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Mit 16:16 wurde dabei sogar im Spiel gegen den TV Oyten exakt das Ergebnis wiederholt, das man zum Saisonauftakt bei Eintracht Lüneburg erzielt hatte.

Damit aber der Gemeinsamkeiten zum Auftaktspiel noch nicht genug: Wie in Lüneburg lag der VfL auch gegen Oyten in der zweiten Halbzeit schier aussichtslos zurück (diesmal 12:15 nach 49 Minuten), um am Ende dann doch noch zu einem Punktgewinn zu kommen und sogar einen Sieg nur denkbar knapp zu verpassen.

Am Ende gab es bei den Oldesloerinnen, die von Masseur Ralph Gericke, der den verhinderten Claus Schilk vertrat, gecoacht wurden, dann auch Jubel über den nach dem Spielverlauf unverhofften Punktgewinn, wobei insbesondere Mannschaftskapitän Anke Petersen von ihren Mannschaftskameradinnen beglückwünscht wurde, denn sie war in der Schlußviertelstunde im Tor mit glänzenden Paraden zu großer Form aufgelaufen und hatte so den vielleicht entscheidenden Anteil an der Wende im Spiel.

Aber bei nüchterner Betrachtung mit einigem Abstand von der Partie selbst kann das Resultat die Oldesloer Handballerinnen und ihre Anhänger – die Schar ist inzwischen reichlich geschmolzen, denn es zahlten nur noch 80 Zuschauer Eintritt, womit nach drei Heimspielen nun insgesamt 300 Zuschauer zu registrieren sind, eine Anzahl, die in der letzten Saison locker im Durchschnitt bei jedem Spiel erreicht wurde – natürlich nicht so ganz befriedigen.

Gegen den TV Oyten, der eher zu den schwächeren Teams der Klasse zu rechnen ist, hatte man sich eigentlich in eigener Halle schon einen Sieg ausgerechnet. Auch die Gesamtbilanz nach vier Spielen ist nicht gerade beruhigend. Die 4:4 Punkte reichen im Moment zwar zu einem guten Mittelplatz, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen.

Alle vier Gegner, mit denen man es bislang zu tun hatte, sind in der Regionalliga eher zu den schwächeren Teams zu rechnen und unter diesem Aspekt relativiert sich der ausgeglichene Punktestand doch ein wenig, zumal die Mannschaft ja immerhin schon drei Heimspiele und nur ein Auswärtsspiel hinter sich hat. Die kommenden Gegner, da kann man fast sicher sein, dürften durch die Bank stärker sein als die bisherigen. Da werden die Trauben (Punktgewinne) dann sicher noch ein gutes Stück höher hängen.

Daß kann dem VfL, der in diesem Jahr ja ohnehin darauf eingestellt ist, kleinere Brötchen backen zu müssen als in der letzten Serie, natürlich zum Nachteil gereichen, und ihm einen beinharten Abstiegskampf bescheren. Muß es aber natürlich nicht zwangsläufig! Auch in der Vergangenheit hat sich die VfL-Truppe ja oft gegen vermeintlich schwächere Gegner schwer getan, um dann gegen starke Gegner besonders aufzutrumpfen.

Von ihrem Kampfgeist hat sie schließlich, wie sie auch im Spiel gegen Oyten deutlich machte, nichts eingebüßt, und konditionell ist sie trotz der ja nicht gerade idealen Trainingsmöglichkeiten voll auf der Höhe.

Dennoch ist es sicher nicht vermessen zu prophezeien, daß Erfolgserlebnisse für die VfL-Damen nun rarer werden. Rarer mutmaßlich noch als in den ersten vier Saisonspielen, und rarer natürlich als in der letzten Saison. Die Schwächen der Mannschaft nämlich wurden auch gegen Oyten wieder deutlich.

Die liegen vor allem im Angriffsspiel. Der VfL verfügt mit seinem dünnen Kader über zu wenig Variationen im Spiel auf des Gegners Tor. Das Fehlen beständiger Rückraumwerferinnen macht sich dabei ebenso bemerkbar wie das Fehlen torgefährlicher Spielerinnen von den Außenpositionen. Mit Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehm verfügt der VfL dafür zwar über zwei gefährliche Kreisläuferinnen, aber darauf können sich Gegner ja einstellen, zumal sie sich auf das Ausschalten dieser Positionen fast ganz konzentrieren können.

Dazu ist und bleibt die Personaldecke einfach zu dünn. Auch gegen Oyten kamen wieder nur sieben Feldspielerinnen zum Einsatz. Mit einem solch geringen Stamm kann man zwar einzelne Spiele erfolgreich durchstehen, aber schwerlich eine-ganze Saison in der Regionalliga.

Zum Spielverlauf: Der VfL erwischte wieder einen schlechten Start. Schon nach 13 Sekunden ging der Gast mit 1:0 in Führung und nur 60 Sekunden später stand es durch einen verwandelten Siebenmeter 2:0 für den TV Oyten. Beim VfL dauerte es bis zur 4. Minute, ehe Antje Schütt nach guter Einzelleistung den ersten Treffer erzielte. Dörte Knickrehm konnte mit zwei Treffern bis zur 7. Minute ihre Mannschaft dann mit 3:2 in Führung bringen, und den prompten Ausgleich noch in der selben Minute durch einen verwandelten Sieben-meter beantwortete Kirstin Timm, ebenfalls per Siebenmeterwurf, nicht weniger prompt.

Die drei dann folgenden Minuten gehörten dann eindeutig den Gästen, die auch drei Tore in Folge erzielten und auf 6:4 davonzogen. Dann aber legten sie gleich eine Torpause von 18 Minuten ein. Der Treffer zum 6:4 in der 11. Minute war im übrigen schon das letzte Feldtor der ersten Halbzeit.

Vier weitere Treffer fielen nur durch Strafwürfe. Zwei davon brachte Kirstin Timm in der 13. und 17. Minute im Netz unter. Danach fiel dann zwölf Minuten hüben und drüben kein Tor, wobei beide Teams auch Überzahlspiele nicht nutzen konnten, und in dieser Zeitspanne auch mit Siebenmetern scheiterten. Martina Pusch konnte zunächst einen Siebenmeter parieren, um danach noch einen „an den Pfosten zu gucken“, und am Holz scheiterte auch Kirstin Timm bei ihrem vierten Versuch.

Das 6:6 aus der 17. Minute hätte gut und gern auch der Halbzeitstand sein können, denn den Siebenmeter, der in der 29. Minute zum 7:6 für Oyten führte, hätte Martina Pusch, die nur gelegentlich bei Strafwürfen eingewechselt wurde, um ein Haar gehalten und der Siebenmeter, aus dem Dörte Knickrehm in der Schlußsekunde der ersten Halbzeit den 7:7-Pausenstand machte, war schlicht ein Witz.

Womit wir bei den beiden schlechtesten Akteuren des Spiels angelangt wären, dem Schiedsrichtergespann Berg/Espig aus Hamburg. Die standen mit reichlich Regeln auf dem Kriegsfuß und pfiffen sehr merkwürdig. Unter dem Strich konnten sich die Oldesloerinnen dabei am Ende nicht beschweren. Im Gegenteil: Sie profitierten eher überproportional von den vielen Fehlentscheidungen. Eine Einschränkung, die allerdings Andrea Hasenberg nur mit Mühe wird nachvollziehen können, denn an ihr versündigten sich die Unparteiischen bei fast allen Fehlentscheidungen, die gegen den VfL gepfiffen wurden.

Auch im zweiten Durchgang erwischte Oyten wieder den besseren Start und ging mit 9:7 in Führung, ehe der VfL endlich einmal eine Überzahl zu zwei Toren (Anja Müller und Andrea Hasenberg) ausnutzen konnte. Der Gleichstand hatte dann bis zur 44. Minute Bestand (12:12), wobei auf Oldesloer Seite noch Stefanie Bernecker mit zwei Tempogegenstößen und Dörte Knickrehm per Siebenmeter erfolgreich waren.

Dann schien sich die Waage innerhalb von fünf Minuten zu ungunsten des VfL zu neigen, denn nun zog Oyten auf 15:12 davon, wobei die Gäste auch von ihrer Torhüterin profitierten, die einen weiteren Siebenmeter von Dörte Knickrehm glänzend hielt.

Aber der VfL gab noch lange nicht auf und innerhalb der nächsten vier Minuten verschafften Martina Gliewe, Kirstin Timm und Stefanie Bernecker den erneuten Ausgleich. Als dann Anke Petersen, die schon während der Aufholjagd hervorragend gehalten hatte, auch noch einen Siebenmeter parierte, konnte der VfL sogar mit 16:15 in Führung gehen (Siebenmeter Timm) aber postwendend fiel in der 56. Minute der Ausgleich zum 16:16-Endstand.

Die letzten vier Minuten waren dann von Hektik hüben und drüben gekennzeichnet, wobei der VfL noch zwei bange Minuten zu überstehen hatte, als Dörte Knickrehm eine Zeitstrafe absitzen mußte. Die Gäste konnten dagegen von Glück sagen, daß Dörte Knickrehm, kaum daß sie in der Schlußminute wieder auf's Feld durfte, frei vom Kreis nicht ins Netz traf. So blieb es schließlich beim insgesamt gesehen gerechten Unentschieden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1986

 

Freitag, 10. Oktober 1986

Sonntag 11 Uhr zweites Auswärtsspiel

Wird das Spiel in Altenholz für die VfL-Damen wieder zu einem Wendepunkt?

(mth) Zu ihrem zweiten Auswärtsspiel in der neuen Saison reist die Damen-Regionalliga-Mannschaft des VfL Oldesloe am Sonntag um 11 Uhr zum TSV Altenholz. Die Altenholzerinnen belegen zur Zeit einen Platz in der Tabellenmitte und haben ebenso wie der VfL 4:4 Punkte.

Für die Oldesloerinnen, die zuletzt ja drei Heimspiele hintereinander austragen konnten – mit sehr wechselhaftem Erfolg – wird sich beginnend mit diesem Spiel zeigen müssen, wohin der Weg der Mannschaft in dieser Saison führt. Kann die Mannschaft in Altenholz erfolgreich bestehen, wird sie weiterhin eine gute Chance haben, im Tabellenmittelfeld ein gesichertes Dasein zu führen. Geht dagegen die Partie in Altenholz verloren, könnte das leicht der Auftakt für einen heißen Kampf um den Klassenerhalt sein.

Ein Wendepunkt war ja auch in der letzten Saison das Spiel der VfL-Damen in Altenholz. Die Mannschaft hatte seinerzeit als Aufsteiger in der Hinrunde ja reichlich für Aufsehen gesorgt und fuhr kurz vor Weihnachten als überlegener Herbstmeister zum Rückspiel zum TSV Altenholz, der zu der Zeit weit unten in der Tabelle lag und mächtig gegen den Abstieg zu kämpfen hatte.

Die Stormarnerinnen waren damals natürlich als klare Favoritinnen in die Partie gegangen, boten dann aber ihre schwächste Saisonleistung und verloren ziemlich kläglich. Damit war in der letzten Saison der Startschuß für das Ende des Höhenfluges der VfL-Damen gegeben. In den folgenden Monaten kam der VfL nur noch selten an seine Bestform heran, und die Träume von einem „Durchmarsch“ durch die Regionalliga waren bald ausgeträumt.

Das war, in der Rückschau betrachtet, für den VfL ganz sicherlich kein Beinbruch. Einen Gewinn der Meisterschaft und einen Aufstieg in die 2. Bundesliga hätte die Mannschaft schon in ihrer damaligen Besetzung schwerlich ohne Magendrücken verdauen können. Um so mehr wäre dem VfL eine solche Entwicklung nach den einschneidenden Änderungen auf dem Personalsektor, die ja mehr einem Schrumpfungsprozeß denn einem Umbruch gleichkommen, schlecht bekommen.

Womit wir wieder beim Spiel am Wochenende sind. In diesem Jahr fährt der VfL ganz gewiß nicht als Favorit nach Altenholz. Er ist eher in einer Außenseiterrolle, die allerdings durchaus nicht als chancenlos einzustufen ist. Ob der VfL in der Kieler Vorstadt wird bestehen können, wird gewiß nicht zuletzt davon abhängen, ob die Stammformation von Trainer Claus Schilk die 60 Minuten unbeschadet wird durchstehen können.

Der VfL-Coach hat ja halt nur einen „Anzug“, den er vorzeigen kann, und ob der, weil er ständig getragen werden muß, nicht überstrapaziert wird, bleibt abzuwarten. Das Spiel in Altenholz beginnt am Sonntag um 11 Uhr in der Halle des Schulzentrums im Ortsteil Altenholz-Stift.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.10.1986

 

Sonntag, 12. Oktober 1986

TSV Altenholz – VfL Oldesloe 20:13 (10:5)

13:20 beim TSV Altenholz

Die VfL Damen boten ihre mit Abstand schwächste Leistung

(mth) Mit übertriebenen Hoffnungen war die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ja ohnehin nicht zum zweiten Auswärtspunktspiel der Saison beim TSV Altenholz gereist. Eine Außenseiterchance hatte man sich zwar schon ausgerechnet, aber realistisch mußte man schon auch eine Niederlage mit ins Kalkül ziehen.

Unter diesen Voraussetzungen war es eigentlich gar nicht so leicht für die VfL-Damen, mit enttäuschten Gesichtern nach Hause zu kommen, aber die Mannschaft schaffte es dennoch. Sie hatte nämlich eine derbe 13:20 (5:10)-Niederlage im Gepäck und weit mehr noch als der klare doppelte Punktverlust wog dabei, daß man gegen eine nun auch nicht gerade überzeugende Mannschaft aus Altenholz nicht die Spur einer Chance gehabt hatte.

Trainer Claus Schilk suchte nach der Partie denn auch nicht erst lange nach Entschuldigungen. „Meine Mannschaft hat in Altenholz ihre bislang schwächste Saisonleistung gebracht. Sie machte unglaublich viele Fehler und machte es so dem Gegner außerordentlich leicht, zum Erfolg zu kommen“, konstatierte er.

Die Flinte aber wirft man beim VfL deswegen noch lange nicht ins Korn. Jetzt hat die Mannschaft erst einmal drei Wochen Zeit, sich auf das nächste Punktspiel in Buxtehude vorzubereiten. Nach der Pause am nächsten Wochenende, die im Spielplan ohnehin vorgesehen war, fällt nämlich auch das für den 25. Oktober ursprünglich vorgesehene Heimspiel gegen die SG Union/Bramfeld aus, weil die Hamburger Spielerinnen für eine DHB-Auswahlmannschaft abstellen müssen.

Diese gewonnene Zeit will der VfL-Coach intensiv nutzen. Er hofft dabei weiterhin auf verbesserte Trainingszeiten für seine Mannschaft – in dieser Beziehung scheint sich eine Lösung anzubahnen –‚ und auch auf personellem Sektor, hofft man noch einiges in Bewegung zu bringen, um die argen Personalprobleme kleiner werden zu lassen.

Ein Anfang dazu wurde immerhin gemacht, denn in Altenholz half Marion Leihe aus der zweiten VfL-Mannschaft aus. Diese Aushilfe wurde auch dringend benötigt, denn es stand der Mannschaft Martina Gliewe (Urlaub) nicht zur Verfügung und Kirstin Timm war wegen einer Erkrankung nur bedingt einsatzfähig und wird möglicherweise bald für längere Zeit ganz ausfallen. Marion Leihe führte sich dabei in der Mannschaft mit zwei Toren nicht schlecht ein.

Arg viel mehr positive Aspekte aber gab es in Altenholz im VfL-Team nicht zu entdecken. Erwähnenswert in dieser Beziehung sind eigentlich nur noch die gute Torhüterleistung von Martina Pusch, die von Beginn an spielte und erst später von der sonstigen Stammtorhüterin Anke Petersen abgelöst wurde, und die gewohnt zuverlässige Leistung von Kreisläuferin Andrea Hasenberg, die mit vier Treffern auch erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft war.

Ihr am nächsten kam mit drei Toren Dörte Knickrehm, aber das waren durchweg verwandelte Siebenmeter. Auf zwei Treffer (davon ein Siebenmeter) kam wie Marion Leihe auch Kirstin Timm und je einen Treffer erzielten Stefanie Bernecker und Antje Schütt, die ansonsten eine schwache Tagesform hatten.

Ohne Tor blieben Anja Müller (ebenfalls in schwacher Form) und Kerstin Brunthaler, die in Altenholz ihr Debüt in der Regionalliga gab. Petra Finnern und Susann Müller wurden in Altenholz nicht eingesetzt.

Der Spielverlauf ist in wenigen Sätzen geschildert. Die Partie war praktisch schon nach zehn Minuten gelaufen. Dann nämlich gelang dem VfL durch Andrea Hasenberg erst der erste Treffer für den VfL. Zu diesem Zeitpunkt aber führten die Altenholzerinnen schon mit 3:0, wobei sie von ihrem Neuzugang Frauke Henningsen (vom TSV Jarplund-Weding) hervorragend dirigiert wurden. Frauke Henningsen hatte schließlich mit sieben Treffern auch entscheidenden Anteil am hohen Sieg der Gastgeberinnen.

Nun hat der VfL in der Vergangenheit – auch in dieser Saison – Drei-Tore-Rückstände schon mehrfach wettgemacht, aber dazu war er in Altenholz nie in der Lage. Nicht ein einziges Mal in der Partie kam der Eindruck auf, der VfL könnte dem Spiel eine Wende geben und nur ein einziges Mal gelangen dem VfL zwei Tore hintereinander (zu Beginn der zweiten Halbzeit von 5:12 auf 7:12)

So wuchs der Vorsprung des TSV Altenholz stetig an. ohne daß die Gastgeberinnen dabei Bäume ausrissen.

Wenig gut war man beim VfL auf das Schiedsrichtergespann Lack/Christiansen aus Niebüll zu sprechen. Ungerecht fand man dabei die Siebenmeterverteilung – acht gegen den VfL, vier gegen Altenholz – und noch weniger war man damit einverstanden, daß gegen den VfL fünf Zeitstrafen ausgesprochen wurden, während der Gastgeber in dieser Beziehung leer ausging.

Aber diese Bilanzen die für den VfL natürlich bitter waren, lassen neben dem Schluß, daß es sich bei dem Schiedsrichtergespann um ausgesprochene „Heimschiedsrichter“ handelte, auch das Fazit zu, daß die VfL-Damen in bezug auf Zweikampfverhalten noch eine Menge zu lernen haben. Sie sind dabei an Cleverness und Geschick in der Regionalliga nicht nur dem TSV Altenholz in dieser Beziehung reichlich unterlegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom, 13.10.1986

 

Freitag, 7. November 1986

Die VfL-Handballdamen morgen in Buxtehude vermutlich wieder mit Andrea Güldenpfennig

(mth) Drei Wochenenden hintereinander hat sich die Damen-Regionalliga-Mannschaft des VfL Oldesloe von der doch ziemlich bitteren und ernüchternden Niederlage beim TSV Altenholz ausruhen dürfen, am Sonnabend nun wartet auf die Truppe von Trainer Claus Schilk das nächste Punktspiel.

Die Oldesloerinnen, die zur Zeit mit 4:6 Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz liegen, wobei allerdings ein Großteil der Mannschaften, die unmittelbar vor ihnen liegen, mehr Spiele als der VfL ausgetragen hat, müssen morgen um 19 Uhr beim SV Buxtehude (Halle des Schulzentrums Nord in der Bleicherstraße) antreten.

Der BSV gehört in dieser Saison zu den erklärten Meisterschaftsfavoriten in der Damen-Regionalliga und mit bislang 8:2 Punkten hat die Mannschaft den Erwartungen auch entsprochen. So gesehen ist die Aufgabe für den VfL morgen ungleich schwerer als die in Altenholz und deshalb könnte Außenstehenden angst und bange um das einstige Renommierstück des Oldesloer und Stormarner Sports werden.

Allein, Trainer Claus Schilk tritt die Reise nach Buxtehude mit seiner Truppe dennoch mit verhaltenem Optimismus an. Seine erste – nur vordergründige? – Begründung dafür: „Anders als der unorthodox spielende TSV Altenholz liegt uns der Buxtehuder SV recht gut. Gerade da, wo der BSV seine Stärken hat, können auch wir mithalten“, so seine Aussage.

Aber seine Zuversicht hat auch noch einen anderen, die Oldesloer Handballfans gewiß elektrisierenden Namen. Der VfL-Coach nämlich hat nicht nur seinen gesamten bisherigen Kader für dieses Spiel zur Verfügung, er wird mutmaßlich erstmals auch Andrea Güldenpfennig einsetzen können.

Sie scheint sich, nachdem sie zuvor lange entschlossen war, ihre Karriere zumindestens zu unterbrechen, wenn nicht zu beenden, dann überlegte, in einer unteren Mannschaft locker weiterzumachen, nun doch dazu durchgerungen zuhaben, wieder mit ihren „alten“ Kameradinnen zu spielen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.11.1986

 

Freitag, 7. November 1986

Letzte Meldung

Claus Schilk hat das Handtuch geworfen! Nach einer Besprechung nach dem gestrigen Training gab er sein Amt als Trainer der Handballdamen mit sofortiger Wirkung ab. Gegen Buxtehude wird vermutlich Ralph Guericke als kommissarischer Trainer auf der Bank sitzen. Der Hauptvorwurf, den Schilk für seine Entscheidung anführt, richtet sich gegen den Vorstand, der ihm und seiner Truppe keine weiteren Trainingszeiten zugestehen wollte. Für den VfL-Vorstand findet er harte Worte: „Jeder Kirchenchor arbeitet professioneller als dieser Vorstand.“ Wie sich diese Nachricht, die wir erst kurz vor Redaktionsschluß erhielten, auf die Leistung und Moral der Mannschaft auswirkt, muß sich zeigen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.11.1986

 

Sonnabend, 8. November 1986

Buxtehuder SV – VfL Oldesloe 21:15 (9:8)

Claus Schilk bleibt doch Trainer

Kein Comeback von Andrea Güldenpfennig

Die VfL-Handballdamen spielten allen Turbulenzen zum Trotz stark, verloren aber 15:21

(mth) Der Karneval beginnt ja eigentlich erst morgen und seine drei „tollen Tage“ sind dann ja auch erst am Ende der Session. Die Vorgänge um die Oldesloer Regionalliga-Handballdamen nun als „Karneval“, „Narretei“ oder ähnlich Leichtbeschwingtes einstufen zu wollen, ist sicher verfehlt, denn dazu ist allen Beteiligten die Angelegenheit um das Renommierstück des Oldesloer Sports sicherlich zu ernst gewesen.

Aber ihre „drei tollen Tage“ haben die VfL-Damen – einschließlich des dazu gehörigen Umfelds – mit den letzten drei Tagen der letzten Woche ganz bestimmt hinter sich. Dabei ging es vordergründig um Personen. Den Trainer der Mannschaft, Claus Schilk, und um Andrea Güldenpfennig, die bis zum Ende der letzten Saison Hauptleistungsträgerin der Mannschaft war und nun, nachdem sie zuvor ihren Rückzug vom Leistungshandball verkündet und vollzogen hatte, vor einem Comeback zu stehen schien.

Der Trainer hatte am Donnerstagabend resigniert das Handtuch geworfen. In seinen Forderungen nach besseren Trainingszeiten für seine Mannschaft und besserer Zusammenarbeit in der Abteilung, fühlte er sich von Abteilungsleitung und Vorstand des Gesamtvereins im Stich gelassen und warf die Brocken hin.

Mit diesem Schritt löste er hektische Aktivitäten in Mannschaft, Abteilung und Vereinsvorstand aus. Das Ergebnis am Sonnabendmorgen noch vor dem Spiel in Buxtehude: Der Verein sagt der Mannschaft und dem Trainer eine schlagartige Verbesserung der Trainingssituation zu, und versichert dem Coach auch Gesprächs- und Kooperationsbereitschaft. Claus Schilk machte daraufhin seinen Rücktritt rückgängig und begleitete die Mannschaft auch zum Spiel in Buxtehude.

Rein auf die Person bezogen blieb somit alles beim Alten. Dieses Fazit gilt es auch für die andere Gelegenheit zu ziehen, denn zu einem Comeback von Andrea Güldenpfennig kam es nicht. Sie hatte sich nicht zuletzt ja aus der Mannschaft zurückgezogen, weil sie nicht so intensiv trainieren wollte, wie dies dem VfL-Coach vorschwebt.

Angesichts der Personalmisere der Mannschaft aber hatte man sich schließlich zu dem Kompromiß zusammengefunden, so jedenfalls stellt es Trainer Schilk dar, daß Andrea auch mit einmaligem Training pro Woche wieder in die Mannschaft zurückkehren könne. In der letzten Woche allerdings war Andrea Güldenpfennig bei keinem Training der VfL-Damen, den Trainer erreichte auch keine Mitteilung der Spielerin, warum dieses so war und schließlich und endlich war Andrea dann auch nicht zum Abfahrttermin nach Buxtehude zur Stelle.

Ob in dieser Angelegenheit noch etwas zu kitten und zusammenzuführen ist – vielleicht im Rahmen der in dem anderen „Problemfall“ angedeuteten Gesprächs- und Kooperationsbereitschaft – bleibt abzuwarten. Schließlich muß ja auch die noch mit Tatsachen „wasserdicht“ gemacht werden, wozu unter anderem am Montag eine Sitzung mit Abteilungsleitung und Gesamtvorstand dienen soll, auf der man „Nägel mit Köpfen“ machen will.

Soweit in aller Knappheit die Vorgeschichte zum Spiel in Buxtehude, nun aber zum sportlichen Teil des Wochenendes: Ohne Verstärkungen zwar, aber immerhin ansonsten in Bestbesetzung konnte der VfL die Partie aufnehmen. Die Mannschaft zeigte dabei in der ersten Halbzeit ihre bislang wohl beste Saisonleistung.

Das Drumherum vor dem Spiel hatte sie ganz offensichtlich abgeschüttelt, wenn es sie in einer Art Trotzreaktion nicht sogar besonders überflügelte. Buxtehude konnte zwar mit. 1:0 und 2:1 zunächst in Führung gehen, dann aber warf der VfL drei Treffer in Folge und führte mit 4:2. Aber auch dieser Vorsprung hielt nicht lange.

Bis zum 8:8 in der 28. Minute wogte die Partie ständig hin und her, ohne daß eine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil herausholen konnte. Daß dem VfL auch an diesem Tag nicht gerade das Glück hinterherlief, wurde dann in den letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit deutlich. Zunächst scheiterte Dörte Knickrehm mit einem Siebenmeter knapp an der überragenden BSV-Torhüterin Hein. Den anschließenden Buxtehuder Angriff konnte der VfL dann aber abfangen, und erneut hatte Dörte Knickrehm mit einem Tempogegenstoß die Chance, ihre Mannschaft zur Pause in Führung zu bringen, aber wieder scheiterte sie an der Torhüterin. Im Gegenzug brachte dann Buxtehude noch unmittelbar vor dem Pausenpfiff den neunten Treffer an.

Statt mit einer durchaus möglichen 10:8-Führung mußten die Oldesloerinnen mit einem 8:9-Rückstand in die Kabinen gehen. Das Verhängnis aber ging dann in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit weiter. In der 32. Minute bekam Dörte Knickrehm ihre dritte Zeitstrafe in diesem Spiel. was den Spielausschluß bedeutet. Beim VfL war man dieser Entscheidung des Schiedsrichtergespanns Dankers/Hinck (Harsefeld, also aus der unmittelbaren Umgebung von Buxtehude!) gar nicht einverstanden. Wenigstens zwei oder drei Zeitstrafen gegen Dörte Knickrehm empfand man als ungerecht beziehungsweise zu hart.

Der Mannschaft jedenfalls versetzte der Ausschluß einen Schock, an dem sie gut zehn Minuten zu „knabbern“ hatte. In dieser Zeitspanne vergab die Mannschaft durch Anja Müller (3), Antje Schütt und Andrea Hasenberg gleich fünf Tempogegenstöße und Buxtehude konnte auf 15:9 davonziehen. Danach fing sich der VfL dann zwar wieder, aber von dem riesigen Rückstand konnte er nun nur gelegentlich noch ein, zwei Treffer aufholen. Zu einer entscheidenden Wende reichte es nicht mehr.

Die Treffer für den VfL erzielten in Buxtehude: Stefanie Bernecker (3), Kirstin Timm (3/2), Andrea Hasenberg. Martina Gliewe, Anja Müller, Antje Schütt (je 2) und Dörte Knickrehm. Außerdem kamen noch die Torhüterinnen Anke Petersen und Martina Pusch und Kerstin Brunthaler zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1986

 

Freitag, 14. November 1986

Gegen den TSV Altenholz wollen die VfL-Damen erfolgreiche Revanche nehmen

(mth) In der Handballabteilung des VfL Oldesloe scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Claus Schilk hatte ja schon am letzten Wochenende die Damen-Regionalliga-Mannschaft wieder betreut und gecoacht und da der Mannschaft nun endgültig neue, bessere Trainingszeiten eingeräumt worden sind, kann nun mit größerer Intensität für den Klassenerhalt gearbeitet werden.

Um den geht es für die VfL-Damen natürlich nach wie vor und die Begegnung am Sonntag um 14.45 Uhr in der Stormarnhalle gegen den TSV Altenholz ist sicher ein ganz wichtiges Spiel für dieses Ziel. Die Truppe um Mannschaftsführerin Anke Pe-tersen hat bislang zwar kaum mehr als die Hälfte der Hinrundenspiele absolviert, muß aber nun schon zum ersten Rückrundenspiel antreten.

Gegen den TSV Altenholz haben die Oldesloerinnen dabei einiges gutzumachen. Vor fünf Wochen nämlich boten sie in Altenholz ihre bislang wohl schlechteste Saisonleistung und kassierten dafür eine hohe 13:20-Niederlage.

Dafür will die Mannschaft, die voraussichtlich in gleicher Aufstellung wie am letzten Sonnabend in Buxtehude, als sie trotz einer 15:21-Niederlage über weite Strecken eine gute Leistung zeigte, am Sonntag Revanche nehmen. Sie wird dafür allerdings die Form, in der sie sich in Buxtehude in der ersten Halbzeit präsentierte, über die gesamte Partie zeigen müssen.

Und natürlich wäre die Mannschaft für reichlich Unterstützung aus dem Publikum dankbar. Bislang ist die Truppe davon ja – ganz im Gegensatz zur ersten Regionalliga-Saison – in dieser Saison nicht gerade verwöhnt worden. Wir sind einmal gespannt, ob diesmal mehr als 100 Zuschauer auf den Rängen in der Stormarnhalle zu finden sein werden. Verdient hätte die Mannschaft größeren Zuspruch in jedem Fall, denn an Kampfgeist und Siegeswillen hat sie es bisher nie fehlen lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.11.1986

 


Der VfL-Handball und die Pressearbeit


Es gibt Zeitungen im Oldesloer Umkreis, die entsenden zu den Spielen der Oldesloer Damen Berichterstatter, andere Blätter lassen sich berichten. Ein ganz normaler Zustand. Die Objektivität dieser Berichte ist aber sehr unterschiedlich, teilweise geprägt von Emotionen einzelner (Pseudo-) Journalisten, (z.B. Sport Aktuell), die aus persönlichen Gründen Trainer oder deren Vertreter total niedermachen und dabei die Sachlichkeit völlig aus den Augen verlieren (Ausgabe 41 vom 6.10.86). Sie dokumentieren mit dieser Art und Weise des Schreibens, wie wenig sie doch von der Materie verstehen.

Eines dieser Blätter, die sich berichten lassen, ist der Oldesloer Markt. Bekommt es doch seine Infos vom Pressewart des VfL Handball. Da muss doch alles stimmen! Oder? Wäre doch da nicht die Sache mit dem Trainerwechsel gewesen. Und gerade diese Person, die im letzten Jahr den Trainer gespielt hatte, ist auch heute noch Pressewart und soll objektiv über seine Mannschaft berichten. Über andere Mannschaften kommt nichts, es sei denn, die "Alten Herren" haben gespielt, dort ist er dabei und darf freudig seinen Namen nennen.

Und wo bekommt er die Informationen her? Bei den bisherigen Spielen war er einmal anwesend, ein Gespräch mit dem heutigen Trainer Claus Schilk hat noch nicht stattgefunden.

Einfaches Rezept: Man nehme die Montagsausgaben verschiedener Zeitungen, schreibe dort einige Details heraus, wie zum Beispiel das Ergebnis. Das ist schon einmal eine Grundlage. Dann wird gewürzt, einige beleidigende Worte über ehemalige Freunde, ein paar Fehlinformationen für die Leser, einige Lügen, ein bisschen "schlechte Schreibe" und schon ist der Bericht komplett. Dafür kassiert er vielleicht auch noch ein wenig Zeilenhonorar und alles unter dem Deckmantel Pressewart.

Dieser Rundumschlag eines Herren, der von sich behauptet, den Handballsport zu verstehen, wiederholt sich fast jede Woche. Das könnte in keinem anderen Verein passieren, nur beim VfL scheint so etwas möglich zu sein.

Dabei sollte gerade der Verein bemüht sein, das Bild seiner Mannschaften objektiv und sachlich an die Öffentlichkeit zu bringen, gerade zu einem Zeitpunkt, wo sich vieles im Club im Umbruch befindet und sportlich nicht alles so gut läuft. Schönfärberei ist dabei gar nicht gewünscht, es reicht bereits die sachliche Darlegung der positiven und negativen Fakten, wie z.B. die Trainingssituation der Damen, der tragische Egoismus einzelner Trainer, die Fahrten einiger Teams oder einfach die wahrheitsgetreue Berichterstattung aller, ich wiederhole, aller Mannschaften der Sparte, und wenn es nur das Ergebnis ist.

Aber dazu benötigt man Hintergrundmaterial, man muss schon einmal Ursachenforschung betreiben und vernünftig recherchieren. Kein Problem für die Journalisten vom Abendblatt und Tageblatt, da laufen auch schon einmal die Telefone heiß. Nur wenn man persönlich beleidigt ist wie unserer Pressewart Ulli Meyer, dann kann man unter den Umständen einfach keine andere Berichterstattung erwarten. Und dann ist der Verein und in diesem Fall die Sparte gefordert, denn noch ist der Pressewart ein Mitglied des erweiterten Vorstandes der Handballabteilung.

Peter Stäcker
Aus Handball-Echo, Ausgabe 4 vom 16.11.1986


Hallenzeitung Stormarnhalle


Alter und neuer Kapitän auf der Kommandobrücke. Claus Schilk hatte aus bekannten Gründen am Donnerstag der Spartenleitung und seiner Mannschaft den Rücktritt mitgeteilt. Schweren Herzens, denn in den letzten Wochen hatte man sich sowohl menschlich als auch sportlich zusammengefunden. Die Mannschaft sieht in ihm die fachlich versierte Person, die den VfL aus der Krise herausmanövrieren kann und der der auch dieses Ziel mit ganzer Kraft verfolgt.

Auf der Abteilungssitzung am Montag wurde ihm dann auch der Rücken vom Vorstand gestärkt. 50% seiner Forderungen sind erfüllt, das Reizthema 2. Damen war nicht Gegenstand der Besprechung, wird aber wohl noch zu Kontroversen führen, oder kann man sich auch dort einigen?

Da muss wohl jemand über seinen Schatten springen!

Aus Handball-Echo, Ausgabe 4 vom 16.11.1986

 

Sonntag, 16. November 1986

VfL Oldesloe – TSV Altenholz 13:13 (8:7)

Revanche gegen TSV Altenholz glückte zur Hälfte

13:13: Die VfL Handballdamen kassierten in letzter Sekunde per Siebenmeter den Ausgleich

(mth) Die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe muß weiter auf ihren zweiten Sieg in dieser Saison warten. Gegen den TSV Altenholz, gegen den man vor fünf Wochen im Hinspiel noch haushoch (13:20) verloren hatte, gelang nach einer hochdramatischen Partie vor 150 Zuschauern in der Stormarnhalle aber immerhin mit einem 13:13 (8:7)-Unentschieden das dritte Remis in der laufenden Saison.

Der VfL ist damit in der Tabelle weiter auf dem vorletzten Platz und steht damit weiter unter Druck im Abstiegskampf. Mit ähnlich guten Abwehrleistungen wird die Mannschaft aber gewiß ihren Weg machen. Mangelhaft ist und bleibt allerdings das Angriffsspiel der VfL-Damen. Im Offensivspiel hemmen zugleich zuviel Hektik und zuviel Statik. Dazu macht sich das Fehlen konstant gefährlicher Rückraumwerferinnen nachteilig bemerkbar.

Die Mannschaft ist von ihren Gegnern, denen Gefahr nur von der Kreismitte und den Halbpositionen am Kreis droht – Tore von den Außenpositionen haben beim VfL Seltenheitswert – zu leicht auszurechnen und damit auszuschalten. Aber vielleicht gelingt es der Truppe ja, diese Schwächen in den nun optimalen Trainingszeiten, die der Mannschaft ab sofort zur Verfügung stehen, auszumerzen.

Wenn dies der Fall sein sollte, braucht einem um die Zukunft der Mannschaft nicht bange zu sein, denn kämpferisch und auch von den physischen Kräften – trotz des weiterhin vorhandenen Personalmangels – braucht sich die Truppe vor keinem Gegner der Klasse zu verstecken.

Der VfL tat sich zum Beginn des Spiels außerordentlich schwer. Acht Minuten benötigte man bis zum ersten Treffer (Andrea Hasenberg zum 1:1) und bis dahin hatte man die ausgezeichnete Gäste-Torhüterin Silke Schölermann schon prächtig „warm“ geworfen, zumal man immer wieder – auch in der Folgezeit – auf deren „Schokoladenseiten“ zielte.

Selbst mit einem Siebenmeter scheiterte Kirstin Timm an der Gäste-Torhüterin, aber einen Siebenmeter hatte bis zu diesem Zeitpunkt auch schon die Altenholzerinnen durch Karin Assmussen (3. Minute) verworfen. Nach dem Ausgleich für den VfL erhöhte sich die Trefferquote hüben und drüben weiterhin nur sehr zähflüssig. Die Abwehrreihen dominierten in der Begegnung weiterhin.

Der VfL ging dabei erstmalig in der 15. Minute durch einen von Dörte Knickrehm verwandelten Siebenmeter mit 3:2 in Führung – zwischenzeitlich hatten Frauke Henningsen und Stefanie Bernecker getroffen –, aber die Freude darüber währte nur Sekunden, dann lagen die Kieler Vorstädterinnen durch Sabine Will und Renate Mittag wieder vorn.

Dreimal innerhalb der nächsten zehn Minuten zogen die Gäste durch zwei verwandelte Siebenmeter von Frauke Henningsen und einem Treffer von Renate Mittag sogar mit zwei Treffern davon, denn beim VfL konnten nur Dörte Knickrehm und Andrea Hasenberg mit Treffern dagegenhalten. In den letzten vier Minuten vor dem Seitenwechsel drehte dann der VfL den Spieß um und kam durch drei Treffer in Folge (Kirstin Timm, Anja Müller und Dörte Knickrehm) noch zu einer Pausenführung.

Nachdem Wechsel schien sich die Waagschale endgültig zugunsten der Oldesloerinnen zu neigen. Zunächst erhöhte Kerstin Brunthaler mit ihrem ersten Regionalliga-Tor auf 9:7 (31. Minute), dann überstand die Mannschaft eine Zeitstrafe von Andrea Hasenberg ohne Schaden und anschließend (34. Minute) verwandelte Dörte Knickrehm auch ihren vierten Siebenmeter in Folge zur höchsten Führung (10:7) des ganzen Spiels.

Zwei Minuten später folgte dann eine höchst umstrittene Szene, die mutmaßlich der Schlüssel für die Hektik der letzten 20 Minuten war. Einen Wurf von Stefanie Bernecker hielt Silke Schölermann mit der Schulter. Von dort prallte der Ball auf den Rücken einer Altenholzer-Deckungsspielerin, die beim Abwehrversuch – ebenso wie Stefanie Bernecker im Schwung nach vorne – inzwischen in den Wurfkreis geraten war, und nahm den Weg über die verdutzte Schölermann hinweg ins Tor.

Zum Erstaunen aller aber gab das Schiedsrichtergespann weder einen Treffer noch einen Siebenmeter für den VfL, wie man es hätte erwarten können, sondern Torabwurf. Von da an schlugen die Wogen der Erregung hoch, wobei bedauerlicherweise vor allem von den Trainern noch Öl in das Feuer gegossen wurde. Insbesondere VfL-Coach Claus Schilk konnte nun sein Temperament nicht mehr zügeln. Damit half er seiner Mannschaft ganz gewiß nicht, auch wenn seine Erregung zum Teil verständlich war, denn den Unparteiischen glitt nun zusehends die Partie, die sie vorher eigentlich gut im Griff gehabt hatten, aus den Händen.

Daß der VfL dabei nicht gerade die besten Karten hatte, hatte sicher auch damit zu tun, daß Schilk mit seinen Ausfällen – er bekam dafür zunächst die gelbe, später gar die rote Karte – die Schiedsrichter gegen sich und gegen sein Team einnahm.

Dem VfL jedenfalls bekam die Hektik überhaupt nicht. Mit vier Toren in Folge (Susanne Brühl, Sabine Will, Iris Stock und Renate Mittag) übernahm Altenholz bis zur 45. Minute wieder die Führung (11:10). Dann aber hatten die Kielerinnen wieder zwölf Minuten „Sendepause“, woran Martina Pusch mit tollen Reaktionen im VfL-Tor großen Anteil hatte, und Dörte Knick-rehm und Martina Gliewe konnten den VfL wieder mit 12:11 in Führung werfen.

Eine Vorentscheidung hätte zwischen der 52. und 54. Minute fallen können, als Altenholz in Unterzahl spielen mußte und Dörte Knickrehm noch einen weiteren Siebenmeter zugesprochen bekam, mit diesem aber nach unverständlich langer Verzögerung an Zweit-Torhüterin Anja Neuhauser scheiterte.

Nach dem 12:12 durch Frauke Assmussen in der 57. Minute wurde es für den VfL dann noch sehr, sehr brenzlig, denn anschließend bekamen nacheinander Kirstin Timm und Anja Müller Zeitstrafen und Altenholz noch einen Siebenmeter – durch die Bank umstrittene Entscheidungen. Aber Martina Pusch konnte den Siebenmeter von Frauke Henningsen parieren und als Stefanie Bernecker dann trotz der Unterzahl 30 Sekunden vor Schluß der Führungstreffer zum 13:12 gelang, „tobte“ die Stormarnhalle wie an den besten Tagen.

Beim letzten Angriff der Gäste aber entschieden die Unparteiischen in der Schlußsekunde noch einmal auf Siebenmeter. An den Wurf von Karin Assmussen kam Martina Pusch dann mit dem Fuß zwar auch noch heran, aber seinen Weg zum 13:13-Endstand ins Netz konnte auch sie nicht verhindern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.11.1986

 

Freitag, 28. November 1986

Auch beim VfL Bad Schwartau werden für die VfL-Damen die Punkte hoch hängen

(mth) … Ein Sieg beim VfL Bad Schwartau, wie ihn die A-Jugendmannschaft in dieser Woche schon errungen hat, stünde natürlich auch der Damen-Regionalliga-Mannschaft gut zu Gesicht. Die Truppe von Trainer Claus Schilk muß am Sonntag um 11 Uhr in der Jahnhalle zum Nachbarschaftsduell antreten, aber für sie werden die Trauben (Punkte) gewiß weit höher hängen als für die weibliche A-Jugend. Ein Aufwärtstrend ist bei den Oldesloer Damen in den letzten beiden Spielen zwar unverkennbar gewesen, ob er aber ausreicht, einen Punktgewinn oder gar den zweiten Saisonsieg zu erreichen, bleibt abzuwarten.

In der Vergangenheit haben sich beide Mannschaften – im letzten Jahr in den Punktspielen, zuvor schon im Pokalwettbewerb – stets packende, dramatische und hartumkämpfte Partien geliefert. So wird es sicher auch am Sonntag wieder sein, auch wenn beide Teams ihr Gesicht gegenüber der letzten Saison ziemlich stark verändert haben.

Bei den Schwartauerinnen sind inzwischen zahlreiche Spielerinnen, die in der letzten Saison mit der weiblichen A-Jugend Landesmeister wurden, in die Mannschaft integriert worden, und das hat die Mannschaft eindeutig noch stärker gemacht. Die Oldesloerinnen, die inzwischen ja auf dem vorletzten Tabellenplatz in der Regionalliga angelangt sind und sich damit mitten im Kampf um den Klassenerhalt befinden, gehen in die Partie am Sonntag gewiß nur als Außenseiter, aber chancenlos sollten sie nicht sein, wenn sie an die Leistungen ihres letzten Spieles gegen den TSV Altenholz anknüpfen können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.11.1986

 

Sonntag, 30. November 1986

VfL Bad Schwartau – VfL Oldesloe 16:14 (9:6)

Nun auch noch eine Verletzungsmisere

Nach der 16:18-Niederlage in Bad Schwartau werden die Probleme der VfL-Damen riesengroß

(mth) Für die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung türmen sich, kaum, daß die leidige Frage der Trainingszeiten zufriedenstellend gelöst ist, neue Probleme auf. Die Truppe von Trainer Claus Schilk konnte zwar auch im Nachbarschaftsderby beim VfL Bad Schwartau spielerisch an die Aufwärtsentwicklung der letzten Spiele anknüpfen, aber eine 14:16 (6:9)-Niederlage war dennoch nicht zu vermeiden.

Die Mannschaft blieb damit weiter auf dem vorletzten Platz und damit stellt sich die Frage nach dem Klassenerhalt langsam aber sicher immer dringender. Für Panik ist zwar noch keinerlei Anlaß, weil kaum mehr als ein Drittel der Saison absolviert ist und der Abstand zum rettenden Ufer für die Oldesloerinnen noch nicht übermäßig groß ist, obwohl man wegen der gleitenden Skala – aus der 2. Bundesliga muß man mit mehreren Absteigern in die Regionalliga Nord rechnen – mit drei Absteigern kalkulieren muß.

Rosig aber sind die Zukunftsperspektiven der VfL-Damen deswegen noch lange nicht. Vor allem, weil nun immer deutlicher das zweite große Problem der Mannschaft – die zu dünne Spielerdecke – ans Licht kommt. In Bad Schwartau nämlich ereilte die Stormarnerinnen – obwohl die Partie im Gegensatz zu früheren Aufeinandertreffen beider Teams mit ausgesuchter Fairness auf beiden Seiten geführt wurde – in geballter Form das Verletzungspech.

Kerstin Brunthaler zog sich eine Verletzung an der Wurfhand zu und wird mutmaßlich für einige Zeit ausfallen. Mit ähnlicher Verletzung steht auch Susann Müller zur Zeit nicht zur Verfügung und dazu sind noch Andrea Hasenberg (Prellung nach einem „Pferdekuß“ und Dörte Knickrehm, die sich den Fuß umknickte, angeschlagen. Eine solche Anhäufung von Verletzungsproblemen würden schon einer „normal“ bestückten Mannschaft sicher Probleme bereiten, die personell nur außerordentlich dünn besetzte Oldesloer Truppe stellt sie vor fast unlösbare Probleme.

Nach den Querelen um die Trainingszeiten, die ja gottlob beigelegt werden konnten, sind Führung von Verein und Abteilung nun erneut gefordert. Nun gilt es auch den zweiten Problemfall um die Damen-Regionalliga-Mannschaft – bis vor wenigen Monaten ja noch das Glanzstück und Aushängeschild des Vereins – in den Griff zu bekommen.

Die Personalmisere der ersten VfL-Damenmannschaft beruht ja nicht zuletzt darauf, daß die Kooperation mit der zweiten Mannschaft, die einen gut gefüllten Kader besitzt, zu wünschen übrig läßt. Das muß nun, egal wo nun die Ursachen für bislang wenig gedeihliche Zusammenarbeit liegen, schnellstens angepackt und bereinigt werden. Es kann schließlich nicht angehen, daß die Regionalmannschaft ausblutet und vom „Unterbau“ im Stich gelassen wird.

Wobei man bei dem Versuch, Mißverständnisse auszuräumen, es tunlichst unterlassen sollte, nach Schuld und Schuldigen zu suchen. So etwas führt meist zwangsläufig zu neuen Konflikten und baut Mauern auf, wo doch Kompromisse und Kompromißfähigkeit von allen Seiten verlangt wird.

Zum Spiel in Bad Schwartau: Die Oldesloerinnen ließen sich in Bad Schwartau jeweils in den Anfangsminuten beider Halbzeiten den Schneid abkaufen. In der ersten Halbzeit dauerte dabei die Durststrecke sogar rund 20 Minuten, in denen der Truppe ganze zwei Treffer gelangen.

Mit 2:7 lag man dabei zurück und es schien schon Hopfen und Malz verloren. Aber dann endlich kamen die Stormarnerinnen besser ins Spiel und als sie zur Pause bis auf 6:9 herangekommen waren, keimte wieder Hoffnung auf.

Diese Hoffnung aber schwand zu Beginn der zweiten Halbzeit schnell wieder, als Schwartau bis zur 40. Minute auf 13:8 davonzog, wobei Martina Pusch noch mit Glanzparaden einen noch deutlicheren Rückstand verhinderte. Der Fünf-Tore-Vorsprung der Gastgeberinnen hielt bis zur 54. Minute und einem Stand von 16:11.

Dann setzten die Oldesloerinnen alles auf eine Karte, gingen zur offenen „Manndeckung“ über und setzten so den Gegner noch gehörig unter Druck. Es reichte schließlich aber nur zu einer Resultatverbesserung und nicht mehr zu einem Punktgewinn.

Erfolgreichste Torwerferin für den VfL war Kirstin Timm mit sechs Treffern, davon drei verwandelten Siebenmetern. Auf je zwei Tore brachten es Anja Müller, Martina Gliewe und Stefanie Bernecker Je einmal waren Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehm erfolgreich. Außerdem kamen noch die Torhüterinnen Anke Petersen und Martina Pusch, Antje Schütt und Kerstin Brunthaler beim VfL zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.12.1986

 

Freitag, 5. Dezember 1986

Auch wenn' schwer wird:

Gegen Hastedt müssen die VfL-Damen „punkten“

(mth) … Ihren Platz verbessern will und muß die Damen-Regionalliga-Mannschaft, die am Sonnabend um 16.45 Uhr in der Stormarnhalle Gastgeber für den Hastedter TSV ist. Die Oldesloerinnen haben sich ja seit geraumer Zeit auf dem vorletzten Tabellenplatz „eingenistet“ und wenn die Abstiegsnöte nicht riesengroß werden sollen, müssen nun langsam Siege und Punkte folgen.

Aber das ist gewiß leichter gesagt als getan. Da ist zum einen der starke Gegner. Die Mannschaft aus der Bremer Vorstadt zählte schon in der letzten Saison zu den Spitzenclubs der Klasse und auch in diesem Jahr wird sie weit vorne erwartet.

Sie belegt zur Zeit auch schon den dritten Platz, hat dabei allerdings mit „nur“ 9:7 Punkten bislang nicht alle Erwartungen erfüllen können. Gegenüber Spitzenreiter SV Buxtehude, dem sie am letzten Wochenende mit 22:26 unterlagen, haben die Hastedterinnen doch schon einen beträchtlichen Rückstand und auch von den Teams, die hinter ihnen rangieren haben zwei – SC Union/Bramfeld und der letzte Bezwinger der Oldesloerinnen, der VfL Bad Schwartau – noch eine günstigere Ausgangsposition.

Zum anderen stehen aber einem Sieg der Oldesloerinnen die eigenen Probleme im Wege. Die wollen einfach nicht kleiner werden. Zwar ist inzwischen das Manko an optimalen Trainingszeiten ausgeräumt worden, dafür aber hat sich die schon immer angespannte Personallage weiter zugespitzt.

Ganz sicher fällt nun auch noch Kerstin Brunthaler, die drauf und dran war, langsam Anschluß zu finden, für längere Zeit aus. Bleibt nur zu hoffen, daß wenigstens Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehm, die die Partie in Schwartau auch mit ziemlichen Blessuren beendeten, wieder zur Verfügung stehen. Sollten auch sie noch ausfallen, ginge der VfL sicher ohne Chance in die Partie gegen den TSV Hastedt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1986

 

Sonnabend, 6. Dezember 1986

VfL Oldesloe – Hastedter TSV 12:14 (7:7)

Zweite Niederlage in dieser Saison

12:14 gegen den Hastedter TSV

Niedergang der VfL-Handballdamen nicht zu bremsen

(mth) Der Niedergang der Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe in der Regionalliga Nord scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Gegen den Hastedter TSV gab es mit 12:14 (7:7) in der Stomarnhalle erneut eine Heimniederlage. In dieser Saison war es bereits die zweite Niederlage auf eigenm Parkett. Dem stehen zwei Unnentschieden und nur ein einziger Sieg entgegen.

Mit negativer Heimbilanz (zur Zeit 4:6 Punkte) wird der Klassenerhalt mit Sicherheit nicht zu schaffen sein, zumal es auswärts noch trostloser aussieht, denn dort ist es bislang bei dem einen Punkt, den man zum Saisonauftakt in Lüneburg holte, geblieben.

Die Zwischenbilanz von 5:13 Zählern ist natürlich einigermaßen deprimierend, bei 13 noch ausstehenden Spielen in dieser Saison allerdings – theoretisch – noch nicht hoffnungslos. Mit ein paar Segen könnte man locker wieder in das Tabellenmittelfeld vorstoßen. Aber es ist im Moment schlicht nicht erkennbar, wie denn die Mannschaft in näherer Zukunft zu Siegen kommen soll.

Die Mannschaft spielte gegen Hastedt am Rande ihrer derzeitigen Leistungsgrenze. Sie hat deswegen trotz der Niederlage auch keineswegs enttäuscht. Die Schwächen nämlich, die die Truppe gegen den TSV Hastedt offenbarte, sind beileibe nicht auf eine schwache Tagesform zurückzuführen. Sie gehören vielmehr zum Standard der Mannschaft. Das zu verleugnen, hieße schlicht einfach und ergreifend, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen.

Änderungen und Verbesserungen allerdings wären nur dann zu erhoffen, wenn man die Mannschaft personell verstärken könnte. Im Klartext: Es müßten noch mindestens ein oder zwei spielstarke Spielerinnen zur Mannschaft stoßen – wobei insbesondere torgefährliche Rückraumwerferinnen ein reiches Betätigungsfeld vorfänden –‚ wenn es eine Chance geben soll, den Abstieg zu vermeiden.

Aber solche Verstärkungen sind für die VfL-Damenmannschaft zur Zeit nicht in Sicht. Immerhin konnte die Mannschaft gegen Hastedt mit einem vollen Kader antreten, weil aus der zweiten Mannschaft Marion Leihe und Heike Büttner in die Regionalliga-Truppe aufrückten – man kann nur hoffen, daß damit ein Anfang für eine gedeihlichere Zusammenarbeit innerhalb der VfL-Mannschaften gemacht ist – und auch Jeanine Hildebrand aus der A-Jugend-Oberliga-Mannschaft mit auf der Bank saß (von diesen drei Spielerinnen kam allerdings nur Heike Büttner zum Einsatz), ansonsten aber ist eine eher gegenläufige Tendenz erkennbar.

Die Mannschaft nämlich hat einen weiteren schmerzlichen Verlust hinnehmen müssen. Antje Schütt hat Ende letzter Woche ihren Austritt aus dem VfL erklärt. Aus welchem Grund war für uns leider nicht in Erfahrung zu bringen.

Spielerisch und sportlich mag dieser Verlust für den VfL trotz der angespannten Personallage noch zu verkraften sein, weil Antje Schütt nach ihrer schweren Knieverletzung im letzten Jahr noch nicht wieder an ihr früheres Leistungsvermögen herangekommen war. Als starke Persönlichkeit, die in den zahlreichen Turbulenzen der letzten acht Monate von allen Beteiligten wohl den klarsten Kopf hatte und am überzeugendsten argumentierte, aber hinterläßt sie eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird.

Zum Spiel: Knapp eine Halbzeit lang konnte der VfL mit der spielstarken Mannschaftaus dem Bremer Vorort gut mithalten. In den Angangsminuten geriet man zwar zweimal (0:1 und 1:2) in Rückstand, aber dadurch nicht aus der Fassung.

Zunächst konnte Martina Gliewe, die eine starke Anfangsphase erwischte und mit ein paar guten Würfen Pech hatte, ausgleichen und als dann Kirstin Timm mit zwei verwandelten Siebenmetern in der 9. und 10. Minute nicht nur erneut ausgleichen, sondern ihre Truppe erstmalig mit 3:2 in Führung bringen konnte, wurde der VfL für längere Zeit sogar die spielbestimmende Mannschaft.

Die Führung hielt im übrigen bis zur 28. Minute (7:6), wobei man zweimal (4:2 und 5:3) sogar mit zwei Toren in Front lag. Als weitere Torschützen traten beim VfL Stefanie Bernecker (3) und Kirstin Timm, die noch einen Siebenmeter verwandelte, auf,

Die Partie war bis zu diesem Zeitpunkt weitestgehend von den Abwehrreihen auf beiden Seiten bestimmt. Dabei blieb es auch weiterhin. Dennoch wendete sich das Blatt in den folgenden 20 Minuten eindeutig zugunsten der Gäste. Die nämlich schalteten den harmlosen VfL-Angriff nun ganz und gar aus.

Zwischen dem siebenten (7:6 in der 26. Minute) und dem neunten (9:13 in der 47. Minute) Tor für den VfL lagen 21 Minuten, zwischen denen nur Kirstin Timm einmal mit einem Tempogegenstoß (39. Minute zum 8:9) erfolgreich war.

Gegen den weit stärkeren Angriff der Hastedterinnen sah die VfL-Deckung einschließlich Torhüterin Anke Petersen zwar weiterhin recht gut aus, ohne aber eine normale Torausbeute des HTSV verhindern zu können. Bei einem Zwischenstand von 13:8 (46. Minute) war die Partie gelaufen.

Stefanie Bernecker in der 47. und 48. Minute (9:13/10:13) und Kirstin Timm (59. Minute mit Siebenmeter zum 11:14) und Heike Büttner (59. Minute zum 12:14) konnten nur noch das Ergebnis etwas erträglicher gestalten. Eine Chance, doch noch einen Punkt zu retten, hätte sich lediglich dann noch ergeben können, wären nicht Kirstin Timm (51. Minute) und Martina Gliewe (57. Minute) mit Siebenmetern gescheitert.

In der Schlußphase des zwar kampfbetonten, aber nicht harten Spiels bekam das ansonsten unauffällige Schiedsrichtergespann Bruns/Mieloszyk (Hamburg) noch einen „Rot-Fimmel“. Zunächst sahen Silvia Stindt (HTSV) und Dörte Knickrehm wegen ihren dritten Zeitstrafen Rot und drei Minuten vor Schluß wurde dann auch noch VfL-Trainer Claus Schilk mit Ausschluß bestraft. Dabei hatte er sich – ganz im Gegenteil zum letzten Heimspiel gegen Altenholz, wo er sich seine Hinausstellung redlich verdient hatte – auf der Bank ganz gegen seine Art sehr zurückgehalten und wurde für eine harmlose Bemerkung nach deutlichem Schiedsrichterfehler ohne Vorwarnung viel zu hart bestraft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1986


Hinter den Kulissen der 1. Damenmannschaft


Nach der dummen Niederlage in Schwartau kommt es heute zu einem (vielleicht) alles entscheidenden Spiel gegen Hastedt Bremen. Nachdem Susann Müller mit einem Kapselriss in der Wurfhand ausgefallen ist, wird in diesem Spiel auch Kerstin Brunnthaler mit Sicherheit fehlen. Bei Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehm stand es noch nicht fest, ob Claus Schilk sie im heutigen Spiel bringen kann.

Da aus der 2. Mannschaft wohl auch in Zukunft keine kontinuierliche Unterstützung geben wird, kann die schlechte personelle Situation wohl auch in Zukunft nicht behoben werden. Langsam muss sich auch der Trainer sowohl vom Gesamtvorstand als auch von der Handballabteilung verschaukelt fühlen. Außer guten Worten und Beteuerungen fehlt absolut jegliche Unterstützung. Der 1. Vorsitzende des VfL, Walter Busch, wollte sich persönlich um die beiden Forderungen des Trainers kümmern. An die 2. Damen wagt man sich nicht heran, der Spartenleite mag ja eh keinem weh tun.

Bis dato wurde lediglich das Thema Hallenzeiten geklärt. Inzwischen muss man sich beim VfL Oldesloe freuen, dass solche Selbstverständlichkeiten in der Rekordzeit von 3 Wochen geklärt werden. Dann allerdings passierte in den vergangenen Wochen wieder gar nichts. Winterschlaf? Fragt man bei Vorstandsmitgliedern nach, so fühlen sie sich genervt, dass man am 1. Advent über die Probleme der 1. Damenmannschaft reden möchte.

Sollte in nächster Zeit nichts passieren, wird sich de Abteilungsleitung dann wohl endgültig nach einem neuen Trainer umschauen dürfen. Dieses soll keine Erpressung sein, aber unter diesen Umständen kann niemand vernünftig arbeiten und vor allem nicht die Klasse gehalten werden. Es stellt sich langsam die Frage, ob hier im Verein alles gegen Claus Schilk arbeitet, der sicher für die Herren im Vorstand ein unbequemer Gesprächspartner ist. Nur dann sollte man den Mut haben und es auch offen aussprechen!

Peter Stäcker
Aus Handball-Echo, Ausgabe 5 vom 6.12.1986

 

Freitag, 12. Dezember 1986

Schaffen die VfL-Damen endlich wieder einen doppelten Punktgewinn?

(mth) Wiederum vor einem Schicksalsspiel steht am Sonntag die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Die Truppe von Trainer Claus Schilk muß bei der Turnerschaft Kaltenkirchen, einem alten Rivalen aus Oberliga-Zeiten, antreten.

Die Kaltenkirchenerinnen rangieren in der Tabelle zwei Plätze vor dem VfL, haben aber nur einen Pluspunkt mehr auf dem Konto. Mit Sieg könnte der VfL in der Tabelle also ein wenig Boden gutmachen und endlich den vorletzten Tabellenplatz verlassen.

Aber ein Sieg wird für die Mannschaft auch in Kaltenkirchen nur schwer zu erringen sein. Schon früher hatte der VfL dort nicht immer die besten Karten. Vor vier Jahren beispielsweise war es eben diese Mannschaft, die dem VfL den Weg zur Meisterschaft und damit zum Aufstieg in die Regionalliga verbaute, und auch zwei Jahre später, als den Stormarnerinnen dann endlich der große Sprung gelang, war TS Kaltenkirchen lange Zeit ein hartnäckiger Rivale.

Der VfL hatte dabei stets seine besonderen Probleme mit der gefährlichen Rückraumwerferin Rosemarie Gudella. Die ist auch jetzt noch im KT-Team, hat aber an Gefährlichkeit mit zunehmendem Alter verloren. Daß aber macht die Mannschaft nicht schwächer, nur höchstens unberechenbarer, weil nun auch zunehmend andere Spielerinnen Verantwortung übernehmen müssen.

Der VfL wird in Kaltenkirchen sicher nur dann eine Chance haben, wenn die Abwehrarbeit ähnlich gut wie am letzten Wochenende klappt und man im Angriff erheblich zulegen kann. Die Mannschaft wird mutmaßlich mit dem gleichen Aufgebot wie am letzten Wochenende gegen TSV Hastedt antreten. Nur die vorzeitig aus der A-Jugend freigeholte Jeanine Hildebrand wird nicht mit von der Partie sein, da sie zu einem Auswahllehrgang des schleswig-holsteinischen Verbandes gerufen wurde. Das Spiel in Kaltenkirchen beginnt am Sonntag um 16 Uhr in der Halle Lakweg-Schulzentrum.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.12.1986

Sonntag, 14. Dezember 1986

Kaltenkirchener TS – VfL Oldesloe 15:15 (7:8)

Auch zehn Siebenmeter reichten nicht zum Sieg

Die VfL-Handballdamen schafften ein 15:15, verschenkten in Kaltenkirchen aber einen Punkt

(mth) Zum zweiten Saisonsieg reichte es für die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe auch im Landesderby bei der Turnerschaft Kaltenkirchen nicht, immerhin aber holte die Mannschaft dort mit einem 15:15 (8:7)-Unentschieden dort einen wertvollen Auswärtspunkt.

Die Truppe von Trainer Claus Schilk bleibt damit zwar weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz, aber der Kontakt zu den Mannschaften davor ist gottlob noch nicht abgerissen. Natürlich ist die Abstiegsgefahr für die Oldesloerinnen weiterhin riesengroß. aber die Mannschaft braucht, da noch nicht einmal die Hälfte der Saison abgewickelt ist, die Flinte noch lange nicht ins Korn zu werfen.

Allerdings wird sie nun auch bald wieder einmal die volle Ernte – also zwei Punkte in einem Spiel einfahren müssen. Die Mannschaft hat einfach das Siegen verlernt. Auch in Kaltenkirchen hatte sie alle Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden, aber als der Mannschaft die Chance geboten wurde, „den Sack zuzubinden“, fehlte es ihr an Courage.

Schon die nächsten beiden Spiele – am kommenden Sonnabend in der Stormarnhalle gegen Wandsbek 72 und am ersten Januar-Wochenende ebenfalls daheim gegen Schlußlicht Eintracht Lüneburg – müssen da Abhilfe bringen. Sollte der VfL allerdings auch in keinem dieser Spiele siegen, dann ist schwer vorstellbar, wie der Klassenerhalt noch bewerkstelligt werden soll.

Die Oldesloerinnen, die gestern wieder mit ausgesprochen dünnem personellen Angebot antreten mußten, gerieten gleich zu Beginn der Partie, die von beiden Seiten sehr verbissen und mit viel kämpferischem Einsatz geführt wurde, mit zwei Treffern in Rückstand. Davon aber ließ sich der VfL nicht beeindrucken.

Insbesondere Andrea Hasenberg und Anja Müller machten im Angriff reichlich Druck auf den Kreis. Ihre eigene Torausbeute hielt sieh dabei zwar ziemlich in Grenzen – Andrea Hasenberg kam insgesamt auf drei Treffer, die hervorragend aufgelegte Anja Müller ging sogar leer aus –, aber dafür holten sie jede Menge Siebenmeter für ihre Mannschaft heraus.

Nicht weniger als zehnmal zeigte das Schiedsrichtergespann Asmussen/Brackmann aus Tarp für den VfL auf den Punkt und die neun Tore, die daraus resultierten – Dörte Knickrehm brachte sechs Strafwürfe im Netz unter, Kirstin Timm verwandelte drei und scheiterte einmal an der Kaltenkirchener Torhüterin – waren der Grundstock für den Punktgewinn der Stormarnerinnen.

Sie hätten eigentlich auch für einen Sieg ausreichen müssen. Nach ständig wechselnder Führung in der ersten Halbzeit nämlich, wobei der VfL am Ende mit 8:7 die Nase knapp vorn hatte, „verzichteten“ die Oldesloerinnen diesmal nämlich auf ihren gewohnten Einbruch in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Statt dessen zogen sie auf 11:8 und 12:9 davon und von diesem Vorsprung zehrten sie bis zur 50. Minute bei einem Spielstand von 15:13.

Bei etwas besserer Auswertung ihrer Tempogegenstöße und bei mehr Mut zu Würfen aus der zweiten Reihe hätte die Führung für den VfL sogar noch höher ausfallen können. Aber so wie der VfL schon bis zu diesem Zeitpunkt seine Chancen nicht nutzte, so sehr flatterten ihm – vielleicht als Folge davon – in den Schlußminuten die Nerven. Nicht ein einziger Treffer gelang ihnen mehr und statt dessen mußten sie noch Anschlußtreffer und Ausgleich hinnehmen.

Bezeichnend für das ängstliche Spiel der Oldesloerinnen war, daß sie in den letzten 60 Sekunden, als es längst 15:15 stand, ständig im Ballbesitz waren. dabei aber nicht einmal einen Torwurfversuch zustande brachten. So konnten sie denn am Ende mit dem Teilerfolg auch hochzufrieden sein.

Die 15 Tore für den VfL teilten sich Dörte Knickrehm (7/6), Kir-stin Timm (3/3), Andrea Hasenberg (3), Stefanie Bernecker und Martina Gliewe. Im Feld kamen außerdem noch Anja Müller, Doris Looft und Marion Leihe zum Einsatz. Das Tor hütete in den ersten 50 Minuten Mannschaftsführerin Anke Petersen, die in den letzten zehn Minuten von Martina Pusch (hielt zwischenzeitlich einen Siebenmeter) abgelöst wurde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.12.1986

Freitag, 19. Dezember 1986

VfL-Damen wollen die Wende „einläuten“

(mth) … Im Mittelpunkt des Interesses stehen natürlich nicht die beiden unteren Damenmannschaften, sondern das Damen-Regionalliga-Team. Das erwartet am Sonnabend um 16.45 Uhr in der Stormarnhalle Wandsbek 72 zum letzten Heimspiel des Jahres. Die Oldesloerinnen haben sich für diese Partie eine Menge vorgenommen.

Schon in den letzten beiden Spielen daheim gegen den Tabellenzweiten TSV Henstedt und auswärts bei TS Kaltenkirchen hat die Mannschaft ja weiß Gott nicht schlecht gespielt, einen Punktgewinn (gegen Hastedt) und einen Sieg (in Kaltenkirchen) aber verpaßt, weil sie ihn Torchancen nicht optimal zu nutzen wußte und zu ungefährlich bei Würfen aus dem Rückraum war.

An dieser „Krankheit“ leidet die Mannschaft ja schon seit Saisonbeginn und wenn es nicht gelingt, die abzustellen, wird für die VfL-Damen die Erreichung des Saisonzieles „Klassenerhalt“ sehr schwer werden. Aber die Bemühungen, die Mannschaft noch zu verstärken sind im vollen Gange. Möglicherweise wird schon morgen ein neues Gesicht in den Reihen des VfL auftauchen. Konkretes allerdings war darüber bis zum Redaktionsschluß dieser Ausgabe nicht in Erfahrung zu bringen.

So müssen wir zunächst einmal davon ausgehen, daß Wands-bek 72 – die Mannschaft trotzte am letzten Wochenende dem überlegenen Spitzenreiter SV Buxtehude ein Remis ab – als Favorit in die morgige Begegnung geht. Wenn Kampfgeist und Moral bei der VfL-Mannschaft aber stimmen, geht sie, in welcher Besetzung auch immmer, sicher nicht chancenlos in die Partie. Lassen wir uns also überraschen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.12.1986


Nationalspielerin im Dress des VfL


Im Januar wird es endlich Wirklichkeit, die 67-fache ungarische Nationalspielerin Magdolna Csiha wird im Dress des VfL Oldesloe auflaufen. Die Freigabe ihres bisherigen Vereins Ferencvaros Budapest liegt bereits dem DHB vor.

15 Jahre Erfahrung in der ersten ungarischen Liga garantieren den Damen des VfL eine Unterstützung im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga. Die Linkshänderin wird im Rückraum des VfL sicherlich entscheidende Impulse verleihen. Allerdings werden die kommenden zwei Jahre für Magdolna eine große Umstellung bedeuten. 8-mal Training in der Woche werden auf die zwei Trainingseinheiten reduziert, die zur Verfügung stehen.

Ausschlaggebend für ihren Wechsel war eine menschlich intakte Mannschaft, die, trotz der vorhandenen Sprachbarriere, sie sofort aufnahm und den Kontakt auf eine herzliche Art aufnahm. Als größtes Manko stellte sich heraus, dass nur zwei Wörterbücher zur Verfügung standen, aber mit etwas Englisch und viel Improvisation konnte auch diese Situation gemeistert werden.

Leider vergab der VfL die große Chance, sie als erfahrene Jugendtrainerin zu engagieren, gerade für einen Bereich, wo im Verein vieles im Argen liegt. Im Gegensatz zu den Vereinen SV Rümpel, TSV Bargteheide du HSG Trittau, die sich um die Mitarbeit von Magdolna bemühen.

Wir danken allen Behörden für ihre schnelle und unbürokratische Hilfe. Ein besonderer Dank gilt Fred Hildebrand, Trainer vom SC Rönnau 74, seine Hilfe ist nicht mit Geld zu bezahlen. Mannschaft, Trainer und Förderkreis hätten an dieser Stelle auch gern dem VfL für seine Unterstützung gedankt. Trotz gut gemeintem Zuspruch war keinerlei Hilfe möglich. Die Mannschaft hofft, dass mit der sympathischen Magdolna wieder an erfolgreichere Zeiten angeknüpft werden kann und bittet die Oldesloer Zuschauer, sie wirklich herzlich in Bad Oldesloe zu empfangen.

Peter Stäcker
Aus Handball-Echo, Ausgabe 6 vom 20.12.1986


Förderkreis Handball


Es ist an der Zeit, Dinge klarzustellen, die dem Förderkreis Handball in den letzten Wochen und Monaten angelastet wurden. Zuerst noch einmal der Versuch einer Definition dieses eingetragenen Vereins:

"Unterstützung der leistungsorientierten Jugendarbeit im VfL und der 1. Damenmannschaft, in welcher Spielklasse sie sich auch befinden mag."

Dieser Förderkreis ist völlig unabhängig vom VfL, der auch in keiner Weise Einfluss nehmen kann auf die Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel!

Seit 2 ½ Jahren existiert dieser Verein, der sehr stolz ist auf die bisher erreichte Bilanz. Zahlen und Fakten sind bis dato nicht veröffentlicht, auf eine Bilanzierung in der Öffentlichkeit soll auch in Zukunft verzichtet werden. Jeder einzelne Beleg ist von mindestens zwei Mitgliedern des Vereins abgezeichnet, die Bilanz wird von Steuerberater Pohl in Bad Oldesloe erstellt. Einnahmen resultieren aus den Werbeeinnahmen des Handball-Echos, aus Verträgen mit der Wirtschaft, den Vereinsplakaten und den Spenden einer einzelnen Person, wobei dieser aus beruflichen Gründen offiziell keine Werbung betreiben kann.

Leider hat sich in den letzten Monaten die Handballsparte durch die Existenz dieses Vereins irritieren lassen, anders kann man es nicht deuten, wenn man die Aussagen der Vereinsvertreter hört, die bei jeder finanziellen Anfrage von Trainern und Betreuern auf den Förderkreis verweisen. Schlimm ist die Tatsache, dass ein Geschäftsmann aus Bad Oldesloe, der ein glühender Verehrer des letztjährigen Trainers des VfL ist und diese "Liebe" in einer absoluten (verspäteten) Karnevalsrede anlässlich des Osterturniers in der Stormarnhalle der breiten Öffentlichkeit kundtat, in der Stadt gegen den Förderkreis Politik macht (von Unterschlagung ist die Rede gewesen) und Geschäftsleute aufhetzt, nur nicht im Handball-Echo zu inserieren. Wir können an dieser Stelle nur de Firmen danken, die sich nicht von diesen Personen blenden ließen und weiter den Leistungssport in der Handballsparte des VfL unterstützen.

Peter Stäcker
Aus Handball-Echo, Ausgabe 6 vom 20.12.1986

 

Sonnabend, 20. Dezember 1986

Verstärkung aus Ungarn für die VfL-Damen

Die 67fache ungarische Nationalspielerin Magdolna Csiha wird im kommenden Jahr die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe verstärken. Die Ungarin, die zuletzt für Ferencvaros Budapest gespielt hat, wird am 3. Januar nach Bad Oldesloe kommen, ist für den VIL dann sofort spielberechtigt und wird mutmaßlich schon im ersten Spiel des kommenden Jahres gegen Eintracht Lüneburg die Mannschaft verstärken können. Heute um 16.45 Uhr gegen Wandsbek 72 müssen die Schützlinge von Trainer Claus Schilk noch ohne sie auskommen, aber auch so wollen sie für einen versöhnlichen Jahresabschluß sorgen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1986

 

Sonnabend, 20. Dezember 1986

VfL Oldesloe – Wandsbek 72 16:21 (6:12)

Wieder eine Heimniederlage

Gegen Wandsbek 72 war der VfL ohne echte Chance und verlor mit 16:21

(mth) Die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe muß weiter auf den zweiten Sieg in dieser Saison warten. Die Truppe von Trainer Claus Schilk unterlag Wandsbek 72 klar und eindeutig mit 16:21 (6:12) im letzten Spiel des Jahres 1986.

Nach exakt der Hälfte der Spiele der Saison – dabei handelt es sich allerdings nicht um die komplette Hinrunde, denn gegen die SG Union/Bramfeld hat der VfL noch nicht gespielt, während der TSV Altenholz schon zweimal Gegner der Stormarnerinnen war – hat sich die Abstiegsgefahr damit weiter vergrößert.

Der VfL wird in den elf Spielen des nächsten Jahres gewaltig zulegen müssen, soll die Regionalliga noch für eine weitere Saison gehalten werden. Die Hoffnungen ruhen dabei natürlich nun noch mehr auf der 67fachen ungarischen Nationalspielerin Magdolna Csiha, die im Januar zu der Oldesloer Truppe stoßen wird.

Aber man sollte sich davor hüten, die Erwartungen in den Neuzugang allzu hoch zu schrauben. Natürlich wird ihre große Erfahrung, die sie in 15 Spieljahren in der ersten ungarischen Liga und in den 67 Länderspielen einschließlich der olympischen Spiele 1980 in Moskau gesammelt hat, der Mannschaft zugute kommen, ob sie aber alle Lücken und Schwächen der Mannschaft wird überdecken können, muß man doch bezweifeln.

Die nämlich traten gegen Wandsbek wieder einmal überdeutlich zu Tage. In der Mannschaft gab es für eine Regionalliga-Mannschaft eine schier unglaubliche Anzahl technischer Fehler (Fangfehler, Abspielfehler, Schrittfehler), ohne daß der VfL-Trainer deswegen die Chance gehabt hätte, diese Fehler durch Auswechslungen auszumerzen oder auch nur auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Das wurde deutlich, als Claus Schilk in den Schlußminuten Petra Finnern, neben Doris Looft einzige Feldspielerin auf der Bank des VfL, notgedrungen einwechselte, als aus seiner Stammformation erst Kirstin Timm, dann Martina Gliewe angeschlagen wurden. Petra Finnern ist in der Regionalliga eindeutig überfordert, so daß sich mit ihrem Einsatz die Fehlerquote noch erhöhte.

Der VfL besitzt zur Zeit eben nur einen Anzug, der noch dazu reichlich knapp bemessen ist, und mit den Fehlern, die in ihn schon „eingewebt“ sind, wird man auch in Zukunft leben müssen. Die Ungarin verlängert diese fast grotesk knappe Personaldecke, daran beißt die Maus keinen Faden ab, auch nur um eine Person, lindert das Grundübel der Mannschaft in diesem Jahr also nicht entscheidend.

Noch dazu ist fraglich, wann sie denn tatsächlich für den VfL spielberechtigt wird. Fest steht, daß sie Anfang Januar in die Stormarner Kreisstadt kommt und die Freigabe des ungarischen Verbandes besitzt. Ob sie aber schon im ersten Spiel im Januar (am 4. Januar gegen Eintracht Lüneburg) eingesetzt werden kann oder länger warten muß, liegt allein in Händen des Deutschen Handballbundes (DHB), der allein die Entscheidung über eine Erteilung der Spielberechtigung trifft.

Die Partie gegen Wandsbek war schon nach einer knappen Viertelstunde gelaufen. Bis zur 14. Minute nämlich waren die Wandsbekerinnen auf 5:1 davongezogen, wobei der VfL nach dem ersten Tor durch Dörte Knickrehm in der 3. Minute (zum 1:1) zwölf Minuten lang ohne Treffer blieb.

In diese Zeitspanne fielen unter anderem auch zwei vergebene Siebenmeter durch Kirstin Timm (sie brachte den Ball zwar im Netz unter, machte dabei aber einen Fußfehler) und Dörte Knickrehm, die an der glänzenden Wandsbeker Torhüterin Dagmar Rindelaub scheiterte.

Von diesem Rückstand erholte sich der VfL während des gesamten Spiels nicht wieder. Er steckte zwar nicht auf und kam gelegentlich auch wieder etwas näher an den Gegner heran (am dichtesten beim 5:6 in der 19. Minute), aber wenden konnte man das Blatt nie mehr ganz.

Das lag zum einen natürlich an den schon hinlänglich bekannten Schwächen in der Chancenauswertung, insbesondere wieder einmal bei Würfen aus dem Rückraum. Ähnlich gravierend aber waren die vielen Ballverluste durch technische Fehler und überhastetes Spiel. Schließlich stand auch die Deckung des VfL bei weitem nicht so gut wie in den meisten Spielen der Vergangenheit. Beim Tempospiel der Hamburgerinnen taten sich riesige Lücken im Abwehrverband des VfL auf und man ließ sich immer wieder von einfachen Tricks düpieren.

In wenig guter Form präsentierten sich in der ersten Halbzeit auch die beiden VfL-Torhüterinnen Martina Pusch und Anke Petersen, bei denen fast jeder Wurf ein Treffer war, Martina Pusch steigerte sich dann In der zweiten Halbzeit allerdings beträchtlich.

Das war sicher auch eine der Ursachen dafür, warum sich der VfL nun besser hielt (die zweite Halbzeit „gewann“ man ja sogar mit 10:9). Ein anderer Grund war nun eine etwas verbesserte Wurfausbeute. Insbesondere bei Kirstin Timm, die sich endlich einmal ein wenig mehr zutraute und mit sechs Toren (davon drei Siebenmeter) auch erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft war.

Eine echte Chance aber, das Spiel noch einmal umdrehen zu können, besaß der VfL, der bis zur letzten Minute vorbildlich kämpfte, aber zu keinem Zeitpunkt. Die weiteren Tore für den VfL warfen Dörte Knickrehm, Stefanie Bernecker (je 3), Andrea Hasenberg und Martina Gliewe (je 2).

Außer den schon genannten Spielerinnen kam noch Anja Müller zum Einsatz, die bei weitem nicht so wirkungsvoll wie zuletzt in Kaltenkirchen agierte. Sie hatte sich allerdings in Kaltenkirchen verletzt, konnte danach die ganze Woche nicht trainieren, mußte aber dennoch 60 Minuten durchspielen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.12.1986

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