Pokalspiele der Saison 1987/88

28.9.1987
Pokalauslosung - Erste Runde des DHB-Pokals für Frauen auf Landesebene.

Der VfL Oldesloe ist kampflos in die zweite Runde vorgedrungen, die Mannschaft erhielt bei der Auslosung ein freilos. Die Pokalrunde wird am 17. und 18.10. 1987 durchgeführt.
Sport Aktuell

 

30. Oktober 1987
Pokal beschert ein interessantes Kreisderby

(mth) … Ein Leckerbissen steht für die Handballfreunde des Kreises auf dem Programm. In der zweiten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs der Damen auf Landesebene erwartet die Spielgemeinschaft Großensee/Möhnsen am Sonnabend um 16.30 Uhr in der Sporthalle an der Großenseer Straße in Trit-tau die Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe. Die Großenseerinnen, die immer noch von Ingo Nahts trainiert und betreut werden, gehören in der Bezirksliga Süd zu den Spitzenmannschaften. Sie rechnen sich gute Chancen aus, den Meistertitel in dieser Klasse zu erringen und über eine Aufstiegsrunde in die Oberliga aufzusteigen. Sie sehen das Spiel gegen den klassenhöheren Kreisrivalen auch als willkommenen Test dafür an, wie sie denn mit Mannschaften aus der höheren Klasse mithalten können.

Die Form des VfL einzuschätzen fällt im Moment außerordentlich schwer. Guten Leistungen in den Heimspielen stand ja eine weniger gute Leistung im letzten Auswärtsspiel bei KSV Holstein Kiel II gegenüber, die auch prompt mit der ersten Saisonniederlage endete. Seither aber sind inzwischen vier Wochen ins Land gegangen in denen die VfL-Damen ohne Pflichtspiel waren. Sie stehen in der Oberliga-Tabelle relativ noch immer am günstigsten da, sind aber wegen der wenigen Spiele, die sie bislang haben austragen können, aber um ein paar Plätze zurückgefallen. Auch für sie ist das Pokalspiel ein willkommener Anlaß zur Formüberprüfung für die zahlreichen Punktspiele, die dann im November noch auf dem Spielplan stehen und hoffentlich auch stattfinden können, wenn der Handballverband nicht neue Lehrgänge dazwischenschiebt.

STORMARNRER TAGEBLATT vom 30.10.1987

 

Sonnabend, 31 der Oktober 1987

SG Großensee/Möhnsen – VfL Oldesloe 18:19 (9:10)
Drei Zwei-Minuten-Strafen in der Schlußphase „keine Werbung für die schwarze Zunft“

(sg) Bitter für die Handball-Damen der SG Großensee/Möhnsen: Hauchdünn mit 18:19 unterlagen die Bezirksligistinnen im Pokalschlager gegen die Oberliga-Spielerinnen vom VfL Oldesloe. Ihr Trainer Ingo Nahts reagierte nach dem Schlußpfiff wutschnaubend. „Wie kann man in so einer Situation nur Zwei Minuten geben“,fragte er sich verzweifelt und warf dem Schiedsrichtergespann vor, „kein Fingerspitzengefühl“ gehabt zu haben.

Gleich drei seiner Schützlinge wurden in den letzten anderthalb Minuten durch Zwei-Minuten-Strafen des Feldes verwiesen. Mit 18:17 hatte seine Mannschaft in Führung gelegen, ehe die Unparteiischen spektakulär dafür sorgten, daß nacheinander Karen Willers, Birgit Podratz und Margitta Koops den Weg zur Reservebank antreten mußten. Der Coach des VfL Oldesloe bestätigte die harsche Kritik seines Kollegen an den Unparteiischen: „Das war keine Werbung für die schwarze Zunft“, lautete der Kommentar. Die harte Spielweise der Gastgeberinnen in der Schlußphase hätte sofort unterbunden werden müssen. Jubelnd lagen die Travestädterinnen sich beim Schlußpfiff in den Armen.

Rund 150 Zuschauer in der Trittauer Sporthalle verfolgten ein dramatisches Finale in der zweiten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs auf Landesebene. Ein Favoritensturz bahnte sich an. Die Spielgemeinschaft Großensee/Möhnsen präsentierte sich in hervorragender Verfassung und zeigte im Schlußspurt die größere Konzentration und Entschlossenheit. Immer wieder zogen die Außenseiterinnen mit einem Zähler davon, der VfL Oldesloe nutzte seine Konterchancen nicht konsequent genug. Zwar hatten die Oberligistinnen einen 13:16-Rückstand, der nach einer Vorentscheidung aussah, zum 16:16-Gleichstand ausgewetzt, doch dann rissen die Handhallerinnen der Spielgemeinschaft sich noch einmal zusammen.

Riesenapplaus heimste regelmäßig eine Akteurin der Gastgeberinnen ein: Torsteherin Martina Havemann. Reaktionsschnell und mit ausgezeichnetem Stellungsspiel bewahrte sie ihr Team ein ums andere Mal vor einem drohenden Rückstand und bildete so einen zuverlässigen Rückhalt. Für starke Angriffsimpulse sorgte Mannschaftsführerin Andrea Ketzel, die die Abwehr der Travestädterinnen zusehends in Verlegenheit brachte. Auf der Gegenseite traf Melanie Bernecker mit ihren Distanzwürfen nicht wie gewohnt. Oft strichen ihre Wurfversuche über das Tor oder daran vorbei.

Die SG Großensee/Möhnsen trat an mit: Havemann, Podratz, Koops, A. Ketzel, K. Ketzel, M. Willers, K. Willers, Kaiser, Schäfer, Havemann. Der VfL Oldesloe spielte mit: Hildebrand, Ohlhöft, Melanie Bernecker, Stefanie Bernecker, Knickrehm, Röhrs, Müller, Hasenberg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.11.1987

3.11.1987
VfL Sieg im Derby - Torfrauen Havemann und Hildebrandt stark
SG Großensee/Möhnsen - VfL Oldesloe 18:19

Von Vorteil für den Oberligisten aus der Kreisstadt war in der 1. Halbzeit, dass die SG ihre guten Torchancen nicht oder nur unzureichend nützen konnte. Außerdem vergab die Truppe zwei 7m. Herausragend war in dieser Phase VfL-Torfrau Jeanine Hildebrandt. So kam es, dass die SG mit ansehen mußte, daß aus einer 3:2 Führung ein 3:6 Rückstand bis zur 14. Spielminute wurde. Dieses erzielte Mannschaftskapitän Andrea Hasenberg.

In der 23. Spielminute glich Maren Willers für ihre Farben noch einmal zum 8:8 aus, ehe mit einem knappen VfL-Vorsprung die Seiten gewechselt wurde,

Geführt von einer gut aufgelegten Margitta Koops gelang der SG in der 37. Minute durch Andrea Ketzel das 12:12.

Doch durch geschickte Anspiele an den Kreis auf Dörte Knickrehm durch Melanie und Stefanie Bernecker erreichte der VfL nach einem 13:16 Rückstand bis zur 58. Minute das 18:18 durch Dörte Knickrehm. Dadurch, das die SG in den letzten 120 Sekunden in permanenter Unterzahl spielen mußte (zum Schluß mit nur 3 Feldspielerinnen), gelang dem VfL der glückliche Auswärtssieg.
Sport Aktuell

 

Dienstag, 17. November 1987
VfL-Damen morgen beim MTV Leck

(mth) Beim Tabellendritten der Bezirksliga Nord, dem MTV Leck, tritt morgen um 16.30 Uhr die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe in der dritten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs auf Landesebene an.

Für die Truppe von Trainer Jörg Fischer ist der Pokalwettbewerb in dieser Saison mit Sicherheit eine zweischneidige Angelegenheit. Angesichts der dünnen Personaldecke ist er natürlich eine erhebliche zusätzliche Belastung, was sich durch die vielen Terminverschiebungen im Punktspielbetrieb, wo sich dadurch zur Zeit die Termine ja auch drängen, noch verschärft.

Daraus aber den Schluß zu ziehen, der VfL könnte sich fast freiwillig in Leck aus dem Pokalwettbewerb verabschieden, ist sicher verfrüht. Freiwillige Niederlagen gehören nicht zum Repertoire der VfL-Damen und außerdem wollen sie sich natürlich auch spielerisch für die so wenig glanzvolle Leistung im letzten Punktspiel, in dem es ja eine derbe 12:18-Heimniederlage gegen den TSV Neustadt gab, rehabilitieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.11.1987

 

Mittwoch, 18. November 1987
Die Berg und Talfahrt der VfL-Damen

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe gibt ihren Anhängern zur Zeit Rätsel auf. Drei Tage nach der ersten Heimniederlage in der Oberliga-Saison, bei der die Truppe von Trainer Jörg Fischer gegen den TSV Neustadt eine absolut desolate Leistung bot, war sie am Bußtag im Pokalspiel beim MTV Leck, einem zwar klassenniederen Bezirksligisten, der aber auf dem Sprung in die Oberliga steht, in glänzender Spiellaune und zog mit einem jederzeit ungefährdeten 22:12-Erfolg in die vierte Runde auf Landesebene ein.

 

Rückfahrt aus Leck
Dörte Knickrehm und Nicole Röhrs

In der ersten Halbzeit bot die Oldesloer Mannschaft dabei ihre wohl bislang beste Saisonleistung. Insbesondere in der VfL-Hintermannschaft stimmte an diesem Tag alles. Der MTV Leck wußte einfach kein Mittel gegen die konzentrierte Oldesloer Deckung. Schon nach zehn Minuten führte der VfL mit 3:0. Drei Minuten später erwischten die Gastgeberinnen ihre besten 60 Sekunden in dieser Halbzeit, innerhalb derer sie zwei Treffer (zum 1:3 und 2:4) erzielten. Ansonsten blieben sie während der gesamten Halbzeit ohne jeglichen Erfolg.

Beim VfL dagegen klappte es auch im Angriff weit besser als am Sonntag und so konnte der Vorsprung bis zur Pause auf 11:2 ausgebaut werden. Dabei zeigten die Oldesloerinnen reihenweise glänzende Kombinationen und sie warfen und trafen von allen Positionen.

Nach dem Seitenwechsel ließ man es bei den Oldesloerinnen dann etwas ruhiger angehen und so konnte sich der Gastgeber noch ein wenig rehabilitieren, aber in Gefahr geriet der haushohe Vorsprung des VfL nie mehr. Ihre höchste Führung erreichten die Stormarnerinnen drei Minuten vor dem Abpfiff beim Stande von 21:9, ehe der MTV Leck das Endergebnis noch etwas abmildern konnte.

 

Rückfahrt aus Leck
Viktor und Melli Bernecker

Am Torreigen des VfL waren alle sechs eingesetzten Feldspielerinnen etwa gleichmäßig beteiligt. Lediglich Dörte Knickrehm hob sich mit sechs Treffern ein wenig von ihren Kolleginnen ab, was auch an vier verwandelten Siebenmetern lag. Melanie Bernecker (4), Andrea Hasenberg, Martina Gliewe, Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs (je 3) teilten sich den Rest. Im Tor präsentierte sich Doris Ohlhöft in glänzender Verfassung. In der zweiten Halbzeit konnte sie unter anderem drei Siebenmeter parieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.11.1987

Da staunte auch der Trainer

„Ich habe meinen Augen nicht getraut", gesteht Peter Stäcker, Betreuer der Oberliga-Handballerinnen vom VfL Oldesloe. Stäcker und Trainer Jörg Fischer kamen beim Pokalspiel der Oldesloerinnen beim Bezirksligisten MTV Leck aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit einem klaren 22:12-Erfolg zogen die Oldesloerinnen in die vierte Runde ein und boten dabei die beste Leistung dieser Saison.

Angesichts der zuletzt schwachen Punktspielleistungen und der anhaltenden Personalmisere (nach Leck fuhr das Team mit gerade sieben Spielerinnen) war mit einer derartigen Leistungssteige rung nicht zu rechnen. „Es lief von Beginn an alles", schwärmt Betreuer Stäcker. Mit schnellen Kombinationen im Angriff und einer sicheren Deckungsarbeit kaufte der VfL den Gastgeberinnen frühzeitig den Schneid ab. Mit 11:2 wurden die Seiten gewechselt.

Rückfahrt aus Leck
Doris Ohlhöft und Andrea Hasenberg

Besonderes Lob verdiente sich die immer sicherer gewordene Reservetorhüterin Doris Ohlhöft, die im zweiten Durchgang innerhalb von zehn Minuten gleich drei Strafwürfe vereiteln konnte. Die Tore für den VfL erzielten Dörte Knickrehm (6), Melanie Bernecker (4), Nicole Röhrs, Andrea Hasenberg, Steffi Bernecker und Martina Gliewe je 3).

Ahrensburger vom 20.11.1987

 

Sonnabend, 9. Januar 1988
VfL Oldesloe – TSV Munkbrarup 17:9 (9:3)

VfL-Handballdamen in der Oberliga Tabellenführer

(mth) … In der ersten Partie – von den Verantwortlichen als das wichtigere Spiel angesehen – gelang in der Oberliga-Punktbegegnung gegen den TSV Munkbrarup 17:9-Erfolg. Mit diesem doppelten Punktgewinn übernahm der VfL die Tabellenführung in der schleswig-holsteinischen Oberliga.

Die Spielerinnen um Mannschaftsführer Andrea Hasenberg haben zwar noch immer drei Minuspunkte mehr auf dem Buckel als der TSV Neustadt, inzwischen aber auch einen Pluspunkt mehr auf dem Konto. Vielleicht setzt das die Neustädterinnen ja für ihre Spiele ein wenig unter Druck, denn aus eigener Kraft können die Stormarnerinnen ja nicht mehr an die Ostholsteinerinnen herankommen, da sie gegen diesen Gegner ja schon Hin- und Rückspiel absolviert (und verloren) haben. …

Gegen den TSV Munkbrarup stand Trainer Jörg Fischer Auswahltorhüterin Jeanine Hildebrand wieder zur Verfügung. Die war ja glänzend in die Saison gestartet, fiel dann geraume Zeit wegen einer Erkrankung aus, fand danach nicht recht zur guten Form zurück und fehlte zum Auftaktspiel des Jahres gegen den MTV Heide erneut. Und Jeanine Hildebrand präsentierte sich bei ihrem ersten Auftritt in diesem Jahr in wahrer Galaform. Sie brachte die Munkbraruperinnen mit ihren Paraden und Reaktionen schier zur Verzweiflung, und gestützt auf einen solchen Rückhalt, hatte der VfL die Partie jederzeit sicher im Griff.

Insbesondere in der ersten Halbzeit spielte die Truppe dabei äußerst effektiv und bei einem Halbzeitstand von 9:3 war die Partie eigentlich schon gelaufen. Nach elf Minuten hatte es dabei noch 3:3 gestanden. Bis zum vierten Treffer (per Siebenmeter) der Gäste vergingen von diesem Zeitpunkt immerhin 25 Minuten (11:4 in der 36. Minute), und da war das Spiel natürlich längst gelaufen, auch wenn der VfL danach bis etwa zur 50. Minute (14:9) die Zügel ein wenig schleifen ließ.

In den letzten zehn Minuten aber blieb das alles nur Tor wieder „sauber“, und der Vorsprung konnte noch zum zweithöchsten Saisonsieg ausgebaut werden. Die überragende Jeanine Hildebrand hielt in diesem Spiel nicht weniger als vier Siebenmeter und glänzte noch dazu bei zahlreichen Würfen frei vom Kreis und Tempogegenstößen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1988

 

Sonntag, 10. Januar 1988
VfL Oldesloe – SG Union 03/Bramfeld 17:19

VfL-Handballdamen im Pokal erst nach großem Kampf ausgeschieden

(mth) … Am Sonntag folgte der Pflichtübung „dann die Kür“ im Pokalspiel der ersten Runde auf Regionalebene gegen die klassenhöhere SG Union 03/Bramfeld. Letztendlich verloren die Oldesloerinnen dieses Spiel zwar mit 17:19, aber sie boten gegen den Regionalligisten eine kämpferisch begeisterte Partie und hatten bis wenige Sekunden vor Ende des Spiels eine deftige Überraschung „auf der Pfanne“.

Bei den Oldesloerinnen sollte man nicht traurig sein, nun aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden zu sein, der „Tanz auf zwei Hochzeiten“ überfordert die Mannschaft kräftemäßig ganz gewiß, und für ihre Ambitionen in der Oberliga – ein Platz unter den ersten drei Mannschaften in der Endabrechnung – ist sein Ende nur günstig.

Und die Oldesloerinnen können auch nach ihrem Pokal-Aus mit erhobenen Köpfen durch die (Handball-) Welt laufen. Sie haben sich wahrhaftig teuer und ehrenvoll verkauft und nicht, weil es ihnen ausgeschilderten Gründen gut in den Kram gepaßt hätte, die Partie sang- und klanglos freiwillig verloren zu geben.

Jeanine Hildebrand konnte an die glänzende Leistung vom Vortag dann auch in der ersten Halbzeit des Pokalspiels nahtlos anknüpfen, ja, sie übertraf sie fast noch. Daran drohten auch die höherklassigen Hamburgerinnen zu verzweifeln. Der VfL jedenfalls spielte, obwohl er auf seine Rückraumwerferin Melanie Bernecker – sie wurde vom Verbandstrainer der Juniorinnen im Schleswig-Holsteinischen Handballverband von einem Lehrgang für dieses Spiel nicht freigestellt – verzichten mußte, respektlos auf und führte dank einer überragenden Jeanine Hildebrand bis zur 18. Minute mit 8:2. Diesen Sechs-Tore-Vorsprung behauptete die VfL-Mannschaft bis zur 24. Minute (10:4), ehe man in den letzten Minuten bis zur Pause doch dem Kräfteverschleiß Tribut zollen mußte, so daß die Hamburgerinnen auf 8:10 herankamen.

Innerhalb der ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit konnte Union/Bramfeld mit drei weiteren Treffern dann sogar in Führung gehen (11:10), und viele sahen für den VfL nun doch noch eine klare Niederlage heraufdämmern, zumal die Mannschaft 15 Minuten „am Stück“ ohne Torerfolg blieb. Zudem häuften sich nun die technischen Fehler und auch mit der kurzen Deckung gegen Martina Gliewe bei zugleich aggressiver und offensiver Abwehrarbeit der Gäste konnte man sich lange nicht recht anfreunden.

Mit dem 11:11 von Stefanie Bernecker in der 38. Minute aber erwachten beim VfL wieder die Lebensgeister. Im Tor stand nun – seit Beginn der zweiten Halbzeit – Doris Ohlhöft. Ihr waren die ersten Würfe der Hamburgerinnen nur so um die Ohren gepfiffen, aber dann steigerte auch sie sich in glänzende Form und hatte großen Anteil daran, daß das Spiel bis zu den Schlußsekunden spannend blieb.

Keine Mannschaft führte nun bis wenige Sekunden vor Schluß mit mehr als einem Tor. Bis zum 13:13 konnte jeweils der VfL eine Union-Führung ausgleichen. Dann hatte bis zum 16:16 (57. Minute) zunächst der Gast die Mühe, einem Rückstand hinterherzulaufen, wobei er in der 48. Minute von Glück sagen konnte, nicht noch einmal deutlicher in Rückstand zu geraten, als Dörte Knickrehm mit einem Siebenmeter nur den Pfosten traf.

Die 17:16-Führung der Gäste in der 58. Minute konnte Martina Gliewe postwendend ausgleichen und auch das 18:17 für Union 64 Sekunden vor Schluß hätte noch nicht die Entscheidung bedeuten müssen. Gut 15 Sekunden vor Schluß aber scheiterte Anja Müller noch einmal am Pfosten und den Nachwurf von Nicole Röhrs parierte Union-Torhüterin Anette Sturm mit unwahrscheinlichem Reflex. Im Gegenzug fiel dann die endgültige Entscheidung. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1988

11.1.1988
Sturm stoppte stürmischen VfL - Torwartwechsel war Grundstein zum 19:17
VfL Oldesloe - SG Union/Bramfeld 17:19 (10:8)

Die Oldesloerinnen, deren Problem eines zu kleinen Spielkaders durch die Abstellung Stefanie Berneckers zu einem Landesauswahllehrgang noch vergrößert wurde und die zudem am Vortage noch ein Oberliga-Punktspiel bestritten hatten, legten los wie die Feuerwehr. Die favorisierten Gäste schienen völlig überrollt zu werden. 8:2 hieß der fast sensationelle Zwischenstand nach 16 Minuten. Aber dann gelang Trainer Feil der entscheidende Schachzug. Für die völlig entnervte Meyer schickte er Annette Sturm ins Tor. Und an ihr verzweifelten die VfL-Angreiferinnen in der Folgezeit. Sie hielt sogar "Unhaltbare". Zudem kamen die Schützlinge von Trainer Fischer auch zunehmend schlechter mit der nun offensiven SG-Deckung zurecht.

Vom 10:4 (23.) bis zur 38. Minute (10:11) blieben die Gastgeberinnen, denen jegliche Auswechselalternative fehlte, ohne einen Torerfolg. Doch dann fing sich der VfL wieder und die sechs Feldspielerinnen gaben kämpferisch alles. Tor um Tor fiel, keiner Mannschaft gelang es, sich entscheidend abzusetzen. Noch eine Minute vor Schluß stand es 17:17. Union legte erneut ein Tor vor, aber der VfL war im Ballbesitz. Martina Gliewe wurde freigespielt - doch Annette Sturm hielt, dennoch die Nachschußchnace für Nicole Röhrs, die sich den abprallenden Ball angelte. Aber auch ihren Ball parierte Sturm mit Bravour. Jetzt ging der VfL in den letzten Sekunden zur offenen Manndeckung über, aber geführt von der Routine einer Roswitha Hehr gelang es der SG nicht nur, im Ballbesitz zu bleiben, sondern sogar das alles entscheidende 19:17 zu erzielen.

Am Ende stand ein nicht unverdienter Sieg der Hamburgerinnen, aber "Hut ab" vor dem Oldesloer Team, das sich glänzend verkaufte und die Pokalüberraschung nur knapp verpaßte.
Sport Aktuell

 

Fischer-Truppe verpaßte die Sensation nur knapp
DHB-Pokal: WL Oldesloe — SG Union Bramfeld 17:19 (10:8)

Nur denkbar knapp, mit einer 17:19-(10:8)-Niederlage, ver¬paßten die Oberliga-Damen des VfL Oldesloe im Handballpokal des DHB die Pokalsensation gegen den Regionalligisten SG Union Bramfeld/Hamburg. Dabei war man vor Spielbeginn im Lager des VfL davon überzeugt gewesen, daß man gegen die SG kaum eine Chance haben würde.

Schließlich mußte der VfL Jugendnationalspielerin Melanie Bernecker für ein HVSH-Probespiel in Heide abstellen, was dann nicht mal ausgetragen wurde. Ferner ging Anja Müller mit einem dicken Knie in die Partie und ihre Schwester Susann spielte am Vormittag in der zweiten Mannschaft und war somit nicht spielberechtigt.

Doch zunächst begann es für den Außenseiter aus Stormarn genauso gut, wie 24 Stunden zuvor im Meisterschaftsspiel gegen den TSV Munkbrarup . Durch Stefanie Bernecker (2.) ging der VfL vor 250 zahlenden Zuschauern in Führung. Eine Minute später erhöhte Dörte Knickrehm auf 2:0. Solange die Kräfte reichten, zeigten die VfL-Damen ihr bislang so erfolgreich praktiziertes Tempospiel und waren damit in der Anfangsphase deutlich.

Mannschaftsführerin - Andrea Hasenberg (7.) erzielte das 5:2. Danach war VfL-Torfrau Jeanine Hildebrandt gefordert. Zunächst wehrte sie einen Siebenmeter ab (9.) und anschließend reagierte sie glänzend bei einem Tempogegenstoß der SG. Danach hatte der VfL wieder das Wort. Zunächst verwandelte Dörte Knickrehm (12.) einen Strafwurf zum 6:2. Spielmacherin Stefanie Bernecker, die auch als Haupttorschützin in Er-scheinung trat, war das 7:2 (13.) vorbehalten.

Durch Andrea Hasenberg (15.) erhöhte der VfL sogar mit einem vom Kreis erzielten Treffer zum 8:2, Eine nicht für möglich gehal-tene Pokal-Sensation lag in der Luft. Doch von nun an begann der Vorsprung zu schmelzen. Zwar konnten die Oldesloerinnen durch Nicole Röhrs (23.) noch einmal zum 10:4 den alten Abstand herstellen und Jeanine Hildebrandt gelang auch noch einmal das Kunststück, einen Tempogegenstoß abzuwehren, aber im Endeffekt kamen die Gäste bis zum Seitenwechsel noch auf 8:10 heran.

Die Kräfte schwanden

Nach dem Seitenwechsel hielt der Einbruch des VfL vor nun gut 400 Zuschauern an. Mit 11:10 (35.) ging die SG das erste Mal in Führung. Aber mit Glück gelang der besten Oldesloerin, Steffie Bernecker, mit einem halbhoch angesetetem Ball, der zumal noch von einer SG-Spielerin abgefälscht wurde, der Ausgleich zum 11:11 (37.). Zwar war dem VfL deutlich anzumerken, daß ihm langsam die Kräfte schwanden, aber er kämpfte unverdrossen weiter. So entwickelte sich in der Stor-marnhalle ein packender Pokalfight. Durch Stefanie Bernecker ging der VfL sogar wieder mit 14:13 (47.) in Führung. Aber dem VfL unterliefen nun auch Fangfehler. Ein letztes Mal ging der VfL durch Martina Gliewe mit 16:15 (56.) in Führung, die energisch nachsetzte, als ein Wurf von Stefanie Bernecker von der SG Torhüterin nur in Richtung Kreis abgeklatscht werden konnte.

Auch war Martina Gliewe das 17:17 (58.) vorbehalten, doch in den letzten 120 Sekunden entschied die SG das Spiel zu ihren Gunsten. Beim Stande von 17:18 (59.) hatte Anja Müller mit einem Pfostenwurf Pech und den von Nicole Röhrs geworfenen Nachwurf wehrte die zweite SG-Torfrau glänzend ab. Den daraus resultierenden Tempogegenstoß brachte die SG sicher in dem in der zweiten Spielhälfte von Doris Ohlhöft gut gehüteten VfL-Gehäuse, zum 17:19 unter.

VfL- Trainer Jorg Fischer, war nach Spielschluß der Meinung, daß seine Damen eine gute kämpferische Leistung geboten und unter den widrigen Umständen das Optimale herausgeholt hätten. Der VfL spielte mit: Jeanine Hildebrandt, Doris Ohlhöft, Nicole Röhrs (3), Andrea Hasenberg (2), Martina Gliewe (3), Anja Müller, Dörte Knickrehm (2/1), Stefanie Bernecker (7).

 

Lübecker Nachrichten vom 12.1.1988

Aus dem Notizbuch von Baptista von Salis
Schade drum

Der telefonische Rettungsver­such von VfL-Trainer Jörg Fischer blieb ohne Erfolg: Melanie Ber­necker mußte, ob sie wollte oder nicht, am Sichtungslehrgang in Heide teilnehmen, so wollte es der Betreuer der A-Jugend-Landes­auswahl Helmut Kübler. Die Oberliga-Handballerinnen aus Oldesloe gingen also ohne sie in den schweren Pokalkampf gegen Bramfeld, dafür aber mit einer ge­hörigen Portion Wut im Bauch. Denn kurz vor Spielbeginn hatten sie erfahren, daß ein geplantes Testspiel im Rahmen des Lehr­gangs abgesagt und dieser vorzei­tig (15.30 Uhr) beendet worden war (das VfL-Spiel begann um 16.15 Uhr). Schade drum um Me­lanies eher überflüssigen Abste­cher an die Westküste.

Das Pokalspiel übrigens wurde geleitet von den Lübecker Schiris Bülow und Lübker, die am Abend zuvor noch die Bundesliga-Be­gegnung Kiel - Gummersbach geleitet hatten.

 

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