Ferencvaros Budapest beim VfL Oldesloe
Ein „Leckerbissen“ zum Saisonschluß

(kx) Mit einem „Leckerbissen“ verabschieden sich die Handballdamen vom VfL Oldesloe aus dieser Saison: Am Donnerstag um 20 Uhr erwarten die Oldesloerinnen den ungarischen Erstligisten Ferencvaros Budapest zum Freundschaftsspiel in der Stormarnhalle. Die Ungarinnen, die den sechsten Platz in der 1. Staatsliga belegten, werden sicherlich mit einigen Handball-Kabinettstückchen aufwarten.

So hat VfL-Trainerin Ingrid Schilk das Ziel für ihre Mannschaft nicht allzu hoch angesetzt. „Aus solchen Begegnungen kann man nur lernen“, hofft sie auf ein achtbares Ergebnis. Bis auf Andrea Hasenberg (Urlaub) stehen alle Spielerinnen zur Verfügung.

Dagegen dürfen die Neuzugänge nicht eingesetzt werden, Sie sind noch nicht spielberechtigt. Bis zum Ende des Monats werden die Handballerinnen noch trainieren. Danach legen sie eine Pause ein, ehe im August die Vorbereitung auf die Oberliga-Saison beginnt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.6.1989

 

Ferencvaros Budapest siegte nach Belieben

(mth) Die lange Handballsaison 1988/89 neigt sich nun definitiv ihrem Ende entgegen. Zum Saisonabschluß präsentierte die Damenmannschaft des VfL Oldesloe ihren Anhängern in der Stormarnhalle noch einmal einen Leckerbissen. Die mit zahlreichen National- und Junioren-Nationalspielerinnen gespickte ungarische Erstligamannschaft Ferencvaros Budapest weilt zur Zeit wieder einmal in Schleswig-Holstein und der VfL nutzte seine seit einigen Jahren bestehenden Kontakte zu einer Verpflichtung für ein Freundschaftsspiel.

Die rund 150 Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Die Budapesterinnen zogen zwar nicht alle Register ihres Könnens, aber sie demonstrierten doch Damenhandball erster Güte. Dabei ist ihnen filigranes und nur an technischen Finessen orientiertes Spiel, das sicher größere Showeffekte in sich birgt, eher abhold.

Ihre Trümpfe sind Tempo, Kraft, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen im Zweikampf. Es war schon imponierend, wie sich ihre erfolgreichste Werferin, Monika Dejtari (11 Tore, davon drei Siebenmeter) am Kreis und von der Linksaußenposition Respekt und Platz verschaffte. Auch Agnes Hesz (7/3) verschaffte sich Respekt, wenn sie „hinlangte“ und bei Eva Szarka (liefen) alle Fäden zusammen.

Der VfL zog sich gegen diesen übermächtigen Gegner nicht schlecht aus der Affaire. Die Mannschaft verkaufte sich, so lange die Kraft reichte, so teuer wie möglich. Bis zur Pause hielt sie den Abstand zum Gegner in engen Grenzen.

Die Gäste zogen zwar schnell auf 4:1 (9. Minute) davon, aber der VfL konnte diesen Abstand dann bis zur Pause behaupten. Ihre höchste Führung vor dem Wechsel hatten die Ungarinnen in der 21. Minute mit 11:5, aber dann warfen die Schützlinge von Trainerin Ingrid Schilk vier Tore in Folge bis zum 9:11 in der 27. Minute.

Nach dem Wechsel mußten die Oldesloerinnen dann dem hohen Tempo, das sie mitgegangen waren, Tribut zollen. Das hatte seine Ursache natürlich auch darin, daß der VfL wieder einmal über eine nur dünne Spielerdecke verfügen konnte. Urlauberin Andrea Hasenberg und Beate Juds standen nicht zur Verfügung und von den Neuzugängen konnte nur Torhüterin Anette Schümann (vom SV Henstedt/Ulzburg), die nach der Pause Stammtorhüterin Jeanine Hildebrand ablöste, eingesetzt werden.

So standen acht Oldesloer Feldspielerinnen, von denen Alexandra Bartels nur in den Schlußminuten zum Einsatz kam, gegenüber zehn durchtrainierten Ungarinnen kräftemäßig natürlich auf verlorenem Posten. Die Gäste konnten so in der zweiten Halbzeit ihren Vorsprung fast nach Belieben ausbauen bis zum Endstand von 29:18.

Dabei ließen sie sich auch von drei Zeitstrafen, zu denen sich die ansonsten nachsichtigen Schiedsrichter Holger Winkler und Dieter Kunze in der zweiten Halbzeit des fairen Spiels genötigt sahen, nicht aus dem Konzept bringen.

Die unter dem Strich ja doch ganz beachtliche Torausbeute für den VfL teilten sich Dörte Knickrehm (6/1), Stefanie Bernecker (4/3), Melanie Bernecker (3), Heinke Juds, Martina Gliewe (je 2) und Nicole Röhrs. Annabel Hartmann und Alexandra Bartels gingen leer aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1989

 

(mth) … Am Sonntag trifft der VfL im Rahmen eines Turnieres des SC Rönnau in Bad Segeberg noch einmal auf die Ungarinnen. Danach aber geht die Mannschaft dann endgültig in die Sommerpause. Die allerdings will Trainerin Ingrid Schilk kurz halten. Schon in vier Wochen soll das Training für die nächste Saison, für die man sich allerlei vorgenommen hat, wieder aufgenommen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1989

 

Turnier um den Rönnau-Cup
VfL-Damen durch schwächere Tordifferenz Zweiter

(mth) Mit einer wirklich beachtlichen Leistung, aber ohne das nötige Quentchen Glück, das Sieger nun einmal brauchen, schloß die Damenhandballmannschaft des VfL Oldesloe die Saison 1988/89 ab. Beim 2. Internationalen Frauen-Handballturnier um den Rönnau-Cup, eine gläserne Trophäe, die der Rönnauer Bürgermeister, der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Kurt Würzbach gestiftet hat, hatte die Truppe von Trainerin Ingrid Schilk am Ende das gleiche Punktekonto wie der ungarische Erstligist Ferencvaros Budapest – gegen diese Klassemannschaft hatten die Oldesloerinnen am Donnerstag ja in der Stormarnhalle nach beachtlicher Gegenwehr mit 18:29 ein Freundschaftsspiel verloren – ‚ verfehlte aber wegen der schlechteren Tordifferenz (14 gegenüber 19 der Magyarinnen) den Turniersieg.

Der VfL begann das – wegen der hochsommerlichen Temperaturen – strapaziöse Turnier (alle Mannschaften hatten fünf Spiele von 20 Minuten Dauer zu absolvieren) mit einem glatten 9:4-Erfolg gegen den Bezirksligisten TSV Travemünde.

Danach folgten für die Oldesloerinnen, bei denen neben den Neuzugängen noch Beate Juds (verletzt) und Annabel Hartmann fehlten, dafür aber wirkte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg im Gegensatz zu Donnerstag wieder mit, die beiden härtesten Brocken unmittelbar hintereinander. Gegen Ferencvaros gab es eine 4:7-Niederlage, dafür aber konnte dann der Oberliga-Rivale SV Oldenburg mit 9:7 geschlagen werden.

Hätte der VfL geahnt, daß im Schlußspiel die Oldenburgerinnen die Ungarinnen 13:5 schlagen würden, wären sie ja vielleicht gegen Gastgeber SC Rönnau und TS Riemann Eutin (beide Teams spielen in der Bezirksklasse) noch energischer auf Torjagd gegangen. Aber damit konnte eigentlich niemand rechnen, zumal sich die Oldenburgerinnen selbst durch eine 4:5-Niederlage gegen TSV Travemünde (deren einzige Punkte) um alle Chancen auf den Turniersieg gebracht hatten.

So aber brachten es die Oldesloerinnen nach den 8:5- (Rönnau) und 8:1-Siegen (Eutin) bei 8:2 Punkten auf 38:24 Tore, während die Budapesterinnen 42:23 Tore auf ihrem Konto stehen hatten. Aber die Erfahrung, an der Tordifferenz zu scheitern, ist für die Schilk-Schützlinge ja nicht mehr ganz neu in dieser Saison. Noch knapper waren sie ja in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gegenüber dem TV Oyten gescheitert. Damals hatte dem VfL ja nur ein Tor gefehlt.

Mit dem Turnier um den Rönnau-Cup haben die Oldesloerinnen die Saison nun endgültig abgeschlossen. Die Sommerpause aber wird nicht übermäßig lange dauern. Schon am 14. Juli wird das Training – zunächst mit reiner Konditionsarbeit – wieder aufgenommen. Im August folgen dann reichlich Testspiele und Turniere und auch ein Trainingslager (über ein langes Wochenende) ist geplant.

Schließlich hat man sich für die kommende Saison einiges vorgenommen. Zum ersten Oberliga-Punktspiel am 17. September bei Regionalliga-Absteiger VfL Bad Schwartau soll die Mannschaft topfit sein.

Die Spiele in der höchsten schleswig-holsteinischen Klasse aber sind im Herbst nur ein Höhepunkt für die VfL-Damen. Ganz besonders freut sich die Mannschaft schon auf den Trip nach Budapest vom 12. bis zum 22. Oktober zum Gegenbesuch bei den Ferencvaros-Damen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1989

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