Die Saison 1990 - 91 - Die Hinserie

VfL-Damen im Härtetest

(mth) Im Training befindet sich die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe schon seit ein paar Wochen wieder. Schließlich will die Mannschaft von Spielertrainerin Ingrid Schilk für die Regionalliga, in die sie ja nach einer tollen Siegesserie in der Oberliga und der Aufstiegsrunde aufgestiegen ist, gut gerüstet sein.

Bislang hat sie, in Ermangelung einer geöffneten Halle, überwiegend im Freien ohne Ball gearbeitet. Das soll an diesem Wochenende nun anders werden. Die Truppe zieht ein Trainingslager in der „eigenen“ Stormarnhalle durch und bestreitet in dessen Rahmen auch drei Testspiele.

Am Sonnabend um 14 Uhr ist zunächst die SG Großensee/Möhnsen Gegner des VfL. Anschließend geht es gleich gegen den SC Rönnau weiter. Am Sonntag um 13 Uhr schließlich ist dann Eintracht Lüneburg der Gegner des VfL. Wahrlich ein Härtetest für die Truppe die bis auf Christine Bohnhoff (zurück zu TSV Reinbek) komplett zusammen geblieben ist. Zu der Mannschaft gestoßen ist wieder Torhüterin Jeanine Hildebrand. Über weitere Neuzugänge wird zur Zeit noch verhandelt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.8.1990

 

Ungarische Nationalspielerin verstärkt die VfL-Handballdamen

(mth) Am Donnerstag letzter Woche deutete Spielertrainerin Ingrid Schilk von der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe an, daß für die bald beginnende Saison in der Regionalliga – dorthin ist der VfL im Frühjahr ja wieder aufgestiegen – noch eine Verstärkung im Gespräch sei.

Noch zum Wochenende ist das perfekt gemacht worden. Es ist die 29jährige ungarische Nationalspielerin Zsusza Nyari. Sie hat für ihr Land rund 170 Länderspiele bestritten und daß sie für den VfL eine tolle Verstärkung bedeutet, machte sie schon am Wochenende deutlich.

Sie ist nämlich ab sofort für die Stormarnerinnen spielberechtigt und mischte schon am Sonnabend bei den Testspielen gegen den Oberligisten SG Großensee/Möhnsen und den SC Rönnau mit. Die Großenseerinnen, mit denen der VfL sonst ja immer viel Mühe hatte, wurden deutlich mit 30:17 geschlagen.

Mit dem SC Rönnau hatte die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg gleich anschließend mehr Mühe. Das war nicht verwunderlich, denn zwischen beiden Spielen lag nur eine kurze Pause und vorher hatte die Mannschaft schon eine Stunde trainiert. Dennoch reichte es im Endspurt zu einem 28:27-Erfolg, was deutlich machte, daß der VfL konditionell schon gut drauf ist.

Das zu testen und auszubauen, war ja der Hauptzweck des Wochenend-Trainingslagers in der Stormarnhalle. Das wurde am Sonntag mit einer weiteren Partie – der dritten innerhalb von knapp 20 Stunden – gegen Eintracht Lüneburg abgeschlossen. Zsuzsa Nyari konnte gegen die Lüneburgerinnen zwar nicht mitspielen, weil sie sich in den Sonnabendspielen leicht verletzt hatte, aber auch so reichte es für den VfL zu einem 24:13-Erfolg.

Am Donnerstag dieser Woche bestreitet die Mannschaft beim Bundesligisten Buxtehuder SV ein weiteres Freundschaftsspiel. Auf renommierte Gegner trifft sie am kommenden Wochenende dann auch bei einem Turnier in Flensburg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.8.1990

Regionalliga-Abenteuer für die Oldesloer Damen beginnt Sonntag beim Eimsbütteler TV

(mth) Am Sonntag um 15 Uhr ist es soweit: Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe startet in das „Abenteuer“ Regionalliga. Erster Gegner der Truppe von Spielertrainerin Ingrid und Coach Claus Schilk ist in der Halle am Wegenkamp in Hamburg-Steilshoop der Eimsbütteler TV. Bei den Oldesloerinnen geht man optimistisch an die große Aufgabe heran, obwohl die Mannschaft zu Saisonbeginn von Personalsorgen geplagt wird.

In das erste Spiel wird der Aufsteiger nur mit neun Spielerinnen gehen. Ausgerechnet Spielertrainerin Ingrid Schilk hat sich zwei Wochen vor Saisonbeginn eine schwere Verletzung zugezogen. Sie brach sich bei einem Turnier in Flensburg das Handgelenk (Splitterbruch) und wird bei optimistischster Schätzung wenigstens acht Wochen ausfallen.

Dazu fehlt Heinke Juds wegen Urlaubs in den ersten beiden Spielen – das erste Heimspiel steigt am 15. September um 17 Uhr in der Stormarnhalle gegen VfL Oldenburg II –‚ und Alexandra Bartels hat sich jetzt unmittelbar vor Saisonbeginn aus der Mannschaft zurückgezogen, da sie für sich keine Chancen auf einen Stammplatz in der Mannschaft sieht.

Aber diesen Handicaps zum Trotz hat sich die Mannschaft in der letzten Phase der Vorbereitung in hervorragender Verfassung präsentiert. Ein Trainingsspiel hei der Bundesliga-Spitzenmannschaft, SV Buxtehude verlor sie nur mit

22:31. Bei besagtem Turnier in Flensburg gelangen (noch mit Ingrid Schilk) Siege gegen den Zweitbundesligisten Germania List und den DDR-Oberligisten Neubrandenburg, so daß der VfL am Ende Vierter eines starken Feldes war.

Am letzten Wochenende schließlich wurden die Oldesloerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg Sieger eines Turnieres in Hamburg-Rahlstedt. Dort trafen sie auch auf ihren ersten Gegner in der Punktrunde. Der 10:9-Erfolg kam dabei zwar erst nach anschließendem Siebenmeterschießen zustande, aber Zuversicht vermittelt er für den Punktspielstart allemal.

Zuversicht, die ihren Grund in der ausgezeichneten Verfassung aller Spielerinnen hat, von den beiden Torhüterinnen Jeanine Hildebrand und Annette Schümann über die Bernecker-Schwestern Melanie und Stefanie bis hin zu Martina Gliewe, Andrea Hasenberg. Dörte Knickrehm und Nicole Röhrs.

Über allen aber strahlt schon jetzt der Stern des Neuzugangs aus Ungarn. Zsuzsa Nyari. Die 29jährige 170fache ungarische Nationalspielerin hat sich in den Spielen in toller Verfassung gezeigt. „Sie hat allemal Bundesliga-Format“, schwärmt Claus Schilk, der am Donnerstag seinen 38. Geburtstag feierte und sich einen Punktgewinn oder gar einen Sieg als nachträgliches Geschenk von seiner Truppe wünscht, von seinem neuen „Star“, der am effektivsten auf der Rechtsaußenposition spielt, in höchsten Tönen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.9.1990

21:14-Erfolg beim Eimsbütteler TV
Oldesloer Handballdamen gelang ein Regionalliga-Start nach Maß

(mth) Das war für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe wirklich ein Traumstart: Der Aufsteiger in die Regionalliga siegte beim Eimsbütteler TV mit 21:14 (10:5) und hat damit vor seinem ersten Heimspiel gegen VfL Oldenburg/Oldenburg II eine glänzende Basis. Da müßte es eigentlich nach langer Zeit wieder einmal eine proppevolle Stormarnhalle geben.

So ganz ohne Sorgen hatte der VfL die Reise zu seinem ersten Saisonspiel ja nicht angetreten. Spielertrainerin Ingrid Schilk fällt nach einem Splitterbruch im Handgelenk ja für längere Zeit aus, Heinke Juds weilt noch im Urlaub und da Alexandra Bartels die Truppe kurzfristig in Stich gelassen hat, standen Coach Claus Schilk neben seinen beiden Torhüterinnen nur noch sieben Feldspielerinnen zur Verfügung. Auswechselmöglichkeiten blieben ihm also kaum.

Aber das war auch nicht nötig. Die Mannschaft bot in Hamburg eine tolle ausgeglichene Leistung und geriet eigentlich nie ernsthaft in Gefahr. „Schuld“ daran war ein wahrer Traumstart der Truppe, mit der sie in den ersten zwölf Minuten den erfahrenen Regionalligisten förmlich an die Wand spielte.

Die Zuschauer – nicht nur die Hamburger – rieben sich verwundert die Augen. Der VfL spielte in Abwehr und Angriff geradezu sensationell und führte bis zur 12. Minute mit nicht weniger als 7:0. Natürlich konnte die Mannschaft dieses Niveau nicht über die gesamte Spielzeit halten. Vielmehr mußte sie immer mal wieder ein paar Pausen einlegen, so daß die Eimsbüttelerinnen gelegentlich näher kamen.

Bis zur Pause aber waren von den anfangs sieben Toren Vorsprung noch immer fünf übrig (10:5 für den VfL). Danach kam die eigentliche kritische Phase der Stormarnerinnen, denn bis zur 43. Minute war der Gastgeber auf 9:11 herangekommen und es war vor allem ein Verdienst der überragenden Torhüterin Annette Schümann – sie erhielt über die gesamten 60 Minuten den Vorzug gegenüber Rückkehrerin Jeanine Hildebrand und rechtfertigt, dies mit einer bravourösen Leistung –‚ die nicht nur zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Siebenmeter parierte, sondern auch sonst serienweise schwere Würfe hielt.

Gelaufen war die Partie dann aber erst, als die Oldesloerinnen nach 50 Minuten wieder auf 15:10 davongezogen waren. In den Schlußminuten konnte der VfL dank seiner glänzenden Kondition den Vorsprung noch auf 21:11 und damit auf die Anfangshöhe schrauben.

Die 21 Treffer für den VfL teilten sich Dörte Knickrehm (7/2), Melanie Bernecker (6/2), die ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari (4), Stefanie Bernecker (3) und Nicole Röhrs. Andrea Hasenberg und Martina Gliewe blieben zwar ohne Torerfolg, aber deshalb war ihr Verdienst am tollen Erfolg nicht weniger groß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1990

VfL Oldenburg II Gast in der Stormarnhalle
VfL-Handballdamen wollen die Tabellenspitze im zweiten Spiel behaupten

(mth) Der Start hätte für den VfL Oldesloe in der Handball-Regionalliga der Damen am letzten Sonntag nicht besser laufen können. Die Truppe von Ehepaar Claus und Ingrid Schilk – sie ist Spielertrainerin, kann zur Zeit allerdings wegen eines Handgelenkbruches kurz vor Saisonbeginn nichtspielen, er ist Coach, Betreuer und „Mädchen für alles“ – fuhr im ersten Spiel beim Eimsbütteler TV als Neuling wie ein Sturmwind über den erfahrenen Gegner hinweg und setzte sich mit einem tollen 21:14-Erfolg gleich an die Tabellenspitze der Regionalliga.

Die will sie nun morgen um 17 Uhr in ihrem ersten Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Bundesligisten VfL Oldenburg (in Oldenburg) verteidigen. „Spielt meine Mannschaft in der Stormarnhalle auch nur annähernd so gut wie in Eimsbüttel, können wir auch die Oldenburgerinnen schlagen,“ ist sich Claus Schilk sicher.

Er kann dabei auf die gleiche Mannschaft bauen, die in Hamburg so erfolgreich auftrumpfte. Heinke Juds fehlt noch einmal wegen Urlaubs und wann Ingrid Schilk wieder mitmischen kann, steht noch in den Sternen. So ist die Mannschaft zur Zeit zwar denkbar klein und überschaubar, aber sie hat es in sich.

Ungemein an Spielstärke gewonnen hat sie natürlich vor allem durch die ungarische Nationalspielerin Zsuza Nyari, die mit der morgigen Partie im Punktspieldebut in Bad Oldesloe gibt. Sie wird, da sind wir ganz sicher, ganz schnell Publikumsliebling in der Stormarnhalle werden, Mit ihrem quirligem Spiel vornehmlich auf der Rechtsaußen-Position wird sie gewiß allen Regionalliga-Kontrahenten Rätsel aufgeben.

Ihre Mitspielerinnen werden dadurch, daß sich die Gegner naturgemäß auf die 160fache ungarische Nationalspielerin konzentrieren werden, sicher mehr Freiräume haben und können so von ihr doppelt profitieren. Aber auch sie haben in Hamburg ja durch die Bank bewiesen, daß sie glänzend vorbereitet und motiviert in die Saison gehen.

Das gilt für die Bernecker-Schwestern Melanie und Stefanie ebenso wie für Martina Gliewe im Rückraum wie für die Kreis- und Außenspielerinnen Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg und Nicole Röhrs. Im Tor ist der VfL ja ohnehin glänzend besetzt. Annette Schümann zählte in Wandshek zu den Hauptleistungsträgerinnen und Jeanine Hildebrand, die morgen ganz gewiß auch zum Einsatz kommen wird, hat in der Vergangenheit ja schon oft gezeigt, zu welchen Superleistungen im Tor sie fähig ist,

Die Reservisten des Bundesligisten VfL Oldenburg sind in diesem Jahr – in der letzten Saison schafften sie den Klassenerhalt mit Ach und Krach – ebenfalls gut aus den Startlöchern gekommen (20:15 gegen SV Hellern). Verstärkt durch zwei, drei Spielerinnen mit Bundesliga-Erfahrung und vielen Kräften aus dem erfolgreichen eigenen Nachwuchs (mehrere deutsche Jugendmeisterschaften) wollen sie sich in diesem Jahr in der Tabelle weiter oben orientieren.

Das Spiel des Ersten (VfL Oldesloe) gegen den Dritter (Oldenburg II) kann man deshalb getrost als Spitzenspiel des zweiten Spieltages ansehen. Da wäre es doch eigentlich gelacht, wenn in der Sportstad Bad Oldesloe die Stormarnhalle nicht endlich wieder einmal aus allen Nähten platzen würde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.9.1990

 

Rückschlag für die Handballdamen des VfL
Nach einer 12:7-Führung raubten ein starker Gegner und die Unparteiischen den Oldesloerinnen den Nerv

(mth) Als Melanie Bernecker in der Stormarnhalle im ersten Heimspiel der Handballdamen des VfL Oldesloe gegen die zweite Mannschaft des VfL Oldenburg wenige Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit gleich wieder ins Schwarze traf, deutete alles darauf hin, daß der Neuling in der Regionalliga Nord auch am zweiten Spieltag die Tabellenführung behaupten könnte.

12:7 führten die Stormarnerinnen mit diesem Treffer und sie hatten die Niedersachsen bis dahin gut im Griff gehabt. Bis zur 11. Minute hatten die Oldenburgerinnen zwar mit 3:2 geführt, aber dann war der VfL innerhalb von drei Minuten auf 5:3 davongezogen.

Zwar verpaßte er es, in den folgenden drei Minuten noch weiter davonzuziehen, aber als der Gast dann bis zur 18. Minute noch einmal auf 5:5 herangekommen war, schlugen die Stormarnerinnen konzentriert zurück. Vor allem dank der überragenden Zsuzsa Nyari zog der VfL bis zur 25. Minute auf 9:5 davon und diesen Vier-Tore-Vorsprung behauptete er bis zur Pause (11:7).

Mit dem 12:7 gleich nach dem Wechsel schien es auf diesem Weg weiterzugehen. Aber plötzlich gab es einen furchtbaren Bruch im VfL-Spiel. Dafür gab es eine ganze Reihe von Gründen. Zunächst einmal stellte sich der Gegner nun deutlich besser auf den Neuling ein. Er hatte erkannt, daß er mehr als die „halbe Miete“ eingetrieben hatte, wenn er die ungarische Nationalspielerin im VfL-Angriff neutralisierte.

Andrea Hasenberg nämlich fand in der Kreismitte, wo sie auf Gegnerinnen traf, die ihr an Robustheit nicht nachstanden, kein Durchkommen, der Rückraum mit den Bernecker-Schwestern und Martina Gliewe (völlig außer Form) war streckenweise jenseits von Gut und Böse – das urlaubsbedingte Fehlen von Heinke Juds machte sich schmerzlich bemerkbar – und Dörte Knickrehm war von den Schiedsrichtern der Nerv geraubt worden.

Sie hatte in der 16. und 21. Minuten die beiden einzigen Zeitstrafen vor der Pause aufgebrummt bekommen. Warum, war nicht erkennbar gewesen, denn ihr Einsatz hob sich von dem aller anderen – hüben wie drüben – in der eigentlich fairen Partie nicht ab.

Das aber sah Schiedsrichter Bosse – er pfiff zwar zusammen mit seinem Kollegen Möller (beide aus Hamburg), entschied aber praktisch, egal ob als Feld- oder Tor-Schiedsrichter, immer allein – anders. In der 34. Minute – Oldenburg war inzwischen auf 8:12 herangekommen – schien der Ausschluß von Dörte Knickrehm perfekt zu sein, als Bosse erneut eine Zwei-Minuten-Strafe anzeigte. Sie war schon auf dem Weg zur Bank, denn sie allein war vom VfL an der gemeinten Abwehraktion beteiligt gewesen, aber merkwürdigerweise entschied Bosse anders.

Er schickte stattdessen Andrea Hasenberg auf die Bank. Obwohl dem VfL, der mit nur sieben Feldspielerinnen ja mächtig dünn besetzt war – ein Nachteil, der sich gegenüber den zehn sehr ausgeglichenen Feldspielerinnen auf Oldenburger Seite mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr bemerkbar machte –, damit ein Ausschluß erspart blieb (Dörte Knickrehm spielte bis zum Ende durch), war er dadurch plötzlich total verunsichert.

Das steigerte sich, als dann auch noch Martina Gliewe (37. und 49.) und Zsuzsa Nyari (42.) Zeitstrafen erhielten. Für die Gäste, deren Einsatz nicht geringer als der der Oldesloerinnen war, bekam lediglich Vivien Eickhoff (39.) eine Zeitstrafe und das nicht etwa wegen eines Fouls, sondern weil sie „meckerte“ obwohl sie einen Siebenmeter zugesprochen bekam.

Das alles brachte natürlich VfL-Coach Claus Schilk, dem ja ohnehin auf der Bank leicht „die Pferde durchgehen“, mächtig in Rage. Als er in der 44. Minute, der Gast hatte inzwischen auf 12:12 gleichgezogen, Bosses Entscheidungen lautstark kritisierte, bekam er die gelbe Karte gezeigt. Das bedeutete zugleich Ballverlust für seine Truppe und Sekunden danach führte Oldenburg mit 13:12.

Für den VfL war das schon der k.o.-Schlag. Über 15:12 (47.) zog der Gast blitzschnell auf 19:13 (52.) davon und damit war die Partie gelaufen.

Als unglücklicher Griff hatte sich dabei ein Torhüterwechsel nach dem 12:13 erwiesen. Hinter einer völlig verunsicherten Deckung fand Jeanine Hildebrand bei ihrem ersten Einsatz in einem Punktspiel in dieser Saison überhaupt keine Bande zum Spiel. Gegen sie war jeder Schuß ein Treffer.

Als in der Schlußphase endlich auch der VfL wieder traf – vor allem Melanie Bernecker – war es für eine neuerliche Wende im Spiel viel zu spät. Der Gast hatte beim Schlußpfiff vor nicht mehr als 150 zahlenden Zuschauern – eine enttäuschend kleine Kulisse – mit 22:18 die Nase vorn.

Die 18 Tore für den VfL teilten sich Melanie Bernecker (6/2). Zsuzsa Nyari (5/1), Stefanie Bernecker (3), Dörte Knickrehm (2/1), Andrea Hasenberg und Martina Gliewe. Außerdem kamen noch Nicole Röhrs und Torhüterin Annette Schümann (neben Zsuzsa Nyari beste Oldesloerin) zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.9.1990

Niederlage soll ausgemerzt werden

(mth) Die Freude darüber, als Aufsteiger an der Tabellenspitze zu stehen, währte bei der Handball-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe nur eine Woche und eine Halbzeit lang. Dann erfolgte für die Stormarner Damen der erste Einbruch in dieser Saison. Nach dem 21:14-Erfolg in Eimsbüttel führte der VfL auch gegen VfL Oldenburg Il nach 31 Minuten klar und deutlich mit 12:7, um dann aber völlig einzubrechen und das Spiel noch mit 18:22 zu verlieren.

Diese Scharte will die Truppe um Betreuer und Coach Claus und Spielertrainerin Ingrid Schilk nun am Sonntag um 17 Uhr in ihrem zweiten Auswärtsspiel bei Werder Bremen ausmerzen. Aber sie tritt die Reise in die Hansestadt an der Weser mit einiger Ungewißheit an.

Über den Gegner weiß man so gut wie gar nichts, außer das er ebenfalls 2:2 Punkte hat. Das erste Spiel verloren die Bremerinnen dabei mit 11:12 in eigener Halle gegen DJK Kiel, dafür hielten sie sich dann am letzten Wochenende mit einem 20:19-Erfolg beim SV Hellern schadlos.

Noch nicht endgültig geklärt ist auch, in welcher Verfassung die Oldesloerinnen in Bremen antreten können. Sicher ist, daß Ingrid Schilk ihrer Mannschaft auch weiter fehlen wird. Sie muß noch mindestens eine Woche ihren Gipsverband am rechten Handgelenk tragen und ist frühestens zu den Spielen Ende Oktober wieder mit von der Partie.

Die 160fache ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari wird in Bremen dagegen wohl dabei sein, aber es bleibt abzuwarten, wieweit ihr eine starke Erkältung unter der Woche zugesetzt hat.

Ungewiß ist auch noch, in welcher Verfassung sich Heinke Juds präsentieren kann, denn sie ist erst Ende diese Woche aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat ein paar Wochen deshalb nicht mit der Mannschaft trainieren können. Nicht zuletzt auf ihr aber ruhen Hoffnungen der Mannschaftsführung, denn im Rückraum lief es in der zweiten Halbzeit im Spiel gegen die Oldenburgerinnen ja denkbar schlecht, ohne das es große Variationsmöglichkeiten gegeben hätte.

Dennoch: „Spielt meine Mannschaft weniger gehemmt als vor einer Woche, traue ich ihr zu, in Bremen die erste Saisonniederlage ausmerzen zu können,“ macht Claus Schilk in Zuversicht und stützt sich dabei auf Erfahrungen aus dem letzten Jahr, als die Truppe einen frühen Rückschlag (gegen TSV Munkbrarup) auch problemlos wegsteckte und schnell zur Normalform zurückfand.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.9.1990

17:18: Der VfL vergab in Bremen zu viele klare Chancen

(mth) In der Handball-Regionalliga weht ein wesentlich steiferer Wind als in der Oberliga. Diese Erfahrung macht jetzt die Damenmannschaft des VfL Oldesloe. Eine Woche nach der ernüchternden Heimniederlage gegen die zweite Mannschaft des VfL Oldenburg – ernüchternd, weil die Mannschaft dabei einen scheinbar sicheren Vorsprung noch verspielte – mußte sie auch bei Werder Bremen Lehrgeld zahlen.

Die Stormarnerinnen hatten in der Hansestadt über weite Strecken der ersten Halbzeit geführt – nach einem 2:4-Rückstand (10.) waren sie in den folgenden sieben Minuten auf 7:4 davongezogen und zehrten davon bis um Halbzeitpfiff (9:8).

Im zweiten Spielabschnitt führte der VfL noch bis zur 45. Minute (14:13) und hielt bis zur 50. Minute Gleichstand (14:14). Schon bis dahin hatten die Oldesloerinnen serienweise klarste Torchancen vergeben. So blieb Dörte Knickrehm, obwohl sie allein viermal frei am Kreis auf der Außenposition zum Wurf kam, ohne jeden Torerfolg.

Auch Martina Gliewe traf bei ihren Versuchen bestenfalls Posten oder Torlatte und Stefanie Bernecker traf auch bei drei 100prozentigen Chancen nicht ins Tor. In der Oberliga hatte der VfL solche „Auszeiten“ ungestraft nehmen können, jetzt in der Regionalliga werden die konsequent bestraft.

Trotz einer überragenden Torhüterleistung von Annette Schümann – sie hielt allein drei Siebenmeter (einen parierte auch die nur einmal dafür eingewechselt Jeanine Hildebrand) und Serien bester Würfe – konnte sich der VfL nämlich dadurch nie entscheidend absetzen und geriet in der Schlußphase plötzlich bis zur 57. Minute mit 14:17 in Rückstand.

Aber auch das hätte noch nicht zur Niederlage führen müssen, denn mit offener Press-Deckung kam der VfL noch auf 17:18 heran und drei Sekunden vor Schluß hatte Stefanie Bernecker es in der Hand, noch auszugleichen, doch sie vergab erneut aus freier Wurfposition.

Der Abfall der Mannschaft um die 50. Minute herum aber ist natürlich auch mit Konditionsproblemen zu erklären. Und die haben ihre Ursache in der Personalknappheit. Neben der verletzten Spielertrainerin Ingrid Schilk fehlte nämlich erneut Heinke Juds, die entgegen allen Ankündigungen Ende letzter Woche noch nicht aus ihrem Urlaub zurückgekehrt war und sich auch bis zum Spiel in Bremen noch nicht wieder bei ihrer Mannschaft gemeldet hat.

So konnten die Oldesloerinnen wieder nur eine Feldspielerin auswechseln und damit waren sie gegenüber den vollbesetzten Bremerinnen klar im Nachteil. Ihre 17 Tore teilten sich Melanie Bernecker (8/4), Zsuzsa Nyari (4/1), Stefanie Bernecker (3), Andrea Hasenberg und Nicole Röhrs.

Der VfL hat dennoch keinen Grund, nach den zwei Niederlagen nun den Kopf hängen zu lassen. VfL Oldenburg II und Werder Bremen gehören sicher zu den Spitzenmannschaften der Klasse, gegen die zu verlieren für den Neuling keine Schande ist, auch wenn beide Niederlagen unter dem Strich sicher nicht als unvermeidlich angesehen werden müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.9.1990

VfL-Handballdamen: Gegen MTV Moringen soll der erste Heimsieg der Saison her

(mth) Die Euphorie, die die Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe nach dem tollen Punktspielauftakt – der Neuling landete beim TV Eimsbüttel einen hohen Erfolg, mit dem er am ersten Spieltag die Tabellenführung eroberte – erfaßte, ist nach den zwei darauffolgenden bitteren Niederlagen zwar verflogen, aber ihren Optimismus haben die Stormarnerinnen deshalb nicht „an der Garderobe“ abgegeben.

„Jetzt muß eben gegen den MTV Moringen der erste Heimsieg her“, gibt Coach Claus Schilk eine optimistische Prognose für das nächste Spiel seiner Schützlinge am Sonnabend um 17 Uhr in der Stormarnhalle. Wohl rechnet er damit, daß es für seine Truppe eine ganz schwere Aufgabe wird.

Das Team aus Süd-Niedersachsen um die beiden Junioren-Nationalspielerinnen Claudia Barnkothe und Petra Weise, das sich noch dazu um eine starke Spielerin aus Frankfurt/Oder ergänzt hat, wird allgemein als einer der großen Meisterschaftsfavoriten in der Regionalliga angesehen.

Aber: „Unschlagbar ist der MTV Moringen nicht, wie DJK Kiel gezeigt hat“, will Schilk von zu viel Respekt vor dem Gegner nichts wissen. Er ist sich auf der anderen Seite aber darüber im Klaren, daß seine Mannschaft sich gegenüber den beiden letzten Spielen wird steigern müssen.

Nicht zuletzt erhofft er sich eine Verstärkung seines Rückraumes durch den Einsatz von Heinke Juds, deren Urlaub nun endgültig zu Ende ist. Die wurde bislang ja schmerzlich vermißt, hat nun zwar noch Trainings- und Spielrückstand, erhöht aber auf jeden Fall die Variationsmöglichkeiten im Team.

In das wird im übrigen auch bald Spielertrainerin Ingrid Schilk zurückkehren. Sie hat inzwischen wieder das Training aufgenommen. Ein Einsatz gegen Moringen aber würde sicher noch zu früh kommen. Aber ein Sieg ihrer Truppe würde ihre Rekonvaleszenz ganz sicher positiv beeinflußen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.9.1990

Bernecker entschied

Handball-Krimi in der Stormarnhalle
Vier Sekunden vor Schluß warf Melanie den Siegtreffer

(mth) Spannender als beim Regionalliga-Spiel zwischen Aufsteiger VfL Oldesloe und dem Meisterschaftsfavoriten MTV Moringen in der Stormarnhalle kann Handball kaum noch sein: 90 Sekunden vor Schluß führte der Gast aus Niedersachsen nach wechselvollem Spielverlauf mit 21:20 und die Moringerinnen schienen das Geschehen zu beherrschen.

Dann aber bekam Margitta Springer die letzte Zwei-Minuten-Strafe des Spiels – das Schiedsrichtergespann Lindemann/Linnig (Kiel) war damit recht freigiebig und maß dabei nicht immer mit gleicher Elle – und der VfL schöpfte noch einmal Hoffnung. 65 Sekunden vor Spielschluß erzielte die überragende Zsuzsa Nyari mit ihrem zehnten Tor den von den rund 100 Zuschauern stürmisch bejubelten Ausgleich.

Und die vielfache ungarische Nationalspielerin machte deutich, daß sie sich damit noch nicht zufrieden geben wollte. Sie holte selbst den Ball aus dem Netz und brachte ihn im Laufschritt zum Mittelanwurf, mit den Gästen keine Möglichkeit blieb, Zeit herauszuschinden.

Diese Eile lohnte sich. Nur knapp 20 Sekunden nach dem Ausgleich kam der VfL nach einem Fehlversuch von Bianka Fistarol erneut in Ballbesitz. Bei einem dann folgenden Freiwurf schien den Oldesloerinnen die Zeit durch Finger zu rinnen, weil die Unparteiischen plötzlich allzu pingelig an der Ausführung herummäkelten.

Aber auch zehn Sekunden reichten dem VfL dann noch zum Sieg. Melanie Bernecker. die vorher ab der 44. Minute nur noch Fehlversuche bei ihren zahlreichen Würfen zu verzeichnen hatte, hatte sich alle Kraft und Präzision offensichtlich für ihren letzten Versuch aufgehoben, mit dem sie vier Sekunden vor Schluß den Siegtreffer erzielte. Da war der Jubel natürlich riesengroß und die Halle stand für ein paar Minuten Kopf.

Der Erfolg für die Oldesloerinnen war sicherlich wegen der großartigen kämpferischen Leistung der Mannschaft nicht unverdient, wohl aber glücklich. Und das nicht nur wegen des geschilderten Spielendes. Die kompaktere, ausgeglichenere und spielerisch stärkere Mannschaft stellte der Gast aus Moringen. Aber es war bewundernswert, wie die Oldesloerinnen kämpferisch dagegen hielten. Sie steckten zu keinem Zeitpunkt auf und boten ihre bislang wohl beste Saisonleistung.

Überragend agierte dabei Zsuzsa Nyari. Die Ungarin war mit zehn Treffern (davon drei verwandelte Siebenmeter) nicht nur die mit Abstand erfolgreichste Torwerferin der Begegnung, sie übernahm vor allem immer dann Initiative und Verantwortung, wenn es für ihre Mannschaft kritisch zu werden schien.

Besonders augenfällig war das Mitte der ersten Halbzeit. Bis zur 12. Minute stand es gleichauf (4:4, wobei der VfL jeweils auf eine Führung des Gastes gleichzog. Dann aber zog Moringen bis zur 16. Minute auf 8:4 davon, was für die Oldesloerinnen besonders bitter war, weil sie bei zwei dieser Gegentreffer in Überzahl waren.

Aber Publikumsliebling Zsuzsa Nyari riß das Steuer herum. In der 23. Minute hatte der VfL wieder gleichgezogen (9:9) und in der 28. Minute ging er mit 11:10 sogar erstmals in Führung. Trotz doppelter Überzahl aber gelang es nicht, diesen Vorsprung bis zur Pause auszubauen. Vielmehr gelang den Gästen noch der Gleichstand zum 11:11.

Gleichauf lagen beide Teams auch nach 36 Minuten (13:13). Dann gab Annette Schümann – ansonsten nicht in so bestechender Form wie zuletzt – mit einem gehaltenen Siebenmeter das Signal zu einem VfL-Zwischenspurt. Aber das 16:13 (40. Minute) war noch keine Vorentscheidung.

Bis zur 46. Minute glich Moringen wieder aus (17:17) und der Gast schaffte auch noch dem 19:17 (48.) für den VfL bis zur 54. Minute wieder den Ausgleich nicht zuletzt, weil Zsuzsa Nyari in der 53. Minute mit einem Siebenmeter scheiterte. Das war dann praktisch schon das Startzeichen zu der oben geschilderten dramatischen Endphase mit dem glücklichen Ausgang für die Oldesloerinnen.

Deren weitere Treffer teilten sich Melanie Bernecker (6/1), Stefanie Bernecker (2), Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs, Dörte Knickrehm und Heinke Juds. Die setzte Claus Schilk – er fungiert nun auch offiziell als Trainer, seine Frau Ingrid wird sich, wenn ihre Verletzung auskuriert ist, auf ihre Rolle als Spielerin konzentrieren –, weil sie konditionell nach ihrem Urlaub noch nicht voll auf der Höhe ist, nur in den Schlußphasen beider Halbzeiten ein. Dabei machte sie aber schon deutlich, daß die den VfL-Rückraum merklich wird stärken können, zumal Martina Gliewe noch immer nicht in Bestform ist.

Im Tor stand erstmals in dieser Saison überwiegend Jeanine Hildebrand. So ganz zu ihrem großen Leistungsvermögen hat sie noch nicht zurückgefunden, aber in Ansätzen ließ sie doch schon eine deutliche Formsteigerung erkennen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1990

 

Damen des VfL müssen reisen

(mth) Die Koordination der Spielpläne zwischen der Regionalliga und der schleswig-holsteinischen Oberliga bei den Handballdamen läßt für die Stormarner Fans dieser Sportart zu wünschen übrig. Am letzten Wochenende waren beide Vertreter unserer Region, der VfL Oldesloe in der Regionalliga, die SG Großensee/Möhnsen in der Oberliga, mit Heimspielen an der Reihe, an diesem Wochenende müssen beide reisen.

Und dieser „Törn“ geht ja bedauerlicherweise für die Fans, die an beiden Teams interessiert sind, so schon seit Saisonbeginn. Sind sie mobil, können sie sich am Sonnabend entscheiden, ob sie lieber nach Oldenburg (in Holstein) oder nach Itzehoe fahren.

Beides geht nicht, denn das Spiel in Itzehoe (Beginn 16 Uhr), ist noch nicht zu Ende, wenn die Partie in Oldenburg um 17 Uhr angepfiffen wird, einmal abgesehen von den knapp 250 Kilometern zwischen beiden Austragungsorten.

In Oldenburg treffen mit dem einheimischen SV und dem VfL Oldesloe die beiden Mannschaften aufeinander, die im letzten Jahr ganz klar das Geschehen in der schleswig-holsteinischen Oberliga beherrschten und gemeinsam in die Regionalliga aufstiegen.

Dabei war letztendlich der VfL ja überlegen Meister geworden, aber das hat die Oldenburgerinnen nicht gehindert, in der höheren Klasse wenigstens ebenso gut wie der VfL Fuß zu fassen. Mit 5:3 Punkten liegen die Ostholsteinerinnen dabei sogar einen Zähler und zwei Plätze besser im Rennen.

Das will der VfL natürlich morgen ändern. Die Chance dazu müßte gegeben sein, wenn die Truppe ähnlichen Kampfgeist wie am letzten Wochenende gegen den MTV Moringen zeigt und die ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari ähnlich effektiv auftrumpft.

Unter Umständen kann erstmals in dieser Saison auch Ingrid Schilk beim VfL eingesetzt werden. Sie hat jedenfalls das Training seit eineinhalb Wochen wieder aufgenommen und muß möglicherweise nicht noch die dann folgende längere Spielpause ihrer Truppe abwarten. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.10.1990

 

In der zweiten Halbzeit wie entfesselt
VfL-Damen gewannen in Oldenburg nach 4:10 noch 21:13

(mth) Beim Oldenburger SV hatte die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe in der letzten Saison in der schleswig-holsteinischen Oberliga ihre einzige Auswärtsniederlage bezogen Das hatte die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg trotz der später souverän errungenen Meisterschaft mit nachfolgendem Aufstieg (den schafften die Oldenburgerinnen als Vizemeister schließlich auch) gewurmt.

Aber auch jetzt schien für die Oldesloerinnen beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams in der Regionalliga eine Niederlage unvermeidlich zu sein. Jedenfalls sah das nach 25 Minuten in der ersten Halbzeit so aus. Der VfL wirkte im Angriffsspiel zu unkonzentriert, vergab reihenweise beste Chancen und geriet so über 0:2 (4. Minute), 1:4 (13.), 2:6 (18.) und 3:8 (19.) bis zu diesem Zeitpunkt mit 4:10 in Rückstand.

Die entscheidende Umstellung aber hatte Trainer Claus Schilk schon in der 22. Minute vorgenommen, als er die Deckung, die schon vorher der bessere Mannschaftsteil gewesen war, von 6:0 auf 5:1 umstellte. Zsuzsa Nyari spielte nun vorgezogen und damit waren Annette Schön und Beatrix Stengel, im Oldenburger Rückraum die entscheidenden Kräfte, völlig lahmgelegt. Da sich auch noch Stefanie Bernecker ungemein steigerte und Petra Brunow, die vorher drei Treffer erzielt hatte, zur Wirkungslosigkeit verurteilte, waren die Ostholsteinerinnen mit ihrem Latein am Ende.

Ausgelöst von der vielfachen ungarischen Nationalspielerin – nach dem 5:10 von Andrea Hasenberg (26.) erzielte Zsuzsa Nyari bis zur 29. mit drei Treffern in Folge das 9:10 – geriet der vorher eher enttäuschende VfL nun langsam in einen wahren Spielrausch.

Der ließ sich auch vom Pausenpfiff, dem noch das 11:9 der Ostholsteinerinnen voranging, nicht stoppen. Nach dem Wechsel kam dann auch noch Ingrid Schilk erstmals nach ihrer Verletzung ins Spiel und gegen nun zwei pfeilschnelle und routinierte Spitzen hatten die Oldenburgerinnen überhaupt nichts mehr entgegenzusetzen.

Der Rest ist schnell erzählt. Schon bis zur 36. Minute hatte der VfL mit 13:11 das Spiel umgedreht. Danach folgte noch einmal eine Periode verpaßter Torchancen der Stormarnerinnen, aber das hatte nun keine negativen Auswirkungen mehr, denn die Oldenburgerinnen trafen nun überhaupt nicht mehr.

Ihr zwölftes Tor erzielten sie erst rund 130 Sekunden vor Schluß, also in der 58. Minute. Bis dahin war der VfL auf 20:11 davongezogen gewesen. Am Schluß hieß es dann 21:13 für die Truppe von Trainer Claus Schilk. Die überragende Rolle von Zsuzsa Nyari wurde auch bei der Torausbeute deutlich. Sie kam auf acht Treffer, wovon vier verwandelte Siebenmeter waren.

Vier Tore warf Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, die ebenfalls eine starke Leistung bot. Das kann man insbesondere für die zweite Halbzeit auch Stefanie Bernecker (3) und Dörte Knickrehm (3/1) bescheinigen. Von der Rolle war dagegen Melanie Bernecker, die nur ein Tor erzielte, was nur zum Teil daran lag, daß sie als vermeintliche Haupttorwerferin natürlich besonders aufmerksam von den Oldenburgerinnen bewacht wurde. Je ein Tor erzielten auch Nicole Röhrs und Ingrid Schilk, während Heinke Juds und Martina Gliewe leer ausgingen.

In Tor war Annett. Schümann bis zur 15. Minute in guter Verfassung. Dann verletzte sie sich (Zerrung) und mußte Jeanine Hildebrand Platz machen. Die brauchte zunächst eine kleine Anlaufzeit, steigerte sich dann aber und war in der zweiten Halbzeit in prächtiger Form. Fast 28 Minuten ohne Gegentor sind in der Regionalliga ohne gute Torhüterleistung schließlich nicht denkbar.

Der VfL, der mit 6:4 Punkten als Aufsteiger nun eine ausgezeichnete Zwischenbilanz hat, legt nun eine vierwöchige Punktspielpause ein. Vor Wiederbeginn der Punktrunde am 4. November bei Wandsbek 72 bestreitet die Mannschaft am 26. Oktober in der Stormarnhalle ein Freundschaftsspiel gegen den VfL Bad Schwartau als Aufgalopp.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.10.1990

 

Damen-Handball-Wohltätigkeitsspiel
VfL Oldesloe und VfL Bad Schwartau spielen für „Haus am Kurpark“

(us) Am Freitagabend um 20 Uhr stehen sich in der Oldesloer Stormarnhalle die beiden alten Rivalen VfL Oldesloe und VfL Bad Schwartau gegenüber. Die ersten Damenteams des Handball-Regionalligisten aus Oldesloe und des Oberligisten aus Schwartau spielen für einen guten Zweck. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt dem Alten- und Pflegeheim „Haus am Kurpark“ zugute.

Die Verantwortlichen beider Mannschaften, Claus Schilck (Trainer Oldesloe) und Wilfried Koslowski (Betreuer Schwartau) sagten spontan zu, als sie von der Idee hörten. Obwohl die Schwartauerinnen am Sonntag ein wichtiges Oberliga-Punktspiel zu absolvieren haben, beteiligen sie sich gerne an dieser Veranstaltung.

Für die Zuschauer, die hoffentlich zahlreich zu diesem Topspiel erscheinen, gibt es auch etwas zu gewinnen. Die Firma „Harolibild“ stiftete zwei Eintrittskarten für das Fußball-Zweitligaspiel Schalke 04 gegen Rot-Weiß Essen und der SC Union Oldesloe stellte vier Jahreskarten für die Spiele der ersten Mannschaft in der Fußball-Bezirksliga zur Verfügung.

Einen Riesenerfolg können die Veranstalter schon vor dem Spiel verbuchen. Dietrich Buchwalder vom Köhnlechner-Zentrum hat bereits 200 Eintrittskarten abgenommen.

Die Handballfans sollten am Freitagabend zahlreich in der Stormarnhalle erscheinen, um diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.10.1990

600 Mark für Altenheim erspielt
Mehr als 50 Tore
Die Oldesloer Zuschauer kamen auf ihre Kosten

(mth) In der Vergangenheit hat es zwischen den Damen-Handballmannschaften des VfL Oldesloe und des VfL Bad Schwartau viele Duelle gegeben. Die sind oft nicht eben friedlich verlaufen. Es ging dabei nicht selten um den Anspruch, wer denn die beste Mannschaft im Bezirk ist, und diese Spiele waren oft reichlich emotionsgeladen, und es war dabei nicht immer nur gesunde sportliche Rivalität, die die Auseinandersetzungen prägten.

Die Idee, die beiden Mannschaften, die sich in dieser Saison ja in Punktspielen nicht begegnen, einmal in einem Freundschaftsspiel zusammenzuführen, erwies sich als, so meinen wir, guter Schachzug. Am Abend trafen beide Mannschaften in der Stormarnhalle in einem Wohltätigkeitsspiel aufeinander.

Ein Gewinner, die Bewohner des Altenwohnheimes „Haus am Kurpark“, stand damit schon vorher fest. Ihnen kam der Erlös dieses Spiels zugute. Das waren immerhin 600 Mark. Den Weg in die Halle hatten zwar kaum mehr als 80 Zuschauer gefunden, aber das Köhnlechner-Zentrum in Bad Schwartau hatte vorher 250 Karten erworben (so viele Sitzplätze gibt es in der Stormarnhalle) und so den finanziellen Erfolg des Spiel gesichert.

Sportlich war der Abend allemal auch ein Gewinn. Beide Mannschaften spielten locker und unverbissen auf. Das wird ihrem Verhältnis sicher auch für die Zukunft guttun, wobei gegen eine gesunde sportliche Rivalität ja nichts einzuwenden ist. Das erfahrene Schiedsrichtergespann Dieter Kunze (VfL Rethwisch) und Horst Hildebrand (SC Union Oldesloe) hatte auf jeden Fall leichtes Spiel. Beide Teams hielten sich bei körperlichem Einsatz betont zurück und bemühten sich „schönen“ Handball zu zeigen.

Das gelang in großem Maß. Die Oldesloerinnen, für die das Spiel ein willkommener Aufgalopp für die in einer Woche (bei Wandsbek 72) anstehende Fortsetzung der Punktrunde in der Regionalliga war, ließen sich dabei von Anfang an nie das Heft aus der Hand nehmen. Insbesondere Zsuzsa Nyari zeigte tolle Kabinettstückchen und leitete herrliche Spielzüge ein.

Aber auch die Schwartauerinnen, die sich, was körperlichen Einsatz anging, noch mehr zurückhielten, weil sie am Sonntag zu einem Oberliga-Spiel antreten mußten, geizten nicht mit gewagten Spielzügen und Kombinationen. Am Ende hatte die Truppe von Trainer Claus Schilk mit 31:21 (15:9) die Oberhand.

Die Tore für die Stormarnerinnen teilten sich dabei Melanie Bernecker (7/3), Zsuzsa Nyari (6/2), Dörte Knickrehm (5/1), Ingrid Schilk (5), Heinke Juds (4), Stefanie Bernecker und Andrea Hasenberg (je 2). Außerdem kamen noch Nicole Röhrs und Torhüterin Jeanine Hildebrand zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1990

 

VfL-Damen, in Wandsbek
Voller Tatendrang nach langer Pause

(mth) Vier Wochenlang hat die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe kein Punktspiel bestritten. Trainer Claus Schilk kam diese lange Pause, die nicht von allen Außenstehenden ganz verstanden wurde, nicht ungelegen.

Seine Truppe war vorher doch ein wenig ausgebrannt und in den vier Wochen, in denen die Mannschaft ja zumeist wegen der Herbstferien nicht optimal trainieren konnte, sind kleinere und größere Blessuren seiner Schützlinge ausgeheilt. Allein Torhüterin Annette Schüman ist nach dem Muselfaserriß im letzten Punktspiel in Oldenburg noch nicht voll belastbar. Sie wurde deshalb auch im Freundschaftsspiel am letzten Freitag gegen den VfL Bad Schwartau nicht eingesetzt und wird auch am Sonntag, wenn es um 11 Uhr in der Sporthalle Wandsbek gegen Wandsbek 72 in der Rüterstraße wieder um Regionalliga-Punkte geht, nur dann eingesetzt werden, wenn Jeanine Hildebrand etwas zustoßen sollte.

VfL-Trainer Schilk geht mit seiner Truppe voller Optimismus und Tatendrang an diese Aufgabe heran. Die Mannschaft wittert eine große Chance, in den nächsten Spielen in die Spitzengruppe aufzurücken. Den Gegner Wandsbek will man dabei nicht unterschätzen.

Mit ihm hatte man sich ja auch schon in der ersten Regionalliga-Periode vor drei Jahren auseinanderzusetzen. Damals waren auch schon die glänzende Torhüterin Dagmar Rindelaub und Kreisläuferin Barrit Schust, die beiden wohl stärksten Spielerinnen der Truppe, mit von der Partie. Ansonsten aber ist die Hamburger Mannschaft total umgekrempelt und scheint nicht mehr so stark wie früher zu sein. Spielt der VfL, dem allein die frühe Anpfiffzeit nicht recht in den Kram paßt, 60 Minuten lang konzentriert, ist die Chance auf den dritten Auswärtssieg in dieser Saison sicher riesengroß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.11.1990

 

VfL-Damen wurden von Wandsbek 72 beim 20:15-Erfolg kaum gefordert

(us) Die Handballdamen des VfL Oldesloe bleiben in der Regionalliga weiter auf Erfolgskurs. Durch einen nie gefährdeten 20:15 (12:6)-Erfolg bei Wandsbek 72 konnten sich die Oldesloerinnen in der Tabelle weiter nach vorne schieben und belegen jetzt mit 8:4 Zählern Platz vier.

Trainer Claus Schilk, dem der frühe Spielbeginn am Sonntagmorgen mehr Kopfzerbrechen bereitet hatte als der Gegner, dachte nach dem Erfolg seiner Schützlinge schon an die nächsten Aufgaben. „Wenn wir im nächsten Spiel Herzhorn schlagen (am 17. November), haben wir eine sehr gute Ausgangsbasis, um ganz oben mitspielen zu können“, sagte er nach der Begegnung.

Das Spiel in der Wandsbeker Sporthalle begann mit einigen Minuten Verspätung. Vielleicht lag es am frühen Beginn, jedenfalls glänzte das Kampfgericht durch Abwesenheit. Über den Hallenlautsprecher wurde nach Freiwilligen gesucht, zunächst noch erfolglos. Erst als Wandsbeks Trainer Wolfgang Westphal die Zuschauer persönlich ansprach, fanden sich zwei Damen bereit, die Schiedsrichter zu unterstützen.

Beide Mannschaften ließen es zu Beginn sehr ruhig angehen. Nach zwölf Minuten stand es erst 2:2, ehe dann die Gastgeberinnen als erste erwachten und mit 5:2 in Führung gingen. Wandsbeks Torfrau Dagmar Rindelaub wehrte in dieser Phase alle Würfe der VfL-Damen ab und avancierte zum großen Rückhalt ihres Teams.

Trainer Schilk stellte daraufhin seine Abwehr um, und nach einer Viertelstunde kam der VfL-Motor dann auf Touren. Innerhalb von acht Minuten verwandelten die Oldesloerinnen den Drei-Tore-Rückstand in eine beruhigende 9:5-Führung. Besonders Zsuzsa Nyari spazierte ein ums andere Mal durch die löchrige Wandsbeker Deckung. Die Hamburger Angreiferinnen blieben in dieser Phase fast zehn Minuten ohne jeglichen Torerfolg. Die wenigen Würfe auf ihr Tor parierte Jeanine Hildebrand in gewohnt sicherer Manier.

Die VfL-Damen konnten sich sogar den Luxus erlauben, zwei Siebenmeter zu verwerfen, ohne daß der Gegner davon profitieren konnte. Den Halbzeitstand von 12:6 besorgte Zsuzsa Nyari nach einem Tempogegenstoß.

Nach dem Wechsel ließen die Schützlinge von Trainer Schilk dann im Gefühl des sicheren Sieges die Zügel etwas schleifen. Sie begannen unkonzentriert und ermöglichten so den Wandsbekerinnen, den zwischenzeitlich auf sieben Tore angewachsenen Vorsprung zu verkürzen. Beim Stand von 15:10 brachte der VfL-Coach Annette Schümann aufs Feld, die prompt einen Siebenmeter parierte und auch danach zweimal gut reagierte.

Das Spiel verflachte in der zweiten Halbzeit etwas, da die Oldesloerinnen nicht mehr als nötig taten, um den zwar bemühten, aber schwachen Gegner jederzeit auf Distanz zu halten. Das Schiedsrichtergespann Werner (Norden) und Walter (Oldenburg) zog sich mit teilweise unverständlichen Entscheidungen den Zorn der Zuschauer und beider Teams zu. Claus Schilk sah für seine lautstark vorgebrachte Frage „Wißt Ihr eigentlich, was Ihr hier pfeift?“ die gelbe Karte.

In den Schlußminuten unterstützte Wandsbeks ausgezeichnete Torfrau Dagmar Rindelaub ihre Kolleginnen bei ihren Angriffsbemühungen, konnte dem Spiel aber keine Wende mehr geben. Stefanie Bernecker setzte mit ihrem Tor zum 20:15-Endstand den Schlußpunkt unter ein durchschnittliches Spiel, in dem die VfL-Damen trotz einiger „Hänger“ in den zweiten 30 Minuten die klar bessere Mannschaft waren und verdient gewannen.

Trainer Schilk freute sich über die zwei Punkte, bemängelte allerdings, daß der Erfolg bei konsequenterer Chancenausnutzung hätte höher ausfallen müssen.

Der VfL trat in folgender Aufstellung an: Jeanine Hildebrand, Annette Schümann; Nicole Röhrs, Andrea Hasenberg (4), Melanie Bernecker (4/1), Heinke Juds (1), Martina Gliewe, Dörte Knickrehm (2), Stefanie Bernecker (1), Ingrid Schilk (2) und Zsuzsa Nyari (6).

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.11.1990

 

us. – … Am kommenden Wochenende sind die VfL-Damen schon wieder ohne Punktspiel. Um aber nicht einzurosten, hat die Mannschaft für diese Woche zwei attraktive Freundschaftsspiele abgeschlossen. Am Donnerstag ist um 20 Uhr – aller Voraussicht nach in der Heinrich-Vogler-Halle – die Bundesliga-Spitzenmannschaft SV Buxtehude Gast des VfL. Die Truppe aus Nordniedersachsen war in der letzten Saison Deutscher Pokalsieger und ist gespickt mit Nationalspielerinnen aus der ehemaligen DDR, Dänemark und Polen.

Einen Tag später kommt dann der ungarische Erstligist Borsodi Banyasz aus Miscolc um 20.15 Uhr zu einem Spiel in die Stormarnhalle. Bei dieser Truppe, die in der höchsten ungarischen Spielklasse zur Zeit auf dem sechsten Rang liegt, hatte in der letzten Saison Jeanine Hildebrand ein einjähriges Gastspiel gegeben.

Um für beide Spiele möglichst viele Zuschauer in die Halle zu locken, hält der VfL die Eintrittspreise mit drei Mark pro Person besonders niedrig. Für Handball-Jugendmannschaften aus dem Kreis wird pro Kopf sogar nur eine Mark kassiert, wenn die sich vorher bei Claus Schilk unter der Telefonnummer 04532/21754 anmelden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.11.1990

 

VfL-Damen erreichten Remis gegen Bundesligisten

mth. – In prächtiger Form präsentierte sich die Regionalliga-Mannschaft des VfL Oldesloe. Gegen den Bundesliga-Spitzenclub SV Buxtehude – zur Zeit Zweiter in der höchsten deutschen Spielklasse und amtierender Pokalsieger – erreichte die Schilk-Sieben in der Heinrich-Vogler-Halle in einem Freundschaftsspiel ein 25:25-Unentschieden.

Die mit Nationalspielerinnen aus der ehemaligen DDR, Polen und Dänemark gespickte Bundesliga-Truppe spielte zwar nicht mit letztem Einsatz, aber das kann den Achtungserfolg der Oldesloerinnen, die mit Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg eine wichtige Spielerin ersetzen mußten, nicht schmälern.

Am Freitag wartet auf die Oldesloer Handballfans ein weiterer Leckerbissen. Um 20.15 Uhr ist dann der ungarische Erstligist Borsodi Banyasz aus Miscolc Gast der VfL-Damen in der Stormarnhalle. Dann finden hoffentlich auch mehr Zuschauer in die Halle, als die kaum mehr als 50, die Zeuge eines ansehenswerten Handballspiels gegen Buxtehude waren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.11.1990

 

VfL-Handballdamen werden immer besser

Achtbares Ergebnis gegen Erstligisten und ein „dicker Fisch“ an der Angel

(mth) In prächtiger Form und Spiellaune ist die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe. Als Aufsteiger hat sich die Mannschaft in der Regionalliga ja bislang prächtig geschlagen. Mit 8:4 Punkten nimmt sie in der Tabelle zur Zeit den vierten Rang in der Tabelle ein.

Das muß für die Mannschaft beileibe nicht das letzte Wort sein. Mit glänzenden Resultaten wurde das in einem wahrhaft kräfteraubendem Programm Mitte und Ende letzter Woche unterstrichen, mit der die Schilk-Sieben die neuerliche Punktspielpause am Wochenende überbrückte. Am Donnerstag hatte sie dem Bundesliga-Spitzenclub SV Buxtehude in der Heinrich-Vogler-Halle ein sensationelles 25:25-Unentschieden abgetrotzt.

Dabei konnte ihre großartige Leistung nicht schmälern, daß der Bundesligist nicht alle Trümpfe aufgeboten hatte und nicht mit letztem Einsatz zu Sache ging. Ganz unvorbelastet war schließlich auch der VfL nicht in die Partie gegangen. Der hatte 24 Stunden vorher nämlich schon ein kraftraubendes Turnier in Bad Segeberg absolviert. Das hatte er für sich entscheiden können.

Einer der Gegner war dabei der ungarische Erstligist Borsodi Banyasz aus Miscolc gewesen und den hatten die Oldesloerinnen dabei nach spannendem Kampf auch niedergerungen. Auf die Ungarinnen trafen die VfLerinnen in der Stormarnhalle erneut. Gegen die Truppe, bei der in der letzten Saison Jeanine Hildebrand, die VfL-Keeperin, ein einjähriges Gastspiel gegeben hatte, verloren die Schützlinge von Trainer Claus Schilk nach einem streckenweise begeisternden Spiel zwar letztlich mit 22:25 (14:15), aber auch in dieser Partie hatten sie angedeutet, das ihr Weg weiter nach oben gehen kann.

Gegen eine mit zwölf etwa gleichwertigen Spielerinnen besetzte ungarische Erstligatruppe nämlich hatte der VfL nur ein Rumpfaufgebot anzubieten. Auf seiner Auswechselbank saßen, weil Dörte Knickrehm (gegen Buxtehude als Kreisläuferin in überragender Form), Martina Gliewe und Annette Schümann nicht mit von der Partie sein konnten, nur zwei Spielerinnen.

Darunter war mit der 18jährien Cornelia Renk eine Spielerin aus der A-Jugend, die damit für ihren Einsatz und Eifer in Training und Spiel in dieser ebenfalls von Claus Schilk betreuten Mannschaft belohnt wurde. Umso erstaunlicher war, daß der VfL die Partie unter der Leitung des Schiedsrichtergespanns Dieter Kunze (VfL Rethwisch) und Holger Winkler (HSG Trittau/Lütjensee) weitgehend offen hielt.

Natürlich ließen ab Mitte der zweiten Hälfte Kraft, Kondition und Konzentration nach, so daß ein Zwei-Tore-Rückstand aus der 36. Minute (16:18) nie mehr ganz aufgeholt werden konnte, aber hätte der VfL seine Siebenmeter so sicher verwandelt wie die Ungarinnen – die brachten alle sechs Strafwürfe unter, während der VfL bei gleicher Anzahl nur zwei Treffer erzielte – hätte einem weiteren Achtungserfolg kaum etwas im Wege gestanden.

Die Treffer zur letztendlichen 22:25-Niederlage teilten sich dabei Andrea Hasenberg (5), Zsuzsa Nyari (4/1), Heinke Juds (4), Stefanie Bernecker (3/1), Melanie Bernecker (2/1), Nicole Röhrs und Ingrid Schilk (je 2).

Der Optimismus von Trainer Claus Schilk für die Zukunft der Mannschaft in der Regionalliga-Saison aber beruht nicht nur auf den hervorrangenden Leistungen, die die Mannschaft beim Mammutprogramm in der letzten Woche geboten hat. Er hat zur Ergänzung seines Teams, das die Sollzahl von zwölf Spielerinnen für eine Mannschaft ja nicht erreicht, so daß ihm bei – im Verlauf einer Saison ja fast zwangsläufigen Ausfällen – kaum Auswechslungsmöglichkeiten bleiben, womöglich noch einen ganz „dicken Fisch“ an der Angel.

Unter den Zuschauern beim Spiel gegen Buxtehude weilte auch die vielfache rumänische Nationalspielerin Christine Berbece (weit mehr als 100 Länderspiele). Die ist zu Saisonbeginn mit ihrem Mann nach Bad Schwartau gekommen. Der ist dort noch nicht spielberechtigt für die Bundesliga-Truppe, weil die avisierte Einbürgerung – der Ausländerplatz im Schwartauer Bundesliga-Team ist ja vergeben – noch ausgeblieben ist.

Gleiches gilt für Christine Berbece. Die hat zwar Angebote sogar von Bundesliga-Vereinen vorliegen, möchte aber in der Region bleiben, wenn die Einbürgerung in den nächsten Wochen wie erhofft und versprochen klappt. Vom Spiel der Oldesloerinnen war sie dabei ganz angetan und bekundete Bereitschaft (noch keine Entscheidung) zu einem Wechsel in die Travestadt.

Als Rückraumspielerin wäre sie für den VfL, der dort kaum Variationsmöglichkeiten hat, eine ideale Ergänzung. „Dann könnten wir in der Regionalliga ganz sicher in der Spitzengruppe mitspielen und gar in Richtung 2. Bundesliga schielen“, schwärmt Claus Schilk.

Allerdings hat die Angelegenheit – abgesehen von der endgültig erfolgten Einbürgerung (der zugelassene Ausländerplatz beim VfL ist durch Zsuzsa Nyari ja fest vergeben) und einer endgültigen Zusage der Rumänin – noch einen Haken. Verein, Abteilung und Mannschaft sind finanziell für die Regionalliga-Saison voll ausgebucht. Sie wären darauf angewiesen, die rund 500 Mark an Aufwandsentschädigung pro Monat für die Rumänin über einen oder mehrere Sponsoren zu finanzieren.

Claus Schilk hofft, daß dieser Apell bei finanzkräftigen Stormarner Firmen oder Privatpersonen nicht auf taube Ohren stößt und wartet sehnsüchtig auf diesbezügliche Angebote.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.11.1990

 

VfL darf Schlußlicht Herzhorn nicht auf die leichte Schulter nehmen

(mth) Mit einem Turniersieg in Segeberg, einem tollen Unentschieden gegen die Bundesliga-Spitzenmannschaft SV Buxtehude und eine nur knappe Niederlage gegen eine ungarische Erstliga-Mannschaft – das alles geschah in nur drei Tagen – hat die erste Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der kurzen Punktspielpause für reichlich Aufsehen gesorgt.

Das Fazit: Die Mannschaft ist spielerisch zur Zeit besser als je zuvor und die Aussichten, als Aufsteiger in der Regionalliga ganz weit oben mitzumischen ist riesengroß. Mit 8:4 Punkten steht die Truppe von Trainer Claus Schilk ja schon jetzt glänzend da und diese gute Ausgangsposition möchte sie am Sonnabend um 17 Uhr gegen den MTV Herzhorn behaupten und ausbauen.

Die Aussichten dafür sind sicherlich glänzend. Der Club aus der Elbmarsch, der seit vielen Jahren in höheren Ligen – in besten Zeiten gar in der 2. Bundesliga – zuhause ist, hat in dieser Saison offensichtlich keine sonderlich schlagstarke Truppe mehr beisammen.

Die Herzhornerinnen liegen, für viele Experten nicht unerwartet, am Tabellenende und gelten als Abstiegskandidat. Aber das darf den VfL nicht dazu verleiten, den morgigen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg muß die Kurve von den Freundschaftsspielen, die für sie wie Handball-Festtage waren, zum Punktspielalltag kriegen.

Natürlich verfügt der VfL über mehr spielerische Klasse als die Herzhornerinnen, aber sie wird die auch konzentriert in die Waagschale werfen müssen, soll dabei unter dem Strich auch ein Sieg herauskommen. Vielleicht findet die Mannschaft ja auch wieder einmal mehr Zuspruch bei den Stormarner Zuschauern. Bislang nämlich war die Resonanz, die die Mannschaft trotz hervorragender Leistungen und attraktiver Spielweise (Zsuzsa Nyari) fand, ausgesprochen dürftig und unangemessen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.11.1990

 

MTV Herzhorn nur ein „Trainingspartner“
21:9-Rekordsieg
Oldesloer Handballdamen stürmen mit Macht in Richtung Tabellenspitze

(mth) So leicht ist es der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der Regionalliga noch nie gemacht worden. Schlußlicht MTV Herzhorn war in der Stormarnhalle für die Truppe von Trainer Claus Schilk nur ein Spielball und besserer Trainingspartner.

Mit 21:9 (10:5) landeten die Oldesloerinnen einen Rekord-Sieg für diese Saison. Der Neuling ist damit auf dem besten Wege, sich fest in der Spitzengruppe der Klasse zu etablieren. Eine genaue Standortbestimmung für die Mannschaft wird es gewiß noch Ende dieser Woche geben, wenn die Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16) als nächster Gegner in der Stormarnhalle aufkreuzt. Der Anpfiff zu diesem Spitzenspiel erfolgt am Freitag um 20.15 Uhr.

Der VfL geht gut gerüstet in diese Auseinandersetzung. Natürlich ist der Erfolg gegen den MTV Herzhorn nicht überzubewerten. Dazu war die Mannschaft aus der Elbmarsch einfach zu harmlos. Dennoch kann man dem VfL eine glänzende Leistung bescheinigen. Die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg knüpfte nahtlos an die hervorragenden Leistungen in der Woche zuvor gegen höherklassige Mannschaften an.

Sie machte nicht den Fehler, das Schlußlicht zu unterschätzen, ging vielmehr von der ersten Minute an konzentriert zur Sache, so daß der sichere doppelte Punktgewinn vor wenig mehr als 100 Zuschauern – das waren immerhin ein paar mehr als in den hochkarätigen Freundschaftsspielen, und andeutungsweise war sogar etwas von anfeuernder Unterstützung zu spüren – nie in Gefahr geriet.

Der Gast aus Herzhorn konnte nur in der ersten Viertelstunde gegenhalten. Nach einer schnellen 3:1-Führung des VfL bis zur 6. Minute konnte der Gast, bedingt durch eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe für Zsuzsa Nyari (8. Minute) sogar selbst einmal in Führung gehen (4:3 in der 10. Minute). Das war es dann aber auch.

Bis zur 17. Minute war der VfL wieder auf 6:4 davongezogen und das anschließende 5:6 in der 18. Minute war dann für 26 Minuten der letzte Herzhorner Treffer. Das unterstreicht auch, das beim VfL vor allem die Abwehr nahezu fehlerlos arbeitete. Im Angriff war die Ausbeute dagegen nicht optimal, aber allemal ausreichend. Zumal man immer das Gefühl hatte, Zsuzsa Nyari, Melanie Bernecker und Co. hätten, wenn es nötig gewesen wäre, noch „einen Zahn“ zulegen können.

Bis zur Pause führte der VfL schon mit 10:5. Im einseitigen zweiten Spielabschnitt wurde dieser Vorsprung kontinuierlich ausgebaut. Am Ende stand mit 9:21 für die Herzhornerinnen eine Deklassierung zu Buche. Zweidrittel der VfL-Treffer erzielten bei diesem Rekordsieg Melanie Bernecker und Zsuzsa Nyari, die es auf je sieben Treffer brachten. Die jüngere der Bernecker-Schwestern verwandelte dabei zwei, die Ungarin einen Siebenmeter.

Die weiteren Tore teilten sich Stefanie Bernecker (4), Andrea Hasenberg, Martina Gliewe und Dörte Knickrehm. Zum Einsatz kamen außerdem noch Jeanine Hildebrand (fehlerfreie Leistung im Tor), Nicole Röhrs und Ingrid Schilk. Heinke Juds hatte unter der Woche nicht trainieren können und wurde deshalb nicht eingesetzt und Torhüterin Annette Schümann muß wegen einer Verletzung weiter kürzer treten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.11.1990

 

Schlagerspiel in der Stormarnhalle
VfL-Damen sind heiß auf den Spitzenreiter

(mth) Die Reihe der Schlagerspiele für die Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe reißt zur Zeit nicht ab. Zweieinhalb Wochen nach den Gastspielen der Bundesliga-Spitzenmannschaft SV Buxtehude und der ungarischen Erstliga-Mannschaft Borsodi Banyasz ist heute um 20.15 Uhr der Spitzenreiter der Regionalliga, die Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16) Gast in der Stormarnhalle.

Anders als bei den beiden vorangegangenen Leckerbissen, bei denen es sich ja „nur“ um Freundschaftsspiele handelte, ist es heute ernst. Wie in jedem Punktspiel stehen für beide Mannschaften nur zwei Punkte auf dem Spiel. Aber für den VfL geht es gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer, der erst einen Minuspunkt auf seinem Konto hat, um mehr.

Nach zuletzt vier Siegen in der Punktrunde in Folge und dem glänzenden Abschneiden in den beiden erwähnten Freundschaftsspielen, hat der VfL „Blut geleckt“. Trainer Claus Schilk und seine Schützlinge glauben fest daran, sich nun als Neuling in der Spitzengruppe der Klasse fest etablieren zu können. Das Ziel wäre vorerst erreicht, wenn man nun auch noch die Hamburgerinnen stoppen könnte und entsprechend „heiß“ ist man in der Stormarner Kreisstadt auf das Duell mit dem Spitzenreiter.

Claus Schilk ist davon überzeugt, daß seine Mannschaft spielerisch mit allen Regionalliga-Teams, also auch mit dem Spitzenreiter, mithalten kann, wenn sie ähnlich konzentriert wie in den letzten Wochen zu Werke geht.

Dafür spricht in der Tat einiges. Den VfL plagen zur Zeit keinerlei Verletzungssorgen. Der Coach kann auf alle Spielerinnen seines Kaders zurückgreifen. Auch Torhüterin Annette Schümann ist nach Auskurierung ihrer Bänderverletzung wieder einsetzbar, wiewohl sicher kein Grund besteht, die wieder großartig in Form gekommenen Jeanine Hildebrand nun ohne Not abzulösen.

Hilfreich für die Oldesloer Truppe wäre sicherlich auch eine temperamentvolle Unterstützung durch das Oldesloer Publikum. Bislang hält der Zuschauerzuspruch mit den Erfolgen der Mannschaft bei weitem noch nicht Schritt. Aber zuletzt beim Rekordsieg gegen Schlußlicht MTV Herzhorn am letzten Wochenende waren diesbezüglich ja schon Fortschritte erkennbar.

Vielleicht setzt sich diese Linie ja heute im Spitzenspiel fort. Verdient hätte es die Mannschaft allemal. Sie bietet inzwischen sportlich als Ganzes mehr, als alle ihre Vorgängerinnen und es hat in Oldesloe ja schon Zeiten gegeben, da platzte die Stormarnhalle bei wichtigen Damen-Handballspielen aus allen Nähten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.11.1990

 

Begeisterndes Handball-Spitzenspiel in der Stormarnhalle
Toller Wirbel der VfL-Damen gegen den Spitzenreiter

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe, Neuling in der Regionalliga Nord, hat sich fest in der Spitzengruppe der 3. Liga etabliert. In einem begeisternden Spiel bezwang die Truppe von Trainer Claus Schilk in der Stormarnhalle den zuvor noch ungeschlagenen Spitzenreiter, die Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16) mit 30:25 (14:8).

Mit 12:4 Punkten liegen die Stormarnerinnen nur noch einen Punkt hinter den Hamburgerinnen zurück. Sie verbesserten sich damit auf den dritten Tabellenplatz. Vor ihnen liegt auch noch DJK Kiel. Der nächste Heimgegner des VfL (am 9.Dezember) – vorher spielen die Oldesloerinnen am 2. Dezember bei Mitaufsteiger MTV Tostedt – hat das gleiche Punktekonto (13:3) wie der Spitzenreiter, dabei aber die schlechtere Tordifferenz.

Daß das so blieb, war nicht selbstverständlich. Der VfL nämlich begann mit einer wahren Galavorführung und schien die Hamburgerinnen förmlich aus der Halle „fegen“ zu wollen. Nach einem wahren Angriffswirbel führte der VfL nach acht Minuten mit sage und schreibe 6:0. Er spielte bis dahin Handball wie von einem anderen Stern mit tollen Kombinationen und feinen Einzelleistungen, die alle wie am Schnürchen klappten.

Der Gast dagegen wirkte wie paralysiert. Für ihn hätte es ein fürchterliches Debakel geben können, hätte nicht Melanie Bernecker in der 9. Minute, nachdem HT 16 durch Birte Wede gerade der erste Gegentreffer gelungen war, nacheinander einen Siebenmeter und einen Tempogegenstoß an Pfosten und Latte gesetzt.

Das immerhin holte den VfL von „Wolke 7“ auf den Boden der Tatsachen zurück und gab den Gästen wieder eine Spur Selbstvertrauen. Aber wenn der VfL in der Folgezeit auch nicht mehr allein das Geschehen bestimmte, auf bemerkenswert hohem Niveau spielte er dennoch weiter. Da nun langsam auch die Hamburgerinnen deutlich machten, warum sie bislang ungeschlagen an der Tabellenspitze standen, entwickelte sich ein tempogeladenes Spitzenspiel, das eine echte Werbung für den Damen-Handball war.

Der VfL verteidigte dabei den Sechs-Tore-Vorsprung aus der Anfangsphase, ja, er führte dreimal (9:2 in der 18. Minute; 13:6 und 14:7 in der 29. Minute) sogar mit sieben Toren Vorsprung. Das war nicht zuletzt ein Verdienst von Torhüterin Jeanine Hildebrand, die ganze Serien schwerster Würfe entschärfte und ihre beiden Hamburger Kolleginnen bei weitem übertraf.

Um eine von denen gab es in der 21. Minute Aufregung, als die überragende Zsuzsa Nyari, inzwischen eindeutiger Publikumsliebling in der Stormarner Kreisstadt, sie mit einem Wurf am Kopf traf. Der Ungarin dabei böse Absicht zu unterstellen, wie es die Hamburger Bank tat, aber war sicher unangemessen. Das führte im übrigen zu einer weiteren Solidarisierung der Zuschauer – mit fast 300 (265 zahlende) war die Stormarnhalle so gut gefüllt, wie schon seit Jahren bei einem Handballspiel nicht mehr – mit dem VfL-Team und das zahlte sich noch aus.

Spannung nämlich kam in der zweiten Halbzeit durchaus noch einmal auf. Zunächst erhöhte Melanie Bernecker in der 31. Minute auf 15:8, aber dann zog der Spitzenreiter, für den nun plötzlich Ulrike Rüther aus allen Lagen traf – sie warf im zweiten Spielabschnitt neun Tore und war damit erfolgreichste Werferin des Spiels vor Melanie Bernecker (8) und Zsuzsa Nyari (8/1) – das Tempo an und kam beim 15:13 (36. Minute) und 16:14 (37. Minute) bedrohlich nah heran.

Aber gestützt auf lautstarke Anfeuerung aus dem Publikum fing sich der VfL wieder. Als die Hamburgerinnen in der 38. Minute dann ihre erste Zwei-Minuten-Strafe (Christa Cuhls) von den ausgezeichneten Schiedsrichtern Schwark und Tschirne (Büdelsdorf) bekamen – für den VfL hatten vorher schon Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehm Zwangspausen einlegen müssen – schlugen die Schilk-Schützlinge erbarmungslos zurück.

In Überzahl zogen sie schnell auf 19:14 davon und rückten somit die Verhältnisse wieder klar. Der Gast gab sich zwar noch immer nicht geschlagen und verkürzte bis zur 47 Minute noch einmal auf 18:21. Aber als daraufhin Zsuzsa Nyari binnen weniger Sekunden erneut zweimal zum 23:18 zuschlug, war die Partie endgültig gelaufen.

Bei dem Abstand blieb es bis zum 30:25-Endstand und beide Teams wurden von den begeisterten Zuschauern mit stehenden Ovationen verabschiedet. Der VfL kam in diesem Spitzenspiel mit acht Spielerinnen aus, wobei Martina Gliewe (ohne Tor) lediglich für 18 Minuten die Position von Stefanie Bernecker (1 Tor) aus der Stammformation einnahm.

Zu der gehören neben den schon ausreichend erwähnten Spielerinnen (Melanie Bernecker, Nyari und Hildebrand) noch Dörte Knickrehm (7/2 Tore), Ingrid Schilk und Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg (je 3). Heinke Juds, die zur Zeit wegen beruflicher Überlastung nicht trainieren kann und in Absprache mit ihrem Trainer nur für Notfälle auf der Bank sitzt, und Nicole Röhrs kamen nicht zum Einsatz und Annette Schümann hat ihre Bänderverletzung noch immer nicht voll auskuriert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1990

 

Claus Schilk: „Aus den Jägern werden Gejagte“

(mth) Spätestens seit dem grandiosen Sieg vor einer Woche gegen den vorher ungeschlagenen Spitzenreiter HT 16 ist die Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe aus dem Schattendasein herausgetreten. „Obwohl wir ja uns auch vorher schon gut in der Klasse etabliert hatten, dem Sieg gegen die Hamburgerinnen waren schließlich vier andere Siege in Folge vorangegangen‚ haben viele Gegner uns vorher überwiegend als Neuling angesehen und nicht recht für voll genommen.

Das ist jetzt anders geworden,“ weiß Claus Schilk aus Erfahrung aus vielen Telefonanrufen, die ihn seither aus ganz Norddeutschland erreichten. „Aus der eher angenehmen Rolle als Außenseiter und „Jäger“ werden wir wohl langsam aber sicher herausgedrängt,“ so lautet seine Schlußfolgerung daraus.

„Jetzt sind alle weiteren Gegner darauf erpicht, gerade uns ein Bein zu stellen, so daß wir uns auf Teams einstellen müssen, die uns jagen wollen und mit 110prozentiger Leistung aufwarten.“ Das werden die VfL-Damen vermutlich schon am Sonntag um 17 Uhr zu spüren bekommen, wenn bei Mitaufsteiger MTV Tostedt die nächste Begegnung steigt.

Die Tostedter verfügen über eine kompakte Truppe, die sich nach dem Aufstieg durch die bulgarische Nationalspielerin Rusca Borisova, Nicola Hein (Torhüterin) und Tanja Hausmann (beide vom Buxtehuder SV) noch erheblich verstärkt hat.

Die Niedersachsen, deren Spieletrainerin Tanja Hausmann Augenzeuge des tollen VfL-Spiels war, bevorzugt eine raue Gangart, so daß sich die Oldesloerinnen sicher warm anziehen müssen, wollen sie ihre Erfolgsserie fortsetzen.

In entsprechender Form ist die Mannschaft dafür zweifellos. Am Dienstag unterstrich sie das in einem Testspiel bei der Oberliga-Mannschaft SG Großensee/Möhnsen mit einem lockeren 30:20-Sieg. Dabei mußte der VfL ohne Auswechselspielerin auskommen, denn Zsuzsa Nyari (erkältet), Dörte Knickrehm (Blessuren an Knie und Ellenbogen) und Melanie Bernecker (leichte Daumenverletzung, die sie sich am Wochenende bei Spielen in der Schleswig-Holstein-Auswahl zuzog) standen ebenso wie Trainer Claus Schilk für dieses Spiel nicht zur Verfügung und Heinke Juds war zusätzlich durch eine Bronchitis geschwächt.

Schilk aber ist optimistisch, alle am Sonntag in Tostedt wieder dabei zu haben. Einzig auf eine zweite Torhüterin muß er weiter verzichten, denn Annette Schümann hat den Muskelfaserriß aus dem Spiel vor knapp zwei Monaten in Oldenburg noch immer nicht auskuriert. Dazu sollte sie, die vor Ehrgeiz langsam ungeduldig wird, sich ausreichend Zeit nehmen, zumal Jeanine Hildebrand ja wieder zu glänzender Form aufgelaufen ist.

Bestätigt die in Tostedt auch die ganze Mannschaft, steht einem weiteren Erfolgserlebnis eigentlich nichts im Wege und dann darf man sich in Oldesloe schon auf ein neues Handballfest freuen. Eine Woche später nämlich kommt der mit HT 16 punktgleiche Tabellenzweite DJK Kiel in die Stormarnhalle und da könnte es dann echt um die Spitze in der Regionalliga gehen.

STORMARNER TAGEBLLATT vom 30.11.1990

 

VfL-Damen jetzt Zweiter

(mth) Der Höhenflug der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hält weiter an. Bei Mitaufsteiger MTV Tostedt schaffte die Truppe von Trainer Claus Schilk mit 18:16 (7:8) den sechsten Sieg in Folge. Damit sind die Stormarnerinnen nun schon Zweiter in der Regionalliga. Überholt haben sie den bisherigen Tabellenführer HT 16, dessen Partie gegen den MTV Moringen auf den 15. Dezember verschoben ist.

Die Hamburgerinnen liegen relativ noch einen Punkt besser als der VfL im Rennen, aber das ändert nichts daran, daß das Spiel der Oldesloerinnen am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen den neuen Spitzenreiter DJK Kiel der absolute Schlager der Liga ist. Da müßte die Stormarnhalle eigentlich wieder aus allen Nähten platzen.

Beim Spiel in Tostedt lief es für den VfL nicht ganz so „geschmiert“ wie in der Vorwoche gegen HT 16. Tostedts Spielertrainerin hatte die Oldesloerinnen aufmerksam studiert und war auf besondere Stärken des VfL-Spiels gut eingestellt. Dazu tat sich der Gast aus Stormarn besonders in der ersten Halbzeit mit der rauen Gangart der Niedersachsen schwer.

So gelang es keiner Mannschaft, bis zum Seitenwechsel davonzuziehen. Mit einer Umstellung im VfL-Spiel – an Stelle von Zsuzsa Nyari spielte nun Ingrid Schilk vor der Deckung, während die Ungarin auf Rechtsaußen auf Möglichkeiten für Tempogegenstöße spekulierte – nach der Pause fanden sich die Tostedterinnen eine knappe Viertelstunde nicht zurecht.

Das reichte den Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, die kämpferisch die ganzen 60 Minuten überzeugten, die Entscheidung herbeizuführen. Aus dem 7:8-Pausenrückstand machten sie bis zur 42. Minute eine 13:9-Führung. Diesen Vier-Tore-Vorsprung verteidigten sie bis zur 51. Minute (16:12) und das reichte für den Sieg, ohne daß man trotz dreier verworfener Siebenmeter noch einmal hätte um den Sieg zittern müssen.

Die Tore bei diesem Erfolg teilten sich Zsuzsa Nyari (6), Stefanie Bernecker – nach der Pause mit großer Leistung –‚ Ingrid Schilk (je 4), Dörte Knickrehm und Melanie Bernecker (je 2). Außerdem kamen noch Torhüterin Jeanine Hildebrand (wieder sehr zuverlässig), Andrea Hasenberg, Martina Gliewe und Heinke Juds zum Einsatz.

Nicole Röhrs, die kleinste VfL-Spielerin, wurde gegen die robusten Tostedterinnen nicht eingesetzt und Annette Schümann kuriert weiterhin ihre Muskelverletzung aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1990

 

Schlagerspiel der Handball-Regionalliga
Mit einem Sieg über DJK Kiel kann VfL Oldesloe Tabellenführer werden

(mth) Die Stormarnhalle in Bad Oldesloe ist am Sonntag um 16.30 Uhr wieder Schauplatz eines Handballknüllers. Gast der Regionalliga-Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist DJK Kiel.

Das ist die absolute Schlagerpaarung des vorletzten Hinrunden-Spieltages, denn die Truppe aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt ist seit dem letzten Wochenende Tabellenführer und die Schilk-Sieben folgt nach sechs Siegen hintereinander auf dem zweiten Rang.

Und die Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg sind heiß darauf, den siebten Streich folgen zu lassen, um selbst als Klassenneuling die Tabellenspitze zu übernehmen. In der augenblicklichen Verfassung ist das der Mannschaft durchaus zuzutrauen.

Am letzten Sonntag in Tostedt konnte sie zwar nicht ganz an die spielerische Glanzleistung vom letzten Heimspiel gegen HT 16 anknüpfen, aber die Mannschaft bewies mit glänzender Moral auch da, daß sie zurecht in der Spitzengruppe der Klasse mitmischt.

Imponierend dabei war wieder einmal die Leistung der 160fachen ungarischen Nationalspielerin Zsuzsa Nyari. Sie ist in Oldesloe schnell zum Publikumsliebling geworden und nicht zuletzt wegen ihr steigt das Interesse bei Oldesloes Sportfreunden an Damen-Handball zur Zeit wieder sprunghaft an.

Auch am Sonntag müßte die Halle eigentlich wieder proppevoll werden, zumal die ja auch wieder aufstrebenden VfL-Fußballer und die Handballdamen Überschneidungen bewußt vermeiden. Am Sonntag kann man übrigens beides gut miteinander verbinden, denn das Handball-Schlagerspiel beginnt eine Dreiviertelstunde nach Beendigung des Fußballspiels in der Bezirksliga zwischen dem VfL und dem TSV Schlutup.

Auf lautstarke Unterstützung könnten die VfL-Damen im übrigen wieder angewiesen sein. Gegen HT 16, so beteuerten viele Spielerinnen, hat das sehr geholfen. Und von Pappe ist das Team aus Kiel, eine sehr kompakte und ausgeglichen besetzte Truppe, wahrlich auch nicht.

Beide Mannschaften spielten vor zwei Jahren in der schleswig-holsteinischen Oberliga schon einmal für eine Saison gemeinsam in einer Klasse. DJK gelang dabei als Klassenneuling ein vielbeachteter Durchmarsch in die Regionalliga, während der VfL in der gleichen Saison Zweiter wurde und in einer zusätzlich anberaumten Aufstiegsrunde den Aufstieg, den man dann im Frühjahr diesen Jahres nachholte, um sage und schreibe ein Tor verpaßte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1990

 

Spanien lockt mit Geld
VfL-Damen bangen um Zsuzsa Nyari

(mth) Das der VfL Oldesloe in der Handball-Regionalliga morgen um 16.30 Uhr in der Stormarnhalle im Schlagerspiel gegen DJK Kiel als Neuling Spitzenreiter der Klasse werden kann, verdankt die Truppe von Trainer Claus Schilk nicht zuletzt ihrem ungarischen Star, der 160fachen Nationalspielerin Zsuzsa Nyari.

Jetzt aber hat man in Oldesloe Sorgen, ob der neue Publikumsliebling gehalten werden kann. Beim ungarischen Verband, der Zsuzsa zunächst nur für ein Jahr an den VfL „ausgeliehen“ hat, sind inzwischen Handballmäzene aus dem spanischen Santander vorstellig geworden, die bereit sind, für einen Wechsel der Flügelflitzerin auf die iberische Halbinsel eine Menge Geld zu investieren.

Das ist in Ungarn nicht auf taube Ohren gestoßen. Um die Offerte zu prüfen, hat der Verband angeordnet, Zsuzsa solle sich dort vor Ort einmal umsehen und Kontakte aufnehmen. Das wird unmittelbar nach dem Spiel gegen DJK-Spiel geschehen.

Allerdings: Die Ungarin selbst will zu gerne in Oldesloe bleiben und weiter für den VfL spielen. Sie wird sich auch morgen voll ins Zeug legen. Mit einem vollen Haus und lebhafter Unterstützung können dabei sicher auch Stormarns Handballfans das Ihre dazu tun, sie in diesem Vorhaben, soweit sie es selbst in der Hand hat, zu stärken.

STORMMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1990

 

Auch DJK Kiel „weggeputzt“
VfL-Damen nach 21:16-Sieg nun Spitzenreiter

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat alle Chancen, als Neuling in der Regionalliga Herbstmeister zu werden. Auch DJK Kiel, seit Anfang Dezember Spitzenreiter, war in der Stormarnhalle vor der Rekordkulisse für diese Saison von 320 zahlenden Zuschauern ohne reelle Chance gegen die Truppe von Trainer Claus Schilk. Mit 21:16 (11:7) gelang dem VfL der siebte Sieg in Folge und damit der Sprung an die Tabellenspitze.

Das Spitzenspiel in der Stormarnhalle war am Vorabend der Partie noch aufgewertet worden. Vor einer Woche hatten die Kielerinnen und der VfL vermeintlich ja nur deshalb an HT 16 vorbeiziehen können, weil die Hamburgerinnen durch eine Verlegung mit einem Spiel im Rückstand waren.

Relativ lagen sie da noch am besten im Rennen. Aber das änderte sich am Sonnabend. Da nämlich schlug der Oldenburger SV die Hanseatinnen sensationell mit 21:17. Damit war klar, daß der Sieger des Spiels in der Stormarnhalle echter Spitzenreiter der 3. Liga werden würde.

Das schienen zu Spielbeginn nur die Oldesloerinnen zu wissen. Wie vor gut zwei Wochen gegen HT 16 begann der VfL furios und machte gleich deutlich, wer Herr im Haus ist. Allen voran Melanie Bernecker, die die Treffer bis zum 3:0 in der 4. Minute im Alleingang erzielte.

Zsuzsa Nyari, mit einer Oberschenkelverletzung gehandicapt ins Spiel gegangen, aber dennoch wieder in bestechender Form, ließ per Tempogegenstoß noch das 4:0 (5.) folgen, ehe DJK per Siebenmeter der erste Gegentreffer (6.) gelang. Ihr erstes Tor aus dem Spiel heraus erzielten die Gäste erst in der 14. Minute (zum 6:3) und als zwei Minuten später gar das 4:6 (aus Sicht der Gäste) gelang, wurde es für ein paar Minuten – bis zum 7:6 in der 24. Minute – sogar einmal eng für die Stormarnerinnen.

Das hatte seine Ursache darin, daß der VfL Umstellungsschwierigkeiten bekam, als Melanie Bernecker kurz gedeckt wurde. Aber fünf Minuten vor dem Wechsel hatten die Oldesloerinnen diese Schwierigkeiten dann überwunden. Das wurde besonders deutlich, als Dörte Knickrehm in der 26. Minute (es stand inzwischen wieder 9:6) eine umstrittene Zwei-Minuten-Strafe bekam. In Unterzahl schmolz der Vorsprung nicht etwa, er wurde vielmehr durch Tore von Zsuzsa Nyari und Ingrid Schilk auf 11:6 ausgedehnt, ehe den Kielerinnen unmittelbar vor dem Seitenwechsel das 7:11 gelang.

Das war für den VfL natürlich schon ein schönes Polster, aber es sollte noch weit besser kommen. Bis zur 45. Minute nämlich bekam der Gast nun überhaupt kein Bein mehr an die Erde, so daß der VfL auf 18:7 davonziehen konnte. Beim VfL paßte in diesen Minuten fast alles, bei den Kielerinnen überhaupt nichts. Sie trafen bestenfalls Holz, scheiterten immer wieder an VfL-Keeperin Jeanine Hildebrand und konnten gegen die eigens dafür eingewechselte Annette Schümann selbst zwei Siebenmeter nicht in Tore ummünzen.

Das es in dem Stil nicht weiterging, lag nicht zuletzt am Schiedsrichtergespann Brösel/Miloschek aus Hamburg. Die pfiffen vieles reichlich merkwürdig, zeigten dabei keine klare Linie, so daß ihnen ein Großteil der in der Schlußviertelstunde aufkommenden Hektik zuzuschreiben ist. Dazu war ja weiß Gott kein sportlicher Anlaß, denn das Spiel war natürlich entschieden.

Opfer der Hektik wurde dann überflüssigerweise VfL-Trainer Claus Schilk. Der hatte vor der Pause schon Gelb gesehen, war durch zwei – gemessen an sonstigen Entscheidungen – höchst fragwürdige Zeitstrafen gegen Heinke Juds binnen 125 Sekunden (50. und 52.) weiter zu erhöhtem Adrenalinausstoß angeheizt worden, so daß ihm bei der nächsten – harmlosen – Fehlentscheidung eine Sicherung durchbrannte. Für den Kommentar: „Du spinnst wohl“ gab es Rot.

Das brachte den Sieg seines Teams nicht mehr in Gefahr, denn der VfL hielt den Sechs-Tore-Vorsprung (18:12) zu diesem Zeitpunkt bis Sekunden vor Schluß (21:15), ehe DJK der 21:16-Endstand gelang. Aber das wird den VfL einen Teil der schönen Einnahme kosten, denn die Preise (Strafen) für Trainer-Rot sind in der Regionalliga ziemlich üppig.

Die Tore zu diesem neuerlichen tollen Erfolg der VfL-Damen teilten sich Zsuzsa Nyari (6/2), Stefanie Bernecker (4/1) – darunter die letzten drei für ihre Mannschaft) –‚ Melanie Bernecker (4/2), Dörte Knickrehm (3/1), Ingrid Schilk (2), Heinke Juds und Andrea Hasenberg. Zum Einsatz kamen neben den beiden Torhüterinnen auch noch Martina Gliewe und Nicole Röhrs.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.12.1990

 

Mit einem Sieg in Hellern wäre VfL Halbzeitmeister

(mth) Mit der sportlichen Bescherung für dieses Jahr wartet die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe bis unmittelbar vor Heiligabend. Zum letzten Spiel in diesem Jahr treten die Schützlinge von Trainer Claus Schilk am Sonntag um 11 Uhr beim SV Hellern an.

Das Geschenk, daß sich die Oldesloerinnen dann selbst unter den Weihnachtsbaum legen wollen, ist dafür aber auch besonders groß. Gewinnen die Stormarnerinnen nun auch noch das achte Spiel in Folge, dann sind sie als Aufsteiger Halbzeitmeister in der Damen-Regionalliga. Natürlich will sich der VfL diese Chance, wenn es irgend geht, nicht entgehen lassen.

Mit Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, die zu einem Kurzurlaub in den sonnigen Süden aufgebrochen ist, und Martina Gliewe, die beruflich verhindert ist, können zwar zwei Spielerinnen aus dem ja nicht übermäßig üppigen Kader die Reise in die kleine Gemeinde in der Nähe von Osnabrück nicht mitmachen, dennoch ist VfL-Coach Claus Schilk zuversichtlich.

„Wenn wir auch nur annähernd an die Form der Spiele gegen HT 16 und DJK Kiel anknüpfen können, müßte ein Sieg für uns drin sein“, ist er sich sicher. Er hat die Truppe aus Niedersachsen einmal bei einem Gastspiel in Hamburg unter die Lupe nehmen können und weiß, daß seine Truppe ihr Hauptaugenmerk auf zwei wurfgewaltige Rückraumspielerinnen legen muß. „Wenigstens eine von denen werden wir wohl in kurze Deckung nehmen“, hat Schilk auch schon die Grundzüge seines Konzeptes festgelegt.

Fest rechnet er dabei auf seine ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari. Die ist eigens für dieses Spiel nach ihrem Trip in die Heimat wieder in Deutschlands Norden gekommen, wird aber gleich nach dem Spiel wieder nach Ungarn reisen, wo sie das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel verbringen wird. Ihre Rückkehr 1991 nach Bad Oldesloe aber steht inzwischen nicht mehr in Frage.

Die VfL-Handballfans brauchen deshalb um ihren neuen Publikumsliebling in dieser Beziehung nicht mehr zu bangen. Allerdings ist die Oberschenkelverletzung, die Zsuzsa schon beim Spiel vor 14 Tagen gegen DJK Kiel behinderte, noch immer nicht ganz abgeklungen. Mit Massagen und Tape-Verbänden aber wird es wohl auch in Osnabrück – dort findet das Spiel statt – wieder gehen.

Mit von der Partie ist auch wieder Torhüterin Annette Schümann, deren langwierige Verletzung nun endlich behoben ist, so daß sie bei Bedarf für Jeanine Hildebrand, die nach ihren zuletzt glänzenden Leistungen natürlich zunächst den Vorzug bekommt, einspringen kann.

Der VfL tritt die weite Reise nach Osnabrück schon am späten Sonnabendnachmittag an und wird in einem Sporthotel übernachten, um dann am nächsten morgen beim Spiel hellwach und ausgeruht antreten zu können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.12.1990

 

VfL-Damen wie im Rausch
Mit einem 27:14-Sieg beim SV Hellern Herbstmeister

(mth) Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe sind zur Zeit nicht zu stoppen. Zum Abschluß der Hinrunde spielte die Truppe um die vielfache ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari noch einmal wie im Rausch. Am Ende hatte sie mit 27:14 (16:9) gegen den SV Hellem in Osnabrück den achten Sieg in Folge unter Dach und Fach gebracht.

Mit dieser Erfolgsserie sind die Oldesloerinnen als Klassenneuling überlegen Halbzeitmeister geworden und stehen, wenn sie die Form der letzten Spiele in nächste Jahr hinüberretten können, auf dem Sprung in die 2. Bundesliga.

Am letzten Spieltag der Hinrunde lief alles für den VfL. Im Duell der beiden Mannschaften, die ihm bei einem Punktverlust in Osnabrück den ersten Tabellenplatz hätten streitig machen können, DJK Kiel und VfL Oldenburg II, gab es am Sonnabend ein 13:13-Unentschieden.

Die Hamburger Turnerschaft von 1916 (HT 16), die an den ersten sieben Spieltagen wie ein sicherer Titelanwärter ausgesehen hatte, ist durch die Niederlage Ende November in der Stormarnhalle völlig außer Tritt geraten. Sie kassierte beim Eimsbütteler TV mit 16:17 schon die dritte Niederlage in nun vier sieglosen Spielen und liegt nun schon zwei Zähler hinter den Kielerinnen und Oldenburgerinnen und gar vier hinter den Stormarnerinnen. Der VfL verfügt dazu noch über die mit weitem Abstand beste Tordifferenz aller zwölf Mannschaften.

Die Voraussetzungen für das Spiel in Osnabrück waren für den VfL eigentlich ja nicht die besten gewesen. Mit Mannschaftführerin Andrea Hasenberg (Urlaub) und Martina Gliewe (beruflich unabkömmlich) konnten zwei Spielerinnen aus dem zahlenmäßig ja nicht gerade üppigen Kader am letzten Hinrundenspiel nicht mitmachen.

Dazu war Zsuzsa Nyari noch immer durch eine Oberschenkelverletzung etwas gehandicapt und Dörte Knickrehm hatte eigens für dieses Spiel ihren Urlaub unterbrochen. Zu allem Überfluß war Trainer Claus Schilk wegen seiner roten Karte im Spiel gegen DJK Kiel auf die Tribüne verbannt und konnte so seine Schützlinge nicht wie gewohnt temperamentvoll dirigieren.

Aber so etwas kann die Mannschaft in dieser Saison offenbar nicht erschüttern. Nur zehn Minuten lang konnte der SV Hellern das Geschehen offen halten. 3:3 stand es zu diesem Zeitpunkt. Dann aber verschärfte der VfL das Tempo und zog mühelos auf 11:4 bis zur 22. Minute davon.

Damit war das Spiel natürlich schon entschieden. Dieser Abstand blieb bis zur Pause (16:9). Dann zog der VfL bis zur 35. Minute auf 19:9 davon, verharrte bei diesem Vorsprung bis zum 21:11 in der 45. Minute und erreichte seine deutlichste Führung nach neuerlicher Tempoverschärfung beim 26:11 in der 52. Minute. Die letzten acht Minuten ließ die Mannschaft es dann ruhiger angehen, ließ Hellern auf 14:26 herankommen um dann mit dem 27. Tor kurz vor Schluß wieder das letzte Wort zu haben.

Am Treffersegen waren alle sieben Feldspielerinnen beteiligt. Je fünf Tore gelangen Zsuzsa Nyari – sie brannte ein wahres handballerisches Feuerwerk ab –‚ Dörte Knickrehm und der wie aufgedreht spielenden Heinke Juds. Je vier Tore gelangen den beiden Bernecker-Schwestern, wobei Stefanie erneut ganz stark auftrumpfte, während Melanie, weil der Gegner sich auf sie besonders konzentrierte, nicht wie gewohnt zur Geltung kam. Schließlich erzielten Ingrid Schilk, die sich mit durchschnittlicher Leistung begnügte, und Nicole Röhrs, die ihre bislang wohl beste Saisonleistung bot, je zwei Tore.

Durch Zsuzsa Nyari (2) und Melanie Bernecker verwarf der VfL sogar noch drei Siebenmeter. Auf der anderen Seite hielt Annette Schümann zwei Strafwürfe. Sie ersetzte in den letzten 20 Minuten Jeanine Hildebrand (nicht ganz so stark wie zuletzt) und war nach ihrer langen Verletzungspause schon wieder in glänzender Form.

Auf der Bank hatte Peter Stäcker – bis Ende letzter Saison Betreuer der Mannschaft – das Coaching übernommen. Die Mannschaft hat jetzt knapp drei Wochen Pause, ehe sie am 11. Januar um 20.15 Uhr zum Rückrundenstart in der Stormarnhalle den Eimsbütteler TV erwartet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.12.1990

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