Die Saison 1990 - 91 - Rückserie

 

VfL-Frauen bezwangen ETV klar mit 24:15
VfL Oldesloe - ETV Hamburg 24:15

Am vergangenen Freitag starteten sie mit einem überzeugenden 24:15 Sig über den Eimsbüttler TV/Hamburg in die Rückrunde. In der Tabelle vergrößerte der VfL seinen Vorsprung, da die Verfolger DJK Kiel und VfL 0ldenburg 11 sich 13:13 trennten und Meisterschaftsfavorit HT 16 Hamburg in Eimsbüttel mit 16:17 verlor.

Mehr als 250 Zuschauer erlebten am vergangenen Freitagabend in der Stormarnhalle einen über-zeugenden Rückrundenstart gegen den Eimsbüttler TV. Die Gegnerinnen konnten eigentlich nur in ihrem neuen „Outfit", abgeschnittenen Trainingshosen mti teilweise bunten Hufnähern besetzt, überzeugen. Spielerisch glänzte nur Kerstin Philip. Mit neun von 14 Gegentoren wirbelte sie die VfL-Deckung häufig durcheinander.

Die Oldesloerinnen zogen alle Register ihres technischen Könnens. Gestoppt wurden sie nur einige Male durch recht zweifelhafte Entscheidungen der beiden Unparteiischen. Dies paßte auch VfL-Coach Claus Schilk nicht so recht in sein Konzept. Nachdem er schon in der 20. Minute „Gelb" gesehen hatte, stand er wieder nahe an einem Platzverweis. Die Spielerinnen ließen sich davon aber nicht be- eindrucken. Nach dem Pausenstand von 11 :8 kamen die Gäste nur noch einmal auf 12:9 heran. Pech hatte der ungarische Wirbelwind Zsuzsa Nyari (2 Tore). Sie schied mit einer schmerzhaften Fußverletzung vorzeitig aus. In der Schlußphase konnten sogar noch alle Ersatzspielerinnen ins Spielgeschehen eingreifen. Annette Schumann zeigte mit einigen Glanzparaden im Tor noch die beste Leistung.

Während Martina Gliewe ihren Siebenmeter am Tor vorbeiwarf, nutzte „Tiger" Nicole Röhrs ihre Chance udn verwandelte einen Strafwurf zm 24:15 Endstand. Die weiteren Torschützen: Nyari (2), Stefanie Bernecker (5), Melanie Bernecker

Oldesloer Markt vom 16.01.1991

VfL-Damen marschieren souverän in Richtung zweite Bundesliga
Seit zehn Spielen ohne Punktverlust
VfL Oldenburg II - VfL Oldesloe 16:20

Bundsliga zwei, wir sind dabei! Nach dein 20:16 Erfolg der Handball¬Damen des Vfl Oldesloe im Regionalliga-Spitzenspiel beim Vfl Oldenburg 11 war der Jubel natürlich groß. Auf der Rückfahrt floß der Sekt im Mannschaftsbus in Strömen, denn neben dem Sieg galt es auch noch den 20. Geburtstag von Nicole Röhls zu feiern. Die Halle in Oldenburg war fest in Oldesloer Hand. Unter den gut 100 Zuschauern machten sieh die 25 mitgereisten Vfl-Fans lautstark bemerkbar. Mit Hupen und anderen Instrumenten feuerten sie ihre Mannschaft leidenschaftlich an.

Das Spiel des Zweiten gegen den Ersten war in der ersten Halbzeit von Nervosität und Hektik geprägt. Beiden Teams unterliefen etliche technische Fehler. Die Gastgeber konnten zunächst in Führung gehen, nicht zuletzt dank der Mithilfe der beiden Unparteiischen Dittrich und Niehenke (Niedermark).

Die verhängten nämlich in der Anfangsphase nicht weniger als vier Siebenmeter gegen den VfL Oldesloe. Einen Strafwurf konnte Jeanine Hildebrand parieren. Besonders Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Melanie Bernecker, die alle ihre fünf Tore in den ersten dreißig Minuten warf, sorgten dafür, daß die Begegnung ausgeglichen verlief.

Co-Trainer Peter Stäcker und Zsuzsa Nyari, die gemeinsam von der Bank aus die Anweisungen gaben, bewiesen dann ein glückliches Händchen beim Auswechseln. Martina Gliewe war kaum auf dem Feld, da gelang ihr schon das erste Tor. Außerdem wurde die Deckung von 6:0 auf 5:1 umgestellt. Das brachte noch mehr Sicherheit in die Aktionen der Gäste.

Zur Pause hatte sich der VfL dann einen 11:10-Vorsprung, erkämpft. Nach dem Wechsel zogen die Oldesloerinnen das Tempo an und holten schnell eine Vier-Tore-Führung heraus, die bis zum Spielende nicht mehr in Gefahr geriet. Jeanine Hildebrand im VfL-Tor bot einmal mehr eine Superleistung und vorne im Angriff zeichnete Stefanie Bernecker für die Tore verantwortlich. Sie zeigte ein starkes Spiel und traf in der zweiten Halbzeit viermal ins Schwarze.

Da ließ es sich auch die verletzte Zsuzsa Nyari nicht nehmen, für einen Kurzeinsatz aufs Spielfeld zu kommen. Sie verwandelte einen Siebenmeter und nahm wieder auf der Bank Platz.

Annette Schumann, die zweite Torsteherin, erwies sich als „Siebenmeter-Killerin". Zweimal konnte sie einen Strafwurf abwehren.

Andrea Hasenberg sowie Stefanie und Melanie Bernecker warfen je fünf Tore. Martina Gliewe traf zweimal. Ingrid Schilk, Heinke,Juds und Zsuzsa Nyari (je 1) sorgten für die übrigen Vfl - Treffer. Außerdem kam noch Geburtstagskind Nicole Röhrs zum Einsatz und Vanessa Schack aus der A-Jugend durfte auf der Bank zum ersten Mal Regionalligaluft, schnuppern.

Der Vorsprung der VfL-Damen ist mittlerweile auf komfortable fünf Punkte angewachsen. Hinter den Oldesloerinnen (22:4 Punkte) belegen VfL Oldenburg Il(17:9) und HT 16 Hamburg (16:8) die nächsten Plätze.

Stormarner Tageblatt vom 22.01.1991

Durchschnittliche Leistung reichte dem VfL zum Sieg
VfL Oldesloe - SV Werder Bremen 23:20

An Selbstbewußtsein fehlte es Hartmut Groß, dem Trainer der Handball-Damen des SV Werder Bremen, vor dem Spiel beim Spitzenreiter VfL Oldesloe wahrlich nicht.

„Wir sind hergekommen, uni zu gewinnen. Den Erfolg vom Hinspiel würden wir gerne wiederholen", meinte der Gästetrainer kurz vor dem Anpfiff.

Am Ende war dann aber alles standesgemäß verlaufen. Auch im elften Spiel hintereinander gaben die VfL Damen keinen Punkt ab und nahmen beim 23:20 (13:7) 3:7) erfolgreich Revanche für die knappe Niederlage in Bremen.

Anfänglich konnten sich die etwa 250 Zuschauer in der Stormarnhalle an der Vorstellung beider Teams nicht recht erwärmen. Der VfL begann nervös und konnte sich in den Anfangsminuten bei der ausgezeichnet haltenden Torfrau Jeanine Hildebrand bedanken, daß man nicht in Rückstand geriet.

Erst nach zehn Minuten kam der „VfL-Motor" richtig auf Touren. Jetzt klappten die Anspiele und der Oldesloer Angriff konnte sich besser in Szene setzen. Zsuzsa Nyari, die von Beginn an spielen konnte, glänzte mit zwei schönen Toren und gekonnten Pässen. Über 5:2 und 8:4 zogen die Gastgeberinnen auf 11:5 davon. Bremens Torfrau beklagte sich lautstark über die Mängel in der Deckung.

Mit dem Pausenpfiff markierte Andrea Hasenberg nach schönem Zusammenspiel mit Zsuzsa Nyari das 13:7. Die kleine Ungarin, deren Einsatz ja nach ihrer schweren Prellung fraglich war, hatte nach dem Aufwärmen mit einem kurzen Nicken zu den Betreuern signalisiert: „Es geht."

Wohl im Gefühl des sicheren Sieges ließen die VfL Damen zu Beginn der zweiten dreißig Minuten die Zügel etwas schleifen. Die Bremerinnen kamen bis auf drei Tore heran. Ernsthafte Gefahr drohte dem Spitzenreiter jedoch zu keiner Zeit. Zwischen der 40. und 50. Minute sorgten die Oldesloerinnen dann wieder für klare Verhältnisse

Über 15:12 und 18:12 zogen die Schilk-Schützlinge bis zur 47. Mimte auf 21:14 davon, ehe Zsuzsa Nyari und Dörte Knickrehm mit zwei Siebenmetern die Chance vergaben, die Führung noch weiter auszubauen. Andrea Hasenberg markierte das letzte Tor für die Gastgeberinnen.

Danach schlich sich wieder etwas der Schlendrian ein, so daß Bremens Gabi Woidt mit einem echten „Hattrick" das Ergebnis für ihr Team noch etwas erträglicher gestalten konnte. 23:20 hieß es beim Schlußpfiff der im großen und ganzen gut agierenden Schiedsrichter Lindemann und Linrüng (Rendsburg/ Kiel).

Trotz des neuerlichen Sieges wollte in der Stormarnhalle nicht so recht Stimmung aufkommen. Sicherlich hat man schon bessere Spiele gesehen, aber etwas mehr Anfeuerung von den Rängen stände dem Oldesloer Handball-Publikum doch gut zu Gesicht.

Werder-Trainer Hartmut Groß beschönigte die Niederlage seiner Damen nicht: „Oldesloe war körperlich stärker und hat uns besonders zum Ende der ersten Halbzeit ganz schön durcheinandergewirbelt”, sagte er nach dem Spiel.

Erfolgreichste VfL Schützin war Melanie Bernecker mit sechs Treffern. Andrea Hasenberg traf fünfmal, Heinke Juds erzielte vier Tore. Außerdem konnten sich Ingrid Schilk (3), Dörte Knickrehm und Zsuzsa Nyari (je 2) sowie Martina Gliewe (1) in die Torschützenliste eintragen.

Zum Einsatz kamen neben den beiden Torfrauen Jeanine Hildebrand und Annette Schumann noch Nicole Röhrs und Stefanie Bernecker. Stormarner Tageblatt vom 28.01.1991

12. Sieg in Folge?
VfL Damen auch von Fieber, Frost, Eis und Schnee nicht zu stoppen
MTV Moriungen - VfL Oldesloe 22:24

Jeanine Hildebrand, die exzellente Torhüterin der Handball-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe hätte am Sonnabend eigentlich ins Krankenbett gehört. Nicht nur, daß sie von einer heftigen Erkältung geplagt wurde, sie wurde zusätzlich auch noch von einigem Fieber geschüttelt. Aber die VfL-Keeperin hielt es nicht daheim, geschweige denn "in den Federn". Allen Warnungen (und aller Vernunft) zum Trotz machte sie bei eisigem Winterwetter die aufreibende und kräftezehrende Busreise ihrer Mannschaft ins südniedersächsische Moringen mit. Ja sie zog sich dort zum Spiel auch in Sportzeug um und nahm auf der Bank für den "Fall der Fälle" als Ersatzspielerin Platz. Für einen Siebenmeter ließ sie sich in der zweiten Halbzeit dann sogar einwechseln und buchstäblich "wie im Fieber" parierte sie den Strafwurf der Moringerinnen.

Damit hatte sie dann schließlich auch Anteil am 24:22 Erfolg ihrer Mannschaft. Nicht unwesentlichen gar, denn das Spiel war von der ersten bis zur letzten Minute spannend und beide Teams lagen stets dicht beieinander. Der schier unglaubliche Einsatz von Jeanine Hildebrand in Moringen ist bezeichnend für Moral, Klima und Stimmung in der Mannschaft. Die großartige Erfolgsserie hat die Truppe des immer noch erkrankten Trainers Claus Schilk zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengeschweißt. Jede Spielerin ist bereit, alles für die Mannschaft zu geben und sich voll einzusetzen.

Nur so ist die Serie von nun zwölf Spielen ohne Niederlage, ja, ohne jeden Punktverlust zu erklären. Inzwischen gehört nicht mehr viel Phantasie dazu der Crew um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg als Klassenneuling den Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga und damit den direkten Aufstieg in die zweite Bundesliga zuzutrauen. Der tolle Einsatz von Jeanine Hildebrand allein aber reichte in Moringen nicht aus, das Dutzend von Siegen in ununterbrochener Folge für den VfL voll zu machen. Der MTV Moringen der als einer der Favoriten in die Saison gegangen war, machte, so der Trainer der Südniedersachsen, sein bislang bestes Saisonspiel und leistete den Oldesloerinnen vor gut 450 lebhaften und begeisterten Zuschauern erbitterten Widerstand.

Das kam nicht von ungefähr. Schon im letzten Herbst in der Stormarnhalle, als der VfL mit einem 22:21 Sieg seine Superserie gestartet hatte, war der MTV Moringen ein gleichwertiger Gegner gewesen. Seinerzeit hatte Melanie Bernecker den Sieg erst mit einem Treffer in letzter Sekunde sichergestellt, hatte auch am Sonnabend in Moringen entscheidenden Anteil am Erfolg ihres Teams. Die mit neun Treffern ohnehin erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft zeigte in der Schlußphase eiserne Nerven. Für drei der letzten vier VfL-Treffer (zum 21:19, 22:20 und 23:21) zeichnete sie mit verwandelten Siebenmetern verantwortlich. Insgesamt resultierten vier ihrer neun Tore aus Strafwürfen.

Endgültig entschieden aber war die Partie erst, als Zsuzsa Nyari 90 Sekunden vor Schluß den 24:22 Endstand markierte. Aber von Anfang an: Der VfL kam zunächst etwas schwer aus den Startlöchern. Er führte zwar 1:0 und 2:1, geriet dann aber ins Hintertreffen. Über 4:2 (7. Minute) führte der MTV Moringen bis zur 16. Minute mit 7:5. Dann stellte der VfL seine Deckung um. Für Ingrid Schilk spielte nun Zsuzsa Nyari vorgezogen und fortan gelang es, den immer gleichen Spielzug des Gastgebers, der Wegbereiter zu allen Toren gewesen war, zu unterbinden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bis zur 18. Minute glich der VfL zum 7:7 aus und ging in der Folgezeit bis zur 29. Minute mit 12:9 in Führung, ehe Moringen zum 10:12 Halbzeitstand verkürzte. Damit aber war das Spiel noch lange nicht entschieden. Beim 13:13 (37. Minute) war der Gastgeber wieder heran und in der 43. Minute führte er gar mit 16:15 noch einmal. Das allerdings war die letzte Führung der Niedersachsen. Fortan lag stets der VfL mit einem oder zwei Treffern in Führung, aber es gelang ihm nicht, sich vom Gegner zu lösen, so daß die Partie bis zum Schluß auf des Messers Schneide stand.

Die Stormarnerinnen boten in Moringen wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung und hatten keinen Ausfall in ihren Reihen. Als Torschützinnen traten neben Melanie Bernecker noch Zsuzsa Nyari (5), Martina Gliewe (4) - sie stellte insbesondere vor der Pause ihre deutliche Formsteigerung unter Beweis -, Dörte Knickrehm (3/1), Andrea Hasenberg, Stefanie Bernecker und Ingrid Schilk (je 1) in Erscheinung. Ohne Torerfolg blieb, ohne deswegen abzufallen, Heinke Juds. Nicole Röhrs kam nicht zum Einsatz. Im Tor wurde Annette Schümann anfangs "kalt erwischt" - die ersten sechs Würfe auf ihr Tor bedeuteten sechs Gegentreffer -, sie wußte sich im Verlauf des Spiels dann aber großartig zu steigern.

Stormarner Tageblatt vom 11.2.91

22:18 - Sieg, aber die VfL- Frauen mußten um 13. Sieg in Folge lange zittern

Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe geht unbeirrt ihren Weg in Richtung zweite Bundesliga. Gegen den Olden­burger SV gelang der Mann­schaft am Sonnabend der 13. Sieg in ununterbrochener Reihenfolge, womit die Truppe um Mannschaftsführerin An­drea Hasenberg souverän die Tabellenführung behauptete.

Aber der 22:18 (12:10)-Erfolg fiel den Oldesloerinnen wahr­lich nicht in den Schoß. Der VfL geriet während der 60 Minuten zwar nie in Rück­stand und mußte auch nur fünf Mal einen Gleichstand hinneh­men - zuletzt beim 10:10 in der 26. Minute -, aber unter Dach und Fach war der doppelte Punktgewinn erst in der 57./58. Minute, als Melanie Bernecker und Dörte Knickrehm mit zwei Treffern in kurzer Folge den Vorsprung ihrer Mann­schaft von 18:17 auf 20:17 aus­bauten.

Den Schlußpunkt setzte dann mit zwei Treffern in der Schlußminute die einmal mehr überragende Zsuzsa Nyari. Der letzte Treffer war dabei ein Exempel ihre Schlitzohrig- und Kaltblütig- keit, als sie nach Ablauf der regulären Spielzeit einen noch auszuführenden Freiwurf direkt verwandelte.

So reibungslos und wunsch­gemäß wie in den Schlußminu­ten aber lief das Spiel der Stormarnerinnen am Sonn­abend ansonsten bei weitem nicht. Die Erfolgsserie ist langsam aber sicher weniger Stimulanz für die Mannschaft, sie wird offenbar vielmehr zur Belastung und zehrt an den Nerven der Spielerinnen.

Auch geht die lange Serie bei Kraft und Konzentrationsfä­higkeit nun allmählich an die Substanz des Neulings in der Regionalliga. Das wurde im Landesdeby vor rund 400 Zuschauern - die Stormarn­halle platzt bei Spielen der VfL-Damen langsam aus den Nähten und es scheint an der Zeit, wie Anfang der 80er Jahre bei großen Meisterschafts- und Pokalspielen zur Erhöhung der Zuschauerkapazität wieder zu­sätzliche Stuhlreihen in der Halle aufzubauen - überdeut­lich.

Zumal sich der Gegner aus Ostholstein mächtig ins Zeug legte. Die Oldenburgerinnen sind dem VfL ja schon in der Vergangenheit nie besonders „grün" gewesen und für die Niederlage in der Hinrunde, als sie nach einer eigenen 10:5-Führung gegen den Erzrivalen aus Oberligazeiten noch über­deutlich mit 13:21 verloren, wollten sie unbedingt Revan­che nehmen.

Zwischen beiden Mann­schaften spürte man vom Anpfiff an eine deutliche Gereiztheit, ja, ab der 6. Minute war die Athmosphäre regelrecht vergiftet. Nicht unbeteiligt daran war das wenig überzeugende Schieds­richtergespann Dankers/ Hinek aus dem niedersächsi­schen Harsefeld.

In der 6. Minute nämlich kam es zu einem folgenschwe­ren Zusammenprall zwischn Zsusza Nyari und der Oldenburgerin Beatrix Stengel. Die Oldenburgerin, die zu den wesentlichen Leistungsträge­rinnen ihrer Truppe zählt, ging dabei zu Boden und mußte längere Zeit behandelt werden, ohne daß sie für das Spiel noch wieder einsatzfähig geworden wäre.

Die Unparteiischen hatten bei dieser Aktion kein Foul der Ungarin gesehen und das wollen wir dem VfL-Star auch nicht unterstellen, geschweige denn ihm eine böse Absicht nachsagen. Aber es wäre für die Schiedsrichter sicherlich angemessener gewesen, das Spiel nach diesem Zusammen­prall zunächst zu unterbre­chen. Stattdessen ließen sie es weiterlaufen und Zsuzsa Nyari per Tempogegenstoß das 3:1 für ihr Team erzielen.

Fortan war in der Partie Hektik und Zerrissenheit ange­sagt. Der VfL fand nur ganz selten zu der Harmonie und dem spielerischen Glanz, die/ den er in den letzten Wochen und Monaten so oft ausge­strahlt hat. Das lag sicher auch daran, daß nicht alle Spielerin­nen zu Bestform aufliefen.

So blieben die beiden Bernecker-Schwestern Mela­nie und Stefanie ein gutes Stück hinter ihren letzten Leistungen zurück und Mar­tina Gliewe konnte ihren Aufwärtstrend aus den letzten Wochen nur ganz sporadisch bestätigen.

Damit lief im Oldesloer Rückraum nicht viel zusam­men, zumal Heinke Juds vor dem Spiel über Nierenbe­schwerden geklagt hatte, und gänzlich auf der Bank blieb. Auch die beiden VfL-Torhüte­rinnen, Annette Schumann löste Jeanine Hildebrand nach 26 Minuten ab, ließen nur gelegentlich ihr Können auf­blitzen. Beide haben in dieser Saison schon stärker gehalten.

Angesichts dieser offenkun­digen Schwächen hätten die Oldenburgerinnen mit etwas mehr Abgebrühtheit durchaus in der Stormarnhalle für eine Überraschung sorgen können. Aber der Motor der Ostholstei­nerinnen lief in dem Bestre­ben, es dem Erzrivalen endlich wieder einmal zeigen zu können, zu heiß.

Allen voran bei Mann­schaftsführerin Petra Brunow, die sich so ungestüm und provokant bebärdete, daß sie bei Publikum, Gegenspielerin­nen und Schiedsrichtern mehr und mehr in die Rolle eines Buhmannes (einer Buhfrau ?) geriet. Das bekam letztlich dem Spiel der Gäste nicht gut, wiewohl die ansonsten an der oberen Grenze ihres Lei­stungsvermögens spielten.

Insbesondere nicht in der vorentscheidenden Pase des Spiel zwischen der 37. und 46. Minute. Neun Minuten lang stand es in dieser Phase 14:12 für den VfL, aber selbst aus doppelter Überzahl (43. bis 45. Minute bei gleichzeitigen Zwei-Minuten-Strafen für Andrea Hasenberg und Mar­tina Gliewe) wußten die Oldenburgerinnen kein Kapi­tal zu schlagen.

Die Partie, bei der der VfL zwar immer geführt hatte, aber nie um mehr als zwei Tore davongezogen war, schien dann gelaufen, als der Spitzen­reiter auf 16:12 (47.) und 18:14 (51.) davongezogen war. Aber die Gäste gaben noch lange nicht auf und als sie bis zur 56. Minute wieder auf 17:18 herankamen, wurde es noch einmal ganz eng und span­nend.

Erfolgreichste Torschützin des VfL; war bei diesem 13. Sieg in Folge Zsuzsa Nyari mit 8/2 Treffern. Den Rest teilten sich Dörte Knickrehm (5/1), Mela­nie Bernecker (4), Andrea Hasenberg, Stefanie Ber­necker (je 2) und Martina Gliewe.

20:20 - war das der Bundesligaaufstieg?
'HT 16 - VfL Oldesloe 16:16

Claus Schilk, der Trainer der Handballdamen des VfL Oldesloe strahlte vor Zufriedenheit: "Wenn wir den Aufstieg in die zweite Bundesliga jetzt noch verpassen, dann ist uns einfach nicht mehr zu helfen." Nach dem 20:20 Unentschieden (Halbzeit 9:9) bei Verfolger HT 16 Hamburg bleibt der Aufsteiger VfL Oldesloe mit vier Punkten Vorsprung ungefährdeter Tabellenführer der Regionalliga Nord. Auch HT 16 Coach Andreas Klimkeit meinte: "Der VfL hat heute das Duell um den Aufstieg für sich entschieden."

Doch richtige Freudenstimmung wollte bei einigen VfL-Spielerinnen nach dem Remis nicht aufkommen. Schließlich hatten die Stormarnerinnen in der zweiten Halbzeit durchgehend geführt, erst in der Schlußminute gelang HT 16 noch der Ausgleich. Besonders zwei Oldesloer Spielerinnen standen die Tränen der Enttäuschung in den Augen: Melanie Bernecker und Andrea Hasenberg hatten es beim Spielstand von 20:I9 versäumt, den Vorsprung noch einmal auszubauen.

Melanie Bernecker, ansonsten mit ihren geschoßartigen Rückraumwürfen gefährlichste Angreiferin des VfL (8 Treffer, scheiterte kurz vor Schluß an HT 16 - Torhüterin Christine Meyer, die den Ball gerade noch abklatschen konnte. Andrea Hasenberg verfehlte im Nachsetzen ebenfalls. Auch VfL-Torhüterin Jeanine Hildebrand, die in der torlosen und hektischen Anfangsphase mit reaktionsschnellen Paraden einen frühen Rückstand verhindert hatte, zeigte sich nicht gerade überglücklich. Trainer Schilk hatte sie nach einigen schwächeren Aktionen kurz vor der Pause gegen Annette Schümann ausgetauscht. Licht und Schatten aber auch bei der zweiten VfL-Keeperin: Gleich nach dem Seitenwechsel hatte Annette Schümann ihre stärkste Phase, als sie mit blitzartigen Reflexen glänzte. Trainer Claus Schilk belohnte seine Torstehern dafür sogar überschwenglich mit einer Kußhand. Als HT 16 jedoch das häufige Unterzahlspiel der Gäste am Ende der zweiten Halbzeit zur Aufholjagd nutzte, unterliefen auch Annette Schümann einige Unaufmerksamkeiten.

Sechs Minuten vor dem Abpfiff mußte der VfL dann eine zusätzliche Schwächung hinnehmen: Dörte Knickrehm bekam wegen ihrer dritten Hinausstellung die rote Karte. Ohnehin fehlte schon die etatmäßige Außenstürmerin Ingrid Schilk wegen einer Grippe. Allerdings wurde sie von Nicole Röhrs, die seit langer Zeit wieder zum Einsatz kam, 60 Minuten lang gut vertreten. Zsuzsa Nyari, die ungarische Nationalspielerin im VfL Dress, war durch Schmerzen im Fußknöchel arg gehandikapt. Schon in der hektischen Anfangsphase zeigte sich, daß sie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte spielte. Beim ersten Tempogegenstoß des VfL (5. Minute) traf sie unbedrängt nur die Latte. "Zsuzsa hat heute nur 70 Prozent ihrer normalen Leistung gebracht", bedauerte Claus Schilk.

Noch stehen fünf Spiele aus ,von denen der VfL Oldesloe drei gewinnen muß, um an der Spitze zu bleiben. Trainer Schilk hat seinen Akteurinnen zur Belohnung erstmal eine trainingsfreie Woche genehmigt.

Ahrensburger Zeitung vom 25.2.91

Ungarin wirft Oldesloe an die Spitze
Handball-Star Zsuzsa Nyäri hat sich in Stormarn bestens eingelebt und peilt 2. Bundesliga an

Beim VfL Oldesloe sorgt sie in der Handball-Regionalliga für Furore, in ihrer ungarischen Heimat wurde sie nicht vergessen und im vergangenen Dezember zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft eingeladen: Gemeint ist Zsuzsa Nyäri. Die 29jährige hat sich erstaunlich gut in der Stormarner Kreisstadt eingelebt.

Von der Mannschaft wurde Zsuzsa Nyäri problemlos aufgenommen. Dabei halfen die Ungarischkenntnisse von VfL-Torhüterin Jeanine Hildebrand, die in der letzten Saison ebenfalls in Ungarn spielte. Zsuzsa Nyäri fühlt sich in Bad Oldesloe so wohl, daß sie sogar zwei Angebote vom TSV Bayer 04 Leverkusen aus der ersten Bundesliga und von TEKA Santander aus der ersten spanischen Liga zurückwies.

Ihren eigenen Werdegang schildert die zurückhaltende Ungarin so: „Bereits mit 17 Jahren spielte ich in der ersten ungarischen Staatsliga. Angefangen habe ich bei Raba ETO Gyor. Von dort aus ging ich zu Veszprem SE. Mit dieser Mannschaft nahm ich 1984 am Europapokal der Pokalsieger teil." 1986 ging die Handballspielerin zu Vasas Budapest, zwei Jahre später kehrte sie zu Veszprem SE zurück, ehe ihr Weg durch eine langjährige Bekanntschaft zu VfL-Trainer Clans SchiLk im letzten Jahr zum VfL Oldesloe führte. Ihre internationale Kariere begann 1979 bei der A-Weltmeister¬schaft der Juniorinnen in Jugoslawien. Zufällig spielte dort auch ihre jetzige Mitspielerin Ingrid Schilk für Deutschland. Beide begegneten sich jedoch nicht.

Weitere Höhepunkte in der Kariere von Zsuzsa Nyari waren die Teilnahme an der A-WM 1982 in Ungarn, die B-WM 1985 in Deutschland, sowie die A-WM 1986 in den Niederlanden. Dort wurde sie hoch geehrt, als sie zur besten Rechtsaußenspielerin der Welt gewählt wurde! Ihren letzten WM-Auftritt hatte sie 1987 bei der B-WM in Bulgarien. Die Olympiateilnahme 1984 in Los Angeles blieb ihr durch den Boykott des damaligen Ostblocks versagt.

Heute spielt sie mit großem Erfolg für den VfL Oldesloe und ist in der Stormarnhalle eine der Publikumslieblinge. Meistens ist sie in der Regionalliga jedoch unterfordert. Deshalb würde sich Zsuzsa Nyari über den Aufstieg des VfL Oldesloe in die 2. Bundesliga freuen.

Neben ihren Aktivitäten, als Spielerin beim VfL Oldelloe trainiert sie die in der Kreisliga spielende erste Herrenmannschaft des VfL. Zsuzsa Nyaris Hobby ist einfach und billig. „Ich schlafe ganz einfach gerne lange", erzählt die sympathische Ungarin und meint weiter: „Wenn ich Montags meinen freien Tag habe, dann erkunde ich Norddeutschland. Und was ich bis jetzt von Land und Leuten gesehen habe, daß hat mir gefallen. "

Dieses erleichterte ihr auch den Entschluß, in der nächsten Saison für den VfL zu spielen. Danach soll es wieder zurück in die Heimat nach Ungarn gehen. „Dann kann ich mich zuhause wieder um mein Kinderbekleidungsgeschäft kümmern, welches zur Zeit von einer Angestellten geleitet wird.

Lübecker Nachtichten vom 26.02.1991

 

Der Spielfilm von sechzig hochdramatischen Minuten in Wandsbek

In den ersten zehn Minuter war auf beiden Seiten deutlich spürbar, wieviel für sie auf dem Spiel stand. Die Deckungsreihen beider Mannschaften - nicht zuletzt die Torhüterinnen (bei HT 16 Christine Meyer, beim VfL Jeanine Hildebrand) - domi­nierten ganz eindeutig.

Fast genau zehn Minuten dauerte es auch, ehe der erste Treffer fiel. Birthe Wede erzielte ihn für den Gastgeber per Siebenmeter nach genau 9 Minuten und 57 Sekunden. Der Ausgleich durch Zsuzsa Nyari (ihr einziger Treffer in diesem Spiel überhaupt !) ließ aber nur 25 Sekunden auf sich warten.

Von da an ging es dann aber Schlag auf Schlag. Bis zur 15 Minute zunächst mit Vortei­len für die Hamburgerinnen. Das 2:1 (12. Minute) von Roswitha Bein glich Martina Gliewe mit einem Gewalt­wurf zwar postwendent aus, aber dann warfen Petra Thiele (13.) und Roswitha Bein (14.) mit 4:2 nach vorn, weil Zsuzsa Nyari mit einem Siebenmeter scheiterte.

Dann kam eine erste Wende zugunsten des VfL: Melanie Bernecker verkürzte in der 15. Minute auf 3:4 und

Dörte Knickrehm gelang drei Minuten später per Sieben­meter das 4:4 zu einem Zeitpunkt, als ihre Mann­schaft wegen einer Zeitstrafe für Martina Gliewe, in Unterzahl war.

Ein wahres Geschenk bescherte dem VfL zwei Minuten später sogar die erste Führung (5:4), aber dann war für gut fünf Minuten wieder HT 16 am Drücker. Christa Treess und Roswitha Bein drehten mit je zwei Treffern bei nur einem Siebenmetertor von Dörte Knickrehm dagegen den Spieß bis zur 25. Minute (8:6) um.

Aber die Stormarnerinnen ließen nicht locker. Nicole Röhrs, Melanie Bernecker und Dörte Knickrehm sorg­ten mit drei Treffern in Folge für einen 9:8-Vorsprung bis zur 28. Minute. Der aber reichte nicht bis zur Pause, denn Sekunden vor dem Pfiff des Schiedsrichtergespanns glich Katrin Dresp zum 9:9 aus.

Die Hamburgerinnen brauchten auch in der zweiten Halbzeit fast zehn Minuten, ehe ihnen wieder durch Katrin Dresp ein Treffer gelang. Daran hatte nicht zuletzt Annette Schu­mann großen Anteil, die in der 25. Minute eine unkon‑

zentrierter werdende Jeanine Hildebrand im VfL-Kasten abgelöst hatte.

Gestützt auf die tollen Paraden ihrer Torhüterin brauchte der VitL bei weitem keine so lange Anlaufzeit bei den Toren wie ~u Beginn des Spiels. Vielmehr trafen bis zur 39. Minute Melanie Bernecker (2 Siebenmeter) und Dörte Knickrehm (1/1) je zweimal, so daß bei 13:9 für den VfL eine erste Vorent­scheidung gefallen zu sein schien.

Der Vier-Tore-Vorsprung hielt mit Schwankungen bis zur 51. Minute, als Katrin Dresp und Anja Vial binnen weniger Sekunden von 15:19 auf 17:19 verkürzten. Der Verlauf in Stichworten bis dahin: 10:13 Katrin Dresp (40.); 10:14 Melanie Bernecker (40.); 11:14 Birthe Wede (41.); 11:15 Dörte Knickrehm (7m/ 41.); Zeitstrafe Dörte Knick­rehm und 12:15 Katrin Dresp (43.); 12:16 Stefanie Bernecker (44.); Zeitstrafe Melanie Ber­necker und 13:16 Bithe Wede (44.); Zeitstrafe Nyari und 14:16 Katrin Dresp (46.); 14:17 Heinke Juds (47);15:17 Birthe Wede und 15:18 Stefanie Bernecker (49.) und 15:19 Melanie Bernecker (7m/50.).

In den letzten neun Minuten nach dem 17:19 spitzte sich die Dramatik dann zu. Zunächst erhöhte Stefanie Bernecker (52.) noch einmal auf 20:17 für den Tabellenführer. Dann lichte­ten sich die Reihen auf dem Feld. Die Zeitstrafen eskalier­ten. Den VfL traf es dabei ärger. Heinke Juds (53.) und Dörte Knickrehm (54.) muß­ten auf die Sünderbank -Dörte Knickrehm gar auf die Tribüne, denn für sie war es bereits die dritte Zeitstrafe, die automatisch Rot nach sich zog -, beim Gegner nur Roswitha Bein (54.).

Tore aber fielen in dieser Zeit nicht. Die drängten sich erst in den den drei letzten Minuten wieder. Drei Treffer fielen noch und alle drei warf der Gastgeber durch Birthe Wede (57), Roswitha Bein (58.) und noch einmal Birthe Wede, die mit ihrem Treffer 20 Sekunden vor Schluß ihrem Team das letztlich etwas glückliche Remis bescherte.

 

VfL Oldesloe setzt an zum großen Wurf

Die zweite Bundesliga winkt, die Handballmädchen des VfL Oldesloe haben das ganz große Ziel dicht vor den Augen. "Wenn jetzt noch etwas schief geht, dann gehören wir öffentlich erschossen" flachst Trainer Claus Schilk vor dem Auswärtsspiel beim MTV Herzhorn

Vier Spieltage vor dem Saisonende führt die Mannschaft souverän mit vier Punkten Vorsprung vor dem einzigen Verfolger HT 16 Hamburg, theoretisch kann bereits am Wochenende alles gelaufen sein. Kann. Aber je näher das Saisonende rückt, je dichter die VfL Mädchen vor dem Aufstieg stehen desto nervöser werden sie. "Wir können uns jetzt nur noch selbst schlagen, " weiß Schilk, der in den jüngsten Partien das große Flattern bei seinen Spielerinnen konstatiert hat. " Die sind nicht mehr frei im Kopf, - glaubt er, die spielen plötzlich nicht mehr locker. Gegen das weit abgeschlagene Schlußlicht MTV Herzhorn allerdings", so Schilk, "ist ein Sieg eigentlich ein Selbstgänger für den VfL", der erneut in stärkster Aufstellung antreten kann.

Daß man sich auch im Umfeld des VfL Oldesloe bereits voll auf den Aufstieg eingeschworen hat, dokumentierte er unter der Woche mit einer weiteren Spielerverpflichtung: Im kommenden Jahr wird Junioren-Nationalspielerin Roswitha Bein (HT 16) für die Stormarnerinnen spielen.

Lübecker Nachrichten vom 14.3.91

VfL Oldesloe plant für 2. Bundesliga
Demnächst Platzmangel in der Stormarnhalle?

Fünf Punkte aus den noch ausstehenden vier Spielen benötigen die Handball-Damen des VfL Oldesloe noch, dann ist die Regionalliga-Meisterschaft sowie der Aufstieg in die zweite Bundesliga perfekt. Zwei Punkte will der Spitzenreiter am Sonnabend (19.30 Uhr) unbedingt beim Schlußlicht MTV Herzhorn entführen eine lösbare Aufgabe, jedenfalls nach der Papierform. VfL-Trainer Claus Schilk zerbricht sich denn auch weniger den Kopf über die Spielstärke des morgigen Gegners. "Höchstens unsere eigenen Nerven könnten uns einen Strich durch die Rechnung machen", so Schilk.Sorgen bereitet dem Coach dagegen die sportliche Zukunft in der Bundesliga: Die schmale Personaldecke des VfL muß dringend erweitert werden. Eine Reihe von guten Regionalliga-Spielerinnen hat schon Interesse an einem Wechsel nach Bad Oldesloe bekundet, darunter auch Ausnahme-Torhüterin Dagmar Rindelaub von Wandsbek 72 und Ulrike Rüther vom Tabellenzweiten HT 16. Perfekt ist bereits der Wechsel von Juniorinnen Nationalspielerin Marion Werner (SG Großensee Möhnsen) und Babette Bischof (Eintracht Groß-Grönau).

Neben der Suche nach geeigneter Verstärkung steht der Verein auch in Verhandlungen mit der Stadt Bad Oldesloe. Beim erwarteten Aufstieg rechnet der VfL mit erhöhtem Zuschauerinteresse und möchte daher im Innenraum der Stormarnhalle zusätzliche Sitzmöglichkeiten schaffen. Schon in den letzten Heimspielen war die Tribüne stets voll besetzt, viele Fans fanden nur noch Stehplätze in der zweiten oder dritten Reihe. Die Chancen für eine Erweiterung des Sitzplatzangebotes stehen jedoch schlecht, wie Walter Herbers vom Sport- und Kulturamt der Stadt mitteilte. Das Sicherheitsrisiko, so die Behörde, sei zu groß, wenn am Spielfeldrand Stühle oder Bänke aufgestellt würden. In der Planung befinde sich jedoch ein Umbau der Halle, durch den im Foyer-Bereich zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden könnten.

In anderen überdachten Arenen Schleswig-Holsteins scheint die Landesbauordnung allerdings weit weniger streng ausgelegt zu werden als in Bad Oldesloe. Denn in mehreren Sporthallen sind Handball-Zuschauer am Spielfeldrand an der Tagesordnung. "Es ist nicht ausgeschlossen, daß man sich in einigen Gemeinden über die Landesbauordnung hinwegsetzt", hieß es dazu seitens des Sport- und Kulturamtes.

Ahrensburger Zeitung vom 15.3.1991

28:21-Sieg - Die zweite Bundesfiga ist für die VfL - Damen näher gerückt
VfL Oldesloe - Wandsbek 72 28:21

Die zweite Bundesliga ist für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe wieder ein Stück näher gerückt. Gegen die abstiegsgefährdete Truppe von Wandsbek 72 - vor Jahren, als der VfL schon einmal für zwei Jahre in der Regionalliga spielte, so etwas wie ein "Angstgegner" für die Oldesloerinnen - taten sich die Stormarnerinnen zwar schwerer als erwartet, aber letztlich war der 28:21 (13:9)-Erfolg dann doch ungefährdet.

Aus ihren letzten vier Spielen benötigen die Schützlinge von Trainer Clans Schilk theoretisch, um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, noch fünf Punkte. Das sollte für die Mannschaft, die nun schon 15 Spiele in Folge ohne Niederlage ist und dabei 29:1 Punkte holte, kein Problem sein.

Der Vorsprung der Oldesloerinnen ist mit dem Erfolg vom Sonnabend vorübergehend auf sechs Punkte angewachsen. Das mit Spannung erwartete Verfolgerduell zwischen der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg (Dritter) und der Hamburger Turnerschaft von 1816 wurde nämlich wegen eines Nationalmannschafts-Sichtungsturnieres, für das eine Spielerin abgestellt wurde, auf einen späteren Termin verlegt.

Zu Beginn der Partie am Sonnabend in der Stormarnhalle rieben sich die wieder mehr als 300 zahlenden Zuschauer verwundert die Augen. Nicht der favorisierte Tabellenführer bestimmte das Spielgeschehen, sondern der Gast aus Hamburg.

Mit einem Doppelschlag in der 3. Minute innerhalb von: Sekunden war der mit 2:0 in Führung gegangen. Davon zehrte die Truppe von Trainer Fuchs Westphal eine gang Weile. Der VfL tat sich gege eine energische 6:0-Deckung der Wandsbekerinnen recht schwer, hinter der mit Dagmar Rindelaub eine excellente Torhüterin stand. Die glänzt im übrigen nicht nur mit schnellen Reaktionen und gutem Stellungsspiel, sie beherrschte dazu lange, präzise Anspiele für Tempogegenstöße ihrer Mannschaft.

So war es nicht zuletzt ihr Verdienst, daß der Gast eine Führung bis zur 22. Minnt (Dörte Knickrehm gelang per Siebenmeter der 8:8 Ausgleich) behauptete. Die VfL-Kreisläuferin holte zwei Minuten später auch die erste Führung für ihr Team heraus; aber noch einmal konnt Wandsbek zum 9:9 kontern.

Als dann aber Platz auf de Platte war - Dorthe Rindelaub (Wandsbek) und Andrea Hasenberg (VfL) mußten für zwei Minuten auf die Bank erhöhten Heinke Juds (im Angriff über weite Strecken beste VfLerin) und Zsuzsa Nyari das Tempo und der Spitzenreiter zog bis zur Pause noch auf 13:9 davon.

Der Vier-Tore-Vorsprung hielt zunächst bis zur 35 Minute (16:12). Dann aber knirschte es noch einmal in Getriebe des Spitzenreiter. Das Abwehrverhalten des Vfl war nicht immer intakt Insbesondere auf der rechten Abwehrseite taten sich imme wieder Lücken auf und( Torhüterin Jeanine Hilde brand, die in der 34.Miau;te für Annette Schumann (war nach einem Kopftreffer leicht benommen) zwischen die Pfosten ging, sah bei einige Würfen von den Außenpositionen unglücklich aus.

So wurde es beim Stande vo 16:15 (39. Minute) und 17:16 (44. Minute) noch einmal eng. Aber richtig unter Druck ließ sich der VfL, und das zeichnet ihn in dieser Saison wirklich aus, dadurch nicht bringen. Bis zu 46. Minute hatte er mit drei Treffern zum 20:16 wieder für klare Verhältnisse gesorgt und in den letzten acht Minuten machte er aus diesem Vier (22:18) noch einen Sieben-Tor- Vorsprung (28:21).

Mit 9/3 Treffern war dabei wieder einmal Melanie Bernecker erfolgreichste Werferin. Dichtauf lag Publikumsliebling Zsuzsa Nyari, die sechs ihrer acht Treffer mit unnachahmlichen Tempogegenstößen erzielte. Mit 6/3 Toren war auch Dörte Knickrehm außerordentlich erfolgreich. Die restlichen Tore steuerte Heinke Juds (3) und Andre Hasenberg (2) bei. Außerdem kamen noch Nicole Röhrs, Martina Gliewe, Stefanie Bernecker und Ingrid Schilk zum Einsatz

Stormarnber Tageblatt vom 11.03.1991

MTV Tostedt in der Stormarnhalle
Ihren letzten Punkt müssen die VfL Damen wohl ohne ihren Trainer holen

Drei Wochen durfte die Damen Handball-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe vor und nach Ostern eine wohlverdiente Ruhepause einlegen. Grund zur Freude hatte sie unterdessen dennoch, denn ihr einziger verbliebener Verfolger, die Hamburger Turnerschaft von 1916, verlor ein Nachholspiel bei VfL Oldenburg II.

Damit ist der Vorsprung der Oldesloerinnen auf sechs Punkte angewachsen. und da die Truppe außerdem über das bei weitem beste Torverhältnis verfügt, sind drei Spiele vor Saisonschluß Meisterschaft und Aufstieg in die zweite Bundesliga damit praktisch unter Dach und Fach. Nur rein theoretisch benötigt der VfL noch immer einen Punkt.

Den wird die Truppe mutmaßlich ohne ihren Coach Claus Schilk "einfahren" müssen. Der hat am Mittwoch eine "Einberufung" ins Krankenhaus erhalten, um sich - rechnen mußte er damit schon seit geraumer Zeit - einer Bandscheibenoperation zu unterziehen. Die soll voraussichtlich heute vorgenommen werden, was ihn geraume Zeit ans Krankenbett fesseln würde. Sollte allerdings der OP-Termin kurzfristig doch noch verschoben werden, wird er wohl, wie wir ihn kennen, am Sonntagnachmittag in der Stormarnhalle auftauchen, wo um 16.30 Uhr das vorletzte Heimspiel der Saison gegen den MTV Tostedt steigt.

Gegen den Mitaufsteiger hat der VfL in dieser Saison schon zweimal gespielt und gewonnen. Im Hinspiel der Punktrunde siegte der VfL dabei ziemlich knapp, im Pokal dagegen zogen die Stormarnerinnen den Nordniedersachsen das Fell gehörig über die Ohren. Gerade wegen dieser Pokalschlappe, als der VfL binnen 15 Minuten aus einer 8:7 Halbzeitführung einen 20:7 Vorsprung machte, rechnen Ingrid Schilk und Zsuzsa Nyari, die wechselweise die Rolle von Trainer Claus Schilk ausfüllen wollen und sollen, mit einem noch einmal ehrgeizig kämpfenden Gegner.

Bange allerdings ist dem Spielertrainerinnen-Duo für die Aufgabe am Sonntag nicht. Der VfL hat für das Spiel seinen gesamten Kader dabei und mit frischgetankten Kräften - vor der Pause war ein Kräfteverschleiß bei der Truppe unübersehbar - sollte es wenigstens locker für den einen noch fehlenden Punkt reichen.

Stormarner Tageblatt vom 5.4.91

Die letzten Zweifel wurden mit einem Kantersieg weggewischt:
Der VfL Oldesloe stürmte mit Volldampf zum Titel
VfL Oldesloe - MTV Tostedt 28:17

Durch ein 28:17 gegen den MTV Tostedt sicherte sich der VfL Oldesloe vor 400 Zuschauern in der Stormarnhalle den Titel des Norddeutschen Handballmeisters und schaffte gleichzeitig den Aufstieg in die zweite Bundesliga Von Anfang an er griffen die Stormarnerinnen die Initiative gegen einen Gegner, der wie ein Hase vor der Schlange zu stehen schien. Gestützt auf hervorragende Torfrauen (bis zur 45. Minute Jeanine Hildebrand, danach Annette Schümann) spielt der VfL Oldesloe wie aus einem Guß. Durch einen tollen Sprungwurf von Rechtsaußen

Zsuzsa Nyari ging der VfL bereits nach zehn Minuten mit 3:0 in Führung. Der VfL setzte in der Folgezeit aus der 5-1 Deckung auf sein Tempospiel. Dieses nutzte Ingrid Schilk bei einem Tempogegenstoß von Rechtsaußen zum 11:2 (24.). Zuvor hatte die überragende Rückraumspielerin Melanie Bernecker fünf! Tore in Folge für den VfL erzielt. Zur Halbzeit stand es dann klar 14:4 für die Travestädterinnen.

Nach dem Seitenwechsel machte dann Oldesloe bis zur 46. Minute Druck. Da gelang Rückraumspielerin Stefanie Bernecker mit einem Strafwurf das 23:8. Im Gefühl des sicheren Sieges schaltete der VfL dann zwei Gänge zurück. So konnte sich auch Torfrau Annette Schümann mehrfach auszeichnen. Erst in den Schlußminuten glänzte Oldesloe noch einmal mit tollen Toren, das letzte erzielte Zsuzsa Nyari mit einem Heber. Kurz danach erfolgter der Abpfiff und das Wunder von der Trave war perfekt und wurde von der Mannschaft mit Krim-Sekt begossen.

Lübecker Nachrichten vom 9.4.91

 

Jubel in der Stormarnhalle
Triumph der VfL-Damen

Echte Zweifel haben eigentlich schon nicht mehr bestanden, seit am Wochenende vor Ostern, als alle anderen Mannschaften der Regionalliga der Handballdamen pausieren durften, die Hamburger Turnerschaft von 1916 ihr Nachholspiel bei VfL Oldenburg II verloren hatten. Der VfL Oldesloe, so war allen klar, würde als Neuling Meister der Klasse werden und damit automatisch in die zweite Bundesliga aufsteigen. Sechs Punkte Vorsprung bei drei noch ausstehenden Spielen und eine überragende Tordifferenz (weit besser als die aller Konkurrentinnen) sprachen eine deutliche Sprache.

Aber theoretisch bestand natürlich noch immer ein letzter Zweifel. Einen Punkt, so sagten besonders skeptische Zeitgenossen, müsse unbedingt noch her. Gestern um 17.45 Uhr waren dann auch die letzten Zweifler besänftigt und es brauste ein Jubelsturm durch die Stormarnhalle, die wieder bis auf den letzten Platz besetzt war: Das Schiedsrichtergespann Beeck/Christiansen aus Kropp und Niebüll hatte das Spiel der Vfl-Damen gegen den MTV Tostedt abgepfiffen und mit 28:17 hieß der klare Sieger VfL Oldesloe.

Jubelnd lagen sich die Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in den Armen und alsbald knallten die Sektkorken, um den Triumph zu begießen. Standesgemäß, denn in Zukunft geht es nicht nur nach Norden, Süden und Westen sondern auch nach Osten, wo in den nördlichen der fünf neuen Bundesländer spielstarke Teams auf die Stormarnerinnen warten, stieß man mit rotem Krimsekt auf Meisterschaft und Aufstieg an.

Den edlen Tropfen hatte sich die Mannschaft redlich verdient. Sie hat in dieser Saison wirklich Bemerkenswertes geleistet. Dabei war der Saisonstart nicht recht geglückt. Nach drei Spielen hatte die Mannschaft 2:4 Punkte, startete dann aber zu einer beispielosen Siegesserie. In den folgenden 17 Spielen gab sie nur einen einzigen Punkt (beim 20:20 bei HT 16) ab und spielte dabei die Konkurrenz streckenweise in Grund und Boden.

Das machte sie gestern auch im Spiel gegen die Tostedterinnen. Der Mitaufsteiger aus der Nordheide hatte dem VfL nichts, aber auch rein gar nichts entgegenzusetzen. Die Oldesloerinnen taten sich anfangs zwar im Angriff auch etwas schwer, aber spätestens nach 12 Minuten, als der VfL 4:0 führte, war alles gelaufen. Von da an zeigte der Meister dann phasenweise tolle Kombinationen und Tricks - allen voran natürlich die ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari - und erhöhte den Vorsprung bis zur Pause fast nach Belieben auf 14:4.

Im zweiten Spielabschnitt konnte es sich der VfL dann leisten, fast nur noch „für die Galerie" zu spielen. Da gelang natürlich bei weitem nicht alles, aber wer wollte es den Damen verübeln, daß sie nun ihrem Spieltrieb hemmungslos nachgaben und nicht darauf aus waren, dem Gegner eine „Rekordpackung" mit auf den Heimweg zu geben.

So waren dem dann am Ende auch mehr Tore vergönnt, als er es seiner spielerischen Leistung nach verdient gehabt hätte. Unschön war allein, daß die Tostedterinnen mehrfach Oldesloerinnen, die frei auf dem Weg zum gegnerischen Tor war, noch von hinten in Arme oder Beine griffen (traten). Das hätte weiß Gott nicht nötig getan, verursachte aber gottlob bei den VfLerinnen nur oberflächliche Blessuren.

Dem zum Trotz gelang es dem VfL dennoch, alle Feldspielrinnen am Torsegen zu beteiligen. Am besten trafen dabei Melanie Bernecker (7/1), Zsuzsa Nyari (7/1) und Dörte Knickrehm (5/3). Den Rest teilten sich Heinke Juds (3), Ingrid Schilk (2), Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs, Martina Gliewe und Stefanie Bernecker.

Der Versuch, auch noch die Torhüterinnen am Torsegen zu beteiligen dagegen ging schief. Als man Jeanine Hildebrand per Siebenmeter zu Torehren bringen wollte, hatte man vergessen, vorher Annette Schumann auszuwechseln. Die Folge: Jeanine Hildebrand bekam eine Zwei-Minuten¬Strafe. Aber die beiden VfL-Keeperinnen hatten Torerfolge auch nicht nötig. Sie glänzten in ihrem Metier zur Genüge, wobei die fast nie hart werfenden Tostedterinnen auch ausgesprochen dankbare Partnerinnen waren.

Feiern mußten die Oldesloerinnen ihren Triumph ohne den „Vater des Erfolges", Trainer Claus Schilk. Der hatte sich am Freitag einer Bandscheibenoperation unterziehen müssen. Aber die ist, wie seine Frau Ingrid, die sich mit Zsuzsa Nyari gestern das Coaching der Mannschaft teilte, erleichtert erzählte, ohne Komplikationen verlaufen.

Er wird bald wieder auf den Beinen sein und dann gibt es ja noch genug zu feiern. Zwei Spiele - am kommenden Sonnabend bei DJK Kiel, am 20. April gegen den SV Hellern - stehen schließlich noch aus und die „große Sause" soll erst am letzten Spieltag steigen.

Stormarner Tageblatt vom 8.4.1991

 

Spannende Schlußphase
DJK Kiel - VfL Oldesloe 18:19

Vfl Oldesloe: Anette Schümann, Jeanine Hildebrandt; Melanie Bernecker (5/1), Nicole Röhrs, Martina Glewe (3), Dörte Knickrehm (2/1), Andrea Hasenberg (5), Stephanie Bernecker (1), Heinke Juds (1), Ingrid Schilk (2) Schiedsrichter: Kölln/Panitz (Lübeck) Zuschauer: 100, davon die Hälfte aus Oldesloe

Spielfilm. 1:0, 1:2,4:2,6:3,6:5, 7:6,10:6,11:7,12:8(30.)-12:11, IS:12,15:14,17:14,17:17,17:19, 18:19

Beste: Geister, Katzenbergen, Lüdtke, Menzei - Hasenberg, Melanie Bernecker, Juds

Zu einem glücklichen, wenn auch nicht ganz unverdienten 19:18 (8:12)-Erfolg kam der frischgebacken Meister und Bundesliga-Aufsteiger Vfl, 0ldesloe in der Kieler Helmut-Wriedt-Halle gegen den Lokal-matador DJK. Die Zuschauer staunten dabei nicht schlecht, daß der Außenseiter über weite Strek¬ken die dominierende Elf stellte und waren ein wenig enttäuscht vom Oldesloer Meister-Team. Was die in ihrer ungarischen Heimat weilende Zsuzsa Nyari jedoch für das VfL-Team wert ist, wurde in Kiel mehr als deutlich. Ohne den Star lief teilweise recht wenig zusammen. Zuviel Hektik und Abspielfehler prägten die Partie.

Vor dem Spiel gab es Blumen für verdiente DJK-Spielerinnen. Nach dieser Saison hängen unwiderruflich Birgitta Hinrichs und Silke Riedel die Handballschuhe an den berühmten Nagel. Hochmotiviert begannen die DJK-Damen das Spiel, wollten sie doch den Meister und Aufsteiger in die 2. Bundesliga zum Abschluß noch einmal richtig fordern. Heraus kam ein Kampf auf Biegen und Brechen, der in der Schlußphase zugunsten der Gäste aus Oldesloe glücklich entschieden wurde. Ein Drei-Tore-Vorsprung in der 50. Minute reichte dem Thode-Team nicht zum Sieg. Denn die von ihrem Coach Claus Schilk und den mitgereisten Fans lautstark angefeuerten VfL-Damen gelang noch das schier Unmögliche - der Sieg.

Ingrid Schilk eröffnete mit ihrem Treffer von Außen die Wende. Stephanie Bernecker mit Tempogegenstoß (17:16) und Melanie Bernecker mit einem verwandelten Siebenmeter schafften das Remis. Mit einem wunderschönen Tor am Kreis durch die beste VfLerin, Andrea Hasenberg, gingen die Gäste in Führung. Heinke Juds krönte ihre gute Leistung mit ihrem ersten Tor ium 19:17. Das DJK¬Team steckte jedoch nicht auf. Claudia Katzenbergen war es, die drei Minuten vor dem Abpfiff mit ihrem Anschlußtreffer zum 18:19 noch einmal wieder Hoffnung auf einen Punktgewinn, der schon so sicher schien, aufkommen ließ. Zwanzig Sekunden vor dem Abpfiff vergab dann die sechsfache Torschützin die Chance zum 19:19

Niedergeschlagenheit beim Kieler Team nach dem Schlußpfiff, während im Lager der Oldesloerinnen verständlicherweise große Erleichterung nach dem hart erkämpften Sieg, der jedoch einige Wünsche offenließ, aufkam.

Begonnen hatte die Begegnung in der Helmut-Wriedt-Halle mit einem schnellen Kieler Führungstor durch die glänzend aufgelegte Barbara Geister. Dann drehten die Gäste durch Hasenberg und Melanie Bernecker zwar den Spieß bis zur 5. Minute um. Anschließend spielten die Kielerinnert jedoch auf. Bis zur 9. Minute hatten sie schnell eine 4:2 Führung herausgeschossen und die Zuschauer staunten nicht schlecht. Die Gäste kamen zwar bis zur20. Minute auf ein Tor wieder heran. Lorenzen, Geisler und Becker stellten jedoch den alten Abstand sofort wieder her. 10:6, wer hätte das für möglich gehalten? Dieser Vier-Tore-Abstand hatte in der 30. Minute beim Halbzeitpfiff noch Gültigkeit. Mit 12:8 für die DJK ging es in die Kabine. Für Kiel markierte die letzten beiden Treffer die Rückraumspielerin Susanne Brüht.

In der Oldesloer Kabine muß es dann ein Donnerwetter gegeben haben. Gliewe, Knickrehm mit Siebenmeter und die nie richtig auszuschaltende Kreisläuferin "Hasi" Hasenberg brachten ihr Team bis zur 35.Minute auf 11:12 heran. Doch es sollte nicht sein. Nach dieser kurzen Schwächeperiode DJK sofort wieder dominierend. Als dann in der 50.Minute Claudia Katzenbergerzum 17:1getroffehatte glaubte jeder in der Halle : "Das ist gelaufen". Doch wie man sich irren kann!

Helmut Röhrs

Sport-Megaphon vom 14.04.11991

 

Schilk: "Jetzt mischen wir die 2. Liga auf"

Torhüterin Jeanine Hildebrandt nahm's mit Humor. „Wir sind einfach die talentierteste Kneipenmannschaft, die es gibt,' kommentierte sie den Aufstieg des Vfl in die zweite Liga.

Weitere Stimmen zum Aufstieg: Zsuzsa Nyari: „Am Anfang der Saison habe ich nicht an die Meisterschaft geglaubt. Aber ab Dezember wußte ich, daß wir es schaffen."

Stefanie Bernecker: "Ich habe schon am Anfang der Saison geglaubt, das wir es schaffen.'

Jürgen Dom (Abteilungsvorsitzender): „Gar nicht schlecht! Heute lief es wie erwartet. Mein Kompliment an unsere Mannschaft, daß sie die Saison so gut durchgehalten hat."

Holger Orlowski (VfL-Handball-Kassenwart): „Ein grandioser Erfolg mit dem ich nicht gerechnet habe. Die Mannschaft ist verdient Meister geworden.'

Andrea Hasenberg: „Daß das möglich sein sollte, mit dem VfL dahin zugelangen, das ist einfach toll.

Dörte Knickrehm: „Der Erfolg war möglich, da wir alle zusammengehalten haben und jeder die ganze Saison über mitgezogen hat."

Trainer Claus Schilk, gerade operiert, meinte vom Krankenhbett aus: „Ich habe gleich meinen Bett-nachbarn zum Bier eingeladen. Und jetzt mischen wir die zweite Bundesliga auf.'

 

VfL-Damen: Erst letztes Spiel, dann Ehrung, Siegesfeier und mit Volldampf in die 2. Liga

Den Schlußpunkt unter eine tolle Serie will heute ab 19.15 Uhr in der Stormarnhalle die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe setzen. Die Truppe von Trainer Claus Schilk steht schon vor dem letzten Punktspiel gegen den SV Hellern als überlegener Meister der Regionalliga und Aufsteiger in die zweite Bundesliga fest.

Der VfL sich dennoch heute noch einmal voll ins Zeug legen' um anschließend in der richtigen Stimmung für Meisterehrung (gleich nach dem Spiel in der Halle) und Siegesfeier (anschließend im VfL Vereinsheim) zu sein. Mit Martina Gliewe (wechselt wohl zu TH Eilbek) und Trainergattin Ingrid Schilk nehmen dabei zwei Spielerinnen Abschied von der Erfolgsmannschaft. Letztere allerdings mit dem Vorbehalt, für Notfälle doch weiter zur Verfügung zu stehen.

Ansonsten sind die Planungen für die Zweitligazukunft so gut wie abgeschlossen. Mutmaßlich sechs neue Spielerinnen Roswitha Bein, Ulrike Rüther (beide von HT 16), Dagmar Rindelaub (Wandsbek 72), Marion Werner (SGM), Babette Bischof (Groß Grönau) und - aller Voraussicht nach - Anja Petersen (VfL Kellinghusen) - werden den VfL verstärken, wenn er am 22. September in der Stormarnhalle in seinem ersten Zweitligaspiel auf die SG Jarplund/Weding trifft, wie es der vorläufige Spielplan vorsieht.

Stormarner Tageblatt vom 20.4.91

 

Guter Abschluß
VfL Oldesloe - SV Hellern 27:20

VfL Oldesloe: Hildebrand, Schümann - Melanie Bemecker(9/ 5), Stefanie Bernecker (4), Röhrs (2/1), Hasenberg (1), Knickrehm (4/2), Gliewe (2), Schilck (5).

Mit einem hohen 27:20 (16:7)-Erfolg beendeten die Damen des VfL Oldesloe eine äußerst erfolgreiche Regionaligasaison, die für die Damen von Trainer Claus Schilk neben der Meisterschaft auch den Aufstieg in die zweite Bundesliga bedeutet, wärbend die Gäste des SV Hellern nach dieser neuerlichen Niederlage endgültig als Tabellenvorletzter abgestiegen sind.

Die Oldesloerinnen begannen diese Partie hochmotiviert und legten gleich los wie die Feuerwehr, so daß sich die Gäste schon nach neun Minuten mit 1:5 in Rückstand sahen. Doch die Gäste fingesich nach nervösen Anfangsminuten schnell, und gestützt auf eine gute Ute Knutzen gelang den Gästen bis zur 11. Minute der Anschlu zum 4:6

In der Folgezeit machte sich bei den Gastgeberinnen immer mehr eine super aufgelegte Torfrau Jeanine Hildebrand bemerkbar, die die Gäste schier zur Verzweiflung brachte, während sich bei den Gästen vom SV Hellern keine der beiden Torhüterinnen besonders auszeichnen konnte.

So war es für den VfL Oldesloe kein Problem, das Ergebnis bis zur 22. Minute wieder auf 10:6 zu erhöhen. Und nachdem die Gäste nch 23 Minuten das 10:7 gelungen war, erzielten diese bis zu Pause keine einzigen Treffer mehr.

Die Gastgeberinnen hatten dagegen einen Lauf, und mit gutem und erfolgreichem Tempospiel erreichten sie bis zur Pause eine überaus klare 16:7-Führung.

Nach dem Pausentee ließen es die Gastgeberinnen dann etwas ruhiger angehen, und die Gäste nutzen die Chance vor allem durch Monika Hülsmann, die sich gleich dreimal auf der halblinken Position gegen Dörte Knickrehm durchsetze und dadurch Hellern wieder auf 17:10 heranbrachte.

Doch ein Erfolg für die Oldesloerinnen war auch in dieser Phase nicht gefährdet, obwohl die Mannschaft aus unverständlichen Gründen völlig aus dem Tritt geriet und dadurch den Gegner erst stark machte. Doch auch Fehlversuche waren für die Gastgeberinnen an diesem Abend zu verschmerzen, zumal sich in diesen etwas bedrohlichen Situationen Ingrid Schilck immer wieder ein Herz faßte und so ihrer Mannschaft den Vorsprung erhielt. So kamen die Gäste zwar wieder etwas heran und verkürzten zeitweise sogar auf fünf Treffer Differenz, doch zu mehr reichte es nicht, zumal sich Oldesloe in den letzten Minuten noch einmal zusammenriß und so einen Erfolg entgegenstrebte, der auch in der Höhe verdient war.

Die Siegerehrung wurde gleich im Anschluß an das Spiel von 0ldesloes Bürgermeister vorgenommen, und im Anschluß gab es dang noch eine große Meisterschaftsfeier im Vereinsheim.

In der nächsten Saison müssen die Oldesloerinnen auf Marina Gliewe (private Gründe) und Ingrid Schilck (hört auf), die vor dem Spiel verabschiedet worden waren, verzichten, doch mit den angekündigten neuen Spielerinnen dürfte der Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga durchaus zu schaffen sein.

Silke Schwöbken - Sportmicrofon vom 20.4.1991

Mit einem „Pflichtsieg" die Erfolgsserie abgeschlossen, dann wurden Titel und Aufstieg zünftig gefeiert

Ein ganz großes Handballfest ist es zum Abschluß der Regionalligasaison am Sonnabend in der Stormarnhalle zwischen den Damenmannschaften des VfL Oldesloe und dem SV Hellern/ Osnabrück nicht mehr geworden. Aber das war wohl auch nicht mehr zu erwarten gewesen. Die Stormarnerinnen hatten ja schon lange vor diesem Spiel ihren Triumph perfekt gemacht. Sie standen als Meister der Regionalliga und Aufsteiger in die zweite Bundesliga ja schon fest und einer „Handball-Gala" im letzten Saisonspiel stand einiges entgegen.

Auf der einen Seite konnte der VfL nicht in Bestbesetzung antreten. Ihr ungarischer Star, Zsuzsa Nyari, für diese Saison vom Erstligisten Veszperem ja nur an den VfL ausgeliehen, war ja schon in ihre Heimat zurückgekehrt, als der Meisterschaftsgewinn endgültig feststand. Sie hilft jetzt bis zum Saisonende noch einmal bei ihrem Heimatverein aus. Daß ist ihre Gegenleistung dafür, daß sie für die kommende Saison wieder nach Oldesloe wechseln kann. Dann im übrigen nicht mehr als „Leihgabe", sondern als „richtige" VfLerin.

Dazu sagte kurzfristig aus privaten Gründen auch noch Heinke Juds für das Saisonabschlußspiel ab, so daß Trainer Claus Schilk, der nach seiner Bandscheibenoperation schon wieder auf der Bank saß, nur zwei Auswechselspielerinnen (darunter eine Torhüterin) zur Verfügung hatte.

Einem lockeren und unbeschwerten Handballvergnügen stand auch entgegen, daß es für den SV Hellern noch „um die Wurst" ging. Mit einem Erfolg in Oldesloe und bei gleichzeitiger Niederlage von Wandsbek 72 in Oldenburg hätten die Niedersachsen noch den Klassenerhalt in der Regionalliga schaffen können.

Aber dazu sollte es nicht kommen. Der Zwei-Klassen-Unterschied, der zwischen beiden Teams künftig bestehen wird, war andeutungsweise auch am Sonnabend schon zu erkennen. Ohne voll aus sich herausgehen zu müssen, hatte der VfL schnell für klare Verhältnisse gesorgt. Nach neun Minuten führte er mit 5:1. In den folgenden elf Minuten kam der verbissen kämpfende SV Hellern dann dreimal bis auf zwei Tore heran (4:6, 5:7 und 6:8), aber dann machte der Meister für zehn Minuten „ernst" und zog bis zum Pausenpfiff des bisweilen reichlich überfordert wirkenden Schiedsrichtergespanns Gocks/Thomsen (Pinneberg) auf 16:7 davon.

Nicht zuletzt Ingrid Schilk und Martina Gliewe, die vor der Partie offiziell aus der Mannschaft verabschiedet wurden, zeigten sich dabei engagiert. Aber auch alle übrigen Spielerinnen ließen erkennen, daß ihr Ehrgeiz so weit ausreichte, um die tolle Erfolgsserie - mit dein Sieg über den SV Hellern blieb der VfL im 19. Spiel in Folge ohne Niederlage und holte dabei 37:1 Punkte - nicht in Gefahr zu bringen.

In der zweiten Halbzeit ließen es die VfLerinnen dann zwar bisweilen wesentlich ruhiger angehen, aber ihr Vorsprung geriet deshalb nie ernsthaft in Gefahr. Am Ende hatten die Stormarnerinnen dann mit 27:20 gewonnen. Am Torsegen waren alle eingesetzten Feldspielerinnen beteiligt. Den Vogel schoß dabei mit 9 Toren (davon fünf Siebenmeter) einmal mehr Melanie Bernecker ab, obwohl sie von der ersten bis zur letzten Minute kurz gedeckt wurde. Ihr folgte Ingrid Schilk mit fünf blitzsauberen Toren von der Außenposition. Den Rest teilten sich Dörte Knickrehm (4/2), Stefanie Bernecker (4), Martina Gliewe (2), Nicole Röhrs (2/1) und Andrea Hasenberg. Im Tor zeigten Jeanine Hildebrandt und Annette Schumann je eine Halbzeit, was in ihnen steckt.

Höhepunkt der Partie vor rund 200 Zuschauern - wohl wegen der fehlenden Spannung nicht ganz so viele wie zuletzt -, die von der Oldesloer Schüler-Jazz-Band „Swinging Desaster" musikalisch umrahmt wurde, war dann nach dem Schlußpfiff die offizielle Meisterehrung durch Inge Schröder, die Frauenwartin des norddeutschen Handballverbandes. Auch Bürgermeister Ulrich Gudat und Bürgerworthalter Julius Rieper und Abteilungsleiter Jürgen Dorn fanden lobende und ehrende Worte für die Meistertruppe. Die feierte anschließend mit vielen ihrer treuesten Fans im VfL - Vereinsheim zunftig bei Spanferkel und Bier den wohl größten sportlichen Erfolg inder Geschichte des größten Vereins in der Stormarner Kreisstadt.

Stormarner Tageblatt vom 21.4.1991

 

Konkurrenzkampf wird härter

Mit zwei knusprig gebratenen Spanferkeln und diversen Getränken feierten die Handball Damen des VfL Oldesloe kräftig den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Anlässe für die Meisterschafts-Fete mit treuen Fans im VfL-Vereinsheim gab es gleich mehrere: Seit dem 23. September vergangenen Jahres sind die Storrnarnerinnen in der Regionalliga ungeschlagen, auch im letzten Saison-Spiel gegen de'' SV Hellern gab es nochmals einer deutlichen 27:20 Erfolg. Zudem wird das VfL Team, das selbstgemachte Salate zum Saisonabschluß beisteuerte, in Zukunft nicht mehr in dieser Besetzung auflaufen Ingrid Schilk (hört auf und Martina Gliewe (wechselt voraussichtlich zum TH Eilbeck) bestritten ihr letztes Spiel.

"Wir wollten einen anständigen Abgang", kommentierte 'Trainer Claus Schilk den siegreichen Saison-Ausklang, "außerdem wäre es sportlich unfair gewesen ,wenn wir durch eine lässige Einstellung Einfluß auf den Abstiegskampf genommen hatten." Auch ohne Heinke Juds und die ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari, die zur Zeit ihrem Heimat-Klub Veszprem SE beim Kampf gegen den Abstieg aus der ersten ungarischen Liga hilft, zeigten die Oldesloerinnen, wieviel Substanz in der Meistermannschaft steckt. Die Gäste, die durch einen Sieg noch ihre Chance auf den Klassenerhalt wahren wollten, gingen zwar hochmotiviert in die Partie und packten ausgesprochen hart zu Dennoch führte der VfL schnell und kombinationssicher mit 5:l und baute seinen Vorsprung bis zur Pause auf 16:7 aus

Besonders Ingrid Schilk und Martina Gliewe legten sich in ihrem Abschiedsspiel für den VfL noch einmal voll ins Zeug und scheuten keinen Zweikampf Mit fünf Treffern wurde die ehemalige Bundesligaspielerin und Trainerfrau Ingrid Schilk sogar erfolgreichste Feldtorschützin Nur Melanie Bernecker traf häufiger: Neben ihren vier Feldtoren verwandelte sie noch fünf Siebenmeter. Als sich nach der offiziellen Meisterschaftsehrung durch Staffelleiterin Inge Schröder, bei der auch Bürgermeister Ulrich Gudat und Bürgerworthalter Julius Rieper gratulierten, die erfolgreiche Mannschaft noch einmal in den Armen lag, waren Ingrid Schilk und Martina Gliewe den Tränen nahe.

Fünf neue Spielerinnen hat Trainer Schilk für die kommende Saison verpflichtet Der Konkurrenzkampf im Team wird daher in Zukunft härter. "Das ist wohl leider unvermeidlich" meinte Torhüterin Annette Schümann. Auch Stefanie Bernecker denkt mit gemischten Gefühlen an die zweite Bundesliga: "Da kommt einiges auf uns zu", so die Rückraumspielerin, "besonders die langen Fahrten zu den Auswärtsspielen können nerven "

Ahrensburger Zeitung vom 22.4.1991

 

29.04.1991
Nicht gegen den Abstieg spielen

Ich kann es selbst noch gar nicht fassen:" Oldesloe-Trainer Klaus Schilk beurteilt den Aufstieg seiner ersten Damenmannschaft in die 2. Bundesliga als große, aber angenehme Überraschung. In der Tat war es so. Die Mannschaft startete mit dem Ziel, mindestens den sechsten Tabellenplatz zu erreichen. Die Meisterschaft und der Aufstieg kommt überraschend und erfordert jetzt eine Reihe von Veränderungen.

Diese Veränderungen fangen bei den Spielerinnen an. Den beiden Abgängen, Martina Gliewe geht zum TH Eilbek und Heinke Juds muß beruflich kürzer treten, stehen sechs teilweise hochkarätige Neuzugänge gegenüber. Fast alle Spielerinnen sind aktuelle oder ehemalige DHB-Auswahlspielerinnen. Marion Werner (SSV Großensee) und Roswitha Bein (HT 16) stehen jeweils im Kader der Jugend-Beziehungsweise des Juniorinnennationalmannschaft. Ulrike Rüther (HT16) und Dagmar Rindelaub (Wandsbek 72) sind ehemalige DHB - Auswahlspielerinnen. Hinzu kommen mit Babette Bischof und Anja Petersen (Groß Grönau und Kellinghusen) zwei weitere talentierte Spielerinnen. Mit dem übrigen Kader bilden sie eine starke und mannschaftlich geschlosenes Team, daß mit dem Abstieg nichts zu tun haben will.

Trainer Schilk gibt die Zielsetzung an: " Wir wollen auch in der zweiten Bundesliga eine gute Rolle spielen. Wir peilen den sechsten Platz an." Eine hohe Zielsetzung für einen Verein, der erst in der letzten Saison den erneuten Aufstieg in die Regionalliga schaffte. 1985 und 86 spielten die Stormarnerinnen in der Oberliga. 1987 gelang der Aufstieg in die Regionalliga, in der auf Anhieb der zweite Platz erreicht wurde. Im folgenden jahr stieg das Team allerdings gleich wider ab. Danach wurde die Mannschaft neu aufgebaut. Insbesondere die ehemaligen A-Jugendspielerinnen, die 1979 und 80 Deutscher Meister geworden waren, wurden eingebaut. Nach zwei Jahren in der Oberliga gelang unter Claus Schilk nicht nur der erneute Aufstieg, sondern auch der direkte Durchmarsch in die zweite Liga. Dabei sah es zunächst gar nicht so aus. Nach einem klassischen Fehlstart (2:4 Punkte) wurde Dank einer konstanten Leistung eine einmalige Serie hingelegt. 37:1 Punkte in Folge brachten schließlich die Meisterschaft. Als absoluter Glücksgriff erwies sich dabei der Neuzugang Zsouza Nyari. Die Linkshänderin trug mit ihrer Erfahrung entscheidend zum Erfolg bei.

Für die kommende Saison wird nun das Training auf dreimal wöchentlich aufgestockt. Die Kosten werden zwischen 40 und 45000 Mark betragen. Das Geld wird hauptsächlich durch zwei Sponsorne aufgebracht. Aber auch die Zuschauer, Schilk kalkuliert mit 200, werden ihren Teil zum Etat betragen. Im ersten Heimspiel gegen TSV Jarplund-Weding-Adelby soll gleich der erste Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht werden.Trainer Klaus Schilk, Inhaber der B¬Lizenz,hat bereits in früheren Jahren gute Arbeit geleistet. Als Trainer bei Eintracht Lüneburg und der Damen des TSV Reinbek verschaffte er sich einen guten Namen. Jetzt will er mit Oldesloe in der zweiten Liga bestehen. Sicherlich keine Utopie.

Markus Naym

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