Freitag, 4. Januar 1980

Interessante Handballspiele

(mth) … Zwei Stunden vor den Herren hat die weibliche A-Jugend des VfL (Anm.: am kommenden Sonntag in der Stormarnhalle) ein Nachholspiel in der schleswig-holsteinischen Oberliga zu bestreiten. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist die SG Jarplund. Diese Begegnung zählt noch zur Vorrunde, nachdem der amtierende Meister zuletzt schon sein erstes Rückrundenspiel bestritten hatte (10:9 gegen MTV Herzhorn). Die Jarplunder Mädchen zählen nicht zu den Spitzenmannschaften der Spielklasse, so daß die VfL-Mädchen eigentlich mit einem Sieg Ihre Position an der Tabellenspitze ausbauen müßten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.1.1980

 

Sonntag, 6. Januar 1980

VfL Oldesloe wJA – SG Jarplund-Weding 17:9 (8:0)

VfL-Handballer weiter auf Erfolgskurs

Die weibliche A-Jugend verteidigt ihre Spitzenposition

(mth) Die beiden Renommiermannschaften der Handballabteilung des VfL Oldesloe sind auch im neuen Jahr weiterhin gut in Schwung. Die weibliche A-Jugendmannschaft behauptete mit einem souveränen 17:9-Erfolg über die SG Jarplund überlegen die Spitzenposition in der schleswig-holsteinischen Oberliga und die erste Herrenmannschaft besiegte im Schlußspurt im Spitzenspiel der Kreisliga den SV Lauenburg mit 21:16 und wahrte damit ebenso die Chancen auf den Meistertitel und den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse.

Im Spiel der weiblichen A-Jugend mußten die gut 250 Zuschauer in der Stormarnhalle zunächst acht Minuten warten, ehe der erste Treffer fiel. Andrea Struppek erzielte ihn mit einem verwandelten Siebenmeter zur 1:0-Führung für den amtierenden Deutschen Meister. Danach war für die Oldesloerinnen der Bann gebrochen. Sie spielten bis zur Halbzeit die Gäste fast nach Belieben aus und erhöhten die Führung bis zum Seitenwechsel auf 8:0.

Die Partie war damit natürlich schon endgültig entschieden. Die Mädchen aus Jarplund mühten sich zwar redlich, ihr Sturmspiel aber war einfach zu harmlos, um Druck auf das von Martina Pusch ausgezeichnet gehütete VfL-Tor auszuüben. Sogar zwei Siebenmeter konnten sie nicht im Tor unterbringen. Einmal rettete Martina Pusch mit gutem Reflex, beim zweiten Versuch stand der Pfosten im Weg.

In der zweiten Halbzeit ließ es der VfL angesichts der klaren Führung dann ruhiger angehen. Trainer Ulli Meyer setzte nun auch verstärkt die Spielerinnen ein, die sonst nicht so häufig zum Zuge kommen und die Gäste kamen dadurch etwas besser ins Spiel. Dennoch dauerte es bis zur 31. Minute. ehe ihnen dann endlich der erste Treffer gelang. In der Folgezeit ließ sich die VfL-Deckung dann gelegentlich von schönen Spielzügen ausspielen, aber der Vorsprung geriet nie ernsthaft in Gefahr und wurde bis zum Schlußpflff in etwa konstant gehalten.

Mit sechs Toren war Andrea Güldenpfennig einmal mehr die erfolgreichste Werferin. Antje Schütt, Martina Ivens und Anja Müller erzielten jeweils zwei Treffer. Mit Maike Schäfer, Susanne Paetz, Andrea Struppek. Wiebke Rickert und Anja Bünger konnten sich auch alle übrigen eingesetzten Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintragen. Im Tor wurde nach dem Seitenwechsel Kathrin Schäfer für Martina Pusch eingesetzt, die zwar einige Gegentore hinnehmen mußte, aber auch nicht enttäuschte. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.1.1980

 

Freitag, 25. Januar 1980

VfL-Mädchen klar favorisiert

Der Deutsche Meister erwartet Riemann Eutin

(mth) Im einzigen Hallenhandball-Punktspiel am Wochenende in der Oldesloer Stormarnhalle trifft am Sonntag um 17 Uhr der amtierende Deutsche Meister der weiblichen A-Jugend, der VfL Oldesloe, auf TS Riemann Eutin. Die Oldesloerinnen haben schon das Hinspiel in Eutin klar mit 23:8 für sich entschieden, und sind auch für die Partie auf eigenem Parkett deutlich favorisiert, obwohl die Eutinerinnen mit 11:11 Punkten einen für einen Aufsteiger ausgezeichneten fünften Tabellenplatz einnehmen. Die Oldesloer Mädchen führen die Tabelle bekanntlich mit 20:2 Punkten an.

Beim Regionalsichtungsturnier der weiblichen Handball-A-Jugend am letzten Wochenende in Bremervörde machte wieder einmal Andrea Güldenpfennig vom VfL Oldesloe durch glänzende Leistungen auf sich aufmerksam. Mit 22 Toren hatte sie wesentlichen Anteil am überlegenen Sieg der schleswig-holsteinischen Auswahl des Turniers, an dem außerdem Auswahlteams aus Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Berlin beteiligt waren.

Andrea, die Mannschaftsführerin der schleswig-holsteinischen Mannschaft war, bestach dabei unter anderem als sichere Siebenmeterwerferin. Sie verwandelte zehn Strafwürfe in Folge, und verblüffte ihre Umgebung auf die Frage, ob sie denn auch im Verein alle Siebenmeter werfe, mit der Feststellung, im VfL brauche sie nur selten zu werfen, da es dort bessere Siebenmeterwerferinnen gäbe!

Die Belohnung für die glänzenden Leistungen ließen für Andrea Güldenpfennig nicht lange auf sich warten. Sie wurde nach dem Turnier in die Jugendnationalmannschaft berufen, und erhielt außerdem eine Einladung für die deutsche Juniorinnenauswahl, obwohl sie mit ihren 16 Jahren noch gar nicht zu dieser Altersgruppe zählt.

Spiele dieser Auswahlmannschaften stehen allerdings frühestens im Sommer an, da sich an die laufende Serie die Spiele um die Regional- und Deutschen Meisterschaften nahtlos anschließt und vorerst keine Termine frei sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1980

 

Sonntag, 27. Januar 1980

VfL Oldesloe wJA – Riemann Eutin 18:11 (8:4)

Sieg war nie in Gefahr

VfL-Mädchen schlugen Riemann Eutin mit 18:11

(mth) Mit einem glatten 18:11-Sieg über TS Riemann Eutin verteidigte die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe souverän ihre Tabellenführung in der schleswig-holsteinischen Oberliga. Nach zwölf Spielen hat die Truppe von Trainer Ulli Meyer, der diesmal wegen einer Berlin-Reise nicht dabei war und auf der Bank von Peter Güldenpfennig. dem Vater von Andrea, vertreten wurde, nunmehr 22:2 Punkte und hat beste Aussichten, den im letzten Jahr gewonnenen Landesmeistertitel erfolgreich zu verteidigen.

Wie schon in den letzten Spielen tat sich der amtierende Deutsche Meister in den Anfangsminuten recht schwer. Die gut 300 Zuschauer in der Stormarnhalle mußten bis zur achten Minute warten, ehe Andrea Güldenpfennig den ersten Treffer zum 1:1 für die Oldesloerinnen markierte. Dann aber übernahm der VfL ganz eindeutig das Kommando und führte schon zur Halbzeit sicher mit 8:4. Die Gäste hatten bis dahin trotz anerkennenswerter Bemühungen nur ein einziges Feldtor erzielt, zu dem noch drei verwandelte Siebenmeter kamen.

Im zweiten Spielabschnitt bauten die Oldesloer Mädchen die Führung schnell auf 11:4 aus, um dann ein wenig kürzer zu treten. Gegen eine nun nicht mehr mit voller Kraft spielende VfL-Mannschaft kamen nun auch die Eutinerinnen zu einigen Treffern, ohne allerdings jemals den sicheren Sieg der Oldesloerinnen gefährden zu können.

Mit sechs Treffern war Andrea Güldenpfennig einmal mehr die erfolgreichste Werferin beim VfL. Antje Schütt (3), Anja Müller, Susanne Paetz, Meike Schäfer (je 2), Andrea Struppek, Wiebke Rickert und Anja Bünger teilten sich die restlichen Treffer. Von den eingesetzten Feldspielerinnen ging nur Martina Ivens, die mit ihren Schußversuchen kein Glück entwickelte, leer aus. Im Tor standen sich Kathrin Schäfer und Martina Pusch, die je eine Halbzeit eingesetzt wurden, nichts nach.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.1.1980

 

Freitag, 1. Februar 1980

Bei einem Sieg sind alle Türen offen:

VfL-Handballmädchen beim TSV Kremperheide

(st) Vor der vermutlich schwersten Aufgabe ihres Restprogramms in der schleswig-holsteinischen Oberliga steht am Wochenende die weibliche Handball-A-Jugendmannschaft des VfL Oldesloe. Der amtierende Deutsche Meister muß am Sonnabend um 16 Uhr beim TSV Kremperheide antreten, der mit 18:6 Punkten zur Zeit den dritten Tabellenplatz einnimmt.

Übersteht die Truppe von Trainer Ulli Meyer, die die Tabelle bekanntlich mit 22:2 Punkten anführt, auch diese Begegnung ohne Niederlage. sollte einer erfolgreichen Verteidigung des Landesmeistertitels eigentlich nichts mehr im Wege stehen, zumal ein direktes Aufeinandertreffen mit dem MTV Herzhorn (19:5 Punkte) nicht mehr ansteht und alle anderen noch ausstehenden Aufgaben lösbar erscheinen.

Die VfL-Mädchen haben sich in der Woche intensiv auf das Spitzenspiel vorbereitet und bauen auf ihre imponierende Siegesserie, die ihnen zuletzt elf Siege in Reihenfolge einbrachte. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.2.1980

 

Sonnabend, 2. Februar 1980

TSV Kremperheide – VfL Oldesloe wJA 11:9 (7:5)

Nun hat es auch den Deutschen Meister erwischt

TSV Kremperheide bezwang die VfL-Mädchen 11:9

(mth) Nun hat es auch die Handballmädchen des VfL Oldesloe wieder einmal erwischt. Nach elf Siegen hintereinander verlor der amtierende Deutsche Meister beim Tabellendritten der schleswig-holsteinischen Oberliga, TSV Kremperheide, mit 9:11.

Wie schon so oft in den letzten Spielen erwischte die Truppe von Trainer Ulli Meyer einen schlechten Start. Ehe man sich versah lag man nach drei Minuten durch zwei Tore der besten Spielerin der Kremperheider, Silke Hauke, mit 0:2 im Rückstand.

Als Antje Schütt und Andrea Güldenpfennig dann aber den 2:2-Gleichstand schafften, hoffte man im Lager der Oldesloerinnen schon, wie in allen Spielen zuvor, den Spieß schnell umdrehen zu können, aber diesmal hatte man seine Rechnung ohne den Gegner gemacht.

Die Kremperheider Mädchen gingen immer wieder in Führung und ließen sich auch durch zwischenzeitliche Gleichstände nicht von ihrem Konzept abbringen. Als die Gastgeberinnen zehn Sekunden vor dem Halbzeitpfiff sogar auf 7:5 davonziehen konnten, sah es nicht gut für eine Fortsetzung der Siegesserie der jungen Stormarnerinnen aus.

Noch aber wollten sich der VfL nicht geschlagen geben. Er legte in der zweiten Spielhälfte mächtig los und hatte bei 7:7 den Gleichstand wieder erreicht. Die beiden folgenden Tore der Gastgeberinnen konnte jeweils Martina Ivens ausgleichen. Ihr Tor zum 8:8 war dabei der zweihundertste Saisontreffer des VfL, und ihr 9:9-Ausgleichstreffer drei Minuten vor dem Abpfiff versprach eine dramatische Schlußphase.

Auch als die Gastgeberinnen dann durch einen verwandelten Siebenmeter mit 10:9 in Führung gingen, hatte der VfL die Hoffnungen auf einen Punktgewinn noch lange nicht aufgegeben, aber ein unnötiger Abspielfehler Sekunden vor dem Schlußpfiff, den Silke Hauke mit einem erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstoß zum 11:9 verwertete, besiegelte die Niederlage des VfL dann endgültig.

Ein wenig haderten die Oldesloerinnen mit den Schiedsrichtern, die dem VfL nur einen, den Gastgebern aber sechs Siebenmeter zusprachen. Hauptursache an der Niederlage aber war wohl das wenig druckvolle Spiel des VfL-Angriffs, durch das zu viele Bälle verloren gingen. Mit einigen Lattenwürfen kam dann auch noch etwas Pech dazu. In der Deckung wußte der VfL dagegen einmal mehr zu gefallen. Mit fünf Toren war auch in diesem Spiel Andrea Güldenpfennig beste Werferin der Truppe von Trainer Ulli Meyer. Martina Ivens (3) und Antje Schütt besorgten die restlichen Treffer.

In der Tabelle behauptet der VfL aber trotz der Niederlage in Kremperheide den ersten Platz. Mit nun 22:4 Punkten aber ist der Vorsprung gegenüber MTV Herzhorn (21:5) und TSV Kremperheide (20:6) sehr knapp geworden. Weitere Niederlagen kann sich die Mannschaft nun nicht mehr ohne weiteres erlauben, wenn der in den beiden letzten Jahren errungene Landesmeistertitel erfolgreich verteidigt werden soll.

STOMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1980

 

Sonnabend, 9. Februar 1980

Die VfL-Mädchen müssen in Altenholz gewinnen

(mth) Beim TSV Altenholz muß am Sonntag um 11.30 Uhr der amtierende Deutsche Meister der weiblichen Handball-A-Jugend, der VfL Oldesloe, antreten. Die Ausgangsbasis ist dabei für die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer ganz klar. Nach der Niederlage am letzten Wochenende in Kremperheide darf sich die Mannschaft keine weitere Niederlage erlauben, wenn sie nicht die erfolgreiche Verteidigung des Landesmeistertitels gefährden will. Vorsicht ist für den VfL in jedem Fall geboten. Der TSV Altenholz, der mit 8:16 Punkten in der Tabelle den achten Rang einnimmt, gehört zwar eigentlich zur Kategorie der leichten Gegner, aber da mit Andrea Güldenpfennig, die auf einer Klassenreise weilt, die mit Abstand stärkste Oldesloer Spielerin nicht zur Verfügung steht, ist auch gegen diesen Gegner ein doppelter Punktgewinn noch keine ausgemachte Sache.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1980

 

Sonntag, 10. Februar 1980

TSV Altenholz – VfL Oldesloe wJA NN:15 (4:6)

Anja Müller überragte alle

Auch ohne Andrea Güldenpfennig Sieg in Altenholz

(st) Die weibliche Handball-A-Jugend des VfL Oldesloe war mit recht gemischten Gefühlen zum Oberliga-Punktspiel beim TSV Altenholz gereist. Mit Andrea Güldenpfennig fehlte wegen einer Klassenreise die wohl wichtigste Spielerin der Mannschaft des Deutschen Meisters und außerdem steckte die 9:11-Niederlage vom letzten Wochenende in Kremperheide noch in den Gliedern. Eine weitere Niederlage, so war vorher gewiß, würde man sich nicht leisten können, wenn die erfolgreiche Verteidigung des Landesmeistertitels nicht ernsthaft in Gefahr geraten sollte.

Anders als in den letzten Spielen ging der VfL in Altenholz selbst kurz nach Spielbeginn durch einen Treffer von Anja Bünger mit 1:0 in Führung. aber als es nach fünf Minuten 2:1 für Altenholz stand, hatten die Oldesloerinnen ihren Ruf als Spätstarterinnen wieder zurechtgerückt. Wenn aus dem 1:2-Rückstand dann im weiteren Verlauf ein 5:2-Vorsprung werden sollte, war das in erster Linie ein Verdienst der großartig aufspielenden Anja Müller. Den Ausgleich besorgte sie selber und auch die beiden Siebenmeter, die Andrea Struppek sicher verwandelte, hatte sie herausgeholt.

Über einen 6:4-Halbzeitstand ging der VfL im zweiten Durchgang über 8:4 mit 11:5 in Führung und schien einem klaren Erfolg zuzustreben, der allerdings noch einmal ins Wanken geriet, als die Gastgeberinnen auf 8:11 herankommen konnten. In der Schlußphase aber war der VfL dann wieder klar überlegen und konnte den Vorsprung erneut ausbauen. Dabei kam dem VfL entgegen, daß die TSV-Deckung große Lücken aufwies, als sie versuchte, Anja Müller durch „Manndeckung“ auszuschalten.

Mit fünf Toren war Anja Müller dennoch die erfolgreichste Torwerferin der Oldesloer Mädchen. Andrea Struppek (3), Meike Schäfer, Anja Bünger (je 2), Antje Schütt, Martina Ivens und Wiebke Rickert erzielten die weiteren Treffer. Kathrin Schäfer und Martina Pusch, die sich im Tor abwechselten, und Susanne Paetz wurden darüberhinaus noch eingesetzt.

In der Tabelle behauptet der VfL mit 24:4 Punkten seine Führung. Zweiter ist weiter der MTV Herzhorn (21:5) vor dem TSV Kremperheide, der bei SG Jarplund überraschend mit 8:9 unterlag und mit 20:8 Punkten nun aus dem Meisterschaftsrennen ausgeschieden sein sollte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.2.1980

 

Freitag, 22. Februar 1980

Zwei Punkte sind eingeplant

Letztes Heimspiel für die VfL-Handballmädchen

(mth) Ihr letztes Heimspiel in der laufenden Saison der schleswig-holsteinischen Oberliga der weiblichen Handball-A-Jugend bestreitet am Sonnabend der amtierende Deutsche Meister VfL Oldesloe. Am Sonnabend um 15 Uhr ist der TSV Nord Harrislee in der Stormarnhalle der Gegner.

Die Marschroute, mit der Trainer Ulli Meyer seine Truppe in dieses Spiel schickt, ist dabei klar abgesteckt. Es muß unbedingt ein Sieg aus dieser Begegnung herausspringen, wenn die Tabellenführung weiterhin behauptet werden soll, denn Verfolger MTV Herzhorn ist dem Titelverteidiger dicht auf den Fersen.

Ein doppelter Punktgewinn müßte für den VfL auch durchaus möglich sein. Die Mannschaft hat. sich konzentriert auf dieses Spiel vorbereitet und der Gegner aus dem Norden unseres Landes, der in der letzten Saison nur knapp hinter dem VfL landete, ist in dieser Saison bei weitem nicht mehr so stark einzuschätzen. Das liegt nicht zuletzt daran, daß die stärkste Spielerin der Mannschaft, Jugendnationalspielerin Iris Mainusch, inzwischen nicht mehr mit von der Partie ist, da sie vorzeitig in die Damenmannschaft des Vereins aufrücken mußte.

Dennoch sollten die Oldesloerinnen, die voraussichtlich alle Stammspielerinnen dabei haben, ihren Gegner keineswegs unterschätzen, denn einen Ausrutscher dürfen sie sich einfach nicht mehr erlauben. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.2.1980

 

Sonnabend, 23. Februar 1980

VfL Oldesloe wJA – TSV Nord Harrislee 27:12 (13:7)

Handballmädchen: Titelchance wurde gewahrt

Der Deutsche Meister schlug TSV Nord Harrislee mit dem Rekordergebnis von 27:12

(js) Daß sich Erfolgszwang auch positiv auswirken kann, bewies die weibliche Handball-A-Jugend des VfL Oldesloe in der Stormarnhalle. Dort hatte sie den Tabellenvierten der schleswig-holsteinischen Oberliga, TSV Nord Harrislee, zu Gast, den sie unbedingt besiegen mußte, um den ersten Tabellenplatz zu halten. Mit dem Rekordergebnis von 27:12 gewann der VfL das Spiel unerwartet klar.

Nach anfänglicher Nervosität, die sicherlich auf den verspäteten Spielbeginn zurückzuführen war (die Gäste trafen erst etwa 15 Minuten nach dem offiziellen Spielbeginn ein), fanden die Oldesloerinnen, die von Trainer Ulli Meyer optimal vorbereitet worden waren, schnell zu ihrer spielerischen Linie.

In der fünften Minute eröffnete Andrea Güldenpfennig den Torreigen. Eine Minute später konnten die Gäste aus dem hohen Norden das erste und letzt Mal in diesem Spiel ausgleichen: Die beste Spielerin des TSV Nord Harrislee, Silke Riedel, verwandelte einen Siebenmeter zum 1:1.

Im weiteren Verlauf des Spiels hatten die Gäste jedoch nie eine Chance, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Mit einem „Powerplay“ deklassierten die Handballmädchen des VfL ihren Gegner förmlich.

Beim Stand von 13:7 ging man in die Kabinen. Nach kurzer Anlaufzeit, die typisch für den VfL ist, wurde der Weg zum Rekordergebnis in der zweiten Halbzeit unvermindert fortgesetzt. Dabei fiel Andrea Güldenpfennig, die in diesem Spiel ihr 90. Saisontor warf, immer wieder durch hervorragende Technik und Schnelligkeit auf.

Mit acht Toren war sie wieder einmal die erfolgreichste Werferin des deutschen Meisters. Weitere Treffer für Oldesloe erzielten Martina Ivens (fünf), Andrea Struppek (vier), Wiebke Rickert (drei), Anja Müller und Antje Schütt (je zwei), Anja Bünger, Susanne Paetz und Meike Schäfer. Silke Riedel und Annette Dunker waren mit je vier Toren die erfolgreichsten Harrisleer Spielerinnen.

Sicherlich werden die nächsten Auswärtsspiele (die gleichzeitig die letzten Spiele der Saison sind) gegen VfL Bad Schwartau, RW Kiebitzreihe und SG Jarplund für den VfL weniger leicht zu gewinnen sein, aber in der Form des Spiels gegen Harrislee sollte der Vorsprung von einem Punkt vor MTV Herzhorn gehalten werden können. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1980

 

Freitag, 29. Februar 1980

Vorsicht ist geboten

VfL-Handballmädchen am Sonntag in Bad Schwartau

(mth) Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Verteidigung des Landesmeistertitels hatte die weibliche A-Jugend der Handballer des VfL Oldesloe nun noch drei Auswärtsspiele zu bestreiten. Die erste dieser Aufgaben ist am Sonntag um 15 Uhr in Bad Schwartau fällig, wo der amtierende Deutsche Meister auf seinen Namensvetter trifft.

Die Truppe von Trainer Ulli Meyer darf diesen Gegner in keinem Fall unterschätzen, denn die Schwartauerinnen, die in der Tabelle zur Zeit den siebenten Platz innehaben, brauchen noch dringend Punkte, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Zu verschenken haben die Oldesloerinnen in keinem Fall etwas, denn sie liegen in der schleswig-holsteinischen Oberliga bekanntlich nur einen einzigen Punkt vor Verfolger MTV Herzhorn.

Die Stormarnerinnen werden in Bad Schwartau voraussichtlich mit ihrem stärksten Aufgebot antreten können. Auch Andrea Güldenpfennig, die am Mittwoch beim Freundschaftsspiel gegen schwedische Gäste wegen einer Grippe pausieren mußte, wird wahrscheinlich wieder mit von der Partie sein. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.2.1980

 

Sonntag, 2. März 1980

VfL Bad Schwartau – VfL Oldesloe wJA 12:11 (8:6)

Der Deutsche Meister gerät ins Schlingern

Nach 11:12-Niederlage in Bad Schwartau ist der Landesmeister-Titel in Gefahr

(mth) Der amtierende Deutsche Meister der weiblichen A-Jugend, der VfL Oldesloe, gerät in der Endphase der schleswig-holsteinischen Oberliga leicht ins Schlingern. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer verlor beim Namensvetter VfL Bad Schwartau mit 11:12 (6:8), und muß nun um die erfolgreiche Verteidigung des in den beiden letzten Jahren errungenen Landesmeistertitels ernstlich bangen. Vorerst hat der VfL aber noch seine Spitzenposition behauptet, da auch der Meisterschaftsrivale MTV Herzhorn mit einem 10:10-Unentschieden bei SG Jarplund einen Punkt einbüßte. Die Oldesloerinnen führen bei gleicher Punktzahl (je 26:6) nun nur noch durch die bessere Tordifferenz vor den Herzhorner Mädchen.

Das Spiel in Bad Schwartau begann für die Oldesloer Mädchen noch nicht einmal schlecht, denn durch Tore von Meike Schäfer und Andrea Struppek führte der VfL bald mit 2:1. Grobe Deckungsfehler ließen dann aber die Gastgeberinnen mit 4:2 in Führung gehen, aber die an diesem Tage überragende Andrea Struppek erzwang wieder den Ausgleich, konnte aber trotz eines weiteren Treffers von ihr und einem Tor von Anja Müller die 8:6-Pausenführung der Schwartauerinnen nicht verhindern.

Nach einer „Gardinenpredigt“ in der Halbzeitpause durch Trainer Ulli Meyer legten die Oldesloerinnen im zweiten Spielabschnitt mächtig los. Schnell war der 8:8-Ausgleich hergestellt, und als man dann mit 9:8 in Führung ging, glaubte man schon fest an einen neuen Erfolg. Auch die neuerliche 10:9-Führung der Gastgeberinnen ließ noch keine Ängste aufkommen, denn Andrea Güldenpfennig und erneut Andrea Struppek machten daraus bis fünf Minuten vor dem Abpfiff eine 11:10-Führung.

In der dann einsetzenden hektischen Schlußphase aber verloren die Oldesloerinnen gänzlich den Faden. Sie leisteten sich Abspielfehler und unkonzentrierte Torwürfe und brachten so den VfL Bad Schwartau noch auf die Siegerstraße.

Mitentscheidend für die Niederlage des VfL war sicherlich, daß Andrea Güldenpfennig, sonst Leistungsträgerin der Mannschaft, von einer kaum überstandenen Grippe noch so geschwächt war, daß sie selten wie gewohnt zum Zuge kam. Hoffen wir, daß sich ihr Gesundheitszustand und damit ihr Leistungsstandard für die beiden entscheidenden Spiele in Kiebitzreihe und Jarplund wieder stabilisiert, damit die nicht schon sicher gewähnte Titelverteidigung nicht noch „durch die Lappen“ geht. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1980

 

Freitag, 7. März 1980

Entscheidende Phase beginnt

Für die VfL-Handballmädchen geht es um alles

(mth) In die entscheidende Phase ist die Saison 1979/80 in der schleswig-holsteinischen Oberliga der weiblichen Handball-A-Jugend getreten.

Nach der Niederlage des Deutschen Meisters VfL Oldesloe und dem gleichzeitigen Remis von Verfolger MTV Herzhorn hat sich die Situation an der Tabellenspitze weiter zugespitzt. Zwei Spieltage vor Schluß haben beide Mannschaften nun das gleiche Punktkonto und zwei Punkte dahinter lauert der TSV Kremperheide – am Sonnabend Gegner der Herzhornerinnen – noch auf seine Chance.

Sollten im übrigen zum Saisonabschluß zwei oder mehr Mannschaften punktgleich sein, entscheidet nicht die Tordifferenz – nach der die Oldesloerinnen im Augenblick in Führung liegen – über die Vergabe der Meisterschaft, sondern es werden Entscheidungsspiele angesetzt.

Unter diesen Voraussetzungen ist das Ziel für den VfL Oldesloe am Sonntag um 10.45 Uhr bei RW Kiebitzreihe ganz klar abgesteckt: Die Truppe von Trainer Ulli Meyer will und muß unbedingt gewinnen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung – und sei es über Entscheidungsspiele – zu wahren. Die Mannschaft hat sich in dieser Woche konzentriert auf die schwere Aufgabe vorbereitet.

Aller Voraussicht nach kann der VfL sämtliche Stammspielerinnen einsetzen. Auch Andrea Güldenpfennig, zuletzt in Bad Schwartau von einer Grippe geschwächt nur ein Schatten ihrer selbst, ist wieder voll bei Kräften. Auf eine Andrea in Hochform wird der VfL in Kiebitzreihe auch angewiesen sein, denn die Gastgeberinnen stecken noch mitten im Abstiegskampf und werden alles daransetzen, dem Deutschen Meister ein Bein zu stellen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1980

 

Sonntag, 9. März 1980

Rot-Weiß Kiebitzreihe – VfL Oldesloe wJA 10:19

Noch haben die VfL-Mädchen alle Meisterschaftschancen

Bei RW Kiebitzreihe gewann der Deutsche Meister klar

(mth) Mit einem glatten 19:10-Erfolg bei Rot-Weiß Kiebitzreihe wahrte der Deutsche Meister der weiblichen Handball-A-Jugend, der VfL Oldesloe, seine Chance auf eine erfolgreiche Verteidigung des in den beiden letzten Jahren gewonnenen Landesmeistertitels.

Die Oldesloerinnen liegen in der schleswig-holsteinischen Oberliga einen Spieltag vor Abschluß der Saison damit weiter-hin an der Tabellenspitze, punktgleich mit dem MTV Herzhorn, der gegen den Tabellendritten TSV Kremperheide zu einem 10:7-Erfolg kam.

Sollten beide Mannschaften auch nach dem letzten Spieltag noch gleichauf liegen – der VfL spielt am Sonnabend um 16.15 Uhr bei SG Jarplund, Herzhorn zur gleichen Zeit in eigener Halle gegen TSV Altenholz, wird ein Entscheidungsspiel in neutraler Halle fällig, da das Torverhältnis, die dem die Oldesloerinnen klar die Nase vorn haben, dann keine Rolle spielt.

Die Truppe von Trainer Ulli Meyer wird am Sonnabend zum entscheidenden Punktspiel in Jarplund mit einem Bus reisen. Schlachtenbummler können an dieser Fahrt teilnehmen. Sie sollten sich rechtzeitig anmelden.

Beim Spiel in Kiebitzreihe geriet der VfL zwar zu Spielbeginn mit 0:1 in Rückstand, hatte den Gegner dann aber jederzeit im Griff und spielte zeitweilig meisterlich auf. Herausragend war an diesem Tag Mannschaftsführerin Antje Schütt, die ihre Mannschaft immer wieder antrieb und sechs blitzsaubere Tore erzielte.

Auch Andrea Güldenpfennig zeigte mit vier Toren wieder ansteigende Form. Anja Müller (3), Anja Bünger (2), Martina Ivens, Andrea Struppek, Susanne Paetz und Maike Schäfer erzielten die restlichen Treffer für die Oldesloerinnen, bei denen auch Torhüterin Martina Pusch überzeugte, die beim Stande von 4:3 zwei Siebenmeter abwehrte.

Der VfL Oldesloe und der MTV Herzhorn haben nun je 28:6 Punkte. TSV Kremperheide hat mit 24:10 Punkten nun keine Chance mehr. In diesen Punktzahlen sind allerdings noch die Spiele der Mannschaften gegen den SV Tungendorf berücksichtigt, der zwischenzeitlich seine Mannschaft zurückgezogen hat und damit als erster Absteiger feststeht. Zweiter Absteiger ist nach der Niederlage gegen den VfL die Vertretung aus Kiebitzreihe. Die Annullierung der Tungendorfer Spiele ist für die Tabelle allerdings nicht von Belang, da der Absteiger ohnehin keinen Pluspunkt auf sein Konto verbuchte. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1980

 

Freitag, 14. März 1980

Es geht um die Wurst!

Entscheidendes Spiel für die VfL-Mädchen

(mth) Für den Deutschen Meister der weiblichen Handball-A-Jugend, den VfL Oldesloe, geht es an diesem Wochenende um die Wurst! Am Sonnabend um 16.15 Uhr tritt die Truppe von Trainer Ulli Meyer bei SG Jarplund zum letzten Saisonspiel in der schleswigholsteinischen Oberliga an. Einer Begegnung also, in der die erfolgreiche Verteidigung des Landesmeistertitels auf dem Spiel steht.

Die Ausgangsposition für die Oldesloer Mädchen ist dabei klar: Die Mannschaft muß dieses Spiel unbedingt gewinnen, wenn sie ihre Chancen wahren will, denn sie kann nicht davon ausgehen, daß der punktgleiche MTV Herzhorn zur gleichen Zeit in eigener Halle gegen den TSV Altenholz einen Punkt einbüßt.

Bleiben beide Mannschaften auch nach Abschluß der Serie punktgleich, wird für die Vergabe des Meistertitels ein Entscheidungsspiel notwendig, daß dann am 22. März in Bad Bramstedt fällig würde.

Trainer Ulli Meyer hat seine Mannschaft auf das entscheidende Spiel gewissenhaft vorbereitet. Er hat am Mittwoch und Donnerstag noch hart trainieren lassen und wird am Sonnabend seine Bestbesetzung aufbieten können.

Ihr besonderes Augenmerk werden die Oldesloer Mädchen bei der SG Jarplund auf Landesauswahlspielerin Frauke Henningsen legen müssen, die Dreh- und Angelpunkt ihrer Mannschaft ist. Beim letzten Spiel der Jarplunderinnen am letzten Wochenende bei Riemann Eutin, das mit 7:9 verloren ging, warf sie alle Tore für ihre Mannschaft. Gelingt es dem VfL, ihre Kreise wirkungsvoll einzuengen, dürfte das schon die „halbe Miete“ für einen Erfolg sein. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1980

 

Sonnabend, 15. März 1980

SG Jarplund-Weding – VfL Oldesloe wJA 12:13 (6:5)

Ein Handball-Krimi

Erst 20 Sekunden vor dem Abpfiff gelang der erlösende Siegtreffer

(mth) Als die weibliche Handball-A-Jugend des VfL Oldesloe im letzten Jahr in einer tollen Siegesserie nacheinander den Landesmeistertitel, die Norddeutsche Meisterschaft und schließlich als Krönung des ganzen den Deutschen Meistertitel an die Trave holte, hat sie in manchen Spielen die Nerven ihrer Anhänger ganz schön strapaziert. Ihre Nachfolgerinnen nun, zu denen im übrigen sieben Spielerinnen zählen, die auch schon zum Kader der Meistermannschaften gehörten, wollen es ihnen in dieser Beziehung offensichtlich gleichtun. Ja, beim 13:12-Erfolg bei der SG Jarplund im letzten und entscheidenden Spiel der schleswig-holsteinischen Oberliga übertrafen sie sogar noch alles, was es im letzten Jahr an Handball-Krimis gegeben hatte.

Die Ausgangsposition für die Truppe von Trainer Ulli Meyer war vor dem Spiel klar. Da niemand mit einem Ausrutscher des punktgleichen MTV Herzhorn in eigener Halle gegen den TSV Altenholz rechnen konnte – diese Annahme erwies sich als richtig, die Herzhornerinnen siegten mit 16:6 –, mußten die Oldesloerinnen unbedingt gewinnen, um die Möglichkeit zu behalten, den Landesmeistertitel über ein Entscheidungsspiel erfolgreich zu verteidigen.

Die Voraussetzungen für einen Sieg schienen nicht schlecht, denn erstens hatte der VfL das Hinspiel sicher gewonnen und zum anderen schien es für die Flensburger Vorstädter um nichts mehr zu gehen. Sie rangierten vor diesem Spiel auf dem fünften Tabellenplatz, ohne Befürchtungen hinsichtlich eines Abstiegs hegen zu müssen, oder sich noch entscheidend nach vorne verbessern zu können.

Ein Umstand allerdings ließ die Jarplunder Mädchen doch mit ganz besonderem Ehrgeiz gegen den VfL antreten. Der Fast-Lokalrivale TSV Nord Harrislee stand vor dem letzten Spieltag in der Tabelle einen Platz vor ihnen und wäre bei einem Sieg noch zu überholen gewesen. Und „Erster im eigenen Haus“ ist man natürlich besonders gerne, wenn es nicht schon zu höheren Weihen reicht.

Vielleicht war es auch diesen Umständen zu verdanken, daß die Gastgeberinnen wenigstens ebenso nervös begannen wie der VfL. Über 1:0, 2:1 und 3:2 konnte der VfL nach gut zehn Spielminuten erstmals bei 4:2 mit zwei Toren in Front gehen, nachdem Martina Pusch zuvor einen Siebenmeter von Landesauswahlspielerin Frauke Henningsen abgewehrt hatte. Als dann Andrea Güldenpfennig, die bis dahin alle VfL-Tore erzielt hatte, mit einem Tempogegenstoß scheiterte, gab es im Oldesloer Spiel einen Bruch.

Die Gastgeberinnen gingen nun ihrerseits mit 5:4 in Führung und es wurde erstmals brenzlig, als Antje Schütt für zwei Minuten vom Feld mußte. Aber der VfL riß sich zusammen und schaffte auch in der Minderzahl den Ausgleich, ohne dann allerdings – wieder vollzählig – die 6:5-Pausenführung für SG Jarplund verhindern zu können.

Nach dem Seitenwechsel schien sich für den VfL eine Wende anzubahnen, denn Martina Pusch konnte zwei weitere Siebenmeter „killen“, mit denen die Schiedsrichter hüben wie drüben reichlich freigiebig waren. Bis zum Spielstand von 7:7 hielt sich die Partie dann die Waage, ehe dem VfL neues Unheil drohte, als Antje Schütt völlig unmotiviert ein zweites Mal vom Feld geschickt wurde.

Diesmal kamen die Oldesloerinnen nicht so ungeschoren davon. Der Gastgeber ging mit 9:7 in Führung und die Felle schienen gänzlich davonzuschwimmen, als Andrea Struppek dann einen Siebenmeter verwarf und im Gegenzug das 10:7 folgte. Nach zwei weiteren Siebenmetertoren hüben wie drüben stand es fünf Minuten vor dem Abpfiff dann 11:8 für Jarplund und niemand gab mehr einen Pfifferling für den Deutschen Meister.

Dann aber ging ein Ruck durch die Reihen des VfL. Angetrieben von der nun immer besser werdenden Anja Müller holte die kampfstarke Mannschaft Tor um Tor auf und zwei Minuten vor dem Ende war mit 12:12 der Gleichstand erreicht, obwohl zwischenzeitlich auch Susanne Paetz eine unmögliche Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam.

Die Spannung hatte damit aber noch keineswegs ihren Höhepunkt erreicht. 90 Sekunden vor Schluß setzte Andrea Güldenpfennig zu einem herrlichen Fallwurf an, traf aber nur den Innenpfosten, was Ballbesitz für die Gastgeberinnen bedeutete. Dieses große Pech erwies sich im Nachhinein dann aber doch als glücklicher Zufall.

Bei einer VfL-Führung hätten die Gastgeberinnen noch eineinhalb Minuten Zeit gehabt, in Ruhe einen möglichen Ausgleich zu erzielen, der ja auch das Aus für den VfL bedeutet hätte. So aber wurden sie, einen möglichen Sieg vor Augen, nervös und leisteten sich einen weiteren Ballverlust. Susanne Paetz, der wurfgewaltigen Linkshänderin, die bis dahin viel zu wenig riskiert hatte, war es dann vorbehalten, 20 Sekunden vor dem Abpfiff den Siegtreffer für den VfL zu erzielen.

Unbeschreiblich war nachdem Abpfiff der Jubel im Lager des VfL. Mit großartiger Moral hatten die jungen Mädchen ein Spiel gegen einen wenigstens gleichwertigen Gegner noch aus dem Feuer gerissen. Vergessen war dabei, daß der VfL, für den Andrea Güldenpfennig (7), Anja Müller, Susanne Paetz (je 2), Wiebke Rickert und Andrea Struppek die Tore erzielten, über weite Strecken nicht zu seinem Spiel gefunden hatte, was zum großen Teil wohl mit der übergroßen Nervosität zu erklären ist.

Wie auch immer das Entscheidungsspiel gegen den MTV Herzhorn ausgehen mag – Ort und Termin dafür stehen noch nicht endgültig fest (der ursprünglich vorgesehene Termin in Bad Bramstedt fällt aus, da Andrea Güldenpfennig und Kerstin Jönßon (Herzhorn) zu einem DHB-Lehrgang nach Essen eingeladen sind), die Mannschaft. zu der in Jarplund noch Meike und Kathrin Schäfer, Anja Bünger und Martina Ivens außer den schon genannten Spielerinnen zählten, hat bewiesen, daß sie eine würdige Nachfolgerin des letztjährigen Meisterteams ist. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1980

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