Mittwoch, 2. April 1980
Der erste Gegner steht fest TV Cloppenburg heißt der erste „Stolperstein“.

(mth) Der erste Gegner des schleswig-holsteinischen Landesmeisters der weiblichen Handball-A-Jugend – VfL Oldesloe – für die Norddeutsche Meisterschaft steht jetzt fest. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer, die sich in der letzten Woche bekanntlich nach einem dramatischen Spiel gegen MTV Herzhorn wieder den Landestitel holte, trifft am 12. April um 16.30 Uhr auf den Niedersachsen-Meister TV Cloppenburg.

Die Cloppenburger Mädchen schalteten den TuS Bergen, im letzten Jahr einer der härtesten Gegner des VfL auf dem Weg zur Norddeutschen und später der Deutschen Meisterschaft, aus. Das Hinspiel findet in Cloppenburg statt. Eine Woche später(20. April, 14 Uhr) steigt dann das Rückspiel in der Stormarnhalle.

Der zweite Finalteilnehmer wird parallel dazu zwischen Werder Bremen und TuS Alstertal Hamburg ermittelt. Wir sind einmal gespannt, ob die Oldesloer Truppe in diesem Jahr ähnlich erfolgreich wie 1979 diese Spiele überstehen kann.

Zum Spiel in Cloppenburg fährt der VfL wieder mit einem großen Reisebus (Abfahrt am Spieltag um 11.45 Uhr von der Jugendherberge. Für etwa 40 Schlachtenbummler besteht die Möglichkeit, die Fahrt mitzumachen. Der Fahrpreis beträgt 10 Mark. Interessenten sollten sich möglichst umgehend bei Ulli Meyer melden. Spätester Anmeldetermin ist der kommende Mittwoch (19 Uhr), wo in der Stormarnhalle Gelegenheit besteht, die Anmeldung vorzunehmen. Dieser Termin ist gleichzeitig letzter Zeitpunkt für die Entrichtung des Fahrpreises.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1980

 

Freitag, 11. April 1980
Jetzt geht's los: VfL-Mädchen greifen wieder zum Nordtitel. Niedersachsenmeister TV Cloppenburg erster Gegner des VfL.

(mth) Nach der kurzen Pause über die Osterfeiertage wird es für die weibliche A-Jugend der Handballer des VfL Oldesloe am Wochenende wieder ernst. Am Sonnabend steigt für den schleswig-holsteinischen Landesmeister und amtierenden Deutschen Meister die erste Begegnung in der Vorrunde zur Norddeutschen Meisterschaft. Erster Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist der Niedersachsenmeister TV Cloppenburg, der sich in seinem Landesverband knapp vor dem vorjährigen Gegner des VfL, TuS Bergen, durchsetzen konnte. Die Oldesloer Mädchen haben dabei den Vorteil, zuerst in der Halle des Gegners antreten zu können. Eine Woche später steigt dann das Rückspiel in der Stormarnhalle.

Anders als im letzten Jahr, als die jeweiligen Gegner des VfL vor den ersten Partien jeweils „Bücher mit sieben Siegeln“ für den Coach Ulli Meyer waren, tappt man dieses Mal nicht so ganz im Dunkeln. Am Buß- und Bettag 1979 ist man auf einem Turnier in Bremervörde im Endspiel schon auf den gleichen Gegner gestoßen.

Die Stormarner Mädchen hatten seinerzeit im Endspiel knapp gewonnen, aber dieses Spiel will man beim Deutschen Meister nicht als Maßstab nehmen. Schließlich dauerte das Spiel in Bremervörde nur zwei mal zehn Minuten, während morgen und in der nächsten Woche selbstverständlich über die Distanz von zwei mal 25 Minuten gespielt wird.

Ulli Meyer und seine Mannschaft sahen die Cloppenburger Mädchen als sehr gefährlichen und ernsthaften Gegner auf dem Weg zu einer eventuellen Verteidigung des Nordmeistertitels. Sie haben noch gut in Erinnerung, wie schwer im letzten Jahr die Aufgabe gegen TuS Bergen war, als die Oldesloerinnen auswärts zwar gewannen. im Rückspiel in der Stormarnhalle dann aber lange bangen mußten, ehe die unvermeidbare Niederlage so knapp ausfiel, daß man sich trotzdem für das Finale qualifizieren konnte.

Für das Spiel in Cloppenburg, das am Sonnabend um 16.30 Uhr in der TVC-Sporthalle beginnt, hat sich der VfL sehr gewissenhaft vorbereitet. Am Mittwoch und Donnerstag wurde jeweils intensiv trainiert, so daß die Mannschaft topfit in die wichtige Begegnung gehen kann.

Personelle Probleme hat dabei der Coach der Oldesloer nicht. Alle Stammspielerinnen werden die Reise zum Niedersachsenmeister mitmachen. Zur Vorbereitung auf dieses Spiel gehörte im übrigen über die Osterfeiertage die Teilnahme an einem Turnier von TuS Wandsbek 81. Obwohl dabei mit Andrea Güldenpfennig, Antje Schütt, Andrea Struppek und Martina Ivens vier wichtige Spielerinnen fehlten, gelangten die Oldesloerinnen bis ins Endspiel, das sie dann allerdings mit 7:8 gegen den Gastgeber verloren.

Wie von uns schon in der letzten Woche berichtet, fährt der VfL. nach Cloppenburg mit einem großen Reisebus, um auch Schlachtenbummlern die Mitreise zu ermöglichen. Einige Plätze sind dabei noch zu vergeben. Interessenten sollten sich möglichst umgehend bei Ulli Meyer melden. Abfahrt ist am Sonnabend um 11.45 Uhr an der Jugendherberge. Mit der Rückkehr nach Bad Oldesloe wird gegen 21 Uhr gerechnet. Der Fahrpreis beträgt zehn Mark.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1980

 

15.4.1980 (ST) - VfL-Coach "linkte" den Gegner
Drei-Tore-Vorsprung ist kein "Freifahrtsschein", aber ein gutes Polster für das Rückspiel.

TV Cloppenburg wurde mit taktischen Varianten auf's Kreuz gelegt

Die weibliche Jugend A des VfL Oldesloe ist auf dem besten Wege, wie im Vorjahr in das Finale um die norddeutsche Meisterschaft einzuziehen. Im Halbfinal-Hinspiel beim Niedersachsen-Meister TV Cloppenburg holte sich das Team einen ungefährdeten 17:9 Erfolg, der für das Rückspiel am kommenden Sonntag eigentlich einen sicheren Rückhalt geben sollte.

In Cloppenburg begann der VfL unglaublich nervös. Die Niedersachsen, die auch nicht gerade die Ruhigsten waren, hatten dennoch den besseren Start und gingen mit 3:1 in Führung. Dem VfL gelang der Ausgleich durch zwei verwandelte 7m. Den erneuten Führungstreffer der Gastgeber beantwortete Anja Müller mit ihrem Treffer zum 4:4 Ausgleich.

In den restlichen 10 Minuten bis zum Seitenwechsel boten beide Mannschaften dann keine überragende Leistung. Fehlwürfe und überflüssige Ballverluste - hüben wie drüben - waren an der Tageordnung und ein weiterer Treffer fiel bis zur Pause nicht. Die Cloppenburger Mädchen erlaubten sich den Luxus, einen 7m neben dem Tor zu platzieren.

Die Pause wurde zu einer völligen Umstrukturierung der Mannschaft genutzt. Die beiden Kreisläuferinnen wurden aus dem Team genommen, dafür kamen die beiden Linkshänderinnen Susanne Paetz und Maike Schäfer an den Kreis. Zusätzlich wurde die 6:0 Deckung aufgelöst und Andrea Güldenpfennig spielte vor der Deckung.

Beide Maßnahmen trafen die Niedersachsen völlig unvorbereitet. Nachdem Cloppenburg noch einmal mit 5:4 in Führung gehen konnte, bestimmte der VfL ganz eindeutig das Spielgeschehen und warf acht Treffer hintereinander. Die beiden angesprochenen Maßnahmen bewährten sich dabei ausgezeichnet. Beide Linkshänder warfen die nächsten drei Treffer und Andrea Güldenpfennig fing vier Angriffe vor dem Torraum ab und konnte sie mit erfolgreichen Tempogegenstößen nutzen.

Nach dem 12:5 Zwischenstand ließ der VfL die Angelegenheit dann ruhiger angehen. Sie bauten deswegen aber keineswegs ab, sondern "schaukelten" einen sicheren 17:9 Endstand nach Hause.

30 mitgereiste Zuschauer, die schon während des Spiels lautstark den VfL unterstützen, konnten die Mannschaft begeisternd feiern.

Geht man davon aus, das der VfL das Rückspiel übersteht, wäre dann der Gegner im Finale der TUS Alstertal, der ebenso sicher den SV Werder Bremen bezwang. Das Hinspiel findet dann in Bad Oldesloe statt.

21.4.1980 (ST)

Sonntag, 20. April 1980
Nordfinale wieder erreicht.

Das Rückspiel gegen TV Cloppenburg war nur noch eine reine Formsache. Die VfL-Handballmädchen waren auch in der Stormarnhalle glatt erfolgreich.

(mth) Wie im vergangenen Jahr steht die weibliche Handball-A-Jugend des VfL Oldesloe im Finale um die Norddeutsche Meisterschaft. Das Rückspiel vor gut 500 Zuschauern in der Stormarnhalle gegen den Niedersachsen-Meister TV Cloppenburg war für die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer kaum mehr als eine Formsache. Mit einem Acht-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken konnten die Oldesloer beruhigt aufspielen, auch wenn dieses nicht in allen Szenen, vornehmlich in der ersten Halbzeit, als es viele unnötige Ballverluste gab, unbedingt zu sehen war, und kamen zu einem sicheren 25:16 (10:9) -Erfolg.

Das Spiel begann für den VfL mit einem Auftakt nach Maß. Gleich der erste Angriff führte nach schöner Kombination durch Anja Müller zum 1:0 und in der vierten Minute konnte Andrea Güldenpfennig das 2:0 erzielen. Zusammen mit den acht Toren Vorsprung aus dem Hinspiel hatten die Stormarnerinnen damit einen beruhigenden Zehn-Tore-Vorsprung, der nun auch den letzten Pessimisten an ein erneutes Vordringen ins Nordfinale glauben lassen mußte und eigentlich die Mädchen um Mannschaftsführerin Antje Schütt zu souveräner Spielweise hätte bringen sollen.

Genau dieses trat aber in der ersten Halbzeit nicht ein. Der schleswig-holsteinische Meister war immer noch erstaunlich nervös und brachte überflüssige Hektik in sein Spiel. Die Oldesloer Truppe geriet zwar nie in Rückstand, mußte sich aber vielfach einen Gleichstand gefallen lassen und lag beim Seitenwechsel nur mit 10:9 in Front, obwohl sich die Cloppenburgerinnen doch als sehr hausbackener Gegner erwiesen.

Auch in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit war bei den Stormarner Mädchen noch Sand im Getriebe, aber als dann der 10:10-Ausgleich gefallen war, wurde es dem VfL doch zu bunt. Mit vier Toren hintereinander innerhalb von vier Minuten machte man deutlich, daß man auch in eigener Halle Herr der Lage bleiben wollte, und auch das folgende Gegentor von Sabine Fangmann, mit acht Treffern bei weitem erfolgreichste Spielerin des Niedersachsen-Meisters, wurde wieder mit vier VfL-Toren in schneller Reihenfolge beantwortet. Mit einem 18:11-Zwischenstand nach 37 Spielminuten war damit die Frage nach dem Sieger auch im Rückspiel ganz klar beantwortet, und die Truppe von Trainer Ulli Meyer, der nun nur noch selten seine Stammtruppe aufs Spielfeld schickte, konnte es sich leisten, die Angelegenheit nun etwas gelassener angehen zu lassen.

So konnten die Niedersachsen in den nächsten zehn Minuten bis zum 21:16 das Ergebnis etwas erträglicher gestalten, ehe der VfL in den letzten drei Minuten noch einmal Ernst machte und wiederum vier Tore hintereinander zum 25:16-Endstand hintereinander erzielte.

Angesichts des klaren Erfolges ist es müßig, das Spiel des VfL Oldesloe allzu kritisch unter die Lupe zu nehmen. Die Mannschaft wird selbst wissen, daß dieser Gegner kein übermäßig schwerer Prüfstein war. In keinem Fall erreichten die Cloppenburger Mädchen den Leistungsstandard vom vorjährigen Niedersachsen-Meister TuS Bergen, der vor einem Jahr in der gleichen Runde der Norddeutschen Meisterschaft Andrea Hasenberg und Co. zu schaffen machte. Die Cloppenburger Mädchen spielten in Angriff und Abwehr eher hausbacken, und hatten mit Elberfeld und Wübbold zwei Torhüterinnen, die kaum einmal einen Wurf parierten.

Erfreulich war im VfL-Team auf jeden Fall, daß sich am Ende alle Feldspielerinnen – im Tor wechselten sich (je eine Halbzeit spielend) Martina Pusch und Kathrin Schäfer ab – in die Torschützenliste eintragen konnten. Erfolgreichste Torschützin war ausnahmsweise einmal nicht Andrea Güldenpfennig, die sich nach vier Toren im ersten Spielabschnitt merklich zurückhielt und es auf fünf Treffer brachte, sondern Anja Müller, die gleich sechsfach ins Schwarze traf.

Auf fünf Treffer wie Güldenpfennig kam auch Susanne Paetz, die sich damit ein schönes Geburtstagsgeschenk selbst machte. Anja Bünger, Martina Ivens, Meike Schäfer (je 2), Antje Schütt, Andrea Struppek und Wiebke Rickert erzielten die restlichen Oldesloer Treffer.

Die Begegnung unter der insgesamt guten Leitung von den Schiedsrichtern Hartz (Glückstadt) und Müller (Lübeck) war im übrigen ausgesprochen fair. Es gab zwar acht Siebenmeter (für beide Mannschaften je vier), die allesamt verwandelt wurden, aber die Unparteiischen brauchten nicht ein Zeitstrafe zu verhängen.

Endspielgegner der Oldesloer Mädchen ist erwartungsgemäß der Hamburger Meister TuS Alstertal. Die Hamburgerinnen gewannen das Rückspiel gegen Werder Bremen, nachdem sie schon zuvor an der Weser mit 14:8 erfolgreich gewesen waren. Das erste Endspiel steigt am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der Stormarnhalle. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe des Nordtitels wird dann am 3. Mai um 19.30 Uhr in Hamburg in der Sporthalle Alstertal (Stadtteil Fuhlsbüttel) fallen.

In einem Vorspiel kamen die Minimädchen des VfL zu einem 10:7-Erfolg über den Rümpeler SV.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1980

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