Freitag, 23. März 1979

VfL-Handballmädchen: Nun geht's um den Nordtitel

(mth) Der Jubel um die erfolgreiche Verteidigung des schleswig-holsteinischen Landesmeistertitels ist noch kaum verhallt, da rüsten die Mitglieder der weiblichen A-Jugend-Handballmannschaft des VfL Oldesloe schon zu neuen, wenn möglich noch größeren Taten. Am Sonntag um 17.30 Uhr bestreitet die Truppe von Trainer Ulli Meyer bereits ihr erstes Spiel um die Norddeutsche Meisterschaft. Gegner der Oldesloerinnen ist der Niedersachsen-Meister, der überraschend nicht, wie von uns in der letzten Woche vermutet wurde, SV Aurich, sondern TuS Bergen heißt.

Das Hinspiel findet bei den Niedersachsen statt. Gelingt es der Oldesloer Mannschaft, dort ein gutes Ergebnis zu erzielen, hat sie am 1. April beim Rückspiel in der Stormarnhalle (Beginn 16 Uhr), Gelegenheit, sich für das Finale zu qualifizieren.

Der Austragungsmodus der Norddeutschen Meisterschaften ist gegenüber dem Vorjahr – als die Meister der vier norddeutschen Landesverbände eine einfache Punktrunde austrugen – geändert worden. Parallel zu den Spielen zwischen Bergen und Oldesloe ermitteln in Hin- und Rückspiel auch der Hamburger (TSV Sasel) und der Bremer (SV Werder) Meister den anderen Finalteilnehmer.

Obwohl Trainer Ulli Meyer sein Vorhaben, das Niedersachsen-Endspiel am letzten Wochenende in Aurich zu beobachten und dabei den Gegner „auszuspionieren“, nicht wahrmachen konnte, tritt er die Reise mit seinem Team recht zuversichtlich an. Dieser Optimismus gründet sich nicht nur auf die ausgezeichnete Verfassung, die seine Mannschaft in der entscheidenden Meisterschaftsphase an den Tag legte, sie basiert auch noch auf einer anderen, für die Oldesloer Mädchen höchst erfreulichen Tatsache. Seit Mittwoch dieser Woche hat sich die Mannschaft nämlich um eine Landesauswahlspielerin verstärken können.

Antje Schütt, die bis vor drei Monaten beim SV Todesfelde spielte, hat ihre dreimonatige Sperre nun „abgesessen“ und ist ab sofort für den VfL spielberechtigt. Von ihr, die seit eben diesen drei Monaten beim VfL mittrainiert, verspricht sich Trainer Ulli Meyer eine Verstärkung des Rückraumes.

Als Landesauswahlspielerin ist die Neu-Oldesloerin Antje Schütt im übrigen nicht allein. Auch Andrea Güldenpfennig hat in dieser Auswahl des öfteren mit ihr zusammengespielt und auf Andrea, die technisch wohl die begabteste Spielerin in der Mannschaft des Landesmeisters ist, warten noch weitere, große Aufgaben. Sie wurde für die Osterferien zu einem Sichtungslehrgang des Deutschen Handballbundes nach Kamen (bei Dortmund) eingeladen, und nicht wenige geben ihr gute Chancen, in den Kader der deutschen Jugend-Nationalmannschaft vorzustoßen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1979

 

Sonntag, 25. März 1979

TuS Bergen – VfL Oldesloe wJA 6:10 (4:7)

Andrea Güldenpfennig war einfach nicht zu stoppen

(mth) Beim ersten Spiel um die Norddeutsche Meisterschaft beim Niedersachsen-Meister TuS Bergen begann die weibliche A-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe das Spiel vor gut 300 Zuschauern reichlich nervös. Insbesondere in der Deckung des VfL klappte in den ersten Minuten fast gar nichts, so daß die Gastgeberinnen durch zwei Tore vorn Kreis mit 2:0 in Führung gehen konnten.

Angefeuert von den rund 40 Oldesloer Schlachtenbummlern fing sich die Truppe von Ulli Meyer dann aber und fand langsam zu ihrem Spiel. Zu einer Glanzform lief dabei Auswahlspielerin Andrea Güldenpfennig auf, die nicht weniger als sieben Tore für ihre Mannschaft warf und damit entscheidenden Anteil daran hatte, daß der VfL zunächst bis zur Halbzeit auf 7:4, später dann sogar auf 9:4 und 10:5 davonzog. Gegen Ende der Begegnung ließ auf beiden Seiten die Kondition merklich nach, so daß nur noch ein Treffer für die Gastgeberinnen fiel,

Mit dem herausgespielten Vier-Tore-Vorsprung hat sich der VfL für das Rückspiel am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der Stormarnhalle natürlich eine glänzende Ausgangsposition geschaffen. Es müßte nun schon mit dem Teufel zugehen, wenn die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer nun noch das Endspiel, das ebenfalls in Hin- und Rückrunde am 7./8. und 91./22. April ausgetragen wird, verpassen sollten.

Dann würden die drei verworfenen Siebenmeter aus dem Spiel in Bergen natürlich nachträglich noch besonders schmerzen. Neben Andrea Güldenpfennig konnten sich noch Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Jeanette Warncke in die Torschützenliste eintragen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1979

 

Freitag, 30. März 1979

Zwischen zwei Ehrungen wird es wieder ernst

Rückspiel der VfL-Handballmädchen gegen TuS Bergen

(mth) Zweiter Höhepunkt neben dem ersten Trave-Marathonlauf im Sportgeschehen des Wochenendes in unserem Kreis ist ohne jeden Zweifel das Rückspiel um die Norddeutsche Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend am Sonntag zwischen dem VfL Oldesloe und TuS Bergen.

Das Hinspiel am letzten Sonntag in Bergen konnte die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 10:6 für sich entscheiden, wodurch natürlich eine glänzende Ausgangsbasis für das Erreichen des Finales geschaffen wurde. Gegner in diesem Endspiel wird dann voraussichtlich der Hamburger Meister TSV Sasel sein, der sein Rückspiel gegen den SV Werder Bremen ebenfalls mit einem Vier-Tore-Vorsprung im Rücken beginnen kann.

Trotz des Sieges im Hinspiel haben sich die Oldesloerinnen vorgenommen, den Gegner keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Durch Überheblichkeit will man den angestrebten Erfolg keineswegs auf's Spiel setzen.

Mit Gudrun Noack, Andrea Hasenberg, Renate Warncke, Susanne Paetz, Martina Ivens, Anja Müller, Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller, Christiane Buck, Antje Schütt und Andrea Struppek hat Trainer Ulli Meyer sein bestes Aufgebot für dieses Spiel zur Verfügung.

Für das Spiel, das um 16 Uhr in der Stormarnhalle angepfiffen wird, erhoffen sich die VfL-Handballer eine Rekordkulisse. Das Hinspiel in Bergen war von gut 300 Zuschauern besucht, eine Zahl, die in Oldesloe doch wenigstens erreicht, wenn nicht gar überboten werden müßte.

Vor der Begegnung wird im übrigen die Mädelwartin des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, Eva Moers (Kiel), die Ehrung für die bereits errungene Landesmeisterschaft nachholen. Im Anschluß an das Spiel werden die Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg vom Vorsitzenden des VfL, Walter Busch, für ihre tollen Erfolge ausgezeichnet: Eine Niederlage würde sich zwischen diesen beiden Ehrungen natürlich nicht gut ausmachen. Hoffen wir also, daß die Truppe von Trainer Ulli Meyer die in sie gesetzten – hochgeschraubten – Erwartungen erfüllen kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1979

 

Sonntag, 1. April 1979

VfL Oldesloe wJA – TuS Bergen 8:11 (5:7)

Bis zum Schlußpfiff wurde gezittert

TuS Bergen hätte den Oldesloer Handballmädchen fast noch die Tour vermasselt

(mth) Die Ausgangsposition für das Aushängeschild des Stormarner Handballs, die weibliche A-Jugendmannschaft des VfL Oldesloe, vor dem Rückspiel gegen den Niedersachsen-Meister TuS Bergen war eigentlich denkbar günstig. Der 10:6-Erfolg aus dem Hinspiel schien für die Truppe von Trainer Ulli Meyer ein hinreichendes Polster für das sichere Erreichen des Finales zu sein.

Die vor dem Spiel durch die Mädelwartin des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, Eva Moers (Kiel), vorgenommene Ehrung für die kürzlich errungene Landesmeisterschaft und eine beachtliche Zuschauerkulisse – die Sitzplätze in der Stormarnhalle waren restlos ausgebucht und viele, viele Anhänger mußten mit Stehplätzen vorlieb nehmen –, so meinte man vorher, könnten dazu angetan sein, den Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg Rückhalt für das Spiel zu geben. Aber es kam am dann alles ganz anders.

Zunächst lief es für die Oldesloerinnen ganz nach Plan. Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig schüttelten die Nervosität als erste ab und brachten mit herrlichen Treffern den VfL mit 2:0 in Führung. Auch die ersten Gegentore schienen dem Spiel noch keine Wende zu geben, denn durch weitere Treffer von Jeanette Müller (2) und Renate Warncke hatte der VfL auch Mitte der ersten Halbzeit beim Stande von 5:3 noch zwei Tore Vorsprung. Zusammen mit den vier Toren aus dem Hinspiel sah man auch als objektiver Betrachter den VfL schon mit beiden Beinen im Finale der norddeutschen Meisterschaft.

Dann aber bekam das Spiel der Truppe von Ulli Meyer einen Riß. Die Misere begann damit, daß Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller und Renate Warncke drei Siebenmeter bis zum Pausenpfiff nicht im Tor der immer stärker werdenden Bergenerinnen unterbringen konnten, während die Gäste Tor um Tor erzielten. Hinzu kam, daß Andrea Güldenpfennig, die das Hinspiel mit sieben Treffern fast allein entschieden hatte, in konsequente Manndeckung genommen wurde und kaum noch Wirkung erzielte. Ein 7:5-Halbzeitvorsprung der Niedersachsen war das ernüchternde Resultat.

Nach dem Seitenwechsel gab es für die Oldesloer Anhänger zunächst ein wenig Entspannung, denn Andrea Struppek und Antje Schütt, die endlich einen Siebenmeter im Tor unterbringen konnten, glichen zum 7:7 aus. Aber auch in dieser Spielphase war unverkennbar, daß beim VfL spielerisch nicht viel zusammenlief. Zusätzlich erfreute sich nun auch noch Jeanette Müller einer Sonderbewachung, was dem Spielfluß der Stormarnerinnen natürlich weiteren Abbruch tat.

Auch die Siebenmeter-Misere riß wieder ein. Als TuS Bergen erneut mit 8:7 in Führung gegangen war, scheiterte Antje Schütt am Torpfosten und beim Stande von 9:7 fand die gleiche Spielerin in der Bergener Torhüterin ihren Meister. Den Abpraller von diesem verworfenen Siebenmeter erwischte Andrea Hasenberg und verkürzte auf 8:9. Wie wertvoll gerade dieser Treffer war, zeigte sich dann am Schluß.

Die Gäste warfen noch zwei weitere Treffer und hatten ihren aus dem Hinspiel mitgebrachten Rückstand bis auf ein Tor aufgeholt. Obwohl der VfL die letzten 60 Sekunden dann mit nur fünf Feldspielerinnen auskommen mußte – Antje Schütt war wegen Foulspiels mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt worden – konnte er das 8:11-Endergebnis über die Zeit retten.

Trotz der Niederlage war der Jubel bei der Oldesloer Truppe nach dem Spiel natürlich riesengroß. Das Erreichen eines Endspiels um die Norddeutsche Meisterschaft ist ja schließlich auch kein Pappenstiel. Bleibt nur zu hoffen, daß das Spiel nicht zu viel an Substanz und Nervenkraft für das erste Finale am Sonnabend um 16 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Hamburger Meister TSV Sasel gekostet hat. Da wird die Truppe von Trainer Ulli Meyer dann hoffentlich auch spielerisch wieder etwas mehr zu bieten haben, sonst sind die Aussichten, den schon jetzt errungenen Erfolg noch zu vergrößern, bei aller Wertschätzung sicherlich nicht allzu rosig.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.4.1979

 

Freitag, 6. April 1979

Erstes Nordfinale in der Stormarnhalle:

VfL-Handballmädchen: Heimsieg soll eine gute Ausgangsbasis schaffen

Gegner TSV Sasel (Hamburger Meister) gilt als tempo- und kampfstark

(mth) Der Jubel über die erfolgreich verteidigte Landesmeisterschaft und den knappen Sieg – Hin und Rückspiel zusammengenommen – über den Niedersachsen-Meister TuS Bergen in der Vorrunde um die Norddeutsche Meisterschaft ist um die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe noch kaum verklungen, da steht der Truppe von Trainer Ulli Meyer eine weitere, noch wichtigere Aufgabe ins Haus.

Bereits morgen um 16 Uhr steigt in der Stormarnhalle das erste Finale um die Norddeutsche Meisterschaft. Gegner der Oldesloerinnen ist der Hamburger Meister TSV Sasel, der sich in der anderen Vorrunde durch 13:9- beziehungsweise 12:8-Erfolge qualifizierte.

Die Saselerinnen gelten als eine Mannschaft, die ihre Erfolgschance über Tempospiel sucht. In Normalformation schicken sie zwei Spielerinnen an den Kreis und agieren mit vier Rückraumspielerinnen. Zupackendes aggressives Spiel in der Abwehr wird für das Team um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg geboten sein, um hier die Hamburgerinnen entscheidend zu stören und damit die Basis für einen Erfolg zu legen.

Denn darüber ist man sich im Lager der Oldesloerinnen klar: Im Hinspiel muß unbedingt ein gutes Ergebnis erzielt werden. wenn man mit guten Aussichten in das Rückspiel, das am 22. April um 16 Uhr in der Sporthalle am Tegelsbarg in Hamburg-Poppenbüttel ausgetragen wird, gehen will.

Trainer Ulli Meyer kann allerdings für das morgige Spiel nicht ganz auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Renate Warncke hat einen Urlaub in Italien angetreten und steht nicht zur Verfügung. Andrea Güldenpfennig dagegen wird von dem DHB-Lehrgang in Kamen (Westfalen), den sie in dieser Woche besuchte, rechtzeitig zurück sein. Bleibt nur zu hoffen, daß sie auf dem Lehrgang nicht zu sehr „geschlaucht“ wurde und statt dessen noch mit neuen Tricks und Fertigkeiten an die Trave zurückkommt.

Trotz der am Sonntag nicht immer berauschenden spielerischen Leistung herrscht im Lager der Oldesloerinnen im übrigen Optimismus vor. Wenn nur irgend eine Chance besteht, den „großen Wurf“ zu landen, will man diese mit allen Mitteln beim Schopfe packen.

Trainer Ulli Meyer wird voraussichtlich folgende Mannschaft aufs Feld schicken: Gudrun Noack (Tor), Andrea Hasenberg, Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller, Martina Ivens, Andrea Struppek, Anja Müller, Susanne Paetz, Antje Schütt und Christiane Buck.

Da schon bei der Begegnung gegen TuS Bergen die Stormarnhalle fast vollständig mit Zuschauern gefüllt war, rechnen wir fest damit, daß sie morgen aus den Nähten platzt. Rechtzeitiges Kommen wird auch hier gewiß die besten Plätze sichern und durch frühzeitiges Lösen der Eintrittskarte entgeht man bei dem nur schmalen Einlaß der Gefahr, Wichtiges von dem Spiel zu versäumen.

Und noch ein Appell an die Zuschauer: Man kann sich durchaus vorstellen, daß die VfL-Mädchen aus so vielen Kehlen lautstärker unterstützt werden, als es am letzten Sonntag der Fall war. Da jedenfalls machten die wenigen Schlachtenbummler aus Bergen weit mehr Spektakel als die vielen Oldesloer Besucher. So leichtfertig sollte der Heimvorteil eigentlich doch nicht aus den Händen gegeben werden…

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1979

 

10.4.1979

VfL-Mädchen trumpften wieder auf

Drei-Tore-Vorsprung ist kein "Freifahrtsschein", aber ein gutes Polster für das Rückspiel. Die Abwehr der Oldesloer Mädchen stand beim 13:10 Sieg felsenfest

 

Die weibliche Jugend A des VfL Oldesloe hat alle Aussichten, ihren vielen Erfolgen aus der Vergangenheit in diesem Jahr die Krone aufzusetzen. Vor gut 350 Zuschauern in der bis zum bersten gefüllten Stormarnhalle gewann der der VfL das erste Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft gegen den Hamburger Meister TSV Sasel mit 13:10. Der Drei-Tore-Vorsprung ist für das Rückspiel am 22.4 in Hamburg zwar beileibe kein Freifahrtsschein, aber die Aussichten der Oldesloerinnen, den ganz großen Wurf zu landen, sind doch hervorragend.

Unter der Leitung der Schiedsrichter Schneider und Gierke aus Lübeck, die mit ihren Entscheidungen nicht immer auf Verständnis bei Spielerinnen und Zuschauern stießen, legten beide Teams zu Beginn des Spiels eine begreifliche Nervosität an den Tag. Fangfehler und leichtsinnige Ballverluste waren hüben und drüben an der Tagesordnung, ohne dass jemand daraus Kapital schlagen konnte.

Als Andrea Hasenberg dann in der 4. Spielminute endlich das erste Tor warf, konnte der VfL die Nervosität wenigstens teilweise ablegen. Insbesondere die Abwehrarbeit wurde souverän erledigt, so dass die als tempo- und kampfstark angekündigte Saseler Mannschaft kein Bein auf die Erde bekam.

Aber auch im Oldesloer Angriffsspiel war immer noch viel Sand im Getriebe. Erst nach 11 Spielminuten fiel in der Begegnung der zweite Treffer, als Andrea Güldenpfennig einen Siebenmeter verwandelte. Auch den dritten Treffer markierte der VfL. Torschützin war die kampfstarke Kreisläuferin Andrea Hasenberg. Erst dann - nach genau 17 Minuten - konnte auch der Hamburger Meister erstmals in Torjubel ausbrechen, zu dem Pia Kellner einen 7m benötigte.

Zwei weitere Tore durch Güldenpfennig und Hasenberg und einem Gegentreffer, das einzige Feldtor der Gäste, brachte dann das Halbzeitergebnis von 5:2.

Wie in der vergangenen Punktspielsaison so häufig "nahm" man sich eine Auszeit nach dem Seitenwechsel, ihre "drolligen" zehn Minuten. Die bis dahin so konzentrierte Abwehr war plötzlich überhaupt nicht mehr im Bilde und schon hatten die Gäste auf 5:5 ausgeglichen. Der Schock dauerte aber nicht lange, denn nun lief Andrea Güldenpfennig zu einer wahren Glanzform auf. Mit vier Treffern zwischen der 34. und 39. Minute - alles herrlich langgezogene Sprungwürfe - brachte sie ihre Mannschaft mit 9:5 wieder klar in Front.

Die Hamburgerinnen kamen zwar besser ins Spiel, der VfL hatte aber immer eine Antwort darauf, leider hielt die 7m-Schwäche. Andrea Güldenpfennig verwarf und konnte somit keinen Fünf-Tore-Vorsprung erzwingen. Sasel kam noch einmal auf 10.12 heran, ehe Antje Schütt mit dem letzten verwandelten 7m den Endstand von 13:10 erzielte.

Kann die Truppe im Rückspiel ihre Abwehrleistung wiederholen - wennmöglich ohne Aussetzer - wird der Griff nach dem nordeutschen Titel nicht vergebens sein.

 

Freitag, 20. April 1979

Sonntag fällt die Entscheidung:
Die VfL-Handballmädchen greifen nach den Sternen
Reicht der Drei-Tore-Vorsprung für die Meyer-Truppe?

mth. – Am Sonntag um 16 Uhr ist es soweit: In der Halle Meissenredder am Tegelsbarg im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel steigt das zweite Finale um die Norddeutsche Meisterschaft im Handball der weiblichen A-Jugend zwischen dem Hamburger Meister TSV Sasel und dem Titelträger Schleswig-Holsteins, dem VfL Oldesloe.

Die Stormarnerinnen haben dabei die besseren Karten in ihren Händen, den vor zwei Wochen beim Hinspiel hatten sie in der Stormarnhalle mit 13:10 die Oberhand behalten. Dieser Drei-Tore-Vorsprung ist für die Truppe von Ulli Meyer sicher groß genug, um ohne Angst und allzu große Nervenbelastung in die entscheidende Partie zu gehen.

Es reicht allerdings natürlich nicht aus, die Angelegenheit auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein böses Erwachen könnte sonst die Folge sein, denn insbesondere in der zweiten Spielhälfte des Hinspiels haben die Saselerinnen gezeigt, daß sie sehr wohl etwas von ihrem „Handwerk“ verstehen und keineswegs geneigt sind, für die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg kampflos das Feld zu räumen.

Gelingt es den Oldesloerinnen allerdings, die konzentrierte Abwehrleistung – abgesehen von zehn konfusen Minuten – aus der Oldesloer Begegnung zu wiederholen, sollte der „Griff nach den Sternen“ nicht vergeblich sein. Trainer Ulli Meyer baut im übrigen darauf, daß seine Mannschaft in der Vergangenheit gerade in auswärtigen Hallen weit weniger nervenschwach aufgetreten ist als zu Hause und dort ihre besten Leistungen vollbracht hat.

Darüber hinaus gibt ihm die Tatsache Zuversicht, daß er auf sein stärkstes Aufgebot zurückgreifen kann. Auch Renate Warncke, die im ersten Finale wegen eines Italien-Urlaubs nicht mit von der Partie war, von Anja Müller und Antje Schütt aber glänzend vertreten wurde, gehört wieder mit der Mannschaft.

Beim TSV Sasel rechnet man für diese Partie mit einer für ein Mädchen-Handballspiel imponierenden Kulisse. Man hat mächtig die Werbetrommel gerührt und geht selbst in vorsichtigen Vorausschätzungen von wenigstens 500 Zuschauern aus. Da würden sich möglichst viele Stormarner Anhänger des VfL natürlich nicht schlecht machen, damit die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in der akustischen Unterstützung nicht auf verlorenem Posten stehen.

Angesagt hat sie für das Spiel auch ein Team der NDR-Sportschau. Ausschnitte aus der Begegnung sollen am Montag ab 18 Uhr in der Regional-Sportschau im ersten Programm zu sehen sein.

Die Truppe von Trainer Ulli Meyer hat im übrigen das pflichtspielfreie Osterwochenende nicht nutzlos verstreichen lassen. Zusammen mit drei anderen Mädchen Handballmannschaften des VfL unternahm man über die Feiertage eine Reise nach Stuttgart, wo man sich an einem Pokalturnier des TSV Schmieden beteiligte. Und das tat man mit durchschlagendem Erfolg.

Nicht nur die Parademannschaft des VfL, eben die weibliche A-Jugend, auch die B-, C- und D-Jugendmannschaften der Oldesloer Handballmädchen sicherten sich in überzeugender Manier die Turniersiege. Der Rahmen um diese Turniere sagte den Oldesloerinnen so zu, daß sie an den gastgebenden TSV Schmieden spontan eine Gegeneinladung für das kommende Jahr aussprachen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.4.1979

 

25.4.1979

Spannend war es bis zum Schlusspfiff:

Trotz merklicher Nervosität: den VfL-Mädchen gelang der "Griff nach den Sternen" Mit einem 11:10 Sieg beim TSV Sasel wurde der Nordtitel unter Dach und Fach gebracht

 

Die Sporthalle am Tegelsberg war mit mehr als 500 Zuschauern für ein Handballspiel der weiblichen Jugend A glänzend besetzt. Man spürte es, der TSV Sasel hatte sich trotz der Niederlage noch nicht aufgegeben und die Zuschauer waren bereit, ihren Anteil dazu beizutragen.

Im Oldesloer Lager herrscht Zuversicht und schon nach wenigen Sekunden schaffte Andrea Güldenpfennig das 1:0. In den folgenden Minuten zeigte sich dann aber, dass die Spannung, die über dem Spiel lag, an den Spielerinnen beider Teams nicht spurlos vorübergegangen war. Nervosität war Trumpf, die sich ganz im Übrigen bis zum Schluss nicht legte.

 


Eine weitere Führung durch Christiane Buck konnte nicht ausgebaut werden, weil Antje Schütt mit einem 7m Pech hatte und Anja Müller übernervös einen Tempogegenstoß verwarf. Sasel ging erstmals in Führung, das Spiel ging hin und her und trotz Unterzahl erzielte Jeanette Müller den 5:4 Pausenstand.

So ging es weiter, einmal führte der VfL, dann lag Sasel vorn, niemand konnte sich absetzen. Sasel entwickelte etwas Pech, ein Tempogegenstoß nicht verwandelt, Gudrun Noack hält mit einem Reflex einen 7m. Unmittelbar vor dem Abpfiff erzielt Antje Schütt ihren vierten Treffer und damit das Endergebnis von 11:10.

Der VfL war Nordmeister und der Jubel grenzenlos. Eva Moers ehrte die Mannschaft mit einer Plakette. Damit hat sich die Mannschaft für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Erster Gegner ist bereits am kommenden Wochenende der Berliner Meister, die Reinickendorfer Füchse. Der Sieger trifft im Halbfinale auf den Westmeister und so weiter. Hoffen wir, dass die Truppe dann auch noch mit von der Partie ist.

 

Freitag, 27. April 1979

Nach dem Nordtitel winkt nun die Deutsche Meisterschaft
VfL-Mädchen Sonntag bei den Reinickendorfer Füchsen

mth. – Der weiblichen A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe wird in diesem Jahr wirklich keine Pause gegönnt. Nur eine Woche nach dem Gewinn der Nordmeisterschaft kommt auf die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg eine neue, noch größere Aufgabe zu.

Im Spiel gegen den Berliner Meister, die Reinickendorfer Füchse, geht es für die Oldesloerinnen um die Qualifikation für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Auch die Qualifikationsrunde wird, wie die gesamte Endrunde mit Hin- und Rückspielen ausgetragen, was heißen will, daß der VfL auch im Fall einer Niederlage in Berlin die Chance hat, zwei Wochen später in der Stormarnhalle den Spieß noch herumzudrehen.

Aber von einer Niederlage spricht man im Oldesloer Lager eigentlich gar nicht. Die großen Erfolge in den letzten Wochen haben der Mannschaft von Trainer Ulli Meyer so viel Selbstvertrauen gegeben, daß man eigentlich vor keinem Gegner mehr Angst hat. Was natürlich nicht ausschließt, daß man dem Berliner Meister durchaus Respekt entgegenbringt.

Genauere Kenntnis über die Spielstärke der Reinickendorfer Füchse besitzt man beim VfL zwar nicht, aber man weiß doch, daß in diesem Verein immer eine glänzende Nachwuchsarbeit betrieben wurde, Seit zehn Jahren haben die Reinickendorfer Mädchen ein Abonnement auf den Berliner Meistertitel und auch bei Deutschen Meisterschaften haben sie sich stets achtbar aus der Affäre gezogen.

Trainer Ulli Meyer geht in diese Begegnung, die am Sonntag um 15 Uhr in einer Halle im Berliner Stadtteil Charlottenburg angepfiffen wird – die genaue Bezeichnung der Halle war leider nicht in Erfahrung zu bringen –‚ ohne personelle Sorgen. Er hat alle Stammspielerinnen an Bord und wird in der gewohnten Formation antreten.

Sorgen hatte es im Laufe der Woche nur um Andrea Güldenpfennig gegeben, die ursprünglich am Sonnabend eine Klassenreise antreten sollte. Es ist dem VfL jedoch gelungen, Eltern und Schule von der Wichtigkeit dieses Spiels zu überzeugen, so daß Ulli Meyer seine wohl beste Spielerin erst nach Beendigung des Spiels in Berlin zum Ziel der Klassenreise (Berchtesgaden) bringen braucht.

Der VfL wird die Reise nach Berlin am Sonnabend um 10 Uhr mit einem Bus antreten. In diesem Bus sind zur Zeit noch gut 20 Plätze für Schlachtenbummler frei. Wer Interesse hat, die Mannschaft nach Berlin zu begleiten, sollte sich umgehend mit Ulli Meyer, Bad Oldesloe, Pölitzer Weg 9, in Verbindung zu setzen. An reinen Fahrtkosten entstehen den Schlachtenbummlern 30 Mark. Für eine preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit in Berlin ist gesorgt. Der Bus fährt am Sonnabend um 10 Uhr von der Jugendherberge Im Bürgerpark ab und wird am Sonntag gegen 22 Uhr in Oldesloe zurückerwartet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1979

 

 

Sonntag, 29. April 1979

Jetzt ist das Halbfinale dem VfL fast sicher
Fünf-Tore-Vorsprung sollte für das Rückspiel reichen

mth. – Die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe weiter schwimmt auf einer Erfolgswelle. Im ersten Qualifikationsspiel um die Teilnahme am Halbfinale der Deutschen Meisterschaft gewann der frischgebackene Norddeutsche Meister bei den Reinickendorfer Füchsen (Meister des Berliner Verbandes) in überzeugender Manier mit 14:9, nachdem es zur Halbzeit noch 4:4 gestanden hatte.

Die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer, die begleitet von 14 treuen Fans schon am Sonnabend in die frühere deutsche Hauptstadt gefahren war, um sich in aller Ruhe auf das wichtige Spiel vorbereiten zu können, erwischte in dem Spiel den besseren Start und ging durch Tore von Andrea Hasenberg und Andrea Güldenpfennig mit 2:0 in Führung.

Noch aber hatte man sich nicht richtig auf den bis dahin unbekannten Gegner eingestellt. Die Berlinerinnen konnten zum 2:2 ausgleichen und auch die erneuten Führungstreffer der Stormarnerinnen, die jeweils von Andrea GüIdenpfennig herausgeworfen wurden, wurden noch bis zum Halbzeitpfiff egalisiert.

Bis zu diesem Zeitpunkt aber hatte Trainer Ulli Meyer beim Gegner aber doch einige Schwachstellen ausgemacht, so daß er sein Team besser eingestellt für die zweite Hälfte auf das Parkett schicken konnte. Die Mannschaft um Spielführerin Andrea Hasenberg wurde nun immer konzentrierter und nutzte konsequent jede Torchance aus.

Über 10:5, wo erstmalig ein Fünf-Tore-Vorsprung herausgeholt wurde, zog die Oldesloer Mannschaft schließlich zum 14:9-Endstand davon. Andrea Güldenpfennig, die ihren drei Treffern aus der ersten Spielhälfte drei weitere Tore hinzufügte, Antje Schütt, die in diesem Spielabschnitt gleich viermal erfolgreich war, Andrea Hasenberg, Renate Warncke und Antje Müller besorgten in der zweiten Halbzeit die Oldesloer Tore.

Gudrun Noak, Anke Petersen, Christiane Buck, Jeanette Müller, Andrea Struppek, Martina Ivens und Susanne Paetz vervollständigten die Mannschaft, ohne wegen der fehlenden Torerfolge etwa geringeren Anteil am tollen Sieg zu haben.

Mit dem herausgeholten Fünf-Tore-Vorsprung kann der VfL natürlich beruhigt in das Rückspiel gehen, das am 13. Mai um 14.45 Uhr in der Stormarnhalle in Bad Oldesloe angepfiffen wird. Es müßte schon arg schlimm für den VfL kommen, wenn er sich mit dieser Ausgangsbasis im Rücken den Weg in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft noch verbauen wollte.

Wir jedenfalls können uns einen solchen Rückschlag bei dem ungeheuren Engagement, das Spielerinnen und Trainer ihrem Sport entgegenbringen, nicht vorstellen, auch wenn wir damit etwaigem Übermut natürlich nicht das Wort reden wollen.

Bezeichnend für den Einsatzwillen aller Beteiligten war eine Episode am Rande des Berliner Spiels. Andrea Güldenpfennig hatte mit ihrer Schulklasse am Sonnabend eigentlich eine Klassenreise antreten müssen. Sie war für das Spiel in Berlin nur unter der Vorbedingung freigegeben worden, daß sie noch am Sonnabend zu ihren Klassenkameraden nachreisen könnte.

Trainer Ulli Meyer fuhr deswegen nach Berlin nicht mit dem Mannschaftsbus mit, sondern er benutzte seinen privaten Pkw. Gleich nach dem Spiel lud er dann Andrea in den Wagen und lieferte sie am späten Abend in Berchtesgaden ab. Den Montag hatte er sich freigenommen, um die gut 1000 Kilometer von Berchtesgaden nach Bad Oldesloe zurück zu bewältigen. Wenn das kein beispielhafter Einsatz ist! Wie wir den Ulli im übrigen kennen, waren ihm die sechs Tore von Andrea in Berlin Rechtfertigung – und Lohn – für die außergewöhnliche Strapaze genug.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1979

 

Sonnabend, 5. Mai 1979

Begegnung im Alltag
Alles kein Problem

mth. – Da sage noch einer, der Sport – insbesondere der Spitzensport – sei total kommerzialisiert und kenne keine Idealisten mehr! Ulli Meyer, der Trainer, der erfolgreichen weiblichen A-Jugend-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, die sich anschickt, nach dem Gewinn der Schleswig-Holsteinischen Landesmeisterschaft und der Norddeutschen Meisterschaft nun auch bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft für Furore zu sorgen, ist der schlagende Beweis dafür, daß dieser Satz zumindest nicht verallgemeinert werden kann.

Bezeichnend für die Einstellung Meyers – im übrigen ein echter Oldesloer Junge, der am 2. April 1953 hier geboren wurde, die Realschule absolvierte und seither beim Finanzamt Bad Oldesloe, wo er es in fast zehnjähriger Tätigkeit zum Steuerobersekretär gebracht hat, beschäftigt ist – zu seinem Sport ist eine Episode um das erste Qualifikationsspiel zum Halbfinale der Deutschen Meisterschaft am letzten Sonntag gegen die Reinickendorfer Füchse aus Berlin.

Wegen einer Klassenreise mußte er um den Einsatz seiner wohl besten Spielerin, Andrea Güldenpfennig, bangen. In mühsamen Verhandlungen erreichte Ulli Meyer es, daß sein Schützling doch an dieser wichtigen Begegnung teilnehmen konnte, unter der Bedingung allerdings, daß Andrea noch am Sonntag zum Ziel der Klassenreise – Berchtesgaden – nachreisen würde.

Für den Ulli stellte diese Bedingung kein überwindliches Problem da. Er machte die Reise nach Berlin statt im Mannschaftsbus in seinem privaten Pkw mit, lud unmittelbar nach Spielschluß – die Begegnung war nicht zuletzt durch sechs Tore von Andrea Güldenpfennig mit 14:9 für die Oldesloerinnen gewonnen worden – seine Spielerin in seinen Wagen und machte sich auf den Weg in Deutschlands Süden.

Nachts um 1.30 Uhr am Ziel wohlbehalten angekommen, war dann die folgende Nachtruhe nicht übermäßig üppig, denn schließlich galt es noch, die mehr als 1000 Kilometer lange Rückreise nach Bad Oldesloe zu bewältigen. Endlich nach Hause zurückgekehrt, zeigte sein Tachometer 2000 Kilometer mehr an als vor dem Wochenende.

Daß es für ihn dafür vom Verein – die VfL-Handballer sind schließlich keine Krösusse – keine Entschädigung gab, ist für Ulli Meyer nicht einen Moment der Rede wert gewesen. Die Hauptsache war, seine Mannschaft hatte keine Schwächung hinnehmen müssen.

So gesehen ist es natürlich kaum noch verwunderlich, daß der Handballbesessene ohne mit der Wimper zu zucken, auch seinen schon gebuchten Griechenland-Urlaub wird „sausen“ lassen, wenn seine Mannschaft in der Deutschen Meisterschaft noch weiter vorankommt – und wer wollte das nach dem hohen Sieg in Berlin noch ernsthaft bezweifeln? Wir können vor soviel Idealismus nur den Hut ziehen und drücken ihm beide Daumen, daß seine Arbeit auch weiterhin so viele

Früchte tragen möge.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.5.1979

 

Freitag, 11. Mai 1979

Vor dem Rückspiel in der Stormarnhalle:
Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer sind gelassen und zuversichtlich
Fünf-Tore-Vorsprung sollte den VfL-Handballmädchen reichen

mth. – Mit Zuversicht und der nötigen Gelassenheit geht die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe am Sonntag in das Rückspiel um die Qualifikation zum Halbfinale der Deutschen Meisterschaft in der Stormarnhalle gegen den Berliner Meister Reinickendorfer Füchse. Diese Zuversicht beim norddeutschen Titelträger gründet sich natürlich in erster Linie auf den Fünf-Tore-Vorsprung, der vor 14 Tagen beim Hinspiel in Berlin herausgeholt wurde. 14:9 hatten die Oldesloer Mädchen dieses Spiel nach einer wirklich glänzenden Leistung gewonnen.

Natürlich ist man sich im Oldesloer Lager darüber im klaren, daß man auch das Rückspiel gegen die Berliner Meister nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, aber ernsthaft denkt bei den Stormarnern natürlich niemand mehr an ein Ausscheiden. Selbst eine Niederlage mit vier Toren Differenz – im Extremfall, wenn die Berlinerinnen nur 13 oder weniger Tore erzielen, darf, weil darin die „Europapokal-Regelung“ mit den Auswärtstoren einsetzt, die Differenz sogar fünf Tore betragen – würde für die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg noch für ein Weiterkommen genügen.

Da der VfL-Trainer UIli Meyer aber alle Spielerinnen seines Aufgebots zur Verfügung hat, rechnen wir allerdings keineswegs mit einer Niederlage der Oldesloerinnen. Im Gegenteil: Der klare Vorsprung müßte nach unserer Ansicht auf die VfL-Spielerinnen doch sehr beruhigend wirken, daß sie auch in eigener Halle endlich einmal ohne jede Nervenbelastung und die daraus resultierenden Fehler auftrumpft.

Zwei Spielerinnen, Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, haben in der kurzen Pause zwischen Hin- und Rückspiel gegen die Reinickendorfer Füchse noch weiteren sportlichen Ruhm an ihre Fahnen geheftet. Beim Endkampf des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ am letzten Wochenende in Berlin mischten sie kräftig in der Mannschaft der Handelsschule Lübeck mit und hatten erheblichen Anteil an der Vizemeisterschaft dieses Teams.

Das Zuschauerinteresse für das Spiel am Sonntag – es beginnt bereits um 10 Uhr und nicht wie ursprünglich angesetzt um 14.45 Uhr – ist, wie man uns vom VfL versichert, riesengroß. Da es einen Kartenvorverkauf nicht gibt, können wir allen Interessenten nur raten, rechtzeitig zur Stormarnhalle zu kommen. Viel mehr als 350 Plätze wie beim Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft gegen den TSV Sasel, werden, wenn man vom Spiel etwas mitbekommen möchte. nicht zur Verfügung stehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.5.1979

 

Sonntag, 13. Mai 1979

VfL-Mädchen gerieten nie in Gefahr
Nach dem 11:9-Erfolg über den Berliner Meister im Halbfinale nun gegen RSV Mühlheim

mth. – Mit annähernd 400 Zuschauern war die Stormarnhalle beim Rückspiel um die Qualifikation für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend zwischen dem VfL Oldesloe und den Reinickendorfer Füchsen aus Berlin wieder bis zum Bersten gefüllt. Und die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer enttäuschten ihre vielen Fans nicht. Ohne irgendwann einmal in Gefahr zu geraten, das Spiel zu verlieren oder gar den Fünf-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel einzubüßen, siegten die Oldesloerinnen weit klarer als es das 11:9 (5:2)-Endergebnis ausdrückt, Die VfL-Mädchen haben sich damit ganz eindeutig für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und man darf wirklich gespannt sein, wohin der Weg dieser prächtigen Truppe in diesem Jahr noch führt,

Der Spielverlauf ist in wenigen Sätzen geschildert. Die Oldesloerinnen gingen sehr konzentriert in die Begegnung und zeigten ihren Berliner Gästen sehr schnell, daß sie sich auch in eigener Halle nicht die Butter vom Brot nehmen lassen würden. Die Reinickendorfer Füchse boten zwar ein sehr gefälliges Kornbinationsspiel, aber ihre Angriffe hatten einfach nicht den nötigen Druck, um die sattelfeste Abwehr der Stormarnerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in Gefahr zu bringen. Die VfLerinnen konnte sehr schnell die Führung an sich reißen, die sie bis zum Seitenwechsel auf 5:2 ausbauten.

Auch nach der Pause hielt die eindeutige Überlegenheit der Oldesloer Mädchen lange Zeit an, auch wenn Trainer Ulli Meyer nun schon nicht mehr ständig seine Stammformation auf das Feld schickte. Bis zehn Minuten vor dem Abpfiff baute der VfL seinen Vorsprung fast nach Belieben aus und hatte bei 11:4 den höchsten Vorsprung erreicht. Erst dann, als die Gastgeberinnen fast sämtliche Auswechselspielerinnen auf einmal einsetzten, kamen die Berlinerinnen, die lobenswerterweise nie aufsteckten und immer um eine Resultatsverbesserung bemüht waren, besser ins Spiel. Das Angriffsspiel des VfL wurde nun auch zerfahrener und auch in der Abwehr der Stormarnerinnen, die bis dahin fast fehlerfrei gearbeitet hatte. ergaben sich nun große Lücken. Durch fünf Treffer hintereinander konnte der Berliner Meister das Endresultat dann noch erheblich freundlicher gestalten, aber der VfL, dessen Qualifikation für das Halbfinale ja schon feststand, konnte diese Entwicklung mit großer Gelassenheit betrachten.

Auf den VfL Oldesloe, der in Antje Schütt (4). Andrea Güldenpfennig (2), Andrea Hasenberg. Jeanette Müller, Andrea Struppek, Anja Müller und Martina Ivens seine Torschützen hatte, warten nun an den beiden kommenden Wochenenden neue große Aufgaben. Gegner im Halbfinale, das ebenfalls in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird, ist der Westmeister RSV Mühlheim. Die Mühlheimerinnen sicherten sich den Westtitel durch einen 10:6-Sieg bei VfR Köln 99, nachdem die Kölnerinnen das Hinspiel in Mühlheim noch mit 12:9 gewonnen hatten.

Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer müssen das erste Spiel am nächsten Sonntag in Mühlheim austragen. Spielbeginn wird voraussichtlich um 11 Uhr sein. Eine Woche später steigt dann in der Stormarnhalle (der genaue Spielbeginn steht noch nicht fest) das Rückspiel, in dem die endgültige Entscheidung fällt, welche der beiden Mannschaften das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Der zweite Endspielteilnehmer wird zu den gleichen Terminen zwischen dem Süd- und dem Südwestmeister ermittelt.

Nach dem Spiel am Sonntag können die Oldesloerinnen auch in diese große Aufgabe mit Ruhe und Selbstvertrauen hineingehen. Die Mannschaft ist, das haben beide Spiele gegen die Reinickendorferinnen klar gezeigt, in Topform und braucht sich vor keinem Gegner zu verstecken. Daß sich Trainer Ulli Meyer dabei vor allem auf seine Stammformation wird verlassen müssen, wurde im Rückspiel am Sonntag noch einmal klar unter Beweis gestellt. Der zweite Anzug ist bei allem Eifer und Ehrgeiz noch nicht so weit.

Zum Spiel in Mühlheim wird der VfL wie schon nach Berlin mit einem Reisebus fahren. Für Schlachtenbummler sind da noch einige Plätze frei. Interessenten können sich bei Ulli Meyer melden. Die Abfahrt wird am Sonnabend gegen 14 Uhr erfolgen, mit der Rückkehr nach Bad Oldesloe ist am Sonntag gegen 20 Uhr zu rechnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.5.1979

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