Die Pokal - Saison 1984/85

Freitag, 5. Oktober 1984

Die Damen des VfL wollen es auch im Pokal wissen

(mth) Im Pokal sind am Wochenende die erste Damen- und die erste Herrenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe im Einsatz. Dabei genießt die Oldesloer Damenmannschaft gegen den Oberligakonkurrenten TuS Lubeck 93 am Sonnabend um 20 Uhr in der Stormarnhalle Heimrecht.

Die Lübeckerinnen machten dem VfL in der letzten Saison in den Punktspielen sehr zu schaffen. In der Hansestadt trotzte die Truppe, in deren Reihen die frühere VfLerin Renate Warnke mitwirkt, dem VfL einen Punkt ab, und in Bad Oldesloe behielt die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer nach einer außerordentlich torreichen Begegnung mit 27:26 denkbar knapp die Oberhand.

Im Pokal haben die Oldesloer Damen in den letzten Jahren ja mächtig für Furore gesorgt und waren erst von Bundesligamannschaften zu stoppen. An diese Tradition soll auch in dieser Serie angeknüpft werden. Gegen TuS Lübeck 93 muß Trainer Ulli Meyer auf Susanne Pommerening verzichten, kann dafür aber Wiebke Rickert wieder einsetzen. Wird auch nur annähernd die gute Form vom letzten Freitag erreicht, dürfte einem Weiterkommen des VfL eigentlich nichts im Wege stehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.10.1984

 

Sonnabend, 6. Oktober 1984

VfL Oldesloe – TuS Lübeck 93 19:16 (8:6)

Pokal, 1. Runde auf Landesebene

Die Damen des VfL erreichten die nächste Pokalrunde

(mth) VfL-Trainer Ulli Meyer mußte in dieser Partie neben Susanne Pommerening – ihr Fehlen war angekündigt – auch auf Andrea Güldenpfennig verzichten. Entsprechend schwer kam seine Mannschaft in Gang. Die Lübeckerinnen, die dem VfL schon im letzten Jahr nicht sonderlich lagen, gingen bis zur 9. Minute sogar mit 2:0 in Führung, ehe Susanne Paetz per verwandeltem Siebenmeter – mit einem Strafwurf war zuvor Elsbeth Fahrenkrog gescheitert – den ersten VfL-Treffer anbringen konnte.

Der Bann war damit beim VfL aber nur soweit gebrochen, als daß Tore nun nicht mehr so lange auf sich warten ließen, und auch Rückstände nicht mehr lange hingenommen werden mußten – mit 5:4 ging der VfL in der 19. Minute erstmalig in Führung und gab diese dann nicht mehr ab –, aber spielerisch war doch weiterhin viel Sand im Getriebe.

Nur gelegentlich blitzte die Form vom vorangegangenen Wochenende auf und neben ein paar guten Einzelleistungen, bei denen sich die fünffache Torschützin Petra Payka hervortat, und seltenen gelungenen Spielzügen war eigentlich nur die Abwehrleistung befriedigend.

Dennoch geriet der VfL-Sieg eigentlich nie mehr ernsthaft in Gefahr, sieht man einmal davon ab, daß die Lübeckerinnen beim Spielstand von 12:11 für den VfL in der zweiten Halbzeit noch einmal bedrohlich nahe herankam. Das wurde aber innerhalb von drei Minuten, in denen die VfLerinnen auf 15:11 davonzogen, schnell wieder bereinigt.

Die Tore für den VfL warfen außen Petra Payka noch Andrea Hasenberg, Antje Schütt, Susanne Paetz (je 3), Kirstin Timm, Anja Müller (je 2) und Elsbeth Fahrenkrog. Außerdem kamen noch die Torhüterinnen Gudrun Fandrey und Anke Petersen sowie Wiebke Rickert und Katja Schoppenhauer zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.10.1984

 

Freitag, 2. November 1984

Die VfL-Damen wollen auch den Pokalwettbewerb voll ausschöpfen

(mth) … Die Damen-Oberligamannschaft des VfL Oldesloe hat eine Woche nach der bitteren Niederlage beim Meisterschaftsrivalen TS Kaltenkirchen kein Punktspiel zu bestreiten, sondern trifft am Sonntag um 14:45 Uhr in der Stormarnhalle in der zweiten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs auf den Oberligakonkurrenten TSV Neustadt.

In Pokalspielen hat die Oldesloer Mannschaft in den letzten Jahren ja immer für besonders viel Aufsehen sorgen können. In den beiden letzten Jahren scheiterte die Truppe von Trainer Ulli Meyer ja jeweils erst an Bundesligisten, wobei sie vor zwei Jahren sogar das Kunststück fertig gebracht hatte, zunächst einen Bundesligisten – SC Union Hamburg – auszuschalten.

Auch in dieser Saison, in der man es nun auch in der Meisterschaft endlich wissen will – an dem Saisonziel „Meisterschaft“ hält die Mannschaft trotz des Rückschlags in Kaltenkirchen unbeirrt fest –, will man die Pokalspiele nicht vernachlässigen. Die Truppe ist nach einer Aussprache untereinander bereit, den „Tanz auf zwei Hochzeiten“ zu wagen.

Der Gegner am Sonntag, der TSV Neustadt, gehörte in der letzten Saison lange zur Oberligaspitzengruppe und auch der VfL tat sich gegen ihn nicht leicht. In diesem Jahr allerdings haben die Neustädterinnen offensichtlich an Leistungsstärke etwas eingebüßt, obwohl sie sich nach schlechtem Saisonstart inzwischen wieder ins Mittelfeld vorgearbeitet haben.

Hat die Niederlage in Kaltenkirchen bei der Mannschaft, was Moral und Kampfbereitschaft angeht, keine negativen Folgen hinterlassen, so trauen wir ihr ein Weiterkommen im Pokal unbedingt zu.

Nicht mit von der Partie ist am Sonntag Außenspielerin Petra Payka. Sie zog sich beim Spiel in Kaltenkirchen einen Bänderanriß am Knöchel zu und wird der Mannschaft für längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Wieder mit dabei aber wird Wiebke „Zwiebel“ Rickert sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.11.1984

 

Sonntag, 4. November 1984

VfL Oldesloe – TSV Neustadt 28:24 (17:9)

Die VfL-Damen im Pokal weiter

(mth) … Die Oldesloer Damen erreichten mit einem sicheren 28:24-Erfolg über den TSV Neustadt die dritte Runde des Pokalwettbewerbs auf Landesebene. Dort treffen sie am ersten Dezember-Wochenende auf den TSV Munkbrarup.

Die Gäste aus Neustadt konnten lediglich in den ersten Minuten dem VfL Paroli bieten. Elsbeth Fahrenkrog zeigte sich in einer glänzenden Spiellaune und erzielte bis zum 11:5 allein fünf Tore. Vor etwa 200 Zuschauern gelangen den VfLerinnen viele traumhafte Spielzüge, die Fans waren begeistert. Susanne Pommerening und Katja Schoppenhauer konnten es sich sogar leisten, je einen Siebenmeter zu verwerfen.

Zur Pause führten die Gastgeber schon haushoch mit 17:9. Als Trainer Ulli Meyer beim Stande von 19:10 sogar Torhüterin Gudrun Fandrey zum Siebenmeterwerfen beorderte, stieg die Stimmung in der Stormarnhalle auf den Höhepunkt. Bis zum 22:13 marschierten die VfL-Damen unaufhaltsam weiter.

Dann ließ die Konzentration merklich nach, es wurde in der VfL-Deckung experimentiert. Neustadt kam bedrohlich nahe bis auf 22:24 heran. Es wurde noch einmal sehr spannend. Aber in den letzten Minuten machten Andrea Güldenpfennig und Andrea Hasenberg noch einmal ernst und warfen die letzten Tore zum sicheren 28:24.

Es spielten: Gudrun Fandre'y (im Tor 1), Susanne Paetz (1), Andrea Hasenberg (6), Wiebke Rickert (1), Andrea Güldenpfennig (5), Elsbeth Fahrenkrog (5), Anja Müller (2), Katja Schoppenhauer, Antje Schütt (3) und Susanne Pommerening (4).

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.11.1984

Freitag, 30. November 1984

(mth) … Die Oldesloer Damenmannschaft tritt in der dritten Pokalrunde auf Landesebene am Sonntag um 19.15 Uhr beim TSV Munkbrarup an. Der Gastgeber ist zur Zeit Tabellenführer in der Bezirksliga Nord und wird dem VfL sicher einiges abverlangen, aber spielt die Truppe von Trainer Ulli Meyer konzentriert auf, sollte sie die erste Runde auf Regionalebene (22./23. Dezember!) erreichen können. Letzte schleswig-holsteinische Oberligamannschaft im Wettbewerb ist, sie schon jetzt.

Das ursprünglich für dieses Wochenende vorgesehene Punktspiel gegen den TSV Breiholz ist auf den kommenden Freitag (20.30 Uhr) verschoben worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.11.1984

 

Sonntag, 2. Dezember 1984

TSV Munkbrarup – VfL Oldesloe 12:15 (6:7)

15:12 gegen Munkbrarup

VfL-Damen jetzt auf Regionalebene

(st) Auch die dritte Pokalrunde auf Landesebene konnten die VfL-Damen ungeschlagen überstehen. Sie hatten allerdings große Schwierigkeiten beim Tabellenführer der Bezirksliga Nord.

In den ersten zehn Minuten verwarf der Gastgeber allein drei Siebenmeter und eine Reihe klarer Torgelegenheiten. So lag der VfL lediglich mit 0:2 hinten. Kirstin Timm erzielte per Siebenmeter das 1:2, konnte aber anschließend einen Strafwurf nicht verwandeln. Andrea Hasenberg und Antje Schütt mußen auf die Strafbank. Munkbrarup nutzte den Vorteil und erhöhte auf 5:3.

Mit einem energischen Zwischenspurt erreichten die VfL-Damen zur Pause einen knappen 7:6-Vorsprung. Nach dem Wechsel bekam Susanne Paetz eine Zwei-Minuten-Strafe. Munkbrarup warf den Ausgleich. Drei Tore in Folge, zweimal per Strafwurf Andrea Güldenpfennig und Antje Schütt, brachten das 10:7 für den VfL. Aber die Flensburgerinnen konnten wieder ausgleichen zum 10:10.

Die 60 zahlenden Zuschauer waren aus dem Häuschen. Doch gerade Rückraumspielerin Antje Schütt wurde immer stärker. Nach Güldenpfennig und Hasenberg (12:10) erzielte sie die Treffer 13., 14 und zum 15:12.

Die erste Pokalrunde auf Regionalebene wird am 22./23. Dezember 1984 ausgetragen. Eine unglückliche Terminplanung des DHB, während der Ferien und nur einen Tag vor Heiligabend noch Handballspiele anzusetzen. Trainer Ulli Meyer mußte in Flensburg auf die verletzten Spielerinnen Susanne Pommerening, Petra Payka und Anja Müller verzichten. Im Tor spielte Gudrun Fandrey, im Feld: Suanne Paetz (1/1), Katja Schoppenhauer, Antje Schütt (4), Andrea Güldenpfennig (5/2), Wiebke Rickert (1), Kirstin Timm (2/1), Elsbeth Fahrenkrog und Andrea Hasenberg (2).

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1984

 

Freitag, 11. Januar 1985

DHB-Pokal in Oldesloe

Gegen Wandsbek 72 sind die VfL-Damen nicht chancenlos

(st) Herausragendes Ereignis der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist die Pokalbegegnung zwischen den Oberligadamen des VfL und den Regionalligisten von Wandsbek 72 am Sonntag um 17 Uhr in der Stormarnhalle.

Aus finanziellen Gründen verzichteten die Gäste schon kurz nach der Auslosung auf ihr Heimrecht. VfL-Trainer Ulli Meyer rechnet am Sonntag mit mindestens 400 Zuschauern.

Schon sehr beeindruckend waren die Leistungen im vergangenen Pokalspiel gegen den Regionalligisten VfL Bad Schwartau. Die Fans waren großartig und hatten einen nicht unerheblichen Teil zum Sieg beigetragen.

Mannschaftsführerin Anja Müller wird nach ihrer schweren Gesichtsverletzung und überstandener Grippe wieder mit von der Partie sein. Doch neue Personalsorgen plagen VfL-Coach Meyer. Andrea Güldenpfennig und Elsbeth Fahrenkrog konnten aufgrund einer Grippeerkrankung in den vergangenen Wochen nicht trainieren. Ihr Einsatz ist somit sehr fraglich.

Die Wandsbekerinnen sind eindeutig favorisiert, aber man muß den VfL-Damen zumindest eine Außenseiterchance einräumen. Gerade gegen höherklassige Mannschaften wußten sie sich immer im rechten Moment zu steigern.

Ein Tip an die Zuschauer: Sie sollten sich rechtzeitig auf der Weg in die Stormarnhalle machen, denn es gibt Karten ausschließlich an der Tageskasse.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1985

 

Sonntag, 13. Januar 1985
VfL Oldesloe – Wandsbek 72 17:15 (8:8)

VfL-Damen spielen im Pokal wieder oben mit
Wieder ein Handball-Pokal-Krimi in der Stormarnhalle


Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe bleibt weiterhin ein Pokalschreck für Regionalligamannschaften, wie er im Buche steht. Die Mannschaft, die ja schon in den letzten beiden Jahren als Oberligist Teams aus der höheren Klasse reihenweise eliminierte und jeweils erst in der zweiten Runde auf Bundesebene - also mit Beteiligung von Bundesligisten - scheiterte, hat seit gestern auch im Wettbewerb der Saison 1984/85 nun schon wieder zwei Regionallisten auf ihrer "Abschussliste".

 

Nach dem hochdramatischen 20:18 Erfolg am Tag vor Weihnachten gegen den VfL Bad Schwartau gab es gestern nun auch gegen den derzeitigen Vierten der nächsthöheren Klasse, Wandsbek 72, nach einer nicht weniger dramatischen Begegnung einen tollen 17:15 Erfolg für den VfL.

Die Oldesloerinnen stehen damit erneut in der dritten und letzten Runde auf Regionalebene.

 

Anfangs sah es für den VfL nicht besonders gut aus, obwohl Kirstin Timm schnell das 1:0 erzielte. Über 5:3 erhöhten die Hamburgerinnen auf 8:5. Doch der VfL kämpfte unverdrossen weiter und hatte zur Pause den Gleichstand beim 8:8 erreicht. Diese erfolgreiche erste Aufholjagd ließ das Stimmungsbarometer in der Stormarnhalle natürlich mächtig ansteigen.

Umso größer aber war bei den VfL-Fans dann nach der Pause die Ernüchterung. Innerhalb weniger Sekunden ging Wandsbek mit 10:8 in Führung. Davon schien sich der VfL nicht wieder erholen können. Die Mannschaft blieb 12 Minuten ohne Torerfolg. Sie warf schlecht und leistete sich eine Menge Abspielfehler, arbeitete aber immerhin in der Deckung zuverlässig, so das auch der Gegner nur noch zu einem weiteren Treffer zum 11:8 kam.

 

Wie eine Erlösung für das VfL-Spiel wirkte dann der Anschlusstreffer in der 43. Minute von Andrea Hasenberg zum 9:11. Von da an kippte das Spiel völlig um. Hilfestellung gab dabei auch der Gästetrainer, der nach diesem Treffer einen Torhüterwechsel vornahm. Als er 12 Minuten später die Entscheidung revidierte, war der Spieß schon umgedreht. Wiederum durch einen Treffer von Andrea Hasenberg war der VfL nun gerade mit 15:13 in Führung gegangen. Susanne Paetz besorgte den letzten VfL-Treffer zum 17:14, um sich dann 90 Sekunden vor Spielschluss mit einer dritten Zeitstrafe aus dem Spiel zu verabschieden. Das war dann ohne Belang, denn Wandsbek konnte nur noch auf 15:17 verkürzen.

 

Bleibt noch nachzutragen, dass die Wandsbekerinnen, nachdem sie in der 57. Minute auf 14:15 herangekommen waren, auf kurze Deckung - Manndeckung - umschalteten. Ein gefundenes Fressen natürlich für Andrea Güldenpfennig, die sich prompt die Chance nicht entgehen ließ, ein Dribbling über das halbe Spielfeld anzusetzen und zum 16:14 abzuschließen.

ST vom 14.Januar 1985

 

Dienstag, 15. Januar 1985

Das Losglück blieb treu

Union Hamburg ist nächster Pokalgegner der VfL-Damen

(mth) Das Losglück blieb der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe auch für die dritte Runde auf Regionalebene des laufenden Pokalwettbewerbs treu. In der gestrigen Auslosung bekam die Truppe von Trainer Ulli Meyer wie erhofft ein Heimspiel zugelost, und auch der Wunsch nach einem möglichst attraktiven Gegner ging mit dem SC Union 03 Hamburg in Erfüllung.

Die Hamburgerinnen waren vor zwei Jahren schon einmal Pokalgegner des VfL Oldesloe. Damals spielten sie noch in der Bundesliga und verloren sensationell in der ersten Runde des DHB-Pokals auf Bundesebene in der Stormarnhalle. Inzwischen sind sich beide Mannschaften, was die Spielklassen angeht, ein wenig nähergekommen. Der VfL spielt ja noch immer in der Oberliga, aber die Hamburgerinnen sind inzwischen in der Regionalliga angesiedelt, und dort sind sie im unteren Tabellendrittel zu finden.

Als klassenhöhere Mannschaft müssen sie natürlich auch für die kommende Begegnung in Bad Oldesloe als Favorit angesehen werden, aber so ganz unlösbar ist die Aufgabe für die Truppe um Mannschaftsführerin Anja Müller sicher nicht, wenn sie an die Leistungen in den letzten Pokalspielen anknüpfen kann.

Das Spiel wird voraussichtlich am 3. Februar um 14.15 Uhr in der Stormarnhalle stattfinden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.1.1985

 

Sonntag, 3. Februar 1985
VfL Oldesloe – Union 03 Hamburg 26:23 (14:11)

26:23 im Pokal gegen Union Hamburg
Hut ab vor der Mannschaft des VfL Oldesloe.

Zum dritten Mal in Folge qualifizierte sie sich für die erste Runde auf Bundesebene. Auch der Regionalist Union Hamburg musste die Überlegenheit der Oldesloerinnen anerkennen.

Weit mehr als 700 Zuschauer - die hatten eine Eintrittskarte gelöst - wurden Zeuge eines begeisternden Kampfspieles. Natürlich hofft man beim VfL, in der nun ersten Runde auf Bundesebene, eine attraktive Bundesligamannschaft zugelost zu bekommen. Diese müsste dann, egal wie das Los ausfällt, in der Stormarnhall antreten, denn in der Runde haben die unterklassigen Mannschaften automatisch Heimrecht, wenn sie auf höherklassige Mannschaften trifft.

Auf Kirstin Timm, die froh ist, nach ihrer Erkrankung die Spiele wenigstens schon auf der Bank miterleben zu können - an Handball ist für sie vorerst nicht zu denken - und Wiebke Rickert (Urlaub) musste man verzichten und auch Jeanette Müller musste kurzfristig wegen Grippe absagen. Umso mehr verdient die Leistung der VfL-Damen für die Doppelbelastung des Wochenendes vor allem in konditioneller Hinsicht Respekt und Bewunderung.

 

Dem tollen Oldesloer Publikum, da sind wir uns sicher, werden wohl in näherer Zukunft noch ein paar Leckerbissen, bei denen sie sich wie gestern engagieren können, ins Haus. Priorität genießt aber die Meisterschaft, denn nach zwei Vizemeisterschaften soll in diesem Jahr unbedingt die Meisterschaft, und damit der Aufstieg in die Regionalliga, an die Trave geholt werden.

Wenn Pokalspiele der VfL-Damenmannschaft anstehen, dann wird die Stormarnhalle so langsam zur "zweiten Ostseehalle" im Lande. Sicher, statt der gut 6000 Zuschauer sind es hier nur 500 - 700 Zuschauer , die ihre Mannschaft anfeuern, aber einen "Hexenkessel" für den Gegner gleicht die Kulisse hier wie dort.

Der Vorteil, den dabei die VfL-Damen aus solch massiver Unterstützung ziehen, ist aber womöglich noch größer als der, der den Kieler Herren zuteil wird.

Damenhandball findet auch in höheren Spielklassen zumeist vor leeren Publikumsrängen statt. Union Hamburg hat sein letztes Pokalspiel gegen Friedrichsort (immerhin auch Regionalliga) vor kaum 25 Zuschauern ausgetragen und bei seinen Punktspielen sieht es kaum anders aus. Für die junge Mannschaft aus Hamburg war die brodelnde Stormarnhalle ein gänzlich neues Erlebnis, das zu bewältigen sie einige Nerven kostete.

Als das Spiel schließlich in seine entscheidende Phase ging, wurde die Unterstützung für den VfL immer lauter und aufdringlicher und, wie schon zuvor Wandsbek 72 und besonders der VfL Bad Schwartau, waren die Unionerinnen der steigenden Nervenbelastung nicht gewachsen.

Unter Druck hatte die Mannschaft, die nach dem Bundesligaabstieg vor knapp zwei Jahren völlig neu aufgebaut worden ist - sie hatte in ihrem Abstiegsjahr im Pokal ja auch in Oldesloe gespielt und mit 20:22 eine Niederlage einstecken müssen - im Übrigen von vornherein gestanden. Sie war mit großem Ehrgeiz nach Oldesloe, lief aber beständig einem Rückstand hinterher.

 

Der VfL war von Beginn an voll da, führte beim 7:5 erstmals mit zwei Toren und in der 21. Minute beim 12:7 hatte sie be
reits die höchste Führung im ganzen Spiel. 14: 11 führte der VfL zur Pause und Union setzte gleich in der zweiten Halbzeit ihre Aufholjagd fort. Entgegen kam ihnen dabei ein leichter Einbruch bei den Oldesloerinnen, vor allem in konditioneller Hinsicht.

Knapp eine Viertelstunde lang schien es, als würde dem VfL nach der Glanzleistung der ersten Halbzeit in Verbindung mit einem Freitagspiel die Luft ausgehen. Und es gab wohl kaum jemanden, der dafür nicht Verständnis aufgebracht hätte. Bei 16:16 erreichten die Gäste erstmals wieder den Gleichstand.

Aber dann raffte sich der VfL doch noch wieder zu einer glänzenden Schlussviertelstunde auf. Angetrieben von einer in Hochform spielenden Andrea Güldenpfennig, die, obwohl die meiste Zeit kurz gedeckt, überragende Spielerin auf dem Feld, gestützt auf die glänzend aufgelegte Gudrun Fandrey im Tor und profitierend von der Dynamik von Susanne Pommerening rissen die Stormarnerinnen wieder die Initiative an sich.

Einen Zwei-Tore-Vorsprung, den sie jetzt herauswarfen, verteidigten sie zäh bis zum 23:21 und als Andrea Hasenberg dann drei Minuten vor Spielschluss gar das 24:21 erzielte, war die Partie gelaufen. Die restlichen Tore gingen in dem überschwenglichen Jubel auf den Rängen schon fast unter.

ST vom 4.2.1985

 

Freitag, 8. März 1985

Sonntag 15 Uhr Pokalknüller

Gegen TV Oyten rechnet der VfL wieder mit einer randvollen Stormarnhalle

(mth) Wieder einmal steht ein Pokal-Schlagerspiel der VfL-Damenmannschaft für die Oldesloer Handballfreunde im Mittelpunkt des Interesses am Wochenende. In der ersten Runde des DHB-Wettbewerbs auf Bundesebene trifft die Truppe von Trainer Ulli Meyer am Sonntag um 15 Uhr in der Stormarnhalle auf den Spitzenreiter der Nordsee-Oberliga TV Oyten.

Diese Partie ist aus mehreren Gründen von ganz besonderem Interesse. Schon für sich gesehen ist die Tatsache, daß die Oldesloerinnen zum dritten Mal in Folge in den Wettbewerb auf Bundesebene einziehen ein „Knüller“ und gar nicht hoch genug einzuschätzen. Das Spiel gegen TV Oyten aber hat auch noch andere Anreize.

Der VfL ist ja bekanntlich auf dem besten Wege, den Aufstieg in die Regionalliga Nord zu schaffen und den gleichen Schritt zu tun, schickt sich auch die Mannschaft aus der Nähe Bremens an. Der TV Oyten muß darum allerdings noch mehr als der VfL, der in der Meisterschaft drei Spiele vor Saisonabschluß ja vier Punkte Vorsprung hat, um Aufstieg und Titelgewinn zittern, denn sein Vorsprung vor dem SV Werder Bremen beträgt in der Nordsee-Oberliga nur einen Zähler.

Dennoch werden sich die Oytenerinnen auch am Sonntag in der Stormarnhalle voll „reinhängen“, denn sie wollen Revanche nehmen für eine Niederlage, die sie vor genau zwei Jahren erlitten haben. In der gleichen Runde des Pokalwettbewerbs nämlich trafen beide Teams im März 1983 schon einmal aufeinander. Damals war der TV Oyten, der zu der Zeit noch Verbandsliga ist war, während der VfL schon in der Oberliga eine gute Rolle spielte, Gastgeber, und beide Teams lieferten sich einen hochdramatischen Kampf.

Eine Halbzeit lang sahen die Gastgeberinnen wie die klaren Sieger aus und führten mit 8:3 und 9:4. Innerhalb von nur zehn Minuten aber drehte der VfL, der es vor der Halbzeit auf nur zwei (!!) Feldtore gebracht hatte, nach der Pause den Spieß um. 11:9 hieß es nun für die Stormarnerinnen und als es in der 54. Minute gar 17:14 für den VfL stand, schien die Sache gelaufen. Aber TV Oyten gab in der mit 400 Zuschauern restlos überfüllten Halle nicht auf, schaffte innerhalb von drei Minuten den Ausgleich und konnte auch die erneute 18:17-Führung des VfL noch vor dem Abpfiff legalisieren.

Eine Verlängerung war dadurch notwendig geworden. Drei Minuten dauerte es in ihr, bis Andrea Güldenpfennig den ersten Treffer erzielte. Danach war dann der Widerstand des TV Oyten gebrochen und der VfL gewann noch mit 25:18.

ob die Sache am Sonntag ähnlich spannend und dramatisch wird, ist natürlich nicht vorauszusagen, aber ein gutes Handballspiel ist sicher wieder garantiert. Garantiert ist gewiß auch eine imponierende Kulisse. Die Abteilungsleitung rechnet wie zu den letzten Spielen mit bis zu 700 Zuschauern. Alle Handballfans sollten sich also rechtzeitig auf den Weg in die Stormarnhalle machen, um einen guten Platz zu erwischen. Für Kurzweil ist ab 14 Uhr gesorgt, wenn die weibliche E-Jugend des VfL ein Freundschaftsspiel austrägt.

Trainer Ulli Meyer kann für die Pokalpartie im übrigen nicht seine Bestbesetzung auflaufen lassen. Susanne Pommerening und Anke Petersen befinden sich in Urlaub und auch der Einsatz von Katja Schoppenhauer (Grippe) ist ungewiß. Dennoch aber rechnet sich die VfL-Mannschaft natürlich Chancen aus, denn zu gerne würde man auch in diesem Jahr noch mit einem Bundesligisten die Klingen kreuzen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.3.1985

 

Sonntag, 10. März 1985

VfL Oldesloe – TV Oyten 20:16 (11:9)

Der VfL-Sieg geriet nie in Gefahr

Die Oldesloer Handball-Damen brannten zwar kein Feuerwerk ab,
erreichten aber sicher die nächste Runde.


Wie in den beiden letzten Jahren steht der VfL Oldesloe im Pokal in der zweiten Hauptrunde auf Bundesebene, also wieder unter den letzten 16 Mannschaften in Deutschland. Wahrlich eine großartige Leistung für eine Oberliga-Mannschaft, die ihr mit Sicherheit noch niemand vorgemacht hat und die ihr, da sind wir uns sicher, auch in Zukunft kaum jemand wird nachmachen können.

 

Gestern setzte sich das Team mit einem jederzeit sicheren 20:16 Erfolg über den Spitzenreiter der Nordsee-Oberliga, TV Oyten, durch. Für den Gegner wurde es also nichts mit der erhofften Revanche für die 18:25 Niederlage, die sie im gleichen Wettbewerb in der gleichen Runde vor zwei Jahren in eigener Halle erlitten hatte.

 

Bis zur Pause beim 11:9 hielt Oyten das Spiel offen, doch nach dem Wechsel fiel die Entscheidung dann ziemlich schnell. Die an diesem Tage überragende Susanne Paetz (9 Treffer) erzielte zwei schnelle Tore und Wiebke Rickert erhöhte in der 41. Minute auf 14:10 und damit war die Partie entschieden. In der 46. Minute gelang dem VfL mit 17:11 die höchste Führung. Danach ließ der VfL die Partie ruhig ausklingen.

St vom 11.3.1985

Donnerstag, 14. März 1985

Kein Bundesligist, aber: Mit TV Brühl (Regionalligist) wieder ein attraktiver Gegner

(mth) Der Wunsch nach einem Bundesligisten als Gegner in der nächsten Pokalrunde ist für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe bei der gestrigen Auslosung in der Geschäftsstelle des Deutschen Handballbundes (DHB) nicht in Erfüllung gegangen. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer in der zweiten Hauptrunde auf Bundesebene ist der westdeutsche Regionalligist TV Brühl.

Daß diese Mannschaft noch mit im „Lospott“ war, war für die Oldesloer – und auch für uns – völlig überraschend. Vom Spiel der ersten Hauptrunde zwischen dem Brühler TV und dem Bundesligisten Germania List-Hannover war nämlich als Ergebnis ein 19:15-Erfolg der Hannoveranerinnen gemeldet worden, und niemand hatte Grund dafür, an diesem Ergebnis zu zweifeln. Germania List ist immerhin Fünfter der Bundesliga Nord und steht als Teilnehmer an der neugebildeten einteiligen Bundesliga in der nächsten Saison schon fest. Ein Auswärtssieg in Brühl also war den Hannoveranerinnen durchaus zuzutrauen. Tatsächlich aber hatte der TV Brühl das Spiel mit 19:15 gewonnen, so daß neben dem TSV Nord Harrislee noch ein weiterer Regionalligist noch im Rennen war. Der TV Brühl, der im Köln/Bonner Raum zu Hause ist, ist für den VfL noch ein völlig unbeschriebenes Blatt. Daß es sich dabei aber um eine ausgesprochen spielstarke Truppe handelt, kann man nicht nur aus dem Pokalsieg über Germania List ablesen. Die Mannschaft ist in der Staffel II der Regionalliga West drei Spieltage vor Saisonschluß mit 33:3 Punkten souveräner Tabellenführer und hat den Aufstieg in die zweigeteilte Bundesliga, die im Zuge der Neuorientierung im Damenhandball in der kommenden Saison neu geschaffen wird, so gut wie in der Tasche.

Auch wenn es also nicht die erhoffte Bundesliga -Spitzenmannschaft geworden ist, so ist doch sicher, daß am 13./14. April – eine genauere Terminierung ist noch nicht möglich – in der Stormarnhalle wieder ein attraktives Handballspektakel ablaufen wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1985

 

Freitag, 12. April 1985

Saisonhöhepunkt für die VfL-Damen

Brühl ist klarer Favorit, aber vor eigener Kulisse hat auch der VfL sicherlich eine Chance

(mth) Ihr eigentliches Saisonziel, die Meisterschaft in der schleswig-holsteinischen Oberliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga haben die Handball-Damen des VfL Oldesloe ja schon in überzeugender Manier erreicht, aber dem Höhepunkt strebt sie für diese Saison erst am Sonntagvormittag entgegen.

Zorn drittenmal hintereinander hat die Truppe von Trainer Ulli Meyer in diesem Jahr das Achtelfinale des DHB-Pokal-Wettbewerbs auf Bundesebene – für einen Oberligisten wirk-lieh eine einmalige Leistung – erreicht. Gegner des VfL ist am Sonntag um 11 Uhr in der Stormarnhalle der Brühler TV.

Vom Namen her ist dieser Gegner sicherlich nicht die attraktivste Mannschaft, die für den VfL noch im Lostopf war – es war ja ein letztesmal nach regionalen Gesichtspunkten analog der Bundesliga Nord-/Südeinteilung gelost worden – aber bei näherem Hinsehen wird deutlich, mit welch hochkarätigem Gegner es die Damen um Mannschaftsführerin Anja Müller zu tun haben.

Der TV Brühl ist in der Staffel II der Regionalliga West mit 40:4 Punkten und 396:254 Toren überlegener Meister geworden und steht auf dem Sprung in die neugebildete zweite Frauen-Bundesliga. Anders als im Norden Deutschlands, wo es nur eine Regionalliga gibt, aus der Meister Nord Harrislee und Vizemeister Braunschweig automatisch in die zweite Liga aufsteigen, spielen die beiden jeweils erstplacierten Mannschaften in den zwei Staffeln der West-Regionalliga erst noch eine Westmeisterschaft aus, und nur die beiden Finalistinnen aus diesem Wettbewerb steigen in die höhere Klasse auf.

Im Überkreuzvergleich gegen den Zweiten der Stafffel I, TV Stemmer (1984 Absteiger aus der Bundesliga Nord), hat der TV Brühl dabei schon einen wichtigen Schritt in dieses Finale getan. Das Hinspiel in Minden am Ostersonnabend hat er nach einem 4:6-Halbzeitrückstand noch mit 15:11 gewonnen und hat nun für das Rückspiel am 21. April in eigener Halle alle Trümpfe in der Hand.

Wie stark die Mannschaft aus der Nähe Kölns einzuschätzen ist, wurde aber auch in der letzten Pokalrunde, der ersten auf Bundesebene, deutlich. Dort schalteten die Brühlerinnen den Bundesliga-Fünften Germania List (Hannover) aus, der ja immerhin für die neue einteilige Bundesliga qualifiziert ist.

Wenn man dann noch dazu bedenkt, daß mit Torhüterin Claudia Schoppe-Hoffmann eine vierfache Nationalspielerin im Team der Brühlerirnnen ist, neben der unter anderem Sabine Kalla, Martina Schmitz (beides Teilnehmerinnen an Stützpunktmaßnahmen des DHB), Nicole Kapner (mehrfach(Juniorennationalspielerin) und Martina Schöpp (Mitglied der westdeutschen Juniorenauswahl) stehen, kann man ermessen, welch schwere Aufgabe auf den VfL wartet.

Aber vor schweren Aufgaben ist den Oldesloerinnen in der Vergangenheit ja gerade im Pokalwettbewerb noch nie bange gewesen. Höherklassige Mannschaften sind gegen die Truppe von Ulli Meyer in den letzten Jahren gleich serienweise ausgeschieden. So mußten in dieser Saison nacheinander der VfL Bad Schwartau, Wandsbek 72 und der SC Union 03 Hamburg (alles Regionalligisten) in der Stormarnhalle „dran glauben“ und auch der Mitaufsteiger in die Regionalliga, TV Oyten, zog gegen Andrea Güldenpfennig und Co. den Kürzeren.

Das „Geheimnis" dieser tollen Erfolge ist sicherlich nicht zuletzt in der Unterstützung zu suchen, die der Mannschaft bei den Oldesloer Handballfans zu teil wird. Die einmalige Atmosphäre in der Stormarnhalle hat die Oldesloer Mannschaft schon zu so mancher ungeahnten Leistungssteigerung getrieben, und so scheint es nicht vermessen, dem VfL auch für die Begegnung am Sonntag eine Chance einzuräumen,

Die Stormarnhalle wird ganz sicher wieder bis auf den letzten Platz gefüllt sein – die Abteilungsleitung rechnet wieder mit rund 700 Zuschauern –‚ und die werden sich sicher wieder lautstark bemerkbar machen. Aber niemand sollte dabei vergessen, daß die Chance für den VfL, der auf die verletzten Linkshänderin Susanne Paetz verzichten muß, ansonsten aber auf alle Stammspielerinnen zurückgreifen kann, nur eine Außenseiterchance ist.

Nach Papierform und Besetzung nimmt der TV Brühl eine ganz klare Favoritenstellung ein, und es wäre für die Truppe von Trainer Ulli Meyer gewiß alles andere als eine Schande, wenn gegen eine so hochkarätige Mannschaft das Pokal-Aus käme.

Niemand hätte dann das Recht mit der jungen Mannschaft, die auch in dieser Saison wieder für jede Menge positiver Ergebnisse gesorgt hat, gram zu sein. Ein Vordringen unter die besten acht Mannschaften im Bundesgebiet aber wäre natürlich eine tolle Sache und die absolute Krönung aller Erfolge dieser sympathischen Mannschaft.

Wer an diesem Großereignis als Zuschauer teilhaben will. sollte sich am Sonntagmorgen rechtzeitig auf den Weg in die Stormarnhalle machen. Karten gibt es, wie stets bei großen Spielen der VfL-Damen, nur an der Tageskasse, und das Motto heißt wieder einmal'. „Nur rechtzeitiges Kommen sichert gute Plätze.“ Damit den Fans die Wartezeit nicht zu lang wird. gibt es ab 10 Uhr ein Vorspiel mit zwei weiblichen E-Jugendmannschaften.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.4.1985

 

Sonntag, 14. April 1985

VfL Oldesloe – TV Brühl 20:22 (11:9)

Die dritte Hauptrunde war für die VfL-Damen greifbar nahe
Die Oldesloer Damen verloren gegen den TV Brühl erst nach dramatischem Kampf mit 20:22, begeisterten aber wieder einmal rund 700 Zuschauer in der Stormarnhalle


Auch in diesem Jahr kam für den VfL Oldesloe in der zweiten Runde auf Bundesebene das Aus. In der mit gut 700 Zuschauern wieder einmal brechend vollen Stormarnhalle unterlag man der westdeutschen Regionalliga-Spitzenmannschaft TV Brühl - die Mannschaft ist überlegen Meister geworden und steigt wahrscheinlich in die 2. Liga auf - nach einem tollen Kampfspiel mit 20:22 (11:9).

Für die Oldesloerinnen, die zum Abschluss einer ja auch für sie außerordentlich erfolgreichen Serie - sie schafften ja bekanntlich den langersehnten Regionalligaaufstieg - noch einmal über sich hinauswuchsen, ist es wahrlich keine Schande, gegen eine so großartige Mannschaft ausgeschieden zu sein. Aber auch vor diesem Gegner brauchten sich die Stormarnerinnen nicht zu verstecken und es hätte nicht viel gefehlt, und sie hätten auch ihn mit ihrer schier unübertrefflichen Kampfmoral in die Knie gezwungen.

 

Das war sicher auch der Grund dafür, warum am Ende im Lager des VfL Niedergeschlagenheit herrschte und auch ein paar Tränen vergossen wurden, Nicht, dass man bei den Oldesloerinnen bei nüchterner Betrachtung nicht gesehen hätte, beziehungsweise gar nicht wahrhaben wollte, dass der Sieg der Brühlerinnen am Ende schon verdient war, weil sie cleverer, routinierter und physisch stärker waren, aber man trauerte doch dem Quäntchen Glück nach das gefehlt hatte, um zum Einzug ins Viertelfinale auf Bundesebene zu verhelfen.

Auf Komplimente nach der Art "sie seien ehrenvoll und mit fliegenden Fahnen untergegangen" hätten sie dafür gern verzichtet, denn die Überlegenheit der Westdeutschen war weiß Gott nicht so augenscheinlich, als dass sich der VfL eines glücklichen Sieges hätte schämen müssen.

 

Es gab wohl niemand gestern in der Stormarnhalle, der nicht von der tollen kämpferischen Einstellung aller VfL-Damen begeistert war, und kaum jemand wird daran zweifeln, dass die Mannschaft, sofern sie auf den entscheidende Positionen so zusammenbleibt, auch im nächsten Jahr in der Regionalliga gut bestehen wird. Und bei solch hingebungsvollem Einsatz der Mannschaft werden auch die Fans der Mannschaft sicherlich in großer Zahl die Treue halten, auch und gerade dann, wenn nicht mehr ganz so häufig gewonnen werden sollte.

Unbefangenen Beobachtern wurde um den VfL in dieser Vorbereitungsphase schon angst und bange. Angesichts des Ballzaubers der Westdeutschen musste man befürchten, sie wollten und könnten den VfL überrollen. Der VfL aber erwischte ganz gegen seine sonstige Gewohnheit einen Blitzstart und steigerte sich schnell in einen kleinen Spielrausch hinein. Den Anfang machte Andrea Güldenpfennig in der 3. Minute mit Tempogegenstoß. Andrea Hasenberg erhöhte eine Minute später auf 2:0 und wiederum eine Minute später machte Andrea Güldenpfennig mit ihrem zweiten Treffer ihre überragende Tagesform deutlich.

 

Der erste Treffer des TV Brühl ließ weiter auf sich warten. Zunächst konnte Kirstin Timm mit tollem Heber einen 7m zum 4:0 (7. Minute) unterbringen, ehe Nicole Kapner, die mächtigste der vielen hochaufgeschossenen Rückraumspielerinnen der Gäste, das erste Tor markierte. Dann wurde erstmal ein Manko deutlich, an dem der VfL letztlich unter anderem scheiterte - die Mannschaft macht beim Überzahlspiel einfach zu viele Fehler. Aber von den Konsequenzen war auf dem Spielfeld noch lange nichts zu spüren. Dem 6:2 von Petra Payka folgte das 6:3 und Kirstin Timm konnte einen 7m nicht im Tor unterbringen.

Hier wurde eine zweite verhängnisvolle Schwäche des VfL an diesem Tag deutlich. Erst in der Schlussphase waren die Oldesloerinnen wieder mit Strafwürfen erfolgreich. Von einer Wende im Spiel aber war nach dem scheitern von "Timmi" noch nichts zu spüren, bis zur 19 Minute erhöhte der VfL auf 8:3. Gewendet wurde das Blatt dann in den nächsten Minuten erstmalig. Es begann die Aufholjagd nach einer Zweiminutenstrafe für Anja Müller, die bis zum 8:8 in der 28. Minute ging.

Die letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit gehörten dann zum tollsten, was der VfL bisher je gezeigt hat. Das 9:8 von Andrea Güldenpfennig konnte Brühl noch kontern, aber Andrea und Timmi langten noch zweimal hin. Das letzte Tor, das der VfL bei einer Restzeit von nur 9 Sekunden nach einem Freiwurf in der eigenen Hälfte herausspielte, war dabei eine besondere Augenweide.

Dramatisch, aber mit weniger guten Vorzeichen für den VfL, dann auch der Beginn der zweiten Halbzeit. der VfL konnte wieder mit Überzahl nichts bewegen, verwarf bis zur 34. Minute zwei weitere 7m und lag bis zur 36. Minute erstmalig mit 12:13 zurück. Dann schienen alle Dämme zu brechen. Bis zur 49. Minute erhöhte Brühl auf 19:14 und die Partie schien nicht nur gelaufen, sondern es bahnte sich für den VfL sogar ein Zusammenbruch an.

 

Ein kurioser Treffer von Andrea Güldenpfennig in der 51. Minute leitete noch einmal eine Wende ein, in der die Stormarnhalle mehr und mehr zum Hexenkessel wurde. Antje Schütt war es, die die Niederlage noch nicht wahrhaben wollte. Sie erzielte nun drei Treffer hintereinander zum 18:19. Jetzt bekamen auch die Brühlerinnen wieder Nerven. Sie warfen einen 7m an die Querlatte und die Stimmung schäumte förmlich über, als Susanne Pommerening im Gegenzug auf 19:19 Ausgleich.

Fünf Minuten waren nun noch zu spielen und alles war wieder offen, ja, sogar eine Verlängerung war nicht unwahrscheinlich. Aber die Aufholjagd hatte den VfL natürlich Kraft gekostet. Das 19:20 konnte Antje Schütt noch einmal mit dem 20:20 beantworten, aber zwei weitere Treffer für Brühl bedeuteten dann die Entscheidung.

Unschön war der Abschluss des Spiels. Wenige Sekunden vor Schluss stieg Nicole Kapner noch einmal überhart gegen Andrea Güldenpfennig ein, erhielt ihre dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte. Andrea Güldenpfennig musste das Spielfeld, auf dem sie wieder einmal so geglänzt hatte, auf einer Trage verlassen, kam aber mit einer Knieprellung dem Vernehmen nach noch glimpflich davon.

ST vom 15. 4.1985

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