Pokalsaison 1985-86

 

Freitag, 3. Januar 1986

Handballdamen des VfL Oldesloe morgen im Pokal gegen Langelsheim

Trainer Ulli Meyer hat große Aufstellungssorgen

(gg) Zu einem ungünstigeren Zeitpunkt hatte das erste Spiel der Handball-Regionalligadamen des VfL Oldesloe um den Deutschen Handballpokal auf NHV-Ebene wohl schwerlich kommen können. Vor dem Spiel beim Tabellendritten der Oberliga-Niedersachsen, HSG Langelsheim, am Sonnabend um 17 Uhr, ist die Verletzten- und Abwesenheitsliste so lang wie nie.

Trainer Ulli Meyer telefonierte sich die Finger schon wund. „Bis jetzt habe ich noch nicht mal eine vollzählige Mannschaft zusammen,“ stöhnte er noch am Donnerstag. Möglicherweise muß er sogar „ohne acht“ nach Langelsheim bei Goslar reisen.

Neben den „Dauerverletzten“ Antje Schütt, Susanne Paetz und Sonja Taut fehlt außerdem noch die zweite Torhüterin Anke Petersen, die arbeiten muß und auch Andrea Hasenberg und Anja Müller, die zur Zeit die die Urlaubssonne auf Gran Canaria genießen. Besonders bitter wäre es natürlich, wenn Ulli Meyer auch noch auf Kirstin Timm und Andrea Güldenpfennig verzichten müßte.

Vor allem hinter Kirstin Timm, die sich erst kürzlich einer Operation unterziehen mußte, steht noch ein großes Fragezeichen. Bei Andrea Güldenpfennig, die sich beim Squash-Spielen eine Oberschenkelzerrung zugezogen hat, stehen die Chancen, daß sie wieder rechtzeitig fit ist, immerhin 50:50. Auf jeden Fall mit dabei sind Wiebke Rickert, Gudrun Fandrey, Maren Schröder, Steffi Bernecker, Dörte Knickrehm und Petra Payka.

Ihre Zusage gegeben hat schon Birte Höppner aus der dritten Damenmannschaft des VfL Oldesloe. Ulli Meyer will versuchen, noch ein oder zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, die am Sonntag selber ein Spiel hat, zu bekommen.

Völliges Neuland betreten die VfL-Damen, wenn sie beim niedersächsischen Oberligisten HSG Langelsheim antreten, denn bislang trafen beide Teams noch nie aufeinander. Einiges hat Ulli Meyer aber dennoch in Erfahrung gebracht. Der Trainer von MTV Moringen, der im Pokal auf den VfL Bad Schwartau trifft, holte sich beim VfL-Trainer einige Informationen über diesen Gegner und lieferte im Austauschverfahren dafür einige Tipps vom Nachbarn aus Langelsheim.

Demnach verfügen die Langelsheimerinnen über zwei starke und große Rückraumspielerinnen. Außerdem ist es eine Mannschaft, die das Spiel sehr schnell machen kann. Über mangelnde Unterstützung kann sich die HSG Langelsheim auch nicht beschweren. 350 Zuschauer werden in der Halle erwartet.

Die Voraussetzungen für die VfL-Damen in der ersten Runde um den DHB-Pokal sind nicht gerade die günstigsten. Dennoch ist der Truppe von Ulli Meyer auch auf auswärtigem Boden und trotz der argen Personalsorgen ein Sieg zuzutrauen. Ein vorzeitiges Ausscheiden der Oldesloerinnen und dann auch noch gegen einen klassenniedrigeren Gegner würde denn auch so überhaupt nicht in die Erfolgsserie der VfL-Damen gerade in Pokalspielen passen.

Zu sehr noch sind die großartigen und begeisternden Pokalspiele auch gegen ranghöhere Mannschaften in Erinnerung. Wer ein vorzeitiges Aus im Pokal als Schlachtenbummler mit eigener Stimme vereiteln möchte, hat noch die Möglichkeit, mit dem Bus (11 Uhr ab Jugendherberge) mitzufahren. Voranmeldungen bei Manfred Fandrey unter der Telefonnummer 04531/7988.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.1.1986

 

Sonnabend, 4. Januar 1986

HSG Langelsheim – VfL Oldesloe 11:18 (4:8)

VfL-Damen erreichten die zweite Pokalrunde

Auch mit sieben Spielerinnen war der VfL in Langelsheim nicht zu stoppen

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe begann das neue Jahr mit einem Sieg in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Regionalebene. Beim Tabellendritten der niedersächsischen Oberliga, der HSG Langelsheim (bei Goslar), siegte der Regionalliga-Spitzenreiter mit 18:11 (8:4).

Ein standesgemäßer Sieg, so kann man natürlich dieses Ergebnis zur Kenntnis nehmen, vor allem, wenn man noch zusätzlich zum Klassenunterschied zugunsten der Oldesloerinnen deren reiche Pokalerfahrung aus den letzten Jahren hinzuzieht.

Bei näherem Hinsehen allerdings ist dieser klare und ungefährdete Erfolg bei weitem nicht mehr so selbstverständlich, wie er auf den ersten Blick erscheint. Der VfL mußte nämlich einen „Grand ohne acht“ spielen. Außer den „Langzeitverletzten“ Antje Schütt und Susanne Paetz und der von einer Blinddarmoperation noch nicht vollständig wiederhergestellten Sonja Taut, fehlten auch noch die Urlauberinnen Anja Müller und Andrea Hasenberg. und Torhüterin Anke Petersen stand aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung.

Ein Einsatz von Andrea Güldenpfennig in Langelsheim wäre zwar unter Umständen möglich, aber mit einem ziemlichen Risiko nach ihrer Oberschenkelzerrung behaftet gewesen und so entschieden Spielerin und Trainer, es erst am kommenden Sonnabend im Regionalligapunkspiel gegen SG Union Bramfeld Hamburg wieder zu versuchen. Zu allem Überfluß meldete sich am Spieltag dann noch Maren Schröder grippekrank, so daß Trainer UIli Meyer schon auf Birte Höppner zurückgreifen mußte – sie spielt sonst in der dritten VfL-Damenmannschaft – um überhaupt eine komplette Truppe zusammenzubekommen.

Der Tross, der die Reise in den Harz dann antrat – An- und Abreise verliefen trotz der winterlichen Verhältnisse gottlob problemlos –, war dann auch entsprechend klein und überschaubar. Sieben Spielerinnen, zwei Betreuer und zehn Schlachtenbummler, die sich im Spiel dann im übrigen unter den rund 200 Zuschauern lautstark bemerkbar machten, machten sich auf, und viele von ihnen mögen geglaubt haben, es sei der erste und letzte Pokalerfolg der VfL-Damen in dieser Saison, denn die Aussichten für ein Weiterkommen waren mit diesem Miniaufgebot natürlich denkbar gering.

Ungläubiges Staunen über das Aufgebot des VfL gab es dann auch beim Gegner. In Langelsheim hatte man sich gewissenhaft auf die Partie vorbereitet und ein Konzept ausgearbeitet, wie man denn Andrea Güldenpfennig, Maren Schröder und Andrea Hasenberg würde stoppen können. Das Fehlen dieser Leistungsträgerinnen beim Gegner verwirrte die Niedersachsen ganz offensichtlich. Sie wußten mit dem dezimierten VfL überhaupt nichts anzufangen und waren dazu derart nervös, daß sie minutenlang kaum einen Ball festhalten, geschweige denn das Tor von Gudrun Fandrey bedrohen konnten.

So führte der VfL, der entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten ausschließlich ruhig und langsam sein Spiel aufbaute, schon durch Tore von Stefanie Bernecker (2) und Kirstin Timm mit 3:0, ehe den Gastgeberinnen in der 14. Minute der erste Treffer gelang. Stefanie Bernecker erhöhte dann auf 4:1 (16. Minute) und dem Gastgeber schien endgültig der „Nerv gezogen zu sein“, als Gudrun Fandrey in der 17. Minute sogar einen Siebenmeter parierte.

Zwei glückliche Treffer (abgefälschte Würfe) ließen die Harze-rinnen dann bis zur 21. Minute auf 3:4 herankommen und viele glaubten nun an die große Wende im Spiel. Aber es kam wieder ganz anders. Wiebke Rickert erhöhte postwendend auf 5:3 und Stefanie Bernecker stellte in der 24. Minute den alten Abstand wieder her.

HSG Langelsheim baute nun seine Deckung um und ließ Stefanie Bernecker kurz decken, hatte damit aber keinerlei Erfolg. „Steffi“ selbst kam von nun an zwar nur noch bei zwei Siebenmetern (in der zweiten Halbzeit) zum Zuge, aber ihre Mitspielerinnen hatten nun reichlich Platz und konnten nach Belieben schalten und walten. Dörte Knickrehm, die in der 25. Minute mit einem Siebenmeter am Pfosten gescheitert war – in der gleichen Minute hielt Gudrun Fandrey ihren zweiten Strafwurf –, und Petra Payka schraubten das Ergebnis dann noch vor der Pause auf 8:3, ehe den Gastgeberinnen Sekunden vor dem Halbzeitpfiff der vierte Treffer gelang.

Eigentlich war der VfL trotz seiner sicheren Führung nach dem Wechsel noch auf einen „Generalangriff“ der Harzerinnen gefaßt, aber der blieb aus. Vielmehr konnte der VfL seinen Vorsprung regelmäßig noch immer weiter ausbauen.

Die meisten Chancen boten sich dabei für Kirstin Timm, die endlich einmal wieder als Schützin mehrerer Treffer auffiel. Sie warf allein nach dem Wechsel noch fünf Treffer und kam dabei ebenso wie Stefanie Bernecker auf sechs Tore. Drei Treffer konnte Kreisläuferin Dörte Knickrehm verbuchen. …

Zwei Tore steuerte schließlich Wiebke Rickert zum VfL-Sieg bei und einmal war, wie schon erwähnt, Petra Payka erfolgreich. Birte Höppner konnte zwar keinen Treffer er-zielen, aber auch sie hatte am Sieg der Stormarnerinnen natürlich ihren Anteil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1986

 

 

So konzentriert sah ich sie selten

Handball-Damen des gewannen im Pokal überlegen mit 18:11

Als Uli Meyer vor dem Handball-Pokalspiel der Oldeslo­er Damenmannschaft in Langelsheim (bei Goslar) seinen Trainerkollegen Rainer Völkel begrüßte, blickte er zu­nächst einmal in ein erstauntes Ge­sicht. „Wollt ihr hier etwa absichtlich verlieren, oder nehmt ihr den Pokal­wettbewerb in diesem Jahr nicht ernst?” fragte Völkel den Oldesloer Coach, der mit einer Rumpfmann­schaft zum Pokaltreffen der ersten Hauptrunde auf Reginonalligaebene in den Harz gefahren war.

Man könnte annehmen, daß die Gastgeberinnen ihrem klassenhöhe­ren Kontrahenten aus Bad Oldesloe recht wenig zutrauten. Denn obwohl Uli Meyer auf zahlreiche Stammspiele­rinnen (zum Beispiel fehlten Maren Schroeder, Andrea Guldenpfennig, Anja Müller und Andrea Hasenberg) verzichten mußte, erreichten die VfL-Spielerinnen mit einem souveränen 18:11-Erfolg die nächste Pokalrunde.

Bis zur Halbzeit (8:4) hatten die Ol­desloerinnen das Duell praktisch schon vorzeitig entschieden. Dem Oberligisten aus Langelsheim wollte vor 200 enttäuschten Zuschauern schon in der Anfangsphase einfach nichts gelingen. Der Mannschaften un­terliefen leichteste Abspielfehler, übernervös wurden auch die besten Tormöglichkeiten vergeben.

Der VfL dagegen agierte gelassen, verzögerte geschickt das Tempo und im Angriff wurden die Tormöglichkei­ten clever ausgenutzt. Da auch die Ab­wehrreihe (6:0-Deckung) — hinter sich eine hervorragende Torhüterin Gu­drun Fandrey (sie hielt bis zur 27. Mi­nute schon zwei Siebenmeter) — gut stand, gerieten das Oldesloer Team in dieser Partie eigentlich nie in ernsthafte Gefahr, aus dem Pokalwettbewerb auszuscheiden.

„Ich habe die Mannschaft selten so diszipliniert gesehen", lobte Uli Meyer sein dezimiertes Team, das diesmal nur aus sieben Spielerinnen bestand und durch Mädchen aus der zweiten-und dritten Vertretung aufgestockt wurde. Für die Tore waren in Langels­heim vornehmlich Kirstin Timm (sie bekam vom Arzt kurzfristig grünes Licht zum Einsatz) und Steffi Bernec­ker verantwortlich. Beide warfen jeweils sechs Tore — Steffi Bernecker davon zwei mit Siebenmeter. Erst als die Gastgeberinnen Steffi in der zwei­ten Halbzeit in Manndeckung nahmen, kam die VfL-Spielerin nicht mehr so wirkungsvoll zum Zuge — bis auf die Situationen beim Siebenmeter.

Das nächste Pokalspiel müssen die Oldesloerinnen nun in drei Wochen austragen. Die Auslosung dafür steht schon am heutigen Montag bevor. Uli Meyer: „Wenn wir jetzt ein Heimspiel bekommen, wäre ich natürlich froh."

 

 

 

Dienstag, 7. Januar 1986

(mth) … Bereits gestern fand die Auslosung für die zweite Runde des Pokalwettbewerbs der Damen auf Regionalebene statt, für die sich die VfL-Damen ja mit einem 18:11-Erfolg bei HSG Langelsheim qualifiziert hatten. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer muß am 26. Januar um 18 Uhr bei Eintracht Hildesheim antreten. Die Hildesheimerinnen spielen wie HSG Langelsheim in der Niedersachsen-Oberliga und schlugen in der ersten Runde den Regionalligisten SG Schortens mit 23:18.

Außer Schortens sind mit Eintracht Lüneburg, VfL Bad Schwartau, TSV Kronshagen, Wandsbek 72 und TuS Alstertal noch weitere fünf Regionalligisten bereits in der ersten Runde gegen klassenniedere Teams ausgeschieden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.1.1986

Freitag, 24. Januar 1986

In der zweiten Pokalrunde wartet Hildesheim auf die VfL-Damen

(mth) Eine weite Reise muß die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe auch für ihr zweites Pokalspiel in dieser Serie in Kauf nehmen. Nachdem die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer zu Beginn dieses Jahres in der ersten Runde beim niedersächsischen Oberligisten SG Langelsheim (bei Goslar) antreten mußte, heißt der Gegner in der zweiten Runde auf Regionalebene Eintracht Hildesheim.

Die Hildesheimerinnen spielen ebenso wie SG Langelsheim in der niedersächsischen Oberliga. Im letzten Jahr gehörten sie noch der Regionalliga an, schafften dort aber nicht den Klassenerhalt, sind nun aber wieder auf dem Sprung dorthin, denn mit 16:2 Punkten führen sie die Niedersachsen-Oberliga zur Zeit an.

Daß sie auch klassenhöheren Mannschaften gewachsen sind, zeigten die Hildesheimerinnen in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Regionalebene, als sie die SG Schortens klar und deutlich mit 23:18 besiegten.

 

Anja Müller

Der VfL Oldesloe hat also keinen Grund, die Aufgabe am Sonntag auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn wie in den letzten Jahren die erste Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene erreicht werden soll. Diese steigt im übrigen am 8./9. Februar und da hätte der VfL unter Umständen – bei etwas Losglück – die Chance, einen Bundesligisten oder Zweitligisten in der Stormarnhalle empfangen zu können.

Der VfL, der im letzten Punktspiel bei Regionalliga-Spitzenreiter TuS Alstertal ja stark ansteigende Form zeigte, kann auch in Hildesheim noch nicht in Bestbesetzung antreten. Außer Antje Schütt fehlen auch weiterhin Kirstin Timm und Sonja Taut im VfL-Aufgebot. Kann die Mannschaft aber dennoch etwa ihre Leistung vom letzten Wochenende wiederholen, müßte sie auch in Hildesheim eine gute Siegchance haben.

Auch zu diesem Spiel, das am Sonntag um 18 Uhr angepfiffen werden soll, setzt der VfL wieder einen Reisebus ein, in dem auch Fans mitreisen können. Da nur noch wenige Plätze frei sind. sollten sich Interessenten möglichst umgehend mit Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 in Verbindung setzen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1986

Sonntag, 26. Januar 1986

Eintracht Hildesheim – VfL Oldesloe 25:29 (15:8, 23:23, 24:25) n.V.

Der Pokalkampf in Hildesheim übertraf an Dramatik alle bisherigen Spiele

(mth) … Nach einem dramatischen Pokalkampf, wie ihn die Oldesloerinnen bisher wohl noch nicht erlebten, zogen sie nach einem Acht-Tore-Rückstand erst nach der notwendigen Verlängerung in die erste DHB-Hauptrunde ein.

 

Steffi Bernecker

Trainer Ulli Meyer hatte lediglich acht Spielerinnen zur Verfügung, ließ seine erste Sieben voll durchspielen. Gegen die starken Hildesheimerinnen hatten die VfLerinnen in der ersten Halbzeit überhaupt keine Chance. Nach sieben Minuten stand es schon 0:3, ständig bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung aus (7:4, 10:5, 12:6) und nach dem 15:7 in der 28. Minute schien sich für den VfL ein Debakel anzubahnen. Kurz vor der Pause gelang Dörte Knickrehm per Siebenmeter das 8:15.

Wie verwandelt kamen die VfL-Damen aus der Kabine zurück. Sie erzielten sechs Tore in Folge und auf einmal stand es nur noch 14:15. 23 Minuten lang gelang dem Tabellenführer der Oberliga Niedersachsen kein einziges Feldtor. Lediglich drei Siebenmeter wurden verwandelt. So erzielte die überragende Feldspielerin Andrea Güldenpfennig (11 Tore) mit einem Tempogegenstoß in der 51. Minute die erste VfL-Führung (18:17).

Es entwickelte sich ein dramatischer Pokalfight vor etwa 200 zahlenden Zuschauern. 90 Sekunden vor dem offiziellen Spielende führte Hildesheim mit 23:21. Nun kam der große Auftritt von Siebenmeterspezialistin Dörte Knickrehm. Sicher warf sie zum 22:23 ein, Zwei Sekunden vor dem Abpfiff wurde die gegenstoßlaufende Steffi Bernecker so schwer gefoult, so daß die Unparteiischen Rot und auf den Punkt zeigten. Dörte verwandelte zum Ausgleich.

 

Dörte Knickrehm

In der notwendig gewordenen Verlängerung wurden die Gastgeber immer nervöser, der VfL immer ruhiger. Torhüterin Gudrun Fandrey zeigte sich in bestechend guter Form und wehrte drei Siebenmeter ab. Die VfLerinnen hielt nun nichts mehr. Trotz einer Zeitstrafe von Andrea Güldenpfennig zogen sie auf 29:24 davon.

Für den VfL spielten weiter: Petra Payka (3), Stefanie Bernecker (5), Dörte Knickrehm (7/5), Anja Müller (2) und Andrea Hasenberg (1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.1.1986

Mittwoch, 29. Januar 1986

VfL-Damen müssen nach Oldenburg

(mth) Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe muß auch ihr drittes Pokalspiel in dieser Saison auswärts austragen. Bei der gestrigen Auslosung der ersten Pokalrunde auf Bundesebene wurde den Oldesloerinnen der Oldenburger SV zugelost. Die Oldenburgerinnen liegen zur Zeit auf dem zweiten Platz in der schleswig-holsteinischen Oberliga.

Da laut Ausschreibung in dieser Runde die klassenniedrigeren Mannschaften automatisch Heimrecht haben – in der nächsten Runde, in der dann auch die Mannschaften aus der 1. Bundesliga mit in das Geschehen eingreifen, im übrigen auch noch –‚ muß der VfL die Reise nach Ostholstein antreten.

Ganz ungelegen kommt den Oldesloern diese Auslosung nicht, denn bei einem Heimspiel hätten sie Schwierigkeiten mit der Hallenfindung gehabt, denn am 8./9. Februar, an dem diese Runde ausgespielt wird, ist die Stormarnhalle fest in der Hand der Oldesloer Karnevalisten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1986

 

Freitag, 7. Februar 1986

Die VfL-Damen werden sich strecken müssen, um im Pokal weiterzukommen

(mth) … Die Regionalligatruppe von Trainer Ulli Meyer muß beim schleswig-holsteinischen Oberligisten SV Oldenburg antreten. Das Spiel beginnt am Sonnabend um 16.30 Uhr in der Großsporthalle „Neuer Markt“ in Oldenburg. Schlachtenbummler, die die Mannschaft bei diesem Pokalspiel unterstützen wollen – ein Bus wird diesmal nicht eingesetzt – sollten rechtzeitig nach Oldenburg anreisen, denn die wenigen Sitzplätze in der Halle sind dort immer schnell vergeben, weil in der ostholsteinischen Kleinstadt ähnliches „Handballfieber“ ausgebrochen ist, wie in Oldesloe.

Vor drei Jahren haben beide Mannschaften im Pokal schon einmal die Klingen gekreuzt. Damals spielten die Oldesloerinnen in der Oberliga und die Oldenburgerinnen steckten noch in der Bezirksliga. Seinerzeit konnte der VfL das Spiel nur denkbar knapp in den letzten Minuten für sich entscheiden.

Ein Spaziergang wird die morgige Partie für den Regionalligisten mit Sicherheit auch nicht. Der SV Oldenburg nämlich spielt als Aufsteiger in der Oberliga eine glänzende Rolle. Lange Zeit sah es sogar so aus, als könnte der OSV in die Fußstapfen des VfL treten, inzwischen aber hat TS Kaltenkirchen den Neuling in der Tabelle überholt.

Dazu steht noch nicht fest, ob der VfL zu diesem Pokalspiel mit bestem Aufgebot antreten kann. Ungewiß ist noch, ob Mannschaftsführerin Anja Müller nach ihrer Verletzung vom Freundschaftsspiel am Dienstag – mutmaßlich eine Knieprellung – schon wieder einsatzfähig ist.

Fraglich ist auch die Mitwirkung von Dörte Knickrehm. Sie hat nämlich kurzfristig von Bundestrainer Ekke Hoffmann eine Einladung zu einem Trainingslager der Junioren-Nationalmannschaft in Steinbach (Südbaden) vom 7. bis 12. Februar erhalten, und es stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest, ob sie dieser ehrenvollen Einladung würde Folge leisten können. Wenn ja, steht sie in Oldenburg natürlich nicht zur Verfügung.

In ähnlicher Form wie in den letzten beiden Spielen müßte der VfL aber auch – wenn es denn so kommt – ohne diese beiden Spielerinnen eine gute Chance haben, sich wieder, wie in den letzten Jahren, für die zweite Pokalrunde auf Bundesebene zu qualifizieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.2.1986

Sonnabend, 8. Februar 1986

Oldenburger SV – VfL Oldesloe 21:20 (11:12)

VfL-Damen im Pokal ausgeschieden

Beim 20:21 in Oldenburg fühlten sich die Oldesloerinnen ganz gehörig „verschaukelt“

(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist etwas überraschend in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene ausgeschieden. Beim Zweiten der schleswig-holsteinischen Oberliga, dem SV Oldenburg, unterlag die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 20:21, nachdem sie zur Pause noch mit 12:11 geführt hatte.

Nun ist das Ausscheiden der Mannschaft „schon“ in der ersten Runde auf Bundesebene für sich gesehen ganz sicher keine Schande, auch wenn in den letzten drei Jahren stets die zweite Runde dieses Wettbewerbs erreicht worden war. Und auch die Tatsache, daß man gegen eine klassentiefere Mannschaft ausgeschieden ist, ist – abstrakt betrachtet – sicher kein Beinbruch. Schließlich hat gerade der VfL in den vergangenen Jahren als „Pokalschreck“ laufend höherklassige Teams aus dem Rennen geworfen und daß nun einmal das Gegenteil eintraf, mag zwar für den Augenblick schmerzen, müßte aber gerade vom VfL als „normal“ angesehen werden.

Wenn es aber dennoch im Lager der Oldesloer nach dem Spiel in Oldenburg hängende Köpfe und eine gehörige Portion Wut über das Ausscheiden gegeben hat, dann hat das nichts damit zu tun, daß die Mannschaft etwa nicht verlieren konnte, also ein schlechter Verlierer wäre. Im Gegenteil: Die Mannschaft hat in der Vergangenheit immer, wenn es so weit war – alzu oft mußte sie das ja nicht auskosten –, mit Anstand Niederlagen ertragen und nie nach billigen Ausflüchten und Entschuldigungen gesucht.

In Oldenburg aber fühlte sich die Mannschaft verraten und verkauft. Nicht vom Gegner und auch nicht von 400 (!!) zahlenden Zuschauern, die natürlich wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft standen, sondern vorn Schiedsrichtergespann Battefeld/Schwark (Schleswig/Flensburg). Die nämlich erwiesen sich als ausgesprochene Heimschiedsrichter. Die Oldesloerinnen konnten ihnen einfach nichts recht machen. Insbesondere Andrea Güldenpfennig und Andrea Hasenberg hatten sie sich aufs Korn genommen. Besonders in der zweiten Halbzeit, als die Partie in die entscheidende Phase kam, trafen sie ein paar glasklare Fehlentscheidungen und jede Menge zweifelhafter Entscheidungen und alle gingen zu Lasten der Oldesloerinnen.

Das war im übrigen nicht nur die Meinung der Stormarner, auch die einheimischen Zuschauer und neutrale Beobachter schüttelten bei vielen Entscheidungen mit den Köpfen und selbst die Oldenburger Spielerinnen, die sich natürlich mächtig freuten, daß sie den Favoriten ein Bein gestellt hatten – was ihnen niemand verdenken kann – gaben zu, daß ihnen die Unparteiischen geholfen hatten.

Irgendwo muß dieses den Herren Battefeld und Schwark (immerhin Schiedsrichterwart des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes) auch gedämmert haben, denn nach Spielschluß verließen sie eher fluchtartig das Feld und waren auch nach Aufforderung durch den Hallensprecher nicht dazu zu bewegen, die Partie ordnungsgemäß mit dem Sportgruß beider Mannschaften zu beenden. Mag sein, daß sich da ein schlechtes Gewissen bei den beiden Herren in Schwarz gerührt hat.

Der VfL kann sich nach dem Ausscheiden aus dem Pokalwettbewerb nun natürlich ganz und gar auf die Punktspiele in der Regionalliga konzentrieren und dort hat man als Mannschaft mit den wenigsten Minuspunkten ja noch alle Chancen. Insofern kann man dem Pokal-K.o. natürlich auch einen positiven Aspekt abgewinnen.

Ansonsten wird man den Pokalwettbewerb dieser Saison eher in schlechter Erinnerung behalten. Nicht nur wegen des Ausscheidens in Oldenburg, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Mit ausschließlich Auswärtsspielen, von denen die Spiele in Langelsheim und Hildesheim ganz schön ins Geld gingen, ist der Wettbewerb in diesem Jahr nämlich trotz der Einnahmebeteiligung ein Zuschußunternehmen für den VfL gewesen. Ein Spiel in der nächsten Runde daheim gegen einen Bundesligisten, wäre in dieser Beziehung ein „warmer Regen“ und damit herzlich willkommen gewesen.

Zum Spiel in Oldenburg selbst: Unter einem sonderlich glücklichen Stern stand die Partie für die Partie für die Truppe von Trainer Ulli Meyer von vornherein nicht. Anja Müller konnte wegen ihrer Verletzung vom letzten Dienstag nicht mitwirken, und Maren Schröder, die ja in Kiel zu Hause ist, blieb im Schnee stecken und stand so auch nicht zur Verfügung.

Dennoch bestimmte der VfL stets das Spielgeschehen und lag immer in Führung. In der ersten Halbzeit allerdings nur knapp, denn die aufopferungsvoll kämpfenden Oldenburgerinnen blieben, auch jetzt schon mit Schiedsrichterunterstützung, stets auf Tuchfühlung.

In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit aber konnte sich der VfL dann dank einer überragenden Leistung von Andrea Güldenpfennig, die mit zehn Treffern wieder einmal alle anderen Spieler weit übertraf, absetzen. 18:14 führte der VfL in der 47. Minute und die überragende Andrea erzielte noch zwei weitere Treffer hintereinander, die gewiß die Partie endgültig entschieden hätten. Aber aus unverständlichen Gründen wurde diesen Treffern die Anerkennung versagt.

Damit nahm das Verhängnis für den VfL seinen Lauf. Bis zur 54. Minute kam Oldenburg nicht zuletzt durch eine Reihe von Siebenmetern – dem Gastgeber wurden gleich acht solcher Strafwürfe zugesprochen, dem VfL nur ein einziger – zum 19:19-Ausgleich und die 21:20-Führung in der Schlußminute – die einzige Führung der Ostholsteinerinnen im ganzen Spiel – konnte der VfL nicht mehr erfolgreich beantworten.

Und noch eine Hiobsbotschaft traf den VfL in der Schlußphase. Stefanie Bernecker zog sich eine Handverletzung zu, die sich im Nachhinein als Bänderriß im Daumen herausstellte, so daß sie ihrer Mannschaft in den nächsten Wochen mit Sicherheit fehlen wird.

Neben Andrea Güldenpfennig waren für den VfL in Oldenburg noch Andrea Hasenberg (4), Stefanie Bernecker (2), Kirstin Timm, Susanne Paetz, Petra Payka und Dörte Knickrehm, die den einzigen Siebenmeter der Stormarnerinnen verwandelte, als Torschützen erfolgreich. Im Tor wechselten sich Gudrun Fandrey und Anke Petersen, die zwei Siebenmeter halten konnte, ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1986

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