Ein verwirrter Jugendtrainer


Anmerkungen zum "Handball-Echo" - Nr. 10 vom 4.4.1987
Leserbrief

Zu den internen Querelen unter den Damentrainern und Betreuern kann und werde ich an dieser Stelle nichts verlauten lassen. Das ist einzig und allein Sache der Beteiligten. Aber zu den "Zuständen" in der Jugendabteilung muß hier etwas geschrieben werden. Wenn zum Beispiel Spielerinnen aus unsportlichen Gründen das A-Jugend-Team während der laufenden Saison verlassen, so steht es zumindest im letzten Handball-Echo, so wird dieses wohl nicht ausschließlich an den Mädchen liegen, denn dass sich Trainer beziehungsweise Betreuer mit Spielern beziehungsweise Spielerinnen nicht mehr verstehen oder nicht einer Meinung sind, sollte wirklich schon mal vorgekommen sein. Und hier ist dann wohl auch die einzige Konsequenz, entweder die Offiziellen oder die Spieler verlassen die Mannschaft.

Auch sollte man mit der Reservetorhüterin der A-Jugend, die ebenfalls das Team im Stich gelassen haben soll, nicht so hart zu Gericht gehen, denn welche Torhüterin hat es Spiel um Spiel gerne vor Augen, als Reservetorhüterin, bei fast gleicher Leistung versteht sich, fast nicht eingesetzt zu werden.

Hier ist doch auch der Trainer beziehungsweise Betreuer gefordert, zumal er bestimmt, aufgrund seiner Ausbildung, auf Jugendliche einzugehen, psychologisch ausgebildet wurde. Und Jugendliche sind eben Jugendliche, Sportler oder nicht.

Noch ein paar Anmerkungen zur werblichen Jugend B: Diese Mannschaft konnte einzig und allein die Bezirksliga nicht halten, weil während der letzten Spiele in der Bezirksliga dieser Saison die Hälfte der Spielerinnen einschließlich des Torwartes verletzt, beziehungsweise durch Krankheit ausgefallen war. So mußte mit der weiblichen Jugend C (Kreisklasse, Kreisliga) in der B-Jugend-Bezirksliga gespielt werden.

Erinnern wir uns doch des einen Spieltages an dem Oldesloe mit nur vier Feldspielerinnen (es waren nicht alles Spitzenspielerinnen) dem damaligen Tabellenführer TuS Aumühle/Wohltorf mit nur 14:20 Toren nach 50 Minuten Spielzeit unterlag. Daß es für das nächste Jahr dank der katastrophalen Planung im Jugendbereich, so stand es im "Echo", wahrscheinlich keine weibliche Jugend-A-Oberliga geben wird, liegt nicht an dieser eben zitierten Planung, sondern an Trainern, die auch noch mit A-Jugend-Spielerinnen die nächste Saison der Damen bestreiten werden.

Hätte man hier diese Mädchen nicht aus dem Bereich der A-Jugend herausgenommen, könnte man mit den verbleibenden A-Jugend-Spielerinnen und den nachfolgenden Spielerinnen aus der B-Jugend sicherlich eine A-Jugend-Oberligamannschaft auf die Beine stellen. Sollte sie am Ende der nächsten Saison dann den Klassenerhalt nicht schaffen, würde sie nur in die Bezirksliga absteigen. Bei jetziger Abmeldung oder anderer besprochener Varianten, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte, bleibt den nachfolgenden A-Jugendlichen nur noch die Kreisklasse.

Dieses aber ist meines Erachtens nicht vom sportlichen Einsatz her zu begrüßen. Es müßte sich nur für diese neue A-Jugend ein neuer, engagierter Trainer finden lassen. Vielleicht auch aus den eigenen Reihen der Damen- beziehungsweise Herrenmannschaften, von denen man als Trainer oder Betreuer nur selten gehört hat.

Der Trainer, der die Mannschaft der weiblichen A-Jugend bisher betreut und trainiert hatte, hat nach Saisonende die 1. Damenmannschaft des VfL Oldesloe übernommen. In dieser Mannschaft werden ab jetzt auch zwei Noch-A-Jugend-Spielerinnen ihren Platz haben.

Ich meine, es ist ja schön und gut, wenn wir im VfL Erwachsenenmannschaften haben, aber sollte man nicht auch mal davon ausgehen, daß der Nachwuchs für eben diese Mannschaften aus dem Jugendbereich kommt und sollte man nicht auch von Seiten des Vorstands versuchen, den Jugendbereich (auch natürlich die eigene WJA.) zu fördern und aufzubauen, anstatt jüngere Spielerinnen in Erwachsenenmannschaften einzugliedern.

Einerseits wird getrauert über die Abgänge in andere Vereine, andererseits wird dieses durch derartiges Vorgehen gefördert.

Ich hoffe, auch im Sinne meiner Noch-B-Jugend-Spielerinnen, es ist noch nicht zu spät für die eigene A-Jugend in der Oberliga. Vielleicht liest der eine oder andere Trainer diese Zeilen und fühlt sich berufen, die Tradition der weiblichen Jugend A in Bad Oldeloe auch die nächste Saison fortzusetzen.

Was zum Beispiel werden die Eltern der kommenden A-Jugend-Spielerinnen zu der eben aufgezeigten Entwicklung sagen ?

Siegfried Plambeck
Betreuer B-Jugend

 

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