Jörg Fischer verläßt den VfL

 

Oldesloer Markt 4.3.1989 - Handball-Eklat
Warum wirft Fischer das Handtuch?

Erst zwei Jahre ist Jörg Fischer Trainer der Oberliga-Frauen-Mannschaft des VfL Oldesloe, nun nimmt er vorzeitig seinen Hut. Ursprünglich wollte er erst zum Saisonende die Mannschaft verlassen, hat aber nun mit sofortiger Wirkung die Konsequenzen gezogen. Fischer hat das Vertrauen zu seinem Betreuer Peter Stäcker und zum Teil der Mannschaft verloren.

 

Jörg Fischer

Seit geraumer Zeit wird schon über seine Nachfolge laut nachgedacht. Nur der Betroffene selbst hat nichts davon mitbekommen

Fischer ist nach Claus Schilk und Horst Leihe bereits der dritte Trainer, der den VfL vorzeitig verlässt. Der Stil ist auch jetzt wieder der gleiche, und altbekannte Namen tauchen wieder auf. "Betreuer" Peter Stäcker ist der Drahtzieher hinter den Kulissen, und hier liegt der eigentliche "Knackpunkt". Nicht der Trainer entscheidet, sondern die eigentliche Macht liegt beim Betreuer. Das kann aber in keiner Mannschaft gut gehen. Abteilungsleiter Dorn: "Zwischen Jörg Fischer und Peter Stäcker gibt es zur Zeit unüberbrückbare Differenzen. Außerdem haben sich in der Mannschaft Gruppen gebildet, die der Trainer nicht akzeptieren kann."

LN vom 2.3.89


Ohne Trainer in die letzten Punktspiele

Wenn die Handballdamen heute Abend gegen den Oldenburger SV antreten werden, werden zwei Plätze auf der Auswechselbank leer bleiben. Nachdem Trainer Jörg Fischer sein Amt niederlegte, trat auch Ersatztorhüterin Doris Ohlhöft (seine Lebensgefährtin) aus dem Verein aus.

 

Doris Ohlhöft

 

Während eines Treffens am Montag unterhielt sich die Mannschaft über ihre Zukunft. "Wir werden erst einmal keinen neuen Trainer engagieren", fasste Stäcker das Ergebnis der Aussprache zusammen. Gegen Oldenburg wird Stäcker selbst das Kommando am Spielfeldrand übernehmen.

St - 27.2.1989


Eklat bei Oberliga-Damen
Jörg Fischer legt das Training beim VfL ab sofort nieder

Die Oberligamannschaft des VfL Oldesloe steht kurz vor Abschluss der Saison, in der sie bis Mitte letzter Woche ja noch erster Meisterschaftsanwärter war und in der sie trotz des neuerlichen Ausrutschers am Donnerstag in Neustadt noch Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft hat, seit Sonnabend ohne Trainer da.

Jörg Fischer, der das Traineramt seit zwei Jahren innehat - er übernahm es kurz vor dem Regionalliga-Abstieg von Claus Schilk, - hat seine Tätigkeit mit sofortiger Wirkung beendet. Er begründet seinen Schritt wie folgt: " Das Vertrauensverhältnis zwischen einem Teil der Mannschaft und mir, insbesondere aber zwischen Betreuer Peter Stäcker und mir ist so nachhaltig gestört, dass mir eine Basis für eine gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr gegeben erscheint. Eigentlich wollte ich dennoch mit der Mannschaft wenigstens die Saison abschließen. Inzwischen aber habe ich erfahren, dass ohne mein Wissen und ohne Wissen einiger Spielerinnen schon geraume Zeit über meine Nachfolge verhandelt wird. Das hat mich bewogen, nun meinen Rücktritt unmittelbar zu vollziehen."

Mannschaftsbetreuer Peter Stäcker zeigte sich von dem Schritt Fischers gestern überrascht. "Davon, dass eine Zusammenarbeit bis zum Saisonende nicht mehr möglich gewesen sei, kann von meiner Seite keine Rede sein. Ich wehre mich mit aller Entschiedenheit dagegen, als Buhmann in dieser Angelegenheit hingestellt zu werden.

 

Peter Stäcker

 

Richtig ist, dass es gelegentlich in dieser Saison Reibungspunkte zwischen dem Trainer und mir und zwischen dem Trainer und einigen Spielerinnen gegeben hat. Bei Jörg Fischer habe ich die Bereitschaft vermisst, über vorhandene Probleme offene Gespräche zu führen. Darüber haben sich bei mir mehrere Spielerinnen beklagt, ja, wollten deswegen sogar - vor dem Spiel bei DJK Kiel - ihre Mitwirkung in der Mannschaft unter diesem Trainer aufkündigen. Das habe ich in Gesprächen abgewendet, mit der Vorgabe, für die nächste Saison nach einem anderen Trainer Ausschau zu halten. Ich halte das für das legitime Recht eines jeden Vereins und jeder Mannschaft."

Anfang der Woche will Stäcker nun zusammen mit der Mannschaft klären, wie man die Saison zu einem guten Ende bringt.

Ahrensburger Zeitung, 27.2.1989


Trainer Fischer warf das Handtuch

Zwei Tage nach der Niederlage beim TSV Neustadt bekam die Mannschaft Post von Trainer Jörg Fischer. Inhalt: "Ich teile der Mannschaft meinen Rücktritt zum 31. März 89 mit". Vorher hatte der Trainer die Presse informiert und als Grund angegeben, dass er mit einigen Spielerinnen nicht klar komme und er unüberbrückbare Schwierigkeiten mit Betreuer Peter Stäcker habe. Den Vorstand der Handballabteilung und Betreuer Stäcker benachrichtigte Fischer nicht.

Dazu Peter Stäcker: "Für mich ist nichts unüberbrückbar, denn man kann über alles reden. Die Art, wie Jörg Fischer auf der Bank die Mannschaft dirigierte, fand nicht meine Zustimmung, das habe ich ihm auch gesagt. Denn die Niederlage in Neustadt geht auf seine Kappe".

In den nächsten Tagen werden sich Abteilungsleiter Jürgen Dorn, Betreuer Peter Stäcker und die Handballdamen zusammensetzen und besprechen, wie es weitergehen soll. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jörg Fischer noch einmal bei einem Spiel als Trainer auf der Bank sitzt", sagte Peter Stäcker, der nun abwarten muss, wie der Abteilungsvorstand entscheidet.

27.2.1989 - Wieder ein Rücktritt
KTS und Oldesloe mit neuen Trainern

"Nach der Niederlage in Neustadt kam es ganz deutlich heraus. Zwischen einigen Spielerinnen und mir ist das Vertrauensverhältnis gestört. Deshalb habe ich das Traineramt niedergelegt", zog Jörg Fischer einen Schlußstrich unter seine Tätigkeit beim VfL oldesloe. "Aber ich muß betonen, daß sportliche Dinge bei dieser Entscheidung keine Rolle gespielt haben", fügt er hinzu.

Eine Entscheidung, wer bis zum Saisonende das Team führen wird, ist noch nicht gefallen, obwohl schon ein Name im Gespräch ist. Für das Team geht es jetzt darum, das selbst gesetzte Ziel Meisterschaft noch zu erreichen, auch wenn es nun fremder Hilfe bedarf.

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