Die Saison 1989-90 - Rückrunde

 

Oldesloer Handballerinnen empfangen Bad Schwartau
Tabellenführung verteidigen

(kx) Auf dem Papier ist es eine Pflichtaufgabe: Heute um 20 Uhr empfangen die Handballspielerinnen vorn VfL Oldesloe in der Stormarnhalle den VfL Bad Schwartau. Der Oberliga-Spitzenreiter gegen den Drittletzten, eigentlich eine klare Sache. Doch nach der Punktspielpause während der Weihnachtsferien gibt es einige Fragezeichen.

So taten sich die Oldesloerinnen in ihrer letzten Partie beim Vorletzten TSV Altenholz schwer, siegten äußerst glücklich mit 13:12. Dagegen hielten die Schwartauerinnen heim 12:15 gegen den Oldenburger SV, dem einzig ernsthaften Verfolger der VfL-Damen, lange Zeit mit.

Um nicht ganz aus dem Schwung zu kommen, trainierten die Oldesloerinnen in den letzten Wochen dreimal in der Realschul-Sporthalle. Die ersten „Gehversuche“ machte auch Torhüterin Annette Schümann, der nach ihrem Bänderriß angelegte Gips ist ihr abgenommen worden. Alle anderen Spielerinnen sind fit.

So macht Trainerin Ingrid Schilk einzig die Luft in der Sporthalle Sorgen. Denn das Handballspiel wird im Anschluß an das große Fußball-Hallenturnier ausgetragen, zu dem mehrere hundert Zuschauer erwartet werden. „Danach ist es sicher sehr stickig“, glaubt Ingrid Schilk, „aber damit müssen ja beide Mannschaften zurechtkommen.“ Ihr Ziel für die Rückrunde ist klar abgesteckt: „Wir wollen da bleiben, wo wir sind – auf dem ersten Platz.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1990

Oldesloer Handballerinnen verteidigten Oberliga-Führung
Später Start, sicherer Sieg

(kx) Startprobleme hatten die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe in der Partie gegen den VfL Bad Schwartau. Allerdings kamen auch die Schwartauerinnen nicht in Schwung, so daß nach sechseinhalb Minuten immer noch kein Treffer gefallen war. Oldesloes Melanie Bernecker war es schließlich, die per verwandeltem Siebenmeter den Auftakt zum 17:13 (8:5) ihrer Mannschaft machte.

Bis zum Halbzeitpfiff bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung vor rund 150 Zuschauern in der Stormarnhalle Tor um Tor aus. Zu harmlos agierten die Schwartauerinnen und zu durchsichtig war ihr Spiel, als daß sie die Oldesloerinnen hätten gefährden können. Bezeichnend: Alle fünf Gästetreffer vor der Pause erzielte Rückraumspielerin Anke Thomsen.

Auf der anderen Seite setzte Melanie Bernecker mit plazierten Würfen aus dem Rückraum die Akzente. Auch Ingrid Schilk ließ sich auf der Außenposition kaum stoppen, warf nach zwei Fehlversuchen zu Beginn noch drei schöne Tore. Trotz der klaren Überlegenheit war Ehemann und Betreuer Claus Schilk, der mittlerweile das Kommando auf der Auswechselbank übernommen hat, nicht immer ruhig. So sah er nach einer lautstarken Reklamation eine Minute vor dem Pausenpfiff von den Schiedsrichtern die gelbe Karte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Die Schwartauerinnen fanden in der stabilen und von Andrea Hasenberg gut organisierten VfL-Abwehr nur selten Lücken, zudem scheiterten sie mehrmals in aussichtsreicher Position an Torhüterin Nicole Greve. So verteidigten die Oldesloerinnen unter den Augen einiger Spielerinnen vom Verfolger Oldenburg, die auf einen Ausrutscher hofften, mit dem 17:13-Erfolg die Tabellenführung. Doch mehr als ein Pflichtsieg auf dem Weg in die Regionalliga-Aufstiegsrunde war es nicht.

Beste Werferin auf Oldesloer Seite war Melanie Bernecker mit sieben Treffern, die restlichen Tore teilten sich Ingrid Schilk (3), Martina Gliewe (2), Dörte Knickrehm (2), Alexandra Bartels, Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs (alle 1).

STORMARNER TAGEBLLATT vom 8.1.1990

 

Oldesloe nie in Gefahr
VfL Oldesloe - VfL Bad Schwartau 17:13

Bis zur 7. Minute wollte keiner Mannschaft ein Treffer gelingen. Immer wieder scheiterten die Spielerinnen am Pfosten.

Nun nahm der Tabellenführer das Heft in die Hand und ließ in der verbleibenden Spielzeit nichts mehr anbrennen. Über das 2:0 (8.Minute) führten die Gastgeberinnen mit 5:1 in der 16. Minute. Die Schwartauerinnen verkürzten noch einmal auf 3:5 in der 20. Minute durch zwei 7m, doch dann zog der VfL auf 8:4 davon.

Anfang der zweiten Halbzeit kam der Gast auf zwei Tore heran, aber beim 12:7 in der 47. Minute war die Entscheidung gefallen. Garant für den Erfolg der Oldesloerinnen war die kompakte Deckung, die kaum Lücken aufwies. Bei einer besseren Chancenauswertung hätte der Sieg viel höher ausfallen können.

Sport Aktuell vom 8.1.90

VfL mit Revanchegelüsten

(mth) Die beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen, VfL Oldesloe und SG Großensee/Möhnsen (SGM), müssen am Wochenende auswärts antreten. Der Spitzenreiter aus der Kreisstadt tritt am Sonntag um 15 Uhr beim TSV Munkbrarup an, die Großenseerinnen sind 70 Minuten später (16.10 Uhr) zu Gast beim VfL Bad Schwartau.

Beide Stormarner Teams treten die Reisen mit Revanchegelüsten an, denn die Heimspiele gegen die gleichen Gegner wurden in der Hinrunde verloren. Für den VfL war die Niederlage gegen den TSV Munkbrarup bislang sogar der einzige doppelte Punktverlust in der laufenden Serie.

Dabei stellte sich der Neuling in der Stormarnhalle als kompakte und gut eingespielte Mannschaft vor, die gegen einen VfL, der allerdings noch weit von seiner Bestform entfernt war, völlig verdient gewann. Seither aber ist die Entwicklung beider Teams konträr verlaufen.

Der Aufsteiger hat das Niveau vorn Saisonstart nicht ganz halten können, liegt aber noch immer auf dem dritten Rang. Allerdings beträgt der Abstand zum VfL Oldesloe schon sechs Punkte, denn die Schützlinge von Spielertrainerin Ingrid Schilk haben seit dem Ausrutscher am 22. September nicht mehr anbrennen lassen und nur gegen Verfolger SV Oldenburg noch einen Punkt abgegeben.

Klar, daß Ingrid Schilk zuversichtlich ist, die Scharte von der Hinrunde ausmerzen zu können. Allerdings wird der VfL nicht in Bestbesetzung antreten können. Martina Gliewe macht aus. Beruflichen Gründen – sie steht unmittelbar vor einer wichtigen Prüfung – die Reise in den Norden nicht mit und auch der Einsatz von Andrea Hasenberg, die sich im Training eine Zerrung zuzog, ist noch ungewiß.

Weiterhin fehlt natürlich auch noch Stammtorhüterin Anette Schümann, die nun doch erst in der nächsten Woche ihren Gips abbekommt. Erst dann wird abzusehen sein, wann sie nach ihrem Bänderriß wieder einsatzfähig ist. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1990

VfL-Damen bleiben Spitzenreiter

20:10-Erfolg in Munkbrarup
Revanche gelang eindrucksvoll

(mth) Der VfL Oldesloe ist auf dem Weg in die Aufstiegsrunde zur Damenhandball-Regionalliga nicht zu stoppen. Die Mannschaft behauptete mit einem eindrucksvollen 20:10 (10:5)-Erfolg beim TSV Munkbrarup ganz klar die Tabellenführung in der schleswig-holsteinischen Oberliga.

Damit nahmen die Schützlinge von Spielertrainerin Ingrid Schilk eindrucksvoll Revanche für die bislang einzige Saisonniederlage, die sie im Hinspiel in der Stormarnhalle gegen den Aufsteiger hatten hinnehmen müssen.

Auch ohne die beruflich verhinderte Martina Gliewe bot der VfL in Munkbrarup eine seiner bislang besten Saisonleistungen. Nur in den ersten Minuten leistete sich die Mannschaft ein paar Leichtsinnsfehler. So konnte der Gastgeber nach anfänglichem Rückstand (0:1 und 1:2) bis zur 12. Minute mit 5:4 in Führung gehen.

Als dann aber der VfL die beste Munkbraruper Werferin in kurze Deckung nahm, hatte der Aufsteiger, der nach einem Trainerwechsel zu Beginn der Woche hochmotiviert in die Partie gegangen war, sein Pulver verschossen. Fast eine halbe Stunde lang (bis zur 38. Minute) blieb der Gastgeber nun ohne Torerfolg und in dieser Zeit zog der VfL über eine 10:5-Pausenführung auf 12:5 davon.

Damit war die Partie natürlich gelaufen. Der VfL vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich weiter und hätte er mit seiner Stammformation, in der Heinke Juds auf der Position von Martina Giewe eine Glanzleistung zeigte, durchgespielt, wäre die Niederlage für den Aufsteiger wohl noch deutlicher ausgefallen.

In der homogenen VfL-Truppe taten sich neben Heinke Juds noch Stefanie Bernecker, die mit sechs Treffern erfolgreichste Torwerferin vor ihrer Schwester Melanie (5/1) und Spielertrainerin Ingrid Schilk (4) war, Torhüterin Nicole Greve und Dörte Knickrehm (2/1) hervor.

Stark auch trotz ihrer Trainingsverletzung (besonders in der Abwehr) Andrea Hasenberg. Außerdem kamen noch Nicole Röhrs (1), Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff zum Einsatz bei diesem überzeugenden Sieg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.1.1990

 

VfL-Triumph im Spitzenspiel
TSV Munkbrarup - VfL Oldesloe 10:20

Wer will den VfL Oldesloe noch stoppen? Deutlich mit 20:10 siegte der Spitzenreiter beim Tabellendritten TSV Munkbrarup.

Die Frage, die sich jetzt noch stellt ist lediglich, ob der VfL oder der OSV Meister in Schleswig-Holstein wird? Oldesloe jedenfalls stellte seine Auswärtsstärke (das Team ist auswärts ohne Verlustpunkt) eindrucksvoll unter Beweis. Außerdem wurde die Erfolgsserie jetzt auf 17:1 Punkte ausgebaut.

Munkbrarup musste für seinen 18:16 Hinspielsieg (die einzige VfL-Niederlage überhaupt) bitter büßen. Nur bis zur 12. Minute konnten sie mithalten, dann spielten die Stormarnerinnen ihre Gastgeberinnen in Grund und Boden. Melanie Bernecker nahm die TSV-Spielgestalterin in kurze Deckung und Nicole Greve blieb 28 Minuten ohne Gegentor. Die VfL-Abwehr wurde zum Prunkstück. Sie wurde von VfL-Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg so gut organisiert, dass sie fast unüberwindlich schien.

Lübecker Nachrichten

 

Damen des VfL voller Zuversicht

(mth) Von den beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen ist am Wochenende nur Spitzenreiter VfL Oldesloe im Einsatz. Die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk hat am Sonnabend um 20 Uhr in der Stormarnhalle den Tabellendritten MTV Heide zu Gast.

Neben dem VfL (3) und dem Oldenburger SV (5) weist allein der MTV Heide noch ein einstelliges Minuspunkte-Konto auf. Gelingt den Storrnarnerinnen auch in dieser Partie noch ein Sieg, hätten sie den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga praktisch geschafft. Kaum vorstellbar nämlich, daß der VfL sich einen Vorsprung von acht Punkten in der Restsaison noch einmal nehmen ließe.

In dieser Saison sind es ja erstmalig zwei Mannschaften, die sich automatisch für die Aufstiegsrunde qualifizieren. Im Grunde ist es deswegen egal, ob der VfL am Ende Erster oder Zweiter wird, sein Saisonziel kann er so oder so erreichen. Auf taktische Überlegungen will sich Ingrid Schilk in dieser Hinsicht aber nicht einlassen. „Wir wollen Meister werden und machen an dieser Zielsetzung keine Abstriche“, gibt sie eine klare Parole aus.

Recht wäre es ihr dabei schon, wenn der Einzug in die Aufstiegsrunde so früh wie möglich feststünde. Deshalb will sich die Mannschaft am Sonnabend auch tüchtig ins Zeug legen, um den vermeintlich letzten Konkurrenten, der diese Suppe noch versalzen könnte, aus dem Weg zu räumen.

Mannschaft und Trainerin gehen dabei voller Zuversicht an die Partie mit den Dithmarscherinnen heran. De Glanzleistung der Mannschaft am letzten Sonntag im Rücken gibt dazu auch Anlaß, zumal zusätzlich auch Martina Gliewe nach (erfolgreich) absolvierter Prüfung wieder mit von der Partie ist.

Fehlen wird allein Stammtorhüterin Annette Schümann. Sie ist ihren Gips nach dem Bänderriß zwar inzwischen wieder los und hat auch das Training bereits aufgenommen, aber bis sie wieder einsatzfähig für die Oberliga ist, wird wohl noch ein wenig dauern.

Ihre Verletzung zog sie sich im übrigen im Hinspiel in Heide zu. Dort hatte sie bis zu ihrem Ausscheiden mit tadelloser Leistung verhindert, daß ihre Mannschaft nicht aussichtslos ins Hintertreffen geriet. Für sie ging dann ja Dörte Knickrehm ins Tor und der VfL konnte das Spiel noch sicher für sich entscheiden.

Inzwischen aber ist Dörte Knickrehm ja lange wieder auf ihren Stammplatz am Kreis zurückgekehrt, denn für das Tor konnte mit der Verpflichtung von Nicole Greve glänzender Ersatz besorgt werden.

Die kleine Keeperin jedenfalls hat bei allen bisherigen Einsätzen hervorragend ausgesehen. Sollte ihr das Glück, das sie dafür natürlich auch benötigte, weiterhin hold sein, könnte sie auch wieder Garant für einen doppelten Punktgewinn gegen den MTV Heide sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.1.1990

Zweite Saisonniederlage verhindert
VfL Oldesloe - MTV Heide 18:18

In fremden Hallen ist die Damen-Oberligamannschaft des VfL Oldesloe in dieser Saison ganz offensichtlich stärker als vor heimischer Kulisse. Vier Punkte hat die Truppe um Ingrid Schilk bisher abgeben müssen. Alle vier büßten sie dabei in der Stormarnhalle ein. Einer Niederlage gegen den TSV Munkbrarup und einem remis gegen den Oldenburger SV ließ der Oberliga-Spitzenreiter am Sonnabend in der Stormarnhalle ein 18:18-Unentschieden gegen den MTV Heide folgen. Damit hat der VfL vorerst die Chance verpasst, auch den letzten ernsthaften Rivalen, den er zusammen mit dem Oldenburger SV im Kampf um die beiden Plätze in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga noch hat, vorläufig abzuschütteln.

Aber noch immer ist die Ausgangslage für die Stormarnerinnen glänzend. Der Vorsprung vor den Heiderinnen, die mit dem Remis in Bad Oldesloe ihren dritten Rang verteidigten, beträgt immer noch sechs Punkte und das müsste eigentlich bis zum Saisonende reichen.

Leicht allerdings hätte dieser Vorsprung am Samstag schrumpfen können. Das Unentschieden schmeichelte am Ende eher den Stormarnerinnen als dem Gast. Darüber konnte auch nicht hinwegtäuschen, dass nach dem Schlusspfiff die Heiderinnen wahre Freudentänze aufführten, während beim VfL überwiegend Kopfschütteln angesagt war.

Diese, nimmt man den gesamten Spielverlauf als Maßstab, eher abwegigen Reaktionen hatten ihre Ursache im Verlauf der letzten 10 Minuten. Erst nach 50 Minuten nämlich war der VfL zum Gleichstand (15:15) gekommen, was ihm vorher nur ganz selten gelungen war.

In der 55. Minute führte man dann sogar mit 18:16. Trotz doppelter Überzahl aber gab der VfL noch einmal das Heft aus der Hand. Mit nur vier Feldspielerinnen gelang den Gästen innerhalb von 60 Sekunden der Ausgleich zum 18:18 und das Ergebnis hielt die letzten vier Minuten stand.

Das Spiel des VfL war von Hektik und Nervosität gekennzeichnet. Ein größerer Teil davon geht auf die Kappe von Betreuer Claus Schilk. Da fehlte häufig die klare Linie bei zahllosen Auswechselmanövern und auch taktisch waren nicht alle Operationen von der VfL-Bank glücklich.

Gewiss richtig war dabei der Versuch, dem Heider Rückraum die Wirkung zu nehmen, denn deren Werferinnen aus der zweiten Reihe hatten Schwächen von VfL-Keeperin Nicole Greve in der ersten Halbzeit bei hohen Bällen erkannt und rigoros ausgenutzt. Aber die Maßnahme, zeitweilig gleich drei Gästespielerinnen kurz zu decken, überforderte den VfL doch sichtlich. Weniger wäre da mehr gewesen.

Hinzu kam, dass die beiden Bernecker-Schwestern ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt waren und auch Martine Gliewe bedingt durch ihren Trainingsrückstand nur sporadisch glänzte. Zum Glück war wenigstens Heinke Juds in guter Form, so dass Kreis und Außen nicht ganz in der Luft hingen.

Stormarner Tageblatt vom 29.1.1990

Schock für den VfL
Sechs Punkte werden aberkannt

(mth) Die Aufstiegsrunde zur Regionalliga hatte die Damen-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe in Gedanken eigentlich schon fest gebucht – auch wenn theoretisch die Angelegenheit noch nie perfekt war – und auch mit dem Meistertitel hatte die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk geliebäugelt.

Das kann sie sich nun wohl abschminken. Der Rechtsausschuß des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes hat ihr die Siege gegen den TSV Neustadt, den TSV Altenholz und den VfL Bad Schwartau – die ersten drei Spiele, in denen Nicole Greve für die verletzte Anette Schümann das Tor hütete – am grünen Tisch aberkannt.

Die Begründung: Der VfL habe für die vom TSV Bornhöved gekommene Torhüterin keine Spielberechtigung vom Verband gehabt. Beim VfL sieht man die Angelegenheit anders. Dort glaubt man, daß man die Torhüterin sehr wohl hat einsetzen können, weil man den Spielerpaß von Nicole Greve mit gültiger Freigabe schon vor dem ersten Spiel von ihr in Händen hatte.

Der VfL will deshalb auch alle Möglichkeiten ausschöpfen, sich die am grünen Tisch verlorenen Punkte zurückzuholen. Vorerst aber muß man davon ausgehen, daß sie „futsch“ sind. Das wird für die Mannschaft sicher nicht leicht zu verkraften sein. Aber vielleicht schweißt sie der Trotz ja noch enger zusammen.

Alle Hoffnung braucht sie schließlich noch nicht fahren zu lassen. Der Meisterschaftszug dürfte zwar, wenn es bei dem Punktabzug bleibt, zugunsten des SV Oldenburg abgefahren sein, aber der zweite Platz, der ja am Saisonende auch zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt ist noch immer greifbar nahe. Der Vorsprung des VfL war so groß, daß er auch nach Abzug von sechs Punkten – Zähler im übrigen, die auch im Abstiegskampf der Klasse von großer Bedeutung sind – noch punktgleich mit dem MTV Heide, dem Tabellendritten alter Rechnung, liegt.

Aber natürlich darf die Mannschaft nun nichts mehr anbrennen lassen. Sie muß möglichst alle ihre Spiele gewinnen, um aus eigener Kraft die Aufstiegsrunde zu erreichen. Erste Hürde auf diesem Weg ist am Sonnabend um 20 Uhr die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel. Die war glänzend in die Saison gestartet und machte dem VfL beim Hinspielsieg in der Stormarnhalle auch reichlich zu schaffen, ist inzwischen aber ein gutes Stück abgefallen und liegt mit negativem Punktekonto im unteren Tabellenmittelfeld,

Schafft es der VfL, den Schock schnell zu vergessen, sollte einem Sieg in der Landeshauptstadt eigentlich nichts im Wege stehen, denn gerade auswärts weiß die Mannschaft, in der Anette Schümann möglicherweise erstmals nach ihrer Verletzung wieder eingesetzt werden kann, ja besonders aufzutrumpfen. In fremden Hallen nämlich hat der VfL in dieser Saison noch nicht einen Zähler abgegeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1990

"Das haben wir nicht gewusst!"
Fehler in der Führung, Aufstiegschance vertan?
Verbandsstrafe: VfL Oldesloe sechs Punkte abgezogen

Die Meisterschaft und den aufstieg in die Regionalliga können die Handballdamen des VfL Oldesloe wohl abhaken. Wie eine Bombe ist bei den Verantwortlichen und den Spielerinnen die Nachricht eingeschlagen, dass der Handballverband dem Tabellenführer sechs Punkte am grünen Tisch abgezogen hat. Der Grund: Der VfL Oldesloe hat in drei Punktspielen gegen TSV Neustadt, TSV Altenholz und VfL Bad Schwartau mit Torhüterin Nicole Greve eine Spielerin eingesetzt, die von ihrem früheren Verein keine Freigabe hatte.

Was ist passiert? Der Stammverein von Nicole Greve, der TSV Bornhöved, verweigert nachträglich die Freigabe, weil noch Beitragsrückstände offen waren. Der VfL Oldesloe setzte die Torhüterin aber dennoch ein. Nun hat der Schleswig-Holsteinische Handballverband den Einspruch des TSV Bornhöved bestätigt und ein Urteil gefällt, das den VfL Oldesloe sportlich weit zurückwirft. Die Oberliga-Damen rangieren nach dem Punktabzug mit 14:10 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. "Wir werden Protest einlegen", kündigte Betreuer Claus Schilk an. Wen trifft die Schuld an diesem sportlichen Desaster? Warum wurde Nicole Greve nach der Eingabe des TSV Bornhöved in Punktspielen noch eingesetzt? Betreuer Schilk dazu: "Wir glaubten, dass wir im Recht waren und das uns nichts passieren konnte."

Beim Abschlusstraining herrschte gedrückte Stimmung im Oldesloer Lager. Für die gesperrte Nicole Greve (bekam einen Monat) wird Martina Pusch das Tor hüten. Stammtorhüterin Annette Schümann kann nach ihrem Bänderriss erst in drei Wochen wieder spielen.

Ahrensburger Zeitung vom 10.2.1990

Punktabzug sorgt für Verwirrung

Eine Meldung, von der bislang nur die betroffenen Vereine in Kenntnis gesetzt worden sind, sorgt in der Oberliga der Frauen derzeit für Verwirrung.

Danach sind dem Spitzenreiter VfL Oldesloe die Punkte aus den Spielen gegen Neustadt, Altenholz und Bad Schwartau aberkannt worden, während sich die abstiegsgefährdeten Teams über zwei Punkte freuen können. Der Grund für den sechsfachen Abzug soll sein, dass die Torhüterin Nicole Greve nicht spielberechtigt war. Bei den betroffenen Oldesloern setzt man sich erst am heutigen Montag mit der ungewöhnlichen Situation auseinander und wollte daher verständlicherweise am Wochenende kein Statement zu einem schwebenden Verfahren geben.

Wehren werden sich die Oldesloer sicherlich, zumal sie auf die bemerkenswerte Tatsache verweisen, dass Nicole Greve die Spiele mit einem freigestempelten und damit rechtsgültigen Pass bestritten hat. Man darf also gespannt sein, wie sich die Sache weiterentwickelt. Schon jetzt aber, wenn es beim Oldesloer Punktabzug bleibt, fühlen sich abstiegsgefährdete Vereine wie Wittorf oder Kiel irritiert.

Allerdings dürfen am Grünen Tisch gewonnene Punkte anderer Vereine nicht zum Abstieg dieser beiden Vereine führen, dann würden am Ende der Saison unter Umständen eine Reihe von Entscheidungsspielen anstehen.

Sport Aktuell vom 10.2.90

VfL Oldesloe legte Einspruch ein

Wie erwartet hat der VfL Oldesloe gegen den Punkteabzug beim Rechtswart des HVSH, Voß, Einspruch eingelegt. Dieses bestätigte der Betreuer des VfL Oldesloe, Claus Schilk. "Unter anderem weist der Einspruch auf Formfehler des TSV Bornhöved hin, für die wir verantwortlich gemacht werden", so Claus Schilk zu dem Inhalt des Schreibens. Im Lager des VfL Oldesloe ist man guter Hoffnung, dass dem Einspruch stattgegeben wird.

Lübecker Nachrichten

Verantwortliche halten sich sehr bedeckt

In Sachen Punktabzug für das Oberliga-Team hält man sich beim VfL Oldesloe sehr bedeckt.

Auf Anfrage wurde der Eingang des Schreibens vom Rechtsausschuss des HVSH aber bestätigt. "Die Spielerin Nicole Greve hat die Meisterschaftsspiele mit einem freigegebenen, rechtsgültigen Spielerpass für den VfL Oldesloe bestritten", so der Pressewart des VfL, Siegfried Plambeck. Und weiter bemerkt er: " Ansonsten möchten wir uns nicht weiter dazu äußern, da wir nicht in das jetzt schwebende Verfahren mit spekulativen Aussagen eingreifen wollen."

Lübecker Nachrichten vom 13.2.1990

 

21:16 in Kiel
Die VfL-Damen lassen sich nicht beirren

(mth) Die Ankündigung des Rechtsausschusses des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, der Damen-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe sechs Punkte abzuerkennen – die Stormarner werden gegen diese Entscheidung mit allen zur r Verfügung stehenden Mitteln protestieren und sind zuversichtlich bei Verhandlung des Falles (frühestens Ende des Monats) die Punkte wieder zu bekommen – hat die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk zumindestens sportlich nicht aus der Bahn werfen können.

Bei der zweiten Mannschaft des KSV Holstein Kiel siegten die Stormarnerinnen sicher mit 21:16 (11:8) und wahrten damit selbst für den für sie ungünstigsten Fall, daß die sechs Punkte verloren bleiben, ihre Chance, aus eigener Kraft in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga einzuziehen. Dann zwar sicherlich nicht mehr als Meister, wohl aber als Zweiter, denn diese Position ist noch aus eigener Kraft in der Endabrechnung zu erreichen.

Der Sieg der VfLerinnen in der Landeshauptstadt war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, obwohl die Mannschaft 60 Minuten lang wie mit „angezogener Handbremse“ spielte. Mit voller Konzentration und vollem Einsatz wären in Kiel leicht auch 30 Tore für den VfL drin gewesen. Aber es reichte ja auch so.

In Gefahr geriet der VfL auch nicht, als Andrea Hasenberg nach 40 Minuten wegen dreier Zwei-Minuten-Strafen ausscheiden mußte. Diesem Ausschluß lagen im übrigen die einzigen Fehler des ansonsten glänzenden Schiedsrichtergespanns aus Eutin zugrunde. Zweimal nämlich waren nicht die VfL-Mannschaftsführerin sondern Mitspielerinnen die „Übeltäter“ gewesen.

Herausragend war beim VfL in Kiel Kreisläuferin Dörte Knickrehm, die mit 7/3 Treffern auch die meisten Tore erzielte. Den Rest teilten sich Melanie Bernecker (4/2), Stefanie Bernecker, Andrea Hasenberg (je 3), Ingrid Schilk und Heinke Juds (je 2). Martina Gliewe und Nicole Röhrs gingen leer aus. Alexandra Bartels zog sich im Training eine Bänderdehnung zu und konnte nicht eingesetzt werden.

Ebensowenig Torhüterin Nicole Greve. Um ihre Spielberechtigung (oder auch nicht) geht es ja beim Punkteabzug. Sie ist nun erst einmal vom 7.Februar (Tag der Rechtsausschuß-Entscheidung) bis zum 2. März gesperrt. Für sie wagte Annette Schümann ein vorgezogenes Comeback nach ihrer Verletzungspause. Mit großem Erfolg: Sie hielt trotz des erheblichen Trainingsrückstandes hervorragend und konnte in jeder Halbzeit einen Siebenmeter parieren.

In den letzten zwei Minuten wurde sie von Martina Pusch abgelöst. Die hilft der Mannschaft jetzt als zweite Torhüterin – solange Nicole Greve gesperrt ist – aus und steht auch danach für den Notfall dem VfL zur Verfügung

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.2.1990

 

VfL in Oldenburg,

(mth) Die beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen, der VfL Oldesloe und die SG Großensee/Möhnsen (SGM), haben am Wochenende schwere Auswärtsspiele zu bestreiten, gehen aber mit Zuversicht und Selbstvertrauen an ihre Aufgaben.

Zum Schlagerspiel der Klasse sucht der VfL Oldesloe am Sonnabend um 16.30 den Oldenburger SV auf. Wer in dieses Spiel tatsächlich als Tabellenführer geht, war bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe noch nicht „amtlich“. Nach dem Punktstand, der in sportlichem Wettkampf errungen wurde, ist das mit drei (Minus-)Punkten Vorsprung zwar unzweifelhaft der VfL Oldesloe, aber dem hat ja erstinstanzlich der Rechtsausschuß des Landesverbandes sechs Punkte aberkannt.

Dieses Urteil aber steht offenkundig auf tönernen Füßen. Die Tendenz: Der VfL wird die Punkte wohl zurück bekommen und auch die Sperre für Torhüterin Nicole Greve dürfte hinfällig werden. Ein diesbezügliches Schreiben ist dem VfL auch schon avisiert, aber bislang noch nicht angekommen.

Solange muß man wohl den Oldenburger SV noch als Tabellenführer ansehen. Dessen Selbstbewußtsein aber ist mit der Rolle als – vorübergehender? – Spitzenreiter nicht gewachsen. Bei der SGM jedenfalls bekamen die Ostholsteinerinnen am letzten Sonnabend Senge (13:23), wie schon lange nicht mehr. Ob sie sich davon bis zum Spiel gegen die Oldesloer schon erholt haben?

Für den VfL, der bis auf Alexandra Bartels und (eventuell) Nicole Greve alle Spielerinnen zur Verfügung hat, spricht außerdem, daß die Mannschaft auswärts in dieser Saison noch keinen Punkt abgegeben hat. Ehrgeizig genug wird die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk dazu in dieses Spiel gehen, denn mit einem Sieg in Oldenburg und den sechs Punkten dürfte ihr die Meisterschaft dann kaum noch zu nehmen sein. …

(Anm.: die SG Großensee/Möhnsen muß bei der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel antreten)

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.2.1990

 

Im Endspurt ging dem VfL die Puste aus

(mth) Die Handball-Damen des VfL Oldesloe unterlagen im Spitzenspiel der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga beim Mitfavoriten Oldenburger SV vor fast 300 Zuschauern mit 21:17 (8:8). Für die VfL-Damen um Spielertrainerin Ingrid Schilk, die trotz einer Mandelentzündung auflief, war es die erste Auswärtsniederlage der Saison.

Vor dem schweren Auswärtsspiel sorgte das bereits telefonisch avisierte Schreiben des Landesverbandes für positive Stimmung beim VfL. „Nun haben wir es auch schriftlich,“ erklärte Claus Schilk, Betreuer der Oldesloer Oberliga-Handballerinnen. Dem VfL Oldesloe waren vom Rechtsausschuß des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes zunächst sechs Punkte abgezogen worden.

Jetzt schickte der Rechtswart des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, Hans-Peter Voß, den VfL-Verantwortlichen ein Schriftstück mit der Zusage, daß der VfL die sechs Punkte zurückbekommt und die Sperre für Torhüterin Nicole Greve aufgehoben ist.

„Wir waren über 26 Minuten die bessere Mannschaft“, resümierte VfL-Betreuer Claus Schilk, denn die VfL-Damen führten im Schlagerspiel beim Oldenburger SV kurz vor der Pause mit 7:5. Eigenes Unvermögen, Disziplinlosigkeit und spielentscheidene Abwehr-und Abspielfehler in den Reihen des VfL führten zur 8:7-Führung des Oldenburger SV.

Die Stormarner Oberliga-Damen des VfL Oldesloe vergaben vor der Pause die sich bietenden Torchancen gleich reihenweise. „Es ging einfach nichts“, so Claus Schilk. Die Oldenburgerinnen präsentierten sich deutlich stärker als am Samstag zuvor bei ihrem Gastspiel bei der Spielgemeinschaft Großensee/Möhnsen. Dennoch blieb der VfL dran, führte im zweiten Spielabschnitt mit 10:8 und 16:15.

Erst im Schlußspurt zog der OSV auf 19:16 (57.) davon und landete einen verdienten Erfolg. Ein Trost bleibt dem VfL Oldesloe dennoch, er bleibt mit einem Minuspunkt Vorsprung Oberliga-Spitzenreiter vor den Oldenburgerinnen. Der VfL trat ohne die verletzte Alexandra Bartels (Bänderdehnung im Knöchel) an.

Der VfL versuchte es mit einer Offensiv-Deckung, nahm die OSV-Spielerinnen Petra Bruno und Beatrix Stengel in Manndeckung. „Wir hätten das spielen sollen, was wir am besten können, die Sechs-Null-Deckung“, erkannte Claus Schilk nach dem Abpfiff. Für Melanie Bernecker war das Spiel nach einer Viertelstunde „gelaufen“, sie erzielte ihre vier Treffer innerhalb der ersten siebzehn Minuten, hatte danach noch zwölf (!) Fehlversuche.

„Vielleicht wäre es besser gelaufen, wenn Nicole Röhrs früher gekommen wäre“. gestand Claus Schilk. Die starke Außenstürmerin ragte neben der vierfachen Torschützin Heinke Juds in der VfL-Mannschaft heraus.

Gerade im ersten Spielabschnitt wurde der VfL durch die Schiedsrichter Schlüter/Schlüter (Kiel) benachteiligt und OSV-Spielerin Petra Bruno fiel permanent durch schauspielerische Glanzleistungen auf.

Rückraumspielerin Heinke Juds und Melanie Bernecker waren mit jeweils vier Toren beste Werferinnen des VfL Oldesloe beim Oldenburg SV. Die restlichen VfL-Treffer erzielten Spielertrainerin Ingrid Schilk (3). Dörte Knickehm, Martina Gliewe und Stefanie Bernecker (je 2). Außerdem kamen noch Annette Schümann, Nicole Greve. Christine Bohnhoff. Andrea Hasenberg und Nicole Röhrs zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1990

 

Stefanie Bernecker fällt lange aus

(mth) Von den beiden Stormarner Mannschaften in der Handball-Oberliga der Damen ist am Wochenende nur der VfL Oldesloe im Einsatz. Die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk tritt am Sonnabend um 16.45 Uhr beim MTV Marne an. Nach der Niederlage am letzten Wochenende im Spitzenspiel in Oldenburg will und muß der VfL dieses Spiel unbedingt gewinnen, will er seinen Platz in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga nicht in der letzten Phase der Oberliga-Saison nicht noch aufs Spiel setzen.

Die sechs Punkte, die ihm am grünen Tisch genommen werden sollten, hat der VfL zwar inzwischen wieder bekommen und mit sechs Minuspunkten hat die Mannschaft trotz der Niederlage in Oldenburg noch die wenigsten in der Klasse, aber der Abstand zum MTV Heide (10 Minuspunkte) ist nicht mehr riesengroß.

Hinzu kommt, daß der VfL bis zum Saisonende (einschließlich der ja noch nicht endgültig erreichten Aufstiegsrunde) auf Stefanie Bernecker verzichten muß. Die ältere der beiden Bernecker-Schwestern laboriert ja schon seit längerer Zeit an einer Handverletzung. Die hat sich jetzt so verschlimmert, daß ihr der Arzt für acht Wochen einen Gips verpaßt hat.

Heinke Juds, in den letzten Wochen immer besser in Fahrt gekommen, nachdem es für sie lange Zeit in dieser Saison nicht recht lief, wird dafür als Spielgestalterin verstärkt in Erscheinung treten müssen. Ansonsten sind beim VfL alle Spielerinnen an Deck. Auch Alexandra Bartels wird wieder dabei sein und Spielertrainerin Ingrid Schilk hat ihre Grippe, die sie im Spitzenspiel doch arg behinderte, überwunden.

Leichtes Spiel aber werden die Oldesloerinnen in Marne gewiß nicht haben. Das haben sie im Pokalspiel im Herbst an gleicher Stelle erfahren, als sie nach hoher anfänglicher Führung dort noch knapp verloren. Um gleiches am Sonnabend zu vermeiden, wird die Mannschaft 60 Minuten lang voll konzentriert zu Werke gehen müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1990

 

Sieg der VfL-Damen nie in Gefahr

(mth) Die Niederlage im Spitzenspiel der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen vor einer Woche beim Oldenburger SV hat die Damen des VfL Oldesloe schon ein wenig gefuchst – mit einem Sieg beim ärgsten Rivalen hätten sie schließlich den Meistertitel schon so gut wie in der Tasche gehabt –, aber aus der Bahn haben sie sich dadurch nicht werfen lassen.

Beim MTV Marne war die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk wieder voll auf dem Posten und zeigte mit einem ungefährdeten 19:9 (10:5)-Erfolg, daß sie weiter klaren Kurs auf die Aufstiegsrunde steuert. Auch den Meistertitel kann die Mannschaft noch immer aus eigener Kraft erreichen. Sie liegt zur Zeit weiter auf dem zweiten Rang, da auch die Oldenburgerinnen zu einem Erfolg (17:13 über den TSV Altenholz) kamen, weist aber einen Minuspunkt weniger als der Spitzenreiter auf.

In Marne hatte der VfL in dieser Saison ja schon einmal gespielt und war dabei nach sicherer Führung noch ausgeschieden. Entsprechend konzentriert ging die Mannschaft in die Neuauflage. Eine sichere Führung strebte sie auch diesmal wieder an, aber noch einmal wollte sie sich die im Endspurt nicht entreißen lassen.

Den ersten Teil des Vorhabens erfüllte sich der VfL schon nach 17 Minuten. 3:3 hieß es noch nach zwölf Minuten, wobei die Oldesloerinnen stets einen Treffer vorgelegt hatten. Fünf Minuten später war die Schilk-Truppe dann schon auf 7:3 davongezogen und davon konnten sich die Dithmarscherinnen nie wieder so recht erholen.

Der Gastgeber kam dem VfL dabei mit offensiver Deckungsarbeit sehr entgegen. Kurz wurde dabei Melanie Bernecker gedeckt, aber daran nahm das Oldesloer Spiel keinen Schaden. Im Gegenteil: Melanie Bernecker, die sonst in dieser Situation häufig dazu neigt, sich dann auf „Kleinkriege“ einzulassen und dabei (unbeabsichtigt) auch das Spiel der eigenen Mannschaft zu stören, spielte diesmal sehr diszipliniert und mannschaftsdienlich. Das war nicht nur zum Nutzen ihres Teams, das bis zur Pause 10:5 führte, in der zweiten Halbzeit die Marnerinnen noch einmal auf 7:11 (38. Minute) herankommen ließ, um dann über 14:7 (41.) den Vorsprung bis zum 18:8 in der 55, Minute kontinuierlich auszubauen, sondern auch zu ihrem eigenen.

Trotz kurzer Deckung nämlich kam sie auf fünf Treffer und war damit zusammen mit Andrea Hasenberg erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft. Die weiteren Tore teilten sich Dörte Knickrehm, Martina Gliewe (je 3), Heinke Juds (2) und Ingrid Schilk. Ohne Treffer blieben Nicole Röhrs und Christine Bohnhoff. Im Tor bot Anette Schümann eine rundherum starke Leistung, so daß kein Grund bestand sie während der 60 Minuten auszuwechseln.

Der VfL war in Marne auch in der letzten Viertelstunde die bessere Mannschaft, obwohl Dörte Knickrehm, die gegen Marnes Haupttorwerferin Ilse Petereit bis zur 45. Minute ein glänzendes Spiel gemacht atte. Die Marnerin blieb ohne Feldtor und verwandelte lediglich einen Siebenmeter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1990

Starke Vorstellung des Oldesloer Oberligisten

Gestützt auf eine Klasse-Leistung von Torfrau Annette Schümann und auf Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg als gute Abwehrorganisatorin kam der VfL beim MTV Marne zu einem 19:9 Kantersieg.

Durch diesen Erfolg unterstrichen sie eindeutig ihre Titelambitionen. Vor Beginnstand die Partie für den VfL unter keinem besonderen Stern. Steffi Bernecker fällt bis zum Saisonende aus und die Spielerinnen Heinke Juds und Melli Bernecker waren am Donnerstag in einen Verkehrsunfall verwickelt und konnten deshalb nicht trainieren.

Dennoch präsentierte sich der VfL in Marne als das homogenere Team mit guten Ideen und Spielwitz. Der Oldesloer Rückraum nahm in der engen Halle sofort die Initiative. Entgegen kam ihnen die offensive Mariner Deckung, so dass sie für ihre Kreisanspiele auch genügend Platz fanden. Hiervon profitierte insbesondere Kreisläuferin Andrea Hasenberg mit fünf erzielten Treffern.

Auch nach dem Wechsel dominierte der VfL weiterhin. Positiv für den VfL war, dass die Marner Britta Peterat (80 Treffer) nicht zum Zuge kam. Auch ließ sich Torfrau Annette Schümann weder von Brusttreffern noch von Kopftreffern beeindrucken und hielt auch die schwersten Bälle.


VfL fordert Aufklärung

Der "Fall Nicole Greve" hat, wenn es nach dem Willen des VfL geht, ein Nachspiel für den Vorsitzenden des TSV Quellenhaupt Bornhöved, John Fieder. In einem Folgeschreiben an den HVSH hält der VfL Oldesloe seinen Antrag ausdrücklich aufrecht, die Vorgehensweise von John Fieder nachhaltig aufzuklären. Zum einen weist der Antrag des VfL auf die Ämterhäufung (Geschäftsführer des KHV Segeberg incl. passführende Stelle und 1.Vorsitzender in Bornhöved in Personalunion) des John Fieder hin. Zum anderen meint der VfL, dass Fieder die Oldesloer vorsätzlich schädigen wollte.

Lübecker Nachrichten

 

VfL-Damen bei BW Wittorf
Voll konzentriert auch beim Schlußlicht

(mth) Eine nach der Papierform leichte Aufgabe wartet am Wochenende auf die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk tritt am Sonntag um 16.30 Uhr beim Tabellenletzten Blau-Weiß Wittorf an.

Die Einstufung der Wittorferinnen als Schlußlicht ist dabei relativ. Deren Lokalrivale FT Neumünster hat sein Team ja unmittelbar vor Saisonbeginn zurückgezogen, taucht deshalb natürlich in keiner Tabelle auf, ist aber auf dem Papier offiziell Letzter im Klassement und zählt als erster Regelabsteiger.

Bleibt es bei zwei Regelabsteigern, hat also durchaus auch Blau-Weiß Wittorf noch eine Chance auf den Klassenerhalt. Nicht zuletzt deshalb mahnt Ingrid Schilk ihre Schützlinge, auch diesen Gegner nicht zu unterschätzen und voll konzentriert in das Spiel zu gehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1990

Klare Sache
BW Wittorf - Oldesloe 13:16

Nicht ganz so deutlich, wie der Tabellenstand hätte vermuten lassen, aber dennoch ungefährdet fuhr der VfL Oldesloe seine zwei Pluspunkte beim Tabellenletzten BW Wittorf ein. Der Meisterschaftsaspirant gefiel insbesondere durch druckvolles Spiel im Rückraum, der die immer wieder auftauchenden Lücken in der Wittorfer Deckung zu nutzen wusste. Außerdem konnte sich Nicole Röhrs mit vier Treffern von der Außenposition und durch Tempogegenstöße in Szene setzen.

Die Gäste aus Oldesloe erwischten einen guten Start und bauten eine 4:0-Führung auf 10:5 aus. Bis zum 15:10 in der 48. Minute verlief alles nach Plan für den VfL, danach kam Wittorf durch drei verwandelte 7m auf zwei Tore heran (55. Minute). Der Sieg des VfL stand jedoch auch zu diesem Zeitpunkt völlig außer Frage.

Sport Aktuell

 

Titelchance gewahrt
Arbeitssieg bei Schlußlicht Wittorf

(mth) Der VfL Oldesloe hat weiterhin alle Chancen, aus eigener Kraft den Meistertitel in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen zu holen. Bei Schlußlicht Blau-Weiß Wittorf gewann die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk mit 16:13 (10:6).

Bäume hat der VfL in dieser Partie wahrlich nicht ausgerissen. „Darauf aber kam es uns auch gar nicht an“, wollte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg Partie und Ergebnis nicht überbewertet wissen. „Wir waren nach Neumünster gefahren, um zwei Punkte zu holen, nicht um den Gegner, auch wenn der am Tabellenende steht, womöglich zu deklassieren. Wenn man sich so etwas vornimmt und in Gedanken einen Sieg schon als Selbstverständlichkeit ansieht, kann man leicht böse Überraschungen erleben“, gab „Hasi“ die Parole wieder, mit der die Oldesloerinnen ins Spiel gegangen waren.

Der Sieg der Stormarnerinnen geriet dabei nie wirklich in Gefahr. Mit einem Blitzstart – 4:0 nach neun Minuten – sorgte der VfL schnell für klare Verhältnisse. Dieser Vier-Tore-Vorsprung hielt bis zur Halbzeit (10:6). Bis dahin hatte der Meisterschaftsanwärter recht flüssig und harmonisch gespielt.

Das änderte sich nach dem Wechsel, wobei der VfL bis zum 15:10 (48. Minute) den Vorsprung sogar noch leicht ausbauen konnte. Dann aber wurde sein Spiel, nicht zuletzt durch unsichere Schiedsrichter, die mit Zwei-Minuten-Strafen plötzlich um sich warfen, zunehmend zerfahren und Wittorf konnte auf 13:15 herankommen, ehe kurz vor Schluß der 16:13-Endstand perfekt gemacht wurde.

Mit fünf Toren (davon drei Siebenmeter) war Dörte Knickrehm erfolgreichste VfL-Werferin. Ihr am nächsten kam Nicole Röhrs mit vier blitzsauberen Treffern. Sie war in Neumünster in besonders guter Spiellaune. Die restlichen Tore teilten sich Melanie Bernecker (3), Andrea Hasenberg (2), Martina Gliewe und Ingrid Schilk.

Außerdem kamen Heinke Juds, Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff zum Einsatz. Im Tor spielte zunächst Nicole Greve, die Mitte der zweiten Halbzeit von Annette Schümann abgelöst wurde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1990

 

Oberliga-Kreisderby in der Storrnarnhalle

Naths: Wir sind mit Sieg dran

Schilk: Wollen Meister werden

(mth) Kreis-und Lokalderbys haben es eigentlich in allen Sportarten in sich. Die Rivalität ist dabei oft besonders groß und der Ehrgeiz, dem Nachbarn zu zeigen, wer Herr im Haus ist, ist besonders ausgeprägt.

Ein Blick auf die Tabelle in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Damen zeigt dabei, daß diese Frage unabhängig vom Ausgang der Partie am Sonnabend um 20 Uhr in der Stormarnhalle zwischen dem VfL Oldesloe und der SG Großensee/Möhnsen (SGM) eigentlich für diese Saison beantwortet ist. Die Mannschaft aus der Kreisstadt ist nach wie vor die Nummer eins im Stormarner Damenhandball.

Aber das tut der Spannung und der prickelnden Atmosphäre vor dem Stormarnderby keinen Abbruch. Daraus machen auch die Trainer beider Teams – hier Spielertrainerin Ingrid Schilk (VfL), dort der engagierte Coach Ingo Naths (SGM) – keinen Hehl. „Natürlich haben Derbys ihren besonderen Reiz“, erklären beide übereinstimmend und leugnen nicht, mit gesteigertem Ehrgeiz in das Spiel zu gehen.

„Die letzten Punktspiele gegeneinander sind immer sehr eng, von den Ergebnissen und von den Leistungen, gewesen. Letztlich ist uns dabei noch kein doppelter Punktgewinn gelungen. Irgendwann aber sind auch wir einmal mit einem Sieg an der Reihe. Warum soll das nicht morgen der Fall sein“, macht Naths in Optimismus.

Aber Ingrid Schilk hält dagegen: „Wir wollen Meister werden und benötigen deshalb auch gegen den Kreisrivalen einen Sieg. Im Hinspiel in Trittau hat die größere Routine für uns den Ausschlag gegeben. So soll es auch diesmal wieder sein.“

Beide Mannschaften gehen nicht ganz ohne Sorgen in die Partie, die eigentlich mal wieder für vollbesetzte Ränge in der Stormarnhalle sorgen müßte. Beim VfL fällt möglicherweise nach Stefanie Bernecker mit Martina Gliewe eine zweite Rückraumspielerin aus. Sie vertrat sich beim Dienstagtraining den Knöchel.

Bei der SGM werden zwar vermutlich alle Spielerinnen an Deck sein, wobei sich nach Marion Werner, die am Donnerstag von einem DHB-Lehrgang zurückkehrte und sich nun Hoffnung macht, bald zu einem Jugend-Länderspiel eingeladen zu werden, mit Nicole Jesse eine zweite freigeholte A-Jugend-Spielerin zum Kader gesellt. Aber die Mannschaft hat, so Naths, wegen Erkrankungen zwischendurch nicht optimal trainieren können, was natürlich zu Abstimmungsproblemen führen könnte.

Ganz sicher wird auch in diesem Spiel, wie in allen Kreisderbys zuvor, Kampfgeist auf beiden Seiten die Szene beherrschen und beide Teams werden sich voll ausgeben. Auch die SG Großensee/Möhnsen, obwohl die am Sonntag um 17.45 Uhr noch ein weiteres Oberliga-Punktspiel zu bestreiten hat. Der Verband hat die am 11. Februar ganz kurzfristig abgesagte Partie der Stormarneninnen beim TSV Munkbrarup für Sonntag neu angesetzt.

Die Großenseerinnen, die der Meinung sind, daß ihnen die Punkte für dieses Spiel kampflos zustehen müßten, haben diesbezüglich auch einen Protest. laufen. Den wollen sie für den Fall, daß sie am Sonntag verlieren, auch aufrecht erhalten, müssen aber, da über den Einspruch noch nicht entschieden werden konnte, zunächst einmal die weite Reise antreten. Chancengleichheit für das Spiel ist immerhin in soweit gegeben, als auch die Munkbraruperinnen am Sonnabend (bei Holstein Kiel II) ein Spiel zu bestreiten haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1990

VfL gewinnt packendes Derby
Oldesloer Handballerinnen lagen lange zurück

Durch eine 14:12 -Erfolg im Kreisderby gegen die SG Großensee/Möhnsen eroberte sich der VfL Oldesloe die Tabellenführung in der Oberliga zurück. In einem spannenden Spiel, welches teilweise auf gutem Niveau stand, entwickelte sich VfL-Torhüterin Annette Schümann zur Matchwinnerin. In wichtigen Phasen konnte sie zwei 7m abwehren.

So in der 45. Minute, als die SG zum 12:12 ausgleichen hätte können und in der 57. Minute, als das 13:13 drohte.

Den besseren Start erwischte die SG, die auf Torjägerin Andrea Ketzel verzichten musste und so die Deckung auf 6:0 umstellen musste, bis zur 40. Minute aber spielbestimmend waren. Die Deckung wurde gut durch Sabine Schäfer organisiert und Martina Havemann hielt sicher. Nach 10 Minuten führte die SG gar mit 5:2, der hielt bis zum 9:6, doch Heinke Juds und Dörte Knickrehm verkürzten noch vor der Pause auf 8:9.

Nach dem Seitenwechsel hielt zunächst die Großenseer Überlegenheit an. 11:9 war die allerdings auch die letzte Führung in der 39. Minute. Von nun an bekam der VfL in der fairen Partie ein leichtes Übergewicht. Ingrid Schilk zum 10:11 mit einem schönen Heber und Melanie Bernecker mit zwei Toren brachten dem VfL das 12:11 in der 45. Minute. Danach waren die Augen auf Annette Schümann gerichtet. Den 14:12 -Endstand erzielte Ingrid Schilk von Linksaußen. Claus Schilk war nach dem Spiel zwar mit dem Ergebnis zufrieden, meinte aber: "Wir haben heute auch viel Glück gehabt."

Lübecker Nachrichten

 

Meistertitel ist näher gerückt
14:12-Sieg: Die Deckung des VfL entschied das Kreisderby

(mth) Dem Gewinn des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen ist der VfL Oldesloe in der Stormarnhalle ein gutes Stück näher gekommen. Die Oldesloerinnen entschieden auch das zweite Kreisderby in dieser Saison gegen die Spielgemeinschaft Großensee/Möhnsen (SGM) mit 14:12 für sich.

Sie übernahmen damit wieder die Tabellenführung vor dem Oldenburger SV, der am Wochenende spielfrei war. In den restlichen drei Spielen warten auf den Vorfeld durchweg lösbare Aufgaben. Gegen den MTV Marne und den TSV Altenholz hat er Heimreicht und auswärts muß er noch beim Neustart antreten.

Die SGM hat nach der Niederlage zunächst ein ausgeglichenes Punktekonto und nimmt weiter einen Platz im Mittelfeld ein. Natürlich ärgerte sich die Truppe von Trainer Ingo Naths über die neuerliche Niederlage gegen den Kreisrivalen. Zu gerne hätte man endlich auch in diesem Prestigeduell einmal einen Sieg geholt.

Im Bereich des Möglichen lag der, wie schon im Hinspiel im Herbst in Trittau, durchaus. In der ersten Halbzeit – auch das eine Parallele zum Hinspiel – nämlich war der Gast aus Großensee spielerisch die bessere, weil harmonischere Mannschaft.

Beim VfL lief bis dahin kaum etwas zusammen. Die Spielerinnen verzettelt sich in Einzelaktionen und Gäste-Torhüterin Martina Havemann wurde von ihnen regelrecht warm geschossen. Aber die Nahts-Truppe versäumte es, ihre Überlegenheit auch in den entsprechenden Vorsprung umzusetzen.

Das gelang immer nur streckenweise. Der Mannschaft fehlt Routine und Abgeklärtheit, solche Vorsprünge auch über Durststrecken hinweg zu retten. Nach acht Minuten sah es so aus, als wolle die SGM den VfL überrennen. Karen Willers, Bettina Kreidenberg und Birgit Podratz (2, davon ein Siebenmeter) legten einen 4:1-Vorsprung vor, denn nur Heinke Juds konnte mit einem Glückstreffer dagegenhalten.

Aber bis zur 14. Minute war der VfL dank zweier Treffer von Andrea Hasenberg und einem Tor von Dörte Knickrehm bei nur einem weiteren Gegentor der SGM (Siebenmeter Margitta Koops) auf 4:5 herangekommen. Noch dreimal zog der Gast auf drei Tore davon – 4:7 (16.Minute), 5:8(22.) und 6:9 (27) – aber Unaufmerksamkeiten in den Schlußminuten ließen den VfL bis zur Halbzeit noch auf 8:9 herankommen.

Dieses knappe Halbzeitresultat entsprach sicher nicht den gezeigten Leistungen, und Kenner der Szene ahnten, daß nun alles für den VfL sprach. Der hatte schon ab Mitte der ersten Halbzeit seine Deckungsarbeit stabilisieren können, was nicht zuletzt damit zusammenhing, daß Alexandra Bartels mit der quirligen Marion Werner weit besser zurechtkam, als vorher Nicole Röhrs.

Die Abwehr des VfL entschied dann auch in der Tat die Partie. Gestützt auf eine hervorragende Torhüterleistung von Annette Schümann, die auch zwei Siebenmeter von Birgit Podratz und Margitta Koops glänzend parieren konnte, ließ sie in den zweiten 30 Minuten nur noch drei Gegentore zu. Im Spiel nach vorne lief es beim VfL zwar auch weiterhin noch nicht optimal, aber mit Routine und ein paar guten Einzelleistungen reichte es zu sechs Toren, die genügten, den Spieß umzudrehen.

Den Ausgleich von Dörte Knickrehm unmittelbar nach der Pause konnten Bettina Kreidenberg und Margitta Koops bis zur 39. Minute zwar nochmals in eine 11:9-Führung umwandeln, aber innerhalb von 60 Sekunden machten daraus Ingrid Schilk und Melanie Bernecker ein 11:11.

In den nächsten zwölf Minuten fiel nur ein einziges Tor: Das 12:11 und damit die erste Führung für den VfL durch Melanie Bernecker. Das 12:12 durch Karen Willers, als Alexandra Bartels und Annette Schümann nach einem Tempogegenstoß von Marion Werner benommen im VfL-Torraum lagen, war schon das letzte Tor der Gäste.

Ihr Schicksal besiegelte sich, als Birgit Podratz in der 54. Minute die einzige Zwei-Minuten-Strafe des fairen Derbys bekam und Margitta Koops nach dem 13:12 von Dörte Knickrehm (55.) in der 57. Minute mit einem Siebenmeter an der VfL-Keeperin scheiterte. Der Schlußpunkt in der 59. Minute war dann Spielertrainerin Ingrid Schilk vorbehalten.

Sie hatte, abgesehen von Stefanie Bernecker, die ja bis zum Saisonende ausfällt, ihren gesamten Kader zur Verfügung. Also auch Martina Gliewe, deren Trainingsverletzung dennoch einen Einsatz zuließ. Auf der anderen Seite aber mußte Trainier Ingo Naths mit Andrea Ketzel auf eine Leistungsträgerin verzichten. Sie hatte sich im Spiel gegen Neustadt eine Bänderverletzung zugezogen, die sich gegen Wochenende plötzlich verschlimmerte, so daß ihr Fuß eingegipst werden mußte. Sicherlich war es nicht zuletzt ihr Ausfall, daß die SGM weiter auf ihren ersten Punktspielerfolg gegen den VfL warten muß.

Die Mannschaftsaufstellungen:

VfL Oldesloe: Schümann, Röhrs, Hasenberg (2 Tore), Melanie Bernecker (3/1), Bartels. Knickrehm (4/1), Gliewe, Juds (2) und Schilk (3). Nicole Greve und Christine Bohnhoff kamen nicht zum Einsatz.

SG Großensee/Möhnsen: Havemann, Werner (2), Höppner, Kreidenberg (2), Willers (3), Koops (3/1), Schäfer und Podratz (2/1). Ramona Grau wurde nur für einen Siebenmeter (den sie hielt) eingewechselt; Nicole Jesze kam nicht zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1990

 

Soviel Tore gab es noch nie
VfL Oldesloe bezwingt Marner TV 25:24

Optimal sind die Vorbereitungen auf das Spiel gegen den Marner TV beim Tabellenführer nicht gelaufen. Durch den Besuch der BSG Post Schwerin lag der Schwerpunkt der letzten Woche auf der Bewirtung der Gäste.

Durch die Niederlage des ärgsten Verfolgers Oldenburg hatten die Oldesloer es in der Hand, durch einen Sieg gegen Marne den Vorsprung auf drei Zähler auszubauen und eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf herbeizuführen.

Das Spiel war geprägt von zwei starken Angriffsreihen, aus denen Britta Peterat mit neun und Heinke Juds mit acht Treffern hervortraten. Ein ständiger Führungswechsel prägte den Verlauf der jederzeit spannenden Partie. Erst in der Schlussphase erwies sich der Spitzenreiter als das clevere Team und setzte sich entscheidend mit zwei Toren ab.

Sport Aktuell

 

Dem Meistertitel sehr nahe

(mth) Der VfL Oldesloe ist dem Gewinn des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen am Wochenende einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk schlug den MTV Marne nach spannendem Schlagabtausch in der Stormarnhalle mit 25:24 (12:13).

Da der Oldenburger SV zur gleichen Zeit dem MTV Heide mit 18:19 unterlag, haben die Stormarnerinnen zwei Spieltage vor Saisonschluß nun drei Punkte Vorsprung vor dem Konkurrenten. Das müßte ausreichen, zumal auf den VfL in Neustadt und gegen Altenholz lösbare Aufgaben warten.

Die Oldesloerinnen erwischten einen glänzenden Start und führten nach sechs Minuten 4:0. Dann aber schlichen sich in der Abwehr Schwächen ein, was auch mit der schwächeren Tagesform der Torhüterinnen Annette Schümann und Nicole Greve zu tun hatte. Marne konnte nicht nur ausgleichen (erstmalig zum 5:5 in der 13. Minute) sondern ging gelegentlich sogar in Führung. Einmal – kurz nach der Pause – sogar mit zwei Toren Vorsprung (14:12), aber das war zugleich die letzte Führung der Gäste.

Dank starker Angriffsleistungen vor allem von Heinke Juds, die ihr bestes Saisonspiel zeigte und mit 8 Treffern erfolgreichste Torwerferin ihrer Mannschaft war, und Andrea Hasenberg (5 Tore vom Kreis) hatte dann wieder der VfL die Nase vorn. Der Gast aus Dithmarschen, dessen Rückraumschützin Britta Peterat (9/1) der VfL nie in den Griff bekam, steckte aber nicht auf, so daß die Partie bis zur Schlußsekunde spannend blieb.

Für die Stormarnerinnen kamen noch zum Einsatz: Melanie Bernecker (5/1), Martina Gliewe (3), Dörte Knickrehm (3/3), Ingrid Schilk (1), Nicole Röhrs, Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1990

 

VfL-Damen wollen klare Verhältnisse

(mth) Unter Druck steht die Damen-Oberligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe bei ihrem vorletzten Punktspiel am Sonnabend um 17 Uhr beim TSV Neustadt nicht gerade. Bei drei Punkten Vorsprung vor dem Oldenburger SV ist die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk auf einen Sieg in Neustadt nicht unbedingt angewiesen, um den erstrebten Meistertitel unter Dach und Fach zu bringen.

Dazu würde auch ein Erfolg im letzten Heimspiel gegen den TSV Altenholz noch reichen. Aber die VfL-Damen wollen für klare Verhältnisse sorgen und streben auch in Neustadt einen doppelten Punktgewinn an. Nicht zuletzt, um Torjägerin Melanie Bernecker einen Gefallen zu erweisen.

Die nämlich würde wegen eines anderen privaten Termins das Altenholz-Spiel gern „schwänzen“, was von ihren Mannschaftskameradinnen aber nur verstanden würde, wenn der Meistertitel schon vorher unter Dach und Fach wäre.

Nimmt der VfL den TSV Neustadt nicht auf die leichte Schulter – die Ostholsteinerinnen sind nicht ausschließlich an ihren schlechten Ergebnissen in der jüngeren Vergangenheit zu messen, denn morgen steht mutmaßlich ihre beste Werferin Margret Holst wieder zur Verfügung was die Mannschaft um eine Klasse besser macht –, sollte ein Sieg im Bereich des Möglichen sein. Schließlich hat die Truppe in dieser Saison auswärts bisher nur zwei Punkte abgegeben und bis auf Stefanie Bernecker, die ja schon geraume Zeit ausfällt, kann der Tabellenführer mit komplettem Kader antreten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1990

23:14-Sieg in Neustadt
Der VfL holte den Titel im Schongang

(mth) Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hatte keine Mühe, den Gewinn des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga schon am vorletzten Spieltag der Saison perfekt zu machen. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk gewann beim TSV Neustadt ungefährdet mit 23:14 (12:7) und geht damit auch dann vor dem SV Oldenburg ins Ziel, wenn sie ihr letztes Saisonspiel gegen den TSV Altenholz am Sonnabend dieser Woche um 17 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle verlieren sollte.

In Neustadt begannen die Oldesloerinnen, wohl auch, weil der Meistertitel so greifbar nahe war, ein wenig nervös. Das hatte zur Folge, daß der TSV Neustadt in der Anfangsphase sogar einmal in Führung gehen (2:1 in der 4. Minute) und bis zur 16. Minute (5:5) das Ergebnis ausgeglichen halten konnte.

Dann aber zeigte sich, daß zwischen dem Tabellenführer und dem Zehnten der Oberliga wenigstens ein Klassenunterschied besteht. Der VfL spielte nun wie aus einem Guss und setzte sich immer weiter von den nun hilflos wirkenden Ostholsteinerinnen ab. 12:7 führten die Stormarnerinnen schon zur Pause und gar 21:8 stand es nach 50 Minuten.

Erst in den letzten zehn Minuten ließ der VfL dann die Zügel ein wenig schleifen.so daß der TSV Neustadt das Endergebnis für sich noch ein wenig freundlicher gestalten konnte. Bis auf Spielertrainerin Ingrid Schilk konnten sich alle Feldspielerinnen des VfL in die Torschützenliste eintragen.

Am erfolgreichsten waren einmal mehr Melanie Bernecker (6) und Dörte Knickrehm (5). Beide verwandelten je einen Siebenmeter, scheiterten aber auch jeweils mit einem Strafwurf. Die restlichen Tore teilten sich Martina Gliewe (3), Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs, Heinke Juds, Alexandra Bartels (alle 2) und Christine Bohnhoff (1/1).

Im Tor konnte Annette Schümann unter anderem zwei Siebenmeter parieren, ehe sie in der letzten Viertelstunde für Nicole Greve Platz machte.

Da in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga – sie beginnt für den VfL am 22. April mit einem Heimspiel in der Stormarnhalle (Hallenwart-Ehepaar Raap beendet deshalb extra vorzeitig den Urlaub) – „englische Wochen“ angesagt sind, müht sich der VfL schon jetzt, in den neuen Rhythmus zu kommen.

Am letzten Donnerstag hatte er sich deshalb den Bundesligisten TuS Alstertal zu einem Trainingsspiel eingeladen. In einer von beiden Seiten locker geführten Partie unterlag der VfL dabei dem drei Klassen höher spielenden Gegner, in dessen Reihen mit Torhüterin Gudrun Fandrey auch eine frühere VfL-Spielerin steht, nur mit 23:25. Auch das sicher ein Zeichen für die augenblicklich gute Verfassung der Schilk-Truppe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1990

 

Sind die Schilks ein Dorn im Auge?

Wenn die Oberliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe heute um 17 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle zum letzten Punktspiel gegen den TSV Altenholz antreten, können sie frei aufspielen. Meisterschaft und Aufstiegsrunde sind ihnen sicher. Doch trotz dieser Erfolge und einer erfolgreichen Arbeit von Trainerin Ingrid Schilk wurde der Vertrag noch nicht verlängert. "Sie hängt in der Luft", sagte Ehemann Claus Schilk, der als Betreuer ohnehin der "heimliche Trainer" der Oldesloer Damenmannschaft ist.

Claus und Ingrid Schilk haben kurzfristige Gedanken, nach dem letzten Pflichtspiel die Trainertätigkeit einzustellen, aber wieder verworfen. "Das würde nur Unruhe bringen", so Schilk, "und das können wir vor der Regionalliga-Aufstiegsrunde nicht gebrauchen".

Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und ihre Mitspielerinnen können das Zögern in der Verlängerung der Trainerfrage nicht verstehen. "Ich finde es sehr merkwürdig, dass solange gewartet wird", sagte die Teamführerin, "wir haben Erfolg und wollen gern mit dem Ehepaar Schilk weiterarbeiten."

Die Entscheidung liegt bei Abteilungsleiter Jürgen Dorn. "Wenn es nach mir ginge, würde ich den Vertrag so verlängern, wie er jetzt ist", sagte der Handballchef, "doch es hängt nicht von mir allein ab." Dabei verweist er auf den Gesamtvorstand, der ein Wörtchen bei Trainer-Verpflichtungen mitzureden hat. Hinzu kommen eventuelle finanzielle Engpässe. "Sollten wir aufsteigen, muss unser Etat um 5000 bis 10000 Mark erhöht werden", meinte Dorn, "dass muss erst einmal abgesichert sein."

Der Hauptgrund für das Pokern dürfte aber ein ganz anderer sein. Die Person Claus Schilk scheint nicht jedem zu gefallen und viele würden es gerne sehen, wenn er nicht mehr beim VfL Oldesloe in den Schlagzeilen ist. Schilk gilt als äußerst unbequem. Obmann Jürgen Dorn zögert die Entscheidung heraus. "Ich bin überlastet, deshalb wird wahrscheinlich erst nach Ostern diese Frage geklärt werden," so Dorn. Dazu Kapitän Andrea Hasenberg: "Die Mannschaft würde es begrüßen, wenn diese Angelegenheit schnell vom Tisch ist."

Obwohl das Trainergespann Schilk zur Zeit nicht weiß, wie es weitergeht beim VfL Oldesloe, wird zielstrebig daran gearbeitet, um in der Regionalliga-Aufstiegsrunde erfolgreich zu sein. "Wir wollen unbedingt aufsteigen", steckt Claus Schilk das Ziel ab. Ob die Schilks nächste Serie dann noch dabei sind?

Ahrensburger Zeitung

 

VfL-Wunsch: Ein Sieg auch im letzten Spiel

(mth) Von Bedeutung für die Abschlußtabelle der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen ist die Partie des VfL Oldesloe gegen den TSV Altenholz am Sonnabend um 17 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle – die Stormarnhalle ist anderweitig besetzt und eine Spielverlegung kam nicht in Frage, da der Verband darauf besteht, daß der letzte Spieltag zeitgleich an allen Spielorten stattfindet – nicht mehr.

Der VfL steht als Meister ja schon seit dem letzten Wochenende endgültig fest und die Truppe aus dem Kieler Vorort ist dem Abstieg, der ihr lange Zeit drohte, entgangen. Ganz ohne Ehrgeiz aber geht die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk auch in dieses Spiel nicht. „Wir wollen auch das letzte Punktspiel gewinnen. Schließlich soll es bei der Meisterehrung nach dem Spiel durch den Schleswig-Holsteinischen Handballverband nach Möglichkeit nur lachende Gesichter geben.“

Der VfL wird in das Spiel mit der gleichen Aufstellung wie zuletzt gehen. Auch Melanie Bernecker wird – entgegen ihren ursprünglichen Plänen – voraussichtlich mit von der Partie sein. Die Meisterehrung will sie, die zum Titel ja auch einiges beitrug, dann doch nicht versäumen.

Gefeiert soll die Meisterschaft schließlich auch noch werden. Allerdings in kleinem Rahmen. Mit dem Titel ist ja für die Saison ja erst ein, wenn auch wesentliches, Ziel erreicht. Die Krönung aber soll ja noch in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga, die eine Woche nach Ostern beginnt, folgen und der gilt auch jetzt schon ein großer Teil der Konzentration und Aufmerksamkeit der Mannschaft. Erst wenn die erfolgreich abgeschlossen ist, wird man so richtig einen „draufmachen“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1990

Oldesloer Handballdamen feierten die Landesmeisterschaft

Nun peilen sie den Regionalliga-Aufstieg an

(kx) Was für einige Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe noch neu und aufregend war, war für Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg schon fast Routine. „Davon habe ich doch schon soviel“, lächelte die Kreisläuferin, als Landesfrauenwart Klaus Parczany ihr die Urkunde zum Gewinn der Oberliga-Meisterschaft überreichte.

Mit einem deutlichen 23:15 (13:8) im letzten Saisonspiel gegen den TSV Altenholz warfen sich die Oldesloerinnen für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga ein. „Die Mannschaft erreicht ihre Bestform genau zum richtigen Zeitpunkt“, sieht Betreuer Claus Schilk den Aufstiegsspielen nach den guten Leistungen der letzten Wochen beruhigt entgegen.

 

Wahrend die Handballerinnen mit Spielertrainerin Ingrid Schilk die Landesmeisterschaft in einem Oldesloer Lokal feierten, nahm Claus Schilk bereits einen Aufstiegskontrahenten unter die Lupe. Direkt nach Spielschluß hatte er sich ins Auto gesetzt und war nach Tostedt gefahren. Dort erlebte er, wie sich der MTV mit einem 22:11-Sieg die niedersächsische Oberliga-Meisterschaft sicherte, mit einem Tor Vorsprung vor Eintracht Hildesheim.

„Eine starke Truppe“, zollte Schilk den Tostedtern Respekt „das ist wohl unser härtester Gegner.“ Neben dem Niedersachsen-Meister treffen die Oldesloerinnen noch auf Rot-Weiß Damme (Zweiter Nordseeliga) und den FSV Harburg (Zweiter Oberliga Hamburg), der am 22. April der erste Gegner in der Stormarnhalle ist.

 

Gegen den TSV Altenholz hatten die Oldesloerinnen nur zu Beginn Schwierigkeiten, nach einer Viertelstunde hatten sie den Gegner im Griff. Rechtzeitig fand Rückraumspielerin Heinke Juds zu ihrer alten Form zurück, mit sechs Treffern war sie auch beste VfL-Werferin. Die restlichen Tore erzielten Andrea Hasenberg, Melanie Bernecker (beide 5), Dörte Knickrehm, Nicole Röhrs, Martina Gliewe (alle 2) und Ingrid Schilk.

Über die Osterfeiertage können sich die Handballerinnen erholen, ehe am kommenden Dienstag ein letztes Testspiel bei der SG Großensee/Möhnsen auf dem Programm steht (20.30 Uhr, Trittau). Und dann wird es ernst.

 

Sie holten die Landesmeisterschaft nach Oldesloe: AIexandra Bartels, Melanie Bernecker, Stefanie Bernecker, Christine Bohnhoff, Martina Gliewe, Nicole Greve, Andrea Hasenberg, Heinke Juds, Dörte Knickrehm, Nicole Röhrs, Annette Schümann, Spielertrainerin Ingrid Schilk, Betreuer Claus Schilk, Masseur Reinhard Prömper.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1990

 

Glänzender Abschluss
TSV war lediglich "Sparrings-Partner"

Den Punktspielausklang wollte der Meister selbstverständlich auch mit einer meisterlichen Vorstellung besiegeln. In der ersten Viertelstunde der Partie schlugen sich die Gäste aus Kiel noch ganz gut, doch dann legte der VfL noch einen Gang zu und es war abzusehen, dass der Angstgegner, der den Oldesloerinnen in den letzten Aufeinandertreffen immer das Leben schwer gemacht hatte, heute lediglich die Funktion eines Sparring-Partners erfüllte. Die Altenholzerinnen versuchten zwar durch Kampfkraft zu retten, was zu retten war, jedoch wurde erneut das Problem offensichtlich, dass die jüngeren Spielerinnen noch nicht genügend Akzente setzen können.

Beim VfL traf Melli Bernecker fünfmal und erzielte in der Saison genau 100 Tore.

Die Siegerehrung wurde durch den gerade wiedergewählten Klaus Parczany vorgenommen.

Sport Aktuell vom 9.4.90

 

 

Dienstag, 19. Juni 1990

Ferencvaros Budapest morgen Gast in der Stormarnhalle

(mth) Nach den großen Erfolgen in der Oberliga-Punktspielsaison und der Aufstiegsrunde zur Regionalliga – die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk wurde bekanntlich mit großem Vorsprung vor dem Oldenburger SV Meister der schleswig-holsteinischen Oberliga und steigt nach makelloser Aufstiegsrunde (sechs Siege in sechs Spielen) zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die Regionalliga Nord auf – hat die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe es ruhig angehen lassen.

Natürlich hat man die Triumphe ausgiebig und zünftig gefeiert, ansonsten sich aber weitgehend auf dem frischen Lorbeer ausgeruht. Trainiert wurde nur noch sporadisch. Ehe sie nun aber endgültig eine Sommerpause einlegt, präsentiert sich die Truppe morgen in der Stormarnhalle noch einmal ihrem Publikum mit einem internationalen Freundschaftsspiel.

 

Um 20 Uhr ist der ungarische Staatsligist Ferencvaros Budapest Gegner in der Stormarnhalle. Die Beziehungen der Oldesloerinnen zu dem Team aus der ungarischen Hauptstadt währen ja schon ein paar Jahre. Die Budapesterinnen, die in der abgelaufenen Saison in der Staatsliga auf dem vierten Rang landeten, weilen fast in jedem Jahr zu einem Trainingsaufenthalt in Rönnau und haben dann in der Regel auch ein Spiel gegen den VfL bestritten. Einmal ist der VfL auch schon zu einem Gegenbesuch in der ungarischen Hauptstadt gewesen.

Gewonnen aber hat der VfL gegen Ferencvaros, in deren Reihen auch die Nationalspielerinnen Hesz und Fiedler sowie Junioren-Nationalspielerin Budai mitwirken, noch nie. Am Sonntag allerdings verloren die Stormarnerinnen im Rahmen des Rönnau-Cups in Bad Segeberg mit 8:9 nur denkbar knapp gegen ihren morgigen Gegner. Allerdings steckte den Ungarinnen, die am Vortag in Rönnau angekommen waren (sie bleiben noch bis zum nächsten Sonntag) noch die lange Anreise und die anschließende Begrüßungsfeier in den Gliedern.

Dafür aber konnte der VfL nicht in kompletter Besetzung antreten. Vom Kader der abgelaufenen Saison fehlten Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Christine Bohnhoff (beide im Urlaub) und die am Knöchel verletzte Torhüterin Annette Schümann.

 

Für sie stand erstmalig wieder Jeanine Hildebrand zwischen den Pfosten. Sie ist nach einjährigem Ungarn-Aufenthalt wieder zurückgekehrt und steht als definitiver Neuzugang für die Regionalliga fest. Sie wird auch morgen wieder das Tor hüten, denn Annette Schümann steht wie die beiden Urlauberinnen erneut nicht zur Verfügung.

Nach der Sommerpause wird der VfL am 23. Juli das Training wieder aufnehmen. Dann hoffen Trainerin Ingrid und Betreuer Claus Schilk auch den kompletten Kader für die Regionalligasaison beisammen zu haben. Ein paar Neuzugänge sind dafür zur Zeit noch im Gespräch.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.6.1990

 

Rückkehr ins VfL-Tor

Im September letzten Jahres wurde Jeanine Hildebrandt aus der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe verabschiedet. Sie folgte einem Angebot, ein Jahr lang in Ungarn zu studieren und gleichzeitig in der ungarischen Staatsliga zu spielen. Jetzt hat sie ihr Gastspiel in Ungarn beendet und kehrt zum VfL zurück. Stark genug wäre sie sicherlich, um in der 1. oder 2. Bundesliga zu spielen, aber die Torhüterin hat zu ihrer alten Mannschaft immer weiter Kontakt gepflegt und diese Verbundenheit und Geborgenheit wertet sie höher als rein leistungssportliche Kriterien. Heute um 20 Uhr wird sie erstmals für ihre alte/neue Mannschaft wieder in der Stormarnhalle im Tor stehen.

 

Dabei ist sicher von besonderem Reiz – für sie und für die Zuschauer –‚ daß es gegen eine ungarische Mannschaft geht. Der Vierte der ungarischen Staatsliga, Ferencvaros Budapest, weilt nämlich heute – ja nicht zum ersten Mal – zu einem Freundschaftsspiel in der Stormarner Kreisstadt. Sicherlich eine interessante Partie und ein würdiger Abschluß einer Saison, die für die VfL-Damen ja mit reichlich Erfolgen (Meisterschaft in der Oberliga und Aufstieg in die Regionalliga) gespickt war.

STORAMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1990

 

Gelungener Saisonabschluß
19:23: Oldesloe Handballdamen hielten mit den Budapesterinnen lange gut mit

(mth) Es „Etikettenschwindel“ zu nennen, ist gewiß zu hoch gegriffen. Schließlich handelt es sich nur um eine Namensänderung – verbunden wohl mit dem politischen Umschwung im Ostblock und speziell in Ungarn (ganz genau war das nicht zu eruieren) und damit um eine Nebensächlichkeit.

Tatsächlich hat die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe ihr internationales Saisonabschlußspiel in der Stormarnhalle gegen jene Budapester Staatsliga-Mannschaft bestritten, die auch schon in den letzten Jahren – eigentlich immer, wenn sie zu einem Trainingslager beim befreundeten SC Rönnau weilte – in Bad Oldesloe zu Gast war.

 

Nur heißt diese Mannschaft nun nicht mehr „Ferencvaros“ sondern jetzt „Herz STC“. Der Klasse der Truppe hat das keinen Abbruch getan. Wie in der Vergangenheit auch immer behielt sie am Ende die Oberhand. Nach 60 temporeichen Minuten unter der Leitung des Rethwischer Schiedsrichtergespanns Kunze/Voss siegte der Gast aus Budapest schließlich mit 23:19 (11:9).

Für den VfL ist diese Niederlage sicherlich keine Schande. Die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk bot auch im letzten Spiel dieser so erfolgreich verlaufenen Saison eine ansprechende Leistung.

 

Die Stormarnerinnen waren in der Partie zwar nur ein einziges Mal selbst in Führung gegangen (in der 16. Minute zum 6:5) und zwischendurch führte der Gast mehrfach deutlich (4:1/6.Minute; 14:10/37. Minute und 20:16/49.Minute), aber bis drei Minuten vor Spielschluß, als Stefanie Bernecker per Siebenmeter auf 19:21 verkürzte, war durchaus noch ein Erfolg oder Teilerfolg des VfL – es wäre der erste gegen diesen Gegner, der in der abgelaufenen Saison immerhin vierter der ungarischen Staatsliga war, gewesen – im Bereich des Möglichen.

Daß es für den VfL auch ohne Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, Christine Bohnhoff (beide Urlaub) und die verletzte Torhüterin Annette Schümann so gut lief, war vor allem ein Verdienst von Dörte Knickrehm, die mit 7/2 Toren nicht nur erfolgreichste Werferin ihres Teams war, sondern auch in Angriff und Abwehr besondere Akzente setzen konnte.

Nach ihr waren die Bernecker-Schwestern Melanie (5/2) und Stefanie (4/2) am erfolgreichsten. Zwei Tore steuerte Heinke Juds bei, einen Ingrid Schilk. Die beiden letzteren hatten mit vielen weiteren Würfen – Heinke Juds dabei trotz sonst immer noch glänzender Form – ebensowenig Glück wie Martina Gliewe, Nicole Röhrs und Alexandra Bartels.

 

Besonders gespannt war man in Oldesloe natürlich auf die Rückkehr von Jeanine Hildebrand im VfL-Tor. Nach neunmonatigem Abstecher nach Ungarn lief es für die langaufgeschossene Keeperin zwar nicht durchweg nach Wunsch, aber in ein paar Szenen deutete sich schon an, daß sie in der Regionalliga in der nächsten Saison zu einem großen Rückhalt für den VfL werden kann.

Dort sind sicher nicht alle Mannschaften so stark wie die Budapesterinnen, die, so hatten die nur knapp 100 Zuschauer den Eindruck, immer dann das Tempo anzogen und in der Konzentration zulegten, wenn sie in Bedrängnis gerieten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.6.1990

JSN Epic template designed by JoomlaShine.com
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen