Nachbetrachtung

 

Oberliga-Frauen-Meister 1989/90 - VfL Oldesloe
VfL überwand Torhüterprobleme -
Trotz Verletzungspech souveräner Meister

Handballfreunde in Schleswig-Holstein werden sich sicherlich noch an den 7.Mai des vergangenen Jahres erinnern. Der Vizemeister Schleswig-Holsteins, VfL Oldesloe, hatte die große Möglichkeit, als fünfter Aufsteiger in die Regionalliga einzuziehen. Ein Sieg mit einer Vier-Tore Differenz über den Bremer Vizemeister TV Oyten würde den Schilk-Schützlingen das Tor zur Regionalligasaison 1989/90 aufstoßen. 15:12 heißt es am Ende der Partie, ein einziges Törchen fehlt also nur, um den TV Oyten in der Aufstiegsrunde vom Thron zu stoßen. Der Stachel der Enttäuschung sitzt natürlich dementsprechend tief im Fleisch der Spielerinnen. Da steht man schon so dicht vor den Lorbeeren und dann schnappt sie doch ein anderer vor der Nase weg.

Das Ziel für die neue Saison steht schon unmittelbar nach dem Ereignis im Mai 1989 fest: Meisterschaft in der Oberliga und Aufstieg in die Regionalliga!

Zunächst sieht es aber so aus, als solle dem Gelingen der "Operation Aufstieg" ständig Steine in den Weg gelegt werden. Die erste Hiobsbotschaft erteilt den VfL bereits Ende August, als die frühere Landesauswahltorhüterin Jeanine Hildebrand bekannt gibt, sie werde das Angebot des ungarischen Erstligisten Miskolc wahrnehmen und den VfL verlassen. Somit steht Trainerin Ingrid Schilk mit Annette Schümann zwar noch eine hervorragende Könnerin ihrer Zunft zur Verfügung, allerdings ist diese nun die einzige Torhüterin beim VfL. Dass Annette Schümann keinen Konkurrenzdruck benötigt, um gute Leistungen zu bringen, unterstreicht sie immer wieder. Aber was passiert, wenn sie sich verletzen sollte? Die Spekulationen sitzen noch in den Köpfen der Verantwortlichen, da sorgt Kreisläuferin Andrea Hasenberg für Furore: ganze drei Tage vor dem ersten Punktspiel bricht sie sich in einem Vorbereitungsspiel mittel- und Zeigefinger und fällt bis Ende November aus.

Am 1. Dezember 1989 geschieht dann das, was zwar von vielen befürchtet, wohl aber von niemandem so recht für möglich gehalten wurde: Annette Schümann zieht sich im Spiel beim MTV Heide einen Bänderriss im Knöchel zu und muss operiert werden. Bis Mitte Februar wird sie das Tor des VfL nicht hüten können. Ja, wer denn sonst?

Man erinnert sich an Nicole Greve, die in der Vorbereitungsphase schon in Bad Oldesloe mittrainiert hatte, dann aber aus beruflichen Gründen nach Husum ging. Nicole Greve sprang ein und bewahrte den VfL vor einer Torwart-Misere. Dann kommt der große Auftritt eines gewissen Herrn John Fieder, seines Zeichens Vorsitzender des TSV Bornhöved (Ex-Verein von Nicole Greve) und Geschäftsführer des Kreishandballverbandes Segeberg. Herr Fieder meint, sich profilieren und den VfL Oldesloe beim Handballverband Schleswig-Holsteins anzeigen zu müssen, weil angebliche Einwände gegen den Einsatz der Spielerin Greve vorlägen. Der Handballverband reagiert und zieht dem Tabellenführer sechs wichtige Punkte ab - allerdings nur für die Dauer von zwei Wochen, denn bereits dieser Zeitraum reichte aus, um die gegen den VfL erhobenen Vorwürfe als "erlogen und erstunken" zurückzuweisen.

Der Verband gibt die Punkte zurück und entschuldigt sich für die Unwissenheit und Unsportlichkeit des Mitarbeiters auf Kreisebene. Glücklicherweise steht nach diesem Urteil fest, dass die Saison immer noch von den Handballerinnen und nicht von irgendwelchen "Aktenreitern" entschieden wird.

Für Handballfreunde aus Bad Oldesloe ist die Zeit der schlechten Nachrichten aber auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbei. Mitte Februar zieht sich Stefanie Bernecker im Spiel gegen den Konkurrenten Oldenburg einen Streckbandriss im Finger zu und fällt bis zum Saisonende aus.

Doch auch diesen Rückschlag stecken die Oldesloerinnen weg. Souverän sichern sie sich nach überzeugenden Leistungen während der ganzen Saison die Meisterschaft mit fünf bzw. elf Punkten Vorsprung vor den Verfolgern aus Oldenburg und Heide. In der Aufstiegsrunde heißen die Gegner in den nächsten "englischen" Wochen PSV Harburg, RW Damme und Eintracht Hildesheim.

"Die Chancen stehen gut, die anderen Mannschaften sind nicht stärker als wir", lässt Ehepaar Schilk optimistisch verlauten. Sport Aktuell wünscht dem VfL Oldesloe ein glücklicheres Abschneiden als im vergangenen Jahr.

Viel Erfolg!

Von Patrick Ach - Sport Aktuell


Süd-Teams bei den Damen dominant
Oldesloe und OSV planen den großen Wurf

Der Bezirk Süd kann stolz auf seine Vertreter in der Damen-Oberliga sein: Oldesloe und Oldenburg in der Aufstiegsrunde, Schwartau Dritter, Großensee Fünfter und Neustadt gerade noch vor dem Abstieg gerettet - was will man mehr?

Ganz einfach: die Oldesloerinnen und die Oldenburgerinnen steigen auf - damit wäre der Triumph perfekt.... Doch wir wollen bescheiden sein, schon jetzt wurden alle Erwartungen übertroffen. Der VfL Oldesloe ging als Favorit in die Saison und wurde dieser Rolle allen Widrigkeiten zum Trotz gerecht. Mit Ingrid Schilk als Spielertrainerin und als zusätzlichen Berater Ehemann Claus auf der Bank gab sich der VfL keine Blöße und ließ sich auch nicht durch den Ausfall der einzigen Torhüterin Annette Schümann und die Verletzung von Andrea Hasenberg vom Ziel abbringen.

Die vielseitige Dörte Knickrehm kompensierte den Ausfall Hasenbergs und im Angriff sorgte ein überdurchschnittlich besetzter Rückraum mit den Bernecker-Sisters, Heinke Juds und Martina Gliewe für die notwendigen Tore. Lediglich sechs Punkte gab der VfL insgesamt ab und stand schon vorzeitig als Aufstiegsrunden-Teilnehmer fest. Jetzt fehlt für die Stormarnerinnen nur noch die Rückkehr in die Regionalliga. Das Potential ist allemal vorhanden, wünschen wir dem VfL gute Nerven und das nötige Quäntchen Glück.

PS. Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm und Melanie Bernecker wurden in das Team der Saison gewählt.

Lübecker Nachrichten

 

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