Freitag, 21. März 1980
Mittwoch fällt die Entscheidung.

(mth) Auf den Mittwoch der kommenden Woche (26. März) ist in der schleswig-holsteinischen Oberliga der weiblichen Handball-A-Jugend das notwendig gewordene Entscheidungsspiel um die Meisterschaft zwischen Titelverteidiger VfL Oldesloe und MTV Herzhorn angesetzt worden. Gespielt wird in neutraler Halle in Bad Bramstedt. Spielbeginn ist um 19.15 Uhr. Der ursprünglich vorgesehene Termin, der morgige Sonnabend, konnte nicht eingehalten werden, da beide Mannschaften mit Andrea Güldenpfennig (VfL) und Kerstin Jönßon (Herzhorn) je eine Spielerin zu einem Nachwuchslehrgang des Deutschen Handballbundes in Essen abzustellen hatten. Der VfL tritt die Reise nach Bad Bramstedt – wie schon am letzten Wochenende nach Jarplund – mit einem großen Reisebus an, in dem auch Schlachtenbummler mitreisen können. Interessenten sollten sich möglichst umgehend bei Ulli Meyer anmelden. Die Abfahrt von der Stormarnhalle ist für 17.30 Uhr angesetzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1980

 

Mittwoch, 26. März 1980
Handballmädchen: Heute geht es für den VfL um die Wurst. Entscheidungsspiel in Bramstedt gegen Herzhorn.

(mth) In der Sporthalle in Bad Bramstedt fällt heute ab 19.15 Uhr die Entscheidung über die Vergabe des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga der weiblichen Handball-A-Jugend. Nach Abschluß der Saison standen Titelverteidiger VfL Oldesloe und der MTV Herzhorn mit je sechs Minuspunkten bekanntlich punktgleich an der Tabellenspitze, so daß – da das Torverhältnis, bei dem die Oldesloerinnen ein klares Übergewicht hatten, nicht in Rechnung gestellt wird – ein Entscheidungsspiel notwendig wurde.

In der neutralen Halle wird es heute, da kann man ganz sicher sein, ein spannendes Finale geben. Der VfL verlor zum Saisonauftakt Anfang September sein Gastspiel bei den Herzhorner Mädchen mit 11:13, konnte im Rückspiel in eigener Halle mit 10:9 den Spieß aber umdrehen, wobei der Sieg allerdings am seidenen Faden hing, denn VfL-Torhüterin Martina Pusch mußte Sekunden vor Spielschluß einen Siebenmeter von Kerstin Jönßon abwehren.

Auf diese Spielerin, um die sich beim MTV Herzhorn alles dreht, werden sich die Oldesloer Mädchen auch heute wieder besonders konzentrieren müssen. Wenn es der Truppe von Trainer Ulli Meyer gelingt, die Kreise von Jönßon entscheidend einzuengen, stehen ihre Chancen auf eine erfolgreiche Verteidigung des Landesmeistertitels nicht schlecht.

Der Coach hat seine Truppe gewissenhaft auf dieses Spiel vorbereitet und kann alle Stammspielerinnen einsetzen. Auch Andrea Güldenpfennig ist gesund und munter vom DHB-Lehrgang in Essen, an dem auch „Gegenspielerin“ Kerstin Jönßon teilnahm, zurückgekehrt. Drücken wir den VfL-Mädchen also die Daumen für dieses bislang wichtigste Saisonspiel.

Niemand aber sollte über der Mannschaft den Stab brechen, wenn es doch nicht ganz klappen sollte. Die junge Truppe hat in dieser Saison schon Erstaunliches geleistet und darf, egal was noch kommt, als würdiger Nachfolger des Deutschen Meisterteams vom vergangenen Jahr angesehen werden.

An Unterstützung wird es den Mädchen in Bad Bramstedt nicht mangeln. Der große Reisebus, der um 17.30 Uhr von der Stormarnhalle aus losfährt, ist ausgebucht und zahlreiche andere „Fans“ haben sich für das Entscheidungsspiel angekündigt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1980

27.3.1980 (ST)
Es ist geschafft: Die VfL-Mädchen sind wieder Landesmeister!

MTV Herzhorn wurde nach dramatischem Spiel mit 13:12 bezwungen

Gestern Abend im Entscheidungsspiel um die schleswig-holsteinische Landesmeisterschaft inszenierte der VfL wieder einen Handball-Krimi, wie er im Buche steht. Vor gut 500 Zuschauern siegte man schließlich nach einem hochdramatischen Spiel mit 13:12 und sicherte sich damit zum dritten Mal hintereinander den Landesmeistertitel.

Aber nun zum Spielverlauf. Schon der erste Angriff des VfL führte zu einem 7m, als Andrea Güldenpfennig von der hart zupackenden Herzhorner Abwehr unsanft gepackt wurde. Andrea Struppeck verwandelte den Strafwurf sicher und hätte man geahnt, dass der VfL danach nie in Rückstand geraten würde, man hätte sich beruhigt zurücklehnen können.

Aber das konnte nun wirklich niemand ahnen. Die Herzhornerinnen glichen prompt aus, und das 2:1 von Susanne Paetz wurde vom Gegner postwendend beantwortet. Dann aber legte sich der amtierende Deutsche Meister mächtig ins Zeug. Andrea Güldenpfennig (2) und Susanne Paetz schraubten das Ergebnis auf 5:2 und dieser 3-Tore-Vorsprung wurde bis 1 Minute vor Schluss der 1. Halbzeit behauptet, denn Gegentore der Herzhorner Mädchen wurden von Andrea Struppeck (2) und Anja Müller stets richtig beantwortet.

Dass der MTV kurz vor dem Seitenwechsel dann auf 8:6 herankam, konnte im Oldesloer Lager keine Unruhe verbreiten, denn die Mannschaft hatte, von kleinen Schwächen zu Anfang in der Deckung einmal abgesehen, ein glänzendes Spiel gezeigt und schien einem sicheren Sieg zuzusteuern.

Die zweite Halbzeit begann dann aber mit einem herben Rückschlag, ja einem kleinen Skandal, über den man nur nach dem glücklichen Ende hinwegsehen konnte. Die ausgezeichneten Unparteiischen Thoms und Piepjunge aus Kiel, gaben zu Recht einen 7m für die Herzhornerinnen, aber was dabei passierte, war dann schlicht irregulär. Im Oldesloer Tor stand jetzt Kathrin Schäfer, weil sie ein gleichfarbenes Trikot wie der Gegner trug wurde sie von den Schiedsrichtern genötigt, eine Trainingsjacke überzuziehen. Soweit, so gut. Unverschämt aber war dann, dass sie den Strafwurf freigaben, als Kathrin sich noch am Reißverschluss der Jacke zu schaffen machte, und so hatte sie natürlich keine Abwehrchancen.

Dem VfL-Spiel bescherte dieser Vorfall einen Bruch. Bis auf einen Treffer von Andrea Güldenpfennig per 7m zum 9:7 gelang den Oldesloerinen nun 15 Minuten kein Treffer mehr und die Herzhornerinnen konnten zum 9:9 ausgleichen. Bei diesem Spielstand stand die Partie nun minutenlang auf der Kippe. Zunächst hatte Martina Ivens mit einem Pfostenwurf Pech, dann hielt Martina Pusch einen 7m der gegnerischen Mannschaftsführerin, die vorher schon vier Strafwürfe verwandelt hatte und anschließend wurden Tore von Güldenpfennig und Struppeck wegen Kreisübertretung nicht gegeben und schließlich traf Kerstin Jönßon, die erst beim 9:9 ihr erstes Tor erzielt hatte, nur den Pfosten.

Wer hier das nächste Tor erzielen würde, so war erkennbar, hatte beste Siegesaussichten. Als Andrea Struppeck und Andrea Güldenpfennig dann zwei bildschöne Treffer zum 11:9 erzielten, schien einer erfolgreichen Titelverteidigung des VfL nichts mehr im Wege zu stehen.

Aber der MTV Herzhorn, der vorbildlich kämpfte, gab noch lange nicht auf. Kerstin Jönßon ging nun mehr aus sich heraus und schaffte drei Minuten vor Schluss den 11:11 - Ausgleich und auch das 12:11 durch Andrea Güldenpfennig wurde von ihr noch einmal egalisiert. Mit einem erfolgreichen Tempogegenstoß schaffte Andrea Güldenpfennig, in der Schlußminute einmal mehr die herausragende Spielerin auf dem Feld, das vielumjubelte 13:12. Aber auch da war noch nichts entschieden, denn in den letzten 60 Sekunden kamen die Herzhornerinnen noch dreimal in Ballbesitz, aber mit vereinten Kräften wurden alle Versuche erfolgreich abgewehrt.

Dem VfL kann man nach diesem Spiel eine glänzende Leistung bescheinigen. Die Mannschaft hat großartig gekämpft und einen ebenbürtigen Gegner, der mit fast profihafter harter Deckung arbeitete, mit glänzender Moral niedergerungen. Mit sechs Treffern hatte Andrea Güldenpfennig den größten Anteil am Erfolg. Andrea Struppeck, die in der Deckung hervorragend arbeitete, stand ihr mit vier Toren allerdings kaum nach.

Andrea Struppeck und Anja Müller errangen mit diesem Erfolg einen besonders stolzen Erfolg. Sie waren bei allen drei Landesmeistertiteln dabei. Wünschen wir ihnen und den Mannschaftskolleginnen auch bei den Norddeutschen Meisterschaften viel Erfolg. Wie auch immer die Mannschaft jetzt abschneiden wird: Schon jetzt hat die junge Truppe so viel erreicht, dass man vor ihr nur den Hut ziehen kann.

JSN Epic template designed by JoomlaShine.com
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok