14.4.1981 (ST) - Beim tollen Gewinn der Landesmeisterschaft

Die VfL-Schülerinnen machten es in allen ihren Spielen sehr spannend
Die Truppe von Trainer Dieter Kunze kam immer in der Schlussphase groß heraus

Nachdem die weibliche B-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe ungeschlagen Kreis- und Bezirksmeister wurde, gelang ihr am Sonntag das Kunststück, nun auch ungeschlagen Landesmeister zu werden. Die Spiele, die in der Sporthalle von Harrislee ausgetragen wurden, gingen über 2 x 15 Minuten.

Im ersten Spiel traf der VfL auf SC Comet Kiel (Meister des Bezirks Ost). Diese Mannschaft sollte sich als schwerster Gegner herausstellen. Der VfL konnte zwar durch einen Tempogegenstoß durch Susanne Pommerening mit 1:0 in Führung gehen, scheiterte dann aber bei sehr guten Tormöglichkeiten an der hervorragenden Torhüterin der Kielerinnen. Der SC Comet Kiel ging zur Halbzeit dann auch mit 5:2 in Führung. Das zweite Tor für den VfL erzielte Bettina Witten durch einen verwandelten Siebenmeter beim Stande von 3:1 für die Kielerinnen.

er nun an einen klaren Erfolg der Kielerinnen glaubte, der sollte sich im Verlauf der zweiten Spielhälfte mächtig getäuscht sehen. Der VfL stellte nun seine Deckungsweise von 6:0 auf 4:2 um. Mit dieser Deckung kam der SC Comet Kiel überhaupt nicht klar, und der VfL startete nun seine große Aufholjagd.

Nacheinander stellten Bettina Witten (mit 2 Toren, darunter ein verwandelter Siebenmeter) und Susanne Pommerening den Ausgleich zum 5:5 her. Die Kielerinnen gingen zwar jeweils zum 6:5 und 7:6 in Führung, doch die beiden agilen Kreisläuferinnen des VfL (Bettina Witten und Susanne Pommerening) schafften jeweils Ausgleich. Am Spielende konnte man sich zwar über das erreichte Unentschieden (7:7) im VfL-Lager nicht so recht freuen, doch es war schon sehr eindrucksvoll, mit welcher Energieleistung die VfL-Mädchen dieses Spiel noch aus dem Feuer rissen.

Unmittelbar nach diesem Spiel hatte der VfL gegen den Favoriten, dem TSV Nord Harrislee, anzutreten. Da die Harrisleerinnen im ersten Spiel des Tages den MTV Herzhorn mit 10:7 sicher bezwingen konnten, musste der VfL dieses Spiel unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf den Landesmeistertitel zu haben. Mit der entsprechenden Konzentration gingen die VfL-Mädchen nun auch zu Werke. Durch zwei Tore von Birgit Warncke und jeweils einem Tor von Susanne Pommerening und Kerstin Steffek führte der VfL zur Halbzeit mit 4:3, und man konnte den Eindruck dass der VfL seinen Gegner klar beherrschte. In der zweiten Halbzeit machte sich jedoch ein Kräfteverschleiß bemerkbar (man spielte immerhin schon 45 Minuten ununterbrochen). Nach Toren von Birgit Warncke (zum 5:3) und Sonja Plath (zum 6:5) konnte der TSV Nord Harrislee nun das Spiel ausgeglichen gestalten.

In dieser Spielphase wurde die Torfrau des VfL, Britta Börner, zum großen Rückhalt ihrer Mannschaft. Sie wehrte nicht weniger als drei Siebenmeter der Harrisleerinnen ab und brachte die Angreiferinnen des TSV Nord Harrislee zur Verzweiflung. Der Gastgeber konnte zwar noch zum 7:6 in Führung gehen, war dann jedoch mit seinem Latein am Ende, da Trainer Kunze wiederum seine Deckungsformation auf 4:2 umstellte. Einer großartig aufgelegten Susanne Pommerening war es dann vorenthalten, ihre Mannschaft wieder auf die Siegerstrasse zu führen. Innerhalb von fünf Minuten erzielte die drei Tore und brachte die VfL-Mädchen mit 9:7 in Front. Harrislee konnte dann noch auf 9:8 verkürzen, ehe Birgit Warncke mit einem Rückraumtor den Endstand zum 10:8 herstellte.

Im letzten Spiel des Turniers musste der VfL gegen den MTV Herzhorn antreten. Zuvor verlor der SC Comet gegen Harrislee mit 4:11, so dass der VfL unbedingt gewinnen musste, um Landesmeister zu werden. Nun merkte man den Mädchen die große Belastung an. Durch Nervosität unterliefen ihnen viele Abspielfehler und der MTV Herzhorn bestimmte eindeutig das Spielgeschehen. Zur Halbzeit stand es 2:2-Unentschieden. Bis zur Mitte der zweiten Spielhälfte war der MTV Herzhorn immer noch spielbestimmend. Zu diesem Zeitpunkt stand es nach Toren von Kerstin Steffek (zum 3:3, herausgespielt durch einen gelungenen Spielzug) und Susanne Pommerening 4:4, also immer noch ausgeglichen. Der VfL stellte fünf Minuten vor Spielende seine Deckung erneut auf ein 4:2-Abwehrsystem um und legte damit den Grundstein zum Erfolg. Wie zuvor schon der SC Comet Kiel und der TSV Nord Harrislee, kam auch der MTV Herzhorn mit der Oldesloer Deckungsweise nicht klar. Der VfL zog nun innerhalb von zwei Minuten auf 6:4 davon. Die Tore erzielten Kerstin Steffek und Bettina Witten.

Die Herzhornerinnen hatten nun den VfL-Mädchen nichts mehr entgegen zusetzen, da der VfL eindeutig über die bessere Kondition verfügte. Den Schlusspunkt dieses Spiels setzte dann erneut Susanne Pommerening, die mit einem schönen Tor den Endstand von 7:4 herstellte.

Nur Sekunden später ertönte der Schlusspfiff und im VfL-Lager kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Was weder die Mannschaft noch der Trainer zu hoffen gewagt hatten, war eingetreten, der Titel des Landesmeisters wurde nach Bad Oldesloe geholt.

Von Trainer Dieter Kunze wurden folgende Spielerinnen eingesetzt (In Klammern die im Verlauf des Turniers geschlossenen Tore): Britta Börner und Franziska Wiebers im Tor; Susanne Pommerening (10 Tore), Kerstin Steffek (3 Tore), Sonja Plath (l), Eike Fröhlich (l), Antje Kotte, Birgit Warncke (4), Bettina Witten (5), Birte Höppner, Britta Balden, Martina Kallikat und Birgit Nasner.

Der VfL nimmt nun an der Norddeutschen-Meisterschaft teil, die am 26. April in Malente (Kreis Ostholstein) stattfinden werden. Teilnehmer sind die Landesmeister von Schleswig-Holstein (VfL Oldesloe), Niedersachsen (Elsfleth), Bremen (Werder Bremen) und Hamburg (TuS Alstertal).

 

Die Abschlusstabelle

1. VfL Oldesloe 5:1 24:19
2. TSV Nord Harrislee 4:2 29:21
3. SC Comet Kiel 3:3 15:20
4. MTV Herzhorn 0:6 13:31

JSN Epic template designed by JoomlaShine.com
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok